In England geschieht nichts unbeobachtet. Das ganze Land hat eine dermaßen hohe Überwachungskameradichte (die unter Sicherheitsaspekten nichts bringt und deshalb erhöht werden soll), dass - so erzählt man sich in Berlin - Wolfgang Schäuble nachts von Laterne zu Laterne fährt und Polaroidkameras installiert, wobei er „God save the Queen“ singt und lauwarmes Bier trinkt. The Get out Clause, eine Band aus Manchester, die keinen Plattenvertrag hat, machte sich nun die vielen Kameras zunutze (nicht die Polaroids von Schäuble, die echten) und hat sich erst aufzeichnen lassen, dann die Aufnahmen unter Berufung auf den Freedom of Information Act zurück gefordert, bearbeitet und ein Video daraus produziert.
Archiv
Der Zug ist abgefahren
Neuseeland kauft sein Bahnsystem zurück. Für 336 Millionen Euro. Dabei ist es erst vor 15 Jahren verkauft worden. Für 202 Millionen Euro. An private Investoren. War im Endeffekt keine so gute Idee gewesen. Was lernen wir daraus? Lieber nichts.
Nargis
Der Zyklon Nargis wirft wenige Monate nach der brutalen Niederwerfung der Mönchs-Aufstände in Myanmar erneut ein grelles Licht auf die Skrupellosigkeit der Militär-Despoten. Im Jura-Studium wurde im Strafrecht anhand der Zeugen Jehovas, die Bluttransfusionen aus religiösen Gründen ablehnen, geprüft, ob der Arzt - wenn zum Beispiel ein Kind eine Transfusion benötigt - ohne Einwilligung der Eltern das Nötige tun darf.
Der ganze 11. September
Auf archive.org ist der 11. September 2001 medial vollständig abgebildet. Schon wenn man nur kurz reinschaut, fallen interessante Details auf.
Staatsgewalt
Ein Video, das 15 Polizisten zeigt, die drei Verdächtige zusammenschlagen (in der Überschrift des YouTube-Videos heißt es „Unschuldige“, hier gibt es inzwischen ein paar Hintergrund-Infos), geht zur Zeit durch die Blogs. Die Brutalität amerikanischer Polizisten gehört längst zur Popkultur (Copland, Bad Lieutenant), im HipHop gelten sie als eine Gang unter vielen, vielleicht nicht die am besten bewaffnete, aber gut vernetzt.
Sahel: Want some desert?
Was das nördliche Afrika anbelangt, sind die noch Anfang der Neunziger vorherrschenden humanitären Diskurse abgelöst worden zugunsten sicherheitspolitischer Erwägungen: Während autokratische Regimes wie etwa Algerien fester eingebunden werden in die internationale „Allianz gegen den Terror“, könnte ein Stück weiter südlich eine Alternative zur bisher praktizierten repressiven Bekämpfung aufgezeigt werden: Nach dem Militärputsch gegen den pro-westlichen Autokraten Ould Taya öffnet sich Mauretanien politisch und findet (hoffentlich) den Weg in die Demokratie.
Waterboarding by Amnesty
SpOn hat einen Artikel, Imaginary Animals hat das Zitat, auf das es ankommt:
This is no time for Congress to abandon practices that have a proven track record of keeping America safe. (George W. Bush, 8.3.2008)
Übersetzt: Dies sind nicht die Zeiten der Menschenrechte. Der Spot von Amnesty International aus diesen Zeiten nach dem Klick.
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Undiplomatisch
Man müsste viel häufiger auf den Monde diplomatique hinweisen, und nicht nur dann, wenn Hicham Ben Abdallah El Alaoui über die Machterhaltungs-Taktiken der autoritären arabischen Regimes schreibt:
In anderen Teilen der Welt ist die Demokratie zweifellos deshalb in die Krise geraten, weil sie nicht hielt, was sie versprach. Im Nahen Osten hat sie schon an Glaubwürdigkeit verloren, bevor sie eingeführt wurde. Schon der Begriff ist verrufen: In der Öffentlichkeit der arabischen Länder steht „Demokratie“ für die verlogenen Parolen autoritärer Regime, für das neokonservative Programm militärischer Präventivschläge und für die Interventionen des Auslands im Allgemeinen.
Lesen!
Interview mit drei Außerirdischen
Bevor wir die Hintergründe des folgenden Videos erläutern, werfen Sie zunächst bitte einen unvoreingenommenen Blick auf die drei Außerirdischen.
(Video nach dem Klick)
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Netzaktivismus - Interview Simon Columbus
Ich fremdel ein wenig mit dem Netzaktivismus; ich fürchte, ich bin da altmodisch. Der „Free Burma“-Kampagne stand ich abwartend bis ablehnend gegenüber: umso spannender war es für mich zu beobachten, wie Simon Columbus quasi im Fahrtwind der Aktion sich in mehr und mehr Projekte verstrickt hat. Zeit für einen kleinen Rückblick.
Updating Burma/ Birma/ Myanmar: Die Mühlen der Bürokratie
Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam, aber stetig: Bereits Ende März hat das Human Rights Coucil die Situation der Menschenrechte in Myanmar angeprangert und deren Verletzung aufs Schärfste verurteilt. Den ganzen Text als pdf, der eine kleine Auswahl der anzugehenden Probleme bietet, gibt es hier.
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Blick aus China
Rückverlinkungen sind bäh und das macht man nicht. Diesmal aber wohl, denn Katharina Brunner hat im china.blog über die Sicht der chinesischen Medien zu China, Olympia und Jacques Rogge geschrieben:
In China ist Olympia das alles beherrschende Thema. Im ganzen Land sind die Spiele präsent, ob auf Chipspackungen und Milchtüten, in Zeitungen und Fernsehen. Der chinesische Seelenfrieden hängt offensichtlich vom Gelingen der olympischen Spiele ab.
Für Hinweise auf ähnliche/widersprechende/andere Einträge dankt ergebens, etc.
Workshop: The right to the city
Linker Neoliberalismus reloaded: Am Wochenende findet vom 11. bis zum 13. April in den Mehringhöfen ein Workshop statt, der da heißt: „The Right to the City. Soziale Kämpfe in der neoliberalen Stadt“. Es wird also Gentrifizierung gesagt werden dürfen. Zwei der Organisatoren, Jenny Künkel und Armin Kuhn, haben der taz ein Interview gegeben, in dem auch kurz auf die Frage eingegangen wird, ob der Neoliberalismus die Forderungen der Linken miterfüllt.
Olympia 2008: Vielleicht in Peking.
Da haben die Protestler ja ganz schön was angerichtet: Hat das IOC doch tatsächlich überlegt, den Fackellauf abzusetzen. Inzwischen hat Jacques Rogge davon Abstand genommen, aber das Kind ist im Brunnen, und zwar schon länger. Das wird jetzt in erster Linie ein Spießrutenlauf werden. Zurecht.
Olympia-Protest auf der Golden Gate Bridge
Offenbar erklimmen seit etwa einer halben Stunde 20h unserer Zeit drei „aneinander gekettete“ (vielleicht waren das die Tranparente?) Demonstranten mit einer Tibet-Flagge und einem Koffer die Golden Gate Bridge. Read on, my dear…
Fitna
Malte: Geert Wilders ist der frisurigste Mann seit Rudolph Mooshammer, der wiederum von einem Iraker gemeuchelt wurde. Rührt daher die Aufregung?
Frédéric: Vielleicht sollte er Kopftuch tragen. Hätte ja ähnliches Empörungspotential wie sein Film jetzt. Im Grunde genommen gar keines.
Frontline: Bush’s War
Der von uns mehrfach gelobte Dokumentationskanal Frontline zeigt zum fünften Jahrestag der Irak-Invasion den Zweiteiler Bush’s War, eine nach Aussagen der Produzenten „definitive dokumentarische Analyse“.
[via]
Tibet
Klar gibt es jetzt Nachrichtenbedarf. Aus Tibet. Man will ja wissen, was da so los ist. Zumindest die nächsten einzwei Wochen.
Minderheitenpolitik in China: Die Uiguren
Die Ansicht, China werde sich durch eine festere Einbindung in das ökonomische Weltgefüge auch politisch öffnen, hält sich hartnäckig. Der Umgang Pekings mit Minderheiten innerhalb der Staatsgrenzen spricht da eine andere Sprache: Das gilt nicht nur (und nicht nur jetzt) für das annektierte Tibet. Sondern auch für medial weniger durchleuchtete Gebiete. Wie die Region Sinkiang. Read on, my dear…
Post aus Istanbul: Kopftuchvergebot? Kopftuchgeverbot?
Mal was anderes: Ein ausgewogener, informativer, juristisch fundierter und vor allem alle Seiten zur Sprache kommen lassender Artikel über Kopftücher an türkischen Universitäten. Constanze Letsch im Perlentaucher über das seltsame Lavieren des Erdogan, den Militärputsch von 1980 und warum eine Kopftucherlaubnis auch ein Kopftuchverbot sein könnte: Read on, my dear…
Sieben Todsünden: Update available
Die ursprünglichen Todsünden sind den „Followern“ der katholischen Kirche sicher so geläufig wie meinem älteren Sohn die gesamte Besetzung aller Star-Wars-Folgen. Sie lauten, na klar (erst nachdenken, dann klicken!):
Wer spricht für den Islam?
Was mich bei den ganzen Integrations- und Islamismusdebatten immer besonders verwundert, ist die Selbstsicherheit und Selbstverständlichkeit, mit der der Islam charakterisiert und eingeordnet wird, vor allem von Seiten der Islamophobiker. Manchmal frage ich mich, ob Leute wie Ulfkotte oder Herre in jungen Jahren nicht an Koranschulen ausgebildet worden sind, so genau wissen sie über „den“ Islam als Religion und Ideologie Bescheid. Read on, my dear…
Dann hau doch ab, Du Arsch!
Nebenan, in Frankreich, tobt eine neue Debatte um den Präsidenten, Nicolas Sarkozy. Wieder einmal. Auslöser ist diesmal ein verbaler Ausfall während eines Messebesuches.
Möchten Sie diese CD mit oder ohne Crack?
Eines Tages wird herauskommen, dass RIAA nicht für „Recording Industry Association of America“ steht, sondern für „Rhetorically Inclined Amusement Association“. Anders kann man sich die Äußerungen von Deborah Robinson und Frank Walters (beide von der RIAA) in dem angeblich offiziellen und von Gizmodo aufgetriebenen RIAA-Trainingsvideo nicht mehr erklären.
Geisterjagd: Wovor wir Angst haben (sollen)
Derrick Shareef wollte Terrorist werden. Wie genau, das wußte er auch nicht, woher auch: Shareef, der zum Islam konvertierte US-Amerikaner, hatte keinerlei militärische Ausbildung, einen miesen Job und nicht mal ein Auto. Read on, my dear…
Your CCTV talks: Obey now and give R.E.S.P.E.C.T!
Kann man Respekt - „especially [from] the youth“ - mit sprechenden Überwachungskameras einkaufen? Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder auf der Straße tun und lassen würde, was er will? Mir fällt zu diesem Video mit sprechenden Kameras nur der Titel eines indizierten Films ein, den ich dem Thema entsprechend ein wenig umformuliere: I spit on your CCTV. Apropos Respekt:
e-Stop: Eingeschränktes Internet als Strafe
Der US-Bundesstaat New York hat einen Gesetzentwurf mit dem Namen „Electronic Security and Targeting of Online Predators Act (kurz: e-STOP)“ vorgelegt. Nach dem Gesetz sollen zukünftig die E-Mail-Adressen, Instant-Messaging-Namen und „andere Identifizierungsdaten“ von Personen, die bereits wegen sexueller Belästigung im Internet verurteilt wurden, gespeichert und den Betreibern von Websites gemeldet werden, welche die entsprechenden Nutzer von ihren Diensten aussperren sollen.
627.000 von so Vorbestraften gibt es in den USA, 25.000 davon allein in New York. Der Entwurf wird von Internet-Unternehmen wie Facebook, MySpace und Yahoo unterstützt.
[via]
Simbabwe: Interview mit Itai Mushekwe
Itai Mushekwe, 23 Jahre alt und politischer Journalist aus Simbabwe, erfuhr im Oktober letzten Jahres während seines Aufenthaltes in Deutschland, dass er auf einer sogenannten „hitlist“ der Regierung Mugabe steht und deswegen nicht nach Hause zurückkehren kann, ohne sein Leben aufs Spiel zu setzen. Jetzt schreibt er von Deutschland aus über die Lage in seinem Land. Interview nach dem Klick. Read on, my dear…
Flip Flop Flyin in Mexico
Unser aller Lieblingspixelschieber Craig Robinson weilt derzeit in Mexico und bloggt von dort aus auf die ihm eigene Art und Weise.
