Schon wieder ‘Sender Freies Neukölln’!
Vorgestern erst waren sie mit Exodos auf dem creative commons Filmfestival in Barcelona vertreten und haben sich, weil in Spanien ja gerade ordentlich revoluzzt wird, entschlossen ihren Trip kurzerhand um eine ‘Democatia Real Ya!’-Tour zu verlängern und die Proteste filmisch zu dokumentieren. Sie tun das aus etwas romatisch verklärter Hippie-Perspektive, aber Hey, Dylan hat soeben die Siebzig geschafft und schliesslich: „What’s so funny about Peace, Love and Understanding?“ Frische Bilder aus Valencia gibt’s hier, freundliche Blicke auf Madrid und Barcelona findet ihr bei SFN.
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¡Mira! Neuköllns Blick auf die revolución
Empört Euch! – Erste Demo-Aufrufe in Deutschland [Updates, Video, Fotos]

So langsam geht es los. Die Bürgerproteste in Spanien finden ihren Weg nicht nur in die deutschen Medien, oben sehen wir die Washington Post von heute, ein Artikel von Associated Press findet sich online – unter der Rubrik „Business“.
Spiegel Online berichtet jetzt ebenfalls (und schreibt die Demos allein Jugendlichen zu, ein Eindruck, den spanische Augenzeugen nicht bestätigen), die Badische Zeitung und NZZ Online sind dabei, die Taz sowieso, und alle anderen werden sicher folgen.
Viel wichtiger ist aber: Auch in Deutschland werden erste Proteste organisiert. Die Facebook-Seite „Echte Demokratie jetzt!“ hat zwar erst rund 1.000 Unterstützer, sie wächst jedoch gerade mit interessantem Tempo und die ersten Demos in Berlin, Hamburg und Düsseldorf sind angekündigt:
Berlin: Heute, Donnerstag, 19. Mai, 20 Uhr, Brandenburger Tor
Hamburg: Samstag, 21. Mai, 12 Uhr, Mittelweg 37 (Spanisches Generalkonsulat), Hamburg
Düsseldorf: Samstag, 21. Mai, 15 12 Uhr, Burgplatz
Vielleicht werden bei diesen ersten Terminen noch keine Tausende erscheinen. Aber das kann ja noch kommen. Für die inhaltliche Einstimmung nach dem Klick noch einmal unsere Übersetzung des spanischen Manifests. Tweets, Livecams, Videos und Artikel zur Situation in Spanien werden u.a. hier gesammelt.
Read on my dear…
Regierungsproteste in Spanien – Nobody expects the #spanishrevolution [Update]
UPDATE Der Ustream-Nutzer juanlusanchez streamt auf diesem Kanal anscheinend live aus Madrid, wo sich am heutigen Dienstag Abend einige tausend Menschen versammelt haben.
Man verzeihe bitte mein Wortspiel in der Überschrift, doch ob der Absurdität, dass man in deutschen als auch generell europäischen Medien gerade noch vergeblich nach Informationen zu den aktuellen Protesten in Spanien sucht, scheint es gewissermaßen doch wieder relativ angemessen. Selbst in den spanischen Medien wird nur zögerlich darüber berichtet, dass landesweit in mittlerweile mehr als 60 Städten schätzungsweise 130.000 Menschen auf die Straßen gegangen sind und weiterhin gehen, um ihrer Wut über die Regierung und wirtschaftlichen Lage Ausdruck zu verleihen.
Unter dem Motto Democracia Real YA! (Wahre Demokratie jetzt!) demonstrieren seit Sonntag dem 15. Mai immer größere Menschengruppen in immer mehr Städten und finden sich auf deren zentralen Plätzen ein. Die Demonstranten ziehen sich dabei durch sämtliche Alters- und Gesellschaftsschichten und die Organisation der Treffen geschieht vor allem über das Netz und Social Media Tools wie Twitter oder Facebook. Read on my dear…
USA: Facebook beauftragte PR-Unternehmen mit Anti-Google-Kampagne
Ein Mangel an Geschichten rund um bekannte Internet-Giganten herrscht derzeit nun wirklich nicht: Nach dem kürzlichen Bekanntwerden einer jahrelang bestehenden Sicherheitslücke in der Facebook-API für App-Anbieter hat „Fake Steve Jobs“ Dan Lyons nun für The Daily Beast eine, wie er es nennt, „Schmieren-Attacke“ von Facebook gegen Google aufgedeckt.
Nur nach und nach – und nach einem vorwurfsvollen Artikel bei USA Today – gab Facebook dabei zu, den PR-Giganten Burson-Marsteller damit beauftragt zu haben, Artikel in großen Medien und Blogs zu lancieren, die Google ein Eindringen in die Privatsphäre der Nutzer unterstellen sollten. Als ein bekannter US-Blogger das Anliegen von Burson-Marsteller ablehnte und veröffentlichte, kam die Sache ins Rollen und die Suche nach dem Auftraggeber begann. Dass er „Facebook“ heißt, steht nun fest.
Read on my dear…
Falls die Mauer wieder aufgebaut wird: Bitte jetzt entscheiden, auf welcher Seite man wohnen möchte
Die Welt verändert sich derzeit in rasantem Tempo. Unsere Bundeskanzlerin begrüßt eine Tötung, Beatrice verkauft ihren Hut, Lena wird vielleicht gar nicht Erste, Griechenland will wieder in Sirtaki bezahlen und wie zum Teufel noch mal schreibt man eigentlich „Fukushima“? Verwirrt durch dieses globale Chaos klicken Menschen inzwischen sogar auf Werbeanzeigen im Internet (ist mir selbst gerade passiert!) und dann kommen auch noch die Dänen und machen einfach ihre Grenzen wieder dicht.
Da es in diesen Zeiten nicht unmöglich scheint, dass nun auch die Mauer durch Deutschland wieder aufgebaut wird, möchte Euch Spreeblick, Deutschlands vorausschauendstes Blog der Welt, bitten, jetzt schon zu entscheiden, auf welcher Seite Ihr im Fall des (Nichtmehr-) Falles leben möchtet. Wir geben dann rechtzeitig Treffpunkte durch und richten ein Wohnungstausch-Forum ein.
ACHTUNG! Eure Angabe kann nur als Wunsch gewertet werden, eine Garantie für die tatsächliche Wohnortverteilung kann nicht gegeben werden, sie hängt von Nachfrage und Verfügbarkeit ab. Bei mehr Bewerbern als Unterbringungsmöglichkeiten entscheidet das Los oder der aktuelle Kontostand.
Interview mit Noha Atef, Journalistin und Bloggerin
Noha Atef ist Gründerin und Redakteurin von Tortureinegypt.net, einer Webseite, die durch Artikel, Fotos und Cartoons bis hin zu Videos und Audiodateien über Menschenrechtsverletzungen in Ägypten informiert. Die Journalistin und Bloggerin schreibt bereits seit mehreren Jahren für diverse ägyptische und andere Zeitungen der arabischen Welt und hielt auf der re:publica 2011 einen Vortrag zum Thema „Egyptian Social Media Stories – Revolting in the time of New Media“.
Im Interview sprach sie die Schwierigkeiten klassischer Medien bei der Berichterstattung über die ägyptische Revolutionsbewegung an und erklärte das Konzepte der Piggipedia, einem Flickr-Pool der dazu dient, gewalttätige Polizeibeamte öffentlich kenntlich zu machen. Außerdem ging sie noch einmal auf die Rolle Khaled Saids für die ägyptische Revolutionsbewegung ein und schilderte aus ihrer Sicht, inwiefern sich überhaupt von einer Social Media Revolution reden lässt bzw. welchen Einfluss diese Tools bei den politischen Umbrüchen in Ägypten haben.
Interview: Lili Masuhr, Schnitt: Nico Roicke, Kamera: Gunnar Weber
Weitere Interviews dieser Reihe:
Interview mit Tim Pritlove, Podcaster
Interview mit Jaclyn Friedman, Autorin und Aktivistin
Interview mit Kübra Gümüsay, Bloggerin
Interview mit Peter Sunde (Flattr)
Interview mit Philipp Schäfer (IDEO)
Kill The Baddie
Die ganze Grafik gibt es bei good.is. Beachten sollte man bei den insgesamt wenig überraschenden Antworten, dass die Umfrage u.a. unter Leserinnen und Lesern der Zeitung „USA Today“ durchgeführt wurde, die ich als eher „konservativ“ einstufen würde.
Für Freunde von Infografiken gibt es bei Column Five, den Urhebern des oben verlinkten Designs, noch weitaus spannendere Kreationen.
“We have all been debased by this incident”

U.S.-Präsident Barack Obama hat gestern die ausführliche Fassung seiner Geburtsurkunde veröffentlicht, um final den Angriffen der sogenannten „Birthers“ entgegen zu wirken, die zuletzt insbesondere in Person von Donald Trump vertreten wurden. Ein Ereignis, das die New York Times zu Recht als „schlimmen und zutiefst erniedrigenden Moment in der amerikanischen Politik“ bezeichnete. Zum Hintergrund: Die „Birthers“ glauben, dass Obama nicht auf Hawaii, sondern im Heimatland seines Vaters, Kenya, geboren ist und somit laut amerikanischer Verfassung auch gar nicht Präsident sein dürfte – ein Vorwurf, der bereits besteht seit Obama im Jahr 2008 als Kandidat der Demokraten feststand.
Als Europäer lässt sich dieses Geschehen natürlich schnell als jener konservative Konspirationsblödsinn abtun, der er tatsächlich ist, doch man muss am Ende nicht einmal ein U.S.-Bürger sein, damit einem angesichts dessen ein kalter Schauer über den Rücken läuft. Denn dass im Jahr 2011 selbst der demokratisch gewählte Anführer einer Weltmacht die Rechtmäßigkeit seines Amts rechtfertigen muss, weil er kein Weißer ist, ist schlicht mehr als beschämend. Der Schriftsteller und Comedian Baratunde Thurston hat dies in einem sehr emotionalen als auch enorm klugen Videokommentar treffend zusammengefasst: Read on my dear…
Im toten Winkel
Bald ist von der libyschen Revolution nichts mehr übrig. Demnächst wird wohl auch Bengasi fallen, ihre letzte Bastion. Zusammengeschossen von einem Wahnsinnigen. Und die Welt sieht wortreich zu.
Alexander Lehmann: “Lieber Afrikaner”
Über zu wenig Reaktionen auf seine politischen Animationsfilme braucht sich Alexander Lehmann („Du bist Terrorist“, „Rette Deine Freiheit“) sicher nicht zu beschweren, auch seine neue Arbeit „Lieber Afrikaner“ sorgt wieder für einige Kontroversen.
Read on my dear…
Je weiß nicht, où je gehöre
Die Bundesregierung widerspricht Äußerungen des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, türkische Kinder in Deutschland sollten zuerst ihre Muttersprache lernen. Die Regierung sei der Überzeugung, „dass das Deutschlernen in der Bedeutung dem Türkischlernen zumindest gleichgestellt“ werden müsse, ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel durch ihren Sprecher Steffen Seibert erklären. Vizekanzler Guido Westerwelle und die FDP forderten gar, türkischstämmige Kinder müssten zuallererst die deutsche Sprache beherrschen.
Ich verstehe das nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst zweisprachig bin. Und ich mich noch daran erinnern kann, wie das als Kind gewesen ist.










