Götz Werner und Adrienne Goehler haben ein Buch geschrieben. Es heißt „1000 Euro für jeden“ und es handelt davon, 1000 Euro für jeden zu organisieren. Wie das genau gehen soll, das wird mir nach dem Lesen allerdings immer noch nicht ganz klar.
Zum Beispiel Erika W., das Zimmermädchen von Seite 52. Erika W. lebt von Hartz IV, aber sie arbeitet, und zwar „fast egal was“. Sie hofft, demnächst so viel zu verdienen, um auf staatliche Unterstützung verzichten zu können. Sie will nichts geschenkt bekommen, sie will etwas leisten. Hätte sie ein bedingungsloses Grundeinkommen zur Verfügung, natürlich würde sie weiterarbeiten (antwortet sie „wie aus der Pistole geschossen“).
Ich mag die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens, weil es auf den ersten Blick meine Situation verbessern würde. Ich mag den menschenfreundlichen Gedanken dahinter, jedem ein würdiges Leben ohne Existenz- und Zukunftsangst zu gewährleisten. Ich sehe, wie Markt und Staat Arbeit momentan organisieren, und ich sehe die Schwierigkeiten: Vollbeschäftigung ist ein Mythos, Altersarmut, Zeitarbeit, wachsender Niedriglohnsektor, die Schwäche der Arbeitnehmerposition, der enorme gesellschaftliche Druck, der auf Arbeitslosen lastet. Alles Probleme, die nach einer Lösung rufen, da bin ich bei den Autoren.
Ich zweifle nur daran, dass das bedingungslose Grundeinkommen diese Lösung ist.
Read on my dear…