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><channel><title>Spreeblick &#187; Politik</title> <atom:link href="http://www.spreeblick.com/category/kategorien/politik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.spreeblick.com</link> <description>I live by the river!</description> <lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 21:57:54 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3</generator> <item><title>Content-Mafia</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/01/23/content-mafia/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/01/23/content-mafia/#comments</comments> <pubDate>Sun, 22 Jan 2012 23:10:46 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51888</guid> <description><![CDATA[<p>Vergleiche zwischen der digitalen und der analogen Welt werden im Netz regelmäßig und oft zurecht als unzureichend oder fehl am Platz kritisiert, besonders aber, wenn so genannte &#8222;alte&#8220; Medien oder Unternehmen sie benutzen. Werden ähnliche Vergleiche hingegen innerhalb der diversen Netzgemeinden bemüht, gibt&#8217;s etwas mehr LIKE und RT und die Vergleiche hinken offenbar nicht mehr ganz so stark.</p><p>Beobachten kann man dieses Phänomen derzeit bei denjenigen Entrüsteten, welche die <a
href="http://www.golem.de/1201/89194.html">Vorwürfe gegen den Datenspeicher und -verteiler Megaupload</a> bemängeln und dabei den Vergleich mit der Post heranziehen, die man ja schließlich auch nicht für den Inhalt ihrer Sendungen verantwortlich machen könne.</p><p>Nun wird der Post allerdings auch nicht vorgeworfen, <a
href="http://www.golem.de/1201/89205.html">Mechanismen zum Aufspüren und Aneignen illegal verbreiteter Sendungen entwickelt zu haben, Kunden dafür zu bezahlen, solche Inhalte bereitzustellen oder mit ihren Unternehmen Geld zu waschen</a> … soweit ich weiß. Denn sonst sähe sich ihre Geschäftsführung hoffentlich ebenfalls der Kritik und Justiz ausgesetzt. Und dass Filehoster, deren Geschäftsmodell im übertragenen Sinne tatsächlich demjenigen der Post ähnelt, im Gegensatz zu Megaupload keineswegs vor Gericht stehen, sei auch noch angemerkt.</p><p>Ziemlich blöder Vergleich also, der mit Megaupload und der Post.</p><p>Ähnlich blöd wie die <a
href="http://web.piratenpartei.de/Pressemitteilung/megaupload-razzia-%E2%80%93-contentmafia-l%C3%A4sst-europ%C3%A4ische-staatsb%C3%BCrger-nach-us-gesetzen-ne">Pressemeldung der Piratenpartei</a>, in der Filehoster zu &#8222;Lagerhallenbetreibern&#8220; verniedlicht werden. Auf dem Niveau sollten sich mal andere Parteien mit dem Netz beschäftigen, das wäre ein Spaß!</p><p>Und apropos Spaß: Die Piraten gehen davon aus, dass die netten Herren um Kim Schmitz nur das Beste (na klar: Geld) wollten, sich an alle Gesetze hielten und dass hinter den Razzien gegen Megaupload allein die &#8222;Verwerterindustrie&#8220; stünde.</p><p>Am letztgenannten Punkt könnte tatsächlich etwas dran sein, denn es passiert ja immer häufiger, dass Klagen von Klägern ausgehen, die ihre Rechte verletzt sehen – es ist schon eine verrückte Welt da draußen! Deshalb überlasse ich die Beantwortung der Frage nach der tatsächlichen Legalität von Megaupload lieber den Juristen – auch, weil alle anderen Befragten mit etwas <a
href="http://blog.fefe.de/?ts=b1e771eb">Kenntnis</a> bei der Erwähnung der Begriffe &#8222;Schmitz&#8220;, &#8222;Legalität&#8220; und &#8222;Vertrauen&#8220; in einem Satz sofort entweder schwere Hustenkrämpfe oder heftige Lachanfälle bekommen. Und so kann man ja nicht arbeiten.</p><p>Immerhin: Sollten sich die Vorwürfe gegen Kim Schmitz und Kumpanen bewahrheiten, gibt es mindestens zwei Definitionen für den Begriff &#8222;Content-Mafia&#8220;.</p><p>Und wenn sich die Unterhaltungsbranche dann irgendwann mal dazu bequemen könnte, aus dem Erfolg von Megaupload etc. zu lernen und internationale Lösungen für Konsumenten anzubieten, statt ihre Energie in nicht minder schmutzige Lobbyisten-Arbeit in der Politik zu vergeuden, dann kommt vielleicht langsam mal was ins Rollen.</p><p>Von mir aus kann dieser ganze Schrott wie Megaupload nämlich gerne aus dem Netz verschwinden, ich will weder beschissene Pornowerbung noch flackernde Download-Timer ertragen müssen und an solche Portale erst recht kein Geld zahlen, um den Film meiner Wahl sehen zu können, sobald er fertig produziert wurde. Ich lege gerne fünf oder zehn Euro im Monat aufs Trackpad, wenn ich davon ausgehen kann, dass die Produzenten einen Teil davon erhalten und der ganze Kram legal ist. Doch bis ich das erleben darf, werden wohl noch reichlich Gigabytes die Leitungen entlang streamen.</p><p>Nur damit wir uns richtig verstehen: Ich habe keinerlei Verständnis für Irrsinn wie ACTA und SOPA, und die Einflussnahme einzelner Industrien auf die Politik unter Ausschluss der Öffentlichkeit ist – nicht nur in Fällen, die mit dem Netz zu tun haben – eine einzige Frechheit. Doch das eine Übel rechtfertigt das andere nicht, und wer sich schützend vor Unternehmen wie Megaupload stellt und ihnen ein gutherziges und romantisches Robin-Hood-Image andichten will, der ist entweder extrem naiv oder soll sich bitte in Zukunft weder über die Berlusconis noch über die Zuckerbergs dieser Welt aufregen.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/01/23/content-mafia/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>127</slash:comments> </item> <item><title>Michael Mozart: Stop SOPA</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/01/18/michael-mozart-stop-sopa/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/01/18/michael-mozart-stop-sopa/#comments</comments> <pubDate>Wed, 18 Jan 2012 18:59:29 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51837</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/y7DkrsCCQ_A" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Ich weiß nicht, wer Michael Mozart ist. Doch es ist recht beeindruckend, mit welchem Tempo der Mann hier eine gehörige Portion Verschwörungstheorie versprüht und aufzeigt, wie genau jene Unternehmen, die sich für <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stop_Online_Piracy_Act">SOPA</a> einsetzen, Filesharing und Urheberrechtsverletzungen zunächst im großen Stil eingeführt und unterstützt haben. Durch angeblich exklusive Vertriebsdeals mit den Herstellern von Filesharing- und Anti-DRM-Software nämlich.</p><p>Man mag Mozarts Worte und <a
href="http://onecandleinthedark.blogspot.com/">Website</a> für übertrieben halten, doch faktisch hat er Recht mit dem Vorwurf der Doppelmoral in großen Unterhaltungsunternehmen, welche genau die Tools vertreiben und bewerben, die das, was angeblich bekämpft werden soll, überhaupt erst möglich machen. Die Frage bleibt, ob dahinter tatsächlich ein großer Masterplan oder eben doch nur verschiedene gewinnorientierte Abteilungen stecken, denen einfach völlig egal ist, womit und wie das Geld verdient wird.<br
/> Nichts ist, wie es scheint. So scheint&#8217;s.</p><p><small>[<a
href="https://twitter.com/#!/sposth/status/159389146933239809">via</a>]</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/01/18/michael-mozart-stop-sopa/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>10</slash:comments> </item> <item><title>Mittwoch: Anti-SOPA Blackout Day</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/01/16/mittwoch-anti-sopa-blackout-day/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/01/16/mittwoch-anti-sopa-blackout-day/#comments</comments> <pubDate>Mon, 16 Jan 2012 10:45:42 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51812</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="284" src="http://www.youtube.com/embed/citzRjwk-sQ" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Am kommenden Mittwoch, den 18. Januar 2012, wird Spreeblick von 8 Uhr bis 20 Uhr nur eine schwarze Seite mit etwas Text zeigen. Wir schließen uns damit dem Protest vieler internationaler Websites gegen <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stop_Online_Piracy_Act">US-amerikanische</a> und <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement">europäische</a> Internet-Zensurvorhaben an, die größtenteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen werden sollen.</p><p><small>Für WordPress-Blogs, die sich ebenfalls beteiligen wollen, <a
href="http://wordpress.org/extend/plugins/sopa-blackout/">gibt es hier ein simples Plugin</a>.</small></p><p><strong>UPDATE</strong> Sieht so aus, <a
href="http://www.washingtonmonthly.com/political-animal/2012_01/putting_sopa_on_a_shelf034765.php">als wäre SOPA in der vorliegenden Version vorerst vom Tisch</a> [<a
href="https://twitter.com/#!/david_philippe/status/158865659214839808">via</a>]. Bleibt noch ACTA. Und die Online-Demo ziehen wir trotzdem durch.</p><p><strong>UPDATE</strong> Die <a
href="http://digitalegesellschaft.de/2011/11/mitmachen-stoppt-acta/">Digitale Gesellschaft hat einige Infos zum Thema ACTA gesammelt</a>.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/01/16/mittwoch-anti-sopa-blackout-day/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>24</slash:comments> </item> <item><title>Studie: Fußball in Berlin</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/01/11/studie-fusball-in-berlin/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/01/11/studie-fusball-in-berlin/#comments</comments> <pubDate>Wed, 11 Jan 2012 11:11:56 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51764</guid> <description><![CDATA[<p>Der Kollege Andreas Gebhard von <a
href="http://www.newthinking.de/2012/01/10/newthinking-stellt-bestandsaufnahme-des-berliner-fusballs-vor/">newthinking</a> ist großer Fußball-Fan, und wenn sich Andreas für etwas interessiert, dann wird er auch aktiv: Mit der von ihm und dem auf Sportrecht spezialisierten Anwalt Daniel Diederich vorgestellten <em>Fußballstudie</em> liegt nun eine Bestandsaufnahme des Berliner Fußballs vor, die in einzelnen Punkten die bereits interessierten Berlinerinnen und Berliner vielleicht nicht komplett überraschen wird, in der dargestellten Vielfalt der betrachteten Punkte jedoch einzigartig sein könnte. Die Vereinslandschaft im Allgemeinen wird in der Studie ebenso skizziert wie vorhandene Gewalt-Probleme, Anzahl und Zustand der vorhandenen – oder eben nicht vorhandenen – Sportplätze, und natürlich spielt auch das Thema Finanzierung eine große Rolle, denn bisher stammt der Großteil der Gelder im Berliner Vereinsfußball aus dem Sportwetten- und Glücksspielmarkt – die anstehenden Änderungen in diesen Bereichen dürften die leeren Berliner Kassen noch höher belasten als zuvor.</p><p><a
href="http://www.newthinking.de/files/2012/01/2012_Fussballstudie_newthinking.pdf">Die Studie gibt es hier als PDF</a>, eine <a
href="http://www.newthinking.de/files/2012/01/2012_01591_Fussballstudie_Zusammenfassung_Online.pdf">Zusammenfassung</a> für den Einstieg liegt ebenfalls vor.</p><p><small>Hinweis: newthinking und Spreeblick sind gemeinsam als republica GmbH die Veranstalter der Konferenz <a
href="http://re-publica.de">re:publica</a>.</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/01/11/studie-fusball-in-berlin/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>Dein Beitrag zu ihrem Niedergang – Wie man diskriminierende Inhalte bei YouTube melden kann</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/08/dein-beitrag-zu-ihrem-niedergang-%e2%80%93-wie-man-diskriminierende-inhalte-bei-youtube-melden-kann/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/08/dein-beitrag-zu-ihrem-niedergang-%e2%80%93-wie-man-diskriminierende-inhalte-bei-youtube-melden-kann/#comments</comments> <pubDate>Thu, 08 Dec 2011 10:14:50 +0000</pubDate> <dc:creator>Gastautorin/ Gastautor</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51354</guid> <description><![CDATA[<p><em>In dem Artikel <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/12/05/digitale-zivilcourage/">&#8222;Digitale Zivilcourage&#8220;</a> hatten wir auf den englischsprachigen Artikel des Autors JF Derry mit dem Titel <a
href="http://jfderry.wordpress.com/2011/12/02/your-part-in-their-downfall/">&#8222;Your part in their downfall&#8220;</a> hingewiesen. Der Artikel wurde in den letzten Tagen netterweise von Kerstin von <a
href="http://justmag.net">justmag.net</a> ins Deutsche übersetzt und erscheint in dieser Version mit Genehmigung von JF Derry nach dem Klick, da wir die von Derry angestoßene Debatte für enorm wichtig halten.</em></p><p><strong>UPDATE</strong> <a
href="http://fluchderrepublik.blogspot.com/2011/12/feature-your-part-in-theirdownfall-dein.html">Eine alternative Übersetzung gibt es von Elle Nerdinger auf ihrem Blog</a>!</p><p>Kürzlich grassierte ein erschreckendes Video auf YouTube. Es zeigt eine Person, die andere an einem öffentlichen Ort angreift. Aber so viel zu Benton/ Clarkson. Noch aktueller ist ein anderes Video auf YouTube. Es zeigt eine 34 Jahre alte Frau – Emma West, vermutlich die Mutter des Jungen auf ihrem Schoß – in der U-Bahn (Linie Croydon – Wimbledon). Sie attackiert die anderen Passagiere verbal wegen ihrer ethnischen Abstammung. Für Emma West ist das multikulturelle Großbritannien ganz klar eine Herausforderung.</p><p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/i47HoiM0Au8" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p><small><br
/> West: Wo ist dieses Land nur hingekommen? So viele Schwarze und so viele verdammte Polen? Du bist kein Engländer. Und Du auch nicht. Niemand von Euch ist ein verdammter Engländer. Geht doch zurück in Eure eigenen&#8230; Wisst Ihr was? Macht erst mal in Euren eigenen Ländern Ordnung, bevor Ihr in meines kommt. Großbritannien ist nichts mehr wert. Großbritannien ist nur noch Scheiße. Mein Großbritannien ist nur noch Scheiße. Mein Großbritannien ist nur noch Scheiße.</p><p>Passagierin 1: Entschuldigen Sie mal, hier sind Kinder in der Bahn.</p><p>West: Ja, das ist ok. Ich habe selbst ein kleines Kind hier.</p><p>Passagierin 1: Zeigen Sie mal ein bisschen Respekt, ja?</p><p>West: Selber. Ich habe meinen kleinen Jungen dabei.</p><p>Passagierin 1: Dann steigen Sie doch aus.</p><p>West: Fuck you.</p><p>Passagierin 1: Jemand muss Sie rausschmeißen.</p><p>West: Ach ja?.</p><p>Passagierin 1: Ja.</p><p>West: Trau Dich doch. Verdammt, trau Dich doch!</p><p>Passagierin 1: Hey, passen Sie auf, was Sie sagen.</p><p>West: Ich passe gar nicht auf. Geh doch dahin, wo Du hergekommen bist. Geh zurück in das verdammte Nigrafrika. Geh verdammt noch mal zurück.</p><p>Passagierin 1: Wenn wir nicht herkämen, würde niemand arbeiten. Wir müssen die ganze Arbeit für Euch machen.</p><p>West: Ach ja? Ich arbeite. Ich arbeite. Ich arbeite. Das hier ist mein Land, mein Großbritannien. Bis sie Euch Pack hier rein gelassen haben.</p><p>Passagierin 1: Und wenn schon? Dein Land?</p><p>West: Und wenn schon? Es ist mein Land. Du bist nicht britisch. Du bist nicht britisch.</p><p>Passagierin 1: Bin ich doch.</p><p>West: Du bist verdammt noch mal nicht britisch. Fuck off. Du bist nicht britisch, Du bist schwarz.<br
/> [Es klingt, als würde ein Kind anfangen zu weinen]</p><p>West: Wo kommst Du her? Wo kommst Du her?<br
/> [Eine zweite Frau mischt sich ein]</p><p>Passagierin 2: Jetzt haben Sie mein Kind aufgeweckt. Würden Sie jetzt endlich Ihren Mund halten.</p><p>Passagierin 1: Wo kommt sie her?</p><p>Passagierin 2: Psst. Jetzt wecken Sie mein Kind auf. Ich komme aus England. Sie haben mir also gar nichts zu sagen. Verpisst Euch doch alle. Haltet doch alle Eure Schnauze.</p><p>West: Halte Du doch Deine Schnauze.</p><p>Passagierin 2: Nein, ich werde meinen Mund nicht halten.</p><p>West: Irgendjemand muss diesem Pack doch mal Bescheid stoßen. Schaut Euch doch mal in dieser verdammten Bahn um [sie zeigt mit Hand], schau Dir die an.</p><p>Passagierin 2: Das stimmt doch nicht.</p><p>West: Alles Schwarze und verdammte Neger.<br
/> </small></p><p>Es ist traurig genug, dass jemand überhaupt so eine Denkweise hat (Ich bezweifle stark, dass sie überhaupt eine Ahnung von dem „alten England“ hat, dass sie so sehr zu vermissen behauptet, von den geschichtlichen Ursachen, die zu unseren lockeren Einwanderungsgesetzen geführt haben: nämlich die Schuld, die wir nach dem Kolonialismus des Commonwealth während des Zweiten Weltkrieges abzuzahlen haben und nachdem ethnische Minderheiten zum Wohlstand unserer heutigen Kultur und Gesellschaft beigetragen haben).  So beeinträchtigt wie die Argumentationsfähigkeit der Frau scheint, lässt sich nur ein Missbrauch von Suchtmitteln vermuten oder eine Geisteskrankheit. Dass sie die Passagierinnen auffordert: „Du bist in meinem Land, also sprich auch meine Sprache” ist ironisch, wenn man bedenkt, dass ich nicht die Hälfte von dem verstehe, was Frau West da sagt. Und ich habe mein ganzes Leben hier gewohnt – 10 Jahre länger als Frau West.</p><p>Noch trauriger ist aber, dass das absolut kein Einzelfall ist (z.B., andere Videos mit den Titel <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=KW1wkVY6RFI">“in train london bridge”</a> und <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=kHwDC7vjXM8">“welcome to London”</a> und dass diese Videos mit ihren abscheulichen Inhalten eine beunruhigende Anzahl von – hauptsächlich anonymen – Kommentaren bekommen, die den Rassismus unterstützen. Was für Feiglinge, die sich hinter ihrer Anonymität verstecken.</p><p>Schon wenn man einfach nur zu den Kommentaren herunterscrollt, offenbart sich eine Liste von Hass. Wenn man dann auf die Namen dieser YouTube-User klickt, kommt man zu ihren Channels. Dort wird sofort – oder zumindest bald – deutlich, ob sie „nur“ mal wahllos das Maul aufgerissen haben, um Dampf abzulassen und entgegen ihres sonstigen Verhaltens, oder ob sie systematisch so ein rassistisches und offen neo-nazistisches Verhalten an den Tag legen. Man erkennt es an ihren hochgeladenen Videos, Favoriten und Kommentaren zu den Videos von anderen Nutzern (zu sehen unter ihren Aktivitäten). Beides ist unentschuldbar, aber die Letzteren sind die Schlimmeren: Sie gehen planvoll vor und müssen gestoppt werden.</p><p>Öffentliche und Social Media dürfen keine Plattform für die Verbreitung von Hass bieten. Aber sie machen es einfach. Sie ermöglichen die Verbreitung von Hass. Wenn solches Gedankengut in den Untergrund verbannt wird, ist der Zugang eher ein logistisches Problem, als dass es in leicht zugänglichen Plätzen glorifiziert wird. Es bleibt zu hoffen, dass zumindest eine gewisse Anzahl von solchen Hatern sich nicht die Mühe machen wird, alternative Plattformen und Verbreitungsformen zu suchen, wenn sie sich in den leicht zugänglichen Plattformen nur unwohl genug fühlen.</p><p>Unterschätzen Sie nicht die Rolle, die das Internet beim Erhalt solcher Gruppen spielt. <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anders_Behring_Breivik">Anders Breivik</a> hat seine Wertschätzung für Social-Media-Plattformen dokumentiert, indem er online Kontakte geknüpft und viel <a
href="http://en.wikipedia.org/wiki/Anders_Behring_Breivik#Writing_influences">Unterstützung von Neonazi-Gruppen bekommen hat</a>. Die Verbreitung dieser Inhalte führt zu Verbrechen aus Hass. Es ist unentschuldbar, solches Material als Webseitenanbieter und -betreiber zu dulden. YouTube und andere Plattformenbetreiber müssen für solche Vergehen zur Rechenschaft gezogen werden. YouTube-Betreiber und Administratoren, Ihr könnt nicht die Augen davor verschließen, dass sich diese Inhalte auf Euren Servern befinden. Es dauert nicht einmal 5 Minuten, beleidigende YouTube-Channels aufzuspüren. Wenn Ihr sie auf Euren Servern duldet, macht Ihr Euch der Mittäterschaft bei der Verbreitung und Förderung von Rassismus schuldig.</p><p>Sowohl auf YouTube, Facebook und Twitter gibt es unerwünschte Inhalte: Obszönitäten, Sittenwidriges, Gewaltverherrlichendes, etc., aber wir haben aus gutem Grund Gesetze gegen Diskriminierung und Aufhetzung, nämlich um Verbrechen aus Hass, Belästigung und Übergriffe, Zerstörung von Eigentum, (schwere) Körperverletzung und vorsätzliche Tötung zu verhindern:</p><p>▪ <a
href="http://www.liverpoolecho.co.uk/liverpool-news/local-news/2011/12/01/sri-lankan-huyton-shop-murder-may-have-been-racially-motivated-says-shop-owner-100252-29877124/#ixzz1fO1fWywH">Ermordung von Ladeninhaber könnte rassistisch motiviert gewesen sein</a>: Der 30 Jahre alte Vater von zwei Kindern (3 und 6 Jahre) wurde durch Messerstich in den Hals getötet.</p><p>▪ Eine muslimische Frau, 52, wurde von einer Bande von 6 Teenagern in Telford <a
href="http://www.shropshirestar.com/news/2011/12/01/muslim-woman-52-racially-abused-by-telford-gang/#ixzz1fO2PLGBG">bespuckt und misshandelt</a>. Bei dem <a
href="http://www.thisiscornwall.co.uk/Bodmin-sickened-racist-attack-store/story-13862715-detail/story.html">rassistisch motivierten Angriff</a> rissen sie ihr die religiöse Kopfbedeckung ab.</p><p>▪ Bodmin ist bestürzt über <a
href="http://www.thisiscornwall.co.uk/Bodmin-sickened-racist-attack-store/story-13862715-detail/story.html">rassistischen Übergriff in Laden</a>: Muhammad Fiaz, 45, wurde verbal attackiert und zusammen mit seiner Kasse und den Waren mit Farbe übergossen. Ein Mord und zwei nichttödliche Übergriffe – innerhalb von zwei Wochen. Wie viele Vorfälle schaffen es nicht in die Nachrichten und bleiben unerwähnt?</p><p>▪ <a
href="http://www.guardian.co.uk/uk/2011/nov/15/stephen-lawrence-murder-racially-motivated-trial">Fünf weiße Jugendliche attackieren Stephen Lawrence</a> mit Sprüchen wie  „Was hast Du, Nigger? Was ist?” und zwingen ihn dann auf den Boden, bevor sie ihn ermorden. Sie tun das völlig grundlos, nur wegen seiner Hautfarbe.</p><p>Aufgrund des Videobeweises ihres Ausrasters wurde Emma West vom Amtsgericht wegen Störung der öffentlichen Ordnung durch rassistische Gewalt <a
href="http://www.bbc.co.uk/news/uk-england-london-15933829">verurteilt</a> und bis zur Anhörung kommende Woche in Gewahrsam genommen. Wenn der Junge in dem Video ihr Kind ist, dann könnte auch die Fürsorge betroffen sein. Es ist auch keine Überraschung, dass sich mittlerweile der Analausfluss der BNP (British National Party), Britain First, <a
href="http://www.thisislocallondon.co.uk/news/9399248.Ex_BNP_councillor_condemned_for_campaign_to_free_woman_accused_of_racist_tram_rant/">für ihre Freilassung einsetzt</a>.</p><p>Aber was ist mit all den anderen explizit neo-nazistischen Bewegungen da draußen im Internet? Es gibt einiges, was wir dagegen tun können. Hier die Ergebnisse von drei Experimenten, mit denen sich solche verabscheuenswürdigen Inhalte entfernen lassen, wenn wir uns alle beteiligen. Es gibt nicht viele Möglichkeiten, im Internet direkt aktiv zu werden, aber mit den folgenden drei Punkten lässt sich etwas bewirken:</p><p>a) Suchen Sie ein YouTube-Video, das rassistische Kommentare provoziert, zum Beispiel, <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=i47HoiM0Au8">&#8222;My Tram Experience&#8220;</a>.</p><p>b) Identifizieren Sie, von welchen Accounts beleidigende Inhalte veröffentlicht werden. Das machen Sie <a
href="http://www.youtube.com/all_comments?v=i47HoiM0Au8">anhand der Kommentare</a> und indem Sie auf die Namen der Kommentatoren klicken und so zu deren Channels gelangen.</p><p>1. Erzwingen Sie dann die Entfernung der Kommentare des Users, indem Sie öffentlich darauf aufmerksam machen. Ich habe auf den Kommentar des YouTube-Users GruesomeGertie‘s (jetzt umbenannt) zu dem &#8222;Tram&#8220;-Video aufmerksam gemacht, in dem er West mehr oder weniger dazu gratuliert, dass sie so freimütig und offen ist. Ich habe über ihre Aktivitäten in einem Tweet geschrieben, und der Kommentar wurde kurze Zeit darauf entfernt. Das ist eine Form von &#8222;aufgezeigt und angezeigt&#8220;.</p><p>2. Und wenn lästigerweise der Channel-Hintergrund des YouTube-Users wie so oft eine Naziflagge ist oder auf andere Weise anstößig, scrollen Sie ans Ende der Seite und klicken Sie auf &#8222;Report background graphic (Hintergrundgrafik melden)”. Dann müsste die Meldung erscheinen: &#8222;Vielen Dank. Die Hintergrundgrafik dieses Users wurde gemeldet.&#8220;</p><p>3. Und so habe ich durch das Bestreben, neonazistische YouTube-Accounts blocken zu lassen, letztendlich die Schließung von mindestens 2 Accounts erzwungen (lastwhiteman202 und lastwhiteman203). Das können Sie auch. Wenn Sie dieser Anleitung zur detaillierten Beschwerde über einen Account gefolgt sind, sollten Sie später beim Aufrufen des Accounts die folgende Meldung erhalten: &#8222;Der Account wurde wegen mehrfacher oder gravierender Verstöße gegen die YouTube- Richtlinie gegen schädliche Aktivitäten geblockt.&#8220;</p><p>i) Nutzen Sie den Link, um zum <a
href="http://www.youtube.com/safety_help">YouTube-Help-Safety-Feature [Hilfe- und Sicherheitstool]</a> zu gelangen.</p><p>ii) “What is the issue?” [„Was ist das Problem?”]<br
/> Wählen Sie “Hate Speech” [„Hasserfüllter Content”].<br
/> Klicken Sie <<Weiter>>.</p><p>iii) “Do you still wish to continue with reporting hate speech?” [„Möchtest Du mit der Meldung eines diskriminierenden Kommentars fortfahren?”]<br
/> Wählen Sie „Ja”<br
/> Klicken Sie <<Weiter>>.</p><p>iv) “Please select the entry that fits your situation” [„Wähle Dein bitte Dein Anliegen”]<br
/> Wählen Sie “This user is using hate speech against a protected group” [„Der User diskriminiert eine geschützte Gruppe“]<br
/> Klicken Sie <<Weiter>>.</p><p>v) “User’s name” [„Name des Users“]<br
/> Geben Sie den Namen des YouTube-Users ein.<br
/> Klicken Sie <<Weiter>>.</p><p>vi) “Tell us why you are reporting this user” [„Warum möchtest Due den User melden?“]<br
/> Wählen Sie “[user] is using hate speech against a protected group” [„(Der User) diskriminiert eine geschützte Gruppe“]<br
/>  Wählen Sie “Race or ethnic origin” [„Rasse oder ethnische Herkunft“]<br
/> Klicken Sie <<Weiter>>.</p><p>vii) “Select an item from the left” [„Wähle eine der Möglichkeiten links“]<br
/> Wenn der Channel anstößige Uploads enthält, wählen Sie entsprechend „Videos” oder „Video Responses” [„Video-Antworten“].  Wenn der User anstößige Kommentare geposted hat, wählen Sie entsprechend &#8222;Video Comments” [„Video-Kommentare“] oder “Channel Comments” [„Channel-Kommentare“].<br
/> Folgen Sie jeweils der Anleitung.</p><p>vii) Im letzten Schritten des Meldeprozesses haben Sie die Gelegenheit, einen Kommentar zu hinterlassen. Ich schreibe normalerweise etwas wie, &#8222;Neonazistische Inhalte zu hosten heißt, Diskriminierung und Hetze zu fördern und unterstützen.  YouTube ist dazu verpflichtet, solche Inhalte herausfiltern und entfernen.&#8220;</p><p>Wenn es genug Proteste dagegen gibt, dass YouTube solche Inhalte hostet, müssen sie reagieren. Bitte machen Sie solche YouTube-Channels ausfindig und melden Sie sie wie oben beschrieben. Bitte denken Sie dabei daran, dass es einen Unterschied gibt zwischen Inhalten mit historischem Anspruch und Inhalten und Kommentaren, die gegen Minderheiten und ethnische Gruppen hetzen und diese diskriminieren. Der Unterschied ist offensichtlich.</p><p>Danke und viel Erfolg.</p><p><small>Hinweis: Im <a
href="http://jfderry.wordpress.com/2011/12/02/your-part-in-their-downfall/">Original-Text von Derry</a> folgt an dieser Stelle eine Liste von YouTube-Nutzern, die Derry zur Meldung vorschlägt. Viele dieser Konten sind nach Test bereits gesperrt oder aus Deutschland nicht zugänglich. Andere im Original-Text erwähnte Nutzernamen, die ebenfalls bereits gesperrt sind, haben wir auch rausgelassen, für Updates verweisen wir auf JF Derry.</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/08/dein-beitrag-zu-ihrem-niedergang-%e2%80%93-wie-man-diskriminierende-inhalte-bei-youtube-melden-kann/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>31</slash:comments> </item> <item><title>Spreeklicks (Soundtrack: XTC)</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/07/spreeklicks-soundtrack-xtc/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/07/spreeklicks-soundtrack-xtc/#comments</comments> <pubDate>Wed, 07 Dec 2011 17:05:22 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51344</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
frameborder="0" width="500" height="288" src="http://www.dailymotion.com/embed/video/xn0qk"></iframe></p><p>Eins, zwei, drei, vier, fünf Sinne machen Überstunden und ich habe weniger Sorge um das, was Facebook mit bösartiger Absicht falsch machen könnte, als um das, was eben bei technischen Systemen, die ebenso wie die politischen selten perfekt sind, passieren kann: <a
href="http://blog.fefe.de/?ts=b020403a">Fehler</a>. Warten wir also einfach auf den Tag, an dem alle unsere privaten Nachrichten wegen <em><a
href="http://www.businessinsider.com/facebook-security-flaw-allows-access-to-zuckerbergs-private-photos-2011-12">Hoppla, wie konnte denn das geschehen?</a></em> für ein paar Stunden öffentlich sind und sehen wir die Sache positiv, denn immerhin beweisen die irrtümlich öffentlich gemachten <a
href="http://imgur.com/a/PrLrB">Fotos</a> von The Zuck, dass sein Privatleben langweiliger ist als unseres.</p><p>Apropos langweilig:</p><p>Seit 2007 wurden in diesem Blog genau 1.475.750 Spam-Kommentare relativ automatisch gelöscht. Hinzu kommen ein paar hundert manuell eingetragene Spam-Comments (also Kommentare, in denen einzig darum geht, die Adresse www.ich-hab-irgendwo-gelesen-dass-man-im-internet-ganz-leicht-reich-wird-24.de als Link unterzubringen), die ich einzeln selbst löschen muss. Es folgt eine kurze Durchsage an diejenigen, die ihre Zeit mit dem Streuen solcher Kommentare in Blogs verbringen:</p><p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/sv3tadz5Q3o" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Der <a
href="http://androidphonenamegenerator.com/">Android Phone Name Generator</a> ist übrigens traurig, aber wahr. Und auch ein bisschen witzig.</p><p>Das Witzigste an dem folgenden Video ist hingegen nicht etwa das Video selbst, sondern die Tatsache, dass es bei derzeit gerade mal 196 Aufrufen schon 21 &#8222;Gefällt mir nicht&#8220;-Stimmen gegen nur neunmal &#8222;Gefällt mir&#8220; hat. Auch die Kommentare sind lesenswert und beweisen: Bei den Piraten sollte dringend mal jemand einen Antrag auf Humor stellen.</p><p><iframe
width="500" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/AyWg0IBw6rg" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Ich bin überhaupt großer Freund von Kommentaren, wobei auch mein eigener Humor natürlich Geschmackssache ist. Ein großer Spaß ist es für mich zum Beispiel, die Amazon-Rezensionen unter Meisterwerken der Kultur aufzurufen und die schlechtesten Bewertungen zu lesen. Dort finden sich Perlen wie <strong>&#8222;Belanglos, künstlerisch das Ende der Beatles !!!&#8220;</strong> (aber trotzdem immerhin zwei Sterne) unter dem White Album oder auch brutale Wahrheiten wie <strong>&#8222;Die handelnden Personen sind alle zusammen durch und durch langweilig&#8220;</strong> (ein Stern) unter <em>Krieg und Frieden</em>. Like.</p><p>Die andauernde <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/25/youtube-gema-ein-appell-mit-bitte-um-unterstutzung/">Debatte um YouTube und die GEMA</a> ist natürlich im Gegensatz dazu nicht so richtig unterhaltsam, aber u.a. durch die <a
href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Sperr-Posse-um-die-Sonnenallee-auf-YouTube-1391704.html">Sonnenallee-Posse</a> immer noch am köcheln und aktuell und immerhin hat das Branchenblatt &#8222;Musikwoche&#8220; das Thema aufgegriffen und veröffentlicht in der aktuellen digitalen Ausgabe zwei Seiten allein über die Diskussion bei Spreeblick:</p><p><a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/12/musikwoche-spreeblick.png"><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/12/musikwoche-spreeblick.png" alt="musikwoche-spreeblick" title="musikwoche-spreeblick" class="alignnone size-full wp-image-51345" /></a><br
/> <small><em>Klick macht groß.</em></small></p><p>In Anbetracht der Tatsache, dass die Musikwoche so ziemlich jeder im &#8222;Bizzniss&#8220; liest, finde ich das sehr gut. Die oben zu sehende Veröffentlichung des Screenshots einer Publikation, die eigentlich nur Abonnenten erhalten, ist übrigens sicher urheberrechtlich mindestens zwiespältig… aber ich gehe einfach mal von der Großmütigkeit der Herausgeber aus, denn der Spreeblick-Screenshot wurde ja auch nicht angefragt. That&#8217;s why I&#8217;m easy like sunday morning.</p><p>Heute morgen bin ich übrigens halbzufällig auf einer Seite für Film-Titel gelandet und haben mir dabei zweimal <a
href="http://www.artofthetitle.com/2011/10/31/the-shining/">die Eröffnungssequenz von <em>The Shining</em></a> angesehen und natürlich sofort wieder Lust auf den Film bekommen. Schaut euch das noch mal in Ruhe an, wie großartig die Kamera-Arbeit ist, die allein für diesen Opener Wochen gedauert haben soll, und wie gruselig das alles wirkt durch diese 80er-Jahre-Horrorfilm-Synthie-Sounds – obwohl zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nichts Gruseliges passiert. Toll. Und dann diese schlichten, eigentlich blöden Titel in dieser furchtbaren Farbe, die ungewöhnlicherweise ein Abspann-Scrollen verwenden und so gar nicht zu passen shinen (Haha!) … Irre. Wirklich einfach beeindruckend.</p><p>Ich hab&#8217;s mir gleich noch einmal angesehen.</p><p>Ach, Kunst. Besser als Gold.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/07/spreeklicks-soundtrack-xtc/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>19</slash:comments> </item> <item><title>Weltexklusiv: Interview mit dem CEO von Santa Claus Industries</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/06/weltexklusiv-interview-mit-dem-ceo-von-santa-claus-industries/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/06/weltexklusiv-interview-mit-dem-ceo-von-santa-claus-industries/#comments</comments> <pubDate>Tue, 06 Dec 2011 10:37:44 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51336</guid> <description><![CDATA[<p><object
width="400" height="243"><param
name="movie" value="http://www.iseevoices.com/video.swf"></param><param
name="allowFullScreen" value="true"></param><param
name="allowscriptaccess" value="always"></param><param
name="FlashVars" value="movie=isv_sclaus"><embed
src="http://www.iseevoices.com/video.swf" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="400" height="243" flashvars="movie=isv_sclaus"></embed></object></p><p>Wir hatten ja schon <a
href="http://www.spreeblick.com/?s=iseevoices">einige Interviews</a> von <a
href="http://www.iseevoices.com/">iseevoices</a> veröffentlicht, aber dieses weltexklusive Gespräch mit dem CEO von Santa Claus Industries übertrifft alles.</p><p>Im englischsprachigen Interview erfahren wir alles über die Ursprünge von Santa Claus Industries als Familien-Unternehmen (inklusive der Kooperation mit der katholischen Kirche), hören erstmalig Santa Claus&#8217; Sicht der damaligen Zusammenarbeit mit Coca-Cola und darüber, wie die Taliban beinahe eines der bekanntesten Markenzeichen des Unternehmens – den Bart – gefährdeten. Desweiteren spricht der CEO über eine seiner Lieblingsbands: Die Butthole Surfers.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/06/weltexklusiv-interview-mit-dem-ceo-von-santa-claus-industries/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>7</slash:comments> </item> <item><title>Castor 2011 &#8211; Eine Reportage in Bild, Text &amp; Ton</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/02/castor-2011-eine-reportage-in-bild-text-ton/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/02/castor-2011-eine-reportage-in-bild-text-ton/#comments</comments> <pubDate>Fri, 02 Dec 2011 11:43:55 +0000</pubDate> <dc:creator>Gastautorin/ Gastautor</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51240</guid> <description><![CDATA[<p><strong>Von Gregor Fischer (Fotos) und Deborah Seifert (Text, Interviews)</strong></p><div
class="ngg-galleryoverview" id="ngg-gallery-1-51240"><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 001.jpg" title="Gorleben ist überall - auch dieses Ortsschild wurde von Aktivisten überklebt." class="shutterset_set_1" > <img
title="Castor2011 001" alt="Castor2011 001" src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/thumbs/thumbs_Castor2011 001.jpg" width="100" height="75" /> </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 002.jpg" title="Die Idylle täuscht -  drei Tage vor Tag X laufen die Vorbereitungen des Widerstandes bereits auf Hochtouren." class="shutterset_set_1" > <img
title="Castor2011 002" alt="Castor2011 002" src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/thumbs/thumbs_Castor2011 002.jpg" width="100" height="75" /> </a></div></div><div
id="ngg-image-5" class="ngg-gallery-thumbnail-box"  ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 003.jpg" title="Ob man will oder nicht - als Wendender bekommt man den Castor zwangsläufig mit. Einfach über die Schienen spazieren mit den Hund geht seit Tagen nicht mehr." class="shutterset_set_1" > <img
title="Castor2011 003" alt="Castor2011 003" src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/thumbs/thumbs_Castor2011 003.jpg" width="100" height="75" /> </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 004.jpg" title="Der Protest ist kreativ. Hier bei Groß Gußborn sitzt der Tod höchstpersönlich auf einem vier Meter hohen gelben Fass." class="shutterset_set_1" > <img
title="Castor2011 004" alt="Castor2011 004" src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/thumbs/thumbs_Castor2011 004.jpg" width="100" height="75" /> </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 005.jpg" title="Ebenfalls in Groß Gußborn befindet sich seit 2011 ein provisorischer Friedhof &quot;für Bundestagsabgeordneten nach dem Supergau&quot;. Einen Notfallplan gibt es für Gorleben übrigens nicht." class="shutterset_set_1" > <img
title="Castor2011 005" alt="Castor2011 005" src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/thumbs/thumbs_Castor2011 005.jpg" width="100" height="75" /> </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 006.jpg" title="Das Camp in Gedelitz ist am Donnerstag noch dünn besiedelt. Von hier startet die letzte große Sitzblockade direkt am Ortseingang von Gorleben." class="shutterset_set_1" > <img
title="Castor2011 006" alt="Castor2011 006" src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/thumbs/thumbs_Castor2011 006.jpg" width="100" height="75" /> </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 007.jpg" title="Zu den Vorbereitungen gehört auch Holz sägen für die großen Öfen der VoKüs. Natürlich ohne Strom." class="shutterset_set_1" > <img
title="Castor2011 007" alt="Castor2011 007" src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/thumbs/thumbs_Castor2011 007.jpg" width="100" height="75" /> </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 008.jpg" title="Die zahlreichen Volksküchen in den sieben großen Camps und an den zahlreichen weiteren Infopunkten kochen vagen. Rund 1.500 Essen wandern an der Esso-Wiese in Tannenberg täglich über den Tresen." class="shutterset_set_1" > <img
title="Castor2011 008" alt="Castor2011 008" src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/thumbs/thumbs_Castor2011 008.jpg" width="100" height="75" /> </a></div></div><div
id="ngg-image-11" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 009.jpg" title="Die Lautsprecherwagen werden aufgebaut." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-12" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 010.jpg" title="Die VoKü beim Camp auf der Esso-Wiese in Dannenberg." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-13" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 011.jpg" title="Das Essen für die Aktivisten wird von den umliegenden Landwirten und Anwohnern gespendet. Das Zentrallager ist gut gefüllt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-14" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 012.jpg" title="Suppe brodelt auch im Camp Hitzacker." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-15" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 013.jpg" title="Bei der Demonstration in Metzingen am Donnerstag Abend fährt die Polizei schweres Geschütz auf. 400 PS unter der Haube, 10.000 Liter Wasser an Bord und fast eine Million Euro teuer: Der &quot;Wasserwerfer 10.000&quot; ist eine rollende Hightech-Festung." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 014.jpg" title="Laut Radio Freies Wendland wurden dem eingesetzte Wasserwerfer-Wasser Reizstoffe beigemischt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-17" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 015.jpg" title="Beim Blockadetraining wird fleißig das Sitzen auf der Straße und auf der Schiene geübt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-18" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 016.jpg" title="Die Strohsäcke der Blockierer müssen noch gestopft werden. Materialanlieferung im Camp Gedelitz." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-19" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 017.jpg" title="&quot;Wir haben da schon mal was vorbereitet.&quot;" class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-20" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 020.jpg" title="Eine Gruppe Schotterer allein auf weiter Flur. Der Weg zur Schiene ist noch weit." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 021.jpg" title="Die Taktik beim Durchfließen einer Polizeikette basiert darauf, dass nicht alle Aktivisten durchkommen. Hier wird ein Schotterer auf dem Weg zur Schiene festgehalten." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-22" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 023.jpg" title="Ein Teil der Schotterer wurde auf einem Feld eingekesselt. Die Aktivisten vertreiben sich die Zeit mit Limbotanzen." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-23" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 024.jpg" title="Bei der Großdemonstration in Dannenberg am Samstag nehmen zigtausende Menschen aus ganz Deutschland teil. Die Veranstalter sprechen von 23.000 Demonstranten, die Polizei von knapp 10.000." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-24" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 025.jpg" title="Der Widerstand der Anti-Atomkraftbewegung ist bunt. Und manchmal auch minderjährig." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-25" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 026.jpg" title="Die Sitzblockade bei Harlingen. Seit Samstag um 15.00 werden die Schienen zwischen den Streckenkilometern 185 und 188 besetzt. " class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-26" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 027.jpg" title="Bis spät in die Nacht wächst die Zahl der Schienenblockierer auf knapp 5000 an." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-27" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 028.jpg" title="Wärmefolie hält schön warm. Doch gemütlich ist es auf den Schienen trotzdem nicht." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-28" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 029-1.jpg" title="Die Wartezeit vertreiben sich die Aktivisten auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Musik bietet immer eine willkommene Abwechslung." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 029.jpg" title="Die Blaskapelle gibt ihr bestes, um die Aktivisten der Schienenblockade bei Laune zu halten." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 030.jpg" title="Die Aktivisten warten auf neue Meldungen vom Castorticker. Im Hintergrund leuchten die Westen von Sanitätern und Seelsorgern. Sie werden die Räumung überwachen." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-31" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 031.jpg" title="Die Räumung beginnt gegen 03.00 morgens. Die Schienen  bei Harlingen liegen an einer steilen Böschung. Meist fassen die Polizisten zu viert an. Leichtere Aktivisten auch mal nur zu dritt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-32" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 032.jpg" title="Die Polizei arbeitet sich von der Mitte der Blockade nach links und rechts außen durch. Außerhalb des hell erleuchteten Bereichs müssen die Aktivisten mit Schmerzgriffen und Verletzungen rechnen." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-33" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 033.jpg" title="Es gibt diverse Techniken, sich wegtragen zu lassen. Diese wurde beim Blockadetraining nicht gezeigt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-34" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 034.jpg" title="Einige Polizisten setzten den Schlagstock auch als Traghilfsmittel ein." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-35" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 035.jpg" title="Nach dem Räumen blieben viele Utensilien der Sitzblockade zurück. Manche waren beabsichtigt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 036.jpg" title="Am Bahnkilometer 187,7 wurde das Gleis verbogen." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 037.jpg" title="Hier sieht man eine freigeschotterte Bahnschwelle. Und die Reste einer Aktivisten-Jause." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 038.jpg" title="Die Aktivisten, die nicht freiwillig aufstehen und gehen, werden in die GeSa, die mobile Gefangenen-Sammelstelle auf einer nachfliegenden Wiese gebracht. Einige verharren dort über 30 Stunden im Freien." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 039.jpg" title="Nach der Räumung der großen Schienenblockade in Harlingen finden sich in den nächsten tagen immer wieder kleinere und größere Sitzblockaden rund um den Ort Hitzacker." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 040.jpg" title="Hier wurde eine Spange auf die Schienen geschweißt. Zahlreiche solcher kleineren Blockaden kosten die Polizei jedesmal Zeit und halten den Castor weiter auf." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 041.jpg" title="Straßenblockade &quot;Modell Wohnzimmer&quot; vor dem Camp Gedelitz nahe Gorleben." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 042.jpg" title="Der Castro-Zug steuert im Schritttempo am Montag um 03.55 den Verladekran am Bahnhof in Dannenberg an." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 043.jpg" title="Die Straßenblockade vor Goleben beginnt am Sonntag Mittag. Gegen 17.00 wird die Zahl der Aktivisten auf über 1000 geschätzt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 044.jpg" title="Eine Handvoll Aktivisten hat eine Straßenblockade aus Bäumen errichtet." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 045.jpg" title="Lesestoff, passend zur Blockadestimmung kurz vor Gorleben." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 046.jpg" title="Stricken ist ebenfalls ein beliebter Zeitvertreib, meistens bei den weiblichen Sitzblockierern." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 047.jpg" title="Während der Sitzblockade gab es einen Sturzregen. Wer keine oder zu wenig Schutzfolie dabei hatte, wurde in der Nacht nass." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 048.jpg" title="Auch bei der Sitzblockade vor Gorleben gibt es Vollverpflegung durch eine VoKü." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 049.jpg" title="Musikalischer Protest gegen die Räumung." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 050.jpg" title="Ein Ortswechsel während der Blockade ist ohne weiteres möglich, wenn genug Leute mit anpacken." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 051.jpg" title="Das Verpflegungszelt bei der Sitzblockade vor Gorleben ist immer gut gefüllt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 052.jpg" title="Die Nachrichten werden aufmerksam verfolgt, ebenso wie die Meldungen vom Castorticker." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 053.jpg" title="Eine Aktivistin mischt sich in die Reihe der Polizisten." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 054.jpg" title="Der Castor wird von den Schienen auf die Straße verladen. Im Hintergrund wird die Straße vor Gorleben bereits geräumt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 055.jpg" title="Am Montag um 21.39 Uhr passiert der Castro die westliche Ortseinfahrt von Gorleben. Es ist der längste Transport in der Geschichte des Wendlands." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 056.jpg" title="Ein Aktivist misst die Strahlung nach dem Vorbeifahren des Transports.
4,25mSV (Richtwert: 0,001mSv pro Stunde)." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
class='ngg-navigation'><span
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class="next" id="ngg-next-2" href="http://www.spreeblick.com/2011/12/02/castor-2011-eine-reportage-in-bild-text-ton/?nggpage=2">&#9658;</a></div></div><p>Der Castorticker meldet:<br
/> <em>Mi, 16:01 &#8211; Vallones &#8211; Der Castor ist losgefahren. Aus verschiedensten Quellen ist zu hören, dass er bis morgen in Frankreich bleiben soll.</em></p><p>Donnerstag Mittag. Es ist noch sehr ruhig im Wendland. Ein Kind hüpft von der Schule nach Hause. Eine alte Dame geht mit ihrem Hund spazieren. Der Fleischer hat schon geschlossen. Eine Bushalte steht verlassen neben der Elbe. Nur ein Plakat mit gelben Kreuz deutet auf das hin, was in den nächsten Tagen erwartet wird. Der Castorzug wird wieder durchrollen. Er transportiert Brennelemente aus deutschen AKWs aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage von La Hague zurück nach Deutschland.</p><p>Das Wendland ist dem Durchschnittsdeutschen unbekannt. Die Elbe fließt hier, es gibt Kühe und Ortschaften mit komischen Namen: Dickfeitzen. Salderatzen. Tolstefanz. Und Gorleben. Unweit von dem kleinen Ort an der Lüchower Straße steht eine unauffällige Wellblechhalle. Hier lagern 95 Castorbehälter und fünf andere Atommüllbehälter, oberirdisch. Dieses Jahr sollen 11 weitere Castoren dazukommen. Die Anwohner im Wendland streiten mittlerweile nicht mehr mit Politikern über erhöhte Strahlungsmesswerte. Aber sie erzählen, dass seit einigen Jahren nur noch Mädchen um Gorleben geboren werden.</p><p><em>DO 14:00 &#8211; Die Strecken nach Wörth und Saarbrücken werden von Hubschraubern abgesucht.</em></p><p>Seit 1984 wird Atommüll nach Gorleben transportiert und oberirdisch gelagert. Genauso lange protestieren Aktivisten dagegen. Dagegen, dass seit über 50 Jahren Deutschland laufend neuen Atommüll produziert, von dem niemand weiß, wie man ihn ungefährlich entsorgt. Und dagegen, dass sich das Zwischenlager bei Gorleben langsam, aber sicher zu einem Endlager entwickelt. Nicht nur Aktivisten sehen den Salzstock, in dem der Atommüll gelagert werden soll, als ungeeignet und gefährlich an. Kein Wunder &#8211; wer will schon Atommüll in seinem Vorgarten haben?</p><p><small>Doris Hertel, Anwohnerin, seit 40 Jahren aktiv im Widerstand</small><br
/> <audio
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</script></p><p>Hinter Uelzen häufen sich die gelben Andreaskreuze am Straßenrand. Sie hängen und stehen überall; an der Landstraße, in Vorgärten. Manchmal sitzen strohgefüllt Puppen daneben, sitzen und warten. Auf einem vier Meter hohen gelben Fass in Groß Gußborn sitzt der Tod höchstpersönlich. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde ein provisorischer Friedhof eingerichtet, &#8222;für Bundestagsabgeordnete nach dem Supergau&#8220;. Seit einigen Dörfern steht auf jedem Ortsschild &#8222;Gorleben&#8220;.</p><p>Ob man will oder nicht: Die Bewohner vom Kreis Lüchow-Dannenberg merken, wenn Castorzeit ist. Es sind auch kleine, alltägliche Dinge. Brigitte Koppmann, 56, beschwert sich beim Kaffeeklatsch im Rewe von Dannenberg: Schon seit 10 Tagen kann sie nicht mehr mit dem Hund in Ruhe spazieren gehen, die Schienen sind gesperrt. Sie wohnt schon immer hier, wegziehen kommt nicht in Frage. Ihrer Meinung nach könnten die Polizisten wenigstens an der Supermarktkasse ihre Schlagstöcke ablegen.</p><p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Brigitte%20Koppmann_Interviewbild.jpg"  width="500"></p><p><small>Brigitte Koppmann, 56, aus Dannenberg, über ihre Erfahrungen mit der Polizei</small><br
/> <audio
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</script></p><p>Auf der Esso-Wiese in Dannenberg haben Wendländer bereits am ersten Tag keine Lust mehr auf Interviews. An der Volksküche Freies Wendland winken die Köche ab, nur Koch Matthias verrät mit einem Augenzwinkern, wie er sein beliebtes veganes Mett gemacht hat.</p><p><small>Matthias, VoKü-Koch, verrät sein veganes Mett-Rezept</small><br
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</script></p><p>Ebenfalls von der Esso-Wiese sendet das Radio Freies Wendland auf der Welle vom Lokalsender Zusa Meldungen für die Widerstandskämpfer. Im Infozelt finden die Anreisenden eine Mitfahrgelegeheiten, Infomaterial von der Anti-Atomkraftbewegung und eine Bettenbörse. Übernachtungsmöglichkeit für die Angereisten gibt es z.B.  im Gemeindehaus von Hitzacker. Die Küsterin hat die Tür einfach offen gelassen, Zettel bitten um Ruhe und Sauberkeit &#8211; und um Stromsparen. Rund 50 Leute lagern in zwei Räumen. So riecht also der Widerstand: ein wenig nach feuchten Socken. Der Ticker kündigt bereits die nächste Kundgebung für 19.00 Uhr in Metzingen an.</p><p><em>DO 17:20  &#8211; Bei Metzingen ziehen sich Polizeikräfte zusammen, da um 19:00 eine Kundgebung stattfinden soll.</em></p><p>Die Ankunft vom frischen Atommüll wird von 19.000 Polizeibeamten aus ganz Deutschland abgesichert. An jeder Ortseinfahrt, an jedem Waldweg steht mindestens ein Mannschaftswagen. Ebenfalls aus ganz Deutschland reisen die zigtausend Menschen an, die gegen den Castor protestieren. Der Widerstand im Wendland ist über 37 Jahre gewachsen. Schon lange blockieren nicht nur Bauern und Anwohner Gleise und Straßen nach Gorleben; kirchliche Umweltgruppen,  Gewerkschaften und autonomes Milieu vergrößern die Armee der Atomkraftgegner, die am Wochenende vor allem ein Ziel hat: den Transport so lange wie möglich aufzuhalten.</p><p><em>DO 19:08 -In Metzingen sind mittlerweile etwa 3000 Menschen im Dorf verteilt, es wird unter musikalischer Beschallung gefeiert.</em></p><p>Ein Riesentraktor hat die Bühne in Position gezogen. &#8222;Wir wollen Euch tanzen sehen!&#8220; schallt aus den Boxen. Der Organisator von der Bürgerinitiative Freies Wendland greift sich provokativ in den Schritt und brüllt zu den Hundertschaften der Polizei hinüber. &#8222;Ja, zurecht habt ihr Angst um Euer Erbgut, wenn das Gift vorbeirollt!&#8220; Die Menschen johlen und applaudieren. Vor der Bühne steht eine Aktivistin aus den Niederlanden, komplett in leuchtendes Gelb aus Reflektoren gehüllt. Die Fotografen stürzen sich dankbar auf das plakative Motiv; auf ihrem Rücken trägt sie zwei Babypuppen aus Plastik, mit Tentakeln und einer Gasmaske verziert.</p><p><small>Rede von einem Aktivisten in Metzigen &#8222;Alles Lüge!&#8220;</small><br
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</script></p><p>Nachdem verschiedenen Bündnisse ihre Aktionen für die nächsten Tage abgekündigt haben, ziehen die Menschen durch das Dorf. Hinter ein paar Ecken liegt die Bundesstraße 216. Dort stehen sich Polizisten und Demonstranten Gesicht an Gesicht gegenüber. Drei Wasserwerfer rollen bedrohlich zischend dazwischen, richten Strahler und Spritzkanonen auf die Demonstranten.</p><p><em>DO 19:30 Metzingen &#8211; Es gab die erste Aufforderung die Straße zu verlassen.</em></p><p>Aus Lautsprechern dröhnt noch immer laute Musik, eine Sambagruppe trommelt den Rhythmus mit. In unregelmäßigen Abständen tönen Durchsagen der Polizei dazwischen. Plötzlich eine Rauchexplosion, Gasgeruch beißt in die Schleimhäute. Einige Leute ziehen sich Schals in Gesicht, streifen Handschuhe über. Plötzlich stehen Vermummte zwischen älteren Menschen und Kindern. Die Wasserwerfern kleckern erst los, dann richten sie Fontänen auf die Menge.</p><p><em>DO 19:55 Dem in Metzingen eingesetzte Wasserwerfer-Wasser werden Reizstoffe beigemischt, Pfefferspray kommt zum Einsatz.</em></p><p>Eine ältere Dame zieht sich mit nassen Haaren und durchweichten Klamotten verschreckt nach hinten zurück. Die Menschen protestieren mit Buhrufen. Auch andere Rufe werden laut: &#8222;Die ganze Welt hasst die Polizei!&#8220; Drei kleine Kinder jauchzen mit: &#8222;Scheißbullen&#8220;. Nach einer Weile unterbricht die Mutter scharf: &#8222;Na!&#8220;<br
/> Irgendwann fliegt ein Stein. Eine Frau wird getroffen, in der Nähe vom Bus vom Roten Kreuz. Es bleibt nicht der einzige blutige Vorfall an diesem Abend, doch genau solche Szenen versuchen die Aktionsbündnisse zu verhindern.</p><p><em>DO 23:39 &#8211; Laut Radio Freies Wendland gab es in Metzingen heute 20 verletzte DemonstrantInnen durch Pfefferspray und eine Verletzte mit Prellung.</em></p><p>Der Widerstand im Wendland soll friedlich bleiben. Dabei werden die Aktivisten auf die folgenden drei Techniken zurückgreifen: Schottern. Schienenblockade. Und als letztes die große Straßenblockade am Ortseingang von Gorleben.</p><p>* * *</p><p>Widerstand im Wendland I &#8211; Schottern</p><p><em>SA 10:35 &#8211; Die Aktion «Castor Schottern» hat begonnen, 500 Menschen aus dem Camp Dahlem sind unterwegs in Richtung der Schiene.</em></p><p>Schottern, das bedeutet: Steine vom Gleisbrett räumen, es unterhöhlen. Die Folgen: Die Gleise sacken ab, der Zug kann nicht weiterfahren. Anders als die Sitzblockade ist Schottern kein passiver Widerstand, sondern wird von der Polizei als Gefährdung öffentlicher Betriebe gewertet &#8211; und damit als eine Straftat. Bisher wurde wegen Schottern noch kein gültiges Urteil gefällt, doch allen Teilnehmern ist klar, dass ihr Handeln juristische Konsequenzen haben kann.</p><p><small>Sven Manigk, 24, seit 9 Jahren beim Widerstand, erklärt Schottern</small><br
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</script></p><p>Am vereinbarten Platz in Lemgrabe angekommen, stellt man fest, dass sich die komplette Presse dort versammelt hat. Der Traum von exklusiven Bildern platzt schlagartig, die Journalisten fühlen sich verschaukelt. Doch dann wird klar: Die Schotterer wollen die Presse gezielt benutzen, um gewalttätiges Verhalten der Polizisten zu verhindern. Beim Schottern werden die Journalisten in Gruppen aufgeteilt und verschiedenen Aktivisten zugeordnet.</p><p><small>Schotteraktivistin erklärt der Presse die Regeln</small><br
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</script></p><p>Die Strategie sieht folgendermaßen aus: Eine große Gruppe zieht über die Felder, mal langsam, mal im Laufschritt. Es geht über Gräber, Felder und unter Elektrozäunen durch. In unregelmäßigen Abständen spreizt sich die Gruppe in sogenannte &#8222;Finger&#8220;; so versucht man, die Hundertschaften der Polizei dazu zu bewegen, sich ebenfalls zu streuen. Dann versuchen die Aktivisten ihre Reihen in Richtung Schiene durchbrechen. Es ist klar, dass dabei nicht alle durchkommen. Doch die, die es schaffen, gewinnen durch die Hatz mit den Polizisten wertvolle Zeit.</p><p><small>Kurzes Gespräch mit holländischem Aktivist beim Schottern</small><br
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</script></p><p>Nach zwei Durchbruchversuchen wird die Gruppe auf einem Feld eingekesselt. Schulter an Schulter steht die Hundertschaft der Polizisten im Kreis auf dem Feld. Die Aktivisten vertreiben sich die Zeit: mit Limbotanzen und Singen. Und damit, möglichst unauffällig die Polsterungen unter den weißen Schutzanzügen zu entsorgen. Denn die könnten als Beweismittel gelten, dass man vorhatte, an die Gleise vorzudringen. Mittendrin steht Carlos aus Mexico, Photograph von der unabhängigen Presse. Er ist in voller Montur hinterhergelaufen und nicht nur ein wenig außer Atem, sondern auch beeindruckt vom Organisationsgrad des Widerstandes.</p><p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Carlos_Interviewbild.jpg" width="500"><br
/> <small>Carlos</small></p><p><em>Samstag 11:11- Posade- Rund um den Wendländischen Bahnkilometer 188 befinden sich etwa 80 Menschen auf den Gleisen</em></p><p>Per Durchsage erklärt die Polizei die Versammlung schließlich für rechtswidrig und löst sie auf. Die Teilnehmer werden einzeln, immer von zwei Polizisten, zu den Einsatzwagen geführt. Durchsucht. Personalien werden festgestellt, Gasmasken und Schutzbrillen beschlagnahmt. All das kostet die Polizei Zeit, die die Schotterer nutzen können, die es bis zu den Schienen geschafft haben. Anschließend erhalten alle Aktivisten einen Platzverweis für den Landkreis Lemgrabe. Doch der wird viele nicht davon abhalten, weiterhin einen Schleichweg zur Schiene zu suchen.</p><p><em>SA 11:17 &#8211; Harlingen &#8211; Entlang der Strecke um den Bahnkilometer 187 ist es zu Schotterungen gekommen. Am Bahnkilometer 187,7 wurde das Gleis verbogen.</em></p><p>* * *</p><p>Widerstand im Wendland II  &#8211; Schienenblockade</p><p>Freitag Abend, 19.00, Camp Hitzacker. Langsam füllt sich das große Zelt im Camp Hitzacker. Rund 500 Männer, Frauen, und Kinder nehmen in dem mit Stroh ausgelegten Raum Platz. Es wird schnell warm, Jugendliche sitzen dicht neben Rentnern und Pensionären. Das Aktionstraining der Gruppe Wider.setzen beginnt. Ziel: Die Gruppe möchte mit möglichst vielen Menschen so lange wie möglich einen noch unbekannten Streckenabschnitt auf den Schienen vor dem Bahnhof in Dannenberg blockieren. Hier soll der Castor dann von den Schienen auf LKW verladen werden.</p><p>An einer brennenden Tonne wärmt sich Alex Reiche aus Dresden. Der 32-jährige ist aufgeregt &#8211; für ihn ist Castor 2011 das erste Mal. Warum hat er sich für die Sitzblockade als Form des Widerstandes entschieden?</p><p><small>Alex Reiche, 32, aus Dresden, erklärt das Durchfließen einer Polizeikette</small><br
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</script></p><p>Zuerst werden so genannte Bezugsgruppen gebildet, 8 bis 15 Personen stark. Diese geben sich Erkennungsnamen, um sich im Dunkeln, im Wald und auf der Schiene wiederfinden zu können: Taxi, Mücke, Gruppe Jürgen. Alex&#8217; Gruppe heißt Baumpony. Jede Gruppe wählt einen männlichen oder weiblichen Sprecher. Die Sprecher können im SprecherInnenrat Probleme und Sorgen ihrer Gruppe vortragen; außerdem werden sie zeitnah über Beginn und Strategiewechsel informiert. Gelebte Basisdemokratie trifft auf straffen Organisationsgrad; man spürt die über 30 Jahre dauernde Blockade-Erfahrung.</p><p>Der Widerstand wird durchorganisiert, darauf legt die Gruppe große Wert. Gewaltfreiheit und De-Eskalation sind zentrale Regeln und Ziele. Deshalb klären die Aktivisten von Wider.setzen ihre Teilnehmer genau über den Ablauf der Aktion auf. Die Teilnehmer üben sowohl das Durchfließen einer Polizeikette als auch die beste Haltung für den Moment, wenn die Polizisten einen von den Schienen wegtragen. Deswegen wird besprochen, wie man sich am besten wegtragen lässt und was genau nach dem Wegtragen passiert.</p><p><small>Doris Hertel von Wider.setzen zum gewaltfreien Konzept der Schienenblockade</small><br
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</script></p><p>Nach den Übungen werden  die obligatorischen Strohsäcke gestopft. Der Strohsack ist das kleine Schwarze der Schienenbesetzer, er hält den Hintern auf den Schienen warm und weich. Alle 500 Teilnehmer richten sich darauf ein, notfalls noch in derselben Nacht auf verschiedenen Wegen zu den Schienen aufzubrechen. Im Laufe der nächsten Stunden schließen sich immer weitere Neuankömmlinge der Gruppe wider.setzten an. Ort und Zeit bleiben so lange wie möglich geheim, um die Aktion nicht zu gefährden &#8211; und aus Schutz vor möglichen Spitzeln der Polizei.</p><p>Am Samstag um 15.00 Uhr besetzten über 800 Menschen einen Schienenabschnitt bei Harlingen. Bis in die späte Nacht schließen sich weitere 4.000 an. Gegen 03.00 morgens beginnt die Polizei mit der Räumung der Gleise, die sich bis halb 8 Uhr morgens hinzieht. Teilweise sind die Polizisten sogar charmant beim Wegtragen.</p><p><small>Polizist versucht Schieneblockierer wegzukomplimentieren</small><br
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</script></p><p>Doch so glimpflich geht es nicht immer von statten. Eine Sanitäterin erzählt, worauf sich ihr Team bei diesem Einsatz vorbereitet hat: Schulterbrüche, Fausthiebe, Unterkühlungsgefahr.</p><p><small>Sanitäterin erzählt von Verletzungen beim Räumen</small><br
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</script></p><p>1.300 der Aktivisten lassen sich festnehmen, auch Alex. Er verbringt knapp 30 Stunden unter freiem Himmel in der mobilen GeSa, der GefangenenSammelstelle; ein Kessel aus Hunderten von Polizeieinsatzwagen. Viele andere Aktivisten räumen freiwillig &#8211; entweder, um sich an einer anderen Stelle wieder auf die Schienen zu begeben. Doch die meisten von ihnen schließen sich der letzten großen Blockade an &#8211; die Sitzblockade vor Gorleben.</p><p>* * *</p><p>Widerstand im Wendland III  &#8211; Straßenblockaden</p><p>Am Samstag um 15.59 Uhr meldet der Castorticker, dass rund 1000 Menschen die große Sitzblockade am westlichen Ortseingang von Gorleben gestartet haben. Über Schleichwege durch den Wald haben sie Stroh- und Schlafsäcke transportiert. Nach einer Weile folgt ihnen auch eine kleine Zeltstadt mit Küche, Toiletten und Musik.</p><p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Piet%20Loes_Interviewbild.jpg" width="500"></p><p><small>Pit Loes, 73, seit 10 Jahren Sitzblockierer, gibt ein paar Tipps</small><br
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</script></p><p>Es beginnt stark zu regnen. das Wendland ist kaum zu sehen hinter Regenschleiern. Der frühe Abend vergeht ruhig. Um 20.09 fährt der Zug laut Ticker aus Dahlenburg los, ein Bahnhof rund 32,5 km von Dannenberg entfernt. Der nächste Streckenabschnitt geht durch die Göhrde &#8211; und hier ist erwartungsgemäß mit massivem Widerstand auf den Schienen zu rechnen. Grünhagen, Poussage, Gobelin &#8211; das sind Orte in der Nähe von Harlingen und Metzingen, wo die sieben größeren Camps ihre operativen Schwerpunkte haben. Die Menschen auf der Straße richten sich unter Planen auf ihren Strohsäcken auf eine lange Wartezeit ein.</p><p>Es gibt ein paar in Beton und Eisen eingeschweißte Aktionen. Am erfolgreichsten sind vier Bauern von der Gruppe Bäuerliche Notstandsgemeinschaft, die sich eine pyramidenähnliche Konstruktion aus Beton, Stahl und Zement auf die Schienen gekettet haben. An anderen Stellen werden Plomben auf die Schienen geschweißt.</p><p><em>SO 09:40</em> Die Polizei hat eine erste Begutachtung der Betonpyramide vorgenommen und äußert sich mit den Worten &#8222;Das kann ja heiter werden&#8220;. Mittlerweile hat sich eine ansehnliche Sitzblockade dazugesellt.</em></p><p>Um 20:45 gibt die Polizei das Aufbrechen der Pyramide auf; die Bauern verlassen erst gegen 23.00 freiwillig ihre Barrikade &#8211; erschöpft, aber zufrieden. Denn die Aktivisten haben den Rekord vom letzten Jahr geknackt. Der Zug ist nun seit 92 Stunden unterwegs. Um die Überreste der Pyramide herum haben sich erneut rund 1.000 fröhliche und gutgelaunte Aktivisten niedergelassen. Die Räumung dauert bis weit in den frühen Morgen.</p><p>Mittlerweile wurde der Castor vom Zug auf elf Spezial-LKWs verladen und setzt seinen Weg auf der Straße fort. Dabei wird er von diversen Pannen begleitet. Die Wendländer scheinen in diesen Stunden unheimlich viel Pech zu haben: Trecker stürzen auf der Fahrbahn, Mähdrescher saufen ab, Schmierseife läuft aus. Zwei Menschen springen auf das Führerhäuschen der LKW. Währenddessen strömen immer mehr Menschen zur großen letzten Sitzblockade am Ortseingang Gorleben. Dort bereitet man sich langsam auf eine Räumung am Nachmittag vor. Den Blockadesitz haben die Aktivisten im Camp extra geübt.</p><p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Lydia%20Papendorf_Interviewbild.jpg" width="500"></p><p><small>Lydia Papendorf aus Berlin, 16, macht zum ersten Mal mit. Sie erklärt den Blockadesitz.</small><br
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</script></p><p><em>Gegen 15.54 wird vor Gorleben die dritte polizeiliche Aufforderung ausgesprochen.</em></p><p><small>Letzte Polizeidurchsage. Die Räumung der Straßenblockade beginnt.</small><br
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</script></p><p>Kurz danach beginnt die Räumung. Schmerzgriffe werden angewandt, manche Polizisten treten nach den Aktivisten, wenn die Presse nicht anwesend ist. Um 16.33 sitzen nur noch rund ein Viertel der Menschen noch auf der Straße. Die Räumung schreitet zügig voran. Zahlreiche andere Aktionen sorgen jedoch dafür, dass der erste Castor-LKW den Ortseingang Gorleben erst um 20:40 erreicht, wo er von Protestierenden ausgepfiffen wird.</p><p>* * *</p><p>Und nun?</p><p>Nach dem Räumen der letzten großen Sitzblockade in Gorleben gehen die Menschen mit gemischten Gefühlen nach Hause.</p><p>Doch stolz sind sie alle, zumindest ein wenig. Mit einer Dauer von knapp 126 Stunden war das der längste Castortransport in der Geschichte des Wendlands. Und auch, wenn der nächste Transport erst wieder 2014 rollen soll &#8211; der Widerstand gegen Atomkraft geht weiter. Nicht nur im Wendland.</p><p><small>Alle Fotos © Gregor Fischer</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/02/castor-2011-eine-reportage-in-bild-text-ton/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>26</slash:comments> <enclosure
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isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51220</guid> <description><![CDATA[<p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/11/gema_youtube.png" alt="gema youtube" title="gema youtube" class="alignnone size-full wp-image-51221" /></p><p>Noch immer schauen Internet-Nutzer in Deutschland häufig in die Röhre, wenn sie auf YouTube bestimmte Musikvideos sehen wollen. Über die Hintergründe hatten wir u.a. <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/06/21/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen/">hier berichtet</a>.</p><p>Bewegen tut sich hinsichtlich des Streits zwischen Google und der GEMA jedoch auch nach vielen, vielen Monaten anscheinend gar nichts. Ich bilde mir aber inzwischen durch viele Gespräche ein wenig mehr Durchblick in der Sache ein und glaube, dass es eine Lösung gibt, wenn sich beide Parteien einen Ruck geben. Um diesen Ruck etwas zu forcieren, skizziere ich einen Lösungsansatz in den nächsten Absätzen und bitte durch Verlinkungen dieses Artikels und durch kurze Kommentare um Eure Unterstützung. Ich werde sowohl die GEMA als auch Google um Stellungnahmen zu diesem Artikel bitten, denn vielleicht können wir als Musik- und Netznutzer für ein wenig Druck sorgen.</p><p><small>Vorweg: Meine Äußerungen basieren auf Aussagen diverser Menschen aus der Netz- und/oder Musik-Branche, ich garantiere weder für die inhaltliche noch für die juristische Korrektheit aller Sätze, denn nach wie vor unterliegen die (derzeit abgebrochenen) Verhandlungen zwischen der GEMA und Google der Geheimhaltung und ich bin auch kein Jurist. Ich bin dennoch ziemlich sicher, dass meine Ausführungen sehr nahe an den aktuellen Tatsachen sind. Unrichtigkeiten werde ich nach Hinweis gerne korrigieren.</small></p><p>Die offensichtliche Frage ist ja: Wieso kann YouTube bestimmte Videos aufgrund der GEMA nicht zeigen, während an anderen Orten Einigungen mit der GEMA offensichtlich kein Problem waren und sind? Amazon, iTunes, Vodafone, Musicload… sie alle konnten sich scheinbar mit der GEMA einigen, nur Google scheint dies nicht zu gelingen. Es ist ja wahrscheinlich nicht so, dass andere Unternehmen sofort jede GEMA-Forderung akzeptiert haben, sicher gab es auch an anderen Stellen unterschiedliche Meinungen – es geht schließlich um viel Geld.</p><p>Eines der Geheimnisse in diesen Prozessen heißt <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlichtung#Schlichtungsverfahren_in_anderen_Bereichen_des_Rechts">&#8222;Schlichtungsverfahren&#8220;</a>. Nach deutschem Recht kommt dieses Verfahren zum Einsatz, wenn &#8222;sich zwei Parteien nicht auf eine vertragliche Regelung einigen können, dies aber wollen oder sogar müssen&#8220; (Zitat Wikipedia). Die Praxis im Fall YouTube würde dabei so aussehen:</p><p>Die GEMA schlägt einen Tarif vor. Dieser wäre Google zu hoch, weshalb Google einen niedrigeren Gegenvorschlag machen würde. Dann beginnt das Schlichtungsverfahren. Und das Beste und Wichtigste hierbei wäre:</p><p><strong>In dem Moment, in dem das Schlichtungsverfahren eingeleitet wäre, könnten alle Internet-Nutzer in Deutschland alle Videos sehen, obwohl es noch keinen Tarif gäbe, auf den sich die Parteien geeinigt haben.</strong></p><p>Viele Einigungen zwischen der GEMA und Anbietern wie den oben genannten sind in der nahen Vergangenheit anscheinend über ein solches Schlichtungsverfahren zustande gekommen oder dauern evtl. noch an. Der Anbieter (im Fall von YouTube: Google) zahlt nach Eröffnung des Verfahrens die von ihm als &#8222;okay&#8220; angebotene Summe an die GEMA. Die Differenz zwischen dem Google-Angebot und der GEMA-Forderung geht bis zur erfolgten Schlichtung auf ein verzinstes Treuhandkonto, die Gelder werden also eingefroren.</p><p>Der zuständige Schlichter hat nun ein Jahr Zeit, gemeinsam mit den beiden Parteien eine Einigung zu erreichen – gelingt dies nicht, kann der Schlichter den Tarif irgendwo zwischen Angebot und Forderung nach seinem Ermessen selbst festsetzen. In diesem Fall würden die eingefrorenen Summen – je nach dem vom Schlichter festgelegtem Tarif – anteilig an die GEMA bzw. zurück an Google gehen. Beiden Parteien steht nach der durch den Schlichter festgelegten Einigung noch der Rechtsweg offen, doch für die Nutzer wäre zunächst ein Weg gefunden, der Streit könnte &#8222;im Hintergrund&#8220; weiterlaufen, alle Videos wären von Beginn des Schlichtungsverfahrens an verfügbar.</p><p>Warum also befinden sich Google und die GEMA noch nicht in einem solchen Schlichtungsverfahren?</p><p>Die Antwort lautet, vermute ich: Weil Google sich nicht darauf einlassen will. Denn der zuletzt offiziell von der GEMA angebotene Tarif liegt offenbar zu weit über dem, was Google bereit wäre zu zahlen. Selbst eine Einigung &#8222;in der Mitte&#8220; wäre Google wahrscheinlich noch zu hoch.</p><p>Beide Parteien müssen daher aufeinander zu gehen:</p><p><strong>1) Die GEMA muss offiziell einen wesentlich realistischeren Tarif für Google/YouTube anbieten als bisher. Wie hoch dieser sein müsste, um wirklich in Verhandlungen gehen zu können, wird die GEMA sicher besser wissen als ich.</p><p>2) Google/YouTube muss sich daraufhin auf das Schlichtungsverfahren einlassen, genau so, wie es andere Unternehmen auch getan haben oder tun.<br
/> </strong></p><p>Solange diese beiden Schritte nicht passieren, bleiben Musikvideos in Deutschland gesperrt und kein Cent geht an die Urheber, die von der GEMA vertreten werden. Der einzige Gewinner bleibt Google, denn jeder Tag ohne Zahlungen an Urheber ist ein Tag mit Einnahmen, die bei Google verbleiben.</p><p>Ich bitte daher mit diesem Artikel beide Parteien um Bewegung und um Einleitung und Umsetzung der beiden oben genannten Schritte. Denn ich glaube, dass sowohl Urheber als auch Konsumenten ein Recht auf eine schnelle Lösung haben.</p><p>Ich freue mich bei diesem Anliegen über Eure Unterstützung. Je mehr Stimmen wir sammeln können, desto mehr öffentlichen Druck können wir vielleicht auf die GEMA und auf Google ausüben.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/25/youtube-gema-ein-appell-mit-bitte-um-unterstutzung/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>247</slash:comments> </item> <item><title>Kairo: Guardian-Live-Blog</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/21/kairo-guardian-live-blog/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/21/kairo-guardian-live-blog/#comments</comments> <pubDate>Mon, 21 Nov 2011 10:56:47 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51196</guid> <description><![CDATA[<p>Nur ein kurzer Hinweis auf das <a
href="http://www.guardian.co.uk/world/middle-east-live/2011/nov/21/egypt-return-to-tahrir-live-updates">Live-Blog des Guardian</a>, in dem über die Ereignisse in Ägypten bzw. am Kairoer Tahrir-Platz berichtet wird. Weiter Link-Hinweise wie immer gerne in den Kommentaren.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/21/kairo-guardian-live-blog/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>8</slash:comments> </item> <item><title>1992: Angela Merkel und ich im TV</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/17/1992-angela-merkel-und-ich-im-tv/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/17/1992-angela-merkel-und-ich-im-tv/#comments</comments> <pubDate>Thu, 17 Nov 2011 22:03:10 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51155</guid> <description><![CDATA[<p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/11/jugendtreff.png" alt="n3 jugendtreff" title="n3 jugendtreff" class="alignnone size-full wp-image-51156" /></p><p>1992 befand sich meine Band <a
href="http://fb.com/planb.berlin">Plan B</a> auf einem kleinen Höhenflug, denn fast alles lief ziemlich super. Auch die Promotion: Während einer Deutschland-Tournee machten wir als musikalische Gäste Zwischenstopp bei der N3-Show &#8222;Jugendtreff&#8220; mit dem Titel &#8222;… denn sie wissen nicht, was sie tun&#8220;.</p><p>Während der Sendung wurde mit dem jungen Publikum zu den Themen &#8222;S-Bahn-Surfen&#8220; und &#8222;Jugend und Politik&#8220; im Allgemeinen diskutiert, zu dieser Gesprächsrunde wurde ich ebenfalls hinzu geholt. Stellvertretend für die politische Seite war die damalige Ministerin für Frauen und Jugend anwesend: Angela Merkel.</p><p>Es folgen die Videobeweise, die mir von Florian M. aus Braunschweig zugespielt wurden.</p><p><strong>ACHTUNG!</strong> Die Videos sind leider etwas asynchron. Florian hat das vor Ewigkeiten von einer alten VHS-Kassette digitalisiert und dabei ging leider irgendwas daneben, das Tape gibt es aber nicht mehr. Da muss man durch. Wenn man will.</p><p><strong>Teil 1: Eröffnungssong</strong></p><p>Zum Vollplayback tauschten unser Gitarrist Hans und unser Bassist Fritz die Instrumente und ich legte meine Gitarre ganz ab. Und mein Hemd auch. Wer den Song oder mich nicht ertragen kann, der kann bis zum Ende vorspulen, wenn unsere heutige Kanzlerin sagt, dass sie unsere Musik &#8222;nicht so schlimm fand, wie sie eigentlich erwartet hätte&#8220;. Ich weiß nach 20 Jahren immer noch nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll.</p><p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/cEF4XXw96Dc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p><strong>Teil 2: Die Debatte</strong></p><p>Nun ja. Man muss bedenken, dass ich a) sehr nervös war, mich b) gerade auf der Playback-Bühne verausgabt hatte und c) außerdem an einigen Stellen einfach vor Aufregung nicht wusste, was ich tolles sagen könnte, was ich mir d) aber nicht anmerken lassen wollte, was man dann e) leider sehr merkt. Ich komme um einiges arroganter rüber als Frau Merkel, weswegen sie ja heute auch Kanzlerin ist und ich nicht. Dafür hab&#8217; ich aber mehr Sex.</p><p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/B8nJV08eFq0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Wer sich nur über mich lustig machen will, der braucht sich nur die ersten und die letzten Minuten des Videos anzusehen, ich empfehle aber die Gesamtlänge, denn der Clip hat ob der Diskussion mit den Jugendlichen vor 20 Jahren einen gewissen historischen Charme und es ist spannend zu sehen, was sich verändert hat – und was nicht.</p><p><small>Wenn man auch noch den Abspann der Show sehen will, dann <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=sY-sLO8CX9o">kann man das hier tun</a>, es gibt noch einen halben Song zu hören.</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/17/1992-angela-merkel-und-ich-im-tv/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>96</slash:comments> </item> <item><title>Spreeklicks (Soundtrack: Kalle)</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/17/spreeklicks-soundtrack-kalle/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/17/spreeklicks-soundtrack-kalle/#comments</comments> <pubDate>Thu, 17 Nov 2011 10:21:42 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51133</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/7IKI7EnUiUU" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Während Kalle von Erobique die BOSS RC-30 Loopstation für euch testet (UPDATE: Das Video wurde leider entfernt. UPDATE: Neue Version gefunden, läuft wieder), gibt es von mir ein paar Klicktipps. Nach dem Klick.</p><p>&#8211;<br
/> Patrick Gensing hat sich in einem tagesschau.de-Kommentar mit Familienministerin Kristina Schröder auseinandergesetzt, die auch für &#8222;Programme gegen Rechts&#8220; verantwortlich ist – wer davon nichts mitbekommen hat: Eben. Gensing behauptet, Schröder sei <a
href="http://tagesschau.de/kommentar/schroederprogrammegegenrechts100.html">&#8222;Der Verantwortung nicht gewachsen&#8220;</a> und hat es damit noch freundlich ausgedrückt.</p><p>&#8211;<br
/> Und da wir uns mit der fehlenden Unterstützung derer, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren, ja <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/14/uberraschung-nazis-in-deutschland/">auch schon beschäftigt haben</a>: <a
href="http://www.freitag.de/politik/1145-im-angstraum">Der Freitag liefert ein paar Beispiele aus der Praxis</a>.</p><p>&#8211;<br
/> Nochmals bei tagesschau.de gibt es ein lesenswertes <a
href="http://tagesschau.de/inland/interviewkahane100.html">Interview mit Anetta Kahane von der Amadeu Antonio Stiftung</a> zur Mordserie an Migranten. Zitat:</p><blockquote><p>Man stelle sich vor, es gibt Morde an zehn Deutschen, verübt von mutmaßlich muslimisch aussehenden Menschen. Was meinen Sie, was da los wäre in Deutschland? Da würde alles auf den Kopf gestellt werden.</p></blockquote><p>&#8211;<br
/> Die Wirtschaftswoche hat einen kleinen <a
href="http://blog.wiwo.de/ungedruckt/2011/11/13/deutschland-ist-twitter-entwicklungsland/">Artikel darüber, dass Twitter hierzulande quasi nicht existent ist</a>, und die Kommentatoren finden das auch richtig, schließlich sei es wichtiger, dass &#8222;wir&#8220; weiterhin gute Autos bauen. Toll, liest sich gut weg.</p><p>&#8211;<br
/> Im Rahmen unserer noch immer mit ordentlicher Qualität <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/14/uberraschung-nazis-in-deutschland/">andauernden Debatte</a> zu den Themen &#8222;Unterhaltungsbranche online&#8220; bzw. &#8222;Urheberrecht&#8220; bin ich auf weitere, auch ältere lesenswerte Artikel gestoßen. Das wäre zunächst die im Vergleich zu vielen anderen Netz- bzw. Piratenkreisen erfrischende <a
href="http://www.mela.de/archives/1287-Das-Geschenk-der-Piratenpartei-an-die-Verwerter.html">Sicht von Mela Eckenfels</a>. Wesentlich kopfschüttelnder habe ich mich dann noch durch die Textwüste inklusive Kommentare bei <a
href="http://blog.koehntopp.de/archives/3154-Nicht-Urheberrecht-ist-das-Kernthema.html">Isotop</a> gekämpft, was an manchen Stellen wirklich schwer fällt. Aus den Kommentaren:</p><blockquote><p>Vom Begriff &#8222;Kunst&#8220; moechte ich eigentlich gerade weg, denn das zaehlt als weasel word fuer &#8222;Ideen&#8220; und versucht den Umstand zu vertuschen, dass viele Ideen gar nicht mal so gut sind.</p></blockquote><p>Glücklicherweise stand hinter mir ein gelassener Künstler und rief mir zu: Nicht aufregen, Johnny! Möglicherweise war es sogar <a
href="http://dobschat.de/2011/02/09/piraten-dieter-bohlen-ist-der-beste-musiker-deutschlands/">der beste Musiker Deutschlands, Dieter Bohlen</a>.</p><p>&#8211;<br
/> Bleiben wir beim Entertainment: Die dritte Staffel von <a
href="http://www.e4.com/misfits/">Misfits</a> ist angelaufen (<a
href="http://www.spreeblick.com/2011/01/06/misfits/">wir berichteten von unserer Begeisterung</a>) und enttäuscht bisher leider sehr. Überspannte Stories ohne Subtilität werden den immer noch großartigen Schauspielern nicht gerecht, die Dialoge sind um Längen schwächer als in den ersten Staffeln und der Neue saugt.</p><p>Geben wir ihnen trotzdem noch eine Chance? Na klar.</p><p>&#8211;<br
/> Als Abschluss dann noch die erschütternde Meldung, dass sich einer meiner bisherigen Lieblings-Comic-Autoren, <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Miller">Frank Miller</a> nämlich, als reaktionärer Vollidiot entpuppt hat. <a
href="http://frankmillerink.com/2011/11/anarchy">Durch diesen Blogeintrag</a>, in dem er den Occupy-Teilnehmerinnen  und -Teilnehmern (die er als &#8222;einen Haufen von Flegeln, Dieben und Vergewaltigern&#8220; bezeichnet) empfiehlt, sich einen anständigen Job zu suchen oder besser gleich zur Army zu gehen, um gegen den wahren Feind zu kämpfen: Den Islam.</p><p>Nichts gegen ein gepflegtes Occupy-Bashing, auch das muss erlaubt sein. Aber Millers Sätze grenzen an Irrsinn, noch einmal mehr vor dem Hintergrund seines letzten, von vielen ehemaligen Fans als rassistisch bezeichneten Comics <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=DZg4UOB2uCk">&#8222;Holy Terror&#8220;</a>, das er zunächst als Batman-Comic machen wollte – dabei hat glücklicherweise kein Verlag mitgespielt.</p><p>Was ist nur mit dem Mann los? Sehr schade.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/17/spreeklicks-soundtrack-kalle/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>13</slash:comments> </item> <item><title>Überraschung: Nazis in Deutschland!</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/14/uberraschung-nazis-in-deutschland/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/14/uberraschung-nazis-in-deutschland/#comments</comments> <pubDate>Mon, 14 Nov 2011 09:45:42 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51093</guid> <description><![CDATA[<p>Jeder Zynismus verbietet sich bei der aktuellen Affäre um <a
href="http://www.sueddeutsche.de/politik/rechter-terror-in-deutschland-ein-widerlicher-film-wird-zur-staatsaffaere-1.1188067">rechtsextremen Terrorismus in Deutschland</a>, mögliche Verstrickungen mit dem <a
href="http://www.berliner-zeitung.de/politik/thueringen-der-verfassungsschutz-subventionierte-die-neonaziszene,10808018,11142588.html">Verfassungsschutz</a> und Versäumnisse anderer Behörden.</p><p>Und doch, weil wir den Fall gerade wieder hatten, als ich mit einem kurzen <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/07/500-000-kostenlose-schulerzeitungen-gegen-neonazis-und-rassismus/">Text auf eine Anti-Rechts-Aktion an Schulen</a> hinwies und schon der erste Kommentar nach dem typischen Beißreflex-Muster funktionierte, kann ich mir ein paar Anmerkungen nicht verkneifen.</p><p>Denn gerade als Berliner und besonders als langjähriger Kreuzberger kenne ich antirassistische Aktionen und Aufklärungskampagnen gegen Neonazis seit Jahrzehnten, und ebenso lange sehe ich dabei zu, wie wichtige Engagements immer wieder belächelt werden, und wie Gelder für Öffentlichkeitsarbeit gegen Rechts gestrichen werden. Als Blogger schlage ich mich, wie viele andere, seit nunmehr einem knappen Jahrzehnt mit einem nimmermüden Pack von Islamophobikern und Rassisten in unseren Kommentaren herum, die auf die immer gleich Tour versuchen, Debatten an sich zu reißen und politische Gegner mundtot zu machen – was ihnen oft genug gelingt, wenn selbige eine offenbar völlig sinnlose Diskussion einfach sein lassen (müssen).</p><p>Und seit ebenso vielen Jahren beschäftigen sich unzählige Blogs und Foren wie auch <a
href="http://www.berliner-zeitung.de/newsticker/vulgaer--enthemmt--rassistisch,10917074,10930256.html">&#8222;größere&#8220; Medien</a> mit denjenigen Websites, die man getrost als Nähr- und Erziehungsboden für ewiggestrige Kleingeister bezeichnen kann, die oft genug verbalen Hass der aggressivsten Sorte sähen und in denen regelmäßig lautstark nach handfesten Taten gerufen wird – anscheinend ohne, dass dies dem Verfassungsschutz bisher einen näheren Blick wert gewesen wäre. <a
href="http://www.berliner-zeitung.de/meinung/gastbeitrag-islamfeinde-im-straffreien-raum,10808020,10940656.html">Anzeigen</a> und Hinweise laufen ins Leere, <a
href="http://www.berliner-zeitung.de/archiv/islamfeindliche-internetplattform--politically-incorrect--geraet-unter-druck-parteien-fordern-ueberwachung-rechter-blogger,10810590,10954026.html">Rufe aus der Politik</a> bleiben hohles Gefasel.</p><p>Und nun wundert sich halb Deutschland bis zur Kanzlerin darüber, dass es in diesem Land gefährliche Neonazis gibt? Ich bin geneigt, noch weitere sensationelle Überraschungen zu veröffentlichen, möchte aber unsere Regierung nicht mit den Knaller-Nachrichten überfordern, dass die Milch teurer geworden ist und der Papst ein lustiges Mützchen trägt.</p><p>Wer heute die Reaktionen der einschlägigen Neonazi-Seiten und besonders die Kommentare dazu liest, der läuft Gefahr, sein Frühstück wieder los zu werden. Da werden Morde an Migranten verharmlost und erklärt, warum es sich dabei natürlich <em>nicht</em> um Terrorismus handelt (weil die Täter nämlich &#8222;zu diffus&#8220; handelten) und es wird – das gleiche Schema wie immer – gefragt, warum es bei den Berliner Brandanschlägen auf Einrichtungen der Bahn nicht ebenso viel Wirbel gab wie jetzt um die rechtsextremen Mörder.</p><p>Mir ist völlig egal, ob es sich bei den Morden um Terrorismus oder anderen Wahnsinn handelt, denn egal, wie man es nennt, es bleiben Morde, die nach aktuellem Kenntnisstand politisch motiviert waren. Mir ist aber nicht egal, dass in Deutschland andauernd Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Jugendliche, die &#8222;links&#8220; aussehen, von Rechten überfallen werden, dass Informationen über die Vernetzung der rechten Szene ebenso wie ihre Gewaltbereitschaft bekannt sind und dass man dennoch immer noch dafür belächelt wird, wenn man auf diese Gefahren hinweist.</p><p>Und da wir schon dabei sind: Was wurde eigentlich aus den Untersuchungen nach der <a
href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/neonazis-gehen-in-u-bahnhof-auf-migranten-los/4172264.html">Nazi-Demo in Kreuzberg/ Tempelhof</a> im Frühjahr dieses Jahres? Mal wieder: Nicht viel?</p><p>Die nun wieder aufkeimende Debatte um ein NPD-Verbot bleibt PR, denn jeder Politiker weiß, dass dieses Verbot eine selbstverschuldete Unmöglichkeit bleiben wird, und sie deutet an, dass die nächsten Tage wahrscheinlich ähnlich verlaufen werden, wie sie es immer tun, wenn Gewalt von Rechts bekannt wird: Hier und da ein paar Rufe nach Partei- oder Gruppen-Verboten, und dann wieder schnell zurück zur Tagesordnung.</p><p>Die Unterstellung, der deutsche Staat sei <a
href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/auf-dem-rechten-auge-blind/5832324.html">auf dem rechten Auge blind</a>, ist mindestens so alt wie ich. Meine Hoffnung, dass sich dies irgendwann mal ändern wird, ist daher leider klein.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/14/uberraschung-nazis-in-deutschland/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>101</slash:comments> </item> <item><title>Literaturliste Musik Online</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/11/literaturliste-musik-online/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/11/literaturliste-musik-online/#comments</comments> <pubDate>Fri, 11 Nov 2011 08:59:37 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51058</guid> <description><![CDATA[<p>Nachfolgend eine unvollständige und größtenteils englischsprachige Literaturliste zu den <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/">unter diesem Artikel diskutierten Themen</a> in Sachen Musik, Filesharing, Urheberrechte etc.pp. Die Liste hat uns Mark Chung zur Verfügung gestellt, Ergänzungen sind herzlich willkommen!</p><p><a
href="http://www.ic.gc.ca/eic/site/ippd-dppi.nsf/eng/h_ip01456.html">Andersen, B. and Frenz, M. (2007) The Impact of Music Downloads and the P2P File-Sharing on the Purchase of Music.</a></p><p>Barker, G. (2011) The True Price Of Peer To Peer File-Sharing. Re-examining Don’t blame the P2P file-sharers: the impact of free music downloads on the purchase of music CDs in Canada. Canadian Intellectual Property Council.</p><p><a
href="http://www.iccwbo.org/uploadedFiles/BASCAP/Pages/Global%20Impacts%20-%20Final.pdf">BASCAP Report (2010) Estimating the Global Economic and Social Impacts of Counterfeiting and Piracy.</a></p><p><a
href="http://mansci.journal.informs.org/cgi/content/abstract/53/9/1359">Bhattacharjee et al. (2007) The Effect of Digital Sharing Technologies on Music Markets. A Survival Analysis of Albums on Ranking Charts.</a></p><p><a
href="http://www.mendeley.com/research/online-piracy-recorded-music-sales/">Blackburn, D. (2004) On-line Piracy and Recorded Music Sales pdf-file Harvard University Citeseer.</a></p><p><a
href="http://www.cs.princeton.edu/~felten/boorstin-thesis.pdf">Boorstin, E.S. (2004) Music Sales in the Age of File-Sharing. Abstract.</a></p><p>Bounie et al., 2005 Pirates or Explorers? Analysis of Music Consumption in French Graduate Schools. Telekom Paris Economics WorkingPaper No. EC-05-01.</p><p><a
href="http://econometrie.cnam.fr/servlet/com.univ.collaboratif.utils.LectureFichiergw?ID_FICHIER=1295877015537">Curien, N. &#038; Moreau, F. (2005) The Music Industry in the Digital Era.</a></p><p><a
href="http://www.jstor.org/stable/10.1086/500683">Gopal et al., (2004,2006) Do Artist Benefit from Online Music Sharing.</a></p><p><a
href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/high-noon-der-professoren/3475124.html">Handelsblatt (2010).</a></p><p><a
href="https://netfiles.uiuc.edu/hyunhong/www/napster.pdf">Hong, S.H. (2009) Measuring the Effect of Napster on Recorded Music Sales.</a></p><p><a
href="http://www.ivir.nl/publicaties/vaneijk/Ups_And_Downs_authorised_translation.pdf">Huygen et al. (2009) Ups and Downs. Economic and Cultural Effects Of File Sharing On Music, Film and Games.</a></p><p>Liebowitz, S., (2006) File Sharing: Creative Destruction Or Just Plain Destruction?, Journal of Law and Economics, vol. XLIX, The University of Chicago.</p><p>Michel, N. J. (2006) The Impact of Digital File Sharing on the Music Industry: An empirical analysis, Topics in Economic Analysis and Policy, Vol. 6: No: 1, Article 18.</p><p>Oberholzer-Gee, F. and Strumpf, K. (2007) The Effect of Filesharing on Record Sales: An empirical analysis, Journal of Political Economy, Vol. 115, pp. 1-42.</p><p>Oberholzer-Gee, F. and Strumpf, K. (2010) File Sharing and Copyright. NBER Innovation Policy &#038; the Economy (MIT Press) 10.</p><p>Peitz &#038; Waelbroeck, (2004) The Effect of Internet Piracy on Music Sales: Cross-Section Evidence. Review of Economic Research on Copyright Issues 1(2), 71-79.</p><p>Rob &#038; Waldfogel, (2006) Piracy on the High C’s: Music Downloading, Sales Displacement and Social Welfare in a Sample of College Students. Journal of Law and Economics, Vol. 49: Issue: 1, pp. 29-62.</p><p><a
href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wissenschaftler-Studien-ueber-Tauschboersen-unbrauchbar-1020532.html">Solokov D. AJ. (11.06.2010).</a></p><p><a
href="http://www.iir.hit-u.ac.jp/iir-w3/file/WP05-08tanaka.pdf">Tanaka, T. (2004) Does File Sharing Reduce Music CD Sales, Page 7 (19).</a></p><p><a
href="http://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/author/ptjewellery/page/6/">Tschmuck, P. (2010) The Economics of Music File Sharing – Literature Overview (link in Programmübersicht 10. Juni 2010).</a></p><p>Tschmuck, P. (2011) Die ökonomischen Folgen der Musik-„Piraterie“/ Kritik am BASCAP Report (16. Feb. 2011) <a
href="http://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/author/ptjewellery/page/3/">(1)</a> <a
href="http://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/2011/02/10/die-okonomischen-folgen-der-musik-piraterie/#more-1578">(2)</a>.</p><p>Zentner, A. (2005) File Sharing and International Sales of Copyrighted Music: An Empirical Analysis with a Panel of Countries. Topics in Economic Analysis and Policy 5, 21, pp/ 1-15.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/11/literaturliste-musik-online/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>7</slash:comments> </item> <item><title>Urheberrechtsdebatte: Offener Brief von Mark Chung an Berthold Seliger</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/#comments</comments> <pubDate>Thu, 10 Nov 2011 10:29:25 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51021</guid> <description><![CDATA[<p>Jetzt wird&#8217;s etwas schwierig. Mein Tipp: Wer sich als schnelle Leserin oder schneller Leser nicht mindestens eine halbe Stunde mit den folgenden Inhalten auseinandersetzen kann oder will, wird an diesem Eintrag vermutlich scheitern. Zum Hintergrund:</p><p>Für die November-Ausgabe der Zeitschrift KONKRET verfasste der Berliner Konzertveranstalter und Autor <a
href="http://www.bseliger.de/">Berthold Seliger</a> einen Text mit dem Titel <a
href="http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=dieleistungsschutzgelderpresser&#038;jahr=2011&#038;mon=11">&#8222;Die Leistungsschutzgelderpresser &#8211; Wie die Kulturindustrie am altbackenen Urheberrecht festhält, um es zu ihren Gunsten auszuschlachten&#8220;</a>. Die Kenntnis dieses Textes ist zwingend notwendig, um die weiteren Zeilen verstehen zu können.</p><p>Seliger schreibt des Öfteren und durchaus lesenwert über Musik und den Kulturbetrieb in Deutschland (<a
href="http://www.bseliger.de/texte.html">hier eine Auswahl seiner weiteren Texte</a>), im Konkret-Text vertritt er eine Position, die man so oder ähnlich häufiger im Netz lesen kann.</p><p>Auf Seligers Text reagierte der Vorsitzende des <a
href="http://www.vut-online.de/">&#8222;Verbands unabhängiger Musikunternehmen e.V.&#8220;</a> (VUT), Mark Chung, mit einem äußerst detaillierten offenen Brief, der zunächst über einen Newsletter-Verteiler die Runde machte und den wir nachfolgend mit Genehmigung auch hier veröffentlichen.</p><p>Vorweg sei der Transparenz halber noch angemerkt: Ich kenne Mark Chung seit Jahrzehnten persönlich und habe schon oft mit ihm über die angesprochenen Fragen <strike>gestritten</strike> diskutiert, in seinem Verlag &#8222;Freibank&#8220; sind außerdem Songs des früheren Spreeblick-Videocasters <a
href="http://spreeblick.com/author/toni">Toni</a> <a
href="http://www.tonimahoni.com/">Mahoni</a> verlegt. Die Veröffentlichung von Chungs Brief findet jedoch nicht statt, weil ich ihn kenne und auch nicht, weil ich seinem Brief komplett zustimmen würde – Mark kritisiert in seinem Brief auch einige mir bekannte andere Personen und zwischen den Zeilen auch Blogger wie mich, wenn auch mit versöhnlichem Ton. Ich halte die Lektüre des Briefes nach dem Lesen von Seligers Artikel aber wirklich hilfreich für alle, die sich mit der Debatte ernsthaft auseinandersetzen möchten und die wissen: Es ist alles leider nicht ganz so einfach, wie man es gerne hätte. Viele von Mark Chung angesprochene Punkte sind mindestens weiteres Nachdenken wert und liefern so einen wichtigen Beitrag zur Diskussion.</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">OFFENER BRIEF</span></strong></p><p>An: Berthold Seliger</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">Betr.:</span></strong> KONKRET 11/2011 Berthold Seliger</p><p>Lieber Berthold Seliger,</p><p>Anmerkungen und Korrekturen zu Deinem Artikel in der KONKRET.</p><p>Es besteht in der Tat Diskussionsbedarf &#8211; über die Auswirkungen aktueller  technologischer Entwicklungen, nicht nur auf die Produktion kultureller Güter und die Situation insbesondere junger Künstler, sondern auf uns alle, über das Urheberrecht, über Interessenkonflikte zwischen Teilen der Technologiebranche einerseits, Künstlern und Produzenten von Inhalten andererseits.</p><p>Dein Artikel ist in diesem Zusammenhang ärgerlich, weil</p><p>- Du die politischen und ökonomischen Zusammenhänge der derzeitigen Urheberrechtsdiskussion entweder nicht verstanden hast oder verschweigst;</p><p>- Du schlecht recherchierst und der Artikel deshalb zahlreiche schlicht falsche Informationen ungeprüft weiterverbreitet;</p><p>- Der Artikel nicht einen einzigen erkennbaren Lösungsansatz enthält, sondern sich vollständig auf Polemik beschränkt.</p><p>KONKRET ist die einzige linke Publikumszeitschrift Deutschlands. KONKRET Autoren sollten in der Lage sein, ökonomische Hintergründe gesellschaftlicher Konflikte zu erkennen.</p><p>Neben vielen sachlich falschen Darstellungen auf die ich später eingehe, gibst Du auch meine persönliche Meinung falsch wieder. Ich stelle deshalb richtig:</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">1. Worin besteht der zentrale Interessenkonflikt hinter der Urheberrechtsdebatte?</span></strong></p><p><strong>Der grundlegende und offensichtliche Interessenkonflikt besteht seit einigen Jahren zwischen Technologiekonzernen, die von der Verbreitung von Inhalten profitieren OHNE in Künstler oder die Produktion neuer Inhalte zu investieren einerseits und Medienunternehmen und Künstlern, die diese Inhalte produzieren, andererseits. </strong></p><p>Es liegt im einfach nachzuvollziehenden <strong>Profitinteresse von Konzernen</strong> wie</p><p>- Google, die substantielle Werbeeinahmen aus der Verwertung von Inhalten generieren,</p><p>- Telekommunikationskonzernen, Accessprovidern etc., deren Breitbandverkäufe seit vielen Jahren von der leichten Zugänglichkeit zu unvergüteten Inhalten profitieren <a
href="#_ftn1">[1]</a>,</p><p>- Online Plattformen wie Megaupload, Rapidshare, kino.to etc., deren Geschäftsmodelle ganz oder fast ausschließlich  auf der technischen Ermöglichung massenhafter Urheberrechtsverletzungen beruhen u.a.,</p><p><strong>nichts oder möglichst wenig für Inhalte zu vergüten</strong> und<strong> möglichst geringen Aufwand </strong>mit dem Einholen von Freigaben etc. zu haben.</p><p>Dem gegenüber stehen logischerweise die Interessen der Produzenten von Inhalten – also der Medienunternehmen und der Künstler, die hieraus ihren Lebensunterhalt bestreiten, in die Produktion und Vermarktung von Inhalten investieren und ebenfalls versuchen – zumindest im Erfolgsfall &#8211; Profite zu erwirtschaften.</p><p>Man muss diesen Konflikt nicht ideologisieren, aber ein paar Fakten sind festzuhalten:</p><p>I. Es ist völlig legitim zu diskutieren, ob Medienunternehmen Künstler angemessen vergüten &#8211; diese Interessenkonflikte sind so alt wie die Produktion kultureller Güter. Neu ist hingegen, dass die oben genannten „neuen Verwerter“ vom Vertrieb von Inhalten profitieren OHNE in Künstler und die Entwicklung neuer Inhalte zu investieren.</p><p>II. Die Produktion kultureller Güter ist schon immer ein hochriskantes Geschäft gewesen und erfordert selbstverständlich Investitionen. Auch wenn technologischer Fortschritt erfreulicherweise einige der Produktions- und vor allem Vertriebskosten gesenkt hat, müssen, beispielsweise, Künstler ihren Lebensunterhalt bestreiten (was offensichtlich nicht günstiger geworden ist) und die Kosten, eine Band von Berlin auf eine Bühne in Hannover zu bringen, sind auch nicht wesentlich gesunken.</p><p>Wir sollten alle mit plumpen Analogien vorsichtig sein, aber um das derzeitige Problem der Produzenten von Inhalten am Beispiel des altbekannten Geschäftsmodells von TV Sendern zu erläutern: Wenn die Unternehmen, die Vertrieb und Verbreitung von TV Inhalten leisten – bei uns also beispielsweise Kabel Deutschland und die Betreiber des Astra Satelliten – die Werbeeinnahmen erheben und größtenteils behalten würden, hätten rtl, Sat 1, der WDR etc. innerhalb kurzer Zeit Probleme, das Programm zu produzieren und würden sich weigern, es weiter einzuspeisen. (Mit Dir kann man wahrschlich lange diskutieren ob das ein Verlust wäre, aber das ist hier nicht der Punkt.)</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">2. Warum müssen wir Lösungen finden?</span></strong></p><p>Das Kernproblem besteht darin, dass die Produktion interessanter <span
style="text-decoration: underline;">neuer</span> Inhalte ohne eine Lösung des oben genannten Interessenkonflikts zunehmend gefährdet ist.</p><p>Beispiel Musik: Die Situation von &#8211; auf Grund früherer Millioneninvestitionen – bekannten Künstlern ist nicht problematisch: Die Rolling Stones werden Konzertkarten verkaufen solange sie auf Tour gehen, Bob Dylan und Mark Knopfler auch weiterhin die Konzertumsätze insgesamt stabilisieren. Für bereits etablierte Künstlern wie Radiohead und NIN stellt der technologische Fortschritt vor allem fantastische neue Werkzeuge zur Verfügung.</p><p>Als Veranstalter von Konzerten könnte Dir allerdings aufgefallen sein, dass das Durchschnittsalter der 50 erfolgreichsten Live-Künstler 2010 mittlerweile 46 Jahre beträgt, mit mehr Künstlern in ihren 60ern als in ihren 20ern <a
href="#_ftn2">[2]</a>. Und dass nur 2 der 10 erfolgreichsten Livekünstler 2010 in den letzten 20 Jahren populär geworden sind (Lady Gaga und Michael Buble) <a
href="#_ftn3">[3]</a>.</p><p>Die DSDS Produkte von Dieter Bohlen werden weiterhin auf den Markt kommen – das sind wegen monatelanger TV Präsenz vergleichsweise sichere, wenn auch kurzlebige  Wetten. Solange Johnny Depp mitmacht, werden auch „Pirates of the Caribean“ 7, 8 und 9 in die Kinos kommen. Und Millionen von Menschen werden weiterhin Werke unterschiedlichster Qualität auf ihren Laptops erzeugen und ins Internet stellen (wo es allerdings in den meisten Fällen kaum noch von jemandem wahrgenommen wird, aber auch das ist ein anderes Thema.)</p><p>Aber jeder, der heutzutage erwägt in junge Musiker zu investieren, jeder der darüber nachdenkt, den Job aufzugeben um sich der Musik mit aller Kraft und Energie zu widmen &#8211; in meiner Welt fast immer eine Voraussetzung für Weiterentwicklung und herausragende Ergebnisse &#8211; jeder, der  versucht die Finanzierung für einen etwas ungewöhnlichen oder bahnbrechenden Film zusammenzubekommen und Augen, Ohren und ein Hirn dazwischen hat, weiß, dass hier massive Probleme entstanden sind, die wir lösen müssen.</p><p>Und nein, das hat nichts mit Mangel an neuen Geschäftsmodellen zu tun (von denen es bereits mehr gibt als Du weißt, aber die wir natürlich auch weiterhin entwickeln müssen), es liegt ökonomisch vor allem daran, dass immer mehr der Einnahmen aus der Verwertung von Inhalten an Konzerne fließen, die Künstlern bestenfalls Almosen anbieten und selbst kreative Inhalte weder produzieren wollen noch können.</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">3. Propaganda und Wirklichkeit</span></strong></p><p>Es braucht nicht viel Recherche um festzustellen, dass über diesen &#8211; eigentlich offensichtlichen und leicht nachvollziehbaren &#8211; zentralen Interessenkonflikt im Netz erstaunlich wenig gesprochen wird.</p><p>Die Darstellung der Situation in zahllosen Blogs, Foren und auch traditionellen Medien verschleiert die ökonomischen Hintergründe: Hier werden die Interessen hochprofitabler, monopolistischer Internetkonzerne, deren Profitmaximierung das Urheberrecht häufig im Weg steht, komplett ausgeblendet. Diskutiert werden sollen stattdessen ausschließlich:</p><p>a) Ein Konflikt zwischen einer „Rechteverwerterindustrie“ und „Nutzern“ bzw. „der Gesellschaft“.</p><p>b) Die Schwächen des Urheberrechts.</p><p>Die PR Strategie der Technologiekonzerne ist einfach:</p><p>a) <strong>Stelle Deine Interessen als öffentliche Interessen dar</strong>.</p><p>Der von Dir mit „Die Demokratie und das menschliche Recht auf Kommunikationsfreiheit und auf Teilhabe am kulturellen Leben sind in Gefahr“ zitierte Joost Smiers liefert ein typisches Beispiel.</p><p>Diese PR Strategie ist nicht neu: “„You always want to say what you are doing is in the public interest and not your own mercenary interests. So (the fair use ideologues) were very helpful for the technology companies.” Later, technology companies would return the favor with significant funding” <a
href="#_ftn4">[4]</a></p><p>Google spielt in diesem Zusammenhang eine prominente Rolle. Der Konzern nutzt einen Teil seiner riesigen Profite um Organisationen und Instituten, die in seinem Interesse argumentieren und arbeiten, Finanzierung zur Verfügung zu stellen. Manche Spenden sind frei verwendbar, andere zweckgebunden. Manche Organisationen kontrolliert Google, andere finanziert es nur indirekt und tritt kaum in Erscheinung.</p><p>Die Liste der Empfänger ist lang und selten publiziert. Dazu gehören beispielsweise Lobbyorganisationen wie die New America Foundation (Spende 2008: $1.000.000, von Google Executive Chairman und ex-CEO Eric Schmidt – er wurde im selben Jahr Chairman of the Board) PublicKnowledge.org, das Berliner Internet und Gesellschaft Co:llaboratory; Creative Commons (2008: $1.500.000, 2009: $ 500.000, letztere privat von Google Co-Gründer Sergey Brin, Brins Schwiegermutter Esther Wojcicki war bis September 2010 Chairman of the Board, jetzt Vice Chair); Institute wie das Stanford Center for Internet and Society (2006: $2.000.000), das Berkman Center for Internet and Society ($280.000, $500.000) und, aktuell in Deutschland, das neugegründete Berliner Institut für Internet und Gesellschaft (2011: EUR 4.500.000); zukünftige online Aktivisten werden mittels des „Google Policy Fellowship“ Programms, das mehr als einem Duzend Studenten $7,500 gibt um einen Sommer lang bei solchen Organisationen zu arbeiten, entwickelt. In Deutschland recherchieren unabhängige Journalisten bisher nicht einmal, woher beispielsweise die Finanzierung von irights.info und netzpolitik.org kommt.</p><p>Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Viele dieser Organisationen machen auch sinnvolle und nützliche Arbeit, aber man müsste schon sehr naiv sein um zu glauben, solche Geldsummen würden interessen- und einflussfrei fließen. Zu kritisieren ist die weitgehende Intransparenz wessen Interessen von diesen Organisationen vertreten werden. Denn die Interessen von NutzerInnen werden hier häufig vorgeschoben.</p><p>Google hat andere Interessen. Der Konzern wird wissen, warum es sein ursprüngliches Credo „don’t be evil“ hierzulande kaum noch benutzt, das aktuelle Mantra „Der Nutzer steht für uns immer im Vordergrund“ ist zutreffender – allerdings nicht so wie es die meisten verstehen. Denn <strong>Nutzer sind nicht die Kunden von Google – sie sind das Produkt</strong> das Google seinen Werbekunden verkauft. Deshalb haben Internetkonzerne kein Interesse an Privatsphäre, Datenschutz, informationeller Selbstbestimmung und derartigen Bürgerrechten. Unternehmen wie BlueKai und Acxiom haben Daten über 96% aller US BürgerInnen &#8211; durchschnittlich 1.500 Daten pro Person, die unkontrolliert ge- und verkauft werden. <strong>Das ist die Ware.</strong></p><p>Die objektiven Interessen der Künstler und Produzenten sind ebenfalls offensichtlich: Für die Nutzung der von Ihnen hergestellten Inhalte eine angemessene Vergütung zu erhalten und – im Erfolgsfall – Profite zu erzielen. Künstler und Medienunternehmen sind Nutzer und Lieferanten von Inhalten des Internets wie alle anderen inklusive derjenigen, die hieraus eine Weltanschauung machen. <strong>Aus objektiver Sicht gibt es kein spezifisches Interesse von Künstlern oder Musikunternehmen, bürgerliche Freiheiten einzuschränken. </strong>Ihr Interesse besteht darin, für die Nutzung ihrer Werke Vergütungen zu erhalten.<strong> </strong>Hier gilt es Lösungen zu finden.</p><p><strong>b) </strong><strong>Vermeide die Diskussion um die Durchsetzung von Urheberrechten  – sprich stattdessen von den Schwächen des Urheberrechts.</strong></p><p>Selbstverständlich muss das Urheberrecht einfacher verständlich und nutzerfreundlicher werden. Aber in einer Zeit, in der es offensichtliche Probleme mit der Um- und Durchsetzung gibt, ist es zynisch die Probleme zu ignorieren und stattdessen ausschließlich darüber zu sprechen, was einem am UrHR nicht gefällt. Benötigt wird eine Diskussion über BEIDES –Anpassungen <span
style="text-decoration: underline;">und</span> demokratisch akzeptable Formen, geltendes Recht auch durchzusetzen. Dies ist der Kompromiss der aus gesellschaftlicher Sicht erarbeitet werden muss.</p><p>Diskussionsbeiträge, die ausschließlich die PR Strategie der Technologiekonzerne so  kenntnisfrei und unreflektiert umsetzen wie Dein Artikel sind mittlerweile glücklicherweise eher selten.</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">4. Desinformation</span></strong></p><p>Wir beobachten täglich wie massenhaft teils absurde und abwegige Fehlinformationen gestreut und weiterverbreitet werden – vor allem online, in Blogs und Foren (wobei sich dort mittlerweile zunehmend qualifiziertere Stimmen zu Wort melden die sich, im Gegensatz zu den früheren Jahren, nicht mehr von anonymen Lynchmobs unsachlich niederbrüllen lassen) und vor allem von selbsternannten „Internet-Evangelisten“ von Beckedahl bis Kreuzer, aber auch in traditionellen Medien.</p><p>Das Prinzip von Propaganda hat sich nicht verändert &#8211; man muss Dinge vor allem oft genug wiederholen, dann glaubt die Mehrheit der Bevölkerung sie irgendwann &#8211; unabhängig vom Wahrheitsgehalt.</p><p>Auch hier fügt sich Dein Artikel nahtlos ein. Eine Handvoll von zahllosen Beispielen:</p><p>(1) <em>„Das sogenannte Urheberrecht dient nämlich keineswegs (…) den Kreativen, sondern es dient als Schutzrecht der Entertainment- und Verlagswirtschaft <strong>fast ausschließlich den Interessen der Kulturindustrie</strong>.“</em></p><p>Fakten:</p><p><span
style="text-decoration: underline;">a) Urheberrechte von Musikautoren</span></p><p>Die GEMA nimmt in Deutschland bekanntermaßen die allermeisten musikalischen Urheberrechte wahr.  Niemand muss ihr beitreten und sie damit beauftragen. Sie ist ein Verein, dessen oberstes Organ die Versammlung ihrer Mitglieder &#8211; Komponisten, Textautoren und Verleger – ist. (Autoren haben in dieser übrigens die Mehrheit gegenüber den Verlegern.)</p><p>Man kann und sollte viele Dinge an der Arbeit der GEMA kritisieren,  m.E. konstruktiv, d.h. dann auch mit umsetzbaren Verbesserungsvorschlägen, denn es gibt weder für Nutzer von Musik noch für Urheber und insbes. kleine, unabhängige Musikunternehmen eine bessere und realistische Alternative zu kollektiver Wahrnehmung. Deshalb sollten die Mitglieder der GEMA dafür sorgen, dass sie auch in der digitalen Welt funktioniert – und wir sind uns wahrscheinlich sogar darüber einig, dass dies noch nicht der Fall ist.</p><p>Der sog. „Verteilungsplan“, der die Verteilung der Einnahmen aus urheberrechtlichen Vergütungen regelt, mag Dir zu kompliziert erscheinen (vielen Mitgliedern einschließlich mir übrigens auch) ABER die wichtigsten Fakten sind dann doch einfach:</p><p><strong>Urheber erhalten <span
style="text-decoration: underline;">60%</span> aller Einnahmen aus „Vervielfältigungen“ (=Tonträgerverkäufen, Downloads etc.) und <span
style="text-decoration: underline;">66,66%</span> aller Einnahmen aus Sendung und Aufführung (TV, Radio, streaming etc.). </strong>(Ja, nach Abzug der Kosten der GEMA (lagen 2010 bei 14,2%<a
href="#_ftn5">[5]</a>)<strong>. Diese 60% bzw. 66,66% sind <span
style="text-decoration: underline;">Mindestbeteiligungen</span>. </strong>Erfolgreiche Autoren verhandeln häufig höhere Beteiligungen, gründen ihre eigenen Verlage etc..</p><p><span
style="text-decoration: underline;">b) Rechte an Musikaufnahmen </span></p><p>Auch die GvL, die Verwertungsgesellschaft für Leistungsschutzrechte verteilt Einnahmen in etwa zu gleichen Teilen zwischen Künstlern und Labels.</p><p>Du hast es wahrscheinlich noch nicht bemerkt: Die Musikwirtschaft ist schon seit Jahren überwiegend „independent“ geprägt. Der Forschungsbericht des BMWi hat bereits 2009 <a
href="#_ftn6">[6]</a> bei der Analyse der 2006er Zahlen festgestellt, dass</p><p>- weit mehr als 60% aller Unternehmensumsätze der Musikwirtschaft von kleinen, mittleren und Kleinstunternehmen erzielt werden;</p><p>- 95% der 3.884 damals tätigen Musikunternehmen weniger als 2 Mio. Euro Umsatz erzielten;</p><p>- es nur 9 Unternehmen gab die mehr als 50 Mio. Euro Umsatz erzielten – darunter die vier (bald wohl nur noch 3) Majors – die in Deutschland nun auch eher mittelständische Größenordnungen haben.</p><p>Die von Dir pauschal als „Verwerterindustrie“ verunglimpfte Branche besteht im Musikbereich aus Menschen, die überwiegend in kleinen, mittelständischen, Tausenden von Kleinstunternehmen oder selbstständig ihren Lebensunterhalt versuchen zu verdienen. Viele davon sind Künstler, die sich selbst vermarkten – teils bereits bekannte, die kleine Unternehmen betreiben in denen die Arbeit getan wird, die traditionell von Labels übernommen wurde, teils die wachsende Anzahl junger Künstler, die einfach niemanden mehr finden, der in ihre Karrieren investieren könnte oder wollte. Die von Dir versuchte Spaltung von Künstlern und „Verwerterindustrie“ ist &#8211; vor allem im independent Bereich &#8211; ein längst überholtes Klischee aus den 80er Jahren.</p><p>Und der häufigste Deal zwischen Künstlern und independents ist? Der sog. „klassische Indiedeal“: <strong>Alle Einnahmen werden nach Abzug der Kosten 50/50 geteilt.</strong></p><p>Das ist heutzutage alles Basiswissen jedes Berufsanfängers in der Musikwirtschaft. Dass Du 2011 einen Artikel veröffentlichst und trotz dieser leicht recherchierbaren Fakten behauptest, Urheberrechte dienten „<em>fast ausschließlich den Interessen der Kulturindustrie“</em> belegt vor allem Deine frappierende Unkenntnis.</p><p><span
style="text-decoration: underline;">c) Beispiel: Film</span></p><p>Wenn Du Dich für qualifiziert genug hältst, Vorschläge zur Ausgestaltung des Urheberrechts zu machen, solltest Du bedenken, dass Deine Aussagen die Lebensumstände aller betreffen, die kreative Güter produzieren. In Deutschland sind das mehr als 1 Mio. Menschen <a
href="#_ftn7">[7]</a>.</p><p>Auch als Konzertveranstalter könntest Du am Abspann bemerkt haben, dass hunderte von Mitwirkenden an der Entstehung von Filmen arbeiten. Filme werden hochgradig arbeitsteilig erstellt, benötigen umfangreiche Vorfinanzierung, Planung, und nach Fertigstellung leistungsfähige Vermarktung wenn sie erfolgreich werden sollen.  Sie sind nicht das Produkt einzelner, selbstfinanzierter Urheber. Der urheberrechtliche Schutz des fertigen Films sichert nicht nur den Lebensunterhalt der Drehbuchautoren und anderen beteiligten Urheber, sondern auch den der Kameraleute, Beleuchter, Schauspieler, Maskenbildner, Cutter, Cateringunternehmen, Regisseure, Produzenten und aller anderen Mitwirkenden.</p><p>Wie eingangs erwähnt, sind in Deinem Artikel nicht einmal im Ansatz Lösungsvorschläge erkennbar. Willst Du ernsthaft behaupten, die Bezahlung aller Mitwirkenden wäre auf Dauer ohne urheberrechtlichen Schutz des Films finanzierbar? Mit oder trotz zunehmender Kino.to und torrent Nutzungen?</p><p><strong>(2) </strong><em>„Das Urheberrecht soll eigentlich die Leistungen von Kreativschaffenden schützen. (…)sie sollen an jeder wirtschaftlich relevanten Nutzung ihrer Werke finanziell beteiligt werden.“ </em>Absolut richtig. Aber dann: <em>„In der Praxis lassen sich Verwerter wie Plattenfirmen oder Verlage jedoch meist sehr weitgehende oder ausschließliche Nutzungsrechte übertragen. <strong>Oft darf der Urheber danach sein eigenes Werk nicht mehr nutzen.“ </strong></em></p><p>Wie bitte? „Oft“ darf der Urheber sein Werk nicht mehr nutzen wenn er einem Verlag eine Beteiligung an Nutzungsrechten verkauft oder übertragen hat (was der Kern deutscher Verlagsverträge ist)?  Wofür nutzt ein Urheber sein Werk denn „meist“? Wenn er auch Interpret ist, zumeist doch wohl für</p><p>- Konzerte &#8211; willst Du jemandem weismachen Urheber dürften ihre Werke dann „oft“ nicht mehr spielen? Unsinn.</p><p>- Musikaufnahmen &#8211; soll das heißen er kann die Werke dann nicht mehr aufnehmen? Sie nicht auf Tonträgern, bei itunes, simfy, emusic, etc. selbst oder von einem (selbst gewählten) Labelpartner veröffentlichen lassen? Ebenfalls Unsinn.</p><p>- Sendungen &#8211; dürfen Urheber ihre Werke nach Veräußerung einer Beteiligung an Nutzungsrechten „oft“ nicht mehr beim rbb oder auf byte.fm spielen lassen? Kompletter Unsinn.</p><p>Wovon sprichst Du? Ich kann nur raten welche seltenen Situationen Du hier versuchst zu verallgemeinern. Wenn Urheber sich – selbstverständlich freiwillig &#8211; entscheiden, Beteiligungen an Nutzungsrechten zu veräußern, müssen sich die Geschäftspartner natürlich in der Folge bei einigen (aus Sicht der meisten Autoren viel zu selten stattfindenden) Nutzungen abstimmen. Will man die Musik für die nächste Coca Cola Kampagne sein und wenn ja, was soll man dafür verlangen etc.. Auch dabei entscheidet &#8211; zumindest bei uns und den Verlagen mit denen wir arbeiten &#8211; letztlich immer der Urheber.</p><p>Und natürlich gibt es aus offensichtlichen Gründen für Interpreten zeitlich begrenzte sog. „re-recording restrictions“ – für Urheber, wie Du zu behaupten scheinst, ist das abwegig.</p><p>Schließlich bedeutet – auch wenn sich „Plattenfirmen oder Verlage jedoch meist sehr weitgehende oder ausschließliche Nutzungsrechte übertragen“ lassen, dies keinesfalls, dass Kreative nicht „an der wirtschaftlich Nutzung ihrer Werke finanziell beteiligt werden“. Wie jeder der auch Künstler vertritt, streite ich mit Labels gern für höhere Beteiligung der Künstler – das liegt in der Natur der Geschäftsbeziehung. Aber es gibt Gesetze, Verträge und notfalls Gerichte um solche Konflikte zu lösen. Und diese Konflikte sind bisher alle gelöst worden, ohne dass das Urheberrecht dem im Wege gestanden hätte – im Gegenteil.</p><p><strong>Dagegen ist 100% sichergestellt, dass Künstler ÜBERHAUPT KEINE Beteiligung erhalten, wenn Unternehmen wie Rapidshare, Megaupload (aber auch Google <a
href="#_ftn8"><strong>[8]</strong></a>) unlizensiert substantielle Beträge mit ihren Werken verdienen. </strong></p><p>(3) <em> „Ist es richtig(…) daß ein Künstler bei jeder Kopie den Urheber um Einverständnis bitten muß, wie es in Europa gang und gäbe ist?“ </em></p><p>Nein, es ist nicht richtig und deshalb auch nicht „gang und gäbe“ bei jeder „Kopie“ (Du musst „Coverversion“ meinen, sonst macht der Satz überhaupt keinen Sinn) den Urheber um Einverständnis zu bitten.</p><p>Für Coverversionen müssen Künstler keine Genehmigungen einholen. Nur bei substantieller Veränderung und auch nur wenn man das substantiell veränderte Werk kommerziell veröffentlichen will, ist die Einwilligung des Urhebers zur Werkveränderung nötig. Darüber was eine substantielle Veränderung darstellt kann man in der Tat streiten und der VUT spricht sich für eine Überarbeitung des Zitat- und Bearbeitungsrechts aus um der Realität zu entsprechen, dass viel mehr Nutzer als früher Werke zu ihrem Vergnügen oder auch kommerziellen Zwecken verändern.</p><p>Ob deshalb jeder Nationalsozialist ohne zu fragen Dein Werk mit neuem Text versehen können sollte ist die zu Recht häufig gestellte, weiterhin zu beantwortende Frage.</p><p>(4) <em>„Ein Ammenmärchen der Kulturindustrie besagt, illegale Downloads seien schuld daran, daß Künstler nicht mehr von ihrer Kunst leben können.“</em></p><p>Die Auswirkungen unvergüteter Musiknutzungen wurden seit Jahren in unabhängigen wissenschaftlichen Studien untersucht und dokumentiert. Alle nachstehend genannten Untersuchungen sind nach wissenschaftlichen Richtlinien entstanden und von anerkannten Fachzeitschriften mit peer review publiziert worden.</p><p>Die negativen Auswirkungen von unvergüteten Musiknutzungen auf Musikverkäufe wurden in folgenden Studien nachgewiesen und veröffentlicht:</p><p>Liebowitz „Creative Destruction or just Plain Destruction“ (2004a, 2006a, Theorie), Liebowitz „Testing File-Sharing’s Impact on Music Sales in Cities“ (2008a, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Zentner „Measuring the Effect of File Sharing on Music Purchases“ (2006, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Rob und Waldfogel “Music Downloading, Sales Displacement and Social Welfare” (2006, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Lee “The Effect of File Sharing on Consumers Purchasing Patterns” (2006, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Leung “Should the Music Industry Sue Its Own Customers?” (2008, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Huygen et al. “Ups And Downs. Economic And Cultural Effects Of File Sharing On Music, Film And Games“ (2009, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Michel “The Impact of File Sharing On The Music Industry” (2005, Theory and Survey Based Approach), Hong “Measuring the Effect of Napster on Recorded Music Sales” (2009, Theory and Survey Based Approach), Peitz und Walbroeck “The Effect of Internet Piracy on Music Sales” (2003,2004, Theory and Survey Based Approach).</p><p>Spezifische Schäden durch File Sharing, etwa in Bezug auf ihre Verursachung durch bestimmte Konsumentengruppen oder in Bezug auf den Bekanntheitsgrad der betroffenen Künstler oder auch in Bezug auf zu definierende (theoretische) Umstände unter denen die (von keinem der u.g. Autoren  geleugneten Schäden) theoretisch ausgeglichen werden könnten  wurden durch die folgenden Untersuchungen dokumentiert:</p><p>Curien und Moreau „The Music Industry in the Digital Era“ (2005, Theorie), Bayaan „Technology and the Music Industry” (2004, Theorie), Peitz und Walbroeck “Why the Music Industry may gain from free Downloading” (2006, Theorie), Boorstin “Music Sales in the Age of File Sharing” (2004, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Mortimer und Sorensen “Supply Responses to Digital Distribution: Recorded Music and Live Performances” (2005, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Bounie et al. (2005, Pure Survey Based Approach), Gopal et al. “Do Artists Benefit from Online Music Sharing” (2006, Theorie und Survey Based Approach), Bhattacharjee et al. “The Effect of Digital Sharing Technologies on Music Markets. A Survival Analysis of Albums on Ranking Charts” (2007, Approach Based on Empirical Data from P2P File Sharing Usage), Blackburn “On-line Piracy and Recorded Music Sales” (2004, Approach Based on Empirical Data from P2P File Sharing Usage).</p><p>Im Februar 2011 wurde der BASCAP-Report „Estimating the global economic and social impacts of counterfeiting and piracy” der Internationalen Handelskammer veröffentlicht. Die Befunde dieses Reports dokumentieren ebenfalls das Ausmaß der Schäden die durch unlizensierte Musiknutzungen entstanden sind. Da die Autoren Befunde aus der wissenschaftlich anerkannten Literatur nutzen um die aus Marktdaten gewonnenen Ergebnisse nach unten zu korrigieren, Schäden durch Streaming noch nicht mit einbezogen wurden und jeder Download als Single (nicht als Album) gewertet wurde können ihre Daten als relativ zuverlässige Einschätzung der unteren Grenze betrachtet werden; auch wurde durch die Auswertung der Daten von weltweit 19 verschiedenen Instituten in 16 Ländern sichergestellt, dass eine manipulative oder tendenzöse Befragung oder Auswertung sehr schwierig durchführbar gewesen wäre. Eine weitere Stärke des Reports besteht in einer klaren Abgrenzung des „commercial value“ von digitaler Musik-Piraterie von den tatsächlich aufgetretenen „business losses“, d.h. der BASCAP-Report schließt Überschätzungen der Verluste durch fälschliche Interpretationen der Downloads als 1:1 Kaufverluste konsequent aus.</p><p>Bislang liegen nur zwei Veröffentlichungen vor, die zu dem Ergebnis kamen File Sharing würde die Musikverkäufe positiv beeinflussen: Chi (2008) kam zu diesem Befund in dem Kirchenbesuche und Strafzettel als proxy für File Sharing genutzt wurden, ihr lagen keine (!) Daten zum tatsächlichen File Sharing Verhalten der Befragten vor. Andersen und Frenz (2007) kamen zu ihrem Befund durch eine methodische Vorgehensweise die es ausschloss, dass der Zusammenhang zwischen File Sharing und Musikverkäufen durch eine dritte Variable hätte beeinflusst werden können, daher wurden die Autorinnen bereits frühzeitig in Bezug auf ihre Methodik kritisiert. Eine Re-Evaluation ihres Datensatzes durch Barker (2011) ergab aber sogar darüber hinaus schwerwiegende neue Erkenntnisse: <strong>Andersen und Frenz hatten bereits herausgefunden, dass bei Abwesenheit von P2P Netzwerken 75% der umsonst konsumierten Musik gekauft worden wäre. Diese Information lag den Autorinnen also bereits 2007 vor, sie zogen es jedoch vor, diese Befunde nicht zu veröffentlichen.</strong></p><p>Weitere zwei Studien kamen zu dem Schluss, dass File Sharing und Musikverkäufe voneinander unabhängig sind. Tanaka (2004) erzeugt diesen Befund durch den Einsatz einer dummy Variable nach der vorherige Albenverkäufe eines Künstlers nicht vorliegen; das hierdurch gewonnene Ergebnis ist natürlich nicht haltbar – entsprach aber vermutlich den Wünschen des japanischen Mobile-Konzerns der das Institut finanziert. Oberholzer-Gee und Strumpf (2007) kamen zu ihrem Ergebnis auf bisher nicht nachvollziehbare Weise da die Autoren sich bis heute mit verschiedenen Begründungen weigern ihre Rohdaten einer erneuten Analyse zur Verfügung zu stellen. Liebowitz (2010) wies jedoch ausführlich auf die gravierenden Unstimmigkeiten der statistischen Auswertungen hin: So müsste nach den Befunden von Oberholzer-Gee nämlich ein Erliegen des amerikanischen Download-Verhaltens außerhalb der deutschen Schulferien (!) eintreten bzw. sogar ein Abrutschen des Download Verhaltens in einen Minusbereich: Der von Oberholzer-Gee präsentierte Regressionskoeffizient  betrug das Dreifache der Standardabweichung. Da inhaltlich eine Download-Tätigkeit im Minusbereich keinen Sinn ergibt, wurde eine Überprüfung der Rohdaten angestrebt um die Fehler in der Datenerhebung bzw. Datenauswertung nachzuweisen – dies ist durch die Weigerung Oberholzer-Gees bis heute nicht möglich.</p><p>Zusammenfassung:</p><p>Obwohl an vier dieser Studien Kritik geäußert werden muss, sollten sie doch abgegrenzt werden von selbsterstellten Tabellen auf Blogs, Diplomarbeiten ohne korrespondierende peer review Veröffentlichungen, emotional gefärbten Ansichten auf eigenen Homepages oder auch gezielt als PR eingeschleusten Werken.</p><p>Man kann davon ausgehen, dass es wie immer multiple Ursachen für Umsatzrückgänge gibt, nur wurden andere Faktoren bisher nicht zuverlässig identifiziert und nachgewiesen. Der gegenwärtige Stand der Forschung spricht dafür, dass unlizensierte Musiknutzungen den größten bisher bekannten Anteil an den Schäden und Einkommensminderungen verursacht haben.</p><p><strong>Du hältst Dich als Konzertveranstalter für qualifiziert die vorliegenden Forschungsergebnisse als „Ammenmärchen“ abzutun und ohne eigene methodische Kenntnisse die einzige Dir wohl vorgelegene  Studie mit der geborgten Meinung zweier Journalisten zu beurteilen? </strong></p><p><strong>Dein Mangel an Kompetenz wird nur von Deiner Überheblichkeit übertroffen. Das ist so ärgerlich, dass hier ein paar klare Worte nötig sind: Minimalvoraussetzung für eine qualifizierte Auseinandersetzung mit den vorliegenden Befunden ist Methodikwissen und Sicherheit im Umgang mit statistischen Methoden.  Du bist nicht in der Lage festzustellen ob die in der FAZ genannten Befunde aus einer wissenschaftlichen Untersuchung stammen oder der Feder eines Lobbyisten. Du bist nicht kompetent genug um einzuschätzen wie die  Ergebnisse entstanden sind und wie sie interpretiert werden sollten. Unstimmigkeiten in der Analyse wie auch Interpretation der Befunde würden Dir entgehen und Du wärest deshalb auch nicht qualifiziert die Arbeit der SPIEGEL- oder FAZ-Journalisten zu beurteilen. Du würdest nicht einmal bemerken, wenn der FAZ-Autor oder der SPIEGEL-Autor die zugrundeliegenden Daten verändert oder falsch dargestellt hätten. </strong></p><p>Ich erzähle Dir mal ein echtes Ammenmärchen:</p><p>„Die Norwegische Studie“</p><p>Im Frühjahr 2009 kam Rabea Weiser in der ZEIT in ihrer Darstellung einer „norwegischen Studie“ zu dem Schluss, diese Studie hätte herausgefunden „Musikpiraten…sind die größte Kundengruppe der legalen Download-Plattformen“. Sie formulierte ihren Artikel auf der Grundlage einer Pressemitteilung, dabei übernahm sie nicht nur unkritisch die darin enthaltenen Zahlen, sondern fügte (unglücklich) noch eigenständig weitere Fehlinformationen hinzu. So bezogen sich die Autoren der Pressemitteilung z.B. noch auf einen kleinen Ausschnitt ihrer gesamten Stichprobe, nämlich die Gruppe der 15-20 Jährigen. Rabea Weiser formulierte diesen Befund jedoch schon in der Überschrift als generellen Befund bezüglich aller „Musikpiraten“. Sie sprach von 2000 befragten Nutzern, tatsächlich bezogen sich die Ergebnisse nur auf die Aussagen von 323 Personen etc. Eine genauere Betrachtung der „Studie“ ergab, dass die Zahlen der Pressemitteilung derart erhebliche Lücken aufwiesen dass eine Einordnung der Befunde unmöglich war. Stattdessen ergab die triviale Methodik (soweit erkennbar) auch nur triviale Befunde: So waren etwa Personen die sich gar nicht für Musik interessierten auch (erwartungsgemäß) kaum Nutzer illegaler Tauschbörsen.</p><p>Nachfragen bei den Autoren der angeblichen „norwegischen Studie“  um diese und andere Probleme der Untersuchung anzusprechen ergab dann überraschenderweise Folgendes: Nach Auskunft des Ko-Autoren Molde an der BI Norwegian School of Management  am 22. 06.2009 handelte es sich bei den Darstellungen auf der institutseigenen Homepage nur um eine „Pressemitteilung“ und eine veröffentlichte Studie gäbe es noch gar nicht. Die einer Telefonbefragung entnommenen Befunde hatten also bisher weder einer unabhängigen Prüfung standgehalten noch war die Studie abgeschlossen. Es hatte keine methodische Überprüfung der Untersuchung gegeben. Es lagen keine Signifikanzprüfungen vor, Angaben zur Literatur fehlten ebenso wie eine Einordnung der Befunde in Bezug auf andere Studien.</p><p>Die Hintergründe der an dieser Untersuchung beteiligten Institutionen ließen allerdings einen Blick „hinter die Kulissen“ zu. Es stellte sich ja die Frage, wie es dazu kommen konnte einige so zweifelhafte und wenig aussagefähige Unterbefunde einer noch nicht abgeschlossenen Telefonbefragung  als Ergebnisse einer „wissenschaftlichen  Studie“ zu präsentieren.</p><p>Die verantwortliche Prof. Gran war neben ihrer Tätigkeit an der BI Norwegian School of Management auch Partner und Senior Advisor der PR-Firma Perduco Kultur, eine Tochterfirma der PR- und Lobbyfirma Perduco AS, die, wie sich herausstellte, auch mit der eigentlichen Durchführung und Auswertung der Untersuchung beauftragt war. Perduco AS ist nach eigenen Aussagen spezialisiert auf „strategic communication“ durch Forschungsprojekte die von ihren Kunden in Auftrag gegeben wurden. Für die anspruchsvollen Kunden („demanding clients“) im privaten und öffentlichen Sektor werden Forschungsprojekte gezielt entworfen, durchgeführt und ausgewertet. Perduco führt jährlich ca. 20.000 Interviews durch. Zu den Spezialgebieten der Perduco AS zählen laut ihrer Eigendarstellung u.a. „Meinungsbildung“ und „reputation building“. Perduco verspricht, zu diesem Zweck die geeigneten „Kommunikationsstrategien“, Texte und Pressemitteilungen zu entwerfen. Auf der Firmen Webpage wird nicht ohne Stolz auf mehr als 1600 „media stories“ hingewiesen die allein im Jahr 2008 aufgrund der von Perduco erstellten Studien und Berichte in 185 verschiedenen Medien erschienen seien. Die Auftraggeber werden auf Perducos Webseite übrigens in keinem Fall genannt.</p><p>Die von Perduco erzeugten Ergebnisse der angeblichen „norwegischen Studie“ konnten erfolgreich in folgenden Medien lanciert werden: Guardian (UK), El Pais (Spanien), AFP, der Freitag, London Daily News, Music Week, Le Monde (Frankreich), Hip Hop Law (USA), Politiken (Dänemark), Die Zeit (Deutschland). Die Pressemitteilung zur „norwegischen Studie“ wurde am 22.04.2009 lanciert – das Urteil im vielbeachteten Verfahren gegen die Pirate Bay Betreiber erging am 17.04.2009.</p><p>Lobbyfirmen wie die o.g Perduco AS versuchen meist nach dem gleichen Prinzip passende „wissenschaftliche Befunde“ zu lancieren. Das Strickmuster für die Erzeugung dieses „Befundes“  ist denkbar einfach  – meist handelt es sich um einen Vergleich der Gruppe A (mögen keine Musik/Filme/Bücher) und der Gruppe B (mögen Musik/Filme/Bücher). Dann wird verglichen in welcher der beiden Gruppen mehr Käufer sind (Oh, Überraschung, Gruppe B) und in welcher Gruppe mehr Nutzer illegaler Downloads oder Streaming Seiten sind (Oh, Überraschung, Gruppe B). Voila &#8211; Piraten sind die besten Kunden. Dich hat das offensichtlich überzeugt.</p><p>Es gibt Variationen dieses Grundmusters und meist wird ausgiebig mit zusätzlichen Auswertungen die alles etwas kompliziert machen und das Grundmuster etwas verstecken sollen garniert. Wissenschaftlich ist dieses Konstrukt natürlich leicht angreifbar, wird aber vom interessierten  Laienpublikum, zu dem auch die Journalisten gehören, selten in Frage gestellt.</p><p>Gut möglich, dass auch in der Kreativwirtschaft jemand glaubt es sei sinnvoll Gefälligkeitsstudien in Auftrag zu geben. Ernstzunehmender Journalismus setzt jedoch fachlich qualifizierte Auseinandersetzung mit der Originalliteratur voraus. Mit dem ungeprüften Abschreiben von anderen Journalisten ist es nicht getan.</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">5. Zum VUT</span></strong></p><p>Schließlich Deine Äußerungen zum VUT und mir persönlich. Sie haben dasselbe Muster wie der Rest Deines Artikels – schlecht recherchiert, unreflektiert und ausschließlich polemisch.</p><p>Meine persönliche Sichtweise zu den angesprochenen Themen habe ich oben dargelegt. Wenn Du glaubst sie mit „eisernem  Verfechten knallharter Law-and-Order Positionen“ treffend zusammengefasst zu haben, habe ich dem nichts hinzuzufügen <a
href="#_ftn9">[9]</a>. Meine persönliche Meinung ist für die Arbeit des VUT ohnehin nicht relevanter als die der anderen Vorstände und Mitarbeiter.</p><p>Wir sprechen und ringen im VUT um die richtigen Antworten und gehören nicht zu denjenigen, die behaupten alle zu kennen. Wir haben zu vielen Themen sehr unterschiedliche Meinungen und das ist, wie man in Berlin gern sagt, gut so. Wir arbeiten transparent, wenn wir uns auf etwas verständigen können, veröffentlichen wir es. Wenn nicht, dann nicht. Alles was wir beschließen ist öffentlich zugänglich.</p><p>Zu den Mindestanforderungen an jemanden, der sich qualifiziert zu Positionen des Verbandes äußern will, gehört die öffentlich zugänglichen Dokumente zum Thema zu lesen. Wir wissen nicht, worauf Du Dich mit „komischen Vorlagen“ beziehst, aber falls Du etwas Strukturiertes sagen möchtest solltest Du Dich mit den veröffentlichten Texten auseinandersetzen.</p><p>Wir haben wenig zum Urheberrrecht veröffentlicht, die Stellungnahme zu den Fragen der Enquete Kommission Internet und digitale Gesellschaft zum Urheberrecht, die mittlerweile seit fast einem Jahr online steht <a
href="#_ftn10">[10]</a>, ist eines der wenigen ausführlicheren Dokumente.  Weil die Dinge sich in diesem Bereich schnell entwickeln ist sie aus unserer Sicht teilweise schon wieder überholt, aber falls Du an einer ernsthaften Auseinandersetzung statt selbstgefälliger Polemik interessiert gewesen wärest, wäre das ein Ausgangspunkt gewesen.</p><p>Wenn Du Dich weitergehend informiert hättest, wüsstest Du, dass der VUT sich FÜR eine Anpassung des Urheberrechts an die digitale Welt ausspricht – beispielsweise für eine Reform des Bearbeitungs- und Zitatrechts und grundsätzlich für Vereinfachungen des Urheberrechts und des Umgangs damit &#8211; weil es auch aus unserer Sicht zutrifft, dass jetzt mehr nicht-professionelle Nutzer damit zu tun haben. Wir unterstützen non-invasive Vorschläge zur Überarbeitung der Haftungsprivilegierung bei gewerblich betriebenen Urheberrechtsverletzungen. Und ja, auch aus unserer Sicht gibt es kontraproduktive Auslegungen des Urheberrechts, die auf den Prüfstand gehören.</p><p>Es ist nicht nachvollziehbar, warum es problematisch sein sollte wenn Dich ein VUT Vorstandsmitglied nach Deiner Meinung fragt. Alle Vorstände tauschen Gedanken mit anderen zu diesen Themen aus &#8211; auch und gerade mit Menschen, die abweichende Meinungen haben. Es gibt schon genug die glauben, das algorithmisierte Ergebnis Ihrer Google Suche gäbe tatsächlich das Wissen der Menschheit objektiv wieder <a
href="#_ftn11">[11]</a>.  In Anbetracht Deiner oben aufgezeigten Informationslücken bezüglich des Urheberrechts stellt sich allerdings die Frage ob eine Unterhaltung gerade mit Dir zu diesem Thema sinnvoll ist.</p><p>Die Behauptung, der VUT würde „hierzulande“ Forderungen „durchwinken“, soll offensichtlich suggerieren, dass independents in anderen Ländern andere Positionen vertreten. Auch hier muss ich Dich auffordern, Deine Hausaufgaben zu machen wenn Du ernst genommen werden willst. Die Stellungnahmen unserer internationalen Schwesterorganisationen sind online zugänglich, Positionen  der englischen AIM <a
href="#_ftn12">[12]</a>, wie die der amerikanischen independents A2IM <a
href="#_ftn13">[13]</a> (auch zur freiwilligen Vereinbarung zwischen ISPs und Inhalteproduzenten &#8211; einem Konzept für das wir uns in der Tat auch hierzulande ausgesprochen haben) und zum Protect IP Act der Obama Administration, der über das hinausgeht, was wir gefordert haben. Ditto die diversen Stellungnahmen unserer europäischen IMPALA Organisation.</p><p>Du zitierst Don Henley, den Mitbegründer der Recording Artists Coalition mit <em>»Die Musikindustrie hat Unmengen von Geld mit diesen Masterbändern verdient, viel mehr als die Künstler«. </em><strong>Dann unterschlage doch nicht was er noch zum Thema Deines Artikels sagt: „Today, I would say that I find the huge internet companies to be more of a threat. I am still not a fan of the large record companies, but on this issue of copyright and protection of creative works, I find myself on the same side of the table with them”. </strong></p><p>Du solltest Dich fragen warum Künstler, die sich, wie unabhängige Musikunternehmen auch, über alle möglichen Dinge mit Majors streiten, im zentralen Interessenkonflikt gemeinsam mit allen anderen, die kulturelle Güter produzieren und intelligent genug sind Propaganda zu erkennen  und Zusammenhänge zu verstehen, gegen die einseitige Durchsetzung der Interessen von Technologieunternehmen aussprechen.</p><p>Und Vorsicht mit der unreflektierten Verwendung von „reaktionär“. Nicht alles was den Interessen von Technologiefirmen dient ist automatisch progressiv. Wir wissen spätestens seit den 70er Jahren, dass Technologie nicht in sich emanzipatorisch ist, sondern ein Werkzeug &#8211; wie ein Schraubenschlüssel, mit dem man Sinnvolles, Progressives und auch Reaktionäres tun kann. Frag den iranischen Geheimdienst – oder die Tor-Entwickler beim amerikanischen.</p><p>Wenn Du intelligentere Lösungsvorschläge als eine Kulturflatrate hast, kannst Du Dich gern zurückmelden. Ansonsten kann die Welt m.E. auf Deine Stammtisch Beiträge verzichten.</p><p>Mit besten Grüßen,<br
/> Mark Chung</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">An die KONKRET Redaktion:</span></strong></p><p><strong>Als ehemaliger Leser der KONKRET, die zu Recht stolz ist, Vertreter der politischen und literarischen Intelligenz zu ihren Autoren zu zählen, sei mir eine Anmerkung erlaubt.</strong></p><p><strong>Von KONKRET wäre eine intelligente Analyse politischer und ökonomischer Zusammenhänge der aktuellen Debatte zum Urheberrecht von einer linken Perspektive begrüßenswert gewesen.</strong></p><p><strong>Ein so schlecht recherchierter, ausschließlich polemischer Artikel, der unreflektiert, einseitig und fehlerhaft die PR Strategie monopolistischer Großkonzerne wiederkäut hätte einer redaktionellen Überprüfung des Inhalts von Beiträgen m.E. nicht standhalten sollen. </strong></p><p><strong>Ich kann nur hoffen, dass KONKRET &#8211; trotz der kostenlosen online Verfügbarkeit der Inhalte – über ausreichende Mittel verfügt, um Beiträge redaktionell zu bearbeiten. </strong></p><hr
size="1" /> <br
/> <small><strong
id="_ftn1">[1]</strong> “P2P system applications (…) are one of the major reasons cited by Internet users for upgrading their Internet access to broadband”  (T. Mennecke “DSL Broadband Providers perform Balancing Act” zitiert nach Vinay Aggarval, Anja Feldmann, Christian Scheideler: “Enabling Co-Operation between ISPs and P2P systems” Technical Report  No.2, Deutsche Telekom Laboratories (3/2007))</p><p><strong
id="_ftn2">[2]</strong> <a
href="http://digitalmusicnews.com/stories/112910averageage">http://digitalmusicnews.com/stories/112910averageage</a></p><p><strong
id="_ftn3">[3]</strong> <a
href="http://www.pollstar.com/blogs/news/archive/2010/12/29/751701.aspx">http://www.pollstar.com/blogs/news/archive/2010/12/29/751701.aspx</a></p><p><strong
id="_ftn4">[4]</strong> Lobbyist J. Band, zit. n. Levine, Levine “Free Ride” S.27 Random House London 2011</p><p><strong
id="_ftn5">[5]</strong> GEMA Geschäftsbericht 2010 , S.6</p><p><strong
id="_ftn6">[6]</strong> Forschungsbericht Gesamtwirtschaftliche Perspektiven der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland,  Anhang, Statistische Daten, 9. Umsatzgrößenklassen der Kultur- und Kreativwirtschaft 2006,  S.24  BMWi (2/2009)</p><p><strong
id="_ftn7">[7]</strong> ebd.</p><p><strong
id="_ftn8">[8]</strong><a
href="http://www.digitalmusicnews.com/stories/102411adwords?utm_source=twitterfeed&amp;utm_medium=facebook">http://www.digitalmusicnews.com/stories/102411adwords?utm_source=twitterfeed&amp;utm_medium=facebook</a></p><p><strong
id="_ftn9">[9]</strong> Deine Implikation, ich könne 1.300 VUT Mitglieder durch Androhen von Prügel auf Kurs halten ist so abstrus, dass sie zumindest für Heiterkeit und Scherze im VUT sorgt, vielen Dank. Träfe sie zu, müsstest Du ja geradezu darauf aus sein.</p><p><strong
id="_ftn10">[10]</strong> <a
href="http://vut-online.de/cms/index.php?s=stellungnahme+zu+Fragen+Enquete">http://vut-online.de/cms/index.php?s=stellungnahme+zu+Fragen+Enquete</a></p><p><strong
id="_ftn11">[11]</strong> Google hat seit Dezember 2009 die Algorithmen seiner Suchmaschine verändert. Suchanfragen werden entsprechend sozioökonomischem Status des Nutzers, Wohnort, Freunden, Geodaten / Streetview, vorherigen Suchanfragen etc. beantwortet. Kognitive Dissonanzen, etwa durch abweichende Meinungen werden zugunsten effizienterer Werbung ausgeblendet,  d.h. es gibt keine gemeinsamen Suchergebnisse für dieselben Fragen mehr. Stattdessen werden zunehmend bereits bestehende Ansichten und Vorurteile verstärkt. Der Vorgang ist für Nutzer komplett intransparent – sie bemerken den Unterschied in aller Regel gar nicht. Veränderung / Differenzierung / opt-out sind unmöglich.</p><p><strong
id="_ftn12">[12]</strong> Beispiel:  zu DEA und Hargreaves Report:<a
href="http://www.musicindie.com/search?keywords=DEA&amp;x=21&amp;y=11">http://www.musicindie.com/search?keywords=DEA&amp;x=21&amp;y=11</a></p><p><strong
id="_ftn13">[13]</strong> Beispiel Press release zu stop online piracy act <a
href="http://a2im.org/2011/10/27/a2im-press-release-a2im-applauds-the-u-s-house-of-representatives-house-proposed-stop-online-piracy-act-legislation/">http://a2im.org/2011/10/27/a2im-press-release-a2im-applauds-the-u-s-house-of-representatives-house-proposed-stop-online-piracy-act-legislation/</a></small></p><p><strong>UPDATE</strong> Der Brief ist als <a
href="http://www.vut-online.de/cms/wp-content/uploads/Zu-Berthold-Seeliger-KONKRET.pdf">PDF</a> auch auf dem Server des VUT zu finden.</p><p><strong>UPDATE</strong> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/11/literaturliste-musik-online/">Hier gibt es eine Literaturliste zu den angesprochenen Themen</a>.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>191</slash:comments> </item> <item><title>500.000 kostenlose Schülerzeitungen gegen Neonazis und Rassismus</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/07/500-000-kostenlose-schulerzeitungen-gegen-neonazis-und-rassismus/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/07/500-000-kostenlose-schulerzeitungen-gegen-neonazis-und-rassismus/#comments</comments> <pubDate>Mon, 07 Nov 2011 13:03:01 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50963</guid> <description><![CDATA[<p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/11/gegennazis.png" alt="gegen nazis" title="gegen nazis" class="alignnone size-full wp-image-50964" /></p><p>Bands wie ZSK, Die Toten Hosen, Die Ärzte, Fettes Brot, die Beatsteaks, Wir sind Helden, Muff Potter und die Donots unterstützen das Projekt <a
href="http://keinbockaufnazis.de/">&#8222;Kein Bock auf Nazis&#8220;</a>, das sich in erster Linie an Schülerinnen und Schüler richtet.</p><p>Derzeit sammelt die Initiative per Crowdfunding Geld, um eine bundesweit zu verteilende Schülerzeitung drucken zu können, mehr als die Hälfte der zu erreichenden 7.500 Euro sind schon im Topf, aber bis Weihnachten geht da sicher noch mehr!</p><p><a
href="http://www.startnext.de/kban">Alle Infos gibt es hier</a>.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/07/500-000-kostenlose-schulerzeitungen-gegen-neonazis-und-rassismus/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>26</slash:comments> </item> <item><title>Zur Volksabstimmung über das S 21-Kündigungsgesetz</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/04/zur-volksabstimmung-uber-das-s-21-kundigungsgesetz/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/04/zur-volksabstimmung-uber-das-s-21-kundigungsgesetz/#comments</comments> <pubDate>Fri, 04 Nov 2011 12:04:19 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50928</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/9jMDTfyKV2o" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>In dieser Version verstehe ich kein Wort. Aber es geht angeblich um die <a
href="http://www.bw-stimmt-ab.de/">Volksabstimmung über das S 21-Kündigungsgesetz</a>.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/04/zur-volksabstimmung-uber-das-s-21-kundigungsgesetz/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>14</slash:comments> </item> <item><title>Deutschunterricht</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/10/21/deutschunterricht/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/10/21/deutschunterricht/#comments</comments> <pubDate>Fri, 21 Oct 2011 15:29:09 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50842</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/xAemDwDAZno" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p><a
href="http://www.miro-jennerjahn.eu/homepage/">Miro Jennerjahn</a>, Mitglied des Sächsischen Landtags für Bündnis 90/Die Grünen, reagiert in dieser Rede auf den NPD-Antrag &#8222;Deutsch statt &#8216;Denglisch&#8217;&#8220; im Rahmen der 42. Sitzung des Sächsischen Landtags am 12. Oktober 2011. Und unterhält uns damit vortrefflich.</p><p><small>[<a
href="https://www.facebook.com/julia.willich">via</a>]</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/10/21/deutschunterricht/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>47</slash:comments> </item> <item><title>Chris Poole/ moot über Online-Identität</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/10/18/chris-poole/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/10/18/chris-poole/#comments</comments> <pubDate>Tue, 18 Oct 2011 16:28:05 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50826</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/nbPASJiAfu4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p><a
href="http://en.wikipedia.org/wiki/Christopher_Poole">Chris Poole</a>, der unter dem Pseudonym <em>moot</em> für <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/4chan">4chan</a> gestartet hat und danach <a
href="http://canv.as/">Canvas</a> gründete, spricht in diesem Vortrag während der Web 2.0 Summit in San Francisco über Online-Identität, über Facebook, über Google. Und er sagt in nicht einmal 10 Minuten mehr als manch anderer Redner in einer Stunde.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/10/18/chris-poole/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>11</slash:comments> </item> <item><title>Kurzfilm: Occupy Wall Street</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/10/17/kurzfilm-occupy-wall-street/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/10/17/kurzfilm-occupy-wall-street/#comments</comments> <pubDate>Mon, 17 Oct 2011 09:56:17 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50808</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/RGRXCgMdz9A" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p><small>Hinweis: Der Film wurde eigentlich von <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=zjfhOPCPJnE">CoreyOgilvie</a> zu YouTube hochgeladen, seine Version wurde jedoch mit einer Altersgrenze versehen, weshalb ihn hier niemand sehen könnte, der nicht bei YouTube eingeloggt ist.</small></p><p>Es entbehrt natürlich einer gewissen Ironie nicht, dass <a
href="http://off-the-record.de/2011/10/16/occupy-frankfurt-kehrwoche-im-bankenviertel/">einer der besten Texte zu den weltweiten Protesten</a> am vergangenen Wochenende im Blog des Werbeblatts Horizont erschien. Offenbar hat Olaf Kolbrück freie Hand bei seinen Texten, worüber wir froh sein können.</p><p>Denn Olaf hat recht: <a
href="http://taz.de/Demos-gegen-Banken-und-Sparzwaenge/!80048/">Diese Proteste</a> funktionieren nicht allein &#8222;von unten&#8220;, zu den 99% gehören Mittelstand und Mittelschicht, so es sie denn noch gibt, dazu. Dass dies auch von denen erkannt wird, <a
href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/politik-und-internet-mein-neues-leben-unter-piraten-11493287.html">von denen man es vielleicht nicht erwartet hätte</a>, ist ein gutes Zeichen.</p><p><small>Kann mir jemand erklären, was <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=Xa1OeYnGH1Q">der Unfug mit dem polizeilichen Entfernen von Sitzunterlagen</a> soll? Was kommt als nächstes? Will man uns die Wollmützen wegnehmen? Oder gar die Schuhe?</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/10/17/kurzfilm-occupy-wall-street/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>30</slash:comments> </item> </channel> </rss>
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