Archiv

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Unser Netzgemüse-Rant, vorgetragen auf der re:publica 2013

Die Zukunft gehört der Jugend?

In einem Land, das Klopapier mit Blüten bedruckt,
es “Danke” und “Happy End” nennt,
schließen wir Jugendheime,
bauen eingezäunte und Kamera-überwachte Spielplätze,
Kamera-überwachte Schulen
kümmern uns um gerade Zähne, damit alle gleich aussehen.
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Telekom führt Ende der Netzneutralität ein: Eine Idee.

netzneutralitaet
Das könnte ihr Spreeblick sein.

(Bitte die Updates am Ende des Artikels beachten!)

Das Ende des Internets, wie wir es kennen (Satzzeichen von mir, hier ein schönes Symbolbild). In der Tat.

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Harhar-Ausfall

Das ist doch nicht mehr lustig.

Schon okay, Jürgen Klopps Haartransplantation braucht natürlich die 17-Klick-Fotostrecke. Und die Auslosung für die Champions League … Topmeldung, verstehe ich. Der Wahl-Slogan der SPD? Irre spannend, interessant, diskussionswürdig, na sicher. Ich denke schon den ganzen Tag an nichts anderes mehr.

Aber dass seit heute Morgen die weniger wichtigen Meldungen anscheinend völlig von den Startseiten der Nachrichtenportale verschwinden, finde ich trotzdem ein bisschen traurig. Knapp 30.000 Atommüll-Fässer im Ärmelkanal sind natürlich nichts ungewöhnliches, ist auch egal, wer dafür in den 50ern und 60ern verantwortlich war, und wenn man sich mit den Handflächen ganz doll auf die Ohren haut, dann weiß man nach wenigen Stunden: So etwas wäre heute gar nicht mehr möglich. Schließlich werden inzwischen ja sogar Hausmülltonnen per Video überwacht, damit anständig getrennt wird.

Und dass die andalusische Regierung soeben ein Gesetz erlassen haben soll, welches Banken nicht nur zu einer Strafzahlung bei nicht vermieteten Wohnungen zwingt, sondern selbige Banken auch noch für drei Jahre ihrer Immobilien enteignet, um Zwangsräumungen bei sozialen Härtefällen zu verhindern … naja. Das ist sicher wieder so ein Unfug, der nur in wenigen Blogs steht. Muss man nicht thematisieren.

Im Ernst: Weiß jemand näheres über dieses andalusische Gesetz, den Wahrheitsgehalt der Meldung und wie rechtssicher bzw. durchsetzungsfähig das Ganze wäre/ist?

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Bestandsdatenauskunftsaufnahme

lebowski

In Douglas Adams’ Per Anhalter durch die Galaxis beschweren sich die Einwohner der Erde über die anstehende Sprengung ihres Planeten durch die Vogonen. Diese können aber nur den Kopf schütteln ob der Proteste der Menschen: Die Pläne für den Bau der galaktischen Umgehungsstraße, für die nun die Erde weichen muss, hätten schließlich im Vorfeld lang genug im Planungsbüro auf Alpha Centauri ausgelegen. Für Einspruch wäre es jetzt zu spät.

Man fühlt sich oft wie der menschliche Held des Buchs, Arthur Dent, wenn es um Netzpolitik geht. Man glaubt vielleicht, beim Thema Leistungsschutzrecht für Presseverleger noch relativ gut informiert zu sein (als würde das in Entscheidungsfragen irgend etwas ändern), spätestens aber bei der gestrigen Entscheidung des Bundestags zur Bestandsdatenauskunft bleibt einem nur ein von Fragezeichen umgebenes WTF als Reaktion übrig. Zwar hatte Netzpolitik.org schon im Oktober 2012 auf den Gesetzentwurf hingewiesen, aber nach Hinweisen auf die offenbar äußerst umfangreichen Änderungsplänen in den Massenmedien – beispielsweise in den TV-Abendnachrichten – sucht man vergeblich.

Vielleicht müssen wir häufiger nach Alpha Centauri reisen, um rechtzeitig informiert zu werden über das, was der Bundestag in Sachen Internet plant. Vielleicht hätte man dann genügend Zeit, sich über diese Pläne zu informieren. Denn vielleicht wird ja auch alles zu heiß gekocht, vielleicht überhören wir die ruhigeren Stimmen.

Vielleicht leben wir aber auch längst in einem Überwachungsstaat.

Wir werden es wohl erst dann wissen, wenn zu spät ist oder der ganze Kram mal wieder von Karlsruhe gestoppt wurde. Solange aber Entscheidungen mit derartigem Aufregungspotential immer und immer wieder weder anständig kommuniziert noch erläutert und diskutiert werden, bleibt das Misstrauen gegenüber den Verantwortlichen bestehen. Und zwar zu Recht.

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Haben Sie Tattoos?

UPDATE Bitte verfolgt auch die Kommentare hier, es gibt einige Zweifel an der Echtheit des unten verlinkten Artikels. Falls ich einem PR-Fake aufgesessen bin, bitte ich um Entschuldigung.

UPDATE 2 Die Anklage wegen Verbreitung von Pornografie war echt (Dokumente liegen uns vor), wurde aber mittlerweile eingestellt.

Mein Original-Post:

Was passiert wohl, wenn man bei der Polizei Anzeige wegen massiver Bedrohung der eigenen Person im Internet erstattet?

Richtig geraten: Man fängt sich unter Umständen selbst eine Anzeige ein.

Die ganze, unglaubliche Geschichte bitte im freidimensionalblog lesen.

Mag sein, dass die Polizei hierzulande mehr Befugnisse braucht, um im Internet ihre Arbeit verrichten zu können. Zuerst wäre erhöhte Kompetenz aber sicher auch schon sehr hilfreich.

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Datenschutzlücken bei eBay?

1, 2, 3 … bei vier könnte es bereits ordentlich brodeln, wenn sich als wahr herausstellt, was ein unter dem Decknamen “Unbequem” schreibender Autor gestern im sellerforum über eBay bzw. deren Callcenter-Dienstleister “Competence Call-Center” (CCC – sic!) veröffentlicht hat.

Die Person, die sich als ehemaliger Mitarbeiter des Callcenters vorstellt, wirft dem “Competence Call-Center” nicht nur Lohndumping vor, sondern behauptet auch gravierende Sicherheitslücken bei dem Unternehmen, das wohl den kompletten Kundenservice für eBay abwickelt.

So habe jeder CCC-Mitarbeiter Zugriff auf die privaten Nachrichten aller eBay-Mitglieder, und gewerbliche eBay-Kunden könnten sich bei einem Anruf im Callcenter mit Informationen verifizieren, die nicht selten öffentlich für jeden verfügbar sind. Anders gesagt: Es soll recht einfach sein, sich am Telefon als gewerblicher eBay-Kunde xyz auszugeben und dann Umsätze, Infos über Kaufabwicklungen, Nachrichten usw. abzufragen.

Handle with care: Bisher stellt eine Person Behauptungen auf. Dass man sich überhaupt nicht wundern würde, wenn sich diese als wahr herausstellen, belegt noch nicht ihre Richtigkeit.

Das ganze Posting ist hier zu lesen, der Vorfall wird außerdem inkl. der Reaktion(en) von CCC ausführlich bei sicherheit-online.org dokumentiert.

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Wassermarsch

Was machen Länder, denen es an Geldern fehlt? Sie privatisieren die Wasserversorgung. Und zwar auf Anraten der EU.

Nach dem Klick: Ein aktueller Monitor-Bericht zum Thema, der etwas ältere Film “Water makes money” und die Trailer zu “Bottled Life” und “Abgefüllt (Tapped)”.

Wer die Online-Petition der Europäischen Bürgerinitiative “Wasser ist ein Menschenrecht” unterstützen möchte, kann sich auf der leider entsetzlich langsamen Website right2water.eu informieren oder direkt hier unterzeichnen.
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So.

brief

Eine Brief-Autorin, die im Alter von neuneinhalb Jahren ihren Punkt so klar rüberbringt – und dann auch noch in Schönschrift, obwohl sie echt ‘n Hals hat –, die verdient Gehör.

[via]

Weiß jemand, wie solche Änderungen in Büchern genau aussehen? Gibt es dann in den neuen Versionen einen Anhang, der darauf eingeht und den Prozess dokumentiert?

UPDATE, aus Anlass: Ein Besuch bei der Sprachpolizeiakademie.

UPDATE Der Brief ist echt und wurde auf Facebook bereits mehr als 1.600mal geteilt, Floyd hatte das alles schon recherchiert und auch Helga wusste Bescheid.

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Wirklich irre

Wer sich für einen längeren Text interessiert, nach dessen Lektüre einem Angst und Bange werden kann, der sollte mal bei Capital vorbeiklicken. Spoiler-Alert: In “Wie der Staat unbequeme Steuerfahnder kaltstellt” geht es keineswegs um russische Methoden der offenbar staatlich inszenierten Zwangspsychiatrisierung ehemals erfolgreicher Steuerfahnder. Sondern um deutsche.

UPDATE Tweets wie der von Nils Schuth weisen mich darauf hin, dass Autor Matthias Thieme den Fall schon seit längerer Zeit verfolgt und dokumentiert, hier ein Artikel aus dem Jahr 2009.

[via]

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Gestoppt: ACTA

EU-Kommissarin Neelie Kroes behielt also Recht, nachdem sie bereits Anfang Mai auf der re:publica 2012 behauptet hatte, dass ACTA vom Tisch sei:

Das umstrittene Handelsabkommen wurde vom Europaparlament abgelehnt.

Glückwünsche dazu gehen an alle Aktivistinnen und Aktivisten, die sich mit Kampagnen, Demos und anders gegen ACTA eingesetzt haben!

(Sorry, dass ich dich enttäuschen muss, Lars … vielleicht beim nächsten Mal! ;))

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Geh’ ma’, GEMA [Update]

UPDATE: Mist. Es ist – wer hätte das gedacht – dann doch alles mal wieder nicht ganz so simpel, wie es auf den ersten Blick erscheint, und ich habe offenbar nicht genügend Zeit mit der Recherche verbracht, wofür ich um Entschuldigung bitte. Bitte lest auch den Kommentar von Matthias Hornschuh, der einige Ergänzungen und Richtigstellungen zu diesem Artikel hat, ich habe ihn auch an das Ende des ursprünglichen Artikels kopiert.
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DENIC: Das ist ja spannend!

Manchmal, am Abend, wenn alle Blog-Artikel geschrieben, alle Kommentare beantwortet und alle Katzenbilder geliked sind, dann setze ich mich mit Tanja gemütlich bei einem Glas Rotwein vor den Kamin. Und dann schauen wir ganz romantisch den spannenden DENIC-Imagefilm und diskutieren noch ein wenic darüber – ganz genauso wie das Paar in diesem Spot, der realistischer kaum nachsynchronisiert sein könnte.

[via]

blogoscoop