Ein Video, das 15 Polizisten zeigt, die drei Verdächtige zusammenschlagen (in der Überschrift des YouTube-Videos heißt es „Unschuldige“, hier gibt es inzwischen ein paar Hintergrund-Infos), geht zur Zeit durch die Blogs. Die Brutalität amerikanischer Polizisten gehört längst zur Popkultur (Copland, Bad Lieutenant), im HipHop gelten sie als eine Gang unter vielen, vielleicht nicht die am besten bewaffnete, aber gut vernetzt.
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Lobo loben
Gestern Abend im Ersten, Sascha Lobo auf- und ausgezeichnet bei Maischberger, für TV-Zuseher unsichtbar kommentarbegleitet via Twitter. Die üblichen Bemerkungen, dass da „nichts bei rausgekommen“ sei, kann ich nicht teilen. Read on, my dear…
Netz gegen Nazis: Interview mit Moritz Müller-Wirth
Am Montag startete Netz gegen Nazis, eine Plattform der Zeit gegen, na, Nazis eben. Interview mit Moritz Müller-Wirth nach dem Dingens.
Privater Monolog um Öffentlich-Rechtliches
Ich: Hast du Quoten, Klicks & Kohle gesehen?
Das andere Ich: Wir beide werden von demselben Sehapparat versorgt.
Ich: Ach ja. Vergesse ich immer. Ich hätte nicht gedacht, dass ich dem Focus einmal recht geben würde - aber diese Sendung war wirklich peinlich.
Das andere Ich: Ich hätte nicht gedacht, dass ich dir einmal recht geben würde. Peinlich war die. Zumindest bis ich eingeschlafen bin. Kannst du nochmal zusammenfassen, um was es ging?
Ich: Du bist so ein Penner. Ok: Ein ARD-Reporter hat einen Beitrag zusammen gestrickt, der belegen soll, dass die Verleger-Lobby die legitime Ausweitung des Sendeauftrags der Öffentlich-Rechtlichen ins Internet verhindert und damit aus dem Netz eine einzige Castingshow macht.
Das andere Ich: Dann war die Sendung zwar peinlich - eine Dauerwerbesendung halt: Aber in der Aussage hatte sie recht.
Wehrdienstverweigerer im Generationenkrieg
Als Günther Jauch noch nicht omnipräsent war, sondern nur an einem Tag der Woche ein Drittel der Kanäle besetzte, da moderierte er eine Sendung mit dem Titel „So ein Zoff“.
Während „So ein Zoff“ fiel mir zum ersten Mal etwas auf, das später zum Prinzip aller Sendungen werden sollte, die dem Genre „Talkshow mit dem Anstrich gesellschaftlicher Relevanz“ zugerechnet werden: Menschen werden in zwei Gruppen aufgeteilt, die sich dann möglichst sinnbefreit befehden müssen. Das Jauch-Prinzip. Read on, my dear…
Sebastian Edathy ganz privat
Wie wichtig dem Vorsitzenden des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), seine Privatsphäre ist, demonstrierte selbiger gestern früh beim RadioEins-Interview zum neuen BKA-Gesetz (MP3 dank Boocompany).
Update: Herr Edathy erklärt Humorgrenzen.
Tempelhof retten
Update: Die Sache ist gelaufen. Die genauen Ergebnisse gibt es hier.
Am kommenden Sonntag geht es in Berlin um die Currywurst, wenn es heißt: Heraus zum Volksbegehren zum Flughafen Tempelhof!
Denn trotz hübscher Planungsmöglichkeiten für die Trillionen Hektar große Fläche inmitten der Hauptstadt der Tief-Pflüger (danke, TAZ!) besteht die CDU mit Unterstützung der Axel-Springer-Medien und der ICAT auf den Erhalt des Flughafens. Read on, my dear…
Ermächtigt: Das BKA-Gesetz im Realitäts-Check
Die nun gebündelt und im Klartext vorliegenden vorgesehenen Befugnisse für das Bundeskriminalamt basieren auf der Angst der Menschen (und wenn man wohlmeinend ist, gesteht man auch den zuständigen Behörden, den verantwortlichen Politikern, der Gewerkschaft der Polizei diese Angst zu) vor Terrorismus, wie er in New York, Madrid und London vorgekommen ist. Read on, my dear…
Je t´aime - Wer mit wem?
Alle demokratischen Parteien müssen miteinander koalieren können, sagt man. Man meint es nicht ganz so, vielmehr will man sagen: Alle Parteien, die im Parlament sitzen und nicht NPD oder Die Linke sind, müssen miteinander koalieren können. Aus Sicht des Politikers geht der Satz so: Alle Parteien, die mir die Macht sichern, sind koalitionsfähig.
In Hamburg konnte das bedeuten, dass eine obskure Rechtspartei auf einmal gerade Recht kam, um dem netten Ole von Beust die Macht zu sichern. Da der Führer dieser Partei gerade nicht greifbar ist, gibt jetzt die GAL den devoten Part in der Beziehung. Ein Kulturschock? Sind jetzt alle völlig Metzger?
Mal kurz nachgedacht, Grüne
Angenommen es gäbe Wähler, die mit Hintergedanken für Grün stimmen. Zum Beispiel dem, dass man auf keinen Fall die CDU in einer Regierung sehen möchte. Was, liebe Grünen, passiert dann wohl mit diesen euren Wählern, wenn ihr Schwarz-Grün nicht mehr so richtig doof findet?
Bingo!
Netzaktivismus - Interview Simon Columbus
Ich fremdel ein wenig mit dem Netzaktivismus; ich fürchte, ich bin da altmodisch. Der „Free Burma“-Kampagne stand ich abwartend bis ablehnend gegenüber: umso spannender war es für mich zu beobachten, wie Simon Columbus quasi im Fahrtwind der Aktion sich in mehr und mehr Projekte verstrickt hat. Zeit für einen kleinen Rückblick.
Werkstation ohne China
Die Werkstation GmbH, „Hersteller & Lösungshaus für Info-Terminals, Digital-Signage und Kommunikationssysteme“ aus Besigheim, verkündet auf ihrer Startseite
Mit brutaler Gewalt versucht die chinesische Regierung den Unruhen in Tibet Herr zu werden. Selbst vor Frauen und Kindern macht das Militär keinen Halt. Die Werkstation hat daher beschlossen, keine in China produzierten Komponenten mehr einzusetzen. Wir wissen, dass das nur ein kleiner Beitrag ist – aber wir denken, dass dies wohl die einzige Sprache ist, die die hohen Herren in China verstehen.
und sollte sich damit auf reges Medieninteresse in den kommenden Tagen gefasst machen. Read on, my dear…
Fahrradniederlegung für Rudi Dutschke
Am 11. April 1968 wurde Rudi Dutschke bei einem Attentat lebensgefährlich verletzt. Am Ort des Attentats (Kurfürstendamm/Ecke Joachim-Friedrich-Straße) findet am 11.4. um 15:00 Uhr eine Fahrradniederlegung zum Gedenken an Dutschke statt.
Workshop: The right to the city
Linker Neoliberalismus reloaded: Am Wochenende findet vom 11. bis zum 13. April in den Mehringhöfen ein Workshop statt, der da heißt: „The Right to the City. Soziale Kämpfe in der neoliberalen Stadt“. Es wird also Gentrifizierung gesagt werden dürfen. Zwei der Organisatoren, Jenny Künkel und Armin Kuhn, haben der taz ein Interview gegeben, in dem auch kurz auf die Frage eingegangen wird, ob der Neoliberalismus die Forderungen der Linken miterfüllt.
Olympia 2008: Vielleicht in Peking.
Da haben die Protestler ja ganz schön was angerichtet: Hat das IOC doch tatsächlich überlegt, den Fackellauf abzusetzen. Inzwischen hat Jacques Rogge davon Abstand genommen, aber das Kind ist im Brunnen, und zwar schon länger. Das wird jetzt in erster Linie ein Spießrutenlauf werden. Zurecht.
EU ohne MS?
Eine Strafe in Höhe von 899 Millionen Euro verhängte die Europäischen Kommission Anfang des Jahres gegen Microsoft. Das haben vermutlich viele mitbekommen. Was ich bisher nicht wusste: Rechtskräftig verurteilte Unternehmen sind laut EU-Haushaltsordnung von Vergabeverfahren auszuschließen (für EU-Behörden selbst, für andere Behörden innerhalb der EU ist dies eine „Kann-Vorschrift“).
Ob dies nun bedeutet, dass Behörden innerhalb der EU in Zukunft ohne Microsoft-Produkte auskommen müssen, versucht die Grüne-Europaabgeordnete Heide Rühle mit ihrer Anfrage an die EU-Kommission (PDF) zu klären.
Update: Henning berichtet etwas ausführlicher.
Wenn Geld zittert
Wenn der Kapitalismus auf dieselben Methoden zurückgreift [wie der Staatssozialismus], kann es mit seiner Überlegenheit nicht weit her sein. Man kann darin aber auch eine Rehabilitierung des Individuums sehen. Bisher dachten wir, dass die Systemlogik moderner Gesellschaften so mächtig ist, dass das Innenleben ihrer Individuen dagegen nichts vermag und also vernachlässigt werden kann. Lidl sieht das anders.
Hunger mag der beste Koch sein, aber ob Angst der beste Ratgeber ist? Da müsste man mal Erich Honecker fragen. Read on, my dear…
Be Berlin: Sammelklage gegen den Senat
Na das kann ja dann doch noch spannend werden: Der Werbeblogger berichtet über eine Sammelklage gegen den Berliner Senat im Zusammenhang mit dem Ausschreibungsverfahren zur Be-Berlin-Kampagne.
Fitna
Malte: Geert Wilders ist der frisurigste Mann seit Rudolph Mooshammer, der wiederum von einem Iraker gemeuchelt wurde. Rührt daher die Aufregung?
Frédéric: Vielleicht sollte er Kopftuch tragen. Hätte ja ähnliches Empörungspotential wie sein Film jetzt. Im Grunde genommen gar keines.
CCC veröffenlicht Schäubles Fingerabdruck
Hier findet man die Pressemitteilung des Chaos Computer Clubs zur Veröffentlichung eines Fingerabdrucks von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in der CCC-Clubzeitschrift „Die Datenschleuder“.
Neues Lidl-Logo
Die Handelskette Lidl hat sich ob ihrer Bespitzelungen nicht nur entschuldigt, sondern auch ihr Logo geändert. Die neuen Grafiken sind in ganzer Größe hier zu sehen.
Noch hält es
Heute habe ich geträumt, dass mein bester Freund sich auf großer USA-Tour in ein junges Mädchen verliebt. Wir befanden uns in einem wunderschönen Indian-Summer-Szenario, er hatte sie auf MySpace entdeckt und ihr Liebesbriefe geschrieben und in der Realität war sie noch viel hübscher als auf den MySpace-Fotos (an dieser Stelle hätte ich merken können, dass ich träume, aber darum geht es jetzt nicht). Read on, my dear…
Karlsruhe: Vorratsdatenspeicherung eingeschränkt
Heute morgen hat das Bundesverfassungsgericht den staatlichen Zugriff auf Telefonverbindungsdaten untersagt – nur im Fall der Verfolgung schwerer Straftaten dürfen die Daten genutzt werden. Damit gab Karlsruhe dem Eilantrag von über 34.000 Klägerinnen und Klägern teilweise statt. Mehr Infos u.a. bei Netzpolitik und natürlich beim Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, der nun den Rückritt von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries fordert.
Sei B-Berlin!
Warum muss es immer so leicht sein, PR-Kampagnen blöd zu finden? Warum kann nicht mal irgendjemand von den ganzen beteiligten Profis etwas fabrizieren, auf das man wenigstens mit einem „Nun ja, nicht so mein Ding, aber ganz gut gemacht!“ reagieren kann? Warum wird man als Adressat immer für völlig meschugge erklärt und wie ein Kleinkind behandelt?
Gestatten, Hildebrandt, Sozialdemokrat
Selten genug, dass zu aktuellen politischen Themen Nicht-Politiker befragt werden, die Ahnung haben und trotzdem (oder deswegen, aber das ist selten) eine Meinung. Besonders schön, wenn diese Leute dann auch noch unterhaltsam sind. Dieter Hildebrandt im SZ-Interview über die Linke, die Verstrickungen der Ost-CDU in der SED-Nachfolge, die SPD im allgemeinen und Andrea Ypsilanti im Besonderen:
Was jetzt passiert ist - und ein angeblicher Skandal sein soll -, ist lachhaft. Schließlich ist die SPD eine linke Partei. Und dass sich eine linke Partei vor der Linken schützen soll, das verstehe ich nun überhaupt nicht.
Drei Farben Rot: Die Linke.
Es gibt viele Gründe, Die Linke nicht zu mögen. Sehr viele. Die SED-Vergangenheit. Lafontaine. Die DKP-Leute und sonstige Altkommunisten. Christa Müller. Eine Mitgliedschaft bei CDU, CSU, FDP, SPD oder den Grünen. Berliner Realpolittheater. Das sind keine Schönheitsflecken mehr, das ist eine handfeste Entstellung, schon klar. Trotzdem. Trotzdem ist Die Linke dringend notwendig. Aus vielen Gründen.
Helmut Kohl gestürzt!
Na geht doch. Mindestens 10 Jahre zu spät, aber egal: Kohl ist gestürzt.
Ja, ich weiß, über sowas macht man keine Witze. Tut mir leid. Kommt nicht wieder vor. Gute Besserung.
CCC-Interview zur Online-Durchsuchung
Korrekt müsste es heißen „Focus-Interview mit Chaos-Computer-Club-Sprecherin Constanze Kurz zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Sachen Online-Durchsuchung“, aber wer soll das in den Titel bekommen?
Gleich: Livestream aus Karlsruhe (Update 3)
Update: Soweit ich es richtig verstanden habe, erklärte soeben das Bundesverfassungsgericht die nordrhein-westfälische Version des Gesetzes zur Online-Durchsuchung für verfassungswidrig.
Links zu Newsquellen gibt es bei Netzpolitik.
Update 2: Das Urteil liegt jetzt im Volltext vor.
Update 3: Die Urteilsverkündung als Video.
[via]
