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Große Seeschlachten: Von Wikipedia bis C.H.Beck

Ich bin sehr vorsichtig geworden, wenn es um wirkliche oder angebliche Skandale im Bereich von Urheberrechten und deren Verletzung geht. Ohne lange Recherche kommt man der tatsächlichen Wahrheit selten nahe.

Tatsächlich sieht es aber ganz so aus, als wäre die Entdeckung von Arne Janning, die er hier öffentlich auf Facebook dokumentiert und diskutiert, den ein oder anderen Medienartikel wert. Denn Arne weist nach, dass das geschichtswissenschaftliche Werk “Große Seeschlachten: Wendepunkte der Weltgeschichte von Salamis bis Skagerrak” der Autoren Arne Karsten und Olaf B. Radar in offenbar sehr großen Teilen wörtlich und teilweise inklusive Fehlern aus der Wikipedia abgeschrieben wurde. Ohne, dass die Autoren darauf hinweisen. Diese Meldung findet sich mittlerweile auch in erzürnten Amazon-Rezensionen des Buches wieder.

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2013 according to Twitter

2013 Twitter

Von mir wird es keine 2013-Liste geben, aber Twitter hat unter 2013.twitter.com wieder eine hübsche Übersicht der Highlights des Nachrichtendienstes zusammengestellt. Im Januar mit dabei und mit einer kurzen englischsprachigen Erklärung versehen: #aufschrei.

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The Guardian – NSA Files: Decoded

nsa_guardian

Das ist wirklich irre gut gemacht, was der Guardian da mit seiner interaktiven Aufbereitung der bisherigen Ereignisse rund um Snowdens Enthüllungen auf die Beine gestellt hat. Man wünscht sich solch modernen Journalismus für alle großen und komplexen Themen unserer Zeit.

Klar ist aber auch, dass Produktionen dieser Art jede Menge Geld verschlingen. Weshalb jetzt mal endlich das Guardian-Abo fällig wird bei mir.

NSA Files: Decoded. What the revelations mean for you.

UPDATE Bei heise gibt es eine Timeline der Ereignisse.

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Reichensteuer für Musiker

Den viel zu reißerischen Titel habe ich mir von erfolgreichen US-Mega-Blogs abgeschaut, die gerade den deutschen Markt auf den Kopf stellen (hier kichernden Smiley vorstellen), aber so weit weg ist er gar nicht von der Idee Dave Allens entfernt.

Der Gang of Four-/ Shriekback-Bassist, der sich seit Jahren mit meist sehr ausführlichen Texten in die Musik-/Onlinedebatte einmischt, findet: Die wenigen sehr erfolgreichen Musiker sollten eine spezielle Steuer abführen, die den vielen weniger erfolgreichen Musikern zugutekommt. Solche zweckgebundenen Abgaben sind im Kulturbereich keine ganz neue Idee und ich finde das mindestens diskussionswürdig. Also andenkbar. Also durchaus okay.

Dave Allen: Raise taxes on the rich musicians

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#tvduell: We’re doomed

Twitter war voll mit Kommentaren zum #tvduell (und ist es noch immer), die nach der Sendung folgenden Talkrunden analysierten das Aufeinandertreffen von Merkel und Steinbrück, und heute titeln die Tageszeitungen mit ihrer Wertung des Ereignisses. Man könnte den Eindruck bekommen, dass gestern Abend etwas Großes passiert ist. Dabei war es nichts anderes als die durchgeplante Vorführung von Mittelmäßigkeit.
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Jugend hackt

jugendhackt

Am 7.+8. September veranstaltet die Open Knowledge Foundation Deutschland in Berlin zum allerersten Mal die Jugendkonferenz “Jugend hackt”. Und hat noch freie Plätze.
Das ist bemerkenswert, weil zunächst so viele Jugendliche am Tor gekratzt hatten, dass das zweitägige Event für Haecksen und Hacker im Nu ausgebucht war, die jungen Code-Wizards aber offenbar vergessen haben, dass es die gute alte Email noch immer gibt und somit nie erfahren werden, dass sie zu den Auserwählten gehören.
Jeeez …

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Blackbox Urheberrecht

RTEmagicC_Cover.pngDaniel Brockmeier ist der Herausgeber des eBuchs “Blackbox Urheberrecht”, einer Sammlung von Texten zur Urheberrechtsdebatte, in der ich auch mit einem Artikel vertreten bin. Mit dabei sind außerdem Anonymous, Vera Bunse, Dirk von Gehlen, Nina George, Christoph Keese, Till Kreutzer, Neelie Kroes, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Pim Richter, Frank Schirrmacher, Jürgen Schönstein, Julia Schramm, Michael Seemann, Thomas Stadler, Anatol Stefanowitsch, Udo Vetter und Daniel Brockmeier selbst. Das Buch ist bereits seit Mai 2013 erhältlich und kann in diversen eBook-Portalen in verschiedenen Formaten für 5,99 Euro gekauft werden, alle Autorinnen und Autoren sind an den Gewinnen beteiligt. Und: Am 16. September wird das Buch beim JMB Verlag auch in einer gedruckten Version erscheinen.

Affiliate-Links:
Blackbox Urheberrecht (eBook) für Amazons Kindle und für iOS.
Blackbox Urheberrecht broschiert zum Vorbestellen bei Amazon.

Weitere Links:
Blackbox Urheberrecht (eBook) im Google Play Store (Android).

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NSA-Whistleblower Edward Snowden

Das ist wirklich weltbewegend.

Edward Snowden ist der Mann, der die NSA- und Prism-Dokumente an die die Öffentlichkeit gebracht hat und damit Geschichte schreibt. Der Guardian hat die ganze Story.

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Der interne Terror

Vor über einem Jahr schrieb WIRED über die NSA: “(…) the NSA has turned its surveillance apparatus on the US and its citizens. It has established listening posts throughout the nation to collect and sift through billions of email messages and phone calls, whether they originate within the country or overseas.”

Und schon 2009 mussten sich Google und andere Unternehmen der Kritik stellen, dass sie Nutzerdaten an Obrigkeiten weitergegeben hätten. Google-Chef Eric Schmidt machte daraufhin unmissverständlich klar: “If you really need that kind of privacy, the reality is that search engines, including Google, do retain this information for some time. And [...] we’re all subject, in the US, to the Patriot Act, and it is possible that that information could be made available to the authorities.” Schmidt schloss daraus mit Folge der Entrüstung von Presse und Öffentlichkeit:

“If you have something that you don’t want anyone to know, maybe you shouldn’t be doing it in the first place.”

Es ist also nicht so, dass wir nicht gewarnt waren.
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Streit: Das Generationenmanifest

startrek

Es gibt Zoff. Mal wieder streiten der optimistische Utopist und der pessimistische Kotzbrocken in mir. Es geht um Das Generationenmanifest.
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Train of thought


Hat nichts mit diesem Post zu tun, ist aber grandios: Hollie McNish via Upworthy.

Letzten Samstag in Kreuzberg, die wenigen und vor allem seltenen Sonnenstrahlen werden vor einem Café genossen. Links zieht in einiger Entfernung eine rot-weiße Flaggen schwenkende Demonstration von dannen, ich sehe nur noch den polizeilichen Abschluss, vielleicht ist es eine Solidaritätskundgebung zu den Protesten in der Türkei, ich weiß es nicht. Rechts, am Görlitzer Bahnhof, zieht die Blockupy-Bewegung vorbei – oder alle, die sich irgendwie dazu zählen. Im Café ist es gleich auf Großbild soweit, eines dieser anscheinend jetzt wöchentlich stattfindenden und immer von Bayern München gewonnenen Fußball-Endspiele findet statt, der vollbesetzte Tresen bestellt ein Bier nach dem anderen.

“Brot und Spiele” kommt mir in den Sinn. Um dann auch eines zu bestellen.
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Harhar-Ausfall

Das ist doch nicht mehr lustig.

Schon okay, Jürgen Klopps Haartransplantation braucht natürlich die 17-Klick-Fotostrecke. Und die Auslosung für die Champions League … Topmeldung, verstehe ich. Der Wahl-Slogan der SPD? Irre spannend, interessant, diskussionswürdig, na sicher. Ich denke schon den ganzen Tag an nichts anderes mehr.

Aber dass seit heute Morgen die weniger wichtigen Meldungen anscheinend völlig von den Startseiten der Nachrichtenportale verschwinden, finde ich trotzdem ein bisschen traurig. Knapp 30.000 Atommüll-Fässer im Ärmelkanal sind natürlich nichts ungewöhnliches, ist auch egal, wer dafür in den 50ern und 60ern verantwortlich war, und wenn man sich mit den Handflächen ganz doll auf die Ohren haut, dann weiß man nach wenigen Stunden: So etwas wäre heute gar nicht mehr möglich. Schließlich werden inzwischen ja sogar Hausmülltonnen per Video überwacht, damit anständig getrennt wird.

Und dass die andalusische Regierung soeben ein Gesetz erlassen haben soll, welches Banken nicht nur zu einer Strafzahlung bei nicht vermieteten Wohnungen zwingt, sondern selbige Banken auch noch für drei Jahre ihrer Immobilien enteignet, um Zwangsräumungen bei sozialen Härtefällen zu verhindern … naja. Das ist sicher wieder so ein Unfug, der nur in wenigen Blogs steht. Muss man nicht thematisieren.

Im Ernst: Weiß jemand näheres über dieses andalusische Gesetz, den Wahrheitsgehalt der Meldung und wie rechtssicher bzw. durchsetzungsfähig das Ganze wäre/ist?