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Archiv

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Welttag gegen Internetzensur

Freitag, der 12. März 2010, war der Welttag gegen Internetzensur. Initiiert wurde der Tag von Reporter ohne Grenzen, die zu diesem Anlass den Bericht „Feinde des Internets“ veröffentlicht haben, in dem Maßnahmen der Internet-Überwachung und Repressionen gegen Blogger und Cyberdissidenten in mehr als 20 Staaten beschrieben werden. Der Bericht ist hier als englischsprachiges PDF erhältlich.

Bei Spreeblick wurde auf den Tag mit einer „feindlichen Übernahme“ der Kommentarfunktion hingewiesen – wie das aussah, kann man sich nach dem Klick noch einmal ansehen.
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Sendeschluss bei YouTube

[via]

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ECHOoo00O!!!!!!

„Der Echo (eigene Schreibweise ECHO) ist ein deutscher Musikpreis und wird von der Deutschen Phono-Akademie seit 1992 jährlich vergeben. Design und Namensgebung des Preises stammen von Oliver Renelt.“(*)
Aber wie mag er auf diesen Namen gekommen sein?

„Ein Echo entsteht, wenn Reflexionen einer Schallwelle so stark verzögert sind, dass man diesen Schall als separates Hörereignis wahrnehmen kann.“ (*)

„Passt!“, könnte er gedacht haben, „Deutsche brauchen in der Regel 2-7 Jahre, ehe sie ein Lied fehlerfrei mitklatschen können und dafür gibt’s dann einen Preis, so.“

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Filme: Legal vs. illegal

Gestern hatte Sascha dieses Diagram gepostet, das die unterschiedliche „user experience“ eines illegal und legal angeschafften Films veranschaulicht. Ich hab das mal mit deutschen Texten versehen, Klick aufs Bild vergrößert es.

Falls jemand den Ursprung bzw. den Urheber kennt, bitte ich um eine Mitteilung, dann ergänze ich das.

UPDATE Urheber ist laut eigener Aussage der reddit-Nutzer „Question-Everything“, der das Bild bei reddit veröffentlicht hatte. (Danke, Michael!)

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Helene Hegemann: Alles nur geklaut?

[Update: Interview mit Airen-Verleger Frank Maleu]

Eine spannende Diskussion um literarische Remix-Kultur, die man in manchen Fällen auch „abschreiben“ nennen könnte, ist gerade im Blog Die Gefühlskonserve zu lesen. Autor Deef Pirmasens zerlegt dort den vom Feuilleton gefeierten Roman „Axolotl Roadkill“ (Amazon-Partnerlink) der 17-jährigen Berlinerin Helene Hegemann und weist einigen Passagen eine Nähe unter anderem zu dem etwas unbekannteren Roman „Strobo“ (Amazon-Partnerlink) des Autors Airen nach.

Deefs Recherche traf offenbar ins Schwarze, denn nur zwei Tage nach seinem Artikel entschuldigt sich die Autorin u.a. mit dem bewundernswerten Satz „Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit“, und auch ihr Verlag Ullstein hält ein paar Worte für angemessen.

Ich habe „Axolotl Roadkill“ nicht gelesen, denn mir gehen Jugendliche, die 50-jährige Feuilletonisten mit ihren unheimlich abgefuckten Berghain-Nächten begeistern, auf den Keks, doch ich frage mich, wie die Geschichte wohl verlaufen würde, wenn „Strobo“ – beispielsweise – von einer TAZ-Autorin geschrieben worden wäre und „Axolotl Roadkill“ – beispielsweise – von einem Blogger.

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BBC und ARD im Symbolfilmchen-Vergleich

Warum ich Produktionen der BBC aufregend finde, während mich die der ARD aufregen, liesse sich anhand unzähliger Beispiele erklären. Die folgenden zwei Promo-Videos zur Winterolympiade 2010 in Vancouver veranschaulichen aber aufs Klipp und Klarste, was ich meine:
Die BBC zaubert aus Anlässen Themen, die ARD bittet mit Themen ums angelassen werden.

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Have you seen the old men

Der Dauerfrost in Europa fordert zahlreiche Opfer. Vor allem Obdachlose in Osteuropa sind betroffen. Auch in Deutschland gibt es Kältetote. Schwierig ist die Lage nicht nur im Straßenverkehr. Auch Flughafen-, Schiffspersonal und Friedhofsmitarbeiter haben mit dem harten Winter zu kämpfen.

Die Welt: Europa im Kälteschock – viele Menschen erfroren

Erfrorene Obdachlose, von der Straße rutschende Autos, fröstelnde Arbeiter – mit einer ans Zynische grenzende Pragmatik fasst Die Welt hier zusammen, worüber man reden sollte, wenn man diesen Winter übers Wetter redet. Und natürlich darf der Hinweis nicht fehlen, dass sich laut „einer repräsentativen Umfrage“ 70 Prozent von über 1000 Befragten „über einen kalten, schneereichen Winter“ freuen.

Schön für sie. Es kommt eben immer darauf an, wen man fragt

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“Und deswegen mach ich jetzt mal diesen Tisch hier kaputt, ja?”

Who’s side are you on?
Oder auch: Kann Kunst mit Kommerz leben?
Oder auch: „Fernsehen ist ein Unterdrückungsinstrument in dieser Massengesellschaft!“

Was genau geschah an jenem Fernsehabend im Dezember 1971, als „Ton Steine Scherben„-Manager (und Mitsänger) Nikel Pallat den Tisch eines TV-Studios vor laufenden Kameras zerstören wollte, Fernsehstudio-Tische aber noch sehr stabil gebaut waren und Pallat daher nur noch blieb, die Mikros für seine Arbeit mit jungen Strafgefangenen mitgehen zu lassen … das steht in diesem Text von Lutz Neitzert (PDF) und ist nach dem Klick zu sehen.
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Kauft die Süddeutsche Blogartikel? [Update]

Ich mag die Süddeutsche Zeitung. Trigami mag ich nicht so sehr. Die Kombination von beiden erzeugt daher Bauchschmerzen bei mir, denn während Trigami für Werbung in Artikelform steht (Werbekunde bezahlt für Blog-Inhalt, der zwar irgendwie als Werbung gekennzeichnet werden soll, dennoch in Form eines regulären Artikels und im Fluss der restlichen Blog-Posts daher kommt), sollte die Süddeutsche eigentlich klar dagegen stehen und sich meiner Meinung nach erst gar nicht mit dieser neudeutsch „Advertorial“ genannten Werbeform beschäftigen.

Tut sie aber laut Jan Tißler beim Upload Magazin, um ihre iPhone-App mit positiven Stimmen zu verbreiten. Und zwar nicht nur durch vorformulierte Blog-Posts, sondern auch durch die direkte Aufforderung zu positiven Bewertungen im AppStore.

Zyniker glauben übrigens, dass der SZ-Artikel „Keine unabhängige Berichterstattung: So lassen sich Blogs kaufen“ schon fertig geschrieben ist.

Update In den Kommentaren bei Upload meldet sich zunächst Peter Bilz-Wohlgemuth als Marketingverantwortlicher der SZ zu Wort – die Kampagne wurde offenbar gestoppt. Und auch Remo Uherek, Geschäftsführer von Trigami, hat kommentiert.

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Twitter bringt Landtag zum Halt

Neue Twitter-Follower kann man auf verschiedene Arten gewinnen, die Erwähnung in einem Spiegel-Online-Artikel hilft z.B. enorm. Gelungen ist dies dem Grünen-Abgeordneten Helge Limburg, der gestern während der Generaldebatte zum Landeshaushalt 2010 im Niedersächsischen Landtag den niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann in einem Tweet als „unertraeglichen Hetzer“ bezeichnet hat, woraufhin es lt. SpOn zu „Tumulten im Plenum“ gekommen sei, die Sitzung musste unterbrochen werden.

Dieser Vorfall wirft viele wichtige Fragen auf:

1) Mit welchem Tool twittert Limburg, das keine Umlaute darstellen kann?
2) Haben die im Landtag nichts besseres zu tun, als Tweets zu lesen?
3) Gibt es erträgliche Hetzer?
4) Wieso benutzt SpOn als Symbolbild einen Screenshot mit Xbox-Live-Hinweis?
5) Wann kommt die Fotostrecke, das Video, die Abstimmung?

Stay tuned for more Online Gossip!

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Mut machen

Ich habe mich sehr gewundert, als der diesjährige Friedensnobelpreis an den frisch gewählten US-Präsident Barack Obama ging, denn ich hielt den Zeitpunkt der Auszeichnung für mindestens zu früh – ob Obama jemals seine Ziele und Versprechen einlösen würde, kann schließlich auch heute noch niemand sagen.

Einige unserer Leser/innen, zuerst Betonblog, sahen das mit etwas mehr Gelassenheit und betrachteten den Preis als Anstoß und Unterstützung.

Ich glaube von heute aus gesehen, dass diese Leser/innen recht hatten, ich kann die Entscheidung des Komitees inzwischen nachvollziehen. Und ich halte sie nicht mehr für Unfug, sondern für richtig.
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Athen: Zu nass um zu brennen?

„Athen brennt nicht“, schreibt Wassilis Aswestopoulos in der TP und zerpflückt den Großteil der deutschen Presselandschaft, die über Krawalle in Athen berichtet hat, die lt. Aswestopoulos gar nicht stattgefunden hätten.

Gibt es Spreeblick-Leser/innen, die in Athen waren oder sind? Wie habt ihr die Situation erlebt, was könnt ihr berichten?

Update Da dieser Artikel zum Kommentar-Burner geworden ist (nicht), stelle ich erschütternden Mangel an griechischen Spreeblick-Leser/innen fest. Könnte an der hier verwendeten Sprache liegen. Nun denn. Seht’s als Linktipp.

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Idee für eine neue Soap: Gute Seiten, schlechte Seiten

Ich hatte gerade eine super Idee für eine TV-Soap, eine Art Politik-Sitcom mit einem Hauch Nahzeit-Science-Fiction und ich muss diese Idee unbedingt aufschreiben, damit ich sie nicht vergesse. Die Serie, Arbeitstitel „Gute Seiten, schlechte Seiten“, soll wegen der höheren Identifikationsmöglichkeit in Deutschland spielen, und der Grundplot ist schnell erzählt:
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Monopoly, Berlin Edition

Bild per Mail erhalten

Die alte Berliner Tradition der Hausbesetzungen hat nicht ganz den Stand der 70er Jahre erreicht, doch für genügend – man verzeihe mir den schlechten Wortwitz – Zündstoff sorgt sie auch heute noch.

Gestern wurde das Gebäude in der Brunnenstraße 183 mit einem Aufgebot von rund 600 Beamten geräumt. Für ein paar Bilder des „linksautonomen Spuks“, auf den die Behörden nun „endlich reagiert“ haben, für ein paar Bilder von Polizeifahrzeugen die anscheinend willkürlich mit Aufnahmen von Steineschmeißern auf einer Demo zusammengeschnitten wurden und damit für einen äußerst tendenziellen „Bericht“ sorgen, kann man sich dieses Video bei Spiegel Online ansehen. Und dabei ahnen: Ganz so einfach, wie sich SpOn die Sache macht, ist sie natürlich nicht.
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Wir waren gewarnt: Ölkonzern-Werbung von 1962

Früher war alles früher: Die Zigaretten-Werbung verkaufte uns die gesundheitsfördernden Effekte des Rauchens und die Erdölindustrie warb mit ihrer Fähigkeit, Gletscher zum Schmelzen bringen zu können. Ich frage mich bei solchen Fundstücken ja immer, auf welche unserer aktuellen Verfehlungen die uns nachfolgenden Generationen kopfschüttelnd zurückblicken werden. Auf „gesunde“ Kindersnacks voller Zucker? Auf „Schönheits“-OPs? Auf das Internet?

Das Bild ist hier größer abrufbar und stammt aus einer LIFE-Ausgabe, die via Google-Books einsehbar ist.

[via, via, via]

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Über Cobain und Werther

Selbstmord ist ein gesellschaftliches Tabu. Jenseits des aktuellen Anlasses ist es ein Thema, dass sehr viele mittelbar oder unmittelbar betrifft. Und ein Thema, über das normalerweise kaum gesprochen wird. Dafür gibt es gute Gründe. Ich denke, man muss trotzdem darüber schreiben. Warum?

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Zum Selbstmord von Robert Enke

Mein erster Impuls… Nein, mein zweiter Impuls, als ich vom Selbstmord Enkes hörte, war Scham. Mein erster Impuls war, dass man darüber etwas schreiben müsse, darüber etwas sagen müsse. Dass man das Ereignis „Selbstmord Enke“ einordnen müsse, ihm einen Sinn geben müsse. Dass man daraus was machen müsse. Einfach, um über den Schock hinwegzukommen.
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Die Quelle-Insolvenz – Hau den Görg!

Eine Pleite, wie sie Quelle hingelegt hat, gibt viel Anlass zu Verunsicherung. Und wenn die Verunsicherung groß ist, bemühen sich die Medien, eine Erklärung zu finden. Eine Erklärung ist, Schuldige auszumachen. Schuldig ist, wer an der Pleite verdient. Der Manager. Und der Insolvenzverwalter.

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Textdieb-Jagd

Ich hatte beschlossen nicht mehr mitzuspielen. Trotzdem ein paar Hinweise: Read on my dear…

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Privatkopien von MP3s sind verfassungskonform

So richtig rund läuft es für die Musiklabels gerade nicht im Urheberrechtsstreit. Die neue Regierungskoalition schließt in ihrem Koalitionsvertrag Netzsperren im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen aus und das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat eine Verfassungsbeschwerde von „Unternehmen der Musikindustrie“ gegen die digitale Privatkopie zurückgewiesen, wie das Gericht heute per Pressemitteilung verlautbarte.

Die Beschwerdeführer hatten argumentiert, dass die digitale Privatkopie ihr Eigentumsgrundrecht gemäß Artikel 14, Absatz 1, des Grundgesetzes verletze.

In der bereits am 07.10. getroffenen Entscheidung des BVerfG stehen zwar in erster Linie formale Gründe (die Beschwerde kam zu spät) für die Zurückweisung, allerdings schreiben die Richter auch, dass die Umsatzeinbußen der Musikindustrie durch digitale Privatkopien bei der Einführung der gesetzlichen Erlaubnis dieser Kopien 2003 schon bekannt waren und in der Gesetzesfindung berücksichtigt wurden.

[via]

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