<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?> <rss
version="2.0"
xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
><channel><title>Spreeblick &#187; Medien</title> <atom:link href="http://www.spreeblick.com/category/kategorien/politik/medien/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.spreeblick.com</link> <description>I live by the river!</description> <lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 21:57:54 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3</generator> <item><title>YouTube &amp; GEMA: Ein Appell mit Bitte um Unterstützung</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/25/youtube-gema-ein-appell-mit-bitte-um-unterstutzung/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/25/youtube-gema-ein-appell-mit-bitte-um-unterstutzung/#comments</comments> <pubDate>Fri, 25 Nov 2011 10:40:06 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51220</guid> <description><![CDATA[<p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/11/gema_youtube.png" alt="gema youtube" title="gema youtube" class="alignnone size-full wp-image-51221" /></p><p>Noch immer schauen Internet-Nutzer in Deutschland häufig in die Röhre, wenn sie auf YouTube bestimmte Musikvideos sehen wollen. Über die Hintergründe hatten wir u.a. <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/06/21/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen/">hier berichtet</a>.</p><p>Bewegen tut sich hinsichtlich des Streits zwischen Google und der GEMA jedoch auch nach vielen, vielen Monaten anscheinend gar nichts. Ich bilde mir aber inzwischen durch viele Gespräche ein wenig mehr Durchblick in der Sache ein und glaube, dass es eine Lösung gibt, wenn sich beide Parteien einen Ruck geben. Um diesen Ruck etwas zu forcieren, skizziere ich einen Lösungsansatz in den nächsten Absätzen und bitte durch Verlinkungen dieses Artikels und durch kurze Kommentare um Eure Unterstützung. Ich werde sowohl die GEMA als auch Google um Stellungnahmen zu diesem Artikel bitten, denn vielleicht können wir als Musik- und Netznutzer für ein wenig Druck sorgen.</p><p><small>Vorweg: Meine Äußerungen basieren auf Aussagen diverser Menschen aus der Netz- und/oder Musik-Branche, ich garantiere weder für die inhaltliche noch für die juristische Korrektheit aller Sätze, denn nach wie vor unterliegen die (derzeit abgebrochenen) Verhandlungen zwischen der GEMA und Google der Geheimhaltung und ich bin auch kein Jurist. Ich bin dennoch ziemlich sicher, dass meine Ausführungen sehr nahe an den aktuellen Tatsachen sind. Unrichtigkeiten werde ich nach Hinweis gerne korrigieren.</small></p><p>Die offensichtliche Frage ist ja: Wieso kann YouTube bestimmte Videos aufgrund der GEMA nicht zeigen, während an anderen Orten Einigungen mit der GEMA offensichtlich kein Problem waren und sind? Amazon, iTunes, Vodafone, Musicload… sie alle konnten sich scheinbar mit der GEMA einigen, nur Google scheint dies nicht zu gelingen. Es ist ja wahrscheinlich nicht so, dass andere Unternehmen sofort jede GEMA-Forderung akzeptiert haben, sicher gab es auch an anderen Stellen unterschiedliche Meinungen – es geht schließlich um viel Geld.</p><p>Eines der Geheimnisse in diesen Prozessen heißt <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlichtung#Schlichtungsverfahren_in_anderen_Bereichen_des_Rechts">&#8222;Schlichtungsverfahren&#8220;</a>. Nach deutschem Recht kommt dieses Verfahren zum Einsatz, wenn &#8222;sich zwei Parteien nicht auf eine vertragliche Regelung einigen können, dies aber wollen oder sogar müssen&#8220; (Zitat Wikipedia). Die Praxis im Fall YouTube würde dabei so aussehen:</p><p>Die GEMA schlägt einen Tarif vor. Dieser wäre Google zu hoch, weshalb Google einen niedrigeren Gegenvorschlag machen würde. Dann beginnt das Schlichtungsverfahren. Und das Beste und Wichtigste hierbei wäre:</p><p><strong>In dem Moment, in dem das Schlichtungsverfahren eingeleitet wäre, könnten alle Internet-Nutzer in Deutschland alle Videos sehen, obwohl es noch keinen Tarif gäbe, auf den sich die Parteien geeinigt haben.</strong></p><p>Viele Einigungen zwischen der GEMA und Anbietern wie den oben genannten sind in der nahen Vergangenheit anscheinend über ein solches Schlichtungsverfahren zustande gekommen oder dauern evtl. noch an. Der Anbieter (im Fall von YouTube: Google) zahlt nach Eröffnung des Verfahrens die von ihm als &#8222;okay&#8220; angebotene Summe an die GEMA. Die Differenz zwischen dem Google-Angebot und der GEMA-Forderung geht bis zur erfolgten Schlichtung auf ein verzinstes Treuhandkonto, die Gelder werden also eingefroren.</p><p>Der zuständige Schlichter hat nun ein Jahr Zeit, gemeinsam mit den beiden Parteien eine Einigung zu erreichen – gelingt dies nicht, kann der Schlichter den Tarif irgendwo zwischen Angebot und Forderung nach seinem Ermessen selbst festsetzen. In diesem Fall würden die eingefrorenen Summen – je nach dem vom Schlichter festgelegtem Tarif – anteilig an die GEMA bzw. zurück an Google gehen. Beiden Parteien steht nach der durch den Schlichter festgelegten Einigung noch der Rechtsweg offen, doch für die Nutzer wäre zunächst ein Weg gefunden, der Streit könnte &#8222;im Hintergrund&#8220; weiterlaufen, alle Videos wären von Beginn des Schlichtungsverfahrens an verfügbar.</p><p>Warum also befinden sich Google und die GEMA noch nicht in einem solchen Schlichtungsverfahren?</p><p>Die Antwort lautet, vermute ich: Weil Google sich nicht darauf einlassen will. Denn der zuletzt offiziell von der GEMA angebotene Tarif liegt offenbar zu weit über dem, was Google bereit wäre zu zahlen. Selbst eine Einigung &#8222;in der Mitte&#8220; wäre Google wahrscheinlich noch zu hoch.</p><p>Beide Parteien müssen daher aufeinander zu gehen:</p><p><strong>1) Die GEMA muss offiziell einen wesentlich realistischeren Tarif für Google/YouTube anbieten als bisher. Wie hoch dieser sein müsste, um wirklich in Verhandlungen gehen zu können, wird die GEMA sicher besser wissen als ich.</p><p>2) Google/YouTube muss sich daraufhin auf das Schlichtungsverfahren einlassen, genau so, wie es andere Unternehmen auch getan haben oder tun.<br
/> </strong></p><p>Solange diese beiden Schritte nicht passieren, bleiben Musikvideos in Deutschland gesperrt und kein Cent geht an die Urheber, die von der GEMA vertreten werden. Der einzige Gewinner bleibt Google, denn jeder Tag ohne Zahlungen an Urheber ist ein Tag mit Einnahmen, die bei Google verbleiben.</p><p>Ich bitte daher mit diesem Artikel beide Parteien um Bewegung und um Einleitung und Umsetzung der beiden oben genannten Schritte. Denn ich glaube, dass sowohl Urheber als auch Konsumenten ein Recht auf eine schnelle Lösung haben.</p><p>Ich freue mich bei diesem Anliegen über Eure Unterstützung. Je mehr Stimmen wir sammeln können, desto mehr öffentlichen Druck können wir vielleicht auf die GEMA und auf Google ausüben.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/25/youtube-gema-ein-appell-mit-bitte-um-unterstutzung/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>247</slash:comments> </item> <item><title>Kairo: Guardian-Live-Blog</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/21/kairo-guardian-live-blog/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/21/kairo-guardian-live-blog/#comments</comments> <pubDate>Mon, 21 Nov 2011 10:56:47 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51196</guid> <description><![CDATA[<p>Nur ein kurzer Hinweis auf das <a
href="http://www.guardian.co.uk/world/middle-east-live/2011/nov/21/egypt-return-to-tahrir-live-updates">Live-Blog des Guardian</a>, in dem über die Ereignisse in Ägypten bzw. am Kairoer Tahrir-Platz berichtet wird. Weiter Link-Hinweise wie immer gerne in den Kommentaren.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/21/kairo-guardian-live-blog/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>8</slash:comments> </item> <item><title>Spreeklicks (Soundtrack: Kalle)</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/17/spreeklicks-soundtrack-kalle/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/17/spreeklicks-soundtrack-kalle/#comments</comments> <pubDate>Thu, 17 Nov 2011 10:21:42 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51133</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/7IKI7EnUiUU" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Während Kalle von Erobique die BOSS RC-30 Loopstation für euch testet (UPDATE: Das Video wurde leider entfernt. UPDATE: Neue Version gefunden, läuft wieder), gibt es von mir ein paar Klicktipps. Nach dem Klick.</p><p>&#8211;<br
/> Patrick Gensing hat sich in einem tagesschau.de-Kommentar mit Familienministerin Kristina Schröder auseinandergesetzt, die auch für &#8222;Programme gegen Rechts&#8220; verantwortlich ist – wer davon nichts mitbekommen hat: Eben. Gensing behauptet, Schröder sei <a
href="http://tagesschau.de/kommentar/schroederprogrammegegenrechts100.html">&#8222;Der Verantwortung nicht gewachsen&#8220;</a> und hat es damit noch freundlich ausgedrückt.</p><p>&#8211;<br
/> Und da wir uns mit der fehlenden Unterstützung derer, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren, ja <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/14/uberraschung-nazis-in-deutschland/">auch schon beschäftigt haben</a>: <a
href="http://www.freitag.de/politik/1145-im-angstraum">Der Freitag liefert ein paar Beispiele aus der Praxis</a>.</p><p>&#8211;<br
/> Nochmals bei tagesschau.de gibt es ein lesenswertes <a
href="http://tagesschau.de/inland/interviewkahane100.html">Interview mit Anetta Kahane von der Amadeu Antonio Stiftung</a> zur Mordserie an Migranten. Zitat:</p><blockquote><p>Man stelle sich vor, es gibt Morde an zehn Deutschen, verübt von mutmaßlich muslimisch aussehenden Menschen. Was meinen Sie, was da los wäre in Deutschland? Da würde alles auf den Kopf gestellt werden.</p></blockquote><p>&#8211;<br
/> Die Wirtschaftswoche hat einen kleinen <a
href="http://blog.wiwo.de/ungedruckt/2011/11/13/deutschland-ist-twitter-entwicklungsland/">Artikel darüber, dass Twitter hierzulande quasi nicht existent ist</a>, und die Kommentatoren finden das auch richtig, schließlich sei es wichtiger, dass &#8222;wir&#8220; weiterhin gute Autos bauen. Toll, liest sich gut weg.</p><p>&#8211;<br
/> Im Rahmen unserer noch immer mit ordentlicher Qualität <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/14/uberraschung-nazis-in-deutschland/">andauernden Debatte</a> zu den Themen &#8222;Unterhaltungsbranche online&#8220; bzw. &#8222;Urheberrecht&#8220; bin ich auf weitere, auch ältere lesenswerte Artikel gestoßen. Das wäre zunächst die im Vergleich zu vielen anderen Netz- bzw. Piratenkreisen erfrischende <a
href="http://www.mela.de/archives/1287-Das-Geschenk-der-Piratenpartei-an-die-Verwerter.html">Sicht von Mela Eckenfels</a>. Wesentlich kopfschüttelnder habe ich mich dann noch durch die Textwüste inklusive Kommentare bei <a
href="http://blog.koehntopp.de/archives/3154-Nicht-Urheberrecht-ist-das-Kernthema.html">Isotop</a> gekämpft, was an manchen Stellen wirklich schwer fällt. Aus den Kommentaren:</p><blockquote><p>Vom Begriff &#8222;Kunst&#8220; moechte ich eigentlich gerade weg, denn das zaehlt als weasel word fuer &#8222;Ideen&#8220; und versucht den Umstand zu vertuschen, dass viele Ideen gar nicht mal so gut sind.</p></blockquote><p>Glücklicherweise stand hinter mir ein gelassener Künstler und rief mir zu: Nicht aufregen, Johnny! Möglicherweise war es sogar <a
href="http://dobschat.de/2011/02/09/piraten-dieter-bohlen-ist-der-beste-musiker-deutschlands/">der beste Musiker Deutschlands, Dieter Bohlen</a>.</p><p>&#8211;<br
/> Bleiben wir beim Entertainment: Die dritte Staffel von <a
href="http://www.e4.com/misfits/">Misfits</a> ist angelaufen (<a
href="http://www.spreeblick.com/2011/01/06/misfits/">wir berichteten von unserer Begeisterung</a>) und enttäuscht bisher leider sehr. Überspannte Stories ohne Subtilität werden den immer noch großartigen Schauspielern nicht gerecht, die Dialoge sind um Längen schwächer als in den ersten Staffeln und der Neue saugt.</p><p>Geben wir ihnen trotzdem noch eine Chance? Na klar.</p><p>&#8211;<br
/> Als Abschluss dann noch die erschütternde Meldung, dass sich einer meiner bisherigen Lieblings-Comic-Autoren, <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Miller">Frank Miller</a> nämlich, als reaktionärer Vollidiot entpuppt hat. <a
href="http://frankmillerink.com/2011/11/anarchy">Durch diesen Blogeintrag</a>, in dem er den Occupy-Teilnehmerinnen  und -Teilnehmern (die er als &#8222;einen Haufen von Flegeln, Dieben und Vergewaltigern&#8220; bezeichnet) empfiehlt, sich einen anständigen Job zu suchen oder besser gleich zur Army zu gehen, um gegen den wahren Feind zu kämpfen: Den Islam.</p><p>Nichts gegen ein gepflegtes Occupy-Bashing, auch das muss erlaubt sein. Aber Millers Sätze grenzen an Irrsinn, noch einmal mehr vor dem Hintergrund seines letzten, von vielen ehemaligen Fans als rassistisch bezeichneten Comics <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=DZg4UOB2uCk">&#8222;Holy Terror&#8220;</a>, das er zunächst als Batman-Comic machen wollte – dabei hat glücklicherweise kein Verlag mitgespielt.</p><p>Was ist nur mit dem Mann los? Sehr schade.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/17/spreeklicks-soundtrack-kalle/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>13</slash:comments> </item> <item><title>Überraschung: Nazis in Deutschland!</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/14/uberraschung-nazis-in-deutschland/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/14/uberraschung-nazis-in-deutschland/#comments</comments> <pubDate>Mon, 14 Nov 2011 09:45:42 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51093</guid> <description><![CDATA[<p>Jeder Zynismus verbietet sich bei der aktuellen Affäre um <a
href="http://www.sueddeutsche.de/politik/rechter-terror-in-deutschland-ein-widerlicher-film-wird-zur-staatsaffaere-1.1188067">rechtsextremen Terrorismus in Deutschland</a>, mögliche Verstrickungen mit dem <a
href="http://www.berliner-zeitung.de/politik/thueringen-der-verfassungsschutz-subventionierte-die-neonaziszene,10808018,11142588.html">Verfassungsschutz</a> und Versäumnisse anderer Behörden.</p><p>Und doch, weil wir den Fall gerade wieder hatten, als ich mit einem kurzen <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/07/500-000-kostenlose-schulerzeitungen-gegen-neonazis-und-rassismus/">Text auf eine Anti-Rechts-Aktion an Schulen</a> hinwies und schon der erste Kommentar nach dem typischen Beißreflex-Muster funktionierte, kann ich mir ein paar Anmerkungen nicht verkneifen.</p><p>Denn gerade als Berliner und besonders als langjähriger Kreuzberger kenne ich antirassistische Aktionen und Aufklärungskampagnen gegen Neonazis seit Jahrzehnten, und ebenso lange sehe ich dabei zu, wie wichtige Engagements immer wieder belächelt werden, und wie Gelder für Öffentlichkeitsarbeit gegen Rechts gestrichen werden. Als Blogger schlage ich mich, wie viele andere, seit nunmehr einem knappen Jahrzehnt mit einem nimmermüden Pack von Islamophobikern und Rassisten in unseren Kommentaren herum, die auf die immer gleich Tour versuchen, Debatten an sich zu reißen und politische Gegner mundtot zu machen – was ihnen oft genug gelingt, wenn selbige eine offenbar völlig sinnlose Diskussion einfach sein lassen (müssen).</p><p>Und seit ebenso vielen Jahren beschäftigen sich unzählige Blogs und Foren wie auch <a
href="http://www.berliner-zeitung.de/newsticker/vulgaer--enthemmt--rassistisch,10917074,10930256.html">&#8222;größere&#8220; Medien</a> mit denjenigen Websites, die man getrost als Nähr- und Erziehungsboden für ewiggestrige Kleingeister bezeichnen kann, die oft genug verbalen Hass der aggressivsten Sorte sähen und in denen regelmäßig lautstark nach handfesten Taten gerufen wird – anscheinend ohne, dass dies dem Verfassungsschutz bisher einen näheren Blick wert gewesen wäre. <a
href="http://www.berliner-zeitung.de/meinung/gastbeitrag-islamfeinde-im-straffreien-raum,10808020,10940656.html">Anzeigen</a> und Hinweise laufen ins Leere, <a
href="http://www.berliner-zeitung.de/archiv/islamfeindliche-internetplattform--politically-incorrect--geraet-unter-druck-parteien-fordern-ueberwachung-rechter-blogger,10810590,10954026.html">Rufe aus der Politik</a> bleiben hohles Gefasel.</p><p>Und nun wundert sich halb Deutschland bis zur Kanzlerin darüber, dass es in diesem Land gefährliche Neonazis gibt? Ich bin geneigt, noch weitere sensationelle Überraschungen zu veröffentlichen, möchte aber unsere Regierung nicht mit den Knaller-Nachrichten überfordern, dass die Milch teurer geworden ist und der Papst ein lustiges Mützchen trägt.</p><p>Wer heute die Reaktionen der einschlägigen Neonazi-Seiten und besonders die Kommentare dazu liest, der läuft Gefahr, sein Frühstück wieder los zu werden. Da werden Morde an Migranten verharmlost und erklärt, warum es sich dabei natürlich <em>nicht</em> um Terrorismus handelt (weil die Täter nämlich &#8222;zu diffus&#8220; handelten) und es wird – das gleiche Schema wie immer – gefragt, warum es bei den Berliner Brandanschlägen auf Einrichtungen der Bahn nicht ebenso viel Wirbel gab wie jetzt um die rechtsextremen Mörder.</p><p>Mir ist völlig egal, ob es sich bei den Morden um Terrorismus oder anderen Wahnsinn handelt, denn egal, wie man es nennt, es bleiben Morde, die nach aktuellem Kenntnisstand politisch motiviert waren. Mir ist aber nicht egal, dass in Deutschland andauernd Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Jugendliche, die &#8222;links&#8220; aussehen, von Rechten überfallen werden, dass Informationen über die Vernetzung der rechten Szene ebenso wie ihre Gewaltbereitschaft bekannt sind und dass man dennoch immer noch dafür belächelt wird, wenn man auf diese Gefahren hinweist.</p><p>Und da wir schon dabei sind: Was wurde eigentlich aus den Untersuchungen nach der <a
href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/neonazis-gehen-in-u-bahnhof-auf-migranten-los/4172264.html">Nazi-Demo in Kreuzberg/ Tempelhof</a> im Frühjahr dieses Jahres? Mal wieder: Nicht viel?</p><p>Die nun wieder aufkeimende Debatte um ein NPD-Verbot bleibt PR, denn jeder Politiker weiß, dass dieses Verbot eine selbstverschuldete Unmöglichkeit bleiben wird, und sie deutet an, dass die nächsten Tage wahrscheinlich ähnlich verlaufen werden, wie sie es immer tun, wenn Gewalt von Rechts bekannt wird: Hier und da ein paar Rufe nach Partei- oder Gruppen-Verboten, und dann wieder schnell zurück zur Tagesordnung.</p><p>Die Unterstellung, der deutsche Staat sei <a
href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/auf-dem-rechten-auge-blind/5832324.html">auf dem rechten Auge blind</a>, ist mindestens so alt wie ich. Meine Hoffnung, dass sich dies irgendwann mal ändern wird, ist daher leider klein.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/14/uberraschung-nazis-in-deutschland/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>101</slash:comments> </item> <item><title>Urheberrechtsdebatte: Offener Brief von Mark Chung an Berthold Seliger</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/#comments</comments> <pubDate>Thu, 10 Nov 2011 10:29:25 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51021</guid> <description><![CDATA[<p>Jetzt wird&#8217;s etwas schwierig. Mein Tipp: Wer sich als schnelle Leserin oder schneller Leser nicht mindestens eine halbe Stunde mit den folgenden Inhalten auseinandersetzen kann oder will, wird an diesem Eintrag vermutlich scheitern. Zum Hintergrund:</p><p>Für die November-Ausgabe der Zeitschrift KONKRET verfasste der Berliner Konzertveranstalter und Autor <a
href="http://www.bseliger.de/">Berthold Seliger</a> einen Text mit dem Titel <a
href="http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=dieleistungsschutzgelderpresser&#038;jahr=2011&#038;mon=11">&#8222;Die Leistungsschutzgelderpresser &#8211; Wie die Kulturindustrie am altbackenen Urheberrecht festhält, um es zu ihren Gunsten auszuschlachten&#8220;</a>. Die Kenntnis dieses Textes ist zwingend notwendig, um die weiteren Zeilen verstehen zu können.</p><p>Seliger schreibt des Öfteren und durchaus lesenwert über Musik und den Kulturbetrieb in Deutschland (<a
href="http://www.bseliger.de/texte.html">hier eine Auswahl seiner weiteren Texte</a>), im Konkret-Text vertritt er eine Position, die man so oder ähnlich häufiger im Netz lesen kann.</p><p>Auf Seligers Text reagierte der Vorsitzende des <a
href="http://www.vut-online.de/">&#8222;Verbands unabhängiger Musikunternehmen e.V.&#8220;</a> (VUT), Mark Chung, mit einem äußerst detaillierten offenen Brief, der zunächst über einen Newsletter-Verteiler die Runde machte und den wir nachfolgend mit Genehmigung auch hier veröffentlichen.</p><p>Vorweg sei der Transparenz halber noch angemerkt: Ich kenne Mark Chung seit Jahrzehnten persönlich und habe schon oft mit ihm über die angesprochenen Fragen <strike>gestritten</strike> diskutiert, in seinem Verlag &#8222;Freibank&#8220; sind außerdem Songs des früheren Spreeblick-Videocasters <a
href="http://spreeblick.com/author/toni">Toni</a> <a
href="http://www.tonimahoni.com/">Mahoni</a> verlegt. Die Veröffentlichung von Chungs Brief findet jedoch nicht statt, weil ich ihn kenne und auch nicht, weil ich seinem Brief komplett zustimmen würde – Mark kritisiert in seinem Brief auch einige mir bekannte andere Personen und zwischen den Zeilen auch Blogger wie mich, wenn auch mit versöhnlichem Ton. Ich halte die Lektüre des Briefes nach dem Lesen von Seligers Artikel aber wirklich hilfreich für alle, die sich mit der Debatte ernsthaft auseinandersetzen möchten und die wissen: Es ist alles leider nicht ganz so einfach, wie man es gerne hätte. Viele von Mark Chung angesprochene Punkte sind mindestens weiteres Nachdenken wert und liefern so einen wichtigen Beitrag zur Diskussion.</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">OFFENER BRIEF</span></strong></p><p>An: Berthold Seliger</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">Betr.:</span></strong> KONKRET 11/2011 Berthold Seliger</p><p>Lieber Berthold Seliger,</p><p>Anmerkungen und Korrekturen zu Deinem Artikel in der KONKRET.</p><p>Es besteht in der Tat Diskussionsbedarf &#8211; über die Auswirkungen aktueller  technologischer Entwicklungen, nicht nur auf die Produktion kultureller Güter und die Situation insbesondere junger Künstler, sondern auf uns alle, über das Urheberrecht, über Interessenkonflikte zwischen Teilen der Technologiebranche einerseits, Künstlern und Produzenten von Inhalten andererseits.</p><p>Dein Artikel ist in diesem Zusammenhang ärgerlich, weil</p><p>- Du die politischen und ökonomischen Zusammenhänge der derzeitigen Urheberrechtsdiskussion entweder nicht verstanden hast oder verschweigst;</p><p>- Du schlecht recherchierst und der Artikel deshalb zahlreiche schlicht falsche Informationen ungeprüft weiterverbreitet;</p><p>- Der Artikel nicht einen einzigen erkennbaren Lösungsansatz enthält, sondern sich vollständig auf Polemik beschränkt.</p><p>KONKRET ist die einzige linke Publikumszeitschrift Deutschlands. KONKRET Autoren sollten in der Lage sein, ökonomische Hintergründe gesellschaftlicher Konflikte zu erkennen.</p><p>Neben vielen sachlich falschen Darstellungen auf die ich später eingehe, gibst Du auch meine persönliche Meinung falsch wieder. Ich stelle deshalb richtig:</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">1. Worin besteht der zentrale Interessenkonflikt hinter der Urheberrechtsdebatte?</span></strong></p><p><strong>Der grundlegende und offensichtliche Interessenkonflikt besteht seit einigen Jahren zwischen Technologiekonzernen, die von der Verbreitung von Inhalten profitieren OHNE in Künstler oder die Produktion neuer Inhalte zu investieren einerseits und Medienunternehmen und Künstlern, die diese Inhalte produzieren, andererseits. </strong></p><p>Es liegt im einfach nachzuvollziehenden <strong>Profitinteresse von Konzernen</strong> wie</p><p>- Google, die substantielle Werbeeinahmen aus der Verwertung von Inhalten generieren,</p><p>- Telekommunikationskonzernen, Accessprovidern etc., deren Breitbandverkäufe seit vielen Jahren von der leichten Zugänglichkeit zu unvergüteten Inhalten profitieren <a
href="#_ftn1">[1]</a>,</p><p>- Online Plattformen wie Megaupload, Rapidshare, kino.to etc., deren Geschäftsmodelle ganz oder fast ausschließlich  auf der technischen Ermöglichung massenhafter Urheberrechtsverletzungen beruhen u.a.,</p><p><strong>nichts oder möglichst wenig für Inhalte zu vergüten</strong> und<strong> möglichst geringen Aufwand </strong>mit dem Einholen von Freigaben etc. zu haben.</p><p>Dem gegenüber stehen logischerweise die Interessen der Produzenten von Inhalten – also der Medienunternehmen und der Künstler, die hieraus ihren Lebensunterhalt bestreiten, in die Produktion und Vermarktung von Inhalten investieren und ebenfalls versuchen – zumindest im Erfolgsfall &#8211; Profite zu erwirtschaften.</p><p>Man muss diesen Konflikt nicht ideologisieren, aber ein paar Fakten sind festzuhalten:</p><p>I. Es ist völlig legitim zu diskutieren, ob Medienunternehmen Künstler angemessen vergüten &#8211; diese Interessenkonflikte sind so alt wie die Produktion kultureller Güter. Neu ist hingegen, dass die oben genannten „neuen Verwerter“ vom Vertrieb von Inhalten profitieren OHNE in Künstler und die Entwicklung neuer Inhalte zu investieren.</p><p>II. Die Produktion kultureller Güter ist schon immer ein hochriskantes Geschäft gewesen und erfordert selbstverständlich Investitionen. Auch wenn technologischer Fortschritt erfreulicherweise einige der Produktions- und vor allem Vertriebskosten gesenkt hat, müssen, beispielsweise, Künstler ihren Lebensunterhalt bestreiten (was offensichtlich nicht günstiger geworden ist) und die Kosten, eine Band von Berlin auf eine Bühne in Hannover zu bringen, sind auch nicht wesentlich gesunken.</p><p>Wir sollten alle mit plumpen Analogien vorsichtig sein, aber um das derzeitige Problem der Produzenten von Inhalten am Beispiel des altbekannten Geschäftsmodells von TV Sendern zu erläutern: Wenn die Unternehmen, die Vertrieb und Verbreitung von TV Inhalten leisten – bei uns also beispielsweise Kabel Deutschland und die Betreiber des Astra Satelliten – die Werbeeinnahmen erheben und größtenteils behalten würden, hätten rtl, Sat 1, der WDR etc. innerhalb kurzer Zeit Probleme, das Programm zu produzieren und würden sich weigern, es weiter einzuspeisen. (Mit Dir kann man wahrschlich lange diskutieren ob das ein Verlust wäre, aber das ist hier nicht der Punkt.)</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">2. Warum müssen wir Lösungen finden?</span></strong></p><p>Das Kernproblem besteht darin, dass die Produktion interessanter <span
style="text-decoration: underline;">neuer</span> Inhalte ohne eine Lösung des oben genannten Interessenkonflikts zunehmend gefährdet ist.</p><p>Beispiel Musik: Die Situation von &#8211; auf Grund früherer Millioneninvestitionen – bekannten Künstlern ist nicht problematisch: Die Rolling Stones werden Konzertkarten verkaufen solange sie auf Tour gehen, Bob Dylan und Mark Knopfler auch weiterhin die Konzertumsätze insgesamt stabilisieren. Für bereits etablierte Künstlern wie Radiohead und NIN stellt der technologische Fortschritt vor allem fantastische neue Werkzeuge zur Verfügung.</p><p>Als Veranstalter von Konzerten könnte Dir allerdings aufgefallen sein, dass das Durchschnittsalter der 50 erfolgreichsten Live-Künstler 2010 mittlerweile 46 Jahre beträgt, mit mehr Künstlern in ihren 60ern als in ihren 20ern <a
href="#_ftn2">[2]</a>. Und dass nur 2 der 10 erfolgreichsten Livekünstler 2010 in den letzten 20 Jahren populär geworden sind (Lady Gaga und Michael Buble) <a
href="#_ftn3">[3]</a>.</p><p>Die DSDS Produkte von Dieter Bohlen werden weiterhin auf den Markt kommen – das sind wegen monatelanger TV Präsenz vergleichsweise sichere, wenn auch kurzlebige  Wetten. Solange Johnny Depp mitmacht, werden auch „Pirates of the Caribean“ 7, 8 und 9 in die Kinos kommen. Und Millionen von Menschen werden weiterhin Werke unterschiedlichster Qualität auf ihren Laptops erzeugen und ins Internet stellen (wo es allerdings in den meisten Fällen kaum noch von jemandem wahrgenommen wird, aber auch das ist ein anderes Thema.)</p><p>Aber jeder, der heutzutage erwägt in junge Musiker zu investieren, jeder der darüber nachdenkt, den Job aufzugeben um sich der Musik mit aller Kraft und Energie zu widmen &#8211; in meiner Welt fast immer eine Voraussetzung für Weiterentwicklung und herausragende Ergebnisse &#8211; jeder, der  versucht die Finanzierung für einen etwas ungewöhnlichen oder bahnbrechenden Film zusammenzubekommen und Augen, Ohren und ein Hirn dazwischen hat, weiß, dass hier massive Probleme entstanden sind, die wir lösen müssen.</p><p>Und nein, das hat nichts mit Mangel an neuen Geschäftsmodellen zu tun (von denen es bereits mehr gibt als Du weißt, aber die wir natürlich auch weiterhin entwickeln müssen), es liegt ökonomisch vor allem daran, dass immer mehr der Einnahmen aus der Verwertung von Inhalten an Konzerne fließen, die Künstlern bestenfalls Almosen anbieten und selbst kreative Inhalte weder produzieren wollen noch können.</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">3. Propaganda und Wirklichkeit</span></strong></p><p>Es braucht nicht viel Recherche um festzustellen, dass über diesen &#8211; eigentlich offensichtlichen und leicht nachvollziehbaren &#8211; zentralen Interessenkonflikt im Netz erstaunlich wenig gesprochen wird.</p><p>Die Darstellung der Situation in zahllosen Blogs, Foren und auch traditionellen Medien verschleiert die ökonomischen Hintergründe: Hier werden die Interessen hochprofitabler, monopolistischer Internetkonzerne, deren Profitmaximierung das Urheberrecht häufig im Weg steht, komplett ausgeblendet. Diskutiert werden sollen stattdessen ausschließlich:</p><p>a) Ein Konflikt zwischen einer „Rechteverwerterindustrie“ und „Nutzern“ bzw. „der Gesellschaft“.</p><p>b) Die Schwächen des Urheberrechts.</p><p>Die PR Strategie der Technologiekonzerne ist einfach:</p><p>a) <strong>Stelle Deine Interessen als öffentliche Interessen dar</strong>.</p><p>Der von Dir mit „Die Demokratie und das menschliche Recht auf Kommunikationsfreiheit und auf Teilhabe am kulturellen Leben sind in Gefahr“ zitierte Joost Smiers liefert ein typisches Beispiel.</p><p>Diese PR Strategie ist nicht neu: “„You always want to say what you are doing is in the public interest and not your own mercenary interests. So (the fair use ideologues) were very helpful for the technology companies.” Later, technology companies would return the favor with significant funding” <a
href="#_ftn4">[4]</a></p><p>Google spielt in diesem Zusammenhang eine prominente Rolle. Der Konzern nutzt einen Teil seiner riesigen Profite um Organisationen und Instituten, die in seinem Interesse argumentieren und arbeiten, Finanzierung zur Verfügung zu stellen. Manche Spenden sind frei verwendbar, andere zweckgebunden. Manche Organisationen kontrolliert Google, andere finanziert es nur indirekt und tritt kaum in Erscheinung.</p><p>Die Liste der Empfänger ist lang und selten publiziert. Dazu gehören beispielsweise Lobbyorganisationen wie die New America Foundation (Spende 2008: $1.000.000, von Google Executive Chairman und ex-CEO Eric Schmidt – er wurde im selben Jahr Chairman of the Board) PublicKnowledge.org, das Berliner Internet und Gesellschaft Co:llaboratory; Creative Commons (2008: $1.500.000, 2009: $ 500.000, letztere privat von Google Co-Gründer Sergey Brin, Brins Schwiegermutter Esther Wojcicki war bis September 2010 Chairman of the Board, jetzt Vice Chair); Institute wie das Stanford Center for Internet and Society (2006: $2.000.000), das Berkman Center for Internet and Society ($280.000, $500.000) und, aktuell in Deutschland, das neugegründete Berliner Institut für Internet und Gesellschaft (2011: EUR 4.500.000); zukünftige online Aktivisten werden mittels des „Google Policy Fellowship“ Programms, das mehr als einem Duzend Studenten $7,500 gibt um einen Sommer lang bei solchen Organisationen zu arbeiten, entwickelt. In Deutschland recherchieren unabhängige Journalisten bisher nicht einmal, woher beispielsweise die Finanzierung von irights.info und netzpolitik.org kommt.</p><p>Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Viele dieser Organisationen machen auch sinnvolle und nützliche Arbeit, aber man müsste schon sehr naiv sein um zu glauben, solche Geldsummen würden interessen- und einflussfrei fließen. Zu kritisieren ist die weitgehende Intransparenz wessen Interessen von diesen Organisationen vertreten werden. Denn die Interessen von NutzerInnen werden hier häufig vorgeschoben.</p><p>Google hat andere Interessen. Der Konzern wird wissen, warum es sein ursprüngliches Credo „don’t be evil“ hierzulande kaum noch benutzt, das aktuelle Mantra „Der Nutzer steht für uns immer im Vordergrund“ ist zutreffender – allerdings nicht so wie es die meisten verstehen. Denn <strong>Nutzer sind nicht die Kunden von Google – sie sind das Produkt</strong> das Google seinen Werbekunden verkauft. Deshalb haben Internetkonzerne kein Interesse an Privatsphäre, Datenschutz, informationeller Selbstbestimmung und derartigen Bürgerrechten. Unternehmen wie BlueKai und Acxiom haben Daten über 96% aller US BürgerInnen &#8211; durchschnittlich 1.500 Daten pro Person, die unkontrolliert ge- und verkauft werden. <strong>Das ist die Ware.</strong></p><p>Die objektiven Interessen der Künstler und Produzenten sind ebenfalls offensichtlich: Für die Nutzung der von Ihnen hergestellten Inhalte eine angemessene Vergütung zu erhalten und – im Erfolgsfall – Profite zu erzielen. Künstler und Medienunternehmen sind Nutzer und Lieferanten von Inhalten des Internets wie alle anderen inklusive derjenigen, die hieraus eine Weltanschauung machen. <strong>Aus objektiver Sicht gibt es kein spezifisches Interesse von Künstlern oder Musikunternehmen, bürgerliche Freiheiten einzuschränken. </strong>Ihr Interesse besteht darin, für die Nutzung ihrer Werke Vergütungen zu erhalten.<strong> </strong>Hier gilt es Lösungen zu finden.</p><p><strong>b) </strong><strong>Vermeide die Diskussion um die Durchsetzung von Urheberrechten  – sprich stattdessen von den Schwächen des Urheberrechts.</strong></p><p>Selbstverständlich muss das Urheberrecht einfacher verständlich und nutzerfreundlicher werden. Aber in einer Zeit, in der es offensichtliche Probleme mit der Um- und Durchsetzung gibt, ist es zynisch die Probleme zu ignorieren und stattdessen ausschließlich darüber zu sprechen, was einem am UrHR nicht gefällt. Benötigt wird eine Diskussion über BEIDES –Anpassungen <span
style="text-decoration: underline;">und</span> demokratisch akzeptable Formen, geltendes Recht auch durchzusetzen. Dies ist der Kompromiss der aus gesellschaftlicher Sicht erarbeitet werden muss.</p><p>Diskussionsbeiträge, die ausschließlich die PR Strategie der Technologiekonzerne so  kenntnisfrei und unreflektiert umsetzen wie Dein Artikel sind mittlerweile glücklicherweise eher selten.</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">4. Desinformation</span></strong></p><p>Wir beobachten täglich wie massenhaft teils absurde und abwegige Fehlinformationen gestreut und weiterverbreitet werden – vor allem online, in Blogs und Foren (wobei sich dort mittlerweile zunehmend qualifiziertere Stimmen zu Wort melden die sich, im Gegensatz zu den früheren Jahren, nicht mehr von anonymen Lynchmobs unsachlich niederbrüllen lassen) und vor allem von selbsternannten „Internet-Evangelisten“ von Beckedahl bis Kreuzer, aber auch in traditionellen Medien.</p><p>Das Prinzip von Propaganda hat sich nicht verändert &#8211; man muss Dinge vor allem oft genug wiederholen, dann glaubt die Mehrheit der Bevölkerung sie irgendwann &#8211; unabhängig vom Wahrheitsgehalt.</p><p>Auch hier fügt sich Dein Artikel nahtlos ein. Eine Handvoll von zahllosen Beispielen:</p><p>(1) <em>„Das sogenannte Urheberrecht dient nämlich keineswegs (…) den Kreativen, sondern es dient als Schutzrecht der Entertainment- und Verlagswirtschaft <strong>fast ausschließlich den Interessen der Kulturindustrie</strong>.“</em></p><p>Fakten:</p><p><span
style="text-decoration: underline;">a) Urheberrechte von Musikautoren</span></p><p>Die GEMA nimmt in Deutschland bekanntermaßen die allermeisten musikalischen Urheberrechte wahr.  Niemand muss ihr beitreten und sie damit beauftragen. Sie ist ein Verein, dessen oberstes Organ die Versammlung ihrer Mitglieder &#8211; Komponisten, Textautoren und Verleger – ist. (Autoren haben in dieser übrigens die Mehrheit gegenüber den Verlegern.)</p><p>Man kann und sollte viele Dinge an der Arbeit der GEMA kritisieren,  m.E. konstruktiv, d.h. dann auch mit umsetzbaren Verbesserungsvorschlägen, denn es gibt weder für Nutzer von Musik noch für Urheber und insbes. kleine, unabhängige Musikunternehmen eine bessere und realistische Alternative zu kollektiver Wahrnehmung. Deshalb sollten die Mitglieder der GEMA dafür sorgen, dass sie auch in der digitalen Welt funktioniert – und wir sind uns wahrscheinlich sogar darüber einig, dass dies noch nicht der Fall ist.</p><p>Der sog. „Verteilungsplan“, der die Verteilung der Einnahmen aus urheberrechtlichen Vergütungen regelt, mag Dir zu kompliziert erscheinen (vielen Mitgliedern einschließlich mir übrigens auch) ABER die wichtigsten Fakten sind dann doch einfach:</p><p><strong>Urheber erhalten <span
style="text-decoration: underline;">60%</span> aller Einnahmen aus „Vervielfältigungen“ (=Tonträgerverkäufen, Downloads etc.) und <span
style="text-decoration: underline;">66,66%</span> aller Einnahmen aus Sendung und Aufführung (TV, Radio, streaming etc.). </strong>(Ja, nach Abzug der Kosten der GEMA (lagen 2010 bei 14,2%<a
href="#_ftn5">[5]</a>)<strong>. Diese 60% bzw. 66,66% sind <span
style="text-decoration: underline;">Mindestbeteiligungen</span>. </strong>Erfolgreiche Autoren verhandeln häufig höhere Beteiligungen, gründen ihre eigenen Verlage etc..</p><p><span
style="text-decoration: underline;">b) Rechte an Musikaufnahmen </span></p><p>Auch die GvL, die Verwertungsgesellschaft für Leistungsschutzrechte verteilt Einnahmen in etwa zu gleichen Teilen zwischen Künstlern und Labels.</p><p>Du hast es wahrscheinlich noch nicht bemerkt: Die Musikwirtschaft ist schon seit Jahren überwiegend „independent“ geprägt. Der Forschungsbericht des BMWi hat bereits 2009 <a
href="#_ftn6">[6]</a> bei der Analyse der 2006er Zahlen festgestellt, dass</p><p>- weit mehr als 60% aller Unternehmensumsätze der Musikwirtschaft von kleinen, mittleren und Kleinstunternehmen erzielt werden;</p><p>- 95% der 3.884 damals tätigen Musikunternehmen weniger als 2 Mio. Euro Umsatz erzielten;</p><p>- es nur 9 Unternehmen gab die mehr als 50 Mio. Euro Umsatz erzielten – darunter die vier (bald wohl nur noch 3) Majors – die in Deutschland nun auch eher mittelständische Größenordnungen haben.</p><p>Die von Dir pauschal als „Verwerterindustrie“ verunglimpfte Branche besteht im Musikbereich aus Menschen, die überwiegend in kleinen, mittelständischen, Tausenden von Kleinstunternehmen oder selbstständig ihren Lebensunterhalt versuchen zu verdienen. Viele davon sind Künstler, die sich selbst vermarkten – teils bereits bekannte, die kleine Unternehmen betreiben in denen die Arbeit getan wird, die traditionell von Labels übernommen wurde, teils die wachsende Anzahl junger Künstler, die einfach niemanden mehr finden, der in ihre Karrieren investieren könnte oder wollte. Die von Dir versuchte Spaltung von Künstlern und „Verwerterindustrie“ ist &#8211; vor allem im independent Bereich &#8211; ein längst überholtes Klischee aus den 80er Jahren.</p><p>Und der häufigste Deal zwischen Künstlern und independents ist? Der sog. „klassische Indiedeal“: <strong>Alle Einnahmen werden nach Abzug der Kosten 50/50 geteilt.</strong></p><p>Das ist heutzutage alles Basiswissen jedes Berufsanfängers in der Musikwirtschaft. Dass Du 2011 einen Artikel veröffentlichst und trotz dieser leicht recherchierbaren Fakten behauptest, Urheberrechte dienten „<em>fast ausschließlich den Interessen der Kulturindustrie“</em> belegt vor allem Deine frappierende Unkenntnis.</p><p><span
style="text-decoration: underline;">c) Beispiel: Film</span></p><p>Wenn Du Dich für qualifiziert genug hältst, Vorschläge zur Ausgestaltung des Urheberrechts zu machen, solltest Du bedenken, dass Deine Aussagen die Lebensumstände aller betreffen, die kreative Güter produzieren. In Deutschland sind das mehr als 1 Mio. Menschen <a
href="#_ftn7">[7]</a>.</p><p>Auch als Konzertveranstalter könntest Du am Abspann bemerkt haben, dass hunderte von Mitwirkenden an der Entstehung von Filmen arbeiten. Filme werden hochgradig arbeitsteilig erstellt, benötigen umfangreiche Vorfinanzierung, Planung, und nach Fertigstellung leistungsfähige Vermarktung wenn sie erfolgreich werden sollen.  Sie sind nicht das Produkt einzelner, selbstfinanzierter Urheber. Der urheberrechtliche Schutz des fertigen Films sichert nicht nur den Lebensunterhalt der Drehbuchautoren und anderen beteiligten Urheber, sondern auch den der Kameraleute, Beleuchter, Schauspieler, Maskenbildner, Cutter, Cateringunternehmen, Regisseure, Produzenten und aller anderen Mitwirkenden.</p><p>Wie eingangs erwähnt, sind in Deinem Artikel nicht einmal im Ansatz Lösungsvorschläge erkennbar. Willst Du ernsthaft behaupten, die Bezahlung aller Mitwirkenden wäre auf Dauer ohne urheberrechtlichen Schutz des Films finanzierbar? Mit oder trotz zunehmender Kino.to und torrent Nutzungen?</p><p><strong>(2) </strong><em>„Das Urheberrecht soll eigentlich die Leistungen von Kreativschaffenden schützen. (…)sie sollen an jeder wirtschaftlich relevanten Nutzung ihrer Werke finanziell beteiligt werden.“ </em>Absolut richtig. Aber dann: <em>„In der Praxis lassen sich Verwerter wie Plattenfirmen oder Verlage jedoch meist sehr weitgehende oder ausschließliche Nutzungsrechte übertragen. <strong>Oft darf der Urheber danach sein eigenes Werk nicht mehr nutzen.“ </strong></em></p><p>Wie bitte? „Oft“ darf der Urheber sein Werk nicht mehr nutzen wenn er einem Verlag eine Beteiligung an Nutzungsrechten verkauft oder übertragen hat (was der Kern deutscher Verlagsverträge ist)?  Wofür nutzt ein Urheber sein Werk denn „meist“? Wenn er auch Interpret ist, zumeist doch wohl für</p><p>- Konzerte &#8211; willst Du jemandem weismachen Urheber dürften ihre Werke dann „oft“ nicht mehr spielen? Unsinn.</p><p>- Musikaufnahmen &#8211; soll das heißen er kann die Werke dann nicht mehr aufnehmen? Sie nicht auf Tonträgern, bei itunes, simfy, emusic, etc. selbst oder von einem (selbst gewählten) Labelpartner veröffentlichen lassen? Ebenfalls Unsinn.</p><p>- Sendungen &#8211; dürfen Urheber ihre Werke nach Veräußerung einer Beteiligung an Nutzungsrechten „oft“ nicht mehr beim rbb oder auf byte.fm spielen lassen? Kompletter Unsinn.</p><p>Wovon sprichst Du? Ich kann nur raten welche seltenen Situationen Du hier versuchst zu verallgemeinern. Wenn Urheber sich – selbstverständlich freiwillig &#8211; entscheiden, Beteiligungen an Nutzungsrechten zu veräußern, müssen sich die Geschäftspartner natürlich in der Folge bei einigen (aus Sicht der meisten Autoren viel zu selten stattfindenden) Nutzungen abstimmen. Will man die Musik für die nächste Coca Cola Kampagne sein und wenn ja, was soll man dafür verlangen etc.. Auch dabei entscheidet &#8211; zumindest bei uns und den Verlagen mit denen wir arbeiten &#8211; letztlich immer der Urheber.</p><p>Und natürlich gibt es aus offensichtlichen Gründen für Interpreten zeitlich begrenzte sog. „re-recording restrictions“ – für Urheber, wie Du zu behaupten scheinst, ist das abwegig.</p><p>Schließlich bedeutet – auch wenn sich „Plattenfirmen oder Verlage jedoch meist sehr weitgehende oder ausschließliche Nutzungsrechte übertragen“ lassen, dies keinesfalls, dass Kreative nicht „an der wirtschaftlich Nutzung ihrer Werke finanziell beteiligt werden“. Wie jeder der auch Künstler vertritt, streite ich mit Labels gern für höhere Beteiligung der Künstler – das liegt in der Natur der Geschäftsbeziehung. Aber es gibt Gesetze, Verträge und notfalls Gerichte um solche Konflikte zu lösen. Und diese Konflikte sind bisher alle gelöst worden, ohne dass das Urheberrecht dem im Wege gestanden hätte – im Gegenteil.</p><p><strong>Dagegen ist 100% sichergestellt, dass Künstler ÜBERHAUPT KEINE Beteiligung erhalten, wenn Unternehmen wie Rapidshare, Megaupload (aber auch Google <a
href="#_ftn8"><strong>[8]</strong></a>) unlizensiert substantielle Beträge mit ihren Werken verdienen. </strong></p><p>(3) <em> „Ist es richtig(…) daß ein Künstler bei jeder Kopie den Urheber um Einverständnis bitten muß, wie es in Europa gang und gäbe ist?“ </em></p><p>Nein, es ist nicht richtig und deshalb auch nicht „gang und gäbe“ bei jeder „Kopie“ (Du musst „Coverversion“ meinen, sonst macht der Satz überhaupt keinen Sinn) den Urheber um Einverständnis zu bitten.</p><p>Für Coverversionen müssen Künstler keine Genehmigungen einholen. Nur bei substantieller Veränderung und auch nur wenn man das substantiell veränderte Werk kommerziell veröffentlichen will, ist die Einwilligung des Urhebers zur Werkveränderung nötig. Darüber was eine substantielle Veränderung darstellt kann man in der Tat streiten und der VUT spricht sich für eine Überarbeitung des Zitat- und Bearbeitungsrechts aus um der Realität zu entsprechen, dass viel mehr Nutzer als früher Werke zu ihrem Vergnügen oder auch kommerziellen Zwecken verändern.</p><p>Ob deshalb jeder Nationalsozialist ohne zu fragen Dein Werk mit neuem Text versehen können sollte ist die zu Recht häufig gestellte, weiterhin zu beantwortende Frage.</p><p>(4) <em>„Ein Ammenmärchen der Kulturindustrie besagt, illegale Downloads seien schuld daran, daß Künstler nicht mehr von ihrer Kunst leben können.“</em></p><p>Die Auswirkungen unvergüteter Musiknutzungen wurden seit Jahren in unabhängigen wissenschaftlichen Studien untersucht und dokumentiert. Alle nachstehend genannten Untersuchungen sind nach wissenschaftlichen Richtlinien entstanden und von anerkannten Fachzeitschriften mit peer review publiziert worden.</p><p>Die negativen Auswirkungen von unvergüteten Musiknutzungen auf Musikverkäufe wurden in folgenden Studien nachgewiesen und veröffentlicht:</p><p>Liebowitz „Creative Destruction or just Plain Destruction“ (2004a, 2006a, Theorie), Liebowitz „Testing File-Sharing’s Impact on Music Sales in Cities“ (2008a, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Zentner „Measuring the Effect of File Sharing on Music Purchases“ (2006, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Rob und Waldfogel “Music Downloading, Sales Displacement and Social Welfare” (2006, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Lee “The Effect of File Sharing on Consumers Purchasing Patterns” (2006, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Leung “Should the Music Industry Sue Its Own Customers?” (2008, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Huygen et al. “Ups And Downs. Economic And Cultural Effects Of File Sharing On Music, Film And Games“ (2009, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Michel “The Impact of File Sharing On The Music Industry” (2005, Theory and Survey Based Approach), Hong “Measuring the Effect of Napster on Recorded Music Sales” (2009, Theory and Survey Based Approach), Peitz und Walbroeck “The Effect of Internet Piracy on Music Sales” (2003,2004, Theory and Survey Based Approach).</p><p>Spezifische Schäden durch File Sharing, etwa in Bezug auf ihre Verursachung durch bestimmte Konsumentengruppen oder in Bezug auf den Bekanntheitsgrad der betroffenen Künstler oder auch in Bezug auf zu definierende (theoretische) Umstände unter denen die (von keinem der u.g. Autoren  geleugneten Schäden) theoretisch ausgeglichen werden könnten  wurden durch die folgenden Untersuchungen dokumentiert:</p><p>Curien und Moreau „The Music Industry in the Digital Era“ (2005, Theorie), Bayaan „Technology and the Music Industry” (2004, Theorie), Peitz und Walbroeck “Why the Music Industry may gain from free Downloading” (2006, Theorie), Boorstin “Music Sales in the Age of File Sharing” (2004, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Mortimer und Sorensen “Supply Responses to Digital Distribution: Recorded Music and Live Performances” (2005, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Bounie et al. (2005, Pure Survey Based Approach), Gopal et al. “Do Artists Benefit from Online Music Sharing” (2006, Theorie und Survey Based Approach), Bhattacharjee et al. “The Effect of Digital Sharing Technologies on Music Markets. A Survival Analysis of Albums on Ranking Charts” (2007, Approach Based on Empirical Data from P2P File Sharing Usage), Blackburn “On-line Piracy and Recorded Music Sales” (2004, Approach Based on Empirical Data from P2P File Sharing Usage).</p><p>Im Februar 2011 wurde der BASCAP-Report „Estimating the global economic and social impacts of counterfeiting and piracy” der Internationalen Handelskammer veröffentlicht. Die Befunde dieses Reports dokumentieren ebenfalls das Ausmaß der Schäden die durch unlizensierte Musiknutzungen entstanden sind. Da die Autoren Befunde aus der wissenschaftlich anerkannten Literatur nutzen um die aus Marktdaten gewonnenen Ergebnisse nach unten zu korrigieren, Schäden durch Streaming noch nicht mit einbezogen wurden und jeder Download als Single (nicht als Album) gewertet wurde können ihre Daten als relativ zuverlässige Einschätzung der unteren Grenze betrachtet werden; auch wurde durch die Auswertung der Daten von weltweit 19 verschiedenen Instituten in 16 Ländern sichergestellt, dass eine manipulative oder tendenzöse Befragung oder Auswertung sehr schwierig durchführbar gewesen wäre. Eine weitere Stärke des Reports besteht in einer klaren Abgrenzung des „commercial value“ von digitaler Musik-Piraterie von den tatsächlich aufgetretenen „business losses“, d.h. der BASCAP-Report schließt Überschätzungen der Verluste durch fälschliche Interpretationen der Downloads als 1:1 Kaufverluste konsequent aus.</p><p>Bislang liegen nur zwei Veröffentlichungen vor, die zu dem Ergebnis kamen File Sharing würde die Musikverkäufe positiv beeinflussen: Chi (2008) kam zu diesem Befund in dem Kirchenbesuche und Strafzettel als proxy für File Sharing genutzt wurden, ihr lagen keine (!) Daten zum tatsächlichen File Sharing Verhalten der Befragten vor. Andersen und Frenz (2007) kamen zu ihrem Befund durch eine methodische Vorgehensweise die es ausschloss, dass der Zusammenhang zwischen File Sharing und Musikverkäufen durch eine dritte Variable hätte beeinflusst werden können, daher wurden die Autorinnen bereits frühzeitig in Bezug auf ihre Methodik kritisiert. Eine Re-Evaluation ihres Datensatzes durch Barker (2011) ergab aber sogar darüber hinaus schwerwiegende neue Erkenntnisse: <strong>Andersen und Frenz hatten bereits herausgefunden, dass bei Abwesenheit von P2P Netzwerken 75% der umsonst konsumierten Musik gekauft worden wäre. Diese Information lag den Autorinnen also bereits 2007 vor, sie zogen es jedoch vor, diese Befunde nicht zu veröffentlichen.</strong></p><p>Weitere zwei Studien kamen zu dem Schluss, dass File Sharing und Musikverkäufe voneinander unabhängig sind. Tanaka (2004) erzeugt diesen Befund durch den Einsatz einer dummy Variable nach der vorherige Albenverkäufe eines Künstlers nicht vorliegen; das hierdurch gewonnene Ergebnis ist natürlich nicht haltbar – entsprach aber vermutlich den Wünschen des japanischen Mobile-Konzerns der das Institut finanziert. Oberholzer-Gee und Strumpf (2007) kamen zu ihrem Ergebnis auf bisher nicht nachvollziehbare Weise da die Autoren sich bis heute mit verschiedenen Begründungen weigern ihre Rohdaten einer erneuten Analyse zur Verfügung zu stellen. Liebowitz (2010) wies jedoch ausführlich auf die gravierenden Unstimmigkeiten der statistischen Auswertungen hin: So müsste nach den Befunden von Oberholzer-Gee nämlich ein Erliegen des amerikanischen Download-Verhaltens außerhalb der deutschen Schulferien (!) eintreten bzw. sogar ein Abrutschen des Download Verhaltens in einen Minusbereich: Der von Oberholzer-Gee präsentierte Regressionskoeffizient  betrug das Dreifache der Standardabweichung. Da inhaltlich eine Download-Tätigkeit im Minusbereich keinen Sinn ergibt, wurde eine Überprüfung der Rohdaten angestrebt um die Fehler in der Datenerhebung bzw. Datenauswertung nachzuweisen – dies ist durch die Weigerung Oberholzer-Gees bis heute nicht möglich.</p><p>Zusammenfassung:</p><p>Obwohl an vier dieser Studien Kritik geäußert werden muss, sollten sie doch abgegrenzt werden von selbsterstellten Tabellen auf Blogs, Diplomarbeiten ohne korrespondierende peer review Veröffentlichungen, emotional gefärbten Ansichten auf eigenen Homepages oder auch gezielt als PR eingeschleusten Werken.</p><p>Man kann davon ausgehen, dass es wie immer multiple Ursachen für Umsatzrückgänge gibt, nur wurden andere Faktoren bisher nicht zuverlässig identifiziert und nachgewiesen. Der gegenwärtige Stand der Forschung spricht dafür, dass unlizensierte Musiknutzungen den größten bisher bekannten Anteil an den Schäden und Einkommensminderungen verursacht haben.</p><p><strong>Du hältst Dich als Konzertveranstalter für qualifiziert die vorliegenden Forschungsergebnisse als „Ammenmärchen“ abzutun und ohne eigene methodische Kenntnisse die einzige Dir wohl vorgelegene  Studie mit der geborgten Meinung zweier Journalisten zu beurteilen? </strong></p><p><strong>Dein Mangel an Kompetenz wird nur von Deiner Überheblichkeit übertroffen. Das ist so ärgerlich, dass hier ein paar klare Worte nötig sind: Minimalvoraussetzung für eine qualifizierte Auseinandersetzung mit den vorliegenden Befunden ist Methodikwissen und Sicherheit im Umgang mit statistischen Methoden.  Du bist nicht in der Lage festzustellen ob die in der FAZ genannten Befunde aus einer wissenschaftlichen Untersuchung stammen oder der Feder eines Lobbyisten. Du bist nicht kompetent genug um einzuschätzen wie die  Ergebnisse entstanden sind und wie sie interpretiert werden sollten. Unstimmigkeiten in der Analyse wie auch Interpretation der Befunde würden Dir entgehen und Du wärest deshalb auch nicht qualifiziert die Arbeit der SPIEGEL- oder FAZ-Journalisten zu beurteilen. Du würdest nicht einmal bemerken, wenn der FAZ-Autor oder der SPIEGEL-Autor die zugrundeliegenden Daten verändert oder falsch dargestellt hätten. </strong></p><p>Ich erzähle Dir mal ein echtes Ammenmärchen:</p><p>„Die Norwegische Studie“</p><p>Im Frühjahr 2009 kam Rabea Weiser in der ZEIT in ihrer Darstellung einer „norwegischen Studie“ zu dem Schluss, diese Studie hätte herausgefunden „Musikpiraten…sind die größte Kundengruppe der legalen Download-Plattformen“. Sie formulierte ihren Artikel auf der Grundlage einer Pressemitteilung, dabei übernahm sie nicht nur unkritisch die darin enthaltenen Zahlen, sondern fügte (unglücklich) noch eigenständig weitere Fehlinformationen hinzu. So bezogen sich die Autoren der Pressemitteilung z.B. noch auf einen kleinen Ausschnitt ihrer gesamten Stichprobe, nämlich die Gruppe der 15-20 Jährigen. Rabea Weiser formulierte diesen Befund jedoch schon in der Überschrift als generellen Befund bezüglich aller „Musikpiraten“. Sie sprach von 2000 befragten Nutzern, tatsächlich bezogen sich die Ergebnisse nur auf die Aussagen von 323 Personen etc. Eine genauere Betrachtung der „Studie“ ergab, dass die Zahlen der Pressemitteilung derart erhebliche Lücken aufwiesen dass eine Einordnung der Befunde unmöglich war. Stattdessen ergab die triviale Methodik (soweit erkennbar) auch nur triviale Befunde: So waren etwa Personen die sich gar nicht für Musik interessierten auch (erwartungsgemäß) kaum Nutzer illegaler Tauschbörsen.</p><p>Nachfragen bei den Autoren der angeblichen „norwegischen Studie“  um diese und andere Probleme der Untersuchung anzusprechen ergab dann überraschenderweise Folgendes: Nach Auskunft des Ko-Autoren Molde an der BI Norwegian School of Management  am 22. 06.2009 handelte es sich bei den Darstellungen auf der institutseigenen Homepage nur um eine „Pressemitteilung“ und eine veröffentlichte Studie gäbe es noch gar nicht. Die einer Telefonbefragung entnommenen Befunde hatten also bisher weder einer unabhängigen Prüfung standgehalten noch war die Studie abgeschlossen. Es hatte keine methodische Überprüfung der Untersuchung gegeben. Es lagen keine Signifikanzprüfungen vor, Angaben zur Literatur fehlten ebenso wie eine Einordnung der Befunde in Bezug auf andere Studien.</p><p>Die Hintergründe der an dieser Untersuchung beteiligten Institutionen ließen allerdings einen Blick „hinter die Kulissen“ zu. Es stellte sich ja die Frage, wie es dazu kommen konnte einige so zweifelhafte und wenig aussagefähige Unterbefunde einer noch nicht abgeschlossenen Telefonbefragung  als Ergebnisse einer „wissenschaftlichen  Studie“ zu präsentieren.</p><p>Die verantwortliche Prof. Gran war neben ihrer Tätigkeit an der BI Norwegian School of Management auch Partner und Senior Advisor der PR-Firma Perduco Kultur, eine Tochterfirma der PR- und Lobbyfirma Perduco AS, die, wie sich herausstellte, auch mit der eigentlichen Durchführung und Auswertung der Untersuchung beauftragt war. Perduco AS ist nach eigenen Aussagen spezialisiert auf „strategic communication“ durch Forschungsprojekte die von ihren Kunden in Auftrag gegeben wurden. Für die anspruchsvollen Kunden („demanding clients“) im privaten und öffentlichen Sektor werden Forschungsprojekte gezielt entworfen, durchgeführt und ausgewertet. Perduco führt jährlich ca. 20.000 Interviews durch. Zu den Spezialgebieten der Perduco AS zählen laut ihrer Eigendarstellung u.a. „Meinungsbildung“ und „reputation building“. Perduco verspricht, zu diesem Zweck die geeigneten „Kommunikationsstrategien“, Texte und Pressemitteilungen zu entwerfen. Auf der Firmen Webpage wird nicht ohne Stolz auf mehr als 1600 „media stories“ hingewiesen die allein im Jahr 2008 aufgrund der von Perduco erstellten Studien und Berichte in 185 verschiedenen Medien erschienen seien. Die Auftraggeber werden auf Perducos Webseite übrigens in keinem Fall genannt.</p><p>Die von Perduco erzeugten Ergebnisse der angeblichen „norwegischen Studie“ konnten erfolgreich in folgenden Medien lanciert werden: Guardian (UK), El Pais (Spanien), AFP, der Freitag, London Daily News, Music Week, Le Monde (Frankreich), Hip Hop Law (USA), Politiken (Dänemark), Die Zeit (Deutschland). Die Pressemitteilung zur „norwegischen Studie“ wurde am 22.04.2009 lanciert – das Urteil im vielbeachteten Verfahren gegen die Pirate Bay Betreiber erging am 17.04.2009.</p><p>Lobbyfirmen wie die o.g Perduco AS versuchen meist nach dem gleichen Prinzip passende „wissenschaftliche Befunde“ zu lancieren. Das Strickmuster für die Erzeugung dieses „Befundes“  ist denkbar einfach  – meist handelt es sich um einen Vergleich der Gruppe A (mögen keine Musik/Filme/Bücher) und der Gruppe B (mögen Musik/Filme/Bücher). Dann wird verglichen in welcher der beiden Gruppen mehr Käufer sind (Oh, Überraschung, Gruppe B) und in welcher Gruppe mehr Nutzer illegaler Downloads oder Streaming Seiten sind (Oh, Überraschung, Gruppe B). Voila &#8211; Piraten sind die besten Kunden. Dich hat das offensichtlich überzeugt.</p><p>Es gibt Variationen dieses Grundmusters und meist wird ausgiebig mit zusätzlichen Auswertungen die alles etwas kompliziert machen und das Grundmuster etwas verstecken sollen garniert. Wissenschaftlich ist dieses Konstrukt natürlich leicht angreifbar, wird aber vom interessierten  Laienpublikum, zu dem auch die Journalisten gehören, selten in Frage gestellt.</p><p>Gut möglich, dass auch in der Kreativwirtschaft jemand glaubt es sei sinnvoll Gefälligkeitsstudien in Auftrag zu geben. Ernstzunehmender Journalismus setzt jedoch fachlich qualifizierte Auseinandersetzung mit der Originalliteratur voraus. Mit dem ungeprüften Abschreiben von anderen Journalisten ist es nicht getan.</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">5. Zum VUT</span></strong></p><p>Schließlich Deine Äußerungen zum VUT und mir persönlich. Sie haben dasselbe Muster wie der Rest Deines Artikels – schlecht recherchiert, unreflektiert und ausschließlich polemisch.</p><p>Meine persönliche Sichtweise zu den angesprochenen Themen habe ich oben dargelegt. Wenn Du glaubst sie mit „eisernem  Verfechten knallharter Law-and-Order Positionen“ treffend zusammengefasst zu haben, habe ich dem nichts hinzuzufügen <a
href="#_ftn9">[9]</a>. Meine persönliche Meinung ist für die Arbeit des VUT ohnehin nicht relevanter als die der anderen Vorstände und Mitarbeiter.</p><p>Wir sprechen und ringen im VUT um die richtigen Antworten und gehören nicht zu denjenigen, die behaupten alle zu kennen. Wir haben zu vielen Themen sehr unterschiedliche Meinungen und das ist, wie man in Berlin gern sagt, gut so. Wir arbeiten transparent, wenn wir uns auf etwas verständigen können, veröffentlichen wir es. Wenn nicht, dann nicht. Alles was wir beschließen ist öffentlich zugänglich.</p><p>Zu den Mindestanforderungen an jemanden, der sich qualifiziert zu Positionen des Verbandes äußern will, gehört die öffentlich zugänglichen Dokumente zum Thema zu lesen. Wir wissen nicht, worauf Du Dich mit „komischen Vorlagen“ beziehst, aber falls Du etwas Strukturiertes sagen möchtest solltest Du Dich mit den veröffentlichten Texten auseinandersetzen.</p><p>Wir haben wenig zum Urheberrrecht veröffentlicht, die Stellungnahme zu den Fragen der Enquete Kommission Internet und digitale Gesellschaft zum Urheberrecht, die mittlerweile seit fast einem Jahr online steht <a
href="#_ftn10">[10]</a>, ist eines der wenigen ausführlicheren Dokumente.  Weil die Dinge sich in diesem Bereich schnell entwickeln ist sie aus unserer Sicht teilweise schon wieder überholt, aber falls Du an einer ernsthaften Auseinandersetzung statt selbstgefälliger Polemik interessiert gewesen wärest, wäre das ein Ausgangspunkt gewesen.</p><p>Wenn Du Dich weitergehend informiert hättest, wüsstest Du, dass der VUT sich FÜR eine Anpassung des Urheberrechts an die digitale Welt ausspricht – beispielsweise für eine Reform des Bearbeitungs- und Zitatrechts und grundsätzlich für Vereinfachungen des Urheberrechts und des Umgangs damit &#8211; weil es auch aus unserer Sicht zutrifft, dass jetzt mehr nicht-professionelle Nutzer damit zu tun haben. Wir unterstützen non-invasive Vorschläge zur Überarbeitung der Haftungsprivilegierung bei gewerblich betriebenen Urheberrechtsverletzungen. Und ja, auch aus unserer Sicht gibt es kontraproduktive Auslegungen des Urheberrechts, die auf den Prüfstand gehören.</p><p>Es ist nicht nachvollziehbar, warum es problematisch sein sollte wenn Dich ein VUT Vorstandsmitglied nach Deiner Meinung fragt. Alle Vorstände tauschen Gedanken mit anderen zu diesen Themen aus &#8211; auch und gerade mit Menschen, die abweichende Meinungen haben. Es gibt schon genug die glauben, das algorithmisierte Ergebnis Ihrer Google Suche gäbe tatsächlich das Wissen der Menschheit objektiv wieder <a
href="#_ftn11">[11]</a>.  In Anbetracht Deiner oben aufgezeigten Informationslücken bezüglich des Urheberrechts stellt sich allerdings die Frage ob eine Unterhaltung gerade mit Dir zu diesem Thema sinnvoll ist.</p><p>Die Behauptung, der VUT würde „hierzulande“ Forderungen „durchwinken“, soll offensichtlich suggerieren, dass independents in anderen Ländern andere Positionen vertreten. Auch hier muss ich Dich auffordern, Deine Hausaufgaben zu machen wenn Du ernst genommen werden willst. Die Stellungnahmen unserer internationalen Schwesterorganisationen sind online zugänglich, Positionen  der englischen AIM <a
href="#_ftn12">[12]</a>, wie die der amerikanischen independents A2IM <a
href="#_ftn13">[13]</a> (auch zur freiwilligen Vereinbarung zwischen ISPs und Inhalteproduzenten &#8211; einem Konzept für das wir uns in der Tat auch hierzulande ausgesprochen haben) und zum Protect IP Act der Obama Administration, der über das hinausgeht, was wir gefordert haben. Ditto die diversen Stellungnahmen unserer europäischen IMPALA Organisation.</p><p>Du zitierst Don Henley, den Mitbegründer der Recording Artists Coalition mit <em>»Die Musikindustrie hat Unmengen von Geld mit diesen Masterbändern verdient, viel mehr als die Künstler«. </em><strong>Dann unterschlage doch nicht was er noch zum Thema Deines Artikels sagt: „Today, I would say that I find the huge internet companies to be more of a threat. I am still not a fan of the large record companies, but on this issue of copyright and protection of creative works, I find myself on the same side of the table with them”. </strong></p><p>Du solltest Dich fragen warum Künstler, die sich, wie unabhängige Musikunternehmen auch, über alle möglichen Dinge mit Majors streiten, im zentralen Interessenkonflikt gemeinsam mit allen anderen, die kulturelle Güter produzieren und intelligent genug sind Propaganda zu erkennen  und Zusammenhänge zu verstehen, gegen die einseitige Durchsetzung der Interessen von Technologieunternehmen aussprechen.</p><p>Und Vorsicht mit der unreflektierten Verwendung von „reaktionär“. Nicht alles was den Interessen von Technologiefirmen dient ist automatisch progressiv. Wir wissen spätestens seit den 70er Jahren, dass Technologie nicht in sich emanzipatorisch ist, sondern ein Werkzeug &#8211; wie ein Schraubenschlüssel, mit dem man Sinnvolles, Progressives und auch Reaktionäres tun kann. Frag den iranischen Geheimdienst – oder die Tor-Entwickler beim amerikanischen.</p><p>Wenn Du intelligentere Lösungsvorschläge als eine Kulturflatrate hast, kannst Du Dich gern zurückmelden. Ansonsten kann die Welt m.E. auf Deine Stammtisch Beiträge verzichten.</p><p>Mit besten Grüßen,<br
/> Mark Chung</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">An die KONKRET Redaktion:</span></strong></p><p><strong>Als ehemaliger Leser der KONKRET, die zu Recht stolz ist, Vertreter der politischen und literarischen Intelligenz zu ihren Autoren zu zählen, sei mir eine Anmerkung erlaubt.</strong></p><p><strong>Von KONKRET wäre eine intelligente Analyse politischer und ökonomischer Zusammenhänge der aktuellen Debatte zum Urheberrecht von einer linken Perspektive begrüßenswert gewesen.</strong></p><p><strong>Ein so schlecht recherchierter, ausschließlich polemischer Artikel, der unreflektiert, einseitig und fehlerhaft die PR Strategie monopolistischer Großkonzerne wiederkäut hätte einer redaktionellen Überprüfung des Inhalts von Beiträgen m.E. nicht standhalten sollen. </strong></p><p><strong>Ich kann nur hoffen, dass KONKRET &#8211; trotz der kostenlosen online Verfügbarkeit der Inhalte – über ausreichende Mittel verfügt, um Beiträge redaktionell zu bearbeiten. </strong></p><hr
size="1" /> <br
/> <small><strong
id="_ftn1">[1]</strong> “P2P system applications (…) are one of the major reasons cited by Internet users for upgrading their Internet access to broadband”  (T. Mennecke “DSL Broadband Providers perform Balancing Act” zitiert nach Vinay Aggarval, Anja Feldmann, Christian Scheideler: “Enabling Co-Operation between ISPs and P2P systems” Technical Report  No.2, Deutsche Telekom Laboratories (3/2007))</p><p><strong
id="_ftn2">[2]</strong> <a
href="http://digitalmusicnews.com/stories/112910averageage">http://digitalmusicnews.com/stories/112910averageage</a></p><p><strong
id="_ftn3">[3]</strong> <a
href="http://www.pollstar.com/blogs/news/archive/2010/12/29/751701.aspx">http://www.pollstar.com/blogs/news/archive/2010/12/29/751701.aspx</a></p><p><strong
id="_ftn4">[4]</strong> Lobbyist J. Band, zit. n. Levine, Levine “Free Ride” S.27 Random House London 2011</p><p><strong
id="_ftn5">[5]</strong> GEMA Geschäftsbericht 2010 , S.6</p><p><strong
id="_ftn6">[6]</strong> Forschungsbericht Gesamtwirtschaftliche Perspektiven der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland,  Anhang, Statistische Daten, 9. Umsatzgrößenklassen der Kultur- und Kreativwirtschaft 2006,  S.24  BMWi (2/2009)</p><p><strong
id="_ftn7">[7]</strong> ebd.</p><p><strong
id="_ftn8">[8]</strong><a
href="http://www.digitalmusicnews.com/stories/102411adwords?utm_source=twitterfeed&amp;utm_medium=facebook">http://www.digitalmusicnews.com/stories/102411adwords?utm_source=twitterfeed&amp;utm_medium=facebook</a></p><p><strong
id="_ftn9">[9]</strong> Deine Implikation, ich könne 1.300 VUT Mitglieder durch Androhen von Prügel auf Kurs halten ist so abstrus, dass sie zumindest für Heiterkeit und Scherze im VUT sorgt, vielen Dank. Träfe sie zu, müsstest Du ja geradezu darauf aus sein.</p><p><strong
id="_ftn10">[10]</strong> <a
href="http://vut-online.de/cms/index.php?s=stellungnahme+zu+Fragen+Enquete">http://vut-online.de/cms/index.php?s=stellungnahme+zu+Fragen+Enquete</a></p><p><strong
id="_ftn11">[11]</strong> Google hat seit Dezember 2009 die Algorithmen seiner Suchmaschine verändert. Suchanfragen werden entsprechend sozioökonomischem Status des Nutzers, Wohnort, Freunden, Geodaten / Streetview, vorherigen Suchanfragen etc. beantwortet. Kognitive Dissonanzen, etwa durch abweichende Meinungen werden zugunsten effizienterer Werbung ausgeblendet,  d.h. es gibt keine gemeinsamen Suchergebnisse für dieselben Fragen mehr. Stattdessen werden zunehmend bereits bestehende Ansichten und Vorurteile verstärkt. Der Vorgang ist für Nutzer komplett intransparent – sie bemerken den Unterschied in aller Regel gar nicht. Veränderung / Differenzierung / opt-out sind unmöglich.</p><p><strong
id="_ftn12">[12]</strong> Beispiel:  zu DEA und Hargreaves Report:<a
href="http://www.musicindie.com/search?keywords=DEA&amp;x=21&amp;y=11">http://www.musicindie.com/search?keywords=DEA&amp;x=21&amp;y=11</a></p><p><strong
id="_ftn13">[13]</strong> Beispiel Press release zu stop online piracy act <a
href="http://a2im.org/2011/10/27/a2im-press-release-a2im-applauds-the-u-s-house-of-representatives-house-proposed-stop-online-piracy-act-legislation/">http://a2im.org/2011/10/27/a2im-press-release-a2im-applauds-the-u-s-house-of-representatives-house-proposed-stop-online-piracy-act-legislation/</a></small></p><p><strong>UPDATE</strong> Der Brief ist als <a
href="http://www.vut-online.de/cms/wp-content/uploads/Zu-Berthold-Seeliger-KONKRET.pdf">PDF</a> auch auf dem Server des VUT zu finden.</p><p><strong>UPDATE</strong> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/11/literaturliste-musik-online/">Hier gibt es eine Literaturliste zu den angesprochenen Themen</a>.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>191</slash:comments> </item> <item><title>Kurzfilm: Occupy Wall Street</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/10/17/kurzfilm-occupy-wall-street/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/10/17/kurzfilm-occupy-wall-street/#comments</comments> <pubDate>Mon, 17 Oct 2011 09:56:17 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50808</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/RGRXCgMdz9A" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p><small>Hinweis: Der Film wurde eigentlich von <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=zjfhOPCPJnE">CoreyOgilvie</a> zu YouTube hochgeladen, seine Version wurde jedoch mit einer Altersgrenze versehen, weshalb ihn hier niemand sehen könnte, der nicht bei YouTube eingeloggt ist.</small></p><p>Es entbehrt natürlich einer gewissen Ironie nicht, dass <a
href="http://off-the-record.de/2011/10/16/occupy-frankfurt-kehrwoche-im-bankenviertel/">einer der besten Texte zu den weltweiten Protesten</a> am vergangenen Wochenende im Blog des Werbeblatts Horizont erschien. Offenbar hat Olaf Kolbrück freie Hand bei seinen Texten, worüber wir froh sein können.</p><p>Denn Olaf hat recht: <a
href="http://taz.de/Demos-gegen-Banken-und-Sparzwaenge/!80048/">Diese Proteste</a> funktionieren nicht allein &#8222;von unten&#8220;, zu den 99% gehören Mittelstand und Mittelschicht, so es sie denn noch gibt, dazu. Dass dies auch von denen erkannt wird, <a
href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/politik-und-internet-mein-neues-leben-unter-piraten-11493287.html">von denen man es vielleicht nicht erwartet hätte</a>, ist ein gutes Zeichen.</p><p><small>Kann mir jemand erklären, was <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=Xa1OeYnGH1Q">der Unfug mit dem polizeilichen Entfernen von Sitzunterlagen</a> soll? Was kommt als nächstes? Will man uns die Wollmützen wegnehmen? Oder gar die Schuhe?</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/10/17/kurzfilm-occupy-wall-street/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>30</slash:comments> </item> <item><title>Dieses Video wurde aufgrund einer Regierungsanfrage entfernt. Nicht.</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/10/05/dieses-video-wurde-aufgrund-einer-regierungsanfrage-entfernt-nicht/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/10/05/dieses-video-wurde-aufgrund-einer-regierungsanfrage-entfernt-nicht/#comments</comments> <pubDate>Wed, 05 Oct 2011 16:18:41 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50693</guid> <description><![CDATA[<p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/10/youtube.jpg" alt="youtube" title="youtube" class="alignnone size-full wp-image-50695" /></p><p>Eine WISO-Doku, die ein Privatnutzer bei YouTube hochgeladen hatte, wurde laut YouTube-Meldung &#8222;aufgrund einer Regierungsanfrage entfernt&#8220;. Der Online-Protest gegen die scheinbare Zensur war groß, aber glücklicherweise nicht nötig, denn &#8222;Die Bundesregierung zensiert nicht und hat nichts gesperrt&#8220;, <a
href="https://twitter.com/#!/RegSprecher/status/121545742723723266">erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert bei Twitter</a>. Was aber war denn dann passiert? Schließlich würde doch Google/ YouTube nichts in diese Box schreiben, <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/06/21/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen/">das nicht wirklich stimmt</a>!?</p><p>Die ganze Geschichte nebst Auflösung <a
href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/15/0,3672,8355823,00.html">gibt es beim ZDF</a>, die Kurzversion: Es war ein Versehen, anscheinend eine Mischung aus Automatisierung und Übernahme übersetzter US-amerikanischer Textvorgaben.</p><p><small><a
href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/1383764/Die-Bank-gewinnt-immer!">WISO: Die Bank gewinnt immer!&#8220; in der ZDF-Mediathek.</a></small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/10/05/dieses-video-wurde-aufgrund-einer-regierungsanfrage-entfernt-nicht/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>11</slash:comments> </item> <item><title>Freifahrt [Update]</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/08/19/freifahrt/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/08/19/freifahrt/#comments</comments> <pubDate>Fri, 19 Aug 2011 16:02:58 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=49921</guid> <description><![CDATA[<p><div
class="labeledImage "><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/08/mamba.jpg" /><p><a
class="license-cc" href="#"><span
class="text">T. Haeusler</span></a></p></div></p><p>Es war in den 70er Jahren, glaube ich, als sich in Deutschland leidenschaftliche Autofahrer zusammentaten und unter dem Slogan &#8222;Freie Fahrt für freie Bürger&#8220; gegen staatliche Beschränkungen des Individualverkehrs wehrten. Diese Autofahrer waren davon überzeugt, dass Tempolimits und (damals stattfindende) autofreie Sonntage ein Eingriff in ihre persönliche Freiheit wären, und dass nur sie selbst entscheiden sollten, wann und wie schnell sie fahren dürften.</p><p>Die Auto-Lobby hatte eine sehr laute Stimme, die von diversen Automobilklubs und von den Boulevard-Medien, die dem Volk so gerne &#8222;aufs Maul schauen&#8220;, verstärkt wurde. Irgendein Axel-Springer-Blatt brachte den Slogan als Aufkleber-Beilage und selbiger prangte danach auf vielen PKW.</p><p>Geändert hat der Autofahrer-Protest an der Verkehrspolitik der darauf folgenden Jahre und Jahrzehnte nur wenig, und wenn wir heute in Großstädten immer mehr begrüßenswerte Tempo-30-Zonen haben, dann verdanken wir das ganz sicher nicht jenen Teilen der autofahrenden Bevölkerung, die ihre individuellen Bedürfnisse über die ihrer Umwelt stellen.</p><p>Manchmal, in stillen Sekunden, wenn die Katzen auf Twitter schlafen, bei Facebook alle außer den Codern Mittagspause machen und sogar Robert Scoble Google+ abgeschaltet hat … dann frage ich mich, ob Teile der netzpolitischen Gemeinde mittlerweile ähnlich funktionieren wie die oben beschriebenen Autofahrer. Freies Netz für freie Bürger.</p><p>Und dann lese ich von Cameron und <a
href="http://www.tagesschau.de/ausland/facebook230.html">diesem</a> und anderem Irrsinn und fasse es nicht. Und weiß: Es ist richtig, sich gegen Zensur und Vorratsdatenspeicherung zu wehren, es ist richtig, zu beweisen, dass Stoppschilder vor Straftaten nichts anderes als politische Nebelkerzen sind. Und es ist ebenso richtig, Gesetzentwürfe und andere politische Maßnahmen immer wieder auf ihre Tauglichkeit und ihre Verhältnismäßigkeit zu überprüfen.</p><p>Und trotzdem nervt es mich, wenn in meinen Netz-Streams jede mögliche Einschränkung als Zensur bezeichnet wird; wenn vielleicht anstehende Veränderungen des Status Quo als Angriff auf die Menschenrechte interpretiert werden; wenn Lösungsvorschläge allein an ihrer unwahrscheinlichsten Fehlbarkeit gemessen werden; wenn als Antworten auf gesellschaftliche und politische Fragen allein die Behauptung einer Selbstregulierungskraft des Netzes sowie die zwar wichtigen, aber immer noch viel zu wenig ausformulierten Forderungen nach mehr Medienkompetenz kommen. Für meine Vorstellung vom gemeinsamen Weiterkommen, konstruktiven Gesprächen und gegenseitigem Wissensaustausch sieht es dann schlecht aus, und Versuche, Experimente und daraus resultierende Erkenntnisse werden so gut wie unmöglich. Das, was man aus dem Meer der Netzstimmen manchmal zu lesen bekommt, unterscheidet sich dann an Eindimensionalität nicht mehr von dem, was man kritisiert.</p><p>Das mag mich nerven, überraschen darf es mich aber eigentlich nicht. Die aktuelle Politik nicht nur hierzulande macht es einem nicht leicht, sie ernst zu nehmen und sie zu respektieren, sie als Partner statt als Feind, als Diener statt als Herrscher zu betrachten, da man den Eindruck hat, dass nur aus Angst und Unsicherheit, auf wirtschaftlichen Druck hin und sowieso nur bis zur nächsten Wahl gehandelt wird. Kontroll- und Regulierungswahn hier, sagenhafte Inkompetenz dort, Ignoranz und Arroganz an allen Enden … dabei ruhig zu bleiben, fällt schwer, keineswegs nur in netzpolitischen Bereichen.</p><p>Und trotzdem darf dies alles kein Grund sein, Augen und Ohren davor zu schließen, dass Veränderungen auch vor dem Netz nicht Halt machen werden.</p><p>Die wohl kaum umkehrbare Kommerzialisierung des Netzes, seine Verbreitung, seine Ortsunabhängigkeit, seine Allgegenwärtigkeit, sein Einsatz für viele unterschiedliche Zwecke und die gleichzeitige Nutzung als Infrastruktur für unternehmerische, militärische, private und politische Zwecke, vor allem aber seine &#8222;Normalität&#8220; für fast alle Menschen in einigen Regionen der Welt (und ihre Abhängigkeit davon) bringen Herausforderungen mit sich, die weder allein technisch, noch allein politisch, noch allein kulturell zu beantworten sind, sondern nur von einer Mischung aus vielen Disziplinen.</p><p>Ich bin davon überzeugt, dass es im Netz neben den glitzernden Hauptstraßen auch immer die dunkleren Seitengassen, die nur halb legalen Rotlicht-Viertel, die Indie-Läden und die Drogendealer geben wird – wie in jeder Stadt auch. Man wird immer finden, was man will, wenn man weiß, wo man suchen muss. Ich mache mir keinerlei Sorgen darum, dass das Netz zu einem klinisch sauberen Ort werden könnte, der keinen Platz mehr für Spinner und Absurditäten lässt, für Abgedrehtes und Absonderliches und für das, was nun wirklich nur drei echt ziemlich schräge Leute interessiert. Das Netz besteht schließlich aus Menschen. Die machen das schon.</p><p>Ich bin aber auch ziemlich sicher: Das anarchistische Internet ist tot. Und es wurde nicht allein von regulierungswütigen Politikern oder Wirtschaftbossen getötet, sondern vielleicht auch von der Realität seiner verschiedenen Entwicklungen, von der Tatsache, dass es schon lange kein elitärer Klub mehr ist, sondern ganz einfach eine Erweiterung des öffentlichen Raums. Und für einen solchen kann das Hoffen auf Selbstregulierung kaum genügen.</p><p>Das anarchistische System, ein System, das trotz unterschiedlichster Ansprüche wirklich (wirklich!) selbstständig funktioniert, kenne ich nicht. Jedes Forum hat Regeln, die es einzuhalten gilt, jede Programmiersprache bestraft die Missachtung seiner Regeln und jede Demokratie auch.</p><p>Eine überschaubare Gruppe von Menschen mit einer guten Ausbildung, einem dazu passenden Selbstbewusstsein und einer unerschütterlichen Psyche, die nicht einmal im Traum daran denken, jemandem anderen Schaden zuzuführen, könnte vielleicht ein anarchistisches Internet erfolgreich bevölkern. Vielleicht.</p><p>Doch es wird nicht von einer solchen Gruppe bevölkert. Das Netz, morgen noch mehr als heute, ist für alle da, es <em>muss</em> für alle da sein. Für die Armen und Reichen, die Starken und Schwachen, die Klugen und Dummen, die Jungen und Alten. Weshalb es von keiner Elite beherrscht werden darf. Nicht von einer politischen oder wirtschaftlichen, aber auch nicht von einer technischen.</p><p>Ich habe mich lange gegen die Akzeptanz dieser Entwicklung gewehrt, denn ich liebe die Utopien über alles, die mir das Netz verspricht. Doch egal, wie ich das finde: Es werden Ampeln aufgestellt werden (deren Signale man missachten kann). Es werden Regeln gelten (die man brechen kann) und Maßnahmen beschlossen werden gegen die, die sie nicht einhalten.</p><p>Nur ohne jede Hoffnung und ohne jedes Vertrauen in die Menschheit und ihre demokratischen Errungenschaften klingt dies nach einer Diktatur, denn es ist ebenso die Grundlage einer jeden Gesellschaft, die sich mit besten Absichten sowohl um den Konsens der Vielen als auch um den Schutz der Wenigen und vor allem der Schwachen bemühen will.</p><p>Genau diese Absichten sind es natürlich, die den Kern des Misstrauens vieler (Netz-) Bürger gegenüber der Politik ausmachen, und die ob der jüngsten Forderungen von westlichen, demokratischen Politikern wie Cameron, das Internet bei Bedarf jederzeit abschalten zu können, nicht gerade als &#8222;beste&#8220; bezeichnet werden können. Doch glücklicherweise arbeiten Politiker immer seltener im Verborgenen, der Gegenwind gegen solch abstruse Forderungen ist groß und die Wahrscheinlichkeit ihrer Durchsetzung klein.</p><p>Ob nun aber auch mal wirklich gute Absichten bei einzelnen Beteiligten vorhanden sind, bleibt dabei immer wieder individuell zu beurteilen, und eine solche Beurteilung funktioniert meiner Erfahrung nach nur selten nach dem Gut-/Böse-Muster. Es gibt internet-affine Politiker, die sich von den Chancen durch das Netz begeistern lassen ebenso wie Netzaktivisten, die ihre ganz eigene Agenda haben und in ihrem Engagement zunächst eine Chance für ihre Karriere sehen. Das Leben ist keine 1-bit-Grafik.</p><p>Vermutlich fehlt mir einfach manchmal das Maß auf allen Seiten und oft auch das Verständnis für mehr Interessen als die eigenen. Vielleicht kenne ich zu viele völlig verunsicherte und überforderte Eltern, die sich alle Mühe geben, neben dem täglichen Alltagswahn noch korrekte Medienerziehung zu leisten und die technische, aber durchaus auch staatliche Unterstützung wollen, vielleicht kenne ich andererseits auch zu viele Nerds, die zwar vorgeben zu glauben, dass Netz per se würde gesellschaftliche Fragen beantworten, im Grunde aber nur ihr Desinteresse an einigen dieser Fragen nicht zugeben wollen.</p><p>Vielleicht verwirrt mich das alles manchmal nur, weil ich es nicht lösen kann, weil mir zu viele Antworten fehlen oder ich mich mit den gegebenen nicht zufrieden geben mag. Ich weiß es nicht.</p><p>Ich weiß nur, dass ich auf keinen Fall Teil einer Autofahrerlobby sein will.</p><p><strong>UPDATE</strong> Da es einige Kritik an den Auto-/Verkehrvergleichen gibt: Bitte löst euch doch mal davon. Natürlich kann man das Internet mit nichts richtig vergleichen, aber speziell bei der Autometapher geht es doch hier um etwas anderes. Ampeln und Regeln gibt es nicht nur auf der Straße. &#8222;Ampeln&#8220; werden z.B. auch zur Kennzeichnung von Lebensmitteln oder Videospielen genutzt, der Vergleich sollte also hier bitte nur als &#8222;Hinweis-System&#8220; verstanden werden. Und bei der Einleitung geht es auch nicht wirklich um Autos, sondern um die Frage, ob man manchmal den Blick fürs Ganze verliert.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/08/19/freifahrt/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>43</slash:comments> </item> <item><title>London&#8217;s burning</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/08/09/londons-burning/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/08/09/londons-burning/#comments</comments> <pubDate>Tue, 09 Aug 2011 14:28:53 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=49737</guid> <description><![CDATA[<p><div
class="labeledImage "><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/08/thoughsofangel.jpg" /><p><a
class="license-cc" href="http://www.flickr.com/photos/anniemole/6025465362/"><span
class="text">Annie Mole</span></a></p></div></p><p>Nach einigen Stunden des Lesens scheint mir der <a
href="http://www.guardian.co.uk/uk/blog/2011/aug/09/london-riots-day-four-live-blog">Guardian</a> eine der besten Quellen für die Berichterstattung rund um die Londoner Unruhen zu sein, die mittlerweile auch auf andere englische Städte wie Birmingham, Liverpool und Bristol übergreifen und ein Todesopfer gefordert haben. Während sich die Artikel der <a
href="http://www.sueddeutsche.de/politik/cameron-verurteilt-krawalle-in-grossbritannien-ihr-werdet-die-kraft-des-gesetzes-spueren-1.1129593">SZ</a>, <a
href="http://www.faz.net/artikel/C31325/gewalt-in-grossbritannien-erster-toter-bei-krawallen-in-london-30481854.html">FAZ</a> und <a
href="http://www.tagesschau.de/ausland/london282.html">Tagesschau</a> bisher wie mehr oder weniger gleiche Versionen der Agenturmeldungen lesen, in denen explizit darauf hingewiesen wird, dass sich die Jugendlichen über das Internet (auch: über Twitter) oder sogar per Blackberry verständigen (stand es früher auch in den Berichten, dass sich Plünderer per Telefon verabredet haben?), findet man im Guardian Links, Hinweise, Reaktionen aus dem Ausland, Zitate und Berichte von Anwohnern und vor allem einen selbstverständlichen und redaktionserweiternden Umgang mit dem Netz, mit dem man beispielsweise <a
href="http://www.flickr.com/groups/uk-riots">Fotos</a> und <a
href="http://www.guardian.co.uk/uk/interactive/2011/aug/09/uk-riots-send-your-videos">Videos</a> der Leserinnen und Leser sammelt</a> (während die Londoner Polizei <a
href="http://www.flickr.com/photos/metropolitanpolice/sets/72157627267892973/">CCTV-Bilder auf flickr</a> veröffentlicht) und auf Blogs und andere Quellen verweist.</p><p><a
href="http://www.londonleben.co.uk/london_leben/2011/08/london-riots.html">Konstantin Binder fasst die bisherigen Ereignisse auf seinem Blog London Leben zusammen</a>:</p><blockquote><p>Am 4. August erschoss die Polizei den mutmasslichen 29 jaehrigen Drogenhaendler Mark Duggan in Tottenham in Nord London. Ein friedliche Demonstration zwei Tage spaeter im selben Stadtteil eskalierte mit Gewalt. Mehrere Gebaeude und ein Bus wurden angezuendet, Geschaefte gepluendert, es gab Verhaftungen und Verletzte, die High Street in Tottenham war am naechsten Morgen kaum wiederzuerkennen, es kam zu Ausschreitungen in den Nachbarstadtteilen Tottenham Hale und Wood Green.</p><p>Sonntag, 7. August: Enfield, Brixton, die Politiker sprechen von &#8222;copycat&#8220; Vorfaellen, die Ausschreitungen hoeren nicht auf, es kommt zu weiteren Pluenderungen und Uebergriffen.</p><p>Montag, 8. August: die ganze Stadt scheint betroffen zu sein, man sieht Bilder und Filmaufnahmen von brennenden Haeusern in Croydon, in Clapham wird gepluendert, in Ealing gehen Scheiben zu Bruch, die Polizei hat die Situation nicht im Griff, Autos werden angezuendet, Londoner sitzen fassungslos vor dem Fernseher, auf Twitter und Facebook rattern die Nachrichten und Statusmeldungen durch. Allmaehlich daemmert es auch dem letzten, dass Tottenham kein Einzelfall war. Es kommt zu Uebergriffen und Ausschreitungen in Birmingham, Nottingham, Bristol und Liverpool.</p><p>Der Morgen nach der dritten Nacht: Zeit fuer Analysen der selbsternannten Experten. Social media sei schuld, Blackberry vor allem, weil die Nachrichten nicht verfolgbar sind. Kids und Teenager sind es, die die Geschaefte ausraeumen, die sogenannten sozialen Brennpunkte werden schnell ausgemacht, die Einsparungen im Sozialwesen, die Armut, die Perspektivlosigkeit, die Gangs, die Frustration, die Arbeitslosigkeit, Drogen, Waffen, die Bereitschaft zur Gewalt, und man ertappt sich dabei, zu denken, na sicher, der und der Stadtteil, war klar dass dort etwas passiert. Aber es gibt auch eine andere Seite: Menschen, die zusammenhalten, ueber twitter werden ueber den hashtag #riotcleanup Aufraeumaktionen gestartet, viele wollen sich ihr Leben durch blinde Zerstoerung nicht kaputt machen lassen. Es gibt enorm viel Solidaritaet in den communities, und man verspuert Hoffnung, wenn man sieht was passiert.</p><p>Premierminister Cameron hat seinen Urlaub abgebrochen, London&#8217;s Buergermeister Johnson ist zurueckgekommen, die Regierung unterbricht die Sommerpause. Cameron verspricht diese Nacht 16000 Polizisten in London einzusetzen, mehr und mehr Londoner rufen nach dem Militaer, nach Traenengas, nach Wasserwerfern und nach Gummigeschossen, die Politiker tun das, was sie am besten koennen, sie reden viel und lange, aber letztlich ist das alles nur Bekaempfung der Symptome. Die Ursachen fuer die Ereignisse sind komplex und vielschichtig, und mit massiver Praesenz von Polizei laesst sich das, was dort brodelt sicher kurzfristig unterdruecken, aber langfristig muss umgedacht werden, muessen wir alle in dieser Stadt umdenken.</p><p>Heute abend beginnt die vierte Nacht und ich will es nicht beschwoeren, und ich hoffe ich liege mit meiner Ahnung falsch, aber ich glaube, es ist noch lange nicht vorbei.</p><p>Was machen sie nur mit meiner Stadt?</p></blockquote><p>Diese Frage stellen sich wohl gerade sehr viele Menschen. Während David Cameron die Eiserne Lady gibt und <a
href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,779187,00.html">hartes Vorgehen ankündigt</a>, erklären andere, <a
href="http://www.guardian.co.uk/uk/2011/aug/07/tottenham-community-leaders?INTCMP=ILCNETTXT3487">dass sie die Polizei in Tottenham vor den Unruhen gewarnt hätten</a>, Unruhen, welche auch für Lara Oyedele, die an den sozialen Brennpunkten arbeitet, <a
href="http://www.guardian.co.uk/society/joepublic/2011/aug/09/tottenham-young-people-riot-future">nicht überraschend gekommen sind</a>:</p><blockquote><p>Die Plünderungen überraschen mich nicht: Sie sind Unterhaltung und beschäftigen die jungen Leute. Sie sind nicht richtig, aber das sind die Fakten. Einfach gesagt: Hätten (die Jugendlichen) am nächsten Tag zur Arbeit gehen müssen, hätten sie in der Nacht davor nicht randaliert.</p></blockquote><p>Mit anderen Worten: Kümmert euch um die Jugend, dann zündet sie auch nicht eure Häuser an. Eine sicher zu kurze und zu einfache Erklärung, die jedoch bei dem nicht nur in England oder Frankreich bekannten massiven Abbau von Jugendeinrichtungen und einer sehr hohen Anzahl jugendlicher Arbeitsloser nicht aus der Luft gegriffen ist.</p><p>Speziell, wenn sich tatsächlich aus sozialem Frust entstandene Unruhen mit organisierter Kriminalität mischen (wie zu vermuten ist), fällt es natürlich leicht, Ausschreitungen wie die aktuellen allein als kriminellen Zeitvertreib zu deuten. Sollte die Politik dies jedoch tun, wäre es fatal und falsch, denn es würde bedeuten, dass nach der Bekämpfung der Unruhen und der Verurteilung einiger Täter weiterhin nicht an den Ursachen gearbeitet wird.</p><p>Und sich wieder niemand kümmert.</p><p><small>Und was tun die Briten, wenn ihre Bezirke verwüstet wurden? Sie räumen sie wieder auf. Hashtag: <a
href="http://twitter.com/#!/search/%23riotcleanup">#riotcleanup</a>.</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/08/09/londons-burning/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>58</slash:comments> </item> <item><title>Roaming &#8211; höchste Zeit mal abzuschalten?</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/07/20/roaming-hochste-zeit-mal-abzuschalten/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/07/20/roaming-hochste-zeit-mal-abzuschalten/#comments</comments> <pubDate>Wed, 20 Jul 2011 21:40:36 +0000</pubDate> <dc:creator>Nils Merker</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=48748</guid> <description><![CDATA[<p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/07/old-westminster-clock.jpg" class="aligncenter size-full wp-image-48760"></p><p>Jetzt mal Hand aufs Herz, wer von Euch schafft es, im Urlaub vollständig auf sein Handy und das Internet zu verzichten? Ich nehme mir das jedes Mal vor, am Ende ist das Verlangen, nicht völlig von der Welt abgeschnitten zu sein aber dennoch zu groß. Nichts zu machen. Wir sind alle Sklaven des Smartphones. „Schnell mal schauen, was auf Twitter los ist.“, „Hat mir jemand eine E-Mail geschrieben?“, „Was machen meine Freunde auf Facebook?“.</p><p>Das Problem dabei: im Ausland kann dieses Verlangen ganz schnell ins Geld gehen. Tante EU sei Dank ist Daten-Roaming zwar mittlerweile recht bezahlbar, für viele Verträge und vor allem für die vielfältigen Möglichkeiten der Smartphones gilt aber weiterhin, dass man ordentlich aufpassen muss. Andernfalls herrscht bald Ebbe in der Urlaubskasse, das böse Erwachen erwartet einen mit der nächsten Mobilfunkrechnung. Natürlich gibt es Möglichkeiten, wie freie WLANs, Internet-Cafés oder eben ausländische Prepaid-Karten. Das ist aber umständlich. Wer an die ständige Verfügbarkeit des Internets in der Hosentasche einmal gewöhnt ist, der möchte nicht erst zum nächsten Access-Point laufen, um Netz zu bekommen.</p><p>Bei meinem <a
href="http://blog.nilsmerker.de/fotografie/irland-vagabond-erlebnisreise-reisebericht/00271/" target="_blank">letzten Irland-Urlaub</a> ging es mir gleich am Flughafen in Dublin so. Wie komme ich am schnellsten in die Stadt? Klar, Griff in die Hosentasche, iPhone raus, Flughafen-Webseite mit Verkehrsmittelplan – ach nein, geht ja nicht, ist ja hier im Ausland teuer. Aber halt, vielleicht gibt es ja am Airport ein Gratis-WiFi? Fehlanzeige? Na dann halt auf die altmodische Art. Und tatsächlich, ich habe es geschafft, auch ohne Smartphone die nächste Bushaltestelle zu finden. Zum Glück sind Handytickets in Deutschland noch nicht so weit verbreitet, sonst wäre mir wohl das Bezahlen des Busfahrers mit Bargeld statt per Handy wohl seltsam vorgekommen.</p><p>In Situationen wie diesen merke ich, wie abhängig wir mittlerweile von den kleinen Wunderwerken der Technik geworden sind. Manchmal sollte man wirklich einmal abschalten. Wie früher auf den Stadtplan gucken statt auf Google Maps. Wäre entspannter, dem Prozess „Reisen“ angemessener. Sich treiben lassen, umherwandern statt zielgerichtet per Smartphone geleitet zu werden. Ist es nicht geradezu eine Ironie, dass der Begriff „Roaming“ genau das bedeutet? „Umherwandern“? Vielleicht ist es ja gut, dass Neelie Kroes es, trotz ihrer begrüßenswerten <a
href="http://www.teltarif.de/eu-roaming-wettbewerb-pre-selection-kommentar/news/43289.html" target="_blank">EU-Roaming-Initiative</a>, noch nicht geschafft hat, Daten-Roaming wirklich günstig zu bekommen. Vielleicht sollten wir die nächsten Jahre im Ausland auch mal ohne Handy auskommen. Mit einem Gefühl, das etwas fehlt, was uns aber sicherlich spannendere Reisen beschert.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/07/20/roaming-hochste-zeit-mal-abzuschalten/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>7</slash:comments> </item> <item><title>Interview mit Sandro Gaycken, Sicherheitsforscher</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/07/05/interview-mit-sandro-gaycken-sicherheitsforscher/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/07/05/interview-mit-sandro-gaycken-sicherheitsforscher/#comments</comments> <pubDate>Tue, 05 Jul 2011 08:32:03 +0000</pubDate> <dc:creator>Nico Roicke</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=47230</guid> <description><![CDATA[<p><object
width="500" height="314"><param
name="movie" value="http://www.youtube.com/v/LyEss4EqwRc?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0&amp;hd=1"></param><param
name="allowFullScreen" value="true"></param><param
name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed
src="http://www.youtube.com/v/LyEss4EqwRc?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0&amp;hd=1" type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="314" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p><p>Heute der finale Nachzügler der Interviews, die wir im Rahmen der <a
href="http://re-publica.de/11/">re:publica XI</a> geführt haben. Unser Gast Sandro Gaycken von der FU Berlin, Technikphilosoph und Sicherheitsforscher, spricht über Cyberwar, dessen Aggressoren, Szenarien und Schutzmaßnahmen.</p><p><small>Interview: Lili Masuhr, Kamera: Lasse Gunnarsson, Schnitt: Nico Roicke</small></p><p><strong>Weitere Interviews dieser Reihe:</strong></p><p><a
href="http://www.spreeblick.com/2011/06/21/interview-mit-johannes-grenzfurthner/#more-46537">Interview mit Johannes Grenzfurthner, Monochrom</a><br
/> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/05/04/interview-mit-tim-pritlove-podcaster/">Interview mit Tim Pritlove, Podcaster</a><br
/> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/05/10/interview-mit-noha-atef-journalistin-und-bloggerin/">Interview mit Noha Atef, Journalistin und Bloggerin</a><br
/> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/05/02/interview-mit-jaclyn-friedman-autorin-und-aktivistin/">Interview mit Jaclyn Friedman, Autorin und Aktivistin</a><br
/> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/04/27/interview-mit-kubra-gumusay-bloggerin/">Interview mit Kübra Gümüsay, Bloggerin</a><br
/> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/04/25/interview-mit-peter-sunde-flattr/">Interview mit Peter Sunde (Flattr)</a><br
/> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/04/23/interview-mit-philipp-schafer-ideo/">Interview mit Philipp Schäfer (IDEO)</a></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/07/05/interview-mit-sandro-gaycken-sicherheitsforscher/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>GEMA vs. YouTube: Gerüchte, Zahlen, Forderungen</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/06/21/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/06/21/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen/#comments</comments> <pubDate>Tue, 21 Jun 2011 14:20:43 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=46820</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="314" src="http://www.youtube.com/embed/g-qFLX26-O8?rel=0&amp;hd=1" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Das Erstaunliche am oben gezeigten <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anonymous_(Kollektiv)">Anonymous</a>-Video, mit dem sich die Gruppierung in den Streit zwischen der GEMA und Google/YouTube einmischt, bei dem es um die Vergütung der musikalischen Urheber von Musikvideos geht: Offenbar wissen Anonymous weit mehr als andere Beobachter des Kampfes, unter dem so gut wie jeder Internet-Nutzer hierzulande leidet. Oder sehr viel weniger. Aus dem Statement des Videos:</p><blockquote><p>(…) Wir beobachten mit Sorge eure überhöhten Forderungen bezüglich urheberrechtlich geschützem Material auf Youtube und anderen Plattformen dieser Art. (…) Ihren überzogenen Forderungen kann und wird das Unternehmen Google nicht zustimmen können, da es nicht die benötigten Werbeeinnahmen generieren kann. (…)</p></blockquote><p>Das ist bei aller Sympathie für Anonymous beinahe so putzig wie die aktuelle <a
href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,768816,00.html">Rebellion der Plattenbosse</a>.</p><p>Denn: Die Verhandlungen zwischen GEMA und Google sind geheim, sie unterliegen einem strengen, meines Wissens auf Wunsch von Google unterzeichneten NDA („Non Disclosure Agreement“), also einem Stillschweigeabkommen. Keine Spur von Transparenz ist zu entdecken bei diesen Verhandlungen, und so wissen nur wenige Menschen, wie hoch die aktuellen Forderungen der GEMA tatsächlich sind, vermutlich noch weniger haben eine Ahnung, was sich Google im Gegenzug vorstellt, und so gut wie niemand außerhalb der Google-Leitung dürfte einen Überblick haben über die YouTube-Einnahmen durch Musikvideos in Deutschland.</p><p>Unter diesen Voraussetzungen also von &#8222;überhöhten Forderungen&#8220; zu reden, sich stattdessen für ein Unternehmen einzusetzen und so zu tun, als könne dieses Unternehmen aus Not seine Miete nicht bezahlen; gleichzeitig gegen einen zwar seit Jahren furchtbar agierenden und gemeinsam mit dem geltenden Urheberrechtsgesetz dringend erneuerungsbedürftigen, im Kern aber einer freiwilligen Solidargemeinschaft zuträglichen Verein zu wettern, der 2010 von den eingenommenen 863 Millionen Euro immerhin 736 Millionen an seine rund 65.000 Mitglieder ausgezahlt hat … das kann man mindestens als &#8222;interessante Sichtweise&#8220; bezeichnen. Zum Vergleich: Das YouTube-Mutterschiff Google hat im ersten Quartal 2011 einen Gewinn von 2,3 Milliarden Dollar erwirtschaftet.</p><p>Doch das ist und bleibt wahrscheinlich das Fantastische an Google: Dass der Konzern es immer wieder schafft, als eine Art kultureller Robin Hood dazustehen und nicht als das, was er ganz einfach ist: Ein profitorientiertes Mega-Unternehmen, das 97% seiner Umsätze mit Online-Werbung macht und nebenbei noch die Art und Weise, wie der Großteil der Nutzer das Internet erlebt, maßgeblich bestimmt. Ich nutze Google-Produkte und halte einige davon für qualitativ absolut hochwertig – bei aller Anerkennung braucht man aber nicht zu vergessen, dass Google kein gemeinnütziger Verein ist.</p><p>Wenn wir von der GEMA und YouTube reden, dann reden wir von Vereinbarungen zwischen den Urhebern, also den Komponisten und Textern eines Songs (besser: deren Vertretern), und der Plattform, die mit diesen Songs Umsätze generiert, also YouTube. Das ist wichtig, denn nicht nur diese Urheber haben ein Interesse daran, an den Gewinnen von YouTube beteiligt zu werden, sondern auch die Inhaber der &#8222;Masterrechte&#8220; eines Musikclips, also diejenigen, welche die Aufnahme des Songs und die Produktion des Videos finanziert haben. Diese jedoch haben mit der GEMA erstmal nichts am Hut und haben sich daher mit YouTube in einigen Fällen bereits vor Jahren geeinigt. Die durch einen Musikclip entstandenen Werbeeinnahmen werden dabei – so eine Vermutung – in etwa halbiert: Die eine Hälfte geht an den Inhaber der Masterrechte, der daran je nach Vertrag den Künstler beteiligt, die andere Hälfte bleibt bei YouTube. Das klingt fair und ist vor allem kein Pappenstiel, denn etwa fünf bis zehn Euro pro tausend Videoabrufe können so an den Master-Inhaber gehen. Bei einem Superhit, der auf 100 Millionen Videoabrufe kommen kann, können also schon mal mindestens eine halbe Million Euro hängenbleiben. Eine kleinere Band jedoch braucht 200.000 Video-Views, um auf einen Tausender zu kommen.</p><p>Das alles aber natürlich nur (und das ist ebenso wichtig, um Googles Strategie in den Verhandlungen zu verstehen), wenn Werbung innerhalb der Videos geschaltet wird. Wenn ein Künstler und/oder der Master-Inhaber dies nicht möchte (und ja, das gibt es), geht er leer aus.</p><p>Genau deshalb möchte sich die GEMA in ihrem Bereich vermutlich nicht auf einen werbe-abhängigen Deal einlassen, sondern fordert eine generelle Vergütung ihrer Mitglieder, die zunächst unabhängig davon ist, ob Werbung in den Videos stattfindet. Diese GEMA-Forderung soll genau das verhindern, was Google wahrscheinlich erreichen möchte: Die Urheber wären über einen solchen werbe-abhängigen Deal mehr oder weniger dazu gezwungen, ihre Musik mit GoogleAds zu verknüpfen.</p><p>Nun ist es nicht so, dass Google eine generelle Abgabe an die GEMA ablehnt, doch über die Höhe wird gestritten, denn natürlich möchte die GEMA diese Summe so hoch, Google hingegen aus den gerade genannten Gründen so niedrig wie möglich ansetzen. Wer verdienen will, muss eben Google-Werbung zulassen, so sieht Google das vermutlich und lud daher gestern die Musikindustrie zu einem speziellen &#8222;YouTube-Event&#8220; ein, pikanterweise zu genau dem gleichen Zeitpunkt, an dem die <a
href="https://www.gema.de/musikurheber/mitgliederbereich/mitgliederversammlung.html">GEMA-Mitgliederversammlung</a> in genau der gleichen Stadt (München) begann. Aus der Google-Einladung:</p><blockquote><p> Liebe Musikschaffende,</p><p>Wenn Sie “YouTube” hören, woran denken Sie dann?  Die weltgrößte Video &#8211; Webseite? &#8211;  Klar. Eine globale Marketing &#8211; Plattform? &#8211; Auch.  Eine Umsatzquelle? Rechtemanagement? Ein globales Marktforschungs-Tool? Hmm, interessant&#8230;.</p><p>YouTube hat in kurzer Zeit die Musikindustrie weltweit geprägt. Für viele Interpreten, Labels, Komponisten, Autoren und Verlage ist YouTube zum festen Bestandteil ihrer Digitalstrategie geworden. Unzählige Künstler sind über YouTube entdeckt worden und haben über unsere Plattform nationale und internationale Bekanntheit erlangt. YouTube fehlt in kaum einer Marketingstrategie von Musikmanagern. YouTube hat sich in vielen Ländern als signifikante Umsatzquelle für Musikschaffende etabliert. ‘We make our music videos for YouTube’, bekannte Troy Carter, weltweiter Manager von Popstar Lady Gaga.</p><p>Wir laden Sie herzlich ein, die Welt von YouTube mit uns zu entdecken! Wir möchten Ihnen einen Blick &#8216;hinter die Kulissen&#8217; geben und Ihnen zeigen, wie Sie YouTube für sich nutzen können.</p><p>Snacks und Getränke stehen für Sie bereit.</p></blockquote><p>Ich übersetze das in etwas so: &#8222;Wir bieten euch kostenfreie Rechtekontroll- und Analyse-Tools und wenn ihr eure Clips für GoogleAds freigebt, auch noch Möglichkeiten zur Monetarisierung eurer Künstler.&#8220; Fair enough. Soweit.</p><p>Wäre da nicht die doofe GEMA, die mit den Master-Inhabern nur gelegentlich zu tun hat, für die Werbeeinahmen ein zweites Paar Schuhe sind und die daher ordentlich bockt.</p><p>Will man aber nun zu den realen Zahlen kommen, um die es überhaupt geht in den derzeit stillstehenden Verhandlungen, muss man sich zunächst leider in den Gerüchte-Keller begeben. 12 Cent soll die GEMA irgendwann einmal pro Video-View verlangt haben, eine tatsächlich unrealistische Forderung. Irgendwann soll man dann angeblich einen Preis von 0,2 Cent, also 0,002 Euro pro View vorgeschlagen haben und dabei – dies wäre wichtig, wenn es denn stimmt – einen Unterschied zwischen „echten“, also offiziellen Videoclips eines Künstlers, und einer „Zweitverwertung“ durch Amateur-Nutzer berücksichtigt haben. Die Views zu einem offiziellen U2-Video wären in diesem Fall also nach der angeblichen Idee der GEMA mit 0,2 Cent an die Urheber vergütet worden, ein Amateur-YouTube-Clip, in dem ein Stück von U2 im Hintergrund läuft, jedoch mit weitaus weniger. Das Ganze hätte dann noch in Abhängigkeit der tatsächlich mit einem Video durch YouTube erzielten Werbeeinnahmen gebracht werden sollen.</p><p>Um nun als Außenstehender halbwegs entscheiden zu können, ob diese angeblichen 0,2 Cent viel oder wenig wären, müsste man wissen, welche Summen Google im Gegenzug anbietet. Dies ist in Deutschland wegen des bestehenden NDA kaum zu ermitteln, es geht jedoch auch anders: Man nimmt sich Zahlen aus den Ländern vor, deren Urhebervertretungen sich bereits mit Google haben einigen können. Großbritannien zum Beispiel.</p><p><small>Falls sich jemand fragt, wieso sich die Urheberrechtsgesellschaften in Großbritannien und anderswo bereits mit Google/YouTube einigen konnten: Beim britischen GEMA-Pendant <a
href="http://www.prsformusic.com">PRS</a> beispielsweise haben die Major-Labels das Sagen und drängten auf eine schnelle Lösung – in Deutschland ist der Einfluss der Majors auf die GEMA wesentlich eingeschränkter, was erstmal eher gut ist.</small></p><p>Ein deutscher Musikverlag, der international tätige Urheber vertritt, hat uns Einblick in seine YouTube-Abrechnungen aus Großbritannien gewährt. Nach diesen Abrechnungen erhält der Verlag zwischen 0,000077 Euro und 0,00016 Euro pro Video-Stream (und gibt davon 12% für die Abrechnung an die PRS ab), diese Zahlen mit einem Durchschnitt von <strike>0,00019</strike> 0,0001185 Euro kann man sicher als Google-Richtwert auch für Deutschland annehmen.</p><p><small>Hinweis: Ich habe die Durchschnittszahl nachträglich korrigiert, da ich sie ursprünglich falsch gerundet hatte. Ich bitte um Entschuldigung!</small></p><p><a
href="http://www.horizont.net/aktuell/digital/pages/protected/Web-TV-Werbeumsaetze-werden-sich-bis-2015-vervierfachen_95650.html">Laut Horizont</a> liegt der TKP, also der Preis für tausend Werbeeinblendungen im Web-TV-Markt, derzeit bei rund 20 Euro, Tendenz steigend. Geht man davon aus, dass nur die Hälfte aller Künstler Werbebuchungen via Google in ihren Videos zulässt und geht man weiterhin davon aus, dass die Hälfte dieser 20 Euro an die Master-Inhaber geht, verbleibt ein durchschnittlicher TKP von 5 Euro für alle Musikvideos zusammen bei Google, von dem die GEMA-Abgaben für ebenfalls alle Musikvideos bezahlt werden müssten – weitere Google-Einnahmen durch Werbung auf der Plattform, die nicht direkt im jeweiligen Video angezeigt wird und an denen daher weder Urheber noch Künstler beteiligt sind, lassen wir hier außen vor.</p><p>Eine Tabelle der Einnahmemöglichkeiten für Urheber mit diesen auf GEMA-Seite leider wackligen, aber nicht ganz undenkbaren Zahlen sähe demnach so aus:</p><p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/06/gematube.png" alt="gema youtube" title="gema youtube" class="alignnone size-full wp-image-46871" /></p><p>Man sieht: Selbst nach angeblicher GEMA-Forderung bräuchte ein Komponist 1 Million Abrufe des Videos des von ihm verfassten Songs, um einmalig 2.000 Euro zu verdienen. Dennoch kann man über einen vermutlich geforderten Anteil von 40% der Google-Einnahmen natürlich streiten – genauso wie über die Google-Auszahlung von 3,8% dieser Einnahmen. Würden die Parteien weiter verhandeln (was derzeit nicht passiert, weil sich Google ob einer Klage der GEMA weigert), würde man vermutlich irgendwo dazwischen landen oder eben erst einmal temporäre Vereinbarungen treffen, die man in den kommenden Jahren dem Werbemarkt und anderen Entwicklungen anpasst.</p><p>Man sieht aber auch, dass man kein Mitleid mit Google zu haben braucht, da es keineswegs so ist, dass Google am Hungertuch nagt. Wer die bisherigen Beteiligungen von Künstlern und Urhebern an den Einnahmen der klassischen Musikindustrie kritisiert hat, der müsste bei den Google-Zahlen eigentlich sehr hellhörig werden.</p><p>Und selbst, wenn man die Forderungen der GEMA für zu hoch hält, profitieren von diesen Versuchen der Gewinnoptimierung immerhin diejenigen, welche die Musik komponieren. Die eingangs gezeigten Forderungen von Anonymous greifen daher meiner Meinung nach etwas zu kurz und vor allem zu einseitig. Es geht hier nicht allein um die GEMA, sondern auch um Google.</p><p>Wenn also von Konsumentenseite zurecht etwas gefordert wird, dann sehe ich hier eher folgende Ansätze:</p><p>1) Die Verhandlungen sollten sofort wieder aufgenommen werden. Für Google ist es als US-Unternehmen sicher nichts Ungewöhnliches, dass Verhandlungen von gleichzeitigen Klagen begleitet werden (so albern das auch sein mag), dieses Argument für die Einstellung der Verhandlungen dient meiner Vermutung nach daher allein der Image-Pflege von Google vor den deutschen Konsumenten und Medien und soll den Druck auf die GEMA erhöhen.</p><p>2) Die GEMA muss sich trotz allem bewegen und muss akzeptieren, dass die Regeln derzeit nicht von ihr bestimmt werden – dieser Zug ist leider abgefahren. Jeder Tag ohne Einnahmen für die Urheber schwächt deren Position und damit die der GEMA. Statt auf bestimmten Forderungen hängen zu bleiben, sollte die GEMA temporäre und flexible Abkommen mit Google anstreben, beide Seiten könnten so Erfahrungen sammeln. Und diese sind wichtig, denn die GEMA muss sich nicht allein um YouTube kümmern, sondern auch um Spotify, Soundcloud undundund …</p><p>3) Die Verhandlungen, die man als Tarifverhandlungen ansehen kann, brauchen Transparenz, denn die Öffentlichkeit hat ein starkes und berechtigtes Interesse an einer Einigung. Es geht hier bei allen zu verdienenden Milliarden um Kultur und nicht um einen Unternehmenskauf, der Stillschweigeabkommen der vorliegenden Art rechtfertigen könnte.</p><p>Solange Außenstehende, zu denen auch die Urheber und Künstler und die Medien gehören, kaum konkrete Vorstellung von den Verhandlungsgrundlagen haben, bleibt jeder öffentliche Diskurs allein der PR der Beteiligten ausgesetzt.</p><p>Und wer darin besser ist, wissen wir.</p><p><small>Anmerkung: Durch das ganze Wirrwarr durchzublicken, ist nicht ganz einfach. Ich bin für jede Korrektur und Ergänzung dankbar und werde mich bemühen, diese im Artikel zu vermerken. Ebenso bin ich offen für weitere Zahlen von Rechteinhabern oder GEMA-Mitgliedern mit mehr Einblick, um ein wenig Transparenz voran zu treiben. Mails, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden: johnny at spreeblick dot com.</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/06/21/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>117</slash:comments> </item> <item><title>Interview mit Johannes Grenzfurthner, Monochrom (und Freikarten)</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/06/21/interview-mit-johannes-grenzfurthner/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/06/21/interview-mit-johannes-grenzfurthner/#comments</comments> <pubDate>Tue, 21 Jun 2011 14:19:19 +0000</pubDate> <dc:creator>Nico Roicke</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=46537</guid> <description><![CDATA[<p><object
width="500" height="314"><param
name="movie" value="http://www.youtube.com/v/9_TzU2pNjA4?version=3&amp;hl=de_DE" /><param
name="allowFullScreen" value="true" /><param
name="allowscriptaccess" value="always" /><embed
type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="314" src="http://www.youtube.com/v/9_TzU2pNjA4?version=3&amp;hl=de_DE" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object></p><p>Der Reihe nach: Wir haben hier noch ein Interview mit Johannes Grenzfurthner herumliegen. Seines Zeichens der vielleicht bekannteste Kopf des transösterreichischen Künstlerkollektives <a
href="http://www.monochrom.at/">Monochrom</a>, die mit ihren Aktionen den internationalen Kunst- und Kulturbetrieb oarg durcheinanderschütteln.</p><p>Im Gespräch berichtet Johannes zuerst von Monochroms aktuellen Projekten <a
href="http://www.monochrom.at/kiki-and-bubu/">Kiki &amp; Bubu</a>, eine Erklärpuppenserie für digitale Probleme (und deren Gefühle), und dem Improvisationstheater <a
href="http://www.monochrom.at/iss/" target="_blank">ISS</a>, Untertitel &#8222;In Space No One Can Hear You Complain About Your Job&#8220;, um dann mit einer Abrechnung traditioneller und sozialer Medien abzuschließen.</p><p>Vorletzteres, die Livesoap <a
href="http://www.monochrom.at/iss/" target="_blank">ISS</a>, wird diese Woche im Berliner <a
href="http://www.ballhausost.de/" target="_blank">Ballhaus Ost</a> fortgesetzt. Und wir haben Freikarten dafür.</p><p>Die ersten vier, der auf zehn Folgen angelegten Show, sind bereits produziert. Darsteller unter anderem <a
href="http://www.imdb.com/name/nm0725519/">Jeff Ricketts</a>, der bereits 2001 in einer Folge von Star Trek: Enterprise in der Rolle eines andorianischen Weltraumkapitäns seine Weltraumtauglichkeit bewies. Sein menschliches Antlitz zeigt er jetzt also auf der ersten Internationalen Raumstation der Föderationsgründer. Hier der Onlinemitschnitt der aktuellsten Folge:</p><p><object
width="500" height="281"><param
name="allowfullscreen" value="true" /><param
name="allowscriptaccess" value="always" /><param
name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=24863903&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=0&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=00adef&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed
src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=24863903&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=0&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=00adef&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="500" height="281"></embed></object></p><p>Diesen Donnerstag, Freitag und Samstag dann also im Ballhaus Ost jeweils eine weitere Episode.</p><p>Episode 5: &#8222;Arise, ye spacemen from your slumber!&#8220; (Donnerstag)<br
/> Episode 6: &#8222;Hit Space&#8220; (Freitag)<br
/> Episode 7: &#8222;Ender&#8217;s Scam&#8220; (Samstag)</p><p>Für jeden Abend verlosen wir jetzt und hier einmal zwei Freikarten. Um teilzunehmen, nennt ihr mir in den Kommentaren bitte einen Raumfahrer/in, fiktiv oder realexistierend und euren Wunschtermin. Teilnahmeschluss ist Stardate morgen Abend, 21 Uhr. Es entscheidet der Zufallsgenerator unter allen gültigen Kommentaren.</p><p><small>Interview: Nico Roicke, Kamera &amp; Schnitt: Lasse Gunnarsson</small></p><p><strong>Weitere Interviews dieser Reihe:</strong></p><p><strong> </strong><a
href="http://www.spreeblick.com/2011/05/04/interview-mit-…love-podcaster/">Interview mit Tim Pritlove, Podcaster</a><br
/> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/05/10/interview-mit-noha-atef-journalistin-und-bloggerin/">Interview mit Noha Atef, Journalistin und Bloggerin</a><br
/> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/05/02/interview-mit-jaclyn-friedman-autorin-und-aktivistin/">Interview mit Jaclyn Friedman, Autorin und Aktivistin</a><br
/> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/04/27/interview-mit-kubra-gumusay-bloggerin/">Interview mit Kübra Gümüsay, Bloggerin</a><br
/> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/04/25/interview-mit-peter-sunde-flattr/">Interview mit Peter Sunde (Flattr)</a><br
/> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/04/23/interview-mit-philipp-schafer-ideo/">Interview mit Philipp Schäfer (IDEO)</a></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/06/21/interview-mit-johannes-grenzfurthner/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>9</slash:comments> </item> <item><title>&#8220;Faschistoide Tendenzen&#8221; auf der re:publica?</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/06/20/faschistoide-tendenzen-auf-der-republica/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/06/20/faschistoide-tendenzen-auf-der-republica/#comments</comments> <pubDate>Mon, 20 Jun 2011 15:43:10 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=46853</guid> <description><![CDATA[<p>&#8222;Jede Menge Diskussionsstoff&#8220; verspricht das <a
href="http://www.medienforum.nrw.de/">Medienforum.NRW</a> auf der aktuellen Website und übertreibt nicht. Beim Auftakt-Panel der Veranstaltung habe <a
href="http://www.gutjahr.biz/Gutjahr/Home.html">Richard Gutjahr</a> laut <a
href="http://www.dwdl.de/nachrichten/31721/eklat_zum_auftakt_von_palsten_und_rebellen/">DWDL gesagt</a>, die Mächtigen in den Sendern kämen ihm vor wie die Machthaber in nordafrikanischen Ländern, die in ihren Palästen sitzen und kaum mitbekämen, was draußen so vor sich gehe.</p><p><strong>UPDATE/Korrektur</strong> In Wirklichkeit hat Richard Gutjahr gesagt: &#8222;Mir kommen, mit Verlaub, also auch die Mächtigen in den Sendern und in den Verbänden, kommen mir so ein bisschen vor wie die Machthaber in den arabischen Ländern …&#8220; (Quelle: <a
href="http://www.wasmitmedien.de/2011/06/20/gutjahr-piel-was-beim-auftakt-zum-medienforum-nrw-wirklich-geschah/">Die Abschrift bei wasmitmedien.de</a>.)</p><p>Nun sagt und schreibt Richard Gutjahr vieles, das man nicht so ernst nehmen sollte, aber das wusste Jürgen Doetz, Vorstand des <a
href="http://www.vprt.de/">&#8222;Verbands Privater Rundfunk und Telemedien e.V.&#8220;</a>, offenbar nicht. Der schaffte es nämlich ebenfalls laut DWDL-Artikel, das Niveau noch weiter zu senken und konterte mit dem Vorwurf der &#8222;faschistoiden Tendenzen&#8220; der von uns mitveranstalteten <a
href="http://re-publica.de">re:publica</a>, da dort jedem, der Facebook und Twitter nicht nutze, unterstellt werde, er sei nicht kommunikationsfähig.</p><p>Und nun ärgere ich mich doch ein bisschen, dass ich nicht zum Medienforum gefahren bin. Aber ich konnte ja vorher nicht wissen, dass es so lustig wird.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/06/20/faschistoide-tendenzen-auf-der-republica/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>32</slash:comments> </item> <item><title>Verdrahtet: Eine deutsche WIRED</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/06/16/verdrahtet-eine-deutsche-wired/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/06/16/verdrahtet-eine-deutsche-wired/#comments</comments> <pubDate>Thu, 16 Jun 2011 10:17:32 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=46804</guid> <description><![CDATA[<p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/06/wirde.png" alt="wired" title="wired" class="alignnone size-full wp-image-46807" /></p><p>Eine deutsche WIRED kommt. Erstmal nur eine. Denn die deutschsprachige Print-Ausgabe der US-<a
href="http://www.wired.com/">WIRED</a> soll als &#8222;Testausgabe&#8220; zunächst zeigen, ob sie auch wirklich jemand lesen will. Kurioserweise erscheint sie dafür Anfang September 2011 als Beilage der <a
href="http://www.gq-magazin.de/">GQ</a> – ein Vorgehen, das wahrscheinlich bisher nur der Verlag und <a
href="http://www.indiskretionehrensache.de/2011/06/was-ich-die-kommenden-wochen-so-mache-wired/">Thomas Knüwer</a> versteht, der die Chefredaktion für die deutsche WIRED übernommen hat.</p><p>Eine Website zum Heft wie bei europäischen Ausgaben aus <a
href="http://www.wired.co.uk/">UK</a> und <a
href="http://www.wired.it/">Italien</a>, aus denen auch die Inhalte der deutschen WIRED teilweise stammen werden, ist bisher nicht geplant, stattdessen gibt es ein Blog unter <a
href="http://www.wired.de/">wired.de</a>.</p><p>Ich hätte mich über eine &#8222;echte&#8220;, regelmäßige deutsche Ausgabe der WIRED gefreut, das geplante Vorgehen finde ich jedoch ziemlich lahm. Ich wünsche Thomas Knüwer, den ich kenne und der u.a. auf der letzten re:publica moderiert hat, natürlich alles Gute – ich weiß nur nicht so recht, wofür. Eine Testausgabe, keine weiteren geplant (außer, die GQ verkauft plötzlich mehr?) … hm. Mal sehen. Vielleicht wir(e)d es ein hübsches Sammlerstück.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/06/16/verdrahtet-eine-deutsche-wired/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>22</slash:comments> </item> <item><title>crowdvoice.org</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/06/09/crowdvoice-org/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/06/09/crowdvoice-org/#comments</comments> <pubDate>Thu, 09 Jun 2011 12:29:19 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=46592</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="405" src="http://www.youtube.com/embed/_dsSE94r3dA?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p><a
href="http://crowdvoice.org">crowdvoice.org</a> ist ein spannendes Projekt von <a
href="http://www.mideastyouth.com/">mideastyouth.com</a>, das bereits im vergangenen Jahr gestartet wurde, bisher aber man mir vorbei ging. Verantwortlich für das Projekt ist <a
href="http://make.tv/republica2009/show/18674">Esra&#8217;a Al Shafei, die auf der re:publica 2009 unser Gast war</a>.</p><p>Die Idee von crowdvoice.org: Möglichst viele Web-Quellen zu bestimmten Protestthemen sollen gesammelt und durchsuchbar werden, sowohl das Zusammentragen der Links selbst als auch die Bewertung derselben passiert durch die Nutzer.</p><p>So richtig rund läuft das Ganze offenbar noch nicht, vor allem mangelt es nach meinem ersten Eindruck an thematischen Inhalten. Die Suche nach &#8222;Libya&#8220; oder &#8222;Qaddafi&#8220; <a
href="http://crowdvoice.org/protesters-in-libya-demand-an-end-to-qaddafis-regime">funktioniert</a>, wer jedoch etwas zu den Themen &#8222;Nato&#8220;, &#8222;Africa&#8220; oder &#8222;Arabia&#8220; sucht, scheitert.</p><p>Das muss aber noch nichts heißen, denn wie man aus Erfahrung weiß, können nutzerbasierte Portale ganz plötzlichen Zulauf erlangen, etwas, worauf crowdvoice.org noch zu warten scheint. Also: <a
href="http://crowdvoice.org">Post some links</a>!</p><p><small>[gefunden im <a
href="http://www.facebook.com/roquane">Facebook-Stream von Tom Noeding</a>]</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/06/09/crowdvoice-org/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>Cory Doctorow erzählt eine Piratenkomödie</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/05/30/cory-doctorow-erzahlt-eine-piratenkomodie/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/05/30/cory-doctorow-erzahlt-eine-piratenkomodie/#comments</comments> <pubDate>Mon, 30 May 2011 10:31:55 +0000</pubDate> <dc:creator>Tanja Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=46219</guid> <description><![CDATA[<p><a
href="http://craphound.com/">Cory Doctorow</a> gibt im <a
href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/video/2011/may/30/internet-piracy-cory-doctorow">Guardian</a> eine kurze Zusammenfassung über die Geschichte von Urheberrecht und Piraterie und erklärt, wie seit der Vervielfältigung von Noten zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Piratenhütchen weiter und weiter und weiter gereicht wurde.<br
/> Hundert Jahre später scheint der Reigen ein Maß an Absurdität erreicht zu haben, bei dem auch Doctorow nicht mehr ernst bleiben kann.<br
/> Es <em>ist</em> aber auch zum Schießen!</p><p><object
width="460" height="370"><param
name="movie" value="http://www.guardian.co.uk/video/embed"></param><param
name="allowFullScreen" value="true"></param><param
name="allowscriptaccess" value="always"></param><param
name="flashvars" value="endpoint=http://www.guardian.co.uk/commentisfree/video/2011/may/30/internet-piracy-cory-doctorow/json"></param> <embed
src="http://www.guardian.co.uk/video/embed" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="460" height="370" flashvars="endpoint=http://www.guardian.co.uk/commentisfree/video/2011/may/30/internet-piracy-cory-doctorow/json"></embed></object></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/05/30/cory-doctorow-erzahlt-eine-piratenkomodie/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>¡Mira! Neuköllns Blick auf die revolución</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/05/24/%c2%a1mira-neukollns-blick-auf-die-revolucion/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/05/24/%c2%a1mira-neukollns-blick-auf-die-revolucion/#comments</comments> <pubDate>Tue, 24 May 2011 12:30:17 +0000</pubDate> <dc:creator>Tanja Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=45964</guid> <description><![CDATA[<p>Schon wieder &#8216;Sender Freies Neukölln&#8217;!<br
/> Vorgestern erst waren sie mit <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/05/04/exodos-–-get-your-own-readymade-creative-commons-independent-feature-film-kinoabend/">Exodos</a> auf dem <a
href="http://bccn.cc/">creative commons Filmfestival</a> in Barcelona vertreten und haben sich, weil in Spanien ja gerade ordentlich revoluzzt wird, entschlossen ihren Trip kurzerhand um eine &#8216;Democatia Real Ya!&#8217;-Tour zu verlängern und die Proteste filmisch zu dokumentieren. Sie tun das aus etwas romatisch verklärter Hippie-Perspektive, aber Hey, <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/05/24/happy-birthday-you-hippie/">Dylan hat soeben die Siebzig geschafft</a> und schliesslich: <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=6RVDQgVxprE">&#8222;What&#8217;s so funny about Peace, Love and Understanding?&#8220;</a> Frische Bilder aus Valencia gibt&#8217;s hier, freundliche Blicke auf Madrid und Barcelona findet ihr <a
href="http://www.sender-fn.de">bei SFN.</a></p><p><iframe
width="500" height="314" src="http://www.youtube.com/embed/gJgV5qV45oc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/05/24/%c2%a1mira-neukollns-blick-auf-die-revolucion/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>4</slash:comments> </item> <item><title>Wikipedia, das erste digitale Weltkulturerbe?</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/05/23/wikipedia-das-erste-digitale-weltkulturerbe/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/05/23/wikipedia-das-erste-digitale-weltkulturerbe/#comments</comments> <pubDate>Mon, 23 May 2011 11:05:26 +0000</pubDate> <dc:creator>Anne Wizorek</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=45922</guid> <description><![CDATA[<p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/05/wikipedia.jpg" alt="" title="wikipedia" class="aligncenter size-full wp-image-45925" /></p><p>Eine Plattform, die das gesamte Wissen der Menschheit jedem frei zugänglich macht – das mutet zunächst als lediglich wunderbar utopische Idee an. Doch was aus diesem abwegig klingenden Plan geworden ist, wissen wir alle und die meisten von uns nutzen das Resultat vermutlich sogar täglich. <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite">Die Wikipedia</a> ist in den vergangenen 10 Jahren jedenfalls zur wahrscheinlich größten Wissenssammlung der Menschheitsgeschichte herangewachsen, welche gut 18 Millionen Einträge in 279 Sprachen verzeichnet. Zudem ist sie unabhängig, nicht kommerziell und gehört zu den 10 beliebtesten Seiten im Netz.</p><p>Um diesen einzigartigen Ort des Wissensaustauschs auch in Zukunft zu sichern, wird nun eine Idee verfolgt, die <a
href="http://wikimedia.de/wiki/Hauptseite">in Deutschland bei Wikimedia</a> entstand: <a
href="http://wikipedia.de/wke/Main_Page">die Wikipedia soll von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt werden</a>. Denn <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/UNESCO-Welterbe#Kriterien_der_Unterschutzstellung">laut der UNESCO-Kriterien</a> stellt sie unter anderem ein Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft dar und verdiente somit als grenzübergreifende, kulturelle Leistung deren Anerkennung und Schutz.</p><p>Wikipedia-Gründer Jimmy Wales war selbst erst skeptisch als ihm dieser Vorschlag nahe gelegt wurde, doch mittlerweile nimmt er <a
href="https://wke.wikimedia.de/wke/Special:Petition?setlang=de">die Petition</a> ebenfalls zum Anlass, eine Debatte über die Rolle digitaler Innovationen anzustoßen. Denn obwohl die meisten Menschen Wikipedia in erster Linie eher als technisches Phänomen betrachten, hat diese doch ebenso eindeutig nachhaltige Einflüsse auf unsere Kultur, wie <a
href="http://www.nytimes.com/2011/05/23/technology/23wikipedia.html?_r=2&#038;hpw=&#038;pagewanted=all">auch dieser Artikel in der New York Times noch einmal zusammenfasst</a>.</p><p>Wer also mithelfen möchte, die Utopie zu verwirklichen, Wikipedia als erstes digitales Weltkulturerbe anerkennen zu lassen, <a
href="http://wikipedia.de/wke/Special:Petition?setlang=de">unterzeichnet am besten flugs die dazugehörige Petition</a>.</p><p><small><a
href="https://twitter.com/#!/WP4WH">[via]</a></small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/05/23/wikipedia-das-erste-digitale-weltkulturerbe/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>11</slash:comments> </item> <item><title>Sony Playstation Network: Die Zukunft ist Vergangenheit</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/05/20/sony-playstation-network-die-zukunft-ist-vergangenheit/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/05/20/sony-playstation-network-die-zukunft-ist-vergangenheit/#comments</comments> <pubDate>Fri, 20 May 2011 05:24:56 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=45853</guid> <description><![CDATA[<p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/05/Bildschirmfoto-2011-05-19-um-16.36.27.png" alt="Kazuo Hirai" title="Kazuo Hirai" class="alignnone size-full wp-image-45854" /></p><p>Wochenlang war Sony mit der Analyse des Einbruchs in das <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/PlayStation_3">Sony Playstation Network (PSN)</a>, dem Internet-basierten Netzwerk, das sowohl vernetztes Spielen als auch den Kauf digitaler Produkte über Sonys Videogame-Konsole Playstation 3 ermöglicht, und seiner Wiederherstellung beschäftigt. <a
href="http://www.spiegel.de/thema/sony/">Über 100 Millionen Kundendaten sollen bei der Attacke abhanden gekommen sein</a>, schlampige Kommunikationspolitik und ein offenbar ebensolches System ernteten weltweite Kritik. Als der Dienst vor wenigen Tagen in Teilen wieder startete, <a
href="http://sony.nyleveia.com/2011/05/17/warning-all-psn-users-your-accounts-are-still-not-safe/">gab es kurzfristig erneut schwerwiegende Probleme</a>, die es dieses Mal anscheinend an der Mainstream-Presse vorbei schafften.</p><p>Noch immer fehlen öffentlich bekannte Hinweise auf Täter (das Kollektiv <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anonymous_(Kollektiv)">Anonymous</a> bestreitet Sonys bisher einzigen und unbewiesenen Verdacht einer Mittäterschaft), und auch, ob die Kreditkartendaten der Kunden zur Beute der Angreifer gehören, bleibt bisher Sonys Geheimnis.</p><p>Als PSN-Nutzer habe ich während der gesamten Downtime des Systems, dessen Unerreichbarkeit auf der Konsole selbst als &#8222;Wartungsarbeiten&#8220; kommuniziert wurde, zwar weiterhin Playstation-Werbung per Email erhalten, aber keinerlei Hinweise oder Informationen über den Systemausfall oder meine Daten (<strong>UPDATE</strong> andere Nutzer berichten jedoch, fünf Tage nach dem Einbruch per Mail von Sony informiert worden zu sein). Erst ein Mail-Hinweis vom 17. Mai zum Neustart des Systems erwähnte den &#8222;Cyber-Angriff&#8220;, mit keinem Wort jedoch die Tatsache, dass meine Zahlungsdaten unter Umständen in den Händen von Kriminellen sind. Ein wenig mehr Info gab es zwar während der Ausfälle auf dem offiziellen Playstation-Blog und man musste schon extrem medienabstinent gewesen sein, um die Geschichte verpasst zu haben, dennoch: Gute Informationspolitik sieht anders aus. Und mit der Veröffentlichung von <a
href="http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-67530.html">erschütternd lächerlichen Grafiken</a> zur &#8222;Erklärung&#8220; der angeblichen Systemkonfiguration der PSN-Server und der Einbrüche, in denen das Wort &#8222;Encryption&#8220; (Verschlüsselung) bemerkenswerter Weise nirgends auftauchte, hatte Sonys Kommunikationsstrategie einen weiteren Tiefpunkt erreicht.</p><p>Dann erschien vor einigen Tagen ein Video einer Entschuldigung und Erklärung von Sony-Präsident Kazuo Hirai. Und Betrachter erlebten einen Moment wie aus einem Science-Fiction-Film der neunziger Jahre:</p><p>Es ist später Abend, vielleicht sogar Nacht. Die Nachricht ist klar: Bei Sony wird in diesen Zeiten rund um die Uhr gearbeitet, selbst der Chef bleibt davon nicht verschont. Im Hintergrund des natürlich in einem Hochaus gelegenen Büros sind Straßen zu erkennen, auf denen Autos fahren. Kazuo Hirai hat seine Brille abgelegt, denn jetzt geht es nicht ums Lesen, er richtet sich an die Playstation-Nutzer; sein oberster Hemdknopf ist geöffnet, er trägt keine Krawatte, ein Zeichen seiner Lässigkeit, aber auch dafür, dass er hart arbeitet und Formalitäten derzeit unwichtig sind. Auf seinem Schreibtisch ist eine Computer-Maus zu erkennen, links im Anschnitt ein Bilderrahmen, die Reflexion erkennt man im Fenster hinter dem mächtigen Mann, wahrscheinlich ein Familienfoto auf dem Schreibtisch des mächtigen Mannes, der damit Menschlichkeit und Loyalität signalisiert. Ebenfalls in der Spiegelung des Fensters zu erkennen: Ein zur Seite gerichteter Flatscreen, vermutlich ein Sony-Modell, ein paar Akten oder Unterlagen. Außerdem etwas entfernt, wahrscheinlich hinter der Kamera, die hellen Lehnen einer Sitzgruppe im Büro Hirais. Rechts auf dem Schreibtisch ein schwer identifizierbares Objekt, ein Stiftehalter, denke ich, ein Flachmann wird es wohl nicht sein. Reflektierte Anzeichen des Film-und Licht-Equipments sind nicht zu erkennen.</p><p>Vom schweren Chefledersessel aus redet Kazuo Hirai mit aufrechter, aber verkrampfter Haltung. Er fühlt sich unwohl. Mimik und Gestik wirken hilflos und einstudiert, das Lächeln, zu dem ihm geraten wurde, versucht er an nicht nachvollziehbaren Stellen seiner Ansprache, es wirkt allenfalls bemüht; seine Hände probieren Gesten, die freundlich und einladend wirken sollen, aber selten einen Sinn ergeben.</p><p>Kazuo Hirai spricht von Dank und Geduld und von Security Features, Aggressive Action, Upgraded Data Security Systems, Forensic and Security Experts, Attacks on the Network, Cyber Monitoring, vor allem aber von Identity Theft und dem neuen Identity Theft Protection Program.</p><p><em>Identity Theft Protection Program</em>.</p><p>Einen modernen Science-Fiction-Autor würde man für diesen Begriff auslachen.</p><p>Und plötzlich versteht man den an Anfang und Ende des Clips eingeblendeten Sony-Claim. <em>make.believe</em>, ursprünglich als Sinnbild für die Faszination der vom Konzern gelieferten elektronischen Unterhaltung gedacht, steht für <em>Vorspiegelung</em> und <em>Vorwand</em>, und je öfter man das Video anschaut, desto weniger unterscheidet es sich von einer (eher langatmigen) Zwischensequenz eines Videospiels. Kazuo Hirai könnte ein Avatar sein, die 3D-Reproduktion eines Konzernleiters, obwohl sein emotionales Repertoire unter dem der meisten aktuellen Videospielfiguren liegt.</p><p><iframe
width="500" height="314" src="http://www.youtube.com/embed/2tHl6O5Sp8w?rel=0&amp;hd=1" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Die Einführung eines <em>Identity Theft Protection Program</em> mag in den Ohren mancher beeindruckend klingen, doch sie ist reine Ablenkung. Sony hat frühe Warnungen von Hackern nach deren Aussagen vor den Lücken des PSN ignoriert und das System hat Gerüchten nach Passwörter und andere sensible Daten wie zum Beispiel Kreditkarteninformationen unverschlüsselt gespeichert, was eine sträfliche Unterlassung einfachster Regeln wäre. Kein <em>Identity Theft Protection Program</em> der Welt hätte Sony vor dem jüngsten Desaster geschützt, sondern allein halbwegs sauberes Handwerk. Doch was tut der clevere Großkonzern, wenn wer Fehler gemacht hat? Er bietet eine Versicherung gegen die Folgen an.</p><p>Es ist richtig, wenn mit Howard Stringer ein weiter Sony-Chef <a
href="http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,763225,00.html">darauf verweist</a>, dass es keine hundertprozentige Sicherheit beim Schutz von persönlichen Daten in Netzwerken geben kann, doch es fehlt der korrekte Schluss. Denn wenn das System nicht sicher sein kann – dann ist es vielleicht ganz einfach das falsche System.</p><p>Sony ist nicht der erste Konzern, der von Datendiebstahl oder Einbrüchen in ein Server- und Datenbank-System betroffen ist, und er wird nicht der letzte sein. Wir werden noch einige Daten-GAUs erleben müssen, vielleicht erneut bei Sony, vielleicht bei Facebook, Apple, Google, vielleicht auch bei anderen Unternehmen, die weniger in der Nutzer-Öffentlichkeit stehen. Und es werden noch viele solcher Vor- und Unfälle passieren, bevor es ein Ende der bei jedem Anbieter neuen, zentralen Speicherung von sensiblen Nutzerdaten gibt, die nach meinem Kenntnisstand für den Betrieb eines Entertainment-Systems wie dem PSN technisch völlig unnötig ist. Wir werden dezentrale, individuelle Zugangskontrollen und Zahlungsweisen erleben, die zwar ebenfalls keine hundertprozentige individuelle Sicherheit garantieren, zumindest aber den gleichzeitigen Fremd-Zugriff auf 100 Millionen Datensätze verhindern können. Wir werden eine (relative) Kontrollhoheit über unsere Daten zurück bekommen, wenn genügend Konzerne und Organisationen versagt und gelogen haben.</p><p>Die Zukunft, wie sie mit Begriffen wie <em>Identity Theft Protection Program</em> suggeriert werden soll, ist schon längst Vergangenheit, es wird nur noch etwas dauern, bis diese Tatsache in der Gegenwart angekommen ist.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/05/20/sony-playstation-network-die-zukunft-ist-vergangenheit/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>13</slash:comments> </item> </channel> </rss>
<!-- Performance optimized by W3 Total Cache. Learn more: http://www.w3-edge.com/wordpress-plugins/

Minified using disk: basic
Page Caching using disk: basic (User agent is rejected)
Database Caching 16/31 queries in 0.104 seconds using disk: basic

Served from: www.spreeblick.com @ 2012-02-10 08:42:25 -->
