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Was der netzpolitischen Bewegung fehlt

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Foto der von Beworx gestalteten Geburtstagsmateflasche, geklaut bei irights.info

Auch an dieser Stelle von mir zunächst:
Herzlichen Glückwunsch an Markus und sein Team zu zehn Jahren netzpolitik.org!

Ich hatte für meine FluxFM-Sendung ein Gespräch zum Thema mit Markus Beckedahl geführt, dass ihr weiter unten noch einmal anhören könnt, im Text soll es aber über einen Aspekt des heutigen Kongresses zur Feier gehen.

tl;dr Anger is an energy.

Read on my dear…

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Im Jahr Eins nach Snowden

Viel ist geschrieben worden für den heutigen Jahrestag der ersten Veröffentlichungen durch Edward Snowden, kaum noch etwas bleibt den vielen guten Texten hinzuzufügen. Fehlen tut mir dennoch einiges, und damit adressiere ich nicht einmal die Regierungspolitik, von der ich gar nichts mehr erwarte nach den Lügen der vergangenen Monate.

Read on my dear…

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#thedaywefightback – Der Tag, an dem wir zurückbannern

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Heute ist internationaler Zurückkämpftag als Protest gegen die Überwachung unseres Lebens durch NSA und Konsorten, und ehrlich gesagt habe ich es gerade eben erst mitbekommen, ich war einfach zu beschäftigt mit Threes.

Ich gebe auch zu, dass ich von der Wirkung solcher Onlineproteste nicht mehr wirklich überzeugt bin, denn wenn wir an einem Punkt sind, an dem “kämpfen” bedeutet, dass ich ein Banner auf meine Website knalle, einen Hashtag twittere und bei Facebook auf LIKE klicke, dann bin ich raus.

Andererseits (diese verdammte Altersambivalenz …) habe ich immer Respekt vor Leuten, die wenigstens für Aufmerksamkeit für ein Thema sorgen, und außerdem schmeiße ich ja selbst auch keine Überwachungskameras ein. Zynismus sollte ich mir daher sparen und stattdessen weiter überlegen, welche Konsequenzen ich selbst ziehen werde aus den Erkenntnissen der letzten Monate. Bisher habe ich einige Trackingcodes u.a. von Google (Adsense und Analytics) bei Spreeblick rausgeschmissen (was auch nicht viel bringt, denn getrackt werdet ihr sowieso und trotzdem, außerdem ist Google nicht die NSA – glaube ich – und es bleibt alles ein Kampf gegen Windmühlen), und ich überlege, wie ich Spreeblick noch “sauberer” machen kann, in erster Linie denke ich mal wieder über andere Modelle der Werbung nach.

Vielleicht eröffne ich aber auch ein neues, schamlos kommerzielles Blog mit Katzenbildern.
Mal sehen.
Die Zukunft bleibt ungeschrieben.

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Lesetipp: Rolling Stone über Snowden und Greenwald

Einzelne Lesetipps gibt es hier ja eher selten, doch für die Spreeklicks fehlt mir aus diversen Gründen gerade die Zeit. Das hier aber kann man sich schon mal geben: Der amerikanische Rolling Stone hat einen langen und sehr spannenden Hintergrundartikel über Edward Snowden und Glenn Greenwald, die man ohne Zweifel zu den wichtigsten Männern dieses Jahres zählen darf.

Snowden and Greenwald: The Men Who Leaked the Secrets

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The Guardian – NSA Files: Decoded

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Das ist wirklich irre gut gemacht, was der Guardian da mit seiner interaktiven Aufbereitung der bisherigen Ereignisse rund um Snowdens Enthüllungen auf die Beine gestellt hat. Man wünscht sich solch modernen Journalismus für alle großen und komplexen Themen unserer Zeit.

Klar ist aber auch, dass Produktionen dieser Art jede Menge Geld verschlingen. Weshalb jetzt mal endlich das Guardian-Abo fällig wird bei mir.

NSA Files: Decoded. What the revelations mean for you.

UPDATE Bei heise gibt es eine Timeline der Ereignisse.

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Reichensteuer für Musiker

Den viel zu reißerischen Titel habe ich mir von erfolgreichen US-Mega-Blogs abgeschaut, die gerade den deutschen Markt auf den Kopf stellen (hier kichernden Smiley vorstellen), aber so weit weg ist er gar nicht von der Idee Dave Allens entfernt.

Der Gang of Four-/ Shriekback-Bassist, der sich seit Jahren mit meist sehr ausführlichen Texten in die Musik-/Onlinedebatte einmischt, findet: Die wenigen sehr erfolgreichen Musiker sollten eine spezielle Steuer abführen, die den vielen weniger erfolgreichen Musikern zugutekommt. Solche zweckgebundenen Abgaben sind im Kulturbereich keine ganz neue Idee und ich finde das mindestens diskussionswürdig. Also andenkbar. Also durchaus okay.

Dave Allen: Raise taxes on the rich musicians

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Na endlich: Ein Urheber mit radikalen Ideen

Fred Breinersdorfer ist nicht nur (Dreh)buchautor (sein bekanntester Film ist vermutlich Sophie Scholl – Die letzten Tage), sondern auch Anwalt – er kennt sich mit Urheberrechtsfragen daher aus verschiedenen Richtungen aus. Und er ist ganz offenbar ein kluger Kopf, denn in der SZ schlägt er nicht nur vor, den illegalen Film-Angeboten Konkurrenz zu machen, sondern – das ist sehr wichtig – er fordert auch radikale Maßnahmen, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Das Großartige an den sehr konkreten Vorschlägen von Breinersdorfer, der damals auch den etwas doofen Tatort-Autoren-Brief mitgezeichnet hatte, ist die Tatsache, dass seine Idee der Nutzung von Zwangslizenzen die Tore endlich für viele unterschiedliche Film- oder auch Musikportale öffnet, Portale, die (fast) von jedermann betrieben werden können, nicht nur von Marktriesen mit dem Geld und der Macht für exklusive Nutzungslizenzen.

Ich kann nicht abschließend beurteilen, ob das alles wirklich funktionieren könnte, bin aber gerade äußerst begeistert davon, dass die Debatte um eine neue Ebene und Herangehensweise erweitert wird.

Hier: Verschenkt meine Filme!

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Guten Morgen, NSA

Samstag, 7. September 2013, 13 Uhr:
Demo “Freiheit statt Angst”, Berlin, Alexanderplatz.

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7.9.2013, Berlin, Alexanderplatz: Demo “Freiheit statt Angst”

Der Zuspruch zur diesjährigen Ausgabe der “Freiheit statt Angst”-Demo ist jetzt schon so enorm, dass die Demo verlegt werden musste. Der neue Start- und Kundgebungsplatz ist nun der Alexanderplatz.

Seid dabei. Und bringt noch jemanden mit. Wenn sie uns sehen wollen, sollen sie uns zu sehen bekommen.

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NSA soll an Yahoo, Google und andere Millionen gezahlt haben (Update, jetzt mit Verschwörungstheorie!)

Wenn die NSA also Zahlungen in Millionenhöhe an die großen Tech-Firmen wie Yahoo und Google geleistet haben soll, um die Kosten der Überwachungstechnik zu kompensieren – dann wird es vielleicht mal Zeit, dass man diesen ganzen Silicon-Valley-Wahn in Frage stellt und sich alle Unternehmen genauer ansieht, die jahrelang von Investoren mit Millionen vollgestopft werden, obwohl sie keinen Cent Gewinn machen.

Alles frei für die Nutzerinnen und Nutzer? SRSLY?

UPDATE Ich hatte das zunächst mobil gepostet und führe jetzt mal ein wenig aus, was ich meine:
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Blackbox Urheberrecht

RTEmagicC_Cover.pngDaniel Brockmeier ist der Herausgeber des eBuchs “Blackbox Urheberrecht”, einer Sammlung von Texten zur Urheberrechtsdebatte, in der ich auch mit einem Artikel vertreten bin. Mit dabei sind außerdem Anonymous, Vera Bunse, Dirk von Gehlen, Nina George, Christoph Keese, Till Kreutzer, Neelie Kroes, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Pim Richter, Frank Schirrmacher, Jürgen Schönstein, Julia Schramm, Michael Seemann, Thomas Stadler, Anatol Stefanowitsch, Udo Vetter und Daniel Brockmeier selbst. Das Buch ist bereits seit Mai 2013 erhältlich und kann in diversen eBook-Portalen in verschiedenen Formaten für 5,99 Euro gekauft werden, alle Autorinnen und Autoren sind an den Gewinnen beteiligt. Und: Am 16. September wird das Buch beim JMB Verlag auch in einer gedruckten Version erscheinen.

Affiliate-Links:
Blackbox Urheberrecht (eBook) für Amazons Kindle und für iOS.
Blackbox Urheberrecht broschiert zum Vorbestellen bei Amazon.

Weitere Links:
Blackbox Urheberrecht (eBook) im Google Play Store (Android).

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Tor, das FBI, und was das alles mit Freiheit zu tun hat (Update)

Die Meldung macht bisher keine größeren Schlagzeilen außerhalb spezifischer Kreise. Dabei sollte sie es, denn die Debatte darum gehört zu denen, die auf breiter Ebene geführt werden müssen: Das FBI hat in den letzten Tagen anscheinend einen großen Teil des Tor-Netzwerks lahmgelegt, der mutmaßliche Chef des wohl größten Anbieters von “Hidden Services” – “Freedom Hosting” – wurde in Irland festgenommen und soll in die USA ausgeliefert werden, wo ihm bis zu 30 Jahre Haft drohen.

UPDATE Überraschung! Andreas weist darauf hin, dass offenbar nicht das FBI, sondern die NSA dahinter steckt. Den Rest des Artikels also bitte dementsprechend lesen, danke.

Okay. Der Reihe nach.
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