Ich habe die Einladung zu einer Tagung am 6. Mai in Gelsenkirchen angenommen. Dort sollen im Rahmen eines Workshops verschiedene Thesen diskutiert werden. Meine Aufgabe war es, eine dieser Thesen zu formulieren: Read on, my dear…
Archiv
Netzaktivismus - Interview Simon Columbus
Ich fremdel ein wenig mit dem Netzaktivismus; ich fürchte, ich bin da altmodisch. Der „Free Burma“-Kampagne stand ich abwartend bis ablehnend gegenüber: umso spannender war es für mich zu beobachten, wie Simon Columbus quasi im Fahrtwind der Aktion sich in mehr und mehr Projekte verstrickt hat. Zeit für einen kleinen Rückblick.
CCC veröffenlicht Schäubles Fingerabdruck
Hier findet man die Pressemitteilung des Chaos Computer Clubs zur Veröffentlichung eines Fingerabdrucks von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in der CCC-Clubzeitschrift „Die Datenschleuder“.
Karlsruhe: Vorratsdatenspeicherung eingeschränkt
Heute morgen hat das Bundesverfassungsgericht den staatlichen Zugriff auf Telefonverbindungsdaten untersagt – nur im Fall der Verfolgung schwerer Straftaten dürfen die Daten genutzt werden. Damit gab Karlsruhe dem Eilantrag von über 34.000 Klägerinnen und Klägern teilweise statt. Mehr Infos u.a. bei Netzpolitik und natürlich beim Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, der nun den Rückritt von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries fordert.
Kommentare kommentieren
Fabian Mohr erwartet ein Mindestmaß an Identität von seinen kommentierenden Leserinnen und Lesern, Stefan Niggemeier, der sich bereits für einen Kommentar Dritter vor Gericht verantworten musste, bietet das Ausblenden der Kommentare auf seinem Blog an und bei anderen Blogs wie z.B. Bildblog oder Anke Gröner sind Kommentare gar nicht erst möglich. Und für die Mainstream-Presse steht eh fest, dass das so alles nicht mehr gehen darf. Eines der wichtigen Alleinstellungsmerkmale der Blog-Kultur, die offene Kommentarfunktion, die Einladung zur Diskussion, ist sicher nicht vom Tode bedroht, doch es riecht etwas komisch.
Cory Doctorow im Netzpolitik-Interview
Markus Beckedahl konnte letzte Woche ein Interview mit Cory Doctorow führen, der u.a. Teil von boingboing ist – in diesem Zusammenhang nochmal ein Hinweis auf einen älteren Artikel.
Das Gespräch der beiden Netzaktivisten gibt es in diversen Download- und Stream-Formaten direkt bei Netzpolitik zu hören und zu sehen.
CCC-Interview zur Online-Durchsuchung
Korrekt müsste es heißen „Focus-Interview mit Chaos-Computer-Club-Sprecherin Constanze Kurz zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Sachen Online-Durchsuchung“, aber wer soll das in den Titel bekommen?
Gleich: Livestream aus Karlsruhe (Update 3)
Update: Soweit ich es richtig verstanden habe, erklärte soeben das Bundesverfassungsgericht die nordrhein-westfälische Version des Gesetzes zur Online-Durchsuchung für verfassungswidrig.
Links zu Newsquellen gibt es bei Netzpolitik.
Update 2: Das Urteil liegt jetzt im Volltext vor.
Update 3: Die Urteilsverkündung als Video.
[via]
Nach 10 Jahren: gulli.com verkauft
Eines der wohl bekanntesten deutschsprachigen Foren, gulli.com, wurde vom Gründer Randolf Jorberg, GF der fliks it-solutions GmbH, an eine österreichische Firma verkauft. Dies überrascht bei knapp 10 Millionen Visits im Monat Januar nicht, wohl aber, wenn man den Underground-Charakter von gulli als Forum für Hacking und andere technische und (netz)politische Feinheiten bedenkt.
Interessant ist bei der Meldung weiterhin der Hinweis, dass die rechtliche Lage in Deutschland offenbar einen Umzug der gulli-Server nötig gemacht hat. Die gulli-Mannschaft scheint sich nun nach einer „Übergabe“ an die neuen Besitzer aus dem Betrieb zurückzuziehen und wird sich neuen Aufgaben widmen.
Möchten Sie diese CD mit oder ohne Crack?
Eines Tages wird herauskommen, dass RIAA nicht für „Recording Industry Association of America“ steht, sondern für „Rhetorically Inclined Amusement Association“. Anders kann man sich die Äußerungen von Deborah Robinson und Frank Walters (beide von der RIAA) in dem angeblich offiziellen und von Gizmodo aufgetriebenen RIAA-Trainingsvideo nicht mehr erklären.
Your CCTV talks: Obey now and give R.E.S.P.E.C.T!
Kann man Respekt - „especially [from] the youth“ - mit sprechenden Überwachungskameras einkaufen? Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder auf der Straße tun und lassen würde, was er will? Mir fällt zu diesem Video mit sprechenden Kameras nur der Titel eines indizierten Films ein, den ich dem Thema entsprechend ein wenig umformuliere: I spit on your CCTV. Apropos Respekt:
Google, Yahoo, Ask - und danach?
Im Grunde ist es schon erstaunlich, dass die zentralen Traffic- und Aufmerksamkeitsverteiler im Internet mit Technologien arbeiten, die im Wesentlichen deutlich älter sind als das Web. Dass die relevanten Informationen in denen im Netz umherschwirrenden Medienformen wie Text, Ton, Bild und Video in Zukunft sehr viel besser gefunden werden müssen als heute, dürfte klar sein. Wem helfen schon 1.653.733 Treffer?
Wie die Zukunft der Suchmaschinen - jenseits von Google & Co. aussehen kann, beschreibt der von acatech, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften herausgegebene Tagungsband „Wie arbeiten die Suchmaschinen von morgen? Informationstechnische, politische und ökonomische Perspektiven“. Das 140 Seiten starke und lesenswerte PDF kann hier kostenlos heruntergeladen werden.
[via]
lebensmittelfotos.com
Sauber, so kann man das machen: Dieter Petereit sucht Mitstreiter beim Projekt lebensmittelfotos.com. Das Ziel: Mit einem (kosten)freien Foto-Portal ein bestimmtes Kochbuch von den ersten Plätzen bei den Brötchen-Bildsuchergebnissen zu verdrängen.
Ich bin kein SEO-Experte, doch ich würde vermuten, dass das mit flickr-CC-Fotos schwer gelingt, ich schätze, ein eigenes Lexikon mit eigenen Bldern auf dem Server müsste her. Aber auch das lässt sich ja mit genügend Mitmachern umsetzen.
Update: Bitte die bereits bestehenden Alternativen in den Kommentaren beachten! Jemand sollte das bündeln. Denn einzelne Sites bleiben relativ erfolglos, fürchte ich.
Update 2: lebensmittelfotos.com ist jetzt online.
Marions Kochbuch, Folkert Knieper, Abmahnungen
Dass Marions Kochbuch und ihre Abmahn-Serien nach gefühlten fünf Jahren nun auch im TV angekommen sind, ging in den letzten Tagen zurecht durch die Blogosphäre – so sehr, dass wir es eigentlich nicht für nötig hielten, auch noch auf den Plusminus-Beitrag hinzuweisen.
Heute nun, da René von Nerdcore erneut von den Kniepers abgemahnt wurde, diesmal wegen eines Screenshots des ARD-Videos, stellen wir fest, dass man es gar nicht oft genug sagen kann: Bitte seht euch diesen Beitrag an.
Update: heise.de ist dabei.
Microsoft will Yahoo kaufen
Aber wenn man Google angreifen will … müsste man dann nicht ein Unternehmen kaufen, das besser ist als Google?
Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung: Zuständigkeit geklärt
Immerhin weiß man nun, welcher der beiden Senate am Bundesverfassungsgericht sich um die Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung zu kümmern hat: Hinsichtlich der Sammel-Verfassungsbeschwerde der erste, den Rest macht der zweite.
Hier ist die Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts.
e-Stop: Eingeschränktes Internet als Strafe
Der US-Bundesstaat New York hat einen Gesetzentwurf mit dem Namen „Electronic Security and Targeting of Online Predators Act (kurz: e-STOP)“ vorgelegt. Nach dem Gesetz sollen zukünftig die E-Mail-Adressen, Instant-Messaging-Namen und „andere Identifizierungsdaten“ von Personen, die bereits wegen sexueller Belästigung im Internet verurteilt wurden, gespeichert und den Betreibern von Websites gemeldet werden, welche die entsprechenden Nutzer von ihren Diensten aussperren sollen.
627.000 von so Vorbestraften gibt es in den USA, 25.000 davon allein in New York. Der Entwurf wird von Internet-Unternehmen wie Facebook, MySpace und Yahoo unterstützt.
[via]
Skype abhören für alle?
Wie die Piratenpartei, Heise und der CCC melden, hat das bayerische Justizministerium bei der Generalstaatsanwaltschaft beantragt, VoIP-Telefonate, die per Skype geführt werden, abhören zu können. Den Antrag gibt es hier als PDF zu lesen.
Die Misstrauensgesellschaft
Vielleicht ist es selektive Wahrnehmung, doch ich hatte den Eindruck, dass die Aufnahme der „Operation Himmel“ für mehr Schlagzeilen gesorgt hat als die Einstellung der Großaktion gegen mutmaßliche Besitzer von Kinderpornografie. Die Ermittlungen gegen 500 Kölner wurden eingestellt, da auf den gefundenen Bildern „keine anstößigen Handlungen erkennbar“ waren.
Informiert Wolfgang
Überwachung ist ein hartes Brot. Da müssen wir alle mit anpacken. Glücklicherweise gibt es nun eine Website zur Unterstützung – für uns, für euch, für Wolfgang.
Allgemeine Sozialbedingungen
„Dieser Service ist kostenlos.“ – „Die Anmeldung bei unserem Dienst ist mit keinerlei Kosten verbunden.“ – „Dieses Portal bleibt kostenfrei.“
Die verschiedensten Dienste im Netz buhlen um die Gunst der Nutzer und versprechen dabei keinerlei Kosten zu verursachen. Was nicht stimmt. Denn selbstverständlich bezahlen wir jeden kommerziellen Service in wertvollen Währungen, nämlich mit unserer Aufmerksamkeit und unseren Daten. Nicht nur bei StudiVZ.
5 Jahre Creative Commons
Freitag und Freikarten, so muss es sein. In der c-base (Rungestrasse 20 in Berlin-Mitte) wird morgen, am 14. Dezember 2007, ab 21:11 Uhr der fünfte Geburtstag von Creative Commons gefeiert. Bei freiem Einritt. Aus der Pressemitteilung ein Auszug der Teilnehmerliste:
Paul Keller von Creative Commons Niederlande, Lawrence Liang von Creative Commons India, Georg Greve, Präsident der Free Software Foundation Europe, Jürgen Werwinski, Redaktionsleiter NDR-Online und Markus Beckedahl von newthinking communications.
Die „richtige“ Party, also die mit (natürlich CC-) Musik, steigt anschließend an die Vorträge.
Linke stellt Strafanzeige gegen Wikipedia
Um als Politikerin für Netzschlagzeilen zu sorgen hilft es enorm, wenn man nicht weiß, was ein Browser ist. Noch wirkungsvoller ist es aber, wenn man keinen Schimmer hat, wie die Wikipedia funktioniert.Katina Schubert, stellvertretende Vorsitzende von Die Linke, hat sich diese Weisheit zu Herzen genommen und dürfte mit ihrer Strafanzeige gegen die Wikipedia, die sie für „wenig kontrollierbar“ hält (die Wikipedia, nicht die Strafanzeige), die heutige Senkrechtstarterin in den „Online-Kompetenz bei Politikern“-Charts sein. „Nazis raus!“ fordert Schubert nicht nur für die Wikipedia, sondern für das gesamte Internet und lässt die Antwort auf die Frage „Und wohin?“ dabei offen.Gerüchte, dass Frau Schubert im nächsten Schritt Arcor zur Sperrung der Wikipedia zwingen will, sind ebensolche.
Disclaimer: Spreeblick arbeitet gerade selbst an diversen Kampagnen, darunter „Arbeitslosigkeit raus!“, „Gewalt niederschlagen!“ und „Der Schnupfen soll für immer weggehen!“.
Update: Lt. Wikipedistik ging die Pressemitteilung scheinbar vor der Anzeige raus. Go figure.
Vorratsdatenspeicherung: War nur Spaß, oder?
Foto © EliazarWir sind alle darauf hereingefallen, auf die Sache mit der Vorratsdatenspeicherung. Wir haben im Ernst geglaubt, eine demokratische Regierung könnte die monatelange Speicherung der Verbindungsdaten unserer Kommunikation beschließen. Mann, waren wir blöd. Aber jetzt ist Schluss, jetzt haben wir den Scherz endlich durchschaut, wenn man berichtet, man wolle diese Daten auch nicht-staatlichen Stellen und Unternehmen zur Verfügung stellen. Haha! Nicht schlecht, nicht schlecht! Ganz schön witzig, diese Regierung, mein lieber Herr Gesangsverein! Aber jetzt ist natürlich klar:Das ist alles nur ein lang vorbereiteter Scherz.Ist es doch, oder?ODER???
Freiheit statt Angst - Video
Das Wetter war schäublig, trotzdem trauten sich gestern bundesweit Menschen auf die Straße, um gegen die Vorratsdatenspeicherung (hier geht es zum ständig aktualisierten Pressecenter) zu demonstrieren.
Bundesweit übrigens weniger Menschen als im September allein in Berlin. Seit gestern ist mir klar, warum es in Russland keine Demokratie gibt. Für Kuba habe ich noch keine Erklärung, grübel aber noch.
Das Video von Manniac gibt es nach dem Klick.
Read on, my dear…
Keine Anzeige wegen Schäublone
Auf Dataloo ist nachzulesen, dass die Staatsanwaltschaft München „im Fall des Anfang September bei einer Fahrzeugkontrolle in München beschlagnahmten Stasi 2.0 Plakats von einer Anzeige ab(sieht)“.
Die Schäublone stellt also - zumindest aus Münchner Sicht - keine Beleidigung dar.
Klick dich doch selber
Qualitätsmedien unterscheidet von Blogs, dass sie alles in gleichbleibender Qualität abliefern.
Read on, my dear…
Freiheit statt Angst. Eine zusammenhanglose Zusammenfassung
Unfriedlich ist ein Protestumzug am Samstag in Berlin gegen eine Verschärfung von Sicherheitsgesetzen zu Ende gegangen. Acht Festnahmen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und ein verletzter Polizist waren die vorläufige Bilanz der Ordnungshüter. Die Veranstalter, die der Polizei Übergriffe vorwarfen, brachen die am Brandenburger Tor gestartete Demonstration auf Höhe der Friedrichstraße ab.
Quelle: ZDF
Ich glaube nicht an Verschwörungen. Aber ich glaube an Bequemlichkeit, an Fehlfokussierung, an Praktikanten, die am Wochenende die Arbeit der Redakteure erledigen (und sonst auch) und da war doch noch was? Ach ja: An Dummheit glaube ich auch.
Read on, my dear…
Bilder von der Demo gegen Vorratsdatenspeicherung
Videoimpressionen und Bericht folgen, wenn nichts dazwischenkommt. Hier erst einmal ein paar Bilder.
Update
Video und Links zu viel mehr Bildern und Berichten.
Read on, my dear…

