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><channel><title>Spreeblick &#187; Netzpolitik</title> <atom:link href="http://www.spreeblick.com/category/kategorien/politik/netzpolitik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.spreeblick.com</link> <description>I live by the river!</description> <lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 21:57:54 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3</generator> <item><title>Content-Mafia</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/01/23/content-mafia/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/01/23/content-mafia/#comments</comments> <pubDate>Sun, 22 Jan 2012 23:10:46 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51888</guid> <description><![CDATA[<p>Vergleiche zwischen der digitalen und der analogen Welt werden im Netz regelmäßig und oft zurecht als unzureichend oder fehl am Platz kritisiert, besonders aber, wenn so genannte &#8222;alte&#8220; Medien oder Unternehmen sie benutzen. Werden ähnliche Vergleiche hingegen innerhalb der diversen Netzgemeinden bemüht, gibt&#8217;s etwas mehr LIKE und RT und die Vergleiche hinken offenbar nicht mehr ganz so stark.</p><p>Beobachten kann man dieses Phänomen derzeit bei denjenigen Entrüsteten, welche die <a
href="http://www.golem.de/1201/89194.html">Vorwürfe gegen den Datenspeicher und -verteiler Megaupload</a> bemängeln und dabei den Vergleich mit der Post heranziehen, die man ja schließlich auch nicht für den Inhalt ihrer Sendungen verantwortlich machen könne.</p><p>Nun wird der Post allerdings auch nicht vorgeworfen, <a
href="http://www.golem.de/1201/89205.html">Mechanismen zum Aufspüren und Aneignen illegal verbreiteter Sendungen entwickelt zu haben, Kunden dafür zu bezahlen, solche Inhalte bereitzustellen oder mit ihren Unternehmen Geld zu waschen</a> … soweit ich weiß. Denn sonst sähe sich ihre Geschäftsführung hoffentlich ebenfalls der Kritik und Justiz ausgesetzt. Und dass Filehoster, deren Geschäftsmodell im übertragenen Sinne tatsächlich demjenigen der Post ähnelt, im Gegensatz zu Megaupload keineswegs vor Gericht stehen, sei auch noch angemerkt.</p><p>Ziemlich blöder Vergleich also, der mit Megaupload und der Post.</p><p>Ähnlich blöd wie die <a
href="http://web.piratenpartei.de/Pressemitteilung/megaupload-razzia-%E2%80%93-contentmafia-l%C3%A4sst-europ%C3%A4ische-staatsb%C3%BCrger-nach-us-gesetzen-ne">Pressemeldung der Piratenpartei</a>, in der Filehoster zu &#8222;Lagerhallenbetreibern&#8220; verniedlicht werden. Auf dem Niveau sollten sich mal andere Parteien mit dem Netz beschäftigen, das wäre ein Spaß!</p><p>Und apropos Spaß: Die Piraten gehen davon aus, dass die netten Herren um Kim Schmitz nur das Beste (na klar: Geld) wollten, sich an alle Gesetze hielten und dass hinter den Razzien gegen Megaupload allein die &#8222;Verwerterindustrie&#8220; stünde.</p><p>Am letztgenannten Punkt könnte tatsächlich etwas dran sein, denn es passiert ja immer häufiger, dass Klagen von Klägern ausgehen, die ihre Rechte verletzt sehen – es ist schon eine verrückte Welt da draußen! Deshalb überlasse ich die Beantwortung der Frage nach der tatsächlichen Legalität von Megaupload lieber den Juristen – auch, weil alle anderen Befragten mit etwas <a
href="http://blog.fefe.de/?ts=b1e771eb">Kenntnis</a> bei der Erwähnung der Begriffe &#8222;Schmitz&#8220;, &#8222;Legalität&#8220; und &#8222;Vertrauen&#8220; in einem Satz sofort entweder schwere Hustenkrämpfe oder heftige Lachanfälle bekommen. Und so kann man ja nicht arbeiten.</p><p>Immerhin: Sollten sich die Vorwürfe gegen Kim Schmitz und Kumpanen bewahrheiten, gibt es mindestens zwei Definitionen für den Begriff &#8222;Content-Mafia&#8220;.</p><p>Und wenn sich die Unterhaltungsbranche dann irgendwann mal dazu bequemen könnte, aus dem Erfolg von Megaupload etc. zu lernen und internationale Lösungen für Konsumenten anzubieten, statt ihre Energie in nicht minder schmutzige Lobbyisten-Arbeit in der Politik zu vergeuden, dann kommt vielleicht langsam mal was ins Rollen.</p><p>Von mir aus kann dieser ganze Schrott wie Megaupload nämlich gerne aus dem Netz verschwinden, ich will weder beschissene Pornowerbung noch flackernde Download-Timer ertragen müssen und an solche Portale erst recht kein Geld zahlen, um den Film meiner Wahl sehen zu können, sobald er fertig produziert wurde. Ich lege gerne fünf oder zehn Euro im Monat aufs Trackpad, wenn ich davon ausgehen kann, dass die Produzenten einen Teil davon erhalten und der ganze Kram legal ist. Doch bis ich das erleben darf, werden wohl noch reichlich Gigabytes die Leitungen entlang streamen.</p><p>Nur damit wir uns richtig verstehen: Ich habe keinerlei Verständnis für Irrsinn wie ACTA und SOPA, und die Einflussnahme einzelner Industrien auf die Politik unter Ausschluss der Öffentlichkeit ist – nicht nur in Fällen, die mit dem Netz zu tun haben – eine einzige Frechheit. Doch das eine Übel rechtfertigt das andere nicht, und wer sich schützend vor Unternehmen wie Megaupload stellt und ihnen ein gutherziges und romantisches Robin-Hood-Image andichten will, der ist entweder extrem naiv oder soll sich bitte in Zukunft weder über die Berlusconis noch über die Zuckerbergs dieser Welt aufregen.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/01/23/content-mafia/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>127</slash:comments> </item> <item><title>Michael Mozart: Stop SOPA</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/01/18/michael-mozart-stop-sopa/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/01/18/michael-mozart-stop-sopa/#comments</comments> <pubDate>Wed, 18 Jan 2012 18:59:29 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51837</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/y7DkrsCCQ_A" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Ich weiß nicht, wer Michael Mozart ist. Doch es ist recht beeindruckend, mit welchem Tempo der Mann hier eine gehörige Portion Verschwörungstheorie versprüht und aufzeigt, wie genau jene Unternehmen, die sich für <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stop_Online_Piracy_Act">SOPA</a> einsetzen, Filesharing und Urheberrechtsverletzungen zunächst im großen Stil eingeführt und unterstützt haben. Durch angeblich exklusive Vertriebsdeals mit den Herstellern von Filesharing- und Anti-DRM-Software nämlich.</p><p>Man mag Mozarts Worte und <a
href="http://onecandleinthedark.blogspot.com/">Website</a> für übertrieben halten, doch faktisch hat er Recht mit dem Vorwurf der Doppelmoral in großen Unterhaltungsunternehmen, welche genau die Tools vertreiben und bewerben, die das, was angeblich bekämpft werden soll, überhaupt erst möglich machen. Die Frage bleibt, ob dahinter tatsächlich ein großer Masterplan oder eben doch nur verschiedene gewinnorientierte Abteilungen stecken, denen einfach völlig egal ist, womit und wie das Geld verdient wird.<br
/> Nichts ist, wie es scheint. So scheint&#8217;s.</p><p><small>[<a
href="https://twitter.com/#!/sposth/status/159389146933239809">via</a>]</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/01/18/michael-mozart-stop-sopa/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>10</slash:comments> </item> <item><title>Mittwoch: Anti-SOPA Blackout Day</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/01/16/mittwoch-anti-sopa-blackout-day/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/01/16/mittwoch-anti-sopa-blackout-day/#comments</comments> <pubDate>Mon, 16 Jan 2012 10:45:42 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51812</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="284" src="http://www.youtube.com/embed/citzRjwk-sQ" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Am kommenden Mittwoch, den 18. Januar 2012, wird Spreeblick von 8 Uhr bis 20 Uhr nur eine schwarze Seite mit etwas Text zeigen. Wir schließen uns damit dem Protest vieler internationaler Websites gegen <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stop_Online_Piracy_Act">US-amerikanische</a> und <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement">europäische</a> Internet-Zensurvorhaben an, die größtenteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen werden sollen.</p><p><small>Für WordPress-Blogs, die sich ebenfalls beteiligen wollen, <a
href="http://wordpress.org/extend/plugins/sopa-blackout/">gibt es hier ein simples Plugin</a>.</small></p><p><strong>UPDATE</strong> Sieht so aus, <a
href="http://www.washingtonmonthly.com/political-animal/2012_01/putting_sopa_on_a_shelf034765.php">als wäre SOPA in der vorliegenden Version vorerst vom Tisch</a> [<a
href="https://twitter.com/#!/david_philippe/status/158865659214839808">via</a>]. Bleibt noch ACTA. Und die Online-Demo ziehen wir trotzdem durch.</p><p><strong>UPDATE</strong> Die <a
href="http://digitalegesellschaft.de/2011/11/mitmachen-stoppt-acta/">Digitale Gesellschaft hat einige Infos zum Thema ACTA gesammelt</a>.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/01/16/mittwoch-anti-sopa-blackout-day/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>24</slash:comments> </item> <item><title>Dein Beitrag zu ihrem Niedergang – Wie man diskriminierende Inhalte bei YouTube melden kann</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/08/dein-beitrag-zu-ihrem-niedergang-%e2%80%93-wie-man-diskriminierende-inhalte-bei-youtube-melden-kann/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/08/dein-beitrag-zu-ihrem-niedergang-%e2%80%93-wie-man-diskriminierende-inhalte-bei-youtube-melden-kann/#comments</comments> <pubDate>Thu, 08 Dec 2011 10:14:50 +0000</pubDate> <dc:creator>Gastautorin/ Gastautor</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51354</guid> <description><![CDATA[<p><em>In dem Artikel <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/12/05/digitale-zivilcourage/">&#8222;Digitale Zivilcourage&#8220;</a> hatten wir auf den englischsprachigen Artikel des Autors JF Derry mit dem Titel <a
href="http://jfderry.wordpress.com/2011/12/02/your-part-in-their-downfall/">&#8222;Your part in their downfall&#8220;</a> hingewiesen. Der Artikel wurde in den letzten Tagen netterweise von Kerstin von <a
href="http://justmag.net">justmag.net</a> ins Deutsche übersetzt und erscheint in dieser Version mit Genehmigung von JF Derry nach dem Klick, da wir die von Derry angestoßene Debatte für enorm wichtig halten.</em></p><p><strong>UPDATE</strong> <a
href="http://fluchderrepublik.blogspot.com/2011/12/feature-your-part-in-theirdownfall-dein.html">Eine alternative Übersetzung gibt es von Elle Nerdinger auf ihrem Blog</a>!</p><p>Kürzlich grassierte ein erschreckendes Video auf YouTube. Es zeigt eine Person, die andere an einem öffentlichen Ort angreift. Aber so viel zu Benton/ Clarkson. Noch aktueller ist ein anderes Video auf YouTube. Es zeigt eine 34 Jahre alte Frau – Emma West, vermutlich die Mutter des Jungen auf ihrem Schoß – in der U-Bahn (Linie Croydon – Wimbledon). Sie attackiert die anderen Passagiere verbal wegen ihrer ethnischen Abstammung. Für Emma West ist das multikulturelle Großbritannien ganz klar eine Herausforderung.</p><p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/i47HoiM0Au8" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p><small><br
/> West: Wo ist dieses Land nur hingekommen? So viele Schwarze und so viele verdammte Polen? Du bist kein Engländer. Und Du auch nicht. Niemand von Euch ist ein verdammter Engländer. Geht doch zurück in Eure eigenen&#8230; Wisst Ihr was? Macht erst mal in Euren eigenen Ländern Ordnung, bevor Ihr in meines kommt. Großbritannien ist nichts mehr wert. Großbritannien ist nur noch Scheiße. Mein Großbritannien ist nur noch Scheiße. Mein Großbritannien ist nur noch Scheiße.</p><p>Passagierin 1: Entschuldigen Sie mal, hier sind Kinder in der Bahn.</p><p>West: Ja, das ist ok. Ich habe selbst ein kleines Kind hier.</p><p>Passagierin 1: Zeigen Sie mal ein bisschen Respekt, ja?</p><p>West: Selber. Ich habe meinen kleinen Jungen dabei.</p><p>Passagierin 1: Dann steigen Sie doch aus.</p><p>West: Fuck you.</p><p>Passagierin 1: Jemand muss Sie rausschmeißen.</p><p>West: Ach ja?.</p><p>Passagierin 1: Ja.</p><p>West: Trau Dich doch. Verdammt, trau Dich doch!</p><p>Passagierin 1: Hey, passen Sie auf, was Sie sagen.</p><p>West: Ich passe gar nicht auf. Geh doch dahin, wo Du hergekommen bist. Geh zurück in das verdammte Nigrafrika. Geh verdammt noch mal zurück.</p><p>Passagierin 1: Wenn wir nicht herkämen, würde niemand arbeiten. Wir müssen die ganze Arbeit für Euch machen.</p><p>West: Ach ja? Ich arbeite. Ich arbeite. Ich arbeite. Das hier ist mein Land, mein Großbritannien. Bis sie Euch Pack hier rein gelassen haben.</p><p>Passagierin 1: Und wenn schon? Dein Land?</p><p>West: Und wenn schon? Es ist mein Land. Du bist nicht britisch. Du bist nicht britisch.</p><p>Passagierin 1: Bin ich doch.</p><p>West: Du bist verdammt noch mal nicht britisch. Fuck off. Du bist nicht britisch, Du bist schwarz.<br
/> [Es klingt, als würde ein Kind anfangen zu weinen]</p><p>West: Wo kommst Du her? Wo kommst Du her?<br
/> [Eine zweite Frau mischt sich ein]</p><p>Passagierin 2: Jetzt haben Sie mein Kind aufgeweckt. Würden Sie jetzt endlich Ihren Mund halten.</p><p>Passagierin 1: Wo kommt sie her?</p><p>Passagierin 2: Psst. Jetzt wecken Sie mein Kind auf. Ich komme aus England. Sie haben mir also gar nichts zu sagen. Verpisst Euch doch alle. Haltet doch alle Eure Schnauze.</p><p>West: Halte Du doch Deine Schnauze.</p><p>Passagierin 2: Nein, ich werde meinen Mund nicht halten.</p><p>West: Irgendjemand muss diesem Pack doch mal Bescheid stoßen. Schaut Euch doch mal in dieser verdammten Bahn um [sie zeigt mit Hand], schau Dir die an.</p><p>Passagierin 2: Das stimmt doch nicht.</p><p>West: Alles Schwarze und verdammte Neger.<br
/> </small></p><p>Es ist traurig genug, dass jemand überhaupt so eine Denkweise hat (Ich bezweifle stark, dass sie überhaupt eine Ahnung von dem „alten England“ hat, dass sie so sehr zu vermissen behauptet, von den geschichtlichen Ursachen, die zu unseren lockeren Einwanderungsgesetzen geführt haben: nämlich die Schuld, die wir nach dem Kolonialismus des Commonwealth während des Zweiten Weltkrieges abzuzahlen haben und nachdem ethnische Minderheiten zum Wohlstand unserer heutigen Kultur und Gesellschaft beigetragen haben).  So beeinträchtigt wie die Argumentationsfähigkeit der Frau scheint, lässt sich nur ein Missbrauch von Suchtmitteln vermuten oder eine Geisteskrankheit. Dass sie die Passagierinnen auffordert: „Du bist in meinem Land, also sprich auch meine Sprache” ist ironisch, wenn man bedenkt, dass ich nicht die Hälfte von dem verstehe, was Frau West da sagt. Und ich habe mein ganzes Leben hier gewohnt – 10 Jahre länger als Frau West.</p><p>Noch trauriger ist aber, dass das absolut kein Einzelfall ist (z.B., andere Videos mit den Titel <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=KW1wkVY6RFI">“in train london bridge”</a> und <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=kHwDC7vjXM8">“welcome to London”</a> und dass diese Videos mit ihren abscheulichen Inhalten eine beunruhigende Anzahl von – hauptsächlich anonymen – Kommentaren bekommen, die den Rassismus unterstützen. Was für Feiglinge, die sich hinter ihrer Anonymität verstecken.</p><p>Schon wenn man einfach nur zu den Kommentaren herunterscrollt, offenbart sich eine Liste von Hass. Wenn man dann auf die Namen dieser YouTube-User klickt, kommt man zu ihren Channels. Dort wird sofort – oder zumindest bald – deutlich, ob sie „nur“ mal wahllos das Maul aufgerissen haben, um Dampf abzulassen und entgegen ihres sonstigen Verhaltens, oder ob sie systematisch so ein rassistisches und offen neo-nazistisches Verhalten an den Tag legen. Man erkennt es an ihren hochgeladenen Videos, Favoriten und Kommentaren zu den Videos von anderen Nutzern (zu sehen unter ihren Aktivitäten). Beides ist unentschuldbar, aber die Letzteren sind die Schlimmeren: Sie gehen planvoll vor und müssen gestoppt werden.</p><p>Öffentliche und Social Media dürfen keine Plattform für die Verbreitung von Hass bieten. Aber sie machen es einfach. Sie ermöglichen die Verbreitung von Hass. Wenn solches Gedankengut in den Untergrund verbannt wird, ist der Zugang eher ein logistisches Problem, als dass es in leicht zugänglichen Plätzen glorifiziert wird. Es bleibt zu hoffen, dass zumindest eine gewisse Anzahl von solchen Hatern sich nicht die Mühe machen wird, alternative Plattformen und Verbreitungsformen zu suchen, wenn sie sich in den leicht zugänglichen Plattformen nur unwohl genug fühlen.</p><p>Unterschätzen Sie nicht die Rolle, die das Internet beim Erhalt solcher Gruppen spielt. <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anders_Behring_Breivik">Anders Breivik</a> hat seine Wertschätzung für Social-Media-Plattformen dokumentiert, indem er online Kontakte geknüpft und viel <a
href="http://en.wikipedia.org/wiki/Anders_Behring_Breivik#Writing_influences">Unterstützung von Neonazi-Gruppen bekommen hat</a>. Die Verbreitung dieser Inhalte führt zu Verbrechen aus Hass. Es ist unentschuldbar, solches Material als Webseitenanbieter und -betreiber zu dulden. YouTube und andere Plattformenbetreiber müssen für solche Vergehen zur Rechenschaft gezogen werden. YouTube-Betreiber und Administratoren, Ihr könnt nicht die Augen davor verschließen, dass sich diese Inhalte auf Euren Servern befinden. Es dauert nicht einmal 5 Minuten, beleidigende YouTube-Channels aufzuspüren. Wenn Ihr sie auf Euren Servern duldet, macht Ihr Euch der Mittäterschaft bei der Verbreitung und Förderung von Rassismus schuldig.</p><p>Sowohl auf YouTube, Facebook und Twitter gibt es unerwünschte Inhalte: Obszönitäten, Sittenwidriges, Gewaltverherrlichendes, etc., aber wir haben aus gutem Grund Gesetze gegen Diskriminierung und Aufhetzung, nämlich um Verbrechen aus Hass, Belästigung und Übergriffe, Zerstörung von Eigentum, (schwere) Körperverletzung und vorsätzliche Tötung zu verhindern:</p><p>▪ <a
href="http://www.liverpoolecho.co.uk/liverpool-news/local-news/2011/12/01/sri-lankan-huyton-shop-murder-may-have-been-racially-motivated-says-shop-owner-100252-29877124/#ixzz1fO1fWywH">Ermordung von Ladeninhaber könnte rassistisch motiviert gewesen sein</a>: Der 30 Jahre alte Vater von zwei Kindern (3 und 6 Jahre) wurde durch Messerstich in den Hals getötet.</p><p>▪ Eine muslimische Frau, 52, wurde von einer Bande von 6 Teenagern in Telford <a
href="http://www.shropshirestar.com/news/2011/12/01/muslim-woman-52-racially-abused-by-telford-gang/#ixzz1fO2PLGBG">bespuckt und misshandelt</a>. Bei dem <a
href="http://www.thisiscornwall.co.uk/Bodmin-sickened-racist-attack-store/story-13862715-detail/story.html">rassistisch motivierten Angriff</a> rissen sie ihr die religiöse Kopfbedeckung ab.</p><p>▪ Bodmin ist bestürzt über <a
href="http://www.thisiscornwall.co.uk/Bodmin-sickened-racist-attack-store/story-13862715-detail/story.html">rassistischen Übergriff in Laden</a>: Muhammad Fiaz, 45, wurde verbal attackiert und zusammen mit seiner Kasse und den Waren mit Farbe übergossen. Ein Mord und zwei nichttödliche Übergriffe – innerhalb von zwei Wochen. Wie viele Vorfälle schaffen es nicht in die Nachrichten und bleiben unerwähnt?</p><p>▪ <a
href="http://www.guardian.co.uk/uk/2011/nov/15/stephen-lawrence-murder-racially-motivated-trial">Fünf weiße Jugendliche attackieren Stephen Lawrence</a> mit Sprüchen wie  „Was hast Du, Nigger? Was ist?” und zwingen ihn dann auf den Boden, bevor sie ihn ermorden. Sie tun das völlig grundlos, nur wegen seiner Hautfarbe.</p><p>Aufgrund des Videobeweises ihres Ausrasters wurde Emma West vom Amtsgericht wegen Störung der öffentlichen Ordnung durch rassistische Gewalt <a
href="http://www.bbc.co.uk/news/uk-england-london-15933829">verurteilt</a> und bis zur Anhörung kommende Woche in Gewahrsam genommen. Wenn der Junge in dem Video ihr Kind ist, dann könnte auch die Fürsorge betroffen sein. Es ist auch keine Überraschung, dass sich mittlerweile der Analausfluss der BNP (British National Party), Britain First, <a
href="http://www.thisislocallondon.co.uk/news/9399248.Ex_BNP_councillor_condemned_for_campaign_to_free_woman_accused_of_racist_tram_rant/">für ihre Freilassung einsetzt</a>.</p><p>Aber was ist mit all den anderen explizit neo-nazistischen Bewegungen da draußen im Internet? Es gibt einiges, was wir dagegen tun können. Hier die Ergebnisse von drei Experimenten, mit denen sich solche verabscheuenswürdigen Inhalte entfernen lassen, wenn wir uns alle beteiligen. Es gibt nicht viele Möglichkeiten, im Internet direkt aktiv zu werden, aber mit den folgenden drei Punkten lässt sich etwas bewirken:</p><p>a) Suchen Sie ein YouTube-Video, das rassistische Kommentare provoziert, zum Beispiel, <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=i47HoiM0Au8">&#8222;My Tram Experience&#8220;</a>.</p><p>b) Identifizieren Sie, von welchen Accounts beleidigende Inhalte veröffentlicht werden. Das machen Sie <a
href="http://www.youtube.com/all_comments?v=i47HoiM0Au8">anhand der Kommentare</a> und indem Sie auf die Namen der Kommentatoren klicken und so zu deren Channels gelangen.</p><p>1. Erzwingen Sie dann die Entfernung der Kommentare des Users, indem Sie öffentlich darauf aufmerksam machen. Ich habe auf den Kommentar des YouTube-Users GruesomeGertie‘s (jetzt umbenannt) zu dem &#8222;Tram&#8220;-Video aufmerksam gemacht, in dem er West mehr oder weniger dazu gratuliert, dass sie so freimütig und offen ist. Ich habe über ihre Aktivitäten in einem Tweet geschrieben, und der Kommentar wurde kurze Zeit darauf entfernt. Das ist eine Form von &#8222;aufgezeigt und angezeigt&#8220;.</p><p>2. Und wenn lästigerweise der Channel-Hintergrund des YouTube-Users wie so oft eine Naziflagge ist oder auf andere Weise anstößig, scrollen Sie ans Ende der Seite und klicken Sie auf &#8222;Report background graphic (Hintergrundgrafik melden)”. Dann müsste die Meldung erscheinen: &#8222;Vielen Dank. Die Hintergrundgrafik dieses Users wurde gemeldet.&#8220;</p><p>3. Und so habe ich durch das Bestreben, neonazistische YouTube-Accounts blocken zu lassen, letztendlich die Schließung von mindestens 2 Accounts erzwungen (lastwhiteman202 und lastwhiteman203). Das können Sie auch. Wenn Sie dieser Anleitung zur detaillierten Beschwerde über einen Account gefolgt sind, sollten Sie später beim Aufrufen des Accounts die folgende Meldung erhalten: &#8222;Der Account wurde wegen mehrfacher oder gravierender Verstöße gegen die YouTube- Richtlinie gegen schädliche Aktivitäten geblockt.&#8220;</p><p>i) Nutzen Sie den Link, um zum <a
href="http://www.youtube.com/safety_help">YouTube-Help-Safety-Feature [Hilfe- und Sicherheitstool]</a> zu gelangen.</p><p>ii) “What is the issue?” [„Was ist das Problem?”]<br
/> Wählen Sie “Hate Speech” [„Hasserfüllter Content”].<br
/> Klicken Sie <<Weiter>>.</p><p>iii) “Do you still wish to continue with reporting hate speech?” [„Möchtest Du mit der Meldung eines diskriminierenden Kommentars fortfahren?”]<br
/> Wählen Sie „Ja”<br
/> Klicken Sie <<Weiter>>.</p><p>iv) “Please select the entry that fits your situation” [„Wähle Dein bitte Dein Anliegen”]<br
/> Wählen Sie “This user is using hate speech against a protected group” [„Der User diskriminiert eine geschützte Gruppe“]<br
/> Klicken Sie <<Weiter>>.</p><p>v) “User’s name” [„Name des Users“]<br
/> Geben Sie den Namen des YouTube-Users ein.<br
/> Klicken Sie <<Weiter>>.</p><p>vi) “Tell us why you are reporting this user” [„Warum möchtest Due den User melden?“]<br
/> Wählen Sie “[user] is using hate speech against a protected group” [„(Der User) diskriminiert eine geschützte Gruppe“]<br
/>  Wählen Sie “Race or ethnic origin” [„Rasse oder ethnische Herkunft“]<br
/> Klicken Sie <<Weiter>>.</p><p>vii) “Select an item from the left” [„Wähle eine der Möglichkeiten links“]<br
/> Wenn der Channel anstößige Uploads enthält, wählen Sie entsprechend „Videos” oder „Video Responses” [„Video-Antworten“].  Wenn der User anstößige Kommentare geposted hat, wählen Sie entsprechend &#8222;Video Comments” [„Video-Kommentare“] oder “Channel Comments” [„Channel-Kommentare“].<br
/> Folgen Sie jeweils der Anleitung.</p><p>vii) Im letzten Schritten des Meldeprozesses haben Sie die Gelegenheit, einen Kommentar zu hinterlassen. Ich schreibe normalerweise etwas wie, &#8222;Neonazistische Inhalte zu hosten heißt, Diskriminierung und Hetze zu fördern und unterstützen.  YouTube ist dazu verpflichtet, solche Inhalte herausfiltern und entfernen.&#8220;</p><p>Wenn es genug Proteste dagegen gibt, dass YouTube solche Inhalte hostet, müssen sie reagieren. Bitte machen Sie solche YouTube-Channels ausfindig und melden Sie sie wie oben beschrieben. Bitte denken Sie dabei daran, dass es einen Unterschied gibt zwischen Inhalten mit historischem Anspruch und Inhalten und Kommentaren, die gegen Minderheiten und ethnische Gruppen hetzen und diese diskriminieren. Der Unterschied ist offensichtlich.</p><p>Danke und viel Erfolg.</p><p><small>Hinweis: Im <a
href="http://jfderry.wordpress.com/2011/12/02/your-part-in-their-downfall/">Original-Text von Derry</a> folgt an dieser Stelle eine Liste von YouTube-Nutzern, die Derry zur Meldung vorschlägt. Viele dieser Konten sind nach Test bereits gesperrt oder aus Deutschland nicht zugänglich. Andere im Original-Text erwähnte Nutzernamen, die ebenfalls bereits gesperrt sind, haben wir auch rausgelassen, für Updates verweisen wir auf JF Derry.</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/08/dein-beitrag-zu-ihrem-niedergang-%e2%80%93-wie-man-diskriminierende-inhalte-bei-youtube-melden-kann/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>31</slash:comments> </item> <item><title>YouTube &amp; GEMA: Ein Appell mit Bitte um Unterstützung</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/25/youtube-gema-ein-appell-mit-bitte-um-unterstutzung/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/25/youtube-gema-ein-appell-mit-bitte-um-unterstutzung/#comments</comments> <pubDate>Fri, 25 Nov 2011 10:40:06 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51220</guid> <description><![CDATA[<p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/11/gema_youtube.png" alt="gema youtube" title="gema youtube" class="alignnone size-full wp-image-51221" /></p><p>Noch immer schauen Internet-Nutzer in Deutschland häufig in die Röhre, wenn sie auf YouTube bestimmte Musikvideos sehen wollen. Über die Hintergründe hatten wir u.a. <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/06/21/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen/">hier berichtet</a>.</p><p>Bewegen tut sich hinsichtlich des Streits zwischen Google und der GEMA jedoch auch nach vielen, vielen Monaten anscheinend gar nichts. Ich bilde mir aber inzwischen durch viele Gespräche ein wenig mehr Durchblick in der Sache ein und glaube, dass es eine Lösung gibt, wenn sich beide Parteien einen Ruck geben. Um diesen Ruck etwas zu forcieren, skizziere ich einen Lösungsansatz in den nächsten Absätzen und bitte durch Verlinkungen dieses Artikels und durch kurze Kommentare um Eure Unterstützung. Ich werde sowohl die GEMA als auch Google um Stellungnahmen zu diesem Artikel bitten, denn vielleicht können wir als Musik- und Netznutzer für ein wenig Druck sorgen.</p><p><small>Vorweg: Meine Äußerungen basieren auf Aussagen diverser Menschen aus der Netz- und/oder Musik-Branche, ich garantiere weder für die inhaltliche noch für die juristische Korrektheit aller Sätze, denn nach wie vor unterliegen die (derzeit abgebrochenen) Verhandlungen zwischen der GEMA und Google der Geheimhaltung und ich bin auch kein Jurist. Ich bin dennoch ziemlich sicher, dass meine Ausführungen sehr nahe an den aktuellen Tatsachen sind. Unrichtigkeiten werde ich nach Hinweis gerne korrigieren.</small></p><p>Die offensichtliche Frage ist ja: Wieso kann YouTube bestimmte Videos aufgrund der GEMA nicht zeigen, während an anderen Orten Einigungen mit der GEMA offensichtlich kein Problem waren und sind? Amazon, iTunes, Vodafone, Musicload… sie alle konnten sich scheinbar mit der GEMA einigen, nur Google scheint dies nicht zu gelingen. Es ist ja wahrscheinlich nicht so, dass andere Unternehmen sofort jede GEMA-Forderung akzeptiert haben, sicher gab es auch an anderen Stellen unterschiedliche Meinungen – es geht schließlich um viel Geld.</p><p>Eines der Geheimnisse in diesen Prozessen heißt <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlichtung#Schlichtungsverfahren_in_anderen_Bereichen_des_Rechts">&#8222;Schlichtungsverfahren&#8220;</a>. Nach deutschem Recht kommt dieses Verfahren zum Einsatz, wenn &#8222;sich zwei Parteien nicht auf eine vertragliche Regelung einigen können, dies aber wollen oder sogar müssen&#8220; (Zitat Wikipedia). Die Praxis im Fall YouTube würde dabei so aussehen:</p><p>Die GEMA schlägt einen Tarif vor. Dieser wäre Google zu hoch, weshalb Google einen niedrigeren Gegenvorschlag machen würde. Dann beginnt das Schlichtungsverfahren. Und das Beste und Wichtigste hierbei wäre:</p><p><strong>In dem Moment, in dem das Schlichtungsverfahren eingeleitet wäre, könnten alle Internet-Nutzer in Deutschland alle Videos sehen, obwohl es noch keinen Tarif gäbe, auf den sich die Parteien geeinigt haben.</strong></p><p>Viele Einigungen zwischen der GEMA und Anbietern wie den oben genannten sind in der nahen Vergangenheit anscheinend über ein solches Schlichtungsverfahren zustande gekommen oder dauern evtl. noch an. Der Anbieter (im Fall von YouTube: Google) zahlt nach Eröffnung des Verfahrens die von ihm als &#8222;okay&#8220; angebotene Summe an die GEMA. Die Differenz zwischen dem Google-Angebot und der GEMA-Forderung geht bis zur erfolgten Schlichtung auf ein verzinstes Treuhandkonto, die Gelder werden also eingefroren.</p><p>Der zuständige Schlichter hat nun ein Jahr Zeit, gemeinsam mit den beiden Parteien eine Einigung zu erreichen – gelingt dies nicht, kann der Schlichter den Tarif irgendwo zwischen Angebot und Forderung nach seinem Ermessen selbst festsetzen. In diesem Fall würden die eingefrorenen Summen – je nach dem vom Schlichter festgelegtem Tarif – anteilig an die GEMA bzw. zurück an Google gehen. Beiden Parteien steht nach der durch den Schlichter festgelegten Einigung noch der Rechtsweg offen, doch für die Nutzer wäre zunächst ein Weg gefunden, der Streit könnte &#8222;im Hintergrund&#8220; weiterlaufen, alle Videos wären von Beginn des Schlichtungsverfahrens an verfügbar.</p><p>Warum also befinden sich Google und die GEMA noch nicht in einem solchen Schlichtungsverfahren?</p><p>Die Antwort lautet, vermute ich: Weil Google sich nicht darauf einlassen will. Denn der zuletzt offiziell von der GEMA angebotene Tarif liegt offenbar zu weit über dem, was Google bereit wäre zu zahlen. Selbst eine Einigung &#8222;in der Mitte&#8220; wäre Google wahrscheinlich noch zu hoch.</p><p>Beide Parteien müssen daher aufeinander zu gehen:</p><p><strong>1) Die GEMA muss offiziell einen wesentlich realistischeren Tarif für Google/YouTube anbieten als bisher. Wie hoch dieser sein müsste, um wirklich in Verhandlungen gehen zu können, wird die GEMA sicher besser wissen als ich.</p><p>2) Google/YouTube muss sich daraufhin auf das Schlichtungsverfahren einlassen, genau so, wie es andere Unternehmen auch getan haben oder tun.<br
/> </strong></p><p>Solange diese beiden Schritte nicht passieren, bleiben Musikvideos in Deutschland gesperrt und kein Cent geht an die Urheber, die von der GEMA vertreten werden. Der einzige Gewinner bleibt Google, denn jeder Tag ohne Zahlungen an Urheber ist ein Tag mit Einnahmen, die bei Google verbleiben.</p><p>Ich bitte daher mit diesem Artikel beide Parteien um Bewegung und um Einleitung und Umsetzung der beiden oben genannten Schritte. Denn ich glaube, dass sowohl Urheber als auch Konsumenten ein Recht auf eine schnelle Lösung haben.</p><p>Ich freue mich bei diesem Anliegen über Eure Unterstützung. Je mehr Stimmen wir sammeln können, desto mehr öffentlichen Druck können wir vielleicht auf die GEMA und auf Google ausüben.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/25/youtube-gema-ein-appell-mit-bitte-um-unterstutzung/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>247</slash:comments> </item> <item><title>Literaturliste Musik Online</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/11/literaturliste-musik-online/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/11/literaturliste-musik-online/#comments</comments> <pubDate>Fri, 11 Nov 2011 08:59:37 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51058</guid> <description><![CDATA[<p>Nachfolgend eine unvollständige und größtenteils englischsprachige Literaturliste zu den <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/">unter diesem Artikel diskutierten Themen</a> in Sachen Musik, Filesharing, Urheberrechte etc.pp. Die Liste hat uns Mark Chung zur Verfügung gestellt, Ergänzungen sind herzlich willkommen!</p><p><a
href="http://www.ic.gc.ca/eic/site/ippd-dppi.nsf/eng/h_ip01456.html">Andersen, B. and Frenz, M. (2007) The Impact of Music Downloads and the P2P File-Sharing on the Purchase of Music.</a></p><p>Barker, G. (2011) The True Price Of Peer To Peer File-Sharing. Re-examining Don’t blame the P2P file-sharers: the impact of free music downloads on the purchase of music CDs in Canada. Canadian Intellectual Property Council.</p><p><a
href="http://www.iccwbo.org/uploadedFiles/BASCAP/Pages/Global%20Impacts%20-%20Final.pdf">BASCAP Report (2010) Estimating the Global Economic and Social Impacts of Counterfeiting and Piracy.</a></p><p><a
href="http://mansci.journal.informs.org/cgi/content/abstract/53/9/1359">Bhattacharjee et al. (2007) The Effect of Digital Sharing Technologies on Music Markets. A Survival Analysis of Albums on Ranking Charts.</a></p><p><a
href="http://www.mendeley.com/research/online-piracy-recorded-music-sales/">Blackburn, D. (2004) On-line Piracy and Recorded Music Sales pdf-file Harvard University Citeseer.</a></p><p><a
href="http://www.cs.princeton.edu/~felten/boorstin-thesis.pdf">Boorstin, E.S. (2004) Music Sales in the Age of File-Sharing. Abstract.</a></p><p>Bounie et al., 2005 Pirates or Explorers? Analysis of Music Consumption in French Graduate Schools. Telekom Paris Economics WorkingPaper No. EC-05-01.</p><p><a
href="http://econometrie.cnam.fr/servlet/com.univ.collaboratif.utils.LectureFichiergw?ID_FICHIER=1295877015537">Curien, N. &#038; Moreau, F. (2005) The Music Industry in the Digital Era.</a></p><p><a
href="http://www.jstor.org/stable/10.1086/500683">Gopal et al., (2004,2006) Do Artist Benefit from Online Music Sharing.</a></p><p><a
href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/high-noon-der-professoren/3475124.html">Handelsblatt (2010).</a></p><p><a
href="https://netfiles.uiuc.edu/hyunhong/www/napster.pdf">Hong, S.H. (2009) Measuring the Effect of Napster on Recorded Music Sales.</a></p><p><a
href="http://www.ivir.nl/publicaties/vaneijk/Ups_And_Downs_authorised_translation.pdf">Huygen et al. (2009) Ups and Downs. Economic and Cultural Effects Of File Sharing On Music, Film and Games.</a></p><p>Liebowitz, S., (2006) File Sharing: Creative Destruction Or Just Plain Destruction?, Journal of Law and Economics, vol. XLIX, The University of Chicago.</p><p>Michel, N. J. (2006) The Impact of Digital File Sharing on the Music Industry: An empirical analysis, Topics in Economic Analysis and Policy, Vol. 6: No: 1, Article 18.</p><p>Oberholzer-Gee, F. and Strumpf, K. (2007) The Effect of Filesharing on Record Sales: An empirical analysis, Journal of Political Economy, Vol. 115, pp. 1-42.</p><p>Oberholzer-Gee, F. and Strumpf, K. (2010) File Sharing and Copyright. NBER Innovation Policy &#038; the Economy (MIT Press) 10.</p><p>Peitz &#038; Waelbroeck, (2004) The Effect of Internet Piracy on Music Sales: Cross-Section Evidence. Review of Economic Research on Copyright Issues 1(2), 71-79.</p><p>Rob &#038; Waldfogel, (2006) Piracy on the High C’s: Music Downloading, Sales Displacement and Social Welfare in a Sample of College Students. Journal of Law and Economics, Vol. 49: Issue: 1, pp. 29-62.</p><p><a
href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wissenschaftler-Studien-ueber-Tauschboersen-unbrauchbar-1020532.html">Solokov D. AJ. (11.06.2010).</a></p><p><a
href="http://www.iir.hit-u.ac.jp/iir-w3/file/WP05-08tanaka.pdf">Tanaka, T. (2004) Does File Sharing Reduce Music CD Sales, Page 7 (19).</a></p><p><a
href="http://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/author/ptjewellery/page/6/">Tschmuck, P. (2010) The Economics of Music File Sharing – Literature Overview (link in Programmübersicht 10. Juni 2010).</a></p><p>Tschmuck, P. (2011) Die ökonomischen Folgen der Musik-„Piraterie“/ Kritik am BASCAP Report (16. Feb. 2011) <a
href="http://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/author/ptjewellery/page/3/">(1)</a> <a
href="http://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/2011/02/10/die-okonomischen-folgen-der-musik-piraterie/#more-1578">(2)</a>.</p><p>Zentner, A. (2005) File Sharing and International Sales of Copyrighted Music: An Empirical Analysis with a Panel of Countries. Topics in Economic Analysis and Policy 5, 21, pp/ 1-15.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/11/literaturliste-musik-online/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>7</slash:comments> </item> <item><title>Urheberrechtsdebatte: Offener Brief von Mark Chung an Berthold Seliger</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/#comments</comments> <pubDate>Thu, 10 Nov 2011 10:29:25 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51021</guid> <description><![CDATA[<p>Jetzt wird&#8217;s etwas schwierig. Mein Tipp: Wer sich als schnelle Leserin oder schneller Leser nicht mindestens eine halbe Stunde mit den folgenden Inhalten auseinandersetzen kann oder will, wird an diesem Eintrag vermutlich scheitern. Zum Hintergrund:</p><p>Für die November-Ausgabe der Zeitschrift KONKRET verfasste der Berliner Konzertveranstalter und Autor <a
href="http://www.bseliger.de/">Berthold Seliger</a> einen Text mit dem Titel <a
href="http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=dieleistungsschutzgelderpresser&#038;jahr=2011&#038;mon=11">&#8222;Die Leistungsschutzgelderpresser &#8211; Wie die Kulturindustrie am altbackenen Urheberrecht festhält, um es zu ihren Gunsten auszuschlachten&#8220;</a>. Die Kenntnis dieses Textes ist zwingend notwendig, um die weiteren Zeilen verstehen zu können.</p><p>Seliger schreibt des Öfteren und durchaus lesenwert über Musik und den Kulturbetrieb in Deutschland (<a
href="http://www.bseliger.de/texte.html">hier eine Auswahl seiner weiteren Texte</a>), im Konkret-Text vertritt er eine Position, die man so oder ähnlich häufiger im Netz lesen kann.</p><p>Auf Seligers Text reagierte der Vorsitzende des <a
href="http://www.vut-online.de/">&#8222;Verbands unabhängiger Musikunternehmen e.V.&#8220;</a> (VUT), Mark Chung, mit einem äußerst detaillierten offenen Brief, der zunächst über einen Newsletter-Verteiler die Runde machte und den wir nachfolgend mit Genehmigung auch hier veröffentlichen.</p><p>Vorweg sei der Transparenz halber noch angemerkt: Ich kenne Mark Chung seit Jahrzehnten persönlich und habe schon oft mit ihm über die angesprochenen Fragen <strike>gestritten</strike> diskutiert, in seinem Verlag &#8222;Freibank&#8220; sind außerdem Songs des früheren Spreeblick-Videocasters <a
href="http://spreeblick.com/author/toni">Toni</a> <a
href="http://www.tonimahoni.com/">Mahoni</a> verlegt. Die Veröffentlichung von Chungs Brief findet jedoch nicht statt, weil ich ihn kenne und auch nicht, weil ich seinem Brief komplett zustimmen würde – Mark kritisiert in seinem Brief auch einige mir bekannte andere Personen und zwischen den Zeilen auch Blogger wie mich, wenn auch mit versöhnlichem Ton. Ich halte die Lektüre des Briefes nach dem Lesen von Seligers Artikel aber wirklich hilfreich für alle, die sich mit der Debatte ernsthaft auseinandersetzen möchten und die wissen: Es ist alles leider nicht ganz so einfach, wie man es gerne hätte. Viele von Mark Chung angesprochene Punkte sind mindestens weiteres Nachdenken wert und liefern so einen wichtigen Beitrag zur Diskussion.</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">OFFENER BRIEF</span></strong></p><p>An: Berthold Seliger</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">Betr.:</span></strong> KONKRET 11/2011 Berthold Seliger</p><p>Lieber Berthold Seliger,</p><p>Anmerkungen und Korrekturen zu Deinem Artikel in der KONKRET.</p><p>Es besteht in der Tat Diskussionsbedarf &#8211; über die Auswirkungen aktueller  technologischer Entwicklungen, nicht nur auf die Produktion kultureller Güter und die Situation insbesondere junger Künstler, sondern auf uns alle, über das Urheberrecht, über Interessenkonflikte zwischen Teilen der Technologiebranche einerseits, Künstlern und Produzenten von Inhalten andererseits.</p><p>Dein Artikel ist in diesem Zusammenhang ärgerlich, weil</p><p>- Du die politischen und ökonomischen Zusammenhänge der derzeitigen Urheberrechtsdiskussion entweder nicht verstanden hast oder verschweigst;</p><p>- Du schlecht recherchierst und der Artikel deshalb zahlreiche schlicht falsche Informationen ungeprüft weiterverbreitet;</p><p>- Der Artikel nicht einen einzigen erkennbaren Lösungsansatz enthält, sondern sich vollständig auf Polemik beschränkt.</p><p>KONKRET ist die einzige linke Publikumszeitschrift Deutschlands. KONKRET Autoren sollten in der Lage sein, ökonomische Hintergründe gesellschaftlicher Konflikte zu erkennen.</p><p>Neben vielen sachlich falschen Darstellungen auf die ich später eingehe, gibst Du auch meine persönliche Meinung falsch wieder. Ich stelle deshalb richtig:</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">1. Worin besteht der zentrale Interessenkonflikt hinter der Urheberrechtsdebatte?</span></strong></p><p><strong>Der grundlegende und offensichtliche Interessenkonflikt besteht seit einigen Jahren zwischen Technologiekonzernen, die von der Verbreitung von Inhalten profitieren OHNE in Künstler oder die Produktion neuer Inhalte zu investieren einerseits und Medienunternehmen und Künstlern, die diese Inhalte produzieren, andererseits. </strong></p><p>Es liegt im einfach nachzuvollziehenden <strong>Profitinteresse von Konzernen</strong> wie</p><p>- Google, die substantielle Werbeeinahmen aus der Verwertung von Inhalten generieren,</p><p>- Telekommunikationskonzernen, Accessprovidern etc., deren Breitbandverkäufe seit vielen Jahren von der leichten Zugänglichkeit zu unvergüteten Inhalten profitieren <a
href="#_ftn1">[1]</a>,</p><p>- Online Plattformen wie Megaupload, Rapidshare, kino.to etc., deren Geschäftsmodelle ganz oder fast ausschließlich  auf der technischen Ermöglichung massenhafter Urheberrechtsverletzungen beruhen u.a.,</p><p><strong>nichts oder möglichst wenig für Inhalte zu vergüten</strong> und<strong> möglichst geringen Aufwand </strong>mit dem Einholen von Freigaben etc. zu haben.</p><p>Dem gegenüber stehen logischerweise die Interessen der Produzenten von Inhalten – also der Medienunternehmen und der Künstler, die hieraus ihren Lebensunterhalt bestreiten, in die Produktion und Vermarktung von Inhalten investieren und ebenfalls versuchen – zumindest im Erfolgsfall &#8211; Profite zu erwirtschaften.</p><p>Man muss diesen Konflikt nicht ideologisieren, aber ein paar Fakten sind festzuhalten:</p><p>I. Es ist völlig legitim zu diskutieren, ob Medienunternehmen Künstler angemessen vergüten &#8211; diese Interessenkonflikte sind so alt wie die Produktion kultureller Güter. Neu ist hingegen, dass die oben genannten „neuen Verwerter“ vom Vertrieb von Inhalten profitieren OHNE in Künstler und die Entwicklung neuer Inhalte zu investieren.</p><p>II. Die Produktion kultureller Güter ist schon immer ein hochriskantes Geschäft gewesen und erfordert selbstverständlich Investitionen. Auch wenn technologischer Fortschritt erfreulicherweise einige der Produktions- und vor allem Vertriebskosten gesenkt hat, müssen, beispielsweise, Künstler ihren Lebensunterhalt bestreiten (was offensichtlich nicht günstiger geworden ist) und die Kosten, eine Band von Berlin auf eine Bühne in Hannover zu bringen, sind auch nicht wesentlich gesunken.</p><p>Wir sollten alle mit plumpen Analogien vorsichtig sein, aber um das derzeitige Problem der Produzenten von Inhalten am Beispiel des altbekannten Geschäftsmodells von TV Sendern zu erläutern: Wenn die Unternehmen, die Vertrieb und Verbreitung von TV Inhalten leisten – bei uns also beispielsweise Kabel Deutschland und die Betreiber des Astra Satelliten – die Werbeeinnahmen erheben und größtenteils behalten würden, hätten rtl, Sat 1, der WDR etc. innerhalb kurzer Zeit Probleme, das Programm zu produzieren und würden sich weigern, es weiter einzuspeisen. (Mit Dir kann man wahrschlich lange diskutieren ob das ein Verlust wäre, aber das ist hier nicht der Punkt.)</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">2. Warum müssen wir Lösungen finden?</span></strong></p><p>Das Kernproblem besteht darin, dass die Produktion interessanter <span
style="text-decoration: underline;">neuer</span> Inhalte ohne eine Lösung des oben genannten Interessenkonflikts zunehmend gefährdet ist.</p><p>Beispiel Musik: Die Situation von &#8211; auf Grund früherer Millioneninvestitionen – bekannten Künstlern ist nicht problematisch: Die Rolling Stones werden Konzertkarten verkaufen solange sie auf Tour gehen, Bob Dylan und Mark Knopfler auch weiterhin die Konzertumsätze insgesamt stabilisieren. Für bereits etablierte Künstlern wie Radiohead und NIN stellt der technologische Fortschritt vor allem fantastische neue Werkzeuge zur Verfügung.</p><p>Als Veranstalter von Konzerten könnte Dir allerdings aufgefallen sein, dass das Durchschnittsalter der 50 erfolgreichsten Live-Künstler 2010 mittlerweile 46 Jahre beträgt, mit mehr Künstlern in ihren 60ern als in ihren 20ern <a
href="#_ftn2">[2]</a>. Und dass nur 2 der 10 erfolgreichsten Livekünstler 2010 in den letzten 20 Jahren populär geworden sind (Lady Gaga und Michael Buble) <a
href="#_ftn3">[3]</a>.</p><p>Die DSDS Produkte von Dieter Bohlen werden weiterhin auf den Markt kommen – das sind wegen monatelanger TV Präsenz vergleichsweise sichere, wenn auch kurzlebige  Wetten. Solange Johnny Depp mitmacht, werden auch „Pirates of the Caribean“ 7, 8 und 9 in die Kinos kommen. Und Millionen von Menschen werden weiterhin Werke unterschiedlichster Qualität auf ihren Laptops erzeugen und ins Internet stellen (wo es allerdings in den meisten Fällen kaum noch von jemandem wahrgenommen wird, aber auch das ist ein anderes Thema.)</p><p>Aber jeder, der heutzutage erwägt in junge Musiker zu investieren, jeder der darüber nachdenkt, den Job aufzugeben um sich der Musik mit aller Kraft und Energie zu widmen &#8211; in meiner Welt fast immer eine Voraussetzung für Weiterentwicklung und herausragende Ergebnisse &#8211; jeder, der  versucht die Finanzierung für einen etwas ungewöhnlichen oder bahnbrechenden Film zusammenzubekommen und Augen, Ohren und ein Hirn dazwischen hat, weiß, dass hier massive Probleme entstanden sind, die wir lösen müssen.</p><p>Und nein, das hat nichts mit Mangel an neuen Geschäftsmodellen zu tun (von denen es bereits mehr gibt als Du weißt, aber die wir natürlich auch weiterhin entwickeln müssen), es liegt ökonomisch vor allem daran, dass immer mehr der Einnahmen aus der Verwertung von Inhalten an Konzerne fließen, die Künstlern bestenfalls Almosen anbieten und selbst kreative Inhalte weder produzieren wollen noch können.</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">3. Propaganda und Wirklichkeit</span></strong></p><p>Es braucht nicht viel Recherche um festzustellen, dass über diesen &#8211; eigentlich offensichtlichen und leicht nachvollziehbaren &#8211; zentralen Interessenkonflikt im Netz erstaunlich wenig gesprochen wird.</p><p>Die Darstellung der Situation in zahllosen Blogs, Foren und auch traditionellen Medien verschleiert die ökonomischen Hintergründe: Hier werden die Interessen hochprofitabler, monopolistischer Internetkonzerne, deren Profitmaximierung das Urheberrecht häufig im Weg steht, komplett ausgeblendet. Diskutiert werden sollen stattdessen ausschließlich:</p><p>a) Ein Konflikt zwischen einer „Rechteverwerterindustrie“ und „Nutzern“ bzw. „der Gesellschaft“.</p><p>b) Die Schwächen des Urheberrechts.</p><p>Die PR Strategie der Technologiekonzerne ist einfach:</p><p>a) <strong>Stelle Deine Interessen als öffentliche Interessen dar</strong>.</p><p>Der von Dir mit „Die Demokratie und das menschliche Recht auf Kommunikationsfreiheit und auf Teilhabe am kulturellen Leben sind in Gefahr“ zitierte Joost Smiers liefert ein typisches Beispiel.</p><p>Diese PR Strategie ist nicht neu: “„You always want to say what you are doing is in the public interest and not your own mercenary interests. So (the fair use ideologues) were very helpful for the technology companies.” Later, technology companies would return the favor with significant funding” <a
href="#_ftn4">[4]</a></p><p>Google spielt in diesem Zusammenhang eine prominente Rolle. Der Konzern nutzt einen Teil seiner riesigen Profite um Organisationen und Instituten, die in seinem Interesse argumentieren und arbeiten, Finanzierung zur Verfügung zu stellen. Manche Spenden sind frei verwendbar, andere zweckgebunden. Manche Organisationen kontrolliert Google, andere finanziert es nur indirekt und tritt kaum in Erscheinung.</p><p>Die Liste der Empfänger ist lang und selten publiziert. Dazu gehören beispielsweise Lobbyorganisationen wie die New America Foundation (Spende 2008: $1.000.000, von Google Executive Chairman und ex-CEO Eric Schmidt – er wurde im selben Jahr Chairman of the Board) PublicKnowledge.org, das Berliner Internet und Gesellschaft Co:llaboratory; Creative Commons (2008: $1.500.000, 2009: $ 500.000, letztere privat von Google Co-Gründer Sergey Brin, Brins Schwiegermutter Esther Wojcicki war bis September 2010 Chairman of the Board, jetzt Vice Chair); Institute wie das Stanford Center for Internet and Society (2006: $2.000.000), das Berkman Center for Internet and Society ($280.000, $500.000) und, aktuell in Deutschland, das neugegründete Berliner Institut für Internet und Gesellschaft (2011: EUR 4.500.000); zukünftige online Aktivisten werden mittels des „Google Policy Fellowship“ Programms, das mehr als einem Duzend Studenten $7,500 gibt um einen Sommer lang bei solchen Organisationen zu arbeiten, entwickelt. In Deutschland recherchieren unabhängige Journalisten bisher nicht einmal, woher beispielsweise die Finanzierung von irights.info und netzpolitik.org kommt.</p><p>Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Viele dieser Organisationen machen auch sinnvolle und nützliche Arbeit, aber man müsste schon sehr naiv sein um zu glauben, solche Geldsummen würden interessen- und einflussfrei fließen. Zu kritisieren ist die weitgehende Intransparenz wessen Interessen von diesen Organisationen vertreten werden. Denn die Interessen von NutzerInnen werden hier häufig vorgeschoben.</p><p>Google hat andere Interessen. Der Konzern wird wissen, warum es sein ursprüngliches Credo „don’t be evil“ hierzulande kaum noch benutzt, das aktuelle Mantra „Der Nutzer steht für uns immer im Vordergrund“ ist zutreffender – allerdings nicht so wie es die meisten verstehen. Denn <strong>Nutzer sind nicht die Kunden von Google – sie sind das Produkt</strong> das Google seinen Werbekunden verkauft. Deshalb haben Internetkonzerne kein Interesse an Privatsphäre, Datenschutz, informationeller Selbstbestimmung und derartigen Bürgerrechten. Unternehmen wie BlueKai und Acxiom haben Daten über 96% aller US BürgerInnen &#8211; durchschnittlich 1.500 Daten pro Person, die unkontrolliert ge- und verkauft werden. <strong>Das ist die Ware.</strong></p><p>Die objektiven Interessen der Künstler und Produzenten sind ebenfalls offensichtlich: Für die Nutzung der von Ihnen hergestellten Inhalte eine angemessene Vergütung zu erhalten und – im Erfolgsfall – Profite zu erzielen. Künstler und Medienunternehmen sind Nutzer und Lieferanten von Inhalten des Internets wie alle anderen inklusive derjenigen, die hieraus eine Weltanschauung machen. <strong>Aus objektiver Sicht gibt es kein spezifisches Interesse von Künstlern oder Musikunternehmen, bürgerliche Freiheiten einzuschränken. </strong>Ihr Interesse besteht darin, für die Nutzung ihrer Werke Vergütungen zu erhalten.<strong> </strong>Hier gilt es Lösungen zu finden.</p><p><strong>b) </strong><strong>Vermeide die Diskussion um die Durchsetzung von Urheberrechten  – sprich stattdessen von den Schwächen des Urheberrechts.</strong></p><p>Selbstverständlich muss das Urheberrecht einfacher verständlich und nutzerfreundlicher werden. Aber in einer Zeit, in der es offensichtliche Probleme mit der Um- und Durchsetzung gibt, ist es zynisch die Probleme zu ignorieren und stattdessen ausschließlich darüber zu sprechen, was einem am UrHR nicht gefällt. Benötigt wird eine Diskussion über BEIDES –Anpassungen <span
style="text-decoration: underline;">und</span> demokratisch akzeptable Formen, geltendes Recht auch durchzusetzen. Dies ist der Kompromiss der aus gesellschaftlicher Sicht erarbeitet werden muss.</p><p>Diskussionsbeiträge, die ausschließlich die PR Strategie der Technologiekonzerne so  kenntnisfrei und unreflektiert umsetzen wie Dein Artikel sind mittlerweile glücklicherweise eher selten.</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">4. Desinformation</span></strong></p><p>Wir beobachten täglich wie massenhaft teils absurde und abwegige Fehlinformationen gestreut und weiterverbreitet werden – vor allem online, in Blogs und Foren (wobei sich dort mittlerweile zunehmend qualifiziertere Stimmen zu Wort melden die sich, im Gegensatz zu den früheren Jahren, nicht mehr von anonymen Lynchmobs unsachlich niederbrüllen lassen) und vor allem von selbsternannten „Internet-Evangelisten“ von Beckedahl bis Kreuzer, aber auch in traditionellen Medien.</p><p>Das Prinzip von Propaganda hat sich nicht verändert &#8211; man muss Dinge vor allem oft genug wiederholen, dann glaubt die Mehrheit der Bevölkerung sie irgendwann &#8211; unabhängig vom Wahrheitsgehalt.</p><p>Auch hier fügt sich Dein Artikel nahtlos ein. Eine Handvoll von zahllosen Beispielen:</p><p>(1) <em>„Das sogenannte Urheberrecht dient nämlich keineswegs (…) den Kreativen, sondern es dient als Schutzrecht der Entertainment- und Verlagswirtschaft <strong>fast ausschließlich den Interessen der Kulturindustrie</strong>.“</em></p><p>Fakten:</p><p><span
style="text-decoration: underline;">a) Urheberrechte von Musikautoren</span></p><p>Die GEMA nimmt in Deutschland bekanntermaßen die allermeisten musikalischen Urheberrechte wahr.  Niemand muss ihr beitreten und sie damit beauftragen. Sie ist ein Verein, dessen oberstes Organ die Versammlung ihrer Mitglieder &#8211; Komponisten, Textautoren und Verleger – ist. (Autoren haben in dieser übrigens die Mehrheit gegenüber den Verlegern.)</p><p>Man kann und sollte viele Dinge an der Arbeit der GEMA kritisieren,  m.E. konstruktiv, d.h. dann auch mit umsetzbaren Verbesserungsvorschlägen, denn es gibt weder für Nutzer von Musik noch für Urheber und insbes. kleine, unabhängige Musikunternehmen eine bessere und realistische Alternative zu kollektiver Wahrnehmung. Deshalb sollten die Mitglieder der GEMA dafür sorgen, dass sie auch in der digitalen Welt funktioniert – und wir sind uns wahrscheinlich sogar darüber einig, dass dies noch nicht der Fall ist.</p><p>Der sog. „Verteilungsplan“, der die Verteilung der Einnahmen aus urheberrechtlichen Vergütungen regelt, mag Dir zu kompliziert erscheinen (vielen Mitgliedern einschließlich mir übrigens auch) ABER die wichtigsten Fakten sind dann doch einfach:</p><p><strong>Urheber erhalten <span
style="text-decoration: underline;">60%</span> aller Einnahmen aus „Vervielfältigungen“ (=Tonträgerverkäufen, Downloads etc.) und <span
style="text-decoration: underline;">66,66%</span> aller Einnahmen aus Sendung und Aufführung (TV, Radio, streaming etc.). </strong>(Ja, nach Abzug der Kosten der GEMA (lagen 2010 bei 14,2%<a
href="#_ftn5">[5]</a>)<strong>. Diese 60% bzw. 66,66% sind <span
style="text-decoration: underline;">Mindestbeteiligungen</span>. </strong>Erfolgreiche Autoren verhandeln häufig höhere Beteiligungen, gründen ihre eigenen Verlage etc..</p><p><span
style="text-decoration: underline;">b) Rechte an Musikaufnahmen </span></p><p>Auch die GvL, die Verwertungsgesellschaft für Leistungsschutzrechte verteilt Einnahmen in etwa zu gleichen Teilen zwischen Künstlern und Labels.</p><p>Du hast es wahrscheinlich noch nicht bemerkt: Die Musikwirtschaft ist schon seit Jahren überwiegend „independent“ geprägt. Der Forschungsbericht des BMWi hat bereits 2009 <a
href="#_ftn6">[6]</a> bei der Analyse der 2006er Zahlen festgestellt, dass</p><p>- weit mehr als 60% aller Unternehmensumsätze der Musikwirtschaft von kleinen, mittleren und Kleinstunternehmen erzielt werden;</p><p>- 95% der 3.884 damals tätigen Musikunternehmen weniger als 2 Mio. Euro Umsatz erzielten;</p><p>- es nur 9 Unternehmen gab die mehr als 50 Mio. Euro Umsatz erzielten – darunter die vier (bald wohl nur noch 3) Majors – die in Deutschland nun auch eher mittelständische Größenordnungen haben.</p><p>Die von Dir pauschal als „Verwerterindustrie“ verunglimpfte Branche besteht im Musikbereich aus Menschen, die überwiegend in kleinen, mittelständischen, Tausenden von Kleinstunternehmen oder selbstständig ihren Lebensunterhalt versuchen zu verdienen. Viele davon sind Künstler, die sich selbst vermarkten – teils bereits bekannte, die kleine Unternehmen betreiben in denen die Arbeit getan wird, die traditionell von Labels übernommen wurde, teils die wachsende Anzahl junger Künstler, die einfach niemanden mehr finden, der in ihre Karrieren investieren könnte oder wollte. Die von Dir versuchte Spaltung von Künstlern und „Verwerterindustrie“ ist &#8211; vor allem im independent Bereich &#8211; ein längst überholtes Klischee aus den 80er Jahren.</p><p>Und der häufigste Deal zwischen Künstlern und independents ist? Der sog. „klassische Indiedeal“: <strong>Alle Einnahmen werden nach Abzug der Kosten 50/50 geteilt.</strong></p><p>Das ist heutzutage alles Basiswissen jedes Berufsanfängers in der Musikwirtschaft. Dass Du 2011 einen Artikel veröffentlichst und trotz dieser leicht recherchierbaren Fakten behauptest, Urheberrechte dienten „<em>fast ausschließlich den Interessen der Kulturindustrie“</em> belegt vor allem Deine frappierende Unkenntnis.</p><p><span
style="text-decoration: underline;">c) Beispiel: Film</span></p><p>Wenn Du Dich für qualifiziert genug hältst, Vorschläge zur Ausgestaltung des Urheberrechts zu machen, solltest Du bedenken, dass Deine Aussagen die Lebensumstände aller betreffen, die kreative Güter produzieren. In Deutschland sind das mehr als 1 Mio. Menschen <a
href="#_ftn7">[7]</a>.</p><p>Auch als Konzertveranstalter könntest Du am Abspann bemerkt haben, dass hunderte von Mitwirkenden an der Entstehung von Filmen arbeiten. Filme werden hochgradig arbeitsteilig erstellt, benötigen umfangreiche Vorfinanzierung, Planung, und nach Fertigstellung leistungsfähige Vermarktung wenn sie erfolgreich werden sollen.  Sie sind nicht das Produkt einzelner, selbstfinanzierter Urheber. Der urheberrechtliche Schutz des fertigen Films sichert nicht nur den Lebensunterhalt der Drehbuchautoren und anderen beteiligten Urheber, sondern auch den der Kameraleute, Beleuchter, Schauspieler, Maskenbildner, Cutter, Cateringunternehmen, Regisseure, Produzenten und aller anderen Mitwirkenden.</p><p>Wie eingangs erwähnt, sind in Deinem Artikel nicht einmal im Ansatz Lösungsvorschläge erkennbar. Willst Du ernsthaft behaupten, die Bezahlung aller Mitwirkenden wäre auf Dauer ohne urheberrechtlichen Schutz des Films finanzierbar? Mit oder trotz zunehmender Kino.to und torrent Nutzungen?</p><p><strong>(2) </strong><em>„Das Urheberrecht soll eigentlich die Leistungen von Kreativschaffenden schützen. (…)sie sollen an jeder wirtschaftlich relevanten Nutzung ihrer Werke finanziell beteiligt werden.“ </em>Absolut richtig. Aber dann: <em>„In der Praxis lassen sich Verwerter wie Plattenfirmen oder Verlage jedoch meist sehr weitgehende oder ausschließliche Nutzungsrechte übertragen. <strong>Oft darf der Urheber danach sein eigenes Werk nicht mehr nutzen.“ </strong></em></p><p>Wie bitte? „Oft“ darf der Urheber sein Werk nicht mehr nutzen wenn er einem Verlag eine Beteiligung an Nutzungsrechten verkauft oder übertragen hat (was der Kern deutscher Verlagsverträge ist)?  Wofür nutzt ein Urheber sein Werk denn „meist“? Wenn er auch Interpret ist, zumeist doch wohl für</p><p>- Konzerte &#8211; willst Du jemandem weismachen Urheber dürften ihre Werke dann „oft“ nicht mehr spielen? Unsinn.</p><p>- Musikaufnahmen &#8211; soll das heißen er kann die Werke dann nicht mehr aufnehmen? Sie nicht auf Tonträgern, bei itunes, simfy, emusic, etc. selbst oder von einem (selbst gewählten) Labelpartner veröffentlichen lassen? Ebenfalls Unsinn.</p><p>- Sendungen &#8211; dürfen Urheber ihre Werke nach Veräußerung einer Beteiligung an Nutzungsrechten „oft“ nicht mehr beim rbb oder auf byte.fm spielen lassen? Kompletter Unsinn.</p><p>Wovon sprichst Du? Ich kann nur raten welche seltenen Situationen Du hier versuchst zu verallgemeinern. Wenn Urheber sich – selbstverständlich freiwillig &#8211; entscheiden, Beteiligungen an Nutzungsrechten zu veräußern, müssen sich die Geschäftspartner natürlich in der Folge bei einigen (aus Sicht der meisten Autoren viel zu selten stattfindenden) Nutzungen abstimmen. Will man die Musik für die nächste Coca Cola Kampagne sein und wenn ja, was soll man dafür verlangen etc.. Auch dabei entscheidet &#8211; zumindest bei uns und den Verlagen mit denen wir arbeiten &#8211; letztlich immer der Urheber.</p><p>Und natürlich gibt es aus offensichtlichen Gründen für Interpreten zeitlich begrenzte sog. „re-recording restrictions“ – für Urheber, wie Du zu behaupten scheinst, ist das abwegig.</p><p>Schließlich bedeutet – auch wenn sich „Plattenfirmen oder Verlage jedoch meist sehr weitgehende oder ausschließliche Nutzungsrechte übertragen“ lassen, dies keinesfalls, dass Kreative nicht „an der wirtschaftlich Nutzung ihrer Werke finanziell beteiligt werden“. Wie jeder der auch Künstler vertritt, streite ich mit Labels gern für höhere Beteiligung der Künstler – das liegt in der Natur der Geschäftsbeziehung. Aber es gibt Gesetze, Verträge und notfalls Gerichte um solche Konflikte zu lösen. Und diese Konflikte sind bisher alle gelöst worden, ohne dass das Urheberrecht dem im Wege gestanden hätte – im Gegenteil.</p><p><strong>Dagegen ist 100% sichergestellt, dass Künstler ÜBERHAUPT KEINE Beteiligung erhalten, wenn Unternehmen wie Rapidshare, Megaupload (aber auch Google <a
href="#_ftn8"><strong>[8]</strong></a>) unlizensiert substantielle Beträge mit ihren Werken verdienen. </strong></p><p>(3) <em> „Ist es richtig(…) daß ein Künstler bei jeder Kopie den Urheber um Einverständnis bitten muß, wie es in Europa gang und gäbe ist?“ </em></p><p>Nein, es ist nicht richtig und deshalb auch nicht „gang und gäbe“ bei jeder „Kopie“ (Du musst „Coverversion“ meinen, sonst macht der Satz überhaupt keinen Sinn) den Urheber um Einverständnis zu bitten.</p><p>Für Coverversionen müssen Künstler keine Genehmigungen einholen. Nur bei substantieller Veränderung und auch nur wenn man das substantiell veränderte Werk kommerziell veröffentlichen will, ist die Einwilligung des Urhebers zur Werkveränderung nötig. Darüber was eine substantielle Veränderung darstellt kann man in der Tat streiten und der VUT spricht sich für eine Überarbeitung des Zitat- und Bearbeitungsrechts aus um der Realität zu entsprechen, dass viel mehr Nutzer als früher Werke zu ihrem Vergnügen oder auch kommerziellen Zwecken verändern.</p><p>Ob deshalb jeder Nationalsozialist ohne zu fragen Dein Werk mit neuem Text versehen können sollte ist die zu Recht häufig gestellte, weiterhin zu beantwortende Frage.</p><p>(4) <em>„Ein Ammenmärchen der Kulturindustrie besagt, illegale Downloads seien schuld daran, daß Künstler nicht mehr von ihrer Kunst leben können.“</em></p><p>Die Auswirkungen unvergüteter Musiknutzungen wurden seit Jahren in unabhängigen wissenschaftlichen Studien untersucht und dokumentiert. Alle nachstehend genannten Untersuchungen sind nach wissenschaftlichen Richtlinien entstanden und von anerkannten Fachzeitschriften mit peer review publiziert worden.</p><p>Die negativen Auswirkungen von unvergüteten Musiknutzungen auf Musikverkäufe wurden in folgenden Studien nachgewiesen und veröffentlicht:</p><p>Liebowitz „Creative Destruction or just Plain Destruction“ (2004a, 2006a, Theorie), Liebowitz „Testing File-Sharing’s Impact on Music Sales in Cities“ (2008a, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Zentner „Measuring the Effect of File Sharing on Music Purchases“ (2006, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Rob und Waldfogel “Music Downloading, Sales Displacement and Social Welfare” (2006, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Lee “The Effect of File Sharing on Consumers Purchasing Patterns” (2006, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Leung “Should the Music Industry Sue Its Own Customers?” (2008, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Huygen et al. “Ups And Downs. Economic And Cultural Effects Of File Sharing On Music, Film And Games“ (2009, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Michel “The Impact of File Sharing On The Music Industry” (2005, Theory and Survey Based Approach), Hong “Measuring the Effect of Napster on Recorded Music Sales” (2009, Theory and Survey Based Approach), Peitz und Walbroeck “The Effect of Internet Piracy on Music Sales” (2003,2004, Theory and Survey Based Approach).</p><p>Spezifische Schäden durch File Sharing, etwa in Bezug auf ihre Verursachung durch bestimmte Konsumentengruppen oder in Bezug auf den Bekanntheitsgrad der betroffenen Künstler oder auch in Bezug auf zu definierende (theoretische) Umstände unter denen die (von keinem der u.g. Autoren  geleugneten Schäden) theoretisch ausgeglichen werden könnten  wurden durch die folgenden Untersuchungen dokumentiert:</p><p>Curien und Moreau „The Music Industry in the Digital Era“ (2005, Theorie), Bayaan „Technology and the Music Industry” (2004, Theorie), Peitz und Walbroeck “Why the Music Industry may gain from free Downloading” (2006, Theorie), Boorstin “Music Sales in the Age of File Sharing” (2004, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Mortimer und Sorensen “Supply Responses to Digital Distribution: Recorded Music and Live Performances” (2005, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Bounie et al. (2005, Pure Survey Based Approach), Gopal et al. “Do Artists Benefit from Online Music Sharing” (2006, Theorie und Survey Based Approach), Bhattacharjee et al. “The Effect of Digital Sharing Technologies on Music Markets. A Survival Analysis of Albums on Ranking Charts” (2007, Approach Based on Empirical Data from P2P File Sharing Usage), Blackburn “On-line Piracy and Recorded Music Sales” (2004, Approach Based on Empirical Data from P2P File Sharing Usage).</p><p>Im Februar 2011 wurde der BASCAP-Report „Estimating the global economic and social impacts of counterfeiting and piracy” der Internationalen Handelskammer veröffentlicht. Die Befunde dieses Reports dokumentieren ebenfalls das Ausmaß der Schäden die durch unlizensierte Musiknutzungen entstanden sind. Da die Autoren Befunde aus der wissenschaftlich anerkannten Literatur nutzen um die aus Marktdaten gewonnenen Ergebnisse nach unten zu korrigieren, Schäden durch Streaming noch nicht mit einbezogen wurden und jeder Download als Single (nicht als Album) gewertet wurde können ihre Daten als relativ zuverlässige Einschätzung der unteren Grenze betrachtet werden; auch wurde durch die Auswertung der Daten von weltweit 19 verschiedenen Instituten in 16 Ländern sichergestellt, dass eine manipulative oder tendenzöse Befragung oder Auswertung sehr schwierig durchführbar gewesen wäre. Eine weitere Stärke des Reports besteht in einer klaren Abgrenzung des „commercial value“ von digitaler Musik-Piraterie von den tatsächlich aufgetretenen „business losses“, d.h. der BASCAP-Report schließt Überschätzungen der Verluste durch fälschliche Interpretationen der Downloads als 1:1 Kaufverluste konsequent aus.</p><p>Bislang liegen nur zwei Veröffentlichungen vor, die zu dem Ergebnis kamen File Sharing würde die Musikverkäufe positiv beeinflussen: Chi (2008) kam zu diesem Befund in dem Kirchenbesuche und Strafzettel als proxy für File Sharing genutzt wurden, ihr lagen keine (!) Daten zum tatsächlichen File Sharing Verhalten der Befragten vor. Andersen und Frenz (2007) kamen zu ihrem Befund durch eine methodische Vorgehensweise die es ausschloss, dass der Zusammenhang zwischen File Sharing und Musikverkäufen durch eine dritte Variable hätte beeinflusst werden können, daher wurden die Autorinnen bereits frühzeitig in Bezug auf ihre Methodik kritisiert. Eine Re-Evaluation ihres Datensatzes durch Barker (2011) ergab aber sogar darüber hinaus schwerwiegende neue Erkenntnisse: <strong>Andersen und Frenz hatten bereits herausgefunden, dass bei Abwesenheit von P2P Netzwerken 75% der umsonst konsumierten Musik gekauft worden wäre. Diese Information lag den Autorinnen also bereits 2007 vor, sie zogen es jedoch vor, diese Befunde nicht zu veröffentlichen.</strong></p><p>Weitere zwei Studien kamen zu dem Schluss, dass File Sharing und Musikverkäufe voneinander unabhängig sind. Tanaka (2004) erzeugt diesen Befund durch den Einsatz einer dummy Variable nach der vorherige Albenverkäufe eines Künstlers nicht vorliegen; das hierdurch gewonnene Ergebnis ist natürlich nicht haltbar – entsprach aber vermutlich den Wünschen des japanischen Mobile-Konzerns der das Institut finanziert. Oberholzer-Gee und Strumpf (2007) kamen zu ihrem Ergebnis auf bisher nicht nachvollziehbare Weise da die Autoren sich bis heute mit verschiedenen Begründungen weigern ihre Rohdaten einer erneuten Analyse zur Verfügung zu stellen. Liebowitz (2010) wies jedoch ausführlich auf die gravierenden Unstimmigkeiten der statistischen Auswertungen hin: So müsste nach den Befunden von Oberholzer-Gee nämlich ein Erliegen des amerikanischen Download-Verhaltens außerhalb der deutschen Schulferien (!) eintreten bzw. sogar ein Abrutschen des Download Verhaltens in einen Minusbereich: Der von Oberholzer-Gee präsentierte Regressionskoeffizient  betrug das Dreifache der Standardabweichung. Da inhaltlich eine Download-Tätigkeit im Minusbereich keinen Sinn ergibt, wurde eine Überprüfung der Rohdaten angestrebt um die Fehler in der Datenerhebung bzw. Datenauswertung nachzuweisen – dies ist durch die Weigerung Oberholzer-Gees bis heute nicht möglich.</p><p>Zusammenfassung:</p><p>Obwohl an vier dieser Studien Kritik geäußert werden muss, sollten sie doch abgegrenzt werden von selbsterstellten Tabellen auf Blogs, Diplomarbeiten ohne korrespondierende peer review Veröffentlichungen, emotional gefärbten Ansichten auf eigenen Homepages oder auch gezielt als PR eingeschleusten Werken.</p><p>Man kann davon ausgehen, dass es wie immer multiple Ursachen für Umsatzrückgänge gibt, nur wurden andere Faktoren bisher nicht zuverlässig identifiziert und nachgewiesen. Der gegenwärtige Stand der Forschung spricht dafür, dass unlizensierte Musiknutzungen den größten bisher bekannten Anteil an den Schäden und Einkommensminderungen verursacht haben.</p><p><strong>Du hältst Dich als Konzertveranstalter für qualifiziert die vorliegenden Forschungsergebnisse als „Ammenmärchen“ abzutun und ohne eigene methodische Kenntnisse die einzige Dir wohl vorgelegene  Studie mit der geborgten Meinung zweier Journalisten zu beurteilen? </strong></p><p><strong>Dein Mangel an Kompetenz wird nur von Deiner Überheblichkeit übertroffen. Das ist so ärgerlich, dass hier ein paar klare Worte nötig sind: Minimalvoraussetzung für eine qualifizierte Auseinandersetzung mit den vorliegenden Befunden ist Methodikwissen und Sicherheit im Umgang mit statistischen Methoden.  Du bist nicht in der Lage festzustellen ob die in der FAZ genannten Befunde aus einer wissenschaftlichen Untersuchung stammen oder der Feder eines Lobbyisten. Du bist nicht kompetent genug um einzuschätzen wie die  Ergebnisse entstanden sind und wie sie interpretiert werden sollten. Unstimmigkeiten in der Analyse wie auch Interpretation der Befunde würden Dir entgehen und Du wärest deshalb auch nicht qualifiziert die Arbeit der SPIEGEL- oder FAZ-Journalisten zu beurteilen. Du würdest nicht einmal bemerken, wenn der FAZ-Autor oder der SPIEGEL-Autor die zugrundeliegenden Daten verändert oder falsch dargestellt hätten. </strong></p><p>Ich erzähle Dir mal ein echtes Ammenmärchen:</p><p>„Die Norwegische Studie“</p><p>Im Frühjahr 2009 kam Rabea Weiser in der ZEIT in ihrer Darstellung einer „norwegischen Studie“ zu dem Schluss, diese Studie hätte herausgefunden „Musikpiraten…sind die größte Kundengruppe der legalen Download-Plattformen“. Sie formulierte ihren Artikel auf der Grundlage einer Pressemitteilung, dabei übernahm sie nicht nur unkritisch die darin enthaltenen Zahlen, sondern fügte (unglücklich) noch eigenständig weitere Fehlinformationen hinzu. So bezogen sich die Autoren der Pressemitteilung z.B. noch auf einen kleinen Ausschnitt ihrer gesamten Stichprobe, nämlich die Gruppe der 15-20 Jährigen. Rabea Weiser formulierte diesen Befund jedoch schon in der Überschrift als generellen Befund bezüglich aller „Musikpiraten“. Sie sprach von 2000 befragten Nutzern, tatsächlich bezogen sich die Ergebnisse nur auf die Aussagen von 323 Personen etc. Eine genauere Betrachtung der „Studie“ ergab, dass die Zahlen der Pressemitteilung derart erhebliche Lücken aufwiesen dass eine Einordnung der Befunde unmöglich war. Stattdessen ergab die triviale Methodik (soweit erkennbar) auch nur triviale Befunde: So waren etwa Personen die sich gar nicht für Musik interessierten auch (erwartungsgemäß) kaum Nutzer illegaler Tauschbörsen.</p><p>Nachfragen bei den Autoren der angeblichen „norwegischen Studie“  um diese und andere Probleme der Untersuchung anzusprechen ergab dann überraschenderweise Folgendes: Nach Auskunft des Ko-Autoren Molde an der BI Norwegian School of Management  am 22. 06.2009 handelte es sich bei den Darstellungen auf der institutseigenen Homepage nur um eine „Pressemitteilung“ und eine veröffentlichte Studie gäbe es noch gar nicht. Die einer Telefonbefragung entnommenen Befunde hatten also bisher weder einer unabhängigen Prüfung standgehalten noch war die Studie abgeschlossen. Es hatte keine methodische Überprüfung der Untersuchung gegeben. Es lagen keine Signifikanzprüfungen vor, Angaben zur Literatur fehlten ebenso wie eine Einordnung der Befunde in Bezug auf andere Studien.</p><p>Die Hintergründe der an dieser Untersuchung beteiligten Institutionen ließen allerdings einen Blick „hinter die Kulissen“ zu. Es stellte sich ja die Frage, wie es dazu kommen konnte einige so zweifelhafte und wenig aussagefähige Unterbefunde einer noch nicht abgeschlossenen Telefonbefragung  als Ergebnisse einer „wissenschaftlichen  Studie“ zu präsentieren.</p><p>Die verantwortliche Prof. Gran war neben ihrer Tätigkeit an der BI Norwegian School of Management auch Partner und Senior Advisor der PR-Firma Perduco Kultur, eine Tochterfirma der PR- und Lobbyfirma Perduco AS, die, wie sich herausstellte, auch mit der eigentlichen Durchführung und Auswertung der Untersuchung beauftragt war. Perduco AS ist nach eigenen Aussagen spezialisiert auf „strategic communication“ durch Forschungsprojekte die von ihren Kunden in Auftrag gegeben wurden. Für die anspruchsvollen Kunden („demanding clients“) im privaten und öffentlichen Sektor werden Forschungsprojekte gezielt entworfen, durchgeführt und ausgewertet. Perduco führt jährlich ca. 20.000 Interviews durch. Zu den Spezialgebieten der Perduco AS zählen laut ihrer Eigendarstellung u.a. „Meinungsbildung“ und „reputation building“. Perduco verspricht, zu diesem Zweck die geeigneten „Kommunikationsstrategien“, Texte und Pressemitteilungen zu entwerfen. Auf der Firmen Webpage wird nicht ohne Stolz auf mehr als 1600 „media stories“ hingewiesen die allein im Jahr 2008 aufgrund der von Perduco erstellten Studien und Berichte in 185 verschiedenen Medien erschienen seien. Die Auftraggeber werden auf Perducos Webseite übrigens in keinem Fall genannt.</p><p>Die von Perduco erzeugten Ergebnisse der angeblichen „norwegischen Studie“ konnten erfolgreich in folgenden Medien lanciert werden: Guardian (UK), El Pais (Spanien), AFP, der Freitag, London Daily News, Music Week, Le Monde (Frankreich), Hip Hop Law (USA), Politiken (Dänemark), Die Zeit (Deutschland). Die Pressemitteilung zur „norwegischen Studie“ wurde am 22.04.2009 lanciert – das Urteil im vielbeachteten Verfahren gegen die Pirate Bay Betreiber erging am 17.04.2009.</p><p>Lobbyfirmen wie die o.g Perduco AS versuchen meist nach dem gleichen Prinzip passende „wissenschaftliche Befunde“ zu lancieren. Das Strickmuster für die Erzeugung dieses „Befundes“  ist denkbar einfach  – meist handelt es sich um einen Vergleich der Gruppe A (mögen keine Musik/Filme/Bücher) und der Gruppe B (mögen Musik/Filme/Bücher). Dann wird verglichen in welcher der beiden Gruppen mehr Käufer sind (Oh, Überraschung, Gruppe B) und in welcher Gruppe mehr Nutzer illegaler Downloads oder Streaming Seiten sind (Oh, Überraschung, Gruppe B). Voila &#8211; Piraten sind die besten Kunden. Dich hat das offensichtlich überzeugt.</p><p>Es gibt Variationen dieses Grundmusters und meist wird ausgiebig mit zusätzlichen Auswertungen die alles etwas kompliziert machen und das Grundmuster etwas verstecken sollen garniert. Wissenschaftlich ist dieses Konstrukt natürlich leicht angreifbar, wird aber vom interessierten  Laienpublikum, zu dem auch die Journalisten gehören, selten in Frage gestellt.</p><p>Gut möglich, dass auch in der Kreativwirtschaft jemand glaubt es sei sinnvoll Gefälligkeitsstudien in Auftrag zu geben. Ernstzunehmender Journalismus setzt jedoch fachlich qualifizierte Auseinandersetzung mit der Originalliteratur voraus. Mit dem ungeprüften Abschreiben von anderen Journalisten ist es nicht getan.</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">5. Zum VUT</span></strong></p><p>Schließlich Deine Äußerungen zum VUT und mir persönlich. Sie haben dasselbe Muster wie der Rest Deines Artikels – schlecht recherchiert, unreflektiert und ausschließlich polemisch.</p><p>Meine persönliche Sichtweise zu den angesprochenen Themen habe ich oben dargelegt. Wenn Du glaubst sie mit „eisernem  Verfechten knallharter Law-and-Order Positionen“ treffend zusammengefasst zu haben, habe ich dem nichts hinzuzufügen <a
href="#_ftn9">[9]</a>. Meine persönliche Meinung ist für die Arbeit des VUT ohnehin nicht relevanter als die der anderen Vorstände und Mitarbeiter.</p><p>Wir sprechen und ringen im VUT um die richtigen Antworten und gehören nicht zu denjenigen, die behaupten alle zu kennen. Wir haben zu vielen Themen sehr unterschiedliche Meinungen und das ist, wie man in Berlin gern sagt, gut so. Wir arbeiten transparent, wenn wir uns auf etwas verständigen können, veröffentlichen wir es. Wenn nicht, dann nicht. Alles was wir beschließen ist öffentlich zugänglich.</p><p>Zu den Mindestanforderungen an jemanden, der sich qualifiziert zu Positionen des Verbandes äußern will, gehört die öffentlich zugänglichen Dokumente zum Thema zu lesen. Wir wissen nicht, worauf Du Dich mit „komischen Vorlagen“ beziehst, aber falls Du etwas Strukturiertes sagen möchtest solltest Du Dich mit den veröffentlichten Texten auseinandersetzen.</p><p>Wir haben wenig zum Urheberrrecht veröffentlicht, die Stellungnahme zu den Fragen der Enquete Kommission Internet und digitale Gesellschaft zum Urheberrecht, die mittlerweile seit fast einem Jahr online steht <a
href="#_ftn10">[10]</a>, ist eines der wenigen ausführlicheren Dokumente.  Weil die Dinge sich in diesem Bereich schnell entwickeln ist sie aus unserer Sicht teilweise schon wieder überholt, aber falls Du an einer ernsthaften Auseinandersetzung statt selbstgefälliger Polemik interessiert gewesen wärest, wäre das ein Ausgangspunkt gewesen.</p><p>Wenn Du Dich weitergehend informiert hättest, wüsstest Du, dass der VUT sich FÜR eine Anpassung des Urheberrechts an die digitale Welt ausspricht – beispielsweise für eine Reform des Bearbeitungs- und Zitatrechts und grundsätzlich für Vereinfachungen des Urheberrechts und des Umgangs damit &#8211; weil es auch aus unserer Sicht zutrifft, dass jetzt mehr nicht-professionelle Nutzer damit zu tun haben. Wir unterstützen non-invasive Vorschläge zur Überarbeitung der Haftungsprivilegierung bei gewerblich betriebenen Urheberrechtsverletzungen. Und ja, auch aus unserer Sicht gibt es kontraproduktive Auslegungen des Urheberrechts, die auf den Prüfstand gehören.</p><p>Es ist nicht nachvollziehbar, warum es problematisch sein sollte wenn Dich ein VUT Vorstandsmitglied nach Deiner Meinung fragt. Alle Vorstände tauschen Gedanken mit anderen zu diesen Themen aus &#8211; auch und gerade mit Menschen, die abweichende Meinungen haben. Es gibt schon genug die glauben, das algorithmisierte Ergebnis Ihrer Google Suche gäbe tatsächlich das Wissen der Menschheit objektiv wieder <a
href="#_ftn11">[11]</a>.  In Anbetracht Deiner oben aufgezeigten Informationslücken bezüglich des Urheberrechts stellt sich allerdings die Frage ob eine Unterhaltung gerade mit Dir zu diesem Thema sinnvoll ist.</p><p>Die Behauptung, der VUT würde „hierzulande“ Forderungen „durchwinken“, soll offensichtlich suggerieren, dass independents in anderen Ländern andere Positionen vertreten. Auch hier muss ich Dich auffordern, Deine Hausaufgaben zu machen wenn Du ernst genommen werden willst. Die Stellungnahmen unserer internationalen Schwesterorganisationen sind online zugänglich, Positionen  der englischen AIM <a
href="#_ftn12">[12]</a>, wie die der amerikanischen independents A2IM <a
href="#_ftn13">[13]</a> (auch zur freiwilligen Vereinbarung zwischen ISPs und Inhalteproduzenten &#8211; einem Konzept für das wir uns in der Tat auch hierzulande ausgesprochen haben) und zum Protect IP Act der Obama Administration, der über das hinausgeht, was wir gefordert haben. Ditto die diversen Stellungnahmen unserer europäischen IMPALA Organisation.</p><p>Du zitierst Don Henley, den Mitbegründer der Recording Artists Coalition mit <em>»Die Musikindustrie hat Unmengen von Geld mit diesen Masterbändern verdient, viel mehr als die Künstler«. </em><strong>Dann unterschlage doch nicht was er noch zum Thema Deines Artikels sagt: „Today, I would say that I find the huge internet companies to be more of a threat. I am still not a fan of the large record companies, but on this issue of copyright and protection of creative works, I find myself on the same side of the table with them”. </strong></p><p>Du solltest Dich fragen warum Künstler, die sich, wie unabhängige Musikunternehmen auch, über alle möglichen Dinge mit Majors streiten, im zentralen Interessenkonflikt gemeinsam mit allen anderen, die kulturelle Güter produzieren und intelligent genug sind Propaganda zu erkennen  und Zusammenhänge zu verstehen, gegen die einseitige Durchsetzung der Interessen von Technologieunternehmen aussprechen.</p><p>Und Vorsicht mit der unreflektierten Verwendung von „reaktionär“. Nicht alles was den Interessen von Technologiefirmen dient ist automatisch progressiv. Wir wissen spätestens seit den 70er Jahren, dass Technologie nicht in sich emanzipatorisch ist, sondern ein Werkzeug &#8211; wie ein Schraubenschlüssel, mit dem man Sinnvolles, Progressives und auch Reaktionäres tun kann. Frag den iranischen Geheimdienst – oder die Tor-Entwickler beim amerikanischen.</p><p>Wenn Du intelligentere Lösungsvorschläge als eine Kulturflatrate hast, kannst Du Dich gern zurückmelden. Ansonsten kann die Welt m.E. auf Deine Stammtisch Beiträge verzichten.</p><p>Mit besten Grüßen,<br
/> Mark Chung</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">An die KONKRET Redaktion:</span></strong></p><p><strong>Als ehemaliger Leser der KONKRET, die zu Recht stolz ist, Vertreter der politischen und literarischen Intelligenz zu ihren Autoren zu zählen, sei mir eine Anmerkung erlaubt.</strong></p><p><strong>Von KONKRET wäre eine intelligente Analyse politischer und ökonomischer Zusammenhänge der aktuellen Debatte zum Urheberrecht von einer linken Perspektive begrüßenswert gewesen.</strong></p><p><strong>Ein so schlecht recherchierter, ausschließlich polemischer Artikel, der unreflektiert, einseitig und fehlerhaft die PR Strategie monopolistischer Großkonzerne wiederkäut hätte einer redaktionellen Überprüfung des Inhalts von Beiträgen m.E. nicht standhalten sollen. </strong></p><p><strong>Ich kann nur hoffen, dass KONKRET &#8211; trotz der kostenlosen online Verfügbarkeit der Inhalte – über ausreichende Mittel verfügt, um Beiträge redaktionell zu bearbeiten. </strong></p><hr
size="1" /> <br
/> <small><strong
id="_ftn1">[1]</strong> “P2P system applications (…) are one of the major reasons cited by Internet users for upgrading their Internet access to broadband”  (T. Mennecke “DSL Broadband Providers perform Balancing Act” zitiert nach Vinay Aggarval, Anja Feldmann, Christian Scheideler: “Enabling Co-Operation between ISPs and P2P systems” Technical Report  No.2, Deutsche Telekom Laboratories (3/2007))</p><p><strong
id="_ftn2">[2]</strong> <a
href="http://digitalmusicnews.com/stories/112910averageage">http://digitalmusicnews.com/stories/112910averageage</a></p><p><strong
id="_ftn3">[3]</strong> <a
href="http://www.pollstar.com/blogs/news/archive/2010/12/29/751701.aspx">http://www.pollstar.com/blogs/news/archive/2010/12/29/751701.aspx</a></p><p><strong
id="_ftn4">[4]</strong> Lobbyist J. Band, zit. n. Levine, Levine “Free Ride” S.27 Random House London 2011</p><p><strong
id="_ftn5">[5]</strong> GEMA Geschäftsbericht 2010 , S.6</p><p><strong
id="_ftn6">[6]</strong> Forschungsbericht Gesamtwirtschaftliche Perspektiven der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland,  Anhang, Statistische Daten, 9. Umsatzgrößenklassen der Kultur- und Kreativwirtschaft 2006,  S.24  BMWi (2/2009)</p><p><strong
id="_ftn7">[7]</strong> ebd.</p><p><strong
id="_ftn8">[8]</strong><a
href="http://www.digitalmusicnews.com/stories/102411adwords?utm_source=twitterfeed&amp;utm_medium=facebook">http://www.digitalmusicnews.com/stories/102411adwords?utm_source=twitterfeed&amp;utm_medium=facebook</a></p><p><strong
id="_ftn9">[9]</strong> Deine Implikation, ich könne 1.300 VUT Mitglieder durch Androhen von Prügel auf Kurs halten ist so abstrus, dass sie zumindest für Heiterkeit und Scherze im VUT sorgt, vielen Dank. Träfe sie zu, müsstest Du ja geradezu darauf aus sein.</p><p><strong
id="_ftn10">[10]</strong> <a
href="http://vut-online.de/cms/index.php?s=stellungnahme+zu+Fragen+Enquete">http://vut-online.de/cms/index.php?s=stellungnahme+zu+Fragen+Enquete</a></p><p><strong
id="_ftn11">[11]</strong> Google hat seit Dezember 2009 die Algorithmen seiner Suchmaschine verändert. Suchanfragen werden entsprechend sozioökonomischem Status des Nutzers, Wohnort, Freunden, Geodaten / Streetview, vorherigen Suchanfragen etc. beantwortet. Kognitive Dissonanzen, etwa durch abweichende Meinungen werden zugunsten effizienterer Werbung ausgeblendet,  d.h. es gibt keine gemeinsamen Suchergebnisse für dieselben Fragen mehr. Stattdessen werden zunehmend bereits bestehende Ansichten und Vorurteile verstärkt. Der Vorgang ist für Nutzer komplett intransparent – sie bemerken den Unterschied in aller Regel gar nicht. Veränderung / Differenzierung / opt-out sind unmöglich.</p><p><strong
id="_ftn12">[12]</strong> Beispiel:  zu DEA und Hargreaves Report:<a
href="http://www.musicindie.com/search?keywords=DEA&amp;x=21&amp;y=11">http://www.musicindie.com/search?keywords=DEA&amp;x=21&amp;y=11</a></p><p><strong
id="_ftn13">[13]</strong> Beispiel Press release zu stop online piracy act <a
href="http://a2im.org/2011/10/27/a2im-press-release-a2im-applauds-the-u-s-house-of-representatives-house-proposed-stop-online-piracy-act-legislation/">http://a2im.org/2011/10/27/a2im-press-release-a2im-applauds-the-u-s-house-of-representatives-house-proposed-stop-online-piracy-act-legislation/</a></small></p><p><strong>UPDATE</strong> Der Brief ist als <a
href="http://www.vut-online.de/cms/wp-content/uploads/Zu-Berthold-Seeliger-KONKRET.pdf">PDF</a> auch auf dem Server des VUT zu finden.</p><p><strong>UPDATE</strong> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/11/literaturliste-musik-online/">Hier gibt es eine Literaturliste zu den angesprochenen Themen</a>.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>191</slash:comments> </item> <item><title>Chris Poole/ moot über Online-Identität</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/10/18/chris-poole/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/10/18/chris-poole/#comments</comments> <pubDate>Tue, 18 Oct 2011 16:28:05 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50826</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/nbPASJiAfu4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p><a
href="http://en.wikipedia.org/wiki/Christopher_Poole">Chris Poole</a>, der unter dem Pseudonym <em>moot</em> für <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/4chan">4chan</a> gestartet hat und danach <a
href="http://canv.as/">Canvas</a> gründete, spricht in diesem Vortrag während der Web 2.0 Summit in San Francisco über Online-Identität, über Facebook, über Google. Und er sagt in nicht einmal 10 Minuten mehr als manch anderer Redner in einer Stunde.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/10/18/chris-poole/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>11</slash:comments> </item> <item><title>Wenn möglich: Bitte wenden</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/10/11/wenn-moglich-bitte-wenden/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/10/11/wenn-moglich-bitte-wenden/#comments</comments> <pubDate>Tue, 11 Oct 2011 11:48:06 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50769</guid> <description><![CDATA[<p>Wer hätte das gedacht? Es gab in den letzten Jahren so viele Zeitpunkte, an denen ich mir einen noch viel größeren gesellschaftlichen Aufschrei hätte vorstellen können, doch nicht die Debatten um die Netzsperren lösten diesen aus und auch nicht die Absichten im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung.</p><p>Stattdessen ist es die <a
href="http://ccc.de/de/updates/2011/staatstrojaner">CCC-Analyse</a> des so genannten <a
href="http://www.google.de/search?q=Staatstrojaner">Staatstrojaners</a> und die derzeit zu beobachtenden Auswirkungen dieser Analyse, welche die Bundesrepublik Deutschland am <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tipping-Point">Tipping Point</a> haben ankommen lassen.</p><p>Endgültig vorbei sind die Zeiten, in denen man die &#8222;Netzwelt&#8220; noch außerhalb der &#8222;echten&#8220; betrachten konnte, und in denen man die Sorge um Datenmissbrauch oder digitale Überwachung sträflicherweise als Luxusproblem paranoider Technik-Freaks abstempeln konnte.</p><p>Ab jetzt gibt es nur noch eine Welt, nämlich die, in der wir leben. Ob digital oder analog spielt dabei keinerlei Rolle mehr, es gibt keinen Unterschied.</p><blockquote><p>In der Ermittlungs- und Spionagewelt der 70er Jahre konnte noch getrennt werden zwischen Telefonabhören und Wohnungsdurchsuchung. Wollte man sich in den Ordnern eines Verdächtigen umschauen, brauchte man einen Nachschlüssel oder musste die Tür eintreten. Wollte man hören, was er sagte, musste man eine Wanze einbauen. Heute gibt es einen für alles: den Trojaner. Raum und Kommunikation, Privates und Öffentliches liegen auf wenigen Zentimetern Festplatte dicht nebeneinander, Regale mit Steuerakten, Fotoalben, Liebesschwüren und geschäftlicher Korrespondenz. Der Kernbereich privater Lebensgestaltung, den das Grundgesetz besonders schützt, ist abstrakter geworden – und deshalb verletzbarer.</p></blockquote><p>Dies schreibt Anna Sauerbrey im heutigen Tagesspiegel unter der Überschrift <a
href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/angriff-aufs-ich/4738616.html">&#8222;Angriff aufs Ich&#8220;</a> und führt damit Leserinnen und Lesern deutlich vor Augen, was Experten schon lange zu vermitteln versuchen:</p><p>Es gibt nichts, das wir nicht zu verbergen haben, außer dem, was wir bewusst öffentlich machen.</p><p>Diese wichtige Nachricht ist inzwischen und endlich in jedem deutschen Wohnzimmer angekommen, also genau dort, wo der Aldi-PC steht und das Schnäppchen-Handy mit mobiler Flatrate liegt, und somit auch dort, wo in naher Zukunft Geräte ihren Dienst im Netzwerk leisten werden, die nicht mehr als Computer erkennbar sind.</p><p>Der Coup des Chaos Computer Clubs läutet daher eine neue Zeit ein, denn weder Politik noch <a
href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052970203476804576613284007315072.html">Wirtschaft</a> noch Zivilgesellschaft werden es sich weiterhin leisten können, den digitalen Lebensraum im stillen Kämmerlein zu verhandeln. Eine Wende in der Netzpolitik steht bevor, und selbst, wenn noch niemand genau abschätzen kann, in welche Richtung die Reise gehen wird: Schon bei den nächsten Wahlen könnten Streitpunkte um digitale Bürgerrechte Debatten um Autobahnverlängerungen in den Schatten stellen. <a
href="http://www.faires-urheberrecht.de/">Und das weiß nicht nur die Piratenpartei</a>.</p><p><small>Empfehlenswert: Die aktuelle Alternativlos-Ausgabe zum Thema mit <a
href="http://blog.fefe.de/">Fefe</a> und <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Constanze_Kurz">Constanze Kurz</a>.</small><br
/> <a
href="http://alternativlos.cdn.as250.net/alternativlos-19.mp3">MP3, 1:20</a></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/10/11/wenn-moglich-bitte-wenden/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>19</slash:comments> <enclosure
url="http://alternativlos.cdn.as250.net/alternativlos-19.mp3" length="63230743" type="audio/mpeg" /> </item> <item><title>3rd Arab Bloggers Meeting/ Zero Silence</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/10/10/3rd-arab-bloggers-meeting-zero-silence/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/10/10/3rd-arab-bloggers-meeting-zero-silence/#comments</comments> <pubDate>Mon, 10 Oct 2011 12:33:04 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50762</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
src="http://player.vimeo.com/video/19097049?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0&amp;color=f0dc00" width="500" height="281" frameborder="0" webkitAllowFullScreen allowFullScreen></iframe></p><p>In der vergangenen Woche fand das <a
href="http://arabloggers.com/blog/">3rd Arab Bloggers Meeting</a> in Tunis statt, der <a
href="http://www.metronaut.de/media/arab-bloggers-meeting-tag-1/">Metronaut war dabei und berichtet von der Konferenz</a>:</p><blockquote><p>Das Besondere an dieser Konferenz ist, dass sie in einem Land stattfindet, das vor zehn Monaten noch von einem Diktator regiert wurde – und jetzt wird hier offen und freizügig über Politik, Mitbestimmung, Bürgerrechte und Freiheit diskutiert. Und das nicht nur hier auf der Konferenz, sondern überall im ganzen Land. Undenkbar noch ein paar Monate zuvor.</p></blockquote><p>Die <a
href="http://www.boell.de/weltweit/nahost/naher-mittlerer-osten-arabisches-bloggertreffen-tunis-2011-13020.html">Heinrich-Böll-Stiftung</a> stellt zudem als Mitorganisatorin Audiomaterial zur Verfügung:<br
/> <object
height="81" width="100%"><param
name="movie" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fsoundcloud.com%2Fboellstiftung%2Fbericht-vom-arabischen-bloggertreffen-2011&amp;g=1&amp;auto_play=&amp;show_comments=&amp;color=&amp;theme_color="></param><param
name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed
allowscriptaccess="always" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fsoundcloud.com%2Fboellstiftung%2Fbericht-vom-arabischen-bloggertreffen-2011&amp;g=1&amp;auto_play=&amp;show_comments=&amp;color=&amp;theme_color=" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"> </embed></object></p><p>Der Clip, den ihr oben seht, ist der Trailer zu dem Film <a
href="http://zerosilence.org/">Zero Silence</a>, einer Dokumentation über die Revolutionen im Mittleren Osten:</p><blockquote><p>Zero Silence is a documentary about young people in the Middle East who have grown angry over the authoritarian regimes they live in. These young people are using the Internet and the Web to bring about change in their societies where free speech is controlled or censored. Among other topics, the production will explore the impact of the Internet and non-traditional media such as social media and whistle-blowing sites on the Arab world and beyond through a new generation that uses the Web to get the free word out to organize, mobilize, collaborate and fight injustice.</p></blockquote> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/10/10/3rd-arab-bloggers-meeting-zero-silence/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>2</slash:comments> </item> <item><title>CCC analysiert den Bundestrojaner</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/10/10/ccc-analysiert-den-bundestrojaner/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/10/10/ccc-analysiert-den-bundestrojaner/#comments</comments> <pubDate>Mon, 10 Oct 2011 06:27:15 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50757</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/eRFhpmiUwU4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Dieses <a
href="http://www.wortfeld.de/2011/10/staatstrojaner/">Wortfeld</a>-Video veranschaulicht das, <a
href="http://www.ccc.de/de/updates/2011/staatstrojaner">was der Chaos Computer Club am Wochenende veröffentlichte</a>: Die Ergebnisse seiner Analyse des Staatstrojaners, ein erschütterndes Dokument <a
href="http://www.sueddeutsche.de/digital/spaehsoftware-der-regierung-hacker-entlarven-bundestrojaner-als-gefaehrlich-und-dilettantisch-1.1157967">staatlichen Dilettantismus&#8217;</a>.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/10/10/ccc-analysiert-den-bundestrojaner/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>14</slash:comments> </item> <item><title>Zur Datenschutz-Debatte: Ein geschichtlicher Exkurs, der aber den Bogen zum Heute wieder hinbekommt</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/10/07/zur-datenschutz-debatte-ein-geschichtlicher-exkurs-der-aber-den-bogen-zum-heute-wieder-hinbekommt/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/10/07/zur-datenschutz-debatte-ein-geschichtlicher-exkurs-der-aber-den-bogen-zum-heute-wieder-hinbekommt/#comments</comments> <pubDate>Fri, 07 Oct 2011 13:32:33 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50726</guid> <description><![CDATA[<p>Stark verallgemeinert und äußerst knapp zusammengefasst kann man behaupten, dass es in der aktuellen Debatte um Datenschutz, Privatheit und Begriffe wie <em>Post Privacy</em> zwei Grundeinstellungen gibt (und natürlich viele, viele Ansichten dazwischen). Die eine Seite hält eine – sicher zu aktualisierende – Form des Datenschutzes im digitalen Zeitalter für notwendiger denn je, die andere bezweifelt, dass dies sinnvoll sein kann und stellt in den radikaleren Formen dieser Sichtweise den Datenschutz an sich in Frage.</p><p>Sehr oft bekommt man in den Debatten den Eindruck, dass ihre Heftigkeit hierzulande besonders ausgeprägt ist, was nicht verwundert. Die deutsche Geschichte hinsichtlich der DDR und des Nazi-Regimes hat schließlich zwei totalitäre Systeme vorzuweisen, die eine besondere Sensibilität im Umgang mit den persönlichen Daten der Bevölkerung zur Pflicht machen.</p><p>Die oft unausgesprochene Sorge um einen Systemwechsel – was wäre mit unserer <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/09/27/auf-dem-weg-zur-data-dna/">Daten-DNA</a> möglich, wenn ein totalitäres System Zugriff darauf hätte? – mag man dabei besonders als junger Mensch, der nichts anderes als eine verhältnismäßig gut funktionierende Demokratie gewöhnt ist, albern finden, und tatsächlich tendiere ich selbst auch dazu, Furcht vor dem Niedergang der Demokratie als reine Dystopie anzusehen. Ich bin Optimist.</p><p>Und trotzdem habe ich mich neulich gefragt, woher ich diese positive Zukunftssicht eigentlich nehme. Denn die Geschichte zeigt leider, dass solche Hoffnungen schon oft enttäuscht wurden. Das wurde mir neulich noch einmal sehr bewusst, als ich mir die Historie der Schwulen und Lesben in Deutschland intensiver angesehen habe.</p><p>Das <a
href="http://www.schwulesmuseum.de/">Schwule Museum Berlin</a> hat bei dieser Betrachtung geholfen, denn man läuft fassungslos durch die Dauerausstellung, die eben diese Geschichte dokumentiert. Besonders der <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C2%A7_175">§175</a>, der unter anderem &#8222;sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts&#8220; unter Strafe stellte, spielt dabei eine wichtige Rolle, denn er wurde in der damaligen DDR erst 1988, in der Bundesrepublik Deutschland nach zwei Reformen (1969 und 1973) erst 1994 wirklich aufgehoben.</p><p>1994.<br
/> Vor gerade mal 17 Jahren.</p><p>Dabei sah alles schon lange vorher mal viel besser aus für die schwule Gemeinschaft. Während der <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Republik">Weimarer Republik</a> setzte sich fortschrittliche Sexualforschung immer mehr durch, es gab Lokale, Zeitungen, Bücher und Organisationen für Schwule, die sich relativ furchtlos vernetzen konnten. Obwohl es auch schon viel früher kluge Menschen gab (im Schwulen Museum ist ein toller Text aus einem Buch für Mütter aus dem Jahr 1902 zu sehen, in dem Mütter dazu aufgefordert werden, sich über Anzeichen von Homosexualität bei ihren Söhnen nicht zu sorgen und auch nichts dagegen zu unternehmen, da dies einfach eine völlig natürliche Frage der Veranlagung wäre und jeder, der etwas anderes behauptet, einfach ziemlich dumm und desinformiert sei), und obwohl auch diese Zeit sicher nicht der Inbegriff der Freiheit war: Es tat sich etwas, die Welt schien langsam eine bessere zu werden.</p><p>Bis zur Machtübernahme der Nazis im Jahr 1933. Schwule Organisationen lösten sich aus begründeter Furcht vor Repressionen auf, bekannte und bekennende Schwule wurden verfolgt, inhaftiert, gefoltert und auch getötet.</p><p>Nun liegt es mir fern, die Weimarer Republik mit unserer Zeit zu vergleichen oder ein Horroszenario zu entwerfen, und nach wie vor bleibe ich davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft sehr gut aufgestellt ist. Ich habe keine Angst vor einem neuen Nazi-Regime und ich habe auch keine Angst vor der Übernahme der westlichen Welt durch radikale Islamisten. Ich habe bei diesem Museumsbesuch dennoch gelernt: Man kann sich nicht darauf verlassen, dass alles immer nur besser wird.</p><p>Doch auch ein anderer, wichtiger und etwas hoffnungsvollerer Aspekt kam mir bei diesen ganzen Gedanken in den Sinn, nämlich derjenige der Wichtigkeit von Vernetzung. Die selbstständige Vernetzung von Gleichgesinnten und ganz speziell von denjenigen, welche die Gesellschaft oder die Politik aus welchen Gründen auch immer als &#8222;andersartig&#8220; ansehen könnte, ist von unschätzbarem Wert für sie, und nicht ohne Grund gehören Communities für Schwule zu den ältesten im Netz. Womit ich einen – wie ich finde – durchaus eleganten Bogen zur digitalen Welt spannen kann.</p><p>Möglichkeiten zur Vernetzung, die durch das Internet zweifelsfrei einfacher und mannigfaltiger geworden sind als je zuvor, können uns vor den oben beschriebenen Gefahren und kompletten Umschwüngen vielleicht, hoffentlich bewahren (da ist er wieder, der Optimist), sie aber mindestens massiv verringern. Weshalb jeder demokratische Staat ein immenses Interesse daran haben muss, diese Möglichkeiten nicht nur zu begrüßen und zu fördern, sondern – und damit sind wir wieder bei der Datenfrage – sie auch zu schützen, denn am Ende schützt er sich damit selbst. Das Streben nach einem wie auch immer gearteten, modernen Datenschutz, der die Möglichkeit zur Anonymität beinhaltet (yes, I&#8217;m looking at you, Google+) und der Bevölkerung mehr Kontrolle über ihre Daten gibt als außenstehenden Dritten jeder Art, darf somit nicht als Laune der Gesetzgeber angesehen werden, sondern sollte als Pflicht erkennbar sein.</p><p><small>Ein paar (auch ältere) Einstiegslinks zur Debatte, Ergänzungen gerne in den Kommentaren:</p><p><a
href="http://www.predictive-behavioral-targeting.de/2010/02/post-privacy-ist-das-zeitalter-des-datenschutzes-endgultig-vorbei/">Stephan Noller</a><br
/> <a
href="http://blog.spackeria.org/">Die datenschutzkritische Spackeria</a><br
/> <a
href="http://futur.plomlompom.de/archiv/1843/post-privacy-als-utopie">Plomlompom</a><br
/> <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Privatsph%C3%A4re">Privatsphäre (Wikipedia)</a><br
/> <a
href="http://benjamin-siggel.eu/2011/08/08/datenschutz-als-falle/">Benjamin Siggel</a><br
/> <a
href="https://petition.foebud.org/FoeBuD/Datenschutzfreundliche-Voreinstellungen/">Petition „Datenschutzfreundliche Voreinstellungen“ von der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. und vom FoeBuD</a></small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/10/07/zur-datenschutz-debatte-ein-geschichtlicher-exkurs-der-aber-den-bogen-zum-heute-wieder-hinbekommt/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>16</slash:comments> </item> <item><title>Die digitale Kluft ist gar keine</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/09/29/die-digitale-kluft-ist-gar-keine/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/09/29/die-digitale-kluft-ist-gar-keine/#comments</comments> <pubDate>Thu, 29 Sep 2011 14:23:13 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50623</guid> <description><![CDATA[<p>Ich verfolge gerade die Posse um <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_Kauder">Siegfried Kauder</a>, MdB, der Internet-Nutzern bei Verstößen gegen das Urheberrecht mit einem so genannten &#8222;Two Strikes&#8220;-Modell <a
href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,788361,00.html">das Internet wegnehmen</a> möchte und <a
href="http://netzpolitik.org/2011/doppelmoral-siegfried-kauder-und-das-urheberrecht/">der nach diesem Modell selbst eine Weile offline sein müsste</a> … denn <a
href="http://www.siegfriedkauder.de/">auf seiner Website</a> wurden einige Fotos gefunden, <a
href="http://piratig.de/2011/09/28/sehr-geehrter-herr-kauder/">die anscheinend ohne Genehmigung veröffentlicht wurden</a>.</p><p>Die Bilder sind zwar inzwischen entfernt worden (von der Site, nicht aber vom Server), dennoch <a
href="http://www.abgeordnetenwatch.de/siegfried_kauder-575-37692--f312709.html#q312709">warten bei Abgeordenetenwatch mittlerweile 225 Interessierte</a> auf eine Stellungnahme von Herrn Kauder und eine Antwort auf die Frage, ob er nun mit gutem Beispiel voran gehen und sich ein temporäres Internet-Verbot auferlegen möchte.</p><p><small>(<strong>UPDATE</strong> Ich wollte gerade noch ein paar weitere Worte zum aktuellen Stand im Kauder-Fall tippen, aber <a
href="http://saschalobo.com/2011/09/30/siegfried-kauder-und-der-grose-bar/">Sascha war schneller</a>.)</small></p><p>Man könnte nun wieder über Internet-Versteher und -Nichtversteher fabulieren, oder aber auch über einen <em>Generation Gap</em>, über die <em><a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Kluft">Digitale Kluft</a></em> und über <em>Digital Natives</em> versus <em>Digital Immigrants</em>. Aber ich glaube, das ist fast alles Quatsch.</p><p>Da ich mich nämlich außerdem seit einigen Wochen intensiver mit Erziehungsfragen, Lehrmethoden und anderen Dingen rund um Kinder, Jugendliche und Bildung im Zusammenhang mit digitalen Medien beschäftige (<a
href="http://www.spreeblick.com/2011/09/27/auf-dem-weg-zur-data-dna/">und auch die Debatte hier aufmerksam verfolge</a>), denke ich inzwischen, dass die Sache viel simpler ist, und vor allem viel älter. Ich glaube, dass wir es bei den so unterschiedlichen Heran- und Umgangsweisen mit den Herausforderungen und Möglichkeiten der digitalen Welt (neben verschiedenen, auch beruflichen und wirtschaftlichen Interessen) ganz einfach mit völlig verschiedenen Weltbildern zu tun haben, die aufeinander prallen, mit verschiedenen Lebensentwürfen, noch einfacher gesagt: mit verschiedenen menschlichen Charakteren.</p><p>Die Differenzen in Sachen Netzpolitik und -kultur, die wir beinahe täglich beobachten können, haben, glaube ich, nur wenig mit dem Alter einer Person zu tun und nicht genug mit ihrem Wissensstand in Bezug auf das Internet oder Technologien, um daraus eine Allgemeingültigkeit ableiten zu können.</p><p>Ich kenne ältere Menschen, die vom Internet und seinen Möglichkeiten fasziniert sind und auch ohne größeren Durchblick neugierig über diese Möglichkeiten nachdenken, und ich kenne ebenso jüngere Menschen, die sich recht gut auskennen, aber trotzdem oder deshalb in eine beinahe paranoid anmutende Starre verfallen, sobald sie darüber grübeln, wie man mit Herausforderungen umgehen könnte.</p><p>Die Unterschiede, Missverständnisse und Lösungsdivergenzen beruhen daher vielleicht gar nicht auf den Differenzen zwischen Alt und Jung, zwischen Netizens und Newbies, zwischen &#8222;digital Geborenen&#8220; und &#8222;digitalen Immigranten&#8220;.</p><p>Sondern vielmehr auf den Differenzen zwischen denen, die das Chaos des Lebens hoffnungsvoll umarmen und denen, die es eher ängstlich zu kontrollieren suchen. Zwischen denen, die sich grundsätzlich lieber auf Chancen konzentrieren und denen, die an jeder Ecke Gefahren wittern. Zwischen denen, die auf Menschen vertrauen und denen, die sich vor ihnen fürchten.</p><p>Diese Differenzen sind so alt wie die Menschheit selbst und haben somit äußerst wenig mit dem Internet selbst zu tun. Sie sind auch gar nicht immer leicht zu bewerten, denn das richtige gesellschaftliche Maß liegt vermutlich mal wieder irgendwo dazwischen, schließlich gehören alle unsere verschiedenen Charaktere zur einer demokratischen Gesellschaft dazu und formen sie.</p><p>Sollten meine hier mal schnell hingetippten Gedanken also annähernd Bestand haben, dann gibt es, auch wenn es langweilig und nicht so aufregend wie ein zu gewinnender Wissens- oder gar Glaubenskrieg klingt, keine andere Lösung als den möglichst vernünftigen, vorsichtigen und korrigierbar bleibenden Kompromiss. Und auch das war schon immer so.</p><p><small><strong>Edit/ Anmerkung</strong> In letzter Zeit nutze ich Spreeblick wieder häufiger für das, was ich gerne &#8222;lautes Nachdenken&#8220; nenne – in diese Kategorie gehört auch dieser Artikel, der auch auf Überlegungen von <a
href="http://re-publica.de/11/blog/2011/01/27/republica-reloaded-peter-kruse/">Peter Kruse</a>, <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=woA4R3KrACg">Gunter Dueck</a> und vielen anderen zurückgreift. Meiner Erfahrung nach ergeben sich aus solchen Lautdenk-Artikeln die spannendsten Diskussionen und die inspirierendsten Kommentare. Old School Blogging, auf eine Art.</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/09/29/die-digitale-kluft-ist-gar-keine/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>46</slash:comments> </item> <item><title>Auf dem Weg zur Data DNA</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/09/27/auf-dem-weg-zur-data-dna/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/09/27/auf-dem-weg-zur-data-dna/#comments</comments> <pubDate>Tue, 27 Sep 2011 14:06:41 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50584</guid> <description><![CDATA[<p><div
class="labeledImage "><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/09/data_dna.png" /><p><a
class="license-cc" href="http://personas.media.mit.edu/personasWeb.html"><span
class="text">Aaron Zinman</span></a></p></div></p><p>Im <a
href="http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=44512">Forum von Spiegel Online</a> und auch anderswo bewegt sich die Debatte um die kommende <a
href="http://www.facebook.com/about/timeline">Timeline-Darstellung von Facebook</a>, welche die Aktivitäten der Nutzer nicht nur innerhalb von Facebook, sondern auch über externe Applikationen als Lebenszeitleiste, also als ständigen Life-Stream darstellen kann, geradezu religiös im Kreis. Facebook-Fans finden vieles nicht so schlimm, da ja (<a
href="http://netzwertig.com/2011/09/26/enge-partnerschaft-spotify-macht-sich-ganz-von-facebook-abhangig/">angeblich</a>) schließlich niemand zur Nutzung des Dienstes gezwungen wird, und Facebook-Gegner erklären jeden für komplett meschugge, der es dennoch tut.</p><p><a
href="http://futurezone.at/meinung/5101-grusel-mark-will-unser-leben.php">Gruselig</a> erscheint eine Zukunft, in der es <a
href="http://nikcub-static.appspot.com/logging-out-of-facebook-is-not-enough">nicht mehr zu genügen scheint</a>, sich bei Facebook auszuloggen – das Netzwerk will wissen, was wir tun, selbst wenn wir gerade nicht mit ihm verbunden sind. Weshalb <a
href="http://www.n-tv.de/politik/Datenschuetzer-sind-alarmiert-article4382386.html">Datenschützer bereits alarmiert sind</a> und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner das alles <a
href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1562459/">&#8222;nicht in Ordnung&#8220; findet</a>.</p><p>Nur eines ist dabei sicher: Die digitale Abbildung unseres Lebens findet schon lange statt, in öffentlichen Varianten wie einem Facebook-Lifestream wird sie uns jedoch mit neuer Wucht bewusst. Und dieses Bewusstsein wird das Netz und damit unser Leben ein weiteres Mal drastisch verändern. Denn wir befinden uns auf dem Weg zur <em>Data DNA</em>, und die Frage ist nicht mehr, ob wir das gut oder schlecht finden, sondern wie wir damit umgehen.</p><p>Seit Jahrzehnten hinterlassen wir Datenspuren, mal mehr, mal weniger detailliert. Vom OTTO-Katalog unserer (Groß-) Eltern über das harmlose Gewinnspiel bis hin zur Kredit- oder Kundenkarte: Schon immer wollen Dritte viel über uns wissen und finden es auch heraus. Wo wir wohnen, wie viel wir verdienen, was wir uns leisten, was wir mögen und was nicht – alles hochinteressant. Und wer sich schon einmal darüber gewundert hat, warum er wenige Zeit nach dem ärztlichen Feststellen einer Schwangerschaft plötzlich Windel-Werbung im Briefkasten hat, der ahnt, dass nicht nur Unternehmen an diesem Datensammlungsprozess beteiligt sind.</p><p>Mit der Nutzung des Internet generell und der von Sozialen Netzwerken insbesondere wird Datensammlung nicht nur leichter zu bewerkstelligen für die Sammler, sondern auch komplexer nachzuvollziehen für die Gesammelten. Welche Web-Anwendung mit welcher anderen kommuniziert, wer mit wem kooperiert oder wer von wem gekauft werden könnte (und wohin unsere Daten dann wandern) – dies alles ist für digital Beheimatete derzeit vielleicht noch halbwegs zu managen, für gelegentliche Internet-Nutzer aber schon jetzt nicht mehr zu durchschauen. Und selbst sichere und selbstsichere Kenner überkommt <a
href="https://plus.google.com/112716356719620674952/posts/28mXw9Co4XP">ein Moment des Netzschauders</a> bei dem Gedanken an das, was ein zufälliger, unachtsamer oder unbeabsichtigter und unbemerkter Klick im schlechtesten Fall und mit etwas Pech auslösen könnte.</p><p>Wir produzieren eine Daten-DNA unserer Person, ein einzigartiges Abbild unseres individuellen Selbst. Wie Fingerabdrücke gleicht keine Data DNA der anderen: Zeig mir, wen oder was du kennst, kaufst, hörst und siehst, und ich sage dir, wer du bist. Unsere Data DNA bestimmt jetzt schon unsere Google-Suchergebnisse, sie beeinflusst die Werbung, die wir sehen, sie empfiehlt die &#8222;Artikel, die sie ebenfalls lesen sollten&#8220;. Sie verändert unsere Sicht auf die Welt. Und damit auch uns selbst.</p><p>So düster dies alles auch klingt: Es ist Teil eines Prozesses, der kaum zu stoppen, sehr wohl aber zu beeinflussen ist. Die Welt bewegt sich, die Dampfmaschine hat uns ebenso verändert wie die Erfindung der Glühbirne, und die Apokalypse wird auch durch das Internet und unsere Data DNA nicht eingeleitet. Am Ende liegt alles – wie so oft – in unseren Händen.</p><p>Wie schließlich Medien, Öffentlichkeit, Politik, Rechtsgebung und Unternehmen – also wir alle – in den kommenden Jahren mit der Data DNA umgehen werden, ist an vielen Stellen noch völlig offen. Fest steht nur: Je bewusster uns ihre Existenz ist, desto umsichtiger können und müssen wir alle mit ihr umgehen.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/09/27/auf-dem-weg-zur-data-dna/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>63</slash:comments> </item> <item><title>Pseudonymität: Ein offener Brief an Google</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/09/05/pseudonymitat-ein-offener-brief-an-google/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/09/05/pseudonymitat-ein-offener-brief-an-google/#comments</comments> <pubDate>Mon, 05 Sep 2011 16:32:54 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50229</guid> <description><![CDATA[<p>Irgend jemand muss schließlich anfangen, und diesmal ist es <a
href="https://twitter.com/#!/christophkappes">Christoph Kappes</a>, der mit einem <a
href="http://pseudonymmusssein.posterous.com/pseudonyme-auf-google-plus">offenen Brief an Google</a> die Pseudonymitätsdebatte weiter ankurbelt. In dieser geht es um Googles Anforderung an Nutzerinnen und Nutzer des Social Networks <em>Google+</em>, ihren &#8222;echten&#8220; Namen zu benutzen, Pseudonyme oder Fantasienamen sind nach Googles Willen unzulässig.</p><p>Christophs Brief hat einige zumindest in diesen Breitengraden des Internet bekannte Namen und ein paar MdB als Erstunterzeichner, sie alle fordern Google in dem Brief auf, die Namenspolitik bei G+ zu überdenken und zu ändern.</p><p>Ich halte Googles Vorschrift, G+ nur mit &#8222;echtem&#8220; Namen nutzen zu können, albern, blöd, bedenklich und falsch. Und ich habe den Brief trotzdem nicht mitunterzeichnet. Die Gründe schwanken zwischen sachlich und unsachlich sowie zwischen persönlich und inhaltlich.</p><p>Mir geht nämlich sehr viel mehr auf den Wecker als die Frage nach Klarnamen bei Google+. Die immer weiter voranschreitende &#8222;Übernahme&#8220;, die schleichende Zentralisierung weiter Teile des Netzes durch Google, Facebook, Apple und viele andere schmeckt mir nicht. Nicht etwa, weil ich einer nerdigen Netzreligion angehöre oder weil früher alles besser war, sondern aus ganz persönlichen Beweggründen.</p><p>Ich möchte ganz einfach nicht, dass Unternehmen mein Kommunikations-, Kauf-, Arbeits- und Lebensprofil so gezielt auswerten können, wie es zur Zeit der Fall ist. Und ich möchte nicht, dass aus der Utopie Internet ein Kontroll- und Überwachungsalbtraum wird.</p><p>Egal, ob ich mich mit Mobile Me an Apples iDevices knüpfe oder mit einer Gmail-Adresse an Android (oder an ein Chromebook), ob ich auf Facebook ein kleines Spiel gegen meinen Sohn spiele oder für meine Mutter ein Produkt auf Amazon oder Ebay suche: Es wird getrackt, datengemint, verfolgt, mitgeschnitten, gespeichert und mit meinen Daten Geld verdient ohne Ende.</p><p>Bis zu einem gewissen Punkt ist mir das egal, denn mir ist bewusst: Es ist der Preis, den ich für die in vielen Fällen ansonsten kostenfreien Produkte zahle. Letztendlich interessiert sich Google nicht für Johnny Haeusler, sondern für mein Online- und Kaufverhalten und das ähnlicher Personengruppen. Muss man auch nicht so supertoll finden, aber das ist das Geschäft und auch Googles Programmierer leben nicht von Luft und Liebe.</p><p>Spätestens jedoch, seit Facebook sich massiv gegen die von <a
href="http://www.heise.de/ct/artikel/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html">Heise</a> und dem <a
href="http://www.swr3.de/startpage/Hinweise-zum-Datenschutz/-/id%3D47310/did%3D906402/3052t/index.html#facebook">SWR</a> eingesetzten &#8222;Zwei-Klick-Like-Buttons&#8220; wehrt; spätestens, seit <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/08/29/wo-sind-die-richter/">Google-Chef Eric Schmidt</a> Google+ als &#8222;Identitätsdienst&#8220; bezeichnet hat und dabei die Zusammenarbeit mit Regierungen erwähnte; speziell, wenn man mit Blick auf den Google-Bezahldienst CheckOut davon ausgehen darf, dass Google u.a. wegen der Zusammenarbeit mit Kreditkartenunternehmen auf &#8222;echte&#8220; Namen besteht; spätestens dann wird klar, dass der Preis, den wir für Online-Services bezahlen, jeden Tag höher wird.</p><p><small>Warum Google trotz dieser ganzen Pläne bei allen G+-Nutzern auf &#8222;echte&#8220; Namen besteht und nicht einfach die optionale Nutzung der personenrelevanten Dienste an diese Vorgabe knüpft, ist mir unklar, es legt aber die Vermutung nahe, dass das Wort &#8222;optional&#8220; aus dem Google-Wörterbuch verschwinden könnte.</small></p><p>Wie tief wir bereits in der Scheiße stecken, merke ich, wenn ich darüber nachdenke, welche Konsequenzen meine Überlegungen für mich persönlich im Netz, aber auch für Spreeblick haben könnten. Der komplette Verzicht auf die genannten Dienste und/ oder Unternehmen wäre alles andere als einfach und – da lächelt der CEO – würde einige Komfort-Einbußen mit sich bringen.</p><p>Und damit komme ich nun tatsächlich auch noch zu dem offenen Brief. Denn diesem merkt man meiner Meinung nach eine ähnliche Verunsicherung an und für wie aussichtslos er sich selbst hält, am Ende ist er nicht mehr als ein vorsichtiges Nachfragen. So richtig anlegen mag man sich nicht mit dem nicht ganz so unverzichtbaren Google, und das Unternehmen wird sich davon kaum irritieren lassen. Vielleicht wird es ein bisschen Presserummel von denjenigen geben, die mit Google noch ganz andere Rechnungen offen haben, vielleicht kommt eine freundliche Antwort von Google. Das war&#8217;s.</p><p><small>Ein wenig mehr &#8222;Impact&#8220; hätte man vielleicht aufbauen können, wenn man die Webadresse und den Brief <em>auch</em> in einer englischen Version gebracht hätte und sich vorher mit Aktivisten aus anderen Ländern zusammengeschlossen hätte – aber das kann ja alles noch kommen.</small></p><p>In Sachen &#8222;Echt&#8220;namen-Regelung bei Google+ gibt es meiner Meinung nach nur einen vielleicht (!) sinnvollen Weg des Protestes: Das Netzwerk nicht mehr zu benutzen und diesen Schritt mit so viel Tamtam wie möglich zu kommunizieren. Dass dies etwas an Googles Geschäftsmodell oder gar Erfolg ändern würde, bezweifle ich zwar auch, doch es hätte meiner Meinung nach etwas mehr Eier als ein netter Brief.</p><p>Ob ich diesen Weg gehen werde (und in diesem Zusammenhang noch weitere Schritte im Zusammenhang mit meinen oben beschriebenen Gedanken unternehme), überlege ich noch, doch diese Entscheidung werde ich persönlich und allein treffen.</p><p><small>Weitere nicht so super sachliche Gründe: a) Ich bin komisch drauf, was diesen ganzen Social-Media-Kram angeht. b) Ich unterschreibe lieber nur noch Briefe, die ich selbst geschrieben habe und die nicht gleichzeitig von MdB unterzeichnet sind. c) Es ärgert mich, dass die Namensdiskussion bei Google Aktionen und Aktivitäten und Diskussionen ohne Ende hervorbringt, während Themen wie Bildung, Ethik, Medienerziehung etc. immer bei den uncooleren Experten und in kleineren Zirkeln hängenbleiben, vermutlich, weil sie halt nicht so sexy und hip sind.</small></p><p><small>Und bevor es komische Vermutungen gibt: Ich kenne und schätze Christoph Kappes und einige der Unterzeichnenden schon länger (meine Einwände hatte ich auch schon an Christoph geschickt, ihn werden diese Zeilen also kaum überraschen) und ich bin froh über jeden, der den Arsch hochbekommt und etwas tut. Der offene Brief ist nur in diesem Fall nichts für mich, was auch nicht schlimm ist, denn ich wünsche ihm trotzdem und ehrlich Erfolg.</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/09/05/pseudonymitat-ein-offener-brief-an-google/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>52</slash:comments> </item> <item><title>Telecomix: It&#8217;s all about fun</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/08/31/telecomix-its-all-about-fun/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/08/31/telecomix-its-all-about-fun/#comments</comments> <pubDate>Wed, 31 Aug 2011 07:48:58 +0000</pubDate> <dc:creator>Stephan Urbach</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50189</guid> <description><![CDATA[<p><small>Vorwort der Redaktion: Der folgende Text stammt von Stephan Urbach, der bereits im Rahmen der Aktion &#8222;Open Spreeblick&#8220; <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/08/08/und-da-beschwert-ihr-euch-noch/">unser Gast war</a>. Im Folgenden gibt Stephan einen Einblick in seine Aktivitäten bei Telecomix. Links folgen unten im Text, <a
href="http://klabautercast.de/2011/02/21/folge-54-telecomix-modems-fur-agypten/">hier gibt es noch ein Interview</a> mit Stephan und hier einen <a
href="http://chaosradio.ccc.de/cr165.html">Chaosradio-Podcast</a> zum Thema .</small></p><p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/08/telecomix-Syria.png" alt="telecomix Syria" title="telecomix Syria" class="alignleft size-full wp-image-50190" style="margin-right:20px" />Irgendwann um 8:30 wache ich das erste Mal auf. Will eigentlich noch schlafen. Eine viertel Stunde später höre ich meinen Mitbewohner in der Küche. Der erste Kaffeeduft landet in meiner Nase. Irgendwann später schaffe ich es aus dem Bett. An meinem Platz in der Küche steht frischer Kaffee und ich schalte meinen Laptop ein. Email, Jabber, diverse SSH-Verbindungen. Die Nachrichten der letzten Nacht flackern über meinen Bildschirm. Eigentlich will ich duschen. Die ersten Anrufe trudeln ein. Die Handwerker müssen das Bad noch fertig machen, ich gebe ihnen einen Termin. Das Arbeitsamt will mich sehen. Ich vertröste sie auf die folgende Woche. Zu spannend, was da grade in meinem IRC Fenster passiert. Einer unserer syrischen Kontakte hat von der letzten Demo ein Video gemacht, um 11 Uhr ist es hochgeladen und verbreitet sich im Netz. Der Kaffee ist kalt. Egal, austrinken und eine Mate hinterherschütten.</p><p>Um 11:30 habe ich mein erstes Telefonat mit Journalisten &#8211; ich biete ihnen an, einen unserer syrischen Kontakte zu interviewen. Zwei sagen zu. Ich erkläre ihnen am Telefon, wie sie sich dann zum passenden IRC-Server verbinden und wie das funktioniert. Der Chefredakteur einer Zeitung bittet mich, ihm E-Mailverschlüsselung zu erklären. Irgendwo habe ich doch eine Anleitung, ich muss sie nur finden. Ich stelle fest, dass ich durchaus streng rieche. Also, ab, unter die Dusche. Das wollt ich eigentlich schon nach dem Aufstehen machen.</p><p>Jemand, es könnte mein Mitbewohner sein, stellt mir gegen 13:30 was zu Essen hin. Stimmt, Hunger hab ich auch. Seit Stunden untersuchen wir ein Problem mit Verschlüsselungen und gefälschten Zertifikaten. Mails gehen hin und her, die Runde wird größer. Chats, Telefonate und Emails mit Google, Facebook und anderen Anbietern werden geführt. Das ist für Syrien kritische Infrastruktur. Um 15:40 klingelt das Telefon. Ich habe einen Termin vergessen, verschiebe ihn auf morgen und entschuldige mich langatmig. Meine Freunde sind es ja bereits gewohnt. Leider.</p><p>Um 18:00 Uhr sind 15 Leute beteiligt, die sich in diesem Moment als Mitglieder der Aktivistengruppe betrachten. Übrig bleiben werden die, die schon immer dabei sind. Ich entscheide mich, mit ein paar Leuten ein Bier zu trinken.</p><p>Um 21:15 ruft mich eine Twitter-DM zurück an den Rechner. Ein VPN Server ist abgeschmiert &#8211; meiner. Muss repariert werden. Ich nehme mir vor, endlich weiteren Aktivisten Zugriff zu geben. Muss ich mal machen. Wirklich. Irgendwann. Um 22:05 rennt die Kiste wieder, ich mache Meldung im IRC. Der Traffic steigt und ich bin glücklich. Da tauchen wieder die nächsten Probleme auf &#8211; ein Kontakt ist verschwunden. Wir machen uns Sorgen, schauen, ob er irgendwo Spuren hinterlassen hat, die ihn verraten. Nein, wir finden nichts. Wurden wir kompromittiert? Sind wir aufgeflogen? Müssen wir uns um uns Sorgen machen? Wir finden, dass wir das nicht müssen.</p><p>Um knapp halb eins beantworten wir die Mails verschiedener Pressevertreter. Ob wir Interviews geben, ob wir mal vor laufender Kamera was hacken können. Als ob wir Hacker wären. Ein Dokumentarfilmer möchte mit uns wegen eines Films über Anonymous sprechen. Ich habe aufgehört zu zählen, wie viele das schon gefragt haben. Ein Radio wollte uns live vor ein paar Stunden in der Sendung interviewen. Leider brauchen wir dafür Vorlaufzeit und können nicht einfach mal so schnell in eine Sendung springen. Heute hat das mit den Mails lesen und beantworten nur eine Stunde gedauert. Wie schön.</p><p>Um halb zwei suche ich unserer Küche nach Essbarem ab, haue mir das Zeug in die Pfanne und öffne die letzte Mate. Während des Essens, es ist kurz nach zwei, lese ich weiter in meinen IRC Logs &#8211; Jabber Fenster blinken hektisch. Eigentlich habe ich nur Augen für eines davon &#8211; ihres. Wenn ich mal Zeit habe, fahre ich sie besuchen. Auf einen Kaffee oder so. Sie wohnt vier U-Bahn Stationen entfernt &#8211; wann soll ich das denn machen? Mein Flugticket nach Schweden kommt per Mail rein &#8211; da war ja auch noch diese Konferenz. Das Innenministerium hat geladen, ich lese nochmal schnell die Zusammenfassung zu meinem Talk &#8222;Revolutions from the Couch&#8220; durch. Entscheide mich aufzuhören. Mal wieder. Teile es den anderen mit. Mal wieder.</p><p>&#8222;Wir sind kleine Räder in der Maschinerie der Revolutionen&#8220; schallt es durch den IRC Channel. Von allen Ecken. Wir sind in einer tiefen Sinnkrise. Ausgebrannte Aktivisten säumen unserern Weg. Die Nerven liegen blank. Ich bin seit 20 Stunden wach. Wir motivieren uns mit Durchhalteparolen &#8211; weitermachen, um jeden Preis. Unser Opfer ist nichts gegen das der Menschen auf der Straße. Unsere Freunde sind da draussen, bereit, sich für den nächsten Protest zu formieren und vielleicht nie wieder heimzukehren. Es ist 4:30 &#8211; ich gehe ins Bett und bin immer noch ein Teil der Aktivistengruppe.</p><p>&#8222;It&#8217;s all about fun!&#8220; Mit einfachen Worten wurde ich zu diesen Aktivisten gelockt. Wer will das nicht? Spaß haben und dabei vielleicht noch was bewegen. Seit Januar arbeiten wir an  verschiedenen Fronten, dabei bin ich schon länger. &#8222;Wir&#8220;, dass sind die  Aktivisten, die zu &#8222;Netzerbauern&#8220; hoch geschrieben wurden. Wir haben  doch nur das getan, was getan werden musste. &#8222;We rebuild&#8220; ist unser  Slogan. Ja, wir bauen neu, mit viel Spaß an der Sache. Wir haben die  schwedischen Jungen Piraten getrollt, ein paar europäische  Parlamentarier ebenso und haben generell viel zu lachen. Halt. Hatten. Bis Februar 2011.</p><p>Denn da wurde Ägypten plötzlich vom Netz genommen. Einfach so. Naja, was heißt einfach so. Die Revolution war in vollem Gange und Internet ist das Letzte, was der lokale Diktator zum Machterhalt gebrauchen kann. Aber weil wir daran glauben, dass jeder einen Zugang zum Internet haben dürfen muss, legten wir diesen, mit piepsigen Modems. Wir gaben denen, die danach verlangten, das, wovon  wir glauben, dass es ein Menschenrecht ist. Und auch wenn wir vielen nicht helfen konnten, haben wir zeigen können: Wir sind nicht alleine. Wir wollen frei sein. Wir werden kämpfen. Wir sind überall.</p><p>Wichtig ist das. Doch sich mit lokalen Diktaturen rumzuärgern ist nicht wirklich Spass.  Schlafmangel und hohe Konzentration sind nicht förderlich, wenn man  wieder was zu lachen haben will. Viele von uns haben nicht aufgepasst  und ihr Leben dreht sich nur noch um den Aktivismus, um die Sache.  Einige bekommen mit, wie das Aktivstenleben so abläuft &#8211; in Stücken,  Fragmenten. Ich schreibe diesen Blogbeitrag nicht, um Mitleid zu  erhaschen, denn schnell kann man auch in Selbstmitleid abdriften. Ich  habe dieses Leben so gewählt. Freiwillig. Und ich tue es gerne und  voller Stolz auf das, was wir geleistet haben.</p><p>We are from the internets. We come in peace. Let there be freedom for all people and computer.</p><p>Wir sind Telecomix &#8211; <a
href="http://telecomix.org/">und eigentlich haben wir geschlossen</a>.</p><p><i>Mein Name ist <a
href="http://stephanurbach.de/">Stephan Urbach</a> und ich bin ein Telecomix Agent.</p><p>Mit freundlicher Hilfe von <a
href="http://juliaschramm.de/blog/">Julia Schramm</a> und <a
href="http://tarzun.de">Klaus Peukert</a>, welche Mängel in Formulierung und Struktur ausgemerzt haben.</i></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/08/31/telecomix-its-all-about-fun/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>6</slash:comments> </item> <item><title>E-Petition: Verbot der Vorratsdatenspeicherung</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/08/30/e-petition-verbot-der-vorratsdatenspeicherung/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/08/30/e-petition-verbot-der-vorratsdatenspeicherung/#comments</comments> <pubDate>Tue, 30 Aug 2011 09:11:43 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50154</guid> <description><![CDATA[<p>Ich habe soeben die E-Petition <a
href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=17143">&#8222;Strafprozessordnung &#8211; Verbot der Vorratsdatenspeicherung vom 15.03.2011&#8243;</a> unterzeichnet.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/08/30/e-petition-verbot-der-vorratsdatenspeicherung/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>8</slash:comments> </item> <item><title>Freifahrt [Update]</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/08/19/freifahrt/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/08/19/freifahrt/#comments</comments> <pubDate>Fri, 19 Aug 2011 16:02:58 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=49921</guid> <description><![CDATA[<p><div
class="labeledImage "><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/08/mamba.jpg" /><p><a
class="license-cc" href="#"><span
class="text">T. Haeusler</span></a></p></div></p><p>Es war in den 70er Jahren, glaube ich, als sich in Deutschland leidenschaftliche Autofahrer zusammentaten und unter dem Slogan &#8222;Freie Fahrt für freie Bürger&#8220; gegen staatliche Beschränkungen des Individualverkehrs wehrten. Diese Autofahrer waren davon überzeugt, dass Tempolimits und (damals stattfindende) autofreie Sonntage ein Eingriff in ihre persönliche Freiheit wären, und dass nur sie selbst entscheiden sollten, wann und wie schnell sie fahren dürften.</p><p>Die Auto-Lobby hatte eine sehr laute Stimme, die von diversen Automobilklubs und von den Boulevard-Medien, die dem Volk so gerne &#8222;aufs Maul schauen&#8220;, verstärkt wurde. Irgendein Axel-Springer-Blatt brachte den Slogan als Aufkleber-Beilage und selbiger prangte danach auf vielen PKW.</p><p>Geändert hat der Autofahrer-Protest an der Verkehrspolitik der darauf folgenden Jahre und Jahrzehnte nur wenig, und wenn wir heute in Großstädten immer mehr begrüßenswerte Tempo-30-Zonen haben, dann verdanken wir das ganz sicher nicht jenen Teilen der autofahrenden Bevölkerung, die ihre individuellen Bedürfnisse über die ihrer Umwelt stellen.</p><p>Manchmal, in stillen Sekunden, wenn die Katzen auf Twitter schlafen, bei Facebook alle außer den Codern Mittagspause machen und sogar Robert Scoble Google+ abgeschaltet hat … dann frage ich mich, ob Teile der netzpolitischen Gemeinde mittlerweile ähnlich funktionieren wie die oben beschriebenen Autofahrer. Freies Netz für freie Bürger.</p><p>Und dann lese ich von Cameron und <a
href="http://www.tagesschau.de/ausland/facebook230.html">diesem</a> und anderem Irrsinn und fasse es nicht. Und weiß: Es ist richtig, sich gegen Zensur und Vorratsdatenspeicherung zu wehren, es ist richtig, zu beweisen, dass Stoppschilder vor Straftaten nichts anderes als politische Nebelkerzen sind. Und es ist ebenso richtig, Gesetzentwürfe und andere politische Maßnahmen immer wieder auf ihre Tauglichkeit und ihre Verhältnismäßigkeit zu überprüfen.</p><p>Und trotzdem nervt es mich, wenn in meinen Netz-Streams jede mögliche Einschränkung als Zensur bezeichnet wird; wenn vielleicht anstehende Veränderungen des Status Quo als Angriff auf die Menschenrechte interpretiert werden; wenn Lösungsvorschläge allein an ihrer unwahrscheinlichsten Fehlbarkeit gemessen werden; wenn als Antworten auf gesellschaftliche und politische Fragen allein die Behauptung einer Selbstregulierungskraft des Netzes sowie die zwar wichtigen, aber immer noch viel zu wenig ausformulierten Forderungen nach mehr Medienkompetenz kommen. Für meine Vorstellung vom gemeinsamen Weiterkommen, konstruktiven Gesprächen und gegenseitigem Wissensaustausch sieht es dann schlecht aus, und Versuche, Experimente und daraus resultierende Erkenntnisse werden so gut wie unmöglich. Das, was man aus dem Meer der Netzstimmen manchmal zu lesen bekommt, unterscheidet sich dann an Eindimensionalität nicht mehr von dem, was man kritisiert.</p><p>Das mag mich nerven, überraschen darf es mich aber eigentlich nicht. Die aktuelle Politik nicht nur hierzulande macht es einem nicht leicht, sie ernst zu nehmen und sie zu respektieren, sie als Partner statt als Feind, als Diener statt als Herrscher zu betrachten, da man den Eindruck hat, dass nur aus Angst und Unsicherheit, auf wirtschaftlichen Druck hin und sowieso nur bis zur nächsten Wahl gehandelt wird. Kontroll- und Regulierungswahn hier, sagenhafte Inkompetenz dort, Ignoranz und Arroganz an allen Enden … dabei ruhig zu bleiben, fällt schwer, keineswegs nur in netzpolitischen Bereichen.</p><p>Und trotzdem darf dies alles kein Grund sein, Augen und Ohren davor zu schließen, dass Veränderungen auch vor dem Netz nicht Halt machen werden.</p><p>Die wohl kaum umkehrbare Kommerzialisierung des Netzes, seine Verbreitung, seine Ortsunabhängigkeit, seine Allgegenwärtigkeit, sein Einsatz für viele unterschiedliche Zwecke und die gleichzeitige Nutzung als Infrastruktur für unternehmerische, militärische, private und politische Zwecke, vor allem aber seine &#8222;Normalität&#8220; für fast alle Menschen in einigen Regionen der Welt (und ihre Abhängigkeit davon) bringen Herausforderungen mit sich, die weder allein technisch, noch allein politisch, noch allein kulturell zu beantworten sind, sondern nur von einer Mischung aus vielen Disziplinen.</p><p>Ich bin davon überzeugt, dass es im Netz neben den glitzernden Hauptstraßen auch immer die dunkleren Seitengassen, die nur halb legalen Rotlicht-Viertel, die Indie-Läden und die Drogendealer geben wird – wie in jeder Stadt auch. Man wird immer finden, was man will, wenn man weiß, wo man suchen muss. Ich mache mir keinerlei Sorgen darum, dass das Netz zu einem klinisch sauberen Ort werden könnte, der keinen Platz mehr für Spinner und Absurditäten lässt, für Abgedrehtes und Absonderliches und für das, was nun wirklich nur drei echt ziemlich schräge Leute interessiert. Das Netz besteht schließlich aus Menschen. Die machen das schon.</p><p>Ich bin aber auch ziemlich sicher: Das anarchistische Internet ist tot. Und es wurde nicht allein von regulierungswütigen Politikern oder Wirtschaftbossen getötet, sondern vielleicht auch von der Realität seiner verschiedenen Entwicklungen, von der Tatsache, dass es schon lange kein elitärer Klub mehr ist, sondern ganz einfach eine Erweiterung des öffentlichen Raums. Und für einen solchen kann das Hoffen auf Selbstregulierung kaum genügen.</p><p>Das anarchistische System, ein System, das trotz unterschiedlichster Ansprüche wirklich (wirklich!) selbstständig funktioniert, kenne ich nicht. Jedes Forum hat Regeln, die es einzuhalten gilt, jede Programmiersprache bestraft die Missachtung seiner Regeln und jede Demokratie auch.</p><p>Eine überschaubare Gruppe von Menschen mit einer guten Ausbildung, einem dazu passenden Selbstbewusstsein und einer unerschütterlichen Psyche, die nicht einmal im Traum daran denken, jemandem anderen Schaden zuzuführen, könnte vielleicht ein anarchistisches Internet erfolgreich bevölkern. Vielleicht.</p><p>Doch es wird nicht von einer solchen Gruppe bevölkert. Das Netz, morgen noch mehr als heute, ist für alle da, es <em>muss</em> für alle da sein. Für die Armen und Reichen, die Starken und Schwachen, die Klugen und Dummen, die Jungen und Alten. Weshalb es von keiner Elite beherrscht werden darf. Nicht von einer politischen oder wirtschaftlichen, aber auch nicht von einer technischen.</p><p>Ich habe mich lange gegen die Akzeptanz dieser Entwicklung gewehrt, denn ich liebe die Utopien über alles, die mir das Netz verspricht. Doch egal, wie ich das finde: Es werden Ampeln aufgestellt werden (deren Signale man missachten kann). Es werden Regeln gelten (die man brechen kann) und Maßnahmen beschlossen werden gegen die, die sie nicht einhalten.</p><p>Nur ohne jede Hoffnung und ohne jedes Vertrauen in die Menschheit und ihre demokratischen Errungenschaften klingt dies nach einer Diktatur, denn es ist ebenso die Grundlage einer jeden Gesellschaft, die sich mit besten Absichten sowohl um den Konsens der Vielen als auch um den Schutz der Wenigen und vor allem der Schwachen bemühen will.</p><p>Genau diese Absichten sind es natürlich, die den Kern des Misstrauens vieler (Netz-) Bürger gegenüber der Politik ausmachen, und die ob der jüngsten Forderungen von westlichen, demokratischen Politikern wie Cameron, das Internet bei Bedarf jederzeit abschalten zu können, nicht gerade als &#8222;beste&#8220; bezeichnet werden können. Doch glücklicherweise arbeiten Politiker immer seltener im Verborgenen, der Gegenwind gegen solch abstruse Forderungen ist groß und die Wahrscheinlichkeit ihrer Durchsetzung klein.</p><p>Ob nun aber auch mal wirklich gute Absichten bei einzelnen Beteiligten vorhanden sind, bleibt dabei immer wieder individuell zu beurteilen, und eine solche Beurteilung funktioniert meiner Erfahrung nach nur selten nach dem Gut-/Böse-Muster. Es gibt internet-affine Politiker, die sich von den Chancen durch das Netz begeistern lassen ebenso wie Netzaktivisten, die ihre ganz eigene Agenda haben und in ihrem Engagement zunächst eine Chance für ihre Karriere sehen. Das Leben ist keine 1-bit-Grafik.</p><p>Vermutlich fehlt mir einfach manchmal das Maß auf allen Seiten und oft auch das Verständnis für mehr Interessen als die eigenen. Vielleicht kenne ich zu viele völlig verunsicherte und überforderte Eltern, die sich alle Mühe geben, neben dem täglichen Alltagswahn noch korrekte Medienerziehung zu leisten und die technische, aber durchaus auch staatliche Unterstützung wollen, vielleicht kenne ich andererseits auch zu viele Nerds, die zwar vorgeben zu glauben, dass Netz per se würde gesellschaftliche Fragen beantworten, im Grunde aber nur ihr Desinteresse an einigen dieser Fragen nicht zugeben wollen.</p><p>Vielleicht verwirrt mich das alles manchmal nur, weil ich es nicht lösen kann, weil mir zu viele Antworten fehlen oder ich mich mit den gegebenen nicht zufrieden geben mag. Ich weiß es nicht.</p><p>Ich weiß nur, dass ich auf keinen Fall Teil einer Autofahrerlobby sein will.</p><p><strong>UPDATE</strong> Da es einige Kritik an den Auto-/Verkehrvergleichen gibt: Bitte löst euch doch mal davon. Natürlich kann man das Internet mit nichts richtig vergleichen, aber speziell bei der Autometapher geht es doch hier um etwas anderes. Ampeln und Regeln gibt es nicht nur auf der Straße. &#8222;Ampeln&#8220; werden z.B. auch zur Kennzeichnung von Lebensmitteln oder Videospielen genutzt, der Vergleich sollte also hier bitte nur als &#8222;Hinweis-System&#8220; verstanden werden. Und bei der Einleitung geht es auch nicht wirklich um Autos, sondern um die Frage, ob man manchmal den Blick fürs Ganze verliert.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/08/19/freifahrt/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>43</slash:comments> </item> <item><title>GEMA vs. YouTube: Gerüchte, Zahlen, Forderungen</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/06/21/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/06/21/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen/#comments</comments> <pubDate>Tue, 21 Jun 2011 14:20:43 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=46820</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="314" src="http://www.youtube.com/embed/g-qFLX26-O8?rel=0&amp;hd=1" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Das Erstaunliche am oben gezeigten <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anonymous_(Kollektiv)">Anonymous</a>-Video, mit dem sich die Gruppierung in den Streit zwischen der GEMA und Google/YouTube einmischt, bei dem es um die Vergütung der musikalischen Urheber von Musikvideos geht: Offenbar wissen Anonymous weit mehr als andere Beobachter des Kampfes, unter dem so gut wie jeder Internet-Nutzer hierzulande leidet. Oder sehr viel weniger. Aus dem Statement des Videos:</p><blockquote><p>(…) Wir beobachten mit Sorge eure überhöhten Forderungen bezüglich urheberrechtlich geschützem Material auf Youtube und anderen Plattformen dieser Art. (…) Ihren überzogenen Forderungen kann und wird das Unternehmen Google nicht zustimmen können, da es nicht die benötigten Werbeeinnahmen generieren kann. (…)</p></blockquote><p>Das ist bei aller Sympathie für Anonymous beinahe so putzig wie die aktuelle <a
href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,768816,00.html">Rebellion der Plattenbosse</a>.</p><p>Denn: Die Verhandlungen zwischen GEMA und Google sind geheim, sie unterliegen einem strengen, meines Wissens auf Wunsch von Google unterzeichneten NDA („Non Disclosure Agreement“), also einem Stillschweigeabkommen. Keine Spur von Transparenz ist zu entdecken bei diesen Verhandlungen, und so wissen nur wenige Menschen, wie hoch die aktuellen Forderungen der GEMA tatsächlich sind, vermutlich noch weniger haben eine Ahnung, was sich Google im Gegenzug vorstellt, und so gut wie niemand außerhalb der Google-Leitung dürfte einen Überblick haben über die YouTube-Einnahmen durch Musikvideos in Deutschland.</p><p>Unter diesen Voraussetzungen also von &#8222;überhöhten Forderungen&#8220; zu reden, sich stattdessen für ein Unternehmen einzusetzen und so zu tun, als könne dieses Unternehmen aus Not seine Miete nicht bezahlen; gleichzeitig gegen einen zwar seit Jahren furchtbar agierenden und gemeinsam mit dem geltenden Urheberrechtsgesetz dringend erneuerungsbedürftigen, im Kern aber einer freiwilligen Solidargemeinschaft zuträglichen Verein zu wettern, der 2010 von den eingenommenen 863 Millionen Euro immerhin 736 Millionen an seine rund 65.000 Mitglieder ausgezahlt hat … das kann man mindestens als &#8222;interessante Sichtweise&#8220; bezeichnen. Zum Vergleich: Das YouTube-Mutterschiff Google hat im ersten Quartal 2011 einen Gewinn von 2,3 Milliarden Dollar erwirtschaftet.</p><p>Doch das ist und bleibt wahrscheinlich das Fantastische an Google: Dass der Konzern es immer wieder schafft, als eine Art kultureller Robin Hood dazustehen und nicht als das, was er ganz einfach ist: Ein profitorientiertes Mega-Unternehmen, das 97% seiner Umsätze mit Online-Werbung macht und nebenbei noch die Art und Weise, wie der Großteil der Nutzer das Internet erlebt, maßgeblich bestimmt. Ich nutze Google-Produkte und halte einige davon für qualitativ absolut hochwertig – bei aller Anerkennung braucht man aber nicht zu vergessen, dass Google kein gemeinnütziger Verein ist.</p><p>Wenn wir von der GEMA und YouTube reden, dann reden wir von Vereinbarungen zwischen den Urhebern, also den Komponisten und Textern eines Songs (besser: deren Vertretern), und der Plattform, die mit diesen Songs Umsätze generiert, also YouTube. Das ist wichtig, denn nicht nur diese Urheber haben ein Interesse daran, an den Gewinnen von YouTube beteiligt zu werden, sondern auch die Inhaber der &#8222;Masterrechte&#8220; eines Musikclips, also diejenigen, welche die Aufnahme des Songs und die Produktion des Videos finanziert haben. Diese jedoch haben mit der GEMA erstmal nichts am Hut und haben sich daher mit YouTube in einigen Fällen bereits vor Jahren geeinigt. Die durch einen Musikclip entstandenen Werbeeinnahmen werden dabei – so eine Vermutung – in etwa halbiert: Die eine Hälfte geht an den Inhaber der Masterrechte, der daran je nach Vertrag den Künstler beteiligt, die andere Hälfte bleibt bei YouTube. Das klingt fair und ist vor allem kein Pappenstiel, denn etwa fünf bis zehn Euro pro tausend Videoabrufe können so an den Master-Inhaber gehen. Bei einem Superhit, der auf 100 Millionen Videoabrufe kommen kann, können also schon mal mindestens eine halbe Million Euro hängenbleiben. Eine kleinere Band jedoch braucht 200.000 Video-Views, um auf einen Tausender zu kommen.</p><p>Das alles aber natürlich nur (und das ist ebenso wichtig, um Googles Strategie in den Verhandlungen zu verstehen), wenn Werbung innerhalb der Videos geschaltet wird. Wenn ein Künstler und/oder der Master-Inhaber dies nicht möchte (und ja, das gibt es), geht er leer aus.</p><p>Genau deshalb möchte sich die GEMA in ihrem Bereich vermutlich nicht auf einen werbe-abhängigen Deal einlassen, sondern fordert eine generelle Vergütung ihrer Mitglieder, die zunächst unabhängig davon ist, ob Werbung in den Videos stattfindet. Diese GEMA-Forderung soll genau das verhindern, was Google wahrscheinlich erreichen möchte: Die Urheber wären über einen solchen werbe-abhängigen Deal mehr oder weniger dazu gezwungen, ihre Musik mit GoogleAds zu verknüpfen.</p><p>Nun ist es nicht so, dass Google eine generelle Abgabe an die GEMA ablehnt, doch über die Höhe wird gestritten, denn natürlich möchte die GEMA diese Summe so hoch, Google hingegen aus den gerade genannten Gründen so niedrig wie möglich ansetzen. Wer verdienen will, muss eben Google-Werbung zulassen, so sieht Google das vermutlich und lud daher gestern die Musikindustrie zu einem speziellen &#8222;YouTube-Event&#8220; ein, pikanterweise zu genau dem gleichen Zeitpunkt, an dem die <a
href="https://www.gema.de/musikurheber/mitgliederbereich/mitgliederversammlung.html">GEMA-Mitgliederversammlung</a> in genau der gleichen Stadt (München) begann. Aus der Google-Einladung:</p><blockquote><p> Liebe Musikschaffende,</p><p>Wenn Sie “YouTube” hören, woran denken Sie dann?  Die weltgrößte Video &#8211; Webseite? &#8211;  Klar. Eine globale Marketing &#8211; Plattform? &#8211; Auch.  Eine Umsatzquelle? Rechtemanagement? Ein globales Marktforschungs-Tool? Hmm, interessant&#8230;.</p><p>YouTube hat in kurzer Zeit die Musikindustrie weltweit geprägt. Für viele Interpreten, Labels, Komponisten, Autoren und Verlage ist YouTube zum festen Bestandteil ihrer Digitalstrategie geworden. Unzählige Künstler sind über YouTube entdeckt worden und haben über unsere Plattform nationale und internationale Bekanntheit erlangt. YouTube fehlt in kaum einer Marketingstrategie von Musikmanagern. YouTube hat sich in vielen Ländern als signifikante Umsatzquelle für Musikschaffende etabliert. ‘We make our music videos for YouTube’, bekannte Troy Carter, weltweiter Manager von Popstar Lady Gaga.</p><p>Wir laden Sie herzlich ein, die Welt von YouTube mit uns zu entdecken! Wir möchten Ihnen einen Blick &#8216;hinter die Kulissen&#8217; geben und Ihnen zeigen, wie Sie YouTube für sich nutzen können.</p><p>Snacks und Getränke stehen für Sie bereit.</p></blockquote><p>Ich übersetze das in etwas so: &#8222;Wir bieten euch kostenfreie Rechtekontroll- und Analyse-Tools und wenn ihr eure Clips für GoogleAds freigebt, auch noch Möglichkeiten zur Monetarisierung eurer Künstler.&#8220; Fair enough. Soweit.</p><p>Wäre da nicht die doofe GEMA, die mit den Master-Inhabern nur gelegentlich zu tun hat, für die Werbeeinahmen ein zweites Paar Schuhe sind und die daher ordentlich bockt.</p><p>Will man aber nun zu den realen Zahlen kommen, um die es überhaupt geht in den derzeit stillstehenden Verhandlungen, muss man sich zunächst leider in den Gerüchte-Keller begeben. 12 Cent soll die GEMA irgendwann einmal pro Video-View verlangt haben, eine tatsächlich unrealistische Forderung. Irgendwann soll man dann angeblich einen Preis von 0,2 Cent, also 0,002 Euro pro View vorgeschlagen haben und dabei – dies wäre wichtig, wenn es denn stimmt – einen Unterschied zwischen „echten“, also offiziellen Videoclips eines Künstlers, und einer „Zweitverwertung“ durch Amateur-Nutzer berücksichtigt haben. Die Views zu einem offiziellen U2-Video wären in diesem Fall also nach der angeblichen Idee der GEMA mit 0,2 Cent an die Urheber vergütet worden, ein Amateur-YouTube-Clip, in dem ein Stück von U2 im Hintergrund läuft, jedoch mit weitaus weniger. Das Ganze hätte dann noch in Abhängigkeit der tatsächlich mit einem Video durch YouTube erzielten Werbeeinnahmen gebracht werden sollen.</p><p>Um nun als Außenstehender halbwegs entscheiden zu können, ob diese angeblichen 0,2 Cent viel oder wenig wären, müsste man wissen, welche Summen Google im Gegenzug anbietet. Dies ist in Deutschland wegen des bestehenden NDA kaum zu ermitteln, es geht jedoch auch anders: Man nimmt sich Zahlen aus den Ländern vor, deren Urhebervertretungen sich bereits mit Google haben einigen können. Großbritannien zum Beispiel.</p><p><small>Falls sich jemand fragt, wieso sich die Urheberrechtsgesellschaften in Großbritannien und anderswo bereits mit Google/YouTube einigen konnten: Beim britischen GEMA-Pendant <a
href="http://www.prsformusic.com">PRS</a> beispielsweise haben die Major-Labels das Sagen und drängten auf eine schnelle Lösung – in Deutschland ist der Einfluss der Majors auf die GEMA wesentlich eingeschränkter, was erstmal eher gut ist.</small></p><p>Ein deutscher Musikverlag, der international tätige Urheber vertritt, hat uns Einblick in seine YouTube-Abrechnungen aus Großbritannien gewährt. Nach diesen Abrechnungen erhält der Verlag zwischen 0,000077 Euro und 0,00016 Euro pro Video-Stream (und gibt davon 12% für die Abrechnung an die PRS ab), diese Zahlen mit einem Durchschnitt von <strike>0,00019</strike> 0,0001185 Euro kann man sicher als Google-Richtwert auch für Deutschland annehmen.</p><p><small>Hinweis: Ich habe die Durchschnittszahl nachträglich korrigiert, da ich sie ursprünglich falsch gerundet hatte. Ich bitte um Entschuldigung!</small></p><p><a
href="http://www.horizont.net/aktuell/digital/pages/protected/Web-TV-Werbeumsaetze-werden-sich-bis-2015-vervierfachen_95650.html">Laut Horizont</a> liegt der TKP, also der Preis für tausend Werbeeinblendungen im Web-TV-Markt, derzeit bei rund 20 Euro, Tendenz steigend. Geht man davon aus, dass nur die Hälfte aller Künstler Werbebuchungen via Google in ihren Videos zulässt und geht man weiterhin davon aus, dass die Hälfte dieser 20 Euro an die Master-Inhaber geht, verbleibt ein durchschnittlicher TKP von 5 Euro für alle Musikvideos zusammen bei Google, von dem die GEMA-Abgaben für ebenfalls alle Musikvideos bezahlt werden müssten – weitere Google-Einnahmen durch Werbung auf der Plattform, die nicht direkt im jeweiligen Video angezeigt wird und an denen daher weder Urheber noch Künstler beteiligt sind, lassen wir hier außen vor.</p><p>Eine Tabelle der Einnahmemöglichkeiten für Urheber mit diesen auf GEMA-Seite leider wackligen, aber nicht ganz undenkbaren Zahlen sähe demnach so aus:</p><p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/06/gematube.png" alt="gema youtube" title="gema youtube" class="alignnone size-full wp-image-46871" /></p><p>Man sieht: Selbst nach angeblicher GEMA-Forderung bräuchte ein Komponist 1 Million Abrufe des Videos des von ihm verfassten Songs, um einmalig 2.000 Euro zu verdienen. Dennoch kann man über einen vermutlich geforderten Anteil von 40% der Google-Einnahmen natürlich streiten – genauso wie über die Google-Auszahlung von 3,8% dieser Einnahmen. Würden die Parteien weiter verhandeln (was derzeit nicht passiert, weil sich Google ob einer Klage der GEMA weigert), würde man vermutlich irgendwo dazwischen landen oder eben erst einmal temporäre Vereinbarungen treffen, die man in den kommenden Jahren dem Werbemarkt und anderen Entwicklungen anpasst.</p><p>Man sieht aber auch, dass man kein Mitleid mit Google zu haben braucht, da es keineswegs so ist, dass Google am Hungertuch nagt. Wer die bisherigen Beteiligungen von Künstlern und Urhebern an den Einnahmen der klassischen Musikindustrie kritisiert hat, der müsste bei den Google-Zahlen eigentlich sehr hellhörig werden.</p><p>Und selbst, wenn man die Forderungen der GEMA für zu hoch hält, profitieren von diesen Versuchen der Gewinnoptimierung immerhin diejenigen, welche die Musik komponieren. Die eingangs gezeigten Forderungen von Anonymous greifen daher meiner Meinung nach etwas zu kurz und vor allem zu einseitig. Es geht hier nicht allein um die GEMA, sondern auch um Google.</p><p>Wenn also von Konsumentenseite zurecht etwas gefordert wird, dann sehe ich hier eher folgende Ansätze:</p><p>1) Die Verhandlungen sollten sofort wieder aufgenommen werden. Für Google ist es als US-Unternehmen sicher nichts Ungewöhnliches, dass Verhandlungen von gleichzeitigen Klagen begleitet werden (so albern das auch sein mag), dieses Argument für die Einstellung der Verhandlungen dient meiner Vermutung nach daher allein der Image-Pflege von Google vor den deutschen Konsumenten und Medien und soll den Druck auf die GEMA erhöhen.</p><p>2) Die GEMA muss sich trotz allem bewegen und muss akzeptieren, dass die Regeln derzeit nicht von ihr bestimmt werden – dieser Zug ist leider abgefahren. Jeder Tag ohne Einnahmen für die Urheber schwächt deren Position und damit die der GEMA. Statt auf bestimmten Forderungen hängen zu bleiben, sollte die GEMA temporäre und flexible Abkommen mit Google anstreben, beide Seiten könnten so Erfahrungen sammeln. Und diese sind wichtig, denn die GEMA muss sich nicht allein um YouTube kümmern, sondern auch um Spotify, Soundcloud undundund …</p><p>3) Die Verhandlungen, die man als Tarifverhandlungen ansehen kann, brauchen Transparenz, denn die Öffentlichkeit hat ein starkes und berechtigtes Interesse an einer Einigung. Es geht hier bei allen zu verdienenden Milliarden um Kultur und nicht um einen Unternehmenskauf, der Stillschweigeabkommen der vorliegenden Art rechtfertigen könnte.</p><p>Solange Außenstehende, zu denen auch die Urheber und Künstler und die Medien gehören, kaum konkrete Vorstellung von den Verhandlungsgrundlagen haben, bleibt jeder öffentliche Diskurs allein der PR der Beteiligten ausgesetzt.</p><p>Und wer darin besser ist, wissen wir.</p><p><small>Anmerkung: Durch das ganze Wirrwarr durchzublicken, ist nicht ganz einfach. Ich bin für jede Korrektur und Ergänzung dankbar und werde mich bemühen, diese im Artikel zu vermerken. Ebenso bin ich offen für weitere Zahlen von Rechteinhabern oder GEMA-Mitgliedern mit mehr Einblick, um ein wenig Transparenz voran zu treiben. Mails, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden: johnny at spreeblick dot com.</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/06/21/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>117</slash:comments> </item> <item><title>&#8220;Operation Turkey&#8221;: 32 Personen verhaftet</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/06/13/operation-turkey-32-personen-verhaftet/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/06/13/operation-turkey-32-personen-verhaftet/#comments</comments> <pubDate>Mon, 13 Jun 2011 20:24:59 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=46732</guid> <description><![CDATA[<p><a
href="http://arstechnica.com/security/news/2011/06/32-anonymous-arrested-in-turkey-after-government-web-site-attacks.ars">Wie ars technica berichtet</a>, hat die türkische Polizei 32 Personen festgenommen, die in Verdacht stehen, an der <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/06/10/anonymous-protestiert-mit-operation-turkey-gegen-internetzensur-in-der-turkei/">Anonymous-Aktion namens &#8222;Operation Turkey&#8220;</a> beteiligt gewesen zu sein. Fünf der Verhafteten sollen unter 18 Jahren alt sein.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/06/13/operation-turkey-32-personen-verhaftet/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>1</slash:comments> </item> </channel> </rss>
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