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Lawrence Lessig beim eG8-Gipfel: “Schützt die Outsider”

Erst jetzt habe ich es geschafft, die Rede von Lawrence Lessig während des eG8-Gipfels anzusehen und kann nur allen halbwegs interessierten Leserinnen und Lesern empfehlen, es mir gleich zu tun (die Rede dauert nur zehn Minuten und startet bei 2:10). Denn Lessigs Anwesenheit war wichtig:

Inhaltlich gewohnt fundiert und erzählerisch herausragend führt Lessig die Anwesenden mit dem Vergleich von Regierungen mit Alkoholikern an sein Thema heran, das da heißt: „Schützt die Outsider“. Er warnt Regierungen davor, sich vor den Karren der Unternehmen spannen zu lassen („Their job is profit for them. Your job is the public good.“) und spannt einen geschickten Bogen von den oft von Jugendlichen und „Outsidern“ gegründeten und allen bekannten Internet-Giganten zur wirtschaftlichen Innovationskraft, die durch Angriffe auf die Netzneutralität gefährdet wäre. Und er schließt mit den Worten:

The future of the internet is not Twitter, it is not Facebook, it is not Google, it is not even Rupert Murdoch. The future of the internet is not here. It wasn’t invited. It doesn’t even know how to be invited, because it doesn’t yet focus on policies and fora like this. The least we can do is to preserve the architecture of this network that protects this future that is not here.

Übersetzung: Die Zukunft des Internet ist nicht Twitter, nicht Facebook, nicht Google und nicht einmal Rupert Murdoch. Die Zukunft des Internet ist nicht hier. Sie war nicht eingeladen. Sie weiß nicht einmal, wie man eingeladen wird, denn sie kümmert sich noch nicht um Richtlinien und Foren wie dieses. Das Mindeste, das wir tun können, ist die Architektur des Netzwerks zu erhalten, die diese Zukunft beschützt.

Für diese klaren Worte flog Lawrence Lessig dann auch gleich aus dem Empfehlungskatalog des eG8-Forums. Nach dem Klick gibt es noch ein ebenfalls sehenswertes Interview mit ihm vom eG8-Forum und ein weiteres Video von der alternativen eG8-Pressekonferenz mit Jérémie Zimmermann (La Quadrature du Net), Jeff Jarvis, Lawrence Lessig, Susan P. Crawford (ehemals ICANN), Jean-François Julliard (Reporter ohne Grenzen) und Yochai Benkler (Co-Direktor am Harvard’s Berkman Center for the Internet).
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Should we stay or should we go?

Ein „zivilisiertes Internet“ fordert Nicolas Sarkozy mit dem eG8-Forum und meint damit das Ende der Netzneutralität. Und zunächst war ich begeistert von der Meldung, dass Cory Doctorow die Einladung zu diesem Gipfeltreffen abgesagt hatte. Die Gefahr einer Instrumentalisierung seiner Person ist schließlich durchaus gegeben, die Wahrscheinlichkeit, dass man ihm zuhören oder ihn ernst nehmen würde, gering, und obwohl ich Gespräche zwischen verschiedenen Netz-Vertretern für prinzipiell richtig halte, würde ich Sarkozy auf der Liste der vertrauenswürdigen Leitfiguren solcher Gespräche höchstens auf Platz 983 einstufen, direkt hinter Homer Simpson.

Doch nach weiterem Nachdenken (das passiert mir manchmal) fand ich es äußerst schade, dass Doctorow nicht dabei war. Denn es ist einfach viel leichter, in der Opposition zu verharren, immer wieder darauf zu bestehen, dass man Dinge besser wisse und könne (wovon ich in diesem Fall zwar ebenfalls überzeugt bin, in anderen aber vielleicht nicht) und nicht einmal als eingeladener Beobachter dabei zu sein, wenn sich die „Gegenseite“ trifft.
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ICOMP: Auch Microsoft bezahlt Burson-Marsteller für Anti-Google-PR

Wen wundert’s? Die gestern aufgedeckte PR-Aktion von Facebook und der PR-Agentur Burson-Marsteller gegen Google ist kein Einzelfall, auch in Deutschland wird Burson-Marsteller dafür bezahlt, negative Meldungen über Google zu verbreiten – in diesem Fall von Microsoft. Und wenn das Ganze zwar nicht ganz so (ursprünglich) verdeckt wie im US-Fall von Facebook daherkommt, dann doch ebenso blöd.
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USA: Facebook beauftragte PR-Unternehmen mit Anti-Google-Kampagne

Ein Mangel an Geschichten rund um bekannte Internet-Giganten herrscht derzeit nun wirklich nicht: Nach dem kürzlichen Bekanntwerden einer jahrelang bestehenden Sicherheitslücke in der Facebook-API für App-Anbieter hat „Fake Steve Jobs“ Dan Lyons nun für The Daily Beast eine, wie er es nennt, „Schmieren-Attacke“ von Facebook gegen Google aufgedeckt.

Nur nach und nach – und nach einem vorwurfsvollen Artikel bei USA Today – gab Facebook dabei zu, den PR-Giganten Burson-Marsteller damit beauftragt zu haben, Artikel in großen Medien und Blogs zu lancieren, die Google ein Eindringen in die Privatsphäre der Nutzer unterstellen sollten. Als ein bekannter US-Blogger das Anliegen von Burson-Marsteller ablehnte und veröffentlichte, kam die Sache ins Rollen und die Suche nach dem Auftraggeber begann. Dass er „Facebook“ heißt, steht nun fest.
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Die Kulturwertmark – Alternatives Vergütungsmodell für Kreative?

Der CCC hat heute ein neues Modell für die Vergütung von Kunst, Kultur und schöpferischen Werken im digitalen Zeitalter vorgestellt. Dieses trägt bislang den eher sperrigen Arbeitstitel Kulturwertmark und soll dazu dienen, der festgefahrenen Debatte um die Finanzierung kreativer Arbeit nicht nur neuen Schwung, sondern auch einen zeitgemäßen Lösungsansatz zu verleihen. Read on my dear…

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Aus für Internet-Sperren

Aus und vorbei: Das sogenannte Zugangserschwerungsgesetz, das Gesetz zu Internetsperren also, ist vorerst vom Tisch. „Löschen statt Sperren“ ist möglich und sinnvoll und so betitelt der AK Zensur, der sich diesen Erfolg mit vielen anderen Organisationen und Personen auf die Fahne schreiben darf, seine Meldung zurecht mit „Erfolg der Vernunft“.

Die Frage nach einem Kuhhandel, einem möglichen Deal zwischen FDP und CDU in Sachen Vorratsdatenspeicherung (UPDATE: Geht schon los), sie bleibt jedoch. Und es bleiben: Die Straftat der Misshandlung, die Täter und die Opfer.

Deswegen von „drei verpassten Jahren“ zu sprechen, wie es Torsten im Notizblog tut, halte ich für nicht ganz richtig, denn die Arbeit gegen das Gesetz war keineswegs überflüssig. Und dennoch hat Torsten speziell mit seinem abschließenden Satz recht: „Wir stehen noch immer ratlos vor der Realität“. Denn ebenso wenig, wie Sperren einem Opfer geholfen hätten, tun es Löschungen der Darstellung von Misshandlungen, und ob es in dieser Realität der Kindesmisshandlungen in den letzten Jahren Fortschritte gegeben hat, darf stark bezweifelt werden.

Das Kernproblem ist kein netzpolitisches Thema, sondern ein menschliches, das (wie Torsten ebenfalls bemerkt) Studien, Präventionsangebote und auch die Wachsamkeit eines jeden Einzelnen benötigt. Die Diskussion um das Thema der Netzsperren mag vorerst beendet sein, der Missbrauch von Kindern leider nicht.

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Twittergate

Dieses Video muss der Vollständigkeit halber auch hier erscheinen: Gestern machte dieser Clip die Netzrunde, in dem sich der unglaublich gelassen bleibende stellvertretende Regierungssprecher Dr. Steegmans den bohrenden Fragen der Hauptstadtjournalisten stellt.

Die Journalisten waren empört darüber, dass Regierungssprecher Steffen Seibert über den Twitter-Account @RegSprecher die Meldung eines USA-Besuchs der Kanzlerin verbreitet hatte. Und zwar bevor diese Meldung per Mail oder Fax an die Journalisten ging.

Selbige bewiesen dann in 20 Minuten (die sich wie 60 anfühlen – Minuten, meine ich) zwar ihr gesamtes investigatives Können, den Respekt erntet jedoch Dr. Steegmans. Mit Recht.

Mehr Kommentare und Quellen:
Carta und nochmal Carta
Thomas Knüwer
Thomas Wiegold
Spiegel Online

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Bundesjustizministerium: Löschen statt sperren

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Dieses Video stammt nicht etwa vom AK Zensur, sondern tatsächlich vom Bundesjustizministerium und erklärt, warum das Löschen von Sites, die den Missbrauch von Menschen dokumentieren oder solche illegalen Dokumentationen verbreiten, sinnvoller ist als die Einführung von Netzsperren.

Wir erinnern uns: Vor zwei Jahren sah die politische Lage diesbezüglich noch ganz anders aus, nicht nur deshalb kann dieses Video als großer Schritt gewertet werden.

[via]

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The Internet in Society: Empowering or Censoring Citizens?

Evgeny Morozov (hier ein taz-Interview mit ihm) wirft einige wichtige Aspekte in die Runde, wenn die Frage gestellt wird, ob das Internet die Rechte der Bürger stärkt oder ihre Kontrolle vereinfacht.

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Na dann.

Julia Schramm von der datenschutzkritischen Spackeria:

„Privatsphäre ist sowas von Eighties. (lacht)

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Leutheusser-Schnarrenberger: “Jeder wächst mit seinen Aufgaben, auch Ministerien”

Ich schimpfe ja so viel über Politikerinnen und Politiker, nicht nur, aber auch in netzpolitischen Zusammenhängen. Weshalb ich mich zwischendurch umso mehr freue, besonnene Worte und gute Nachrichten lesen zu dürfen.

Wir schaffen es, deutlich mehr als fünfzig Prozent der identifizierten Kinderpornoseiten zu löschen. Politisch finde ich interessant, dass jetzt sogar in der CSU ein Nachdenken darüber begonnen hat, ob Sperren wirklich sinnvoll sind.

Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Interview.

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Facebook ≠ Politik

In der vergangenen Woche gabe es einigen Wirbel um die Facebook-Seite(n) von Guttenberg-Unterstützern. Hunderttausende LIKEs, Fans, Friends, whatever: Kann das denn sein?

Peter Berger, Sascha Lobo und andere nahmen sich des Themas ausführlicher an, Saschas Call for Crowd Action brachte innerhalb weniger Stunden knapp tausend Mitmacherinnen und Mitmacher auf den Plan und versuchte, anhand der abgegebenen Zahlen Systematiken zu erkennen, Rückschlüsse darauf, ob die Pro-Guttenberg-Seiten manipuliert sein könnten.
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