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Zur Datenschutz-Debatte: Ein geschichtlicher Exkurs, der aber den Bogen zum Heute wieder hinbekommt

Stark verallgemeinert und äußerst knapp zusammengefasst kann man behaupten, dass es in der aktuellen Debatte um Datenschutz, Privatheit und Begriffe wie Post Privacy zwei Grundeinstellungen gibt (und natürlich viele, viele Ansichten dazwischen). Die eine Seite hält eine – sicher zu aktualisierende – Form des Datenschutzes im digitalen Zeitalter für notwendiger denn je, die andere bezweifelt, dass dies sinnvoll sein kann und stellt in den radikaleren Formen dieser Sichtweise den Datenschutz an sich in Frage.

Sehr oft bekommt man in den Debatten den Eindruck, dass ihre Heftigkeit hierzulande besonders ausgeprägt ist, was nicht verwundert. Die deutsche Geschichte hinsichtlich der DDR und des Nazi-Regimes hat schließlich zwei totalitäre Systeme vorzuweisen, die eine besondere Sensibilität im Umgang mit den persönlichen Daten der Bevölkerung zur Pflicht machen.

Die oft unausgesprochene Sorge um einen Systemwechsel – was wäre mit unserer Daten-DNA möglich, wenn ein totalitäres System Zugriff darauf hätte? – mag man dabei besonders als junger Mensch, der nichts anderes als eine verhältnismäßig gut funktionierende Demokratie gewöhnt ist, albern finden, und tatsächlich tendiere ich selbst auch dazu, Furcht vor dem Niedergang der Demokratie als reine Dystopie anzusehen. Ich bin Optimist.

Und trotzdem habe ich mich neulich gefragt, woher ich diese positive Zukunftssicht eigentlich nehme. Denn die Geschichte zeigt leider, dass solche Hoffnungen schon oft enttäuscht wurden. Das wurde mir neulich noch einmal sehr bewusst, als ich mir die Historie der Schwulen und Lesben in Deutschland intensiver angesehen habe.
Read on my dear…

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Dieses Video wurde aufgrund einer Regierungsanfrage entfernt. Nicht.

youtube

Eine WISO-Doku, die ein Privatnutzer bei YouTube hochgeladen hatte, wurde laut YouTube-Meldung „aufgrund einer Regierungsanfrage entfernt“. Der Online-Protest gegen die scheinbare Zensur war groß, aber glücklicherweise nicht nötig, denn „Die Bundesregierung zensiert nicht und hat nichts gesperrt“, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert bei Twitter. Was aber war denn dann passiert? Schließlich würde doch Google/ YouTube nichts in diese Box schreiben, das nicht wirklich stimmt!?

Die ganze Geschichte nebst Auflösung gibt es beim ZDF, die Kurzversion: Es war ein Versehen, anscheinend eine Mischung aus Automatisierung und Übernahme übersetzter US-amerikanischer Textvorgaben.

WISO: Die Bank gewinnt immer!“ in der ZDF-Mediathek.

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Bundespolitische Vorstellungen und Ziele der Piratenpartei

Das Video läuft bei mir etwas asynchron, aber es geht ja um das, was zu hören ist: Die Piratenpartei, vertreten durch Marina Weisband (politische Geschäftsführerin), Sebastian Nerz (Bundesvorsitzender) und Andreas Baum (Fraktionsvorsitzender, auf einer Pressekonferenz zu „bundespolitischen Vorstellungen und Zielen“.

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Berlin: Rot-Grün ist geplatzt

Die rot-grüne Hauptstadt ist geplatzt, die Koalitionsverhandlungen wurden abgebrochen.

Das ist vielleicht nicht schön, aber am Ende trotzdem besser für die Grünen. Denn nachdem sie sich schon im Vorfeld derart auf den A100-Stopp festgelegt hatten und nachdem sie in dieser Hinsicht, aber auch in Sachen Polizeipräsident, bis zur Peinlichkeit von der SPD vorgeführt wurden, wäre eine Koalition für die Grünen nur mit einem immensen Gesichts- und Vertrauensverlust möglich gewesen.

Die Frage, ob Wowereit das genau so geplant hatte, um eine große Koalition quasi unumgänglich zu machen, wird bei dem ganzen Theater wohl unbeantwortet bleiben, aber wie Rot-Schwarz gemeinsam auf die Herausforderungen der Stadt reagieren will, kann ich mir kaum vorstellen.

Und dann gäbe es ja auch noch die Alternative SPD-Linke-Piraten, rein theoretisch…

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efsf.europa.eu

Die EFSF hat soeben eine neue Pressemeldung herausgegeben.

Mehrfach auf Twitter gefunden, den Trick. Mal sehen, wie lange er noch funktioniert.

UPDATE Eine Erläuterung scheint nötig: Der „Trick“ nennt sich Cross Site Scripting, der Text, den ihr hinter dem Link auf der EFSF-Seite seht, befindet sich nicht auf der Seite selbst, sondern im URL, er wird also mit der Webadresse übergeben (man kann das im URL sehen, nachdem man den Link oben geklickt hat).

Diese Schwachstelle, auf welche die EFSF bereits gestern nachmittag (und wahrscheinlich von anderen schon früher) hingewiesen wurde, kann unter Umständen auch größeren Schaden anrichten, wenn bspw. Javascript-Code eingeschleust wird.

UPDATE 2 Die Lücke wurde geschlossen, das ist sehr gut. Der Link oben funktioniert also nicht mehr wie ursprünglich, hier ist ein Screenshot dessen, was man vor der Behebung des Fehlers sehen konnte.

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Panorama: Ahnungslose Abgeordnete

Wir erinnern uns: Kurz vor den Wahlen machte Andreas Baum von der Piratenpartei mit Anlauf eine Arschbombe ins politische Fettnäpfchen, als er nicht wusste, wie hoch der Schuldenberg Berlins ist.

Gestern nun stimmten die Abgeordneten im Bundestag über den EU-Rettungsschirm ab, einige davon ohne einen Schimmer, wie hoch Deutschlands Bürgschaftsrisiko dadurch wird, an wen bisher Kredite vergeben wurden und ob auch Banken durch den Rettungsschirm abgesichert werden.

Die Piratenpartei reagierte auf das Info-Fiasko mit technischer Kreativität und einer kostenlosen iPhone-App, die den sekundenaktuellen Berliner Schuldenstand anzeigt. Womit die verschiedenen Bundestagsabgeordneten auf ihre Peinlichkeit reagieren werden, ist noch unklar.

[via Markus bei Facebook]

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Die digitale Kluft ist gar keine

Ich verfolge gerade die Posse um Siegfried Kauder, MdB, der Internet-Nutzern bei Verstößen gegen das Urheberrecht mit einem so genannten „Two Strikes“-Modell das Internet wegnehmen möchte und der nach diesem Modell selbst eine Weile offline sein müsste … denn auf seiner Website wurden einige Fotos gefunden, die anscheinend ohne Genehmigung veröffentlicht wurden.

Die Bilder sind zwar inzwischen entfernt worden (von der Site, nicht aber vom Server), dennoch warten bei Abgeordenetenwatch mittlerweile 225 Interessierte auf eine Stellungnahme von Herrn Kauder und eine Antwort auf die Frage, ob er nun mit gutem Beispiel voran gehen und sich ein temporäres Internet-Verbot auferlegen möchte.

(UPDATE Ich wollte gerade noch ein paar weitere Worte zum aktuellen Stand im Kauder-Fall tippen, aber Sascha war schneller.)

Man könnte nun wieder über Internet-Versteher und -Nichtversteher fabulieren, oder aber auch über einen Generation Gap, über die Digitale Kluft und über Digital Natives versus Digital Immigrants. Aber ich glaube, das ist fast alles Quatsch.
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Goldman Sachs rules the world

Ich war so sicher, dass dieser Clip, der seit Montag die Runde macht, ein Hoax ist. Weit gefehlt, zumindest haben die verdächtigten Yes Men nichts mit dem Investor zu tun, der den etwas verstört wirkenden BBC-Moderatoren reinen Wein einschenkte:

Governments don’t rule the world. Goldman Sachs rules the world.

Die Wall Street bleibt unterdessen weiter besetzt und Michael Moore macht auch mit.

UPDATE Immer noch kein Hoax, aber eher Talker als Trader: Der Telegraph berichtet, dass der Mann im Video keineswegs ein Börsen-Profi sei, er beschreibt sich selbst als „Attention Seeker“, also jemanden, der Aufmerksamkeit sucht. Auf welcher Grundlage er von der BBC zum Interview eingeladen wurde, bleibt unklar.

Dank an Andreas in den Kommentaren!

UPDATE 2 Dies ist angeblich das Facebook-Profil von Alessio Rastani, dem alten Attention Seeker (gefunden in den Kommentaren bei Nerdcore).

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Auf dem Weg zur Data DNA

Im Forum von Spiegel Online und auch anderswo bewegt sich die Debatte um die kommende Timeline-Darstellung von Facebook, welche die Aktivitäten der Nutzer nicht nur innerhalb von Facebook, sondern auch über externe Applikationen als Lebenszeitleiste, also als ständigen Life-Stream darstellen kann, geradezu religiös im Kreis. Facebook-Fans finden vieles nicht so schlimm, da ja (angeblich) schließlich niemand zur Nutzung des Dienstes gezwungen wird, und Facebook-Gegner erklären jeden für komplett meschugge, der es dennoch tut.

Gruselig erscheint eine Zukunft, in der es nicht mehr zu genügen scheint, sich bei Facebook auszuloggen – das Netzwerk will wissen, was wir tun, selbst wenn wir gerade nicht mit ihm verbunden sind. Weshalb Datenschützer bereits alarmiert sind und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner das alles „nicht in Ordnung“ findet.

Nur eines ist dabei sicher: Die digitale Abbildung unseres Lebens findet schon lange statt, in öffentlichen Varianten wie einem Facebook-Lifestream wird sie uns jedoch mit neuer Wucht bewusst. Und dieses Bewusstsein wird das Netz und damit unser Leben ein weiteres Mal drastisch verändern. Denn wir befinden uns auf dem Weg zur Data DNA, und die Frage ist nicht mehr, ob wir das gut oder schlecht finden, sondern wie wir damit umgehen.
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Update: Primacall vs. Spreeblick

UPDATE Ich habe den Artikel auf Anraten unseres Anwalts gekürzt.

Ältere Spreeblick-Leserinnen und -Leser erinnern sich: Vor über vier Jahren hatten wir hier ein Interview mit einem ehemaligen Mitarbeiter der Firma Primacall veröffentlicht, das binnen kurzer Zeit nicht nur bei denjenigen Aufmerksamkeit erregt hatte, die mit dem Unternehmen Kontakt hatten, sondern auch bei Primacall selbst.

Es kam zu einem jahrelangen Rechtsstreit, der am vergangenen Dienstag mit einem Vergleich vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht endete. Über den konkreten Inhalt des Vergleichs darf ich nichts schreiben.
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Robin Meyer-Lucht (1973 – 2011)

Soeben hat mich die traurige Nachricht erreicht und erschüttert, dass Robin Meyer-Lucht nicht mehr lebt. Ich kannte Robin nicht sehr gut, habe den Carta-Gründer aber mehrfach getroffen und geschätzt.

Mein Beileid und aufrichtiges Mitgefühl geht an seine Familie und seine Freunde.

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Wahlwaffeln

Anna Lena Schiller und Lisa Rienermann haben die Berliner Wahl kulinarisch visualisiert: Wahlwaffeln heißt das Blog dazu, ein flickr-Fotoset gibt es ebenfalls.

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