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Archiv

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Helene Hegemann: Alles nur geklaut?

[Update: Interview mit Airen-Verleger Frank Maleu]

Eine spannende Diskussion um literarische Remix-Kultur, die man in manchen Fällen auch „abschreiben“ nennen könnte, ist gerade im Blog Die Gefühlskonserve zu lesen. Autor Deef Pirmasens zerlegt dort den vom Feuilleton gefeierten Roman „Axolotl Roadkill“ (Amazon-Partnerlink) der 17-jährigen Berlinerin Helene Hegemann und weist einigen Passagen eine Nähe unter anderem zu dem etwas unbekannteren Roman „Strobo“ (Amazon-Partnerlink) des Autors Airen nach.

Deefs Recherche traf offenbar ins Schwarze, denn nur zwei Tage nach seinem Artikel entschuldigt sich die Autorin u.a. mit dem bewundernswerten Satz „Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit“, und auch ihr Verlag Ullstein hält ein paar Worte für angemessen.

Ich habe „Axolotl Roadkill“ nicht gelesen, denn mir gehen Jugendliche, die 50-jährige Feuilletonisten mit ihren unheimlich abgefuckten Berghain-Nächten begeistern, auf den Keks, doch ich frage mich, wie die Geschichte wohl verlaufen würde, wenn „Strobo“ – beispielsweise – von einer TAZ-Autorin geschrieben worden wäre und „Axolotl Roadkill“ – beispielsweise – von einem Blogger.

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Freispruch für Yunus und Rigo

Yunus und Rigo, die beiden Jugendlichen, die im Rahmen der Randalen am 1. Mai 2009 angeklagt waren (wir berichteten hier, hier und hier), sind nach fast neun rund siebeneinhalb Monaten Untersuchungshaft freigesprochen worden.

Ob des Prozessverlaufs fordern die Prozessbeobachter und Angehörigen nun einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss.

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Michael Jackson: Er dachte, alles.

Die Dankesrede, die LaToya Jackson vor einer Woche bei der posthumen Verleihung des St.-Georgs-Ordens beim Dresdner Semperopernball an ihren Bruder Michael Jackson gehalten hat, ließ gerade die Tränen an meinen Wangen hinabfließen.

Leider nicht vor Rührung, sondern wegen der grandiosen Simultanübersächselung. Read on my dear…

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Berlin Fashion Week: Die motz-Survival-Kollektion

In diesem Winter sind bereits 13 Obdachlose in Berlin erfroren.

13 Menschen.
In Berlin.
Erfroren.

Das Berliner Selbsthilfeprojekt motz & Co e.V., die ohne jede staatliche Unterstützung eine Notübernachtung betreiben, eine absolut lesenswerte Zeitschrift herausgeben sowie einen Umzugsdienst und andere Dienstleistungen anbieten, hat am vergangenen Mittwoch die Berlin Fashion Week zum Anlass genommen, um mit ihrer „Survival-Kollektion“, einer Jacke aus Zeitungen, auf sich aufmerksam zu machen und für Spenden zu werben. Was wir sehr gerne unterstützen. Nach dem Klick gibt es die Anzeigenmotive zu sehen, die auch an diverse Berliner Zeitungen gegangen sind, und ein Video zur Aktion. Read on my dear…

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“Und deswegen mach ich jetzt mal diesen Tisch hier kaputt, ja?”

Who’s side are you on?
Oder auch: Kann Kunst mit Kommerz leben?
Oder auch: „Fernsehen ist ein Unterdrückungsinstrument in dieser Massengesellschaft!“

Was genau geschah an jenem Fernsehabend im Dezember 1971, als „Ton Steine Scherben„-Manager (und Mitsänger) Nikel Pallat den Tisch eines TV-Studios vor laufenden Kameras zerstören wollte, Fernsehstudio-Tische aber noch sehr stabil gebaut waren und Pallat daher nur noch blieb, die Mikros für seine Arbeit mit jungen Strafgefangenen mitgehen zu lassen … das steht in diesem Text von Lutz Neitzert (PDF) und ist nach dem Klick zu sehen.
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Frank Rieger (CCC) über den Mensch als Datensatz

Ich kam erst am Wochenende dazu, den Artikel von Frank Rieger, der u.a. Sprecher des Chaos Computer Clubs ist, zu lesen, den er unter dem Titel „Der Mensch wird zum Datensatz“ für die FAZ verfasst hat.

Nun kann ich den Text jedoch von ganzem Herzen empfehlen.

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Happy Birthday, Elvis!


Seit Elvis ist Elvis kein Name mehr.
Elvis ist Elvis. Punkt.
Zum Beispiel heute: „Elvis hat Geburtstag!“
Das kann man unmissverständlich in die Redaktion rufen. Niemand fragt: „Welcher Elvis?“, niemand nänänät: „Der ist tot, der kann gar nicht Geburtstag haben.“
Denn die neuronale Autofulfill-Funktion diktiert dem pop-zivilisierten Menschen auf Elvis fast ebenso oft das Verb lebt, wie den Nachnamen Presley, gefolgt von has left the building.
Darum:
Happy Birthday, Elvis!
Von uns allen!

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Am Heiligabend vor 30 Jahren starb Rudi Dutschke

Am Heiligabend vor 30 Jahren starb Rudi Dutschke nach einem epileptischen Anfall in seiner Badewanne. Er starb 39-jährig an den Folgen der Schüsse, die Joseph Bachmann am 11. April 1968 auf ihn abgab.

Rudi Dutschke taugt nicht so recht zum Idol. Es gibt keine einfachen und kämpferischen Parolen, die ihm zugeschrieben werden, dafür jede Menge furchtbar verschachtelte und theorielastige Reden. Er wollte mit seinen revolutionären Ideen die einfachen Menschen erreichen und sprach dabei immer wie im Soziologieseminar.

Sein nachlässiger Kleidungsstil mit Strickpullis und abgewetzten Jacken war nicht cool, er war nur nachlässig. Dabei hätte er das Zeug dazu gehabt, wie sein sympathisches Lächeln, die warmen Augen oder auch das berühmte Kapital-Portrait von Charles Wilp für das Wirtschaftsmagazin „Capital“ zeigt. Aber Dutschke hat das offenbar nicht interessiert. So entsteht keine Ikone.
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Zum Todestag von Joe Strummer: Sprechfunk vom 7.1.2003

Die nachfolgenden Audiodateien, die den knapp dreistündigen Mitschnitt einer Radiosendung aus dem Jahr 2003 ins Netz katapultieren, benötigen für Nichtberliner/innen ein paar Zeilen der Erklärung. Read on my dear…

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Yunus und Rigo sind frei: Haftverschonung nach siebeneinhalb Monaten

Yunus K. und Rigo B., die beiden Jugendlichen, die siebeneinhalb Monate in Untersuchungshaft saßen, sind heute freigelassen worden. Die Richter sehen vorerst keinen dringenden Tatverdacht mehr.

Wir gratulieren den Familien und Freunden zu diesem so erhofften Erfolg. Der Prozess wird ab Montag fortgesetzt, aktuelle Infos findet man weiterhin im Blog der Prozess-Beobachter.

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Ad Wars

Niemand kommt an Werbung vorbei. Wir nicht, da sie unsere Arbeit zu einem wichtigen Teil finanziert, ihr nicht, da ihr sie seht und hört, und das natürlich nicht nur im Netz. Für uns alle gilt, dass Werbung beinahe jeden unserer Lebens- und Kulturräume durchdringt, sich im besten Fall anbietet, im schlimsten aber anbiedert und aufdrängt. Die Strategie der Werbung hat dabei vielerorts die naive 50er-Jahre-Vorstellung der Produktinformation ebenso verlassen wie die ihr zugeordnete Reklame-Nische, und ihre Penetranz geht nicht wenigen Menschen, die sie doch eigentlich erreichen und umgarnen soll, auf den Wecker. Wer braucht twitternde Sektmarken? Eben.
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Peinlich, der Fitz, aber sowas von…

99 Prozent meines Verhaltens sind peinlich. Jahrelang dachte ich, es seien nur 93 Prozent, doch dann fand ich hinter meinem Bett etwas, dass mich zwang, neu zu rechnen.

Ihr wollt nicht wirklich wissen, wie’s weiter geht!

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Wie das Geschäft mit Abmahnungen funktioniert

Daniel Flachshaar hat für die Piratenpartei einen äußerst spannenden Artikel recherchiert, der das Geschäftsmodell für Abmahnungen bei angeblichen Urheberrechtsverletzungen darlegt.

Welche Unternehmen und Kanzleien sich dabei besonders kreativ zeigen, warum es auf Basis dieses Modells für Rechteinhaber äußerst lukrativ sein kann, ihre Werke bewusst via Filesharing zu vertreiben, und wie sich betroffene Abgemahnte am besten verhalten sollten, kann man hier nachlesen.

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Rob Savelberg im Interview

Als kleines Update hierzu erinnern wir uns nochmal an Rob Savelberg, den niederländischen Journalisten, der vor wenigen Wochen einfach mal nachfragte.

Torben Friedrich hat ein lesenwertes Interview mit Savelberg geführt, der nicht aufhören kann, zu fragen:

Wie kann so eine Person Finanzminister werden, mitten in der Krise, wo Banken mit 500 Milliarden Euro gerettet werden? Jemand, der lügt, der Aufklärung behindert, der Schmiergeld annimmt, ist der geeignet, um die Finanzen des größten EU-Landes zu verwalten?

Hier geht’s zum ganzen Interview.

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Lawrence Lessig über Bildung, Wissenschaft und Urheberrechte und alles

Lawrence Lessig hat mich mal wieder. Wenige Redner schaffen es, komplexe Zusammenhänge in dramaturgisch so gut gestrickte Geschichten zu packen, wie es Lessig tut. Dabei muss man ständig aufpassen, dem Erzählstil nicht vollends zu verfallen und dabei unter Umständen kausale Fehler oder Ungereimtheiten zu übersehen, doch es lohnt sich immer, dem Mann zuzuhören, denn am Ende bleiben Argumente hängen, die man in eigenen Debatten gut gebrauchen kann.
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20 Jahre Mauerfall: Gesine Schwan, Eberhard Diepgen und Gregor Gysi

Vor einigen Tagen haben Spreeblick-Leserinnen und -Leser berichtet, wie sie den Beginn des Mauerfalls vor 20 Jahren erlebt haben. Nach dem Klick versuchen sich Gesine Schwan, Eberhard Diepgen und Gregor Gysi an einer aktuellen Bestandsaufnahme der deutschen Einheit.
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William Patry: Moral Panics and the Copyright Wars

Ars Technica hat einen interessanten Artikel über Moral Panics and the Copyright Wars, das neue Buch von William F. Patry. Patry ist US-amerikanischer Copyright-Anwalt, hat maßgeblich am amerikanischen Copyright-Law mitgeschrieben und berät Google in Urheberrechtsfragen. In diesem Zusammenhang ist es gut zu wissen, dass von ihm Sätze stammen wie dieser:

„The Copyright Wars and the recent grotesque expansion of rights and remedies should be regarded as a legal equivalent of the subprime mortgage crisis: cancers on our system that were foreseeable and preventable but for greed, a failed ideology that the unregulated private pursuit of profit is also in the best interest of the public, and worldwide lack of political courage to admit to and take responsibility for the damage caused by copyright laws that harm rather than serve the public.“

Patry bloggt hier, für sein neues Buch gibt es jedoch ein eigenes Blog.

Ich habe das Buch bereits bestellt, wer es ebenso tun möchte, kann gerne unseren Amazon-Partnerlink benutzen und uns damit ohne Aufpreis eine Beteiligung zukommen lassen. Dankeschön!

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Stellungnahme von Eva Schweitzer zur Blog-Abmahnung [Update]


(Idee geklaut von nomnomnom)

Bezüglich der Forderungen gegen das Blog nom nom nom erreichte mich gestern Nacht, etwa eine Stunde nach der Veröffentlichung unseres Artikels, eine Mail von Mathias Broeckers von der taz. Er hatte Frau Schweitzer erreicht, die ihm angekündigt hatte, „Leute vom Haken“ zu lassen, „die nichtkommerzielle Blogs betreiben“, außerdem stellte er eine Mail von Frau Schweitzer an mich in Aussicht.

Diese kam auch eine weitere Stunde später. Die Genehmigung von Frau Schweitzer, ihre Zeilen als Stellungnahme zu veröffentlichen, nehme ich gerne wahr und erlaube mir ein paar Anmerkungen.
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Journalistin lässt Blog abmahnen, fordert 1.200 Euro Schadensersatz für Textzitate [Updates]

Update 23:50 Uhr Es kam gerade aufgrund dieses Artikels ein erstes Signal der möglichen Entwarnung. Sobald diese offiziell ist, gibt es ein weiteres Update.

Update Freitag mittag: Die Stellungnahme von Frau Schweitzer.

Die ehemalige Unterstützerin der Hausbesetzerszene und heutige Journalistin Eva C. Schweitzer (die hier für die taz „bloggt“) pendelt häufig zwischen ihrem Studio in Manhattan und ihrer Altbauwohnung in Prenzlauer Berg. Ich weiß, das klingt jetzt irgendwie albern, steht aber so in ihrer Biografie.

Was dort nicht steht: Zwischen dem Pendeln bleibt Frau Schweitzer noch Zeit, ihren Anwalt damit zu beauftragen, von einem Weblog 1.200 Euro Schadensersatz für ein Zitat aus einem ihrer Texte zu fordern.
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Google-CEO Eric Schmidt: “We’re not trying to design the future. We’re trying to invent it along the way.”

Es ist eine durchaus unterhaltsame Dreiviertelstunde, die man nach dem Klick begutachten kann, sobald man die ersten, furchtbar gekünstelten Minuten überwunden hat. Google-Chef Eric Schmidt steht dabei vor 5.000 Fachbesuchern der diesjährigen Gartner ITxpo in Orlando zwei leitenden Gartner-Analysten Rede und Antwort. Read on my dear…