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><channel><title>Spreeblick &#187; Personen</title> <atom:link href="http://www.spreeblick.com/category/kategorien/politik/personen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.spreeblick.com</link> <description>I live by the river!</description> <lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 21:57:54 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3</generator> <item><title>Content-Mafia</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/01/23/content-mafia/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/01/23/content-mafia/#comments</comments> <pubDate>Sun, 22 Jan 2012 23:10:46 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51888</guid> <description><![CDATA[<p>Vergleiche zwischen der digitalen und der analogen Welt werden im Netz regelmäßig und oft zurecht als unzureichend oder fehl am Platz kritisiert, besonders aber, wenn so genannte &#8222;alte&#8220; Medien oder Unternehmen sie benutzen. Werden ähnliche Vergleiche hingegen innerhalb der diversen Netzgemeinden bemüht, gibt&#8217;s etwas mehr LIKE und RT und die Vergleiche hinken offenbar nicht mehr ganz so stark.</p><p>Beobachten kann man dieses Phänomen derzeit bei denjenigen Entrüsteten, welche die <a
href="http://www.golem.de/1201/89194.html">Vorwürfe gegen den Datenspeicher und -verteiler Megaupload</a> bemängeln und dabei den Vergleich mit der Post heranziehen, die man ja schließlich auch nicht für den Inhalt ihrer Sendungen verantwortlich machen könne.</p><p>Nun wird der Post allerdings auch nicht vorgeworfen, <a
href="http://www.golem.de/1201/89205.html">Mechanismen zum Aufspüren und Aneignen illegal verbreiteter Sendungen entwickelt zu haben, Kunden dafür zu bezahlen, solche Inhalte bereitzustellen oder mit ihren Unternehmen Geld zu waschen</a> … soweit ich weiß. Denn sonst sähe sich ihre Geschäftsführung hoffentlich ebenfalls der Kritik und Justiz ausgesetzt. Und dass Filehoster, deren Geschäftsmodell im übertragenen Sinne tatsächlich demjenigen der Post ähnelt, im Gegensatz zu Megaupload keineswegs vor Gericht stehen, sei auch noch angemerkt.</p><p>Ziemlich blöder Vergleich also, der mit Megaupload und der Post.</p><p>Ähnlich blöd wie die <a
href="http://web.piratenpartei.de/Pressemitteilung/megaupload-razzia-%E2%80%93-contentmafia-l%C3%A4sst-europ%C3%A4ische-staatsb%C3%BCrger-nach-us-gesetzen-ne">Pressemeldung der Piratenpartei</a>, in der Filehoster zu &#8222;Lagerhallenbetreibern&#8220; verniedlicht werden. Auf dem Niveau sollten sich mal andere Parteien mit dem Netz beschäftigen, das wäre ein Spaß!</p><p>Und apropos Spaß: Die Piraten gehen davon aus, dass die netten Herren um Kim Schmitz nur das Beste (na klar: Geld) wollten, sich an alle Gesetze hielten und dass hinter den Razzien gegen Megaupload allein die &#8222;Verwerterindustrie&#8220; stünde.</p><p>Am letztgenannten Punkt könnte tatsächlich etwas dran sein, denn es passiert ja immer häufiger, dass Klagen von Klägern ausgehen, die ihre Rechte verletzt sehen – es ist schon eine verrückte Welt da draußen! Deshalb überlasse ich die Beantwortung der Frage nach der tatsächlichen Legalität von Megaupload lieber den Juristen – auch, weil alle anderen Befragten mit etwas <a
href="http://blog.fefe.de/?ts=b1e771eb">Kenntnis</a> bei der Erwähnung der Begriffe &#8222;Schmitz&#8220;, &#8222;Legalität&#8220; und &#8222;Vertrauen&#8220; in einem Satz sofort entweder schwere Hustenkrämpfe oder heftige Lachanfälle bekommen. Und so kann man ja nicht arbeiten.</p><p>Immerhin: Sollten sich die Vorwürfe gegen Kim Schmitz und Kumpanen bewahrheiten, gibt es mindestens zwei Definitionen für den Begriff &#8222;Content-Mafia&#8220;.</p><p>Und wenn sich die Unterhaltungsbranche dann irgendwann mal dazu bequemen könnte, aus dem Erfolg von Megaupload etc. zu lernen und internationale Lösungen für Konsumenten anzubieten, statt ihre Energie in nicht minder schmutzige Lobbyisten-Arbeit in der Politik zu vergeuden, dann kommt vielleicht langsam mal was ins Rollen.</p><p>Von mir aus kann dieser ganze Schrott wie Megaupload nämlich gerne aus dem Netz verschwinden, ich will weder beschissene Pornowerbung noch flackernde Download-Timer ertragen müssen und an solche Portale erst recht kein Geld zahlen, um den Film meiner Wahl sehen zu können, sobald er fertig produziert wurde. Ich lege gerne fünf oder zehn Euro im Monat aufs Trackpad, wenn ich davon ausgehen kann, dass die Produzenten einen Teil davon erhalten und der ganze Kram legal ist. Doch bis ich das erleben darf, werden wohl noch reichlich Gigabytes die Leitungen entlang streamen.</p><p>Nur damit wir uns richtig verstehen: Ich habe keinerlei Verständnis für Irrsinn wie ACTA und SOPA, und die Einflussnahme einzelner Industrien auf die Politik unter Ausschluss der Öffentlichkeit ist – nicht nur in Fällen, die mit dem Netz zu tun haben – eine einzige Frechheit. Doch das eine Übel rechtfertigt das andere nicht, und wer sich schützend vor Unternehmen wie Megaupload stellt und ihnen ein gutherziges und romantisches Robin-Hood-Image andichten will, der ist entweder extrem naiv oder soll sich bitte in Zukunft weder über die Berlusconis noch über die Zuckerbergs dieser Welt aufregen.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/01/23/content-mafia/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>127</slash:comments> </item> <item><title>Spreeklicks (Soundtrack: XTC)</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/07/spreeklicks-soundtrack-xtc/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/07/spreeklicks-soundtrack-xtc/#comments</comments> <pubDate>Wed, 07 Dec 2011 17:05:22 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51344</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
frameborder="0" width="500" height="288" src="http://www.dailymotion.com/embed/video/xn0qk"></iframe></p><p>Eins, zwei, drei, vier, fünf Sinne machen Überstunden und ich habe weniger Sorge um das, was Facebook mit bösartiger Absicht falsch machen könnte, als um das, was eben bei technischen Systemen, die ebenso wie die politischen selten perfekt sind, passieren kann: <a
href="http://blog.fefe.de/?ts=b020403a">Fehler</a>. Warten wir also einfach auf den Tag, an dem alle unsere privaten Nachrichten wegen <em><a
href="http://www.businessinsider.com/facebook-security-flaw-allows-access-to-zuckerbergs-private-photos-2011-12">Hoppla, wie konnte denn das geschehen?</a></em> für ein paar Stunden öffentlich sind und sehen wir die Sache positiv, denn immerhin beweisen die irrtümlich öffentlich gemachten <a
href="http://imgur.com/a/PrLrB">Fotos</a> von The Zuck, dass sein Privatleben langweiliger ist als unseres.</p><p>Apropos langweilig:</p><p>Seit 2007 wurden in diesem Blog genau 1.475.750 Spam-Kommentare relativ automatisch gelöscht. Hinzu kommen ein paar hundert manuell eingetragene Spam-Comments (also Kommentare, in denen einzig darum geht, die Adresse www.ich-hab-irgendwo-gelesen-dass-man-im-internet-ganz-leicht-reich-wird-24.de als Link unterzubringen), die ich einzeln selbst löschen muss. Es folgt eine kurze Durchsage an diejenigen, die ihre Zeit mit dem Streuen solcher Kommentare in Blogs verbringen:</p><p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/sv3tadz5Q3o" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Der <a
href="http://androidphonenamegenerator.com/">Android Phone Name Generator</a> ist übrigens traurig, aber wahr. Und auch ein bisschen witzig.</p><p>Das Witzigste an dem folgenden Video ist hingegen nicht etwa das Video selbst, sondern die Tatsache, dass es bei derzeit gerade mal 196 Aufrufen schon 21 &#8222;Gefällt mir nicht&#8220;-Stimmen gegen nur neunmal &#8222;Gefällt mir&#8220; hat. Auch die Kommentare sind lesenswert und beweisen: Bei den Piraten sollte dringend mal jemand einen Antrag auf Humor stellen.</p><p><iframe
width="500" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/AyWg0IBw6rg" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Ich bin überhaupt großer Freund von Kommentaren, wobei auch mein eigener Humor natürlich Geschmackssache ist. Ein großer Spaß ist es für mich zum Beispiel, die Amazon-Rezensionen unter Meisterwerken der Kultur aufzurufen und die schlechtesten Bewertungen zu lesen. Dort finden sich Perlen wie <strong>&#8222;Belanglos, künstlerisch das Ende der Beatles !!!&#8220;</strong> (aber trotzdem immerhin zwei Sterne) unter dem White Album oder auch brutale Wahrheiten wie <strong>&#8222;Die handelnden Personen sind alle zusammen durch und durch langweilig&#8220;</strong> (ein Stern) unter <em>Krieg und Frieden</em>. Like.</p><p>Die andauernde <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/25/youtube-gema-ein-appell-mit-bitte-um-unterstutzung/">Debatte um YouTube und die GEMA</a> ist natürlich im Gegensatz dazu nicht so richtig unterhaltsam, aber u.a. durch die <a
href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Sperr-Posse-um-die-Sonnenallee-auf-YouTube-1391704.html">Sonnenallee-Posse</a> immer noch am köcheln und aktuell und immerhin hat das Branchenblatt &#8222;Musikwoche&#8220; das Thema aufgegriffen und veröffentlicht in der aktuellen digitalen Ausgabe zwei Seiten allein über die Diskussion bei Spreeblick:</p><p><a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/12/musikwoche-spreeblick.png"><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/12/musikwoche-spreeblick.png" alt="musikwoche-spreeblick" title="musikwoche-spreeblick" class="alignnone size-full wp-image-51345" /></a><br
/> <small><em>Klick macht groß.</em></small></p><p>In Anbetracht der Tatsache, dass die Musikwoche so ziemlich jeder im &#8222;Bizzniss&#8220; liest, finde ich das sehr gut. Die oben zu sehende Veröffentlichung des Screenshots einer Publikation, die eigentlich nur Abonnenten erhalten, ist übrigens sicher urheberrechtlich mindestens zwiespältig… aber ich gehe einfach mal von der Großmütigkeit der Herausgeber aus, denn der Spreeblick-Screenshot wurde ja auch nicht angefragt. That&#8217;s why I&#8217;m easy like sunday morning.</p><p>Heute morgen bin ich übrigens halbzufällig auf einer Seite für Film-Titel gelandet und haben mir dabei zweimal <a
href="http://www.artofthetitle.com/2011/10/31/the-shining/">die Eröffnungssequenz von <em>The Shining</em></a> angesehen und natürlich sofort wieder Lust auf den Film bekommen. Schaut euch das noch mal in Ruhe an, wie großartig die Kamera-Arbeit ist, die allein für diesen Opener Wochen gedauert haben soll, und wie gruselig das alles wirkt durch diese 80er-Jahre-Horrorfilm-Synthie-Sounds – obwohl zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nichts Gruseliges passiert. Toll. Und dann diese schlichten, eigentlich blöden Titel in dieser furchtbaren Farbe, die ungewöhnlicherweise ein Abspann-Scrollen verwenden und so gar nicht zu passen shinen (Haha!) … Irre. Wirklich einfach beeindruckend.</p><p>Ich hab&#8217;s mir gleich noch einmal angesehen.</p><p>Ach, Kunst. Besser als Gold.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/07/spreeklicks-soundtrack-xtc/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>19</slash:comments> </item> <item><title>Weltexklusiv: Interview mit dem CEO von Santa Claus Industries</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/06/weltexklusiv-interview-mit-dem-ceo-von-santa-claus-industries/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/06/weltexklusiv-interview-mit-dem-ceo-von-santa-claus-industries/#comments</comments> <pubDate>Tue, 06 Dec 2011 10:37:44 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51336</guid> <description><![CDATA[<p><object
width="400" height="243"><param
name="movie" value="http://www.iseevoices.com/video.swf"></param><param
name="allowFullScreen" value="true"></param><param
name="allowscriptaccess" value="always"></param><param
name="FlashVars" value="movie=isv_sclaus"><embed
src="http://www.iseevoices.com/video.swf" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="400" height="243" flashvars="movie=isv_sclaus"></embed></object></p><p>Wir hatten ja schon <a
href="http://www.spreeblick.com/?s=iseevoices">einige Interviews</a> von <a
href="http://www.iseevoices.com/">iseevoices</a> veröffentlicht, aber dieses weltexklusive Gespräch mit dem CEO von Santa Claus Industries übertrifft alles.</p><p>Im englischsprachigen Interview erfahren wir alles über die Ursprünge von Santa Claus Industries als Familien-Unternehmen (inklusive der Kooperation mit der katholischen Kirche), hören erstmalig Santa Claus&#8217; Sicht der damaligen Zusammenarbeit mit Coca-Cola und darüber, wie die Taliban beinahe eines der bekanntesten Markenzeichen des Unternehmens – den Bart – gefährdeten. Desweiteren spricht der CEO über eine seiner Lieblingsbands: Die Butthole Surfers.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/06/weltexklusiv-interview-mit-dem-ceo-von-santa-claus-industries/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>7</slash:comments> </item> <item><title>1992: Angela Merkel und ich im TV</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/17/1992-angela-merkel-und-ich-im-tv/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/17/1992-angela-merkel-und-ich-im-tv/#comments</comments> <pubDate>Thu, 17 Nov 2011 22:03:10 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51155</guid> <description><![CDATA[<p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/11/jugendtreff.png" alt="n3 jugendtreff" title="n3 jugendtreff" class="alignnone size-full wp-image-51156" /></p><p>1992 befand sich meine Band <a
href="http://fb.com/planb.berlin">Plan B</a> auf einem kleinen Höhenflug, denn fast alles lief ziemlich super. Auch die Promotion: Während einer Deutschland-Tournee machten wir als musikalische Gäste Zwischenstopp bei der N3-Show &#8222;Jugendtreff&#8220; mit dem Titel &#8222;… denn sie wissen nicht, was sie tun&#8220;.</p><p>Während der Sendung wurde mit dem jungen Publikum zu den Themen &#8222;S-Bahn-Surfen&#8220; und &#8222;Jugend und Politik&#8220; im Allgemeinen diskutiert, zu dieser Gesprächsrunde wurde ich ebenfalls hinzu geholt. Stellvertretend für die politische Seite war die damalige Ministerin für Frauen und Jugend anwesend: Angela Merkel.</p><p>Es folgen die Videobeweise, die mir von Florian M. aus Braunschweig zugespielt wurden.</p><p><strong>ACHTUNG!</strong> Die Videos sind leider etwas asynchron. Florian hat das vor Ewigkeiten von einer alten VHS-Kassette digitalisiert und dabei ging leider irgendwas daneben, das Tape gibt es aber nicht mehr. Da muss man durch. Wenn man will.</p><p><strong>Teil 1: Eröffnungssong</strong></p><p>Zum Vollplayback tauschten unser Gitarrist Hans und unser Bassist Fritz die Instrumente und ich legte meine Gitarre ganz ab. Und mein Hemd auch. Wer den Song oder mich nicht ertragen kann, der kann bis zum Ende vorspulen, wenn unsere heutige Kanzlerin sagt, dass sie unsere Musik &#8222;nicht so schlimm fand, wie sie eigentlich erwartet hätte&#8220;. Ich weiß nach 20 Jahren immer noch nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll.</p><p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/cEF4XXw96Dc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p><strong>Teil 2: Die Debatte</strong></p><p>Nun ja. Man muss bedenken, dass ich a) sehr nervös war, mich b) gerade auf der Playback-Bühne verausgabt hatte und c) außerdem an einigen Stellen einfach vor Aufregung nicht wusste, was ich tolles sagen könnte, was ich mir d) aber nicht anmerken lassen wollte, was man dann e) leider sehr merkt. Ich komme um einiges arroganter rüber als Frau Merkel, weswegen sie ja heute auch Kanzlerin ist und ich nicht. Dafür hab&#8217; ich aber mehr Sex.</p><p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/B8nJV08eFq0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Wer sich nur über mich lustig machen will, der braucht sich nur die ersten und die letzten Minuten des Videos anzusehen, ich empfehle aber die Gesamtlänge, denn der Clip hat ob der Diskussion mit den Jugendlichen vor 20 Jahren einen gewissen historischen Charme und es ist spannend zu sehen, was sich verändert hat – und was nicht.</p><p><small>Wenn man auch noch den Abspann der Show sehen will, dann <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=sY-sLO8CX9o">kann man das hier tun</a>, es gibt noch einen halben Song zu hören.</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/17/1992-angela-merkel-und-ich-im-tv/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>96</slash:comments> </item> <item><title>Literaturliste Musik Online</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/11/literaturliste-musik-online/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/11/literaturliste-musik-online/#comments</comments> <pubDate>Fri, 11 Nov 2011 08:59:37 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51058</guid> <description><![CDATA[<p>Nachfolgend eine unvollständige und größtenteils englischsprachige Literaturliste zu den <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/">unter diesem Artikel diskutierten Themen</a> in Sachen Musik, Filesharing, Urheberrechte etc.pp. Die Liste hat uns Mark Chung zur Verfügung gestellt, Ergänzungen sind herzlich willkommen!</p><p><a
href="http://www.ic.gc.ca/eic/site/ippd-dppi.nsf/eng/h_ip01456.html">Andersen, B. and Frenz, M. (2007) The Impact of Music Downloads and the P2P File-Sharing on the Purchase of Music.</a></p><p>Barker, G. (2011) The True Price Of Peer To Peer File-Sharing. Re-examining Don’t blame the P2P file-sharers: the impact of free music downloads on the purchase of music CDs in Canada. Canadian Intellectual Property Council.</p><p><a
href="http://www.iccwbo.org/uploadedFiles/BASCAP/Pages/Global%20Impacts%20-%20Final.pdf">BASCAP Report (2010) Estimating the Global Economic and Social Impacts of Counterfeiting and Piracy.</a></p><p><a
href="http://mansci.journal.informs.org/cgi/content/abstract/53/9/1359">Bhattacharjee et al. (2007) The Effect of Digital Sharing Technologies on Music Markets. A Survival Analysis of Albums on Ranking Charts.</a></p><p><a
href="http://www.mendeley.com/research/online-piracy-recorded-music-sales/">Blackburn, D. (2004) On-line Piracy and Recorded Music Sales pdf-file Harvard University Citeseer.</a></p><p><a
href="http://www.cs.princeton.edu/~felten/boorstin-thesis.pdf">Boorstin, E.S. (2004) Music Sales in the Age of File-Sharing. Abstract.</a></p><p>Bounie et al., 2005 Pirates or Explorers? Analysis of Music Consumption in French Graduate Schools. Telekom Paris Economics WorkingPaper No. EC-05-01.</p><p><a
href="http://econometrie.cnam.fr/servlet/com.univ.collaboratif.utils.LectureFichiergw?ID_FICHIER=1295877015537">Curien, N. &#038; Moreau, F. (2005) The Music Industry in the Digital Era.</a></p><p><a
href="http://www.jstor.org/stable/10.1086/500683">Gopal et al., (2004,2006) Do Artist Benefit from Online Music Sharing.</a></p><p><a
href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/high-noon-der-professoren/3475124.html">Handelsblatt (2010).</a></p><p><a
href="https://netfiles.uiuc.edu/hyunhong/www/napster.pdf">Hong, S.H. (2009) Measuring the Effect of Napster on Recorded Music Sales.</a></p><p><a
href="http://www.ivir.nl/publicaties/vaneijk/Ups_And_Downs_authorised_translation.pdf">Huygen et al. (2009) Ups and Downs. Economic and Cultural Effects Of File Sharing On Music, Film and Games.</a></p><p>Liebowitz, S., (2006) File Sharing: Creative Destruction Or Just Plain Destruction?, Journal of Law and Economics, vol. XLIX, The University of Chicago.</p><p>Michel, N. J. (2006) The Impact of Digital File Sharing on the Music Industry: An empirical analysis, Topics in Economic Analysis and Policy, Vol. 6: No: 1, Article 18.</p><p>Oberholzer-Gee, F. and Strumpf, K. (2007) The Effect of Filesharing on Record Sales: An empirical analysis, Journal of Political Economy, Vol. 115, pp. 1-42.</p><p>Oberholzer-Gee, F. and Strumpf, K. (2010) File Sharing and Copyright. NBER Innovation Policy &#038; the Economy (MIT Press) 10.</p><p>Peitz &#038; Waelbroeck, (2004) The Effect of Internet Piracy on Music Sales: Cross-Section Evidence. Review of Economic Research on Copyright Issues 1(2), 71-79.</p><p>Rob &#038; Waldfogel, (2006) Piracy on the High C’s: Music Downloading, Sales Displacement and Social Welfare in a Sample of College Students. Journal of Law and Economics, Vol. 49: Issue: 1, pp. 29-62.</p><p><a
href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wissenschaftler-Studien-ueber-Tauschboersen-unbrauchbar-1020532.html">Solokov D. AJ. (11.06.2010).</a></p><p><a
href="http://www.iir.hit-u.ac.jp/iir-w3/file/WP05-08tanaka.pdf">Tanaka, T. (2004) Does File Sharing Reduce Music CD Sales, Page 7 (19).</a></p><p><a
href="http://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/author/ptjewellery/page/6/">Tschmuck, P. (2010) The Economics of Music File Sharing – Literature Overview (link in Programmübersicht 10. Juni 2010).</a></p><p>Tschmuck, P. (2011) Die ökonomischen Folgen der Musik-„Piraterie“/ Kritik am BASCAP Report (16. Feb. 2011) <a
href="http://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/author/ptjewellery/page/3/">(1)</a> <a
href="http://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/2011/02/10/die-okonomischen-folgen-der-musik-piraterie/#more-1578">(2)</a>.</p><p>Zentner, A. (2005) File Sharing and International Sales of Copyrighted Music: An Empirical Analysis with a Panel of Countries. Topics in Economic Analysis and Policy 5, 21, pp/ 1-15.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/11/literaturliste-musik-online/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>7</slash:comments> </item> <item><title>Urheberrechtsdebatte: Offener Brief von Mark Chung an Berthold Seliger</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/#comments</comments> <pubDate>Thu, 10 Nov 2011 10:29:25 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51021</guid> <description><![CDATA[<p>Jetzt wird&#8217;s etwas schwierig. Mein Tipp: Wer sich als schnelle Leserin oder schneller Leser nicht mindestens eine halbe Stunde mit den folgenden Inhalten auseinandersetzen kann oder will, wird an diesem Eintrag vermutlich scheitern. Zum Hintergrund:</p><p>Für die November-Ausgabe der Zeitschrift KONKRET verfasste der Berliner Konzertveranstalter und Autor <a
href="http://www.bseliger.de/">Berthold Seliger</a> einen Text mit dem Titel <a
href="http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=dieleistungsschutzgelderpresser&#038;jahr=2011&#038;mon=11">&#8222;Die Leistungsschutzgelderpresser &#8211; Wie die Kulturindustrie am altbackenen Urheberrecht festhält, um es zu ihren Gunsten auszuschlachten&#8220;</a>. Die Kenntnis dieses Textes ist zwingend notwendig, um die weiteren Zeilen verstehen zu können.</p><p>Seliger schreibt des Öfteren und durchaus lesenwert über Musik und den Kulturbetrieb in Deutschland (<a
href="http://www.bseliger.de/texte.html">hier eine Auswahl seiner weiteren Texte</a>), im Konkret-Text vertritt er eine Position, die man so oder ähnlich häufiger im Netz lesen kann.</p><p>Auf Seligers Text reagierte der Vorsitzende des <a
href="http://www.vut-online.de/">&#8222;Verbands unabhängiger Musikunternehmen e.V.&#8220;</a> (VUT), Mark Chung, mit einem äußerst detaillierten offenen Brief, der zunächst über einen Newsletter-Verteiler die Runde machte und den wir nachfolgend mit Genehmigung auch hier veröffentlichen.</p><p>Vorweg sei der Transparenz halber noch angemerkt: Ich kenne Mark Chung seit Jahrzehnten persönlich und habe schon oft mit ihm über die angesprochenen Fragen <strike>gestritten</strike> diskutiert, in seinem Verlag &#8222;Freibank&#8220; sind außerdem Songs des früheren Spreeblick-Videocasters <a
href="http://spreeblick.com/author/toni">Toni</a> <a
href="http://www.tonimahoni.com/">Mahoni</a> verlegt. Die Veröffentlichung von Chungs Brief findet jedoch nicht statt, weil ich ihn kenne und auch nicht, weil ich seinem Brief komplett zustimmen würde – Mark kritisiert in seinem Brief auch einige mir bekannte andere Personen und zwischen den Zeilen auch Blogger wie mich, wenn auch mit versöhnlichem Ton. Ich halte die Lektüre des Briefes nach dem Lesen von Seligers Artikel aber wirklich hilfreich für alle, die sich mit der Debatte ernsthaft auseinandersetzen möchten und die wissen: Es ist alles leider nicht ganz so einfach, wie man es gerne hätte. Viele von Mark Chung angesprochene Punkte sind mindestens weiteres Nachdenken wert und liefern so einen wichtigen Beitrag zur Diskussion.</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">OFFENER BRIEF</span></strong></p><p>An: Berthold Seliger</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">Betr.:</span></strong> KONKRET 11/2011 Berthold Seliger</p><p>Lieber Berthold Seliger,</p><p>Anmerkungen und Korrekturen zu Deinem Artikel in der KONKRET.</p><p>Es besteht in der Tat Diskussionsbedarf &#8211; über die Auswirkungen aktueller  technologischer Entwicklungen, nicht nur auf die Produktion kultureller Güter und die Situation insbesondere junger Künstler, sondern auf uns alle, über das Urheberrecht, über Interessenkonflikte zwischen Teilen der Technologiebranche einerseits, Künstlern und Produzenten von Inhalten andererseits.</p><p>Dein Artikel ist in diesem Zusammenhang ärgerlich, weil</p><p>- Du die politischen und ökonomischen Zusammenhänge der derzeitigen Urheberrechtsdiskussion entweder nicht verstanden hast oder verschweigst;</p><p>- Du schlecht recherchierst und der Artikel deshalb zahlreiche schlicht falsche Informationen ungeprüft weiterverbreitet;</p><p>- Der Artikel nicht einen einzigen erkennbaren Lösungsansatz enthält, sondern sich vollständig auf Polemik beschränkt.</p><p>KONKRET ist die einzige linke Publikumszeitschrift Deutschlands. KONKRET Autoren sollten in der Lage sein, ökonomische Hintergründe gesellschaftlicher Konflikte zu erkennen.</p><p>Neben vielen sachlich falschen Darstellungen auf die ich später eingehe, gibst Du auch meine persönliche Meinung falsch wieder. Ich stelle deshalb richtig:</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">1. Worin besteht der zentrale Interessenkonflikt hinter der Urheberrechtsdebatte?</span></strong></p><p><strong>Der grundlegende und offensichtliche Interessenkonflikt besteht seit einigen Jahren zwischen Technologiekonzernen, die von der Verbreitung von Inhalten profitieren OHNE in Künstler oder die Produktion neuer Inhalte zu investieren einerseits und Medienunternehmen und Künstlern, die diese Inhalte produzieren, andererseits. </strong></p><p>Es liegt im einfach nachzuvollziehenden <strong>Profitinteresse von Konzernen</strong> wie</p><p>- Google, die substantielle Werbeeinahmen aus der Verwertung von Inhalten generieren,</p><p>- Telekommunikationskonzernen, Accessprovidern etc., deren Breitbandverkäufe seit vielen Jahren von der leichten Zugänglichkeit zu unvergüteten Inhalten profitieren <a
href="#_ftn1">[1]</a>,</p><p>- Online Plattformen wie Megaupload, Rapidshare, kino.to etc., deren Geschäftsmodelle ganz oder fast ausschließlich  auf der technischen Ermöglichung massenhafter Urheberrechtsverletzungen beruhen u.a.,</p><p><strong>nichts oder möglichst wenig für Inhalte zu vergüten</strong> und<strong> möglichst geringen Aufwand </strong>mit dem Einholen von Freigaben etc. zu haben.</p><p>Dem gegenüber stehen logischerweise die Interessen der Produzenten von Inhalten – also der Medienunternehmen und der Künstler, die hieraus ihren Lebensunterhalt bestreiten, in die Produktion und Vermarktung von Inhalten investieren und ebenfalls versuchen – zumindest im Erfolgsfall &#8211; Profite zu erwirtschaften.</p><p>Man muss diesen Konflikt nicht ideologisieren, aber ein paar Fakten sind festzuhalten:</p><p>I. Es ist völlig legitim zu diskutieren, ob Medienunternehmen Künstler angemessen vergüten &#8211; diese Interessenkonflikte sind so alt wie die Produktion kultureller Güter. Neu ist hingegen, dass die oben genannten „neuen Verwerter“ vom Vertrieb von Inhalten profitieren OHNE in Künstler und die Entwicklung neuer Inhalte zu investieren.</p><p>II. Die Produktion kultureller Güter ist schon immer ein hochriskantes Geschäft gewesen und erfordert selbstverständlich Investitionen. Auch wenn technologischer Fortschritt erfreulicherweise einige der Produktions- und vor allem Vertriebskosten gesenkt hat, müssen, beispielsweise, Künstler ihren Lebensunterhalt bestreiten (was offensichtlich nicht günstiger geworden ist) und die Kosten, eine Band von Berlin auf eine Bühne in Hannover zu bringen, sind auch nicht wesentlich gesunken.</p><p>Wir sollten alle mit plumpen Analogien vorsichtig sein, aber um das derzeitige Problem der Produzenten von Inhalten am Beispiel des altbekannten Geschäftsmodells von TV Sendern zu erläutern: Wenn die Unternehmen, die Vertrieb und Verbreitung von TV Inhalten leisten – bei uns also beispielsweise Kabel Deutschland und die Betreiber des Astra Satelliten – die Werbeeinnahmen erheben und größtenteils behalten würden, hätten rtl, Sat 1, der WDR etc. innerhalb kurzer Zeit Probleme, das Programm zu produzieren und würden sich weigern, es weiter einzuspeisen. (Mit Dir kann man wahrschlich lange diskutieren ob das ein Verlust wäre, aber das ist hier nicht der Punkt.)</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">2. Warum müssen wir Lösungen finden?</span></strong></p><p>Das Kernproblem besteht darin, dass die Produktion interessanter <span
style="text-decoration: underline;">neuer</span> Inhalte ohne eine Lösung des oben genannten Interessenkonflikts zunehmend gefährdet ist.</p><p>Beispiel Musik: Die Situation von &#8211; auf Grund früherer Millioneninvestitionen – bekannten Künstlern ist nicht problematisch: Die Rolling Stones werden Konzertkarten verkaufen solange sie auf Tour gehen, Bob Dylan und Mark Knopfler auch weiterhin die Konzertumsätze insgesamt stabilisieren. Für bereits etablierte Künstlern wie Radiohead und NIN stellt der technologische Fortschritt vor allem fantastische neue Werkzeuge zur Verfügung.</p><p>Als Veranstalter von Konzerten könnte Dir allerdings aufgefallen sein, dass das Durchschnittsalter der 50 erfolgreichsten Live-Künstler 2010 mittlerweile 46 Jahre beträgt, mit mehr Künstlern in ihren 60ern als in ihren 20ern <a
href="#_ftn2">[2]</a>. Und dass nur 2 der 10 erfolgreichsten Livekünstler 2010 in den letzten 20 Jahren populär geworden sind (Lady Gaga und Michael Buble) <a
href="#_ftn3">[3]</a>.</p><p>Die DSDS Produkte von Dieter Bohlen werden weiterhin auf den Markt kommen – das sind wegen monatelanger TV Präsenz vergleichsweise sichere, wenn auch kurzlebige  Wetten. Solange Johnny Depp mitmacht, werden auch „Pirates of the Caribean“ 7, 8 und 9 in die Kinos kommen. Und Millionen von Menschen werden weiterhin Werke unterschiedlichster Qualität auf ihren Laptops erzeugen und ins Internet stellen (wo es allerdings in den meisten Fällen kaum noch von jemandem wahrgenommen wird, aber auch das ist ein anderes Thema.)</p><p>Aber jeder, der heutzutage erwägt in junge Musiker zu investieren, jeder der darüber nachdenkt, den Job aufzugeben um sich der Musik mit aller Kraft und Energie zu widmen &#8211; in meiner Welt fast immer eine Voraussetzung für Weiterentwicklung und herausragende Ergebnisse &#8211; jeder, der  versucht die Finanzierung für einen etwas ungewöhnlichen oder bahnbrechenden Film zusammenzubekommen und Augen, Ohren und ein Hirn dazwischen hat, weiß, dass hier massive Probleme entstanden sind, die wir lösen müssen.</p><p>Und nein, das hat nichts mit Mangel an neuen Geschäftsmodellen zu tun (von denen es bereits mehr gibt als Du weißt, aber die wir natürlich auch weiterhin entwickeln müssen), es liegt ökonomisch vor allem daran, dass immer mehr der Einnahmen aus der Verwertung von Inhalten an Konzerne fließen, die Künstlern bestenfalls Almosen anbieten und selbst kreative Inhalte weder produzieren wollen noch können.</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">3. Propaganda und Wirklichkeit</span></strong></p><p>Es braucht nicht viel Recherche um festzustellen, dass über diesen &#8211; eigentlich offensichtlichen und leicht nachvollziehbaren &#8211; zentralen Interessenkonflikt im Netz erstaunlich wenig gesprochen wird.</p><p>Die Darstellung der Situation in zahllosen Blogs, Foren und auch traditionellen Medien verschleiert die ökonomischen Hintergründe: Hier werden die Interessen hochprofitabler, monopolistischer Internetkonzerne, deren Profitmaximierung das Urheberrecht häufig im Weg steht, komplett ausgeblendet. Diskutiert werden sollen stattdessen ausschließlich:</p><p>a) Ein Konflikt zwischen einer „Rechteverwerterindustrie“ und „Nutzern“ bzw. „der Gesellschaft“.</p><p>b) Die Schwächen des Urheberrechts.</p><p>Die PR Strategie der Technologiekonzerne ist einfach:</p><p>a) <strong>Stelle Deine Interessen als öffentliche Interessen dar</strong>.</p><p>Der von Dir mit „Die Demokratie und das menschliche Recht auf Kommunikationsfreiheit und auf Teilhabe am kulturellen Leben sind in Gefahr“ zitierte Joost Smiers liefert ein typisches Beispiel.</p><p>Diese PR Strategie ist nicht neu: “„You always want to say what you are doing is in the public interest and not your own mercenary interests. So (the fair use ideologues) were very helpful for the technology companies.” Later, technology companies would return the favor with significant funding” <a
href="#_ftn4">[4]</a></p><p>Google spielt in diesem Zusammenhang eine prominente Rolle. Der Konzern nutzt einen Teil seiner riesigen Profite um Organisationen und Instituten, die in seinem Interesse argumentieren und arbeiten, Finanzierung zur Verfügung zu stellen. Manche Spenden sind frei verwendbar, andere zweckgebunden. Manche Organisationen kontrolliert Google, andere finanziert es nur indirekt und tritt kaum in Erscheinung.</p><p>Die Liste der Empfänger ist lang und selten publiziert. Dazu gehören beispielsweise Lobbyorganisationen wie die New America Foundation (Spende 2008: $1.000.000, von Google Executive Chairman und ex-CEO Eric Schmidt – er wurde im selben Jahr Chairman of the Board) PublicKnowledge.org, das Berliner Internet und Gesellschaft Co:llaboratory; Creative Commons (2008: $1.500.000, 2009: $ 500.000, letztere privat von Google Co-Gründer Sergey Brin, Brins Schwiegermutter Esther Wojcicki war bis September 2010 Chairman of the Board, jetzt Vice Chair); Institute wie das Stanford Center for Internet and Society (2006: $2.000.000), das Berkman Center for Internet and Society ($280.000, $500.000) und, aktuell in Deutschland, das neugegründete Berliner Institut für Internet und Gesellschaft (2011: EUR 4.500.000); zukünftige online Aktivisten werden mittels des „Google Policy Fellowship“ Programms, das mehr als einem Duzend Studenten $7,500 gibt um einen Sommer lang bei solchen Organisationen zu arbeiten, entwickelt. In Deutschland recherchieren unabhängige Journalisten bisher nicht einmal, woher beispielsweise die Finanzierung von irights.info und netzpolitik.org kommt.</p><p>Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Viele dieser Organisationen machen auch sinnvolle und nützliche Arbeit, aber man müsste schon sehr naiv sein um zu glauben, solche Geldsummen würden interessen- und einflussfrei fließen. Zu kritisieren ist die weitgehende Intransparenz wessen Interessen von diesen Organisationen vertreten werden. Denn die Interessen von NutzerInnen werden hier häufig vorgeschoben.</p><p>Google hat andere Interessen. Der Konzern wird wissen, warum es sein ursprüngliches Credo „don’t be evil“ hierzulande kaum noch benutzt, das aktuelle Mantra „Der Nutzer steht für uns immer im Vordergrund“ ist zutreffender – allerdings nicht so wie es die meisten verstehen. Denn <strong>Nutzer sind nicht die Kunden von Google – sie sind das Produkt</strong> das Google seinen Werbekunden verkauft. Deshalb haben Internetkonzerne kein Interesse an Privatsphäre, Datenschutz, informationeller Selbstbestimmung und derartigen Bürgerrechten. Unternehmen wie BlueKai und Acxiom haben Daten über 96% aller US BürgerInnen &#8211; durchschnittlich 1.500 Daten pro Person, die unkontrolliert ge- und verkauft werden. <strong>Das ist die Ware.</strong></p><p>Die objektiven Interessen der Künstler und Produzenten sind ebenfalls offensichtlich: Für die Nutzung der von Ihnen hergestellten Inhalte eine angemessene Vergütung zu erhalten und – im Erfolgsfall – Profite zu erzielen. Künstler und Medienunternehmen sind Nutzer und Lieferanten von Inhalten des Internets wie alle anderen inklusive derjenigen, die hieraus eine Weltanschauung machen. <strong>Aus objektiver Sicht gibt es kein spezifisches Interesse von Künstlern oder Musikunternehmen, bürgerliche Freiheiten einzuschränken. </strong>Ihr Interesse besteht darin, für die Nutzung ihrer Werke Vergütungen zu erhalten.<strong> </strong>Hier gilt es Lösungen zu finden.</p><p><strong>b) </strong><strong>Vermeide die Diskussion um die Durchsetzung von Urheberrechten  – sprich stattdessen von den Schwächen des Urheberrechts.</strong></p><p>Selbstverständlich muss das Urheberrecht einfacher verständlich und nutzerfreundlicher werden. Aber in einer Zeit, in der es offensichtliche Probleme mit der Um- und Durchsetzung gibt, ist es zynisch die Probleme zu ignorieren und stattdessen ausschließlich darüber zu sprechen, was einem am UrHR nicht gefällt. Benötigt wird eine Diskussion über BEIDES –Anpassungen <span
style="text-decoration: underline;">und</span> demokratisch akzeptable Formen, geltendes Recht auch durchzusetzen. Dies ist der Kompromiss der aus gesellschaftlicher Sicht erarbeitet werden muss.</p><p>Diskussionsbeiträge, die ausschließlich die PR Strategie der Technologiekonzerne so  kenntnisfrei und unreflektiert umsetzen wie Dein Artikel sind mittlerweile glücklicherweise eher selten.</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">4. Desinformation</span></strong></p><p>Wir beobachten täglich wie massenhaft teils absurde und abwegige Fehlinformationen gestreut und weiterverbreitet werden – vor allem online, in Blogs und Foren (wobei sich dort mittlerweile zunehmend qualifiziertere Stimmen zu Wort melden die sich, im Gegensatz zu den früheren Jahren, nicht mehr von anonymen Lynchmobs unsachlich niederbrüllen lassen) und vor allem von selbsternannten „Internet-Evangelisten“ von Beckedahl bis Kreuzer, aber auch in traditionellen Medien.</p><p>Das Prinzip von Propaganda hat sich nicht verändert &#8211; man muss Dinge vor allem oft genug wiederholen, dann glaubt die Mehrheit der Bevölkerung sie irgendwann &#8211; unabhängig vom Wahrheitsgehalt.</p><p>Auch hier fügt sich Dein Artikel nahtlos ein. Eine Handvoll von zahllosen Beispielen:</p><p>(1) <em>„Das sogenannte Urheberrecht dient nämlich keineswegs (…) den Kreativen, sondern es dient als Schutzrecht der Entertainment- und Verlagswirtschaft <strong>fast ausschließlich den Interessen der Kulturindustrie</strong>.“</em></p><p>Fakten:</p><p><span
style="text-decoration: underline;">a) Urheberrechte von Musikautoren</span></p><p>Die GEMA nimmt in Deutschland bekanntermaßen die allermeisten musikalischen Urheberrechte wahr.  Niemand muss ihr beitreten und sie damit beauftragen. Sie ist ein Verein, dessen oberstes Organ die Versammlung ihrer Mitglieder &#8211; Komponisten, Textautoren und Verleger – ist. (Autoren haben in dieser übrigens die Mehrheit gegenüber den Verlegern.)</p><p>Man kann und sollte viele Dinge an der Arbeit der GEMA kritisieren,  m.E. konstruktiv, d.h. dann auch mit umsetzbaren Verbesserungsvorschlägen, denn es gibt weder für Nutzer von Musik noch für Urheber und insbes. kleine, unabhängige Musikunternehmen eine bessere und realistische Alternative zu kollektiver Wahrnehmung. Deshalb sollten die Mitglieder der GEMA dafür sorgen, dass sie auch in der digitalen Welt funktioniert – und wir sind uns wahrscheinlich sogar darüber einig, dass dies noch nicht der Fall ist.</p><p>Der sog. „Verteilungsplan“, der die Verteilung der Einnahmen aus urheberrechtlichen Vergütungen regelt, mag Dir zu kompliziert erscheinen (vielen Mitgliedern einschließlich mir übrigens auch) ABER die wichtigsten Fakten sind dann doch einfach:</p><p><strong>Urheber erhalten <span
style="text-decoration: underline;">60%</span> aller Einnahmen aus „Vervielfältigungen“ (=Tonträgerverkäufen, Downloads etc.) und <span
style="text-decoration: underline;">66,66%</span> aller Einnahmen aus Sendung und Aufführung (TV, Radio, streaming etc.). </strong>(Ja, nach Abzug der Kosten der GEMA (lagen 2010 bei 14,2%<a
href="#_ftn5">[5]</a>)<strong>. Diese 60% bzw. 66,66% sind <span
style="text-decoration: underline;">Mindestbeteiligungen</span>. </strong>Erfolgreiche Autoren verhandeln häufig höhere Beteiligungen, gründen ihre eigenen Verlage etc..</p><p><span
style="text-decoration: underline;">b) Rechte an Musikaufnahmen </span></p><p>Auch die GvL, die Verwertungsgesellschaft für Leistungsschutzrechte verteilt Einnahmen in etwa zu gleichen Teilen zwischen Künstlern und Labels.</p><p>Du hast es wahrscheinlich noch nicht bemerkt: Die Musikwirtschaft ist schon seit Jahren überwiegend „independent“ geprägt. Der Forschungsbericht des BMWi hat bereits 2009 <a
href="#_ftn6">[6]</a> bei der Analyse der 2006er Zahlen festgestellt, dass</p><p>- weit mehr als 60% aller Unternehmensumsätze der Musikwirtschaft von kleinen, mittleren und Kleinstunternehmen erzielt werden;</p><p>- 95% der 3.884 damals tätigen Musikunternehmen weniger als 2 Mio. Euro Umsatz erzielten;</p><p>- es nur 9 Unternehmen gab die mehr als 50 Mio. Euro Umsatz erzielten – darunter die vier (bald wohl nur noch 3) Majors – die in Deutschland nun auch eher mittelständische Größenordnungen haben.</p><p>Die von Dir pauschal als „Verwerterindustrie“ verunglimpfte Branche besteht im Musikbereich aus Menschen, die überwiegend in kleinen, mittelständischen, Tausenden von Kleinstunternehmen oder selbstständig ihren Lebensunterhalt versuchen zu verdienen. Viele davon sind Künstler, die sich selbst vermarkten – teils bereits bekannte, die kleine Unternehmen betreiben in denen die Arbeit getan wird, die traditionell von Labels übernommen wurde, teils die wachsende Anzahl junger Künstler, die einfach niemanden mehr finden, der in ihre Karrieren investieren könnte oder wollte. Die von Dir versuchte Spaltung von Künstlern und „Verwerterindustrie“ ist &#8211; vor allem im independent Bereich &#8211; ein längst überholtes Klischee aus den 80er Jahren.</p><p>Und der häufigste Deal zwischen Künstlern und independents ist? Der sog. „klassische Indiedeal“: <strong>Alle Einnahmen werden nach Abzug der Kosten 50/50 geteilt.</strong></p><p>Das ist heutzutage alles Basiswissen jedes Berufsanfängers in der Musikwirtschaft. Dass Du 2011 einen Artikel veröffentlichst und trotz dieser leicht recherchierbaren Fakten behauptest, Urheberrechte dienten „<em>fast ausschließlich den Interessen der Kulturindustrie“</em> belegt vor allem Deine frappierende Unkenntnis.</p><p><span
style="text-decoration: underline;">c) Beispiel: Film</span></p><p>Wenn Du Dich für qualifiziert genug hältst, Vorschläge zur Ausgestaltung des Urheberrechts zu machen, solltest Du bedenken, dass Deine Aussagen die Lebensumstände aller betreffen, die kreative Güter produzieren. In Deutschland sind das mehr als 1 Mio. Menschen <a
href="#_ftn7">[7]</a>.</p><p>Auch als Konzertveranstalter könntest Du am Abspann bemerkt haben, dass hunderte von Mitwirkenden an der Entstehung von Filmen arbeiten. Filme werden hochgradig arbeitsteilig erstellt, benötigen umfangreiche Vorfinanzierung, Planung, und nach Fertigstellung leistungsfähige Vermarktung wenn sie erfolgreich werden sollen.  Sie sind nicht das Produkt einzelner, selbstfinanzierter Urheber. Der urheberrechtliche Schutz des fertigen Films sichert nicht nur den Lebensunterhalt der Drehbuchautoren und anderen beteiligten Urheber, sondern auch den der Kameraleute, Beleuchter, Schauspieler, Maskenbildner, Cutter, Cateringunternehmen, Regisseure, Produzenten und aller anderen Mitwirkenden.</p><p>Wie eingangs erwähnt, sind in Deinem Artikel nicht einmal im Ansatz Lösungsvorschläge erkennbar. Willst Du ernsthaft behaupten, die Bezahlung aller Mitwirkenden wäre auf Dauer ohne urheberrechtlichen Schutz des Films finanzierbar? Mit oder trotz zunehmender Kino.to und torrent Nutzungen?</p><p><strong>(2) </strong><em>„Das Urheberrecht soll eigentlich die Leistungen von Kreativschaffenden schützen. (…)sie sollen an jeder wirtschaftlich relevanten Nutzung ihrer Werke finanziell beteiligt werden.“ </em>Absolut richtig. Aber dann: <em>„In der Praxis lassen sich Verwerter wie Plattenfirmen oder Verlage jedoch meist sehr weitgehende oder ausschließliche Nutzungsrechte übertragen. <strong>Oft darf der Urheber danach sein eigenes Werk nicht mehr nutzen.“ </strong></em></p><p>Wie bitte? „Oft“ darf der Urheber sein Werk nicht mehr nutzen wenn er einem Verlag eine Beteiligung an Nutzungsrechten verkauft oder übertragen hat (was der Kern deutscher Verlagsverträge ist)?  Wofür nutzt ein Urheber sein Werk denn „meist“? Wenn er auch Interpret ist, zumeist doch wohl für</p><p>- Konzerte &#8211; willst Du jemandem weismachen Urheber dürften ihre Werke dann „oft“ nicht mehr spielen? Unsinn.</p><p>- Musikaufnahmen &#8211; soll das heißen er kann die Werke dann nicht mehr aufnehmen? Sie nicht auf Tonträgern, bei itunes, simfy, emusic, etc. selbst oder von einem (selbst gewählten) Labelpartner veröffentlichen lassen? Ebenfalls Unsinn.</p><p>- Sendungen &#8211; dürfen Urheber ihre Werke nach Veräußerung einer Beteiligung an Nutzungsrechten „oft“ nicht mehr beim rbb oder auf byte.fm spielen lassen? Kompletter Unsinn.</p><p>Wovon sprichst Du? Ich kann nur raten welche seltenen Situationen Du hier versuchst zu verallgemeinern. Wenn Urheber sich – selbstverständlich freiwillig &#8211; entscheiden, Beteiligungen an Nutzungsrechten zu veräußern, müssen sich die Geschäftspartner natürlich in der Folge bei einigen (aus Sicht der meisten Autoren viel zu selten stattfindenden) Nutzungen abstimmen. Will man die Musik für die nächste Coca Cola Kampagne sein und wenn ja, was soll man dafür verlangen etc.. Auch dabei entscheidet &#8211; zumindest bei uns und den Verlagen mit denen wir arbeiten &#8211; letztlich immer der Urheber.</p><p>Und natürlich gibt es aus offensichtlichen Gründen für Interpreten zeitlich begrenzte sog. „re-recording restrictions“ – für Urheber, wie Du zu behaupten scheinst, ist das abwegig.</p><p>Schließlich bedeutet – auch wenn sich „Plattenfirmen oder Verlage jedoch meist sehr weitgehende oder ausschließliche Nutzungsrechte übertragen“ lassen, dies keinesfalls, dass Kreative nicht „an der wirtschaftlich Nutzung ihrer Werke finanziell beteiligt werden“. Wie jeder der auch Künstler vertritt, streite ich mit Labels gern für höhere Beteiligung der Künstler – das liegt in der Natur der Geschäftsbeziehung. Aber es gibt Gesetze, Verträge und notfalls Gerichte um solche Konflikte zu lösen. Und diese Konflikte sind bisher alle gelöst worden, ohne dass das Urheberrecht dem im Wege gestanden hätte – im Gegenteil.</p><p><strong>Dagegen ist 100% sichergestellt, dass Künstler ÜBERHAUPT KEINE Beteiligung erhalten, wenn Unternehmen wie Rapidshare, Megaupload (aber auch Google <a
href="#_ftn8"><strong>[8]</strong></a>) unlizensiert substantielle Beträge mit ihren Werken verdienen. </strong></p><p>(3) <em> „Ist es richtig(…) daß ein Künstler bei jeder Kopie den Urheber um Einverständnis bitten muß, wie es in Europa gang und gäbe ist?“ </em></p><p>Nein, es ist nicht richtig und deshalb auch nicht „gang und gäbe“ bei jeder „Kopie“ (Du musst „Coverversion“ meinen, sonst macht der Satz überhaupt keinen Sinn) den Urheber um Einverständnis zu bitten.</p><p>Für Coverversionen müssen Künstler keine Genehmigungen einholen. Nur bei substantieller Veränderung und auch nur wenn man das substantiell veränderte Werk kommerziell veröffentlichen will, ist die Einwilligung des Urhebers zur Werkveränderung nötig. Darüber was eine substantielle Veränderung darstellt kann man in der Tat streiten und der VUT spricht sich für eine Überarbeitung des Zitat- und Bearbeitungsrechts aus um der Realität zu entsprechen, dass viel mehr Nutzer als früher Werke zu ihrem Vergnügen oder auch kommerziellen Zwecken verändern.</p><p>Ob deshalb jeder Nationalsozialist ohne zu fragen Dein Werk mit neuem Text versehen können sollte ist die zu Recht häufig gestellte, weiterhin zu beantwortende Frage.</p><p>(4) <em>„Ein Ammenmärchen der Kulturindustrie besagt, illegale Downloads seien schuld daran, daß Künstler nicht mehr von ihrer Kunst leben können.“</em></p><p>Die Auswirkungen unvergüteter Musiknutzungen wurden seit Jahren in unabhängigen wissenschaftlichen Studien untersucht und dokumentiert. Alle nachstehend genannten Untersuchungen sind nach wissenschaftlichen Richtlinien entstanden und von anerkannten Fachzeitschriften mit peer review publiziert worden.</p><p>Die negativen Auswirkungen von unvergüteten Musiknutzungen auf Musikverkäufe wurden in folgenden Studien nachgewiesen und veröffentlicht:</p><p>Liebowitz „Creative Destruction or just Plain Destruction“ (2004a, 2006a, Theorie), Liebowitz „Testing File-Sharing’s Impact on Music Sales in Cities“ (2008a, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Zentner „Measuring the Effect of File Sharing on Music Purchases“ (2006, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Rob und Waldfogel “Music Downloading, Sales Displacement and Social Welfare” (2006, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Lee “The Effect of File Sharing on Consumers Purchasing Patterns” (2006, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Leung “Should the Music Industry Sue Its Own Customers?” (2008, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Huygen et al. “Ups And Downs. Economic And Cultural Effects Of File Sharing On Music, Film And Games“ (2009, Pure Survey Based Approach, Primary Data), Michel “The Impact of File Sharing On The Music Industry” (2005, Theory and Survey Based Approach), Hong “Measuring the Effect of Napster on Recorded Music Sales” (2009, Theory and Survey Based Approach), Peitz und Walbroeck “The Effect of Internet Piracy on Music Sales” (2003,2004, Theory and Survey Based Approach).</p><p>Spezifische Schäden durch File Sharing, etwa in Bezug auf ihre Verursachung durch bestimmte Konsumentengruppen oder in Bezug auf den Bekanntheitsgrad der betroffenen Künstler oder auch in Bezug auf zu definierende (theoretische) Umstände unter denen die (von keinem der u.g. Autoren  geleugneten Schäden) theoretisch ausgeglichen werden könnten  wurden durch die folgenden Untersuchungen dokumentiert:</p><p>Curien und Moreau „The Music Industry in the Digital Era“ (2005, Theorie), Bayaan „Technology and the Music Industry” (2004, Theorie), Peitz und Walbroeck “Why the Music Industry may gain from free Downloading” (2006, Theorie), Boorstin “Music Sales in the Age of File Sharing” (2004, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Mortimer und Sorensen “Supply Responses to Digital Distribution: Recorded Music and Live Performances” (2005, Pure Survey Based Approach, Secondary Data), Bounie et al. (2005, Pure Survey Based Approach), Gopal et al. “Do Artists Benefit from Online Music Sharing” (2006, Theorie und Survey Based Approach), Bhattacharjee et al. “The Effect of Digital Sharing Technologies on Music Markets. A Survival Analysis of Albums on Ranking Charts” (2007, Approach Based on Empirical Data from P2P File Sharing Usage), Blackburn “On-line Piracy and Recorded Music Sales” (2004, Approach Based on Empirical Data from P2P File Sharing Usage).</p><p>Im Februar 2011 wurde der BASCAP-Report „Estimating the global economic and social impacts of counterfeiting and piracy” der Internationalen Handelskammer veröffentlicht. Die Befunde dieses Reports dokumentieren ebenfalls das Ausmaß der Schäden die durch unlizensierte Musiknutzungen entstanden sind. Da die Autoren Befunde aus der wissenschaftlich anerkannten Literatur nutzen um die aus Marktdaten gewonnenen Ergebnisse nach unten zu korrigieren, Schäden durch Streaming noch nicht mit einbezogen wurden und jeder Download als Single (nicht als Album) gewertet wurde können ihre Daten als relativ zuverlässige Einschätzung der unteren Grenze betrachtet werden; auch wurde durch die Auswertung der Daten von weltweit 19 verschiedenen Instituten in 16 Ländern sichergestellt, dass eine manipulative oder tendenzöse Befragung oder Auswertung sehr schwierig durchführbar gewesen wäre. Eine weitere Stärke des Reports besteht in einer klaren Abgrenzung des „commercial value“ von digitaler Musik-Piraterie von den tatsächlich aufgetretenen „business losses“, d.h. der BASCAP-Report schließt Überschätzungen der Verluste durch fälschliche Interpretationen der Downloads als 1:1 Kaufverluste konsequent aus.</p><p>Bislang liegen nur zwei Veröffentlichungen vor, die zu dem Ergebnis kamen File Sharing würde die Musikverkäufe positiv beeinflussen: Chi (2008) kam zu diesem Befund in dem Kirchenbesuche und Strafzettel als proxy für File Sharing genutzt wurden, ihr lagen keine (!) Daten zum tatsächlichen File Sharing Verhalten der Befragten vor. Andersen und Frenz (2007) kamen zu ihrem Befund durch eine methodische Vorgehensweise die es ausschloss, dass der Zusammenhang zwischen File Sharing und Musikverkäufen durch eine dritte Variable hätte beeinflusst werden können, daher wurden die Autorinnen bereits frühzeitig in Bezug auf ihre Methodik kritisiert. Eine Re-Evaluation ihres Datensatzes durch Barker (2011) ergab aber sogar darüber hinaus schwerwiegende neue Erkenntnisse: <strong>Andersen und Frenz hatten bereits herausgefunden, dass bei Abwesenheit von P2P Netzwerken 75% der umsonst konsumierten Musik gekauft worden wäre. Diese Information lag den Autorinnen also bereits 2007 vor, sie zogen es jedoch vor, diese Befunde nicht zu veröffentlichen.</strong></p><p>Weitere zwei Studien kamen zu dem Schluss, dass File Sharing und Musikverkäufe voneinander unabhängig sind. Tanaka (2004) erzeugt diesen Befund durch den Einsatz einer dummy Variable nach der vorherige Albenverkäufe eines Künstlers nicht vorliegen; das hierdurch gewonnene Ergebnis ist natürlich nicht haltbar – entsprach aber vermutlich den Wünschen des japanischen Mobile-Konzerns der das Institut finanziert. Oberholzer-Gee und Strumpf (2007) kamen zu ihrem Ergebnis auf bisher nicht nachvollziehbare Weise da die Autoren sich bis heute mit verschiedenen Begründungen weigern ihre Rohdaten einer erneuten Analyse zur Verfügung zu stellen. Liebowitz (2010) wies jedoch ausführlich auf die gravierenden Unstimmigkeiten der statistischen Auswertungen hin: So müsste nach den Befunden von Oberholzer-Gee nämlich ein Erliegen des amerikanischen Download-Verhaltens außerhalb der deutschen Schulferien (!) eintreten bzw. sogar ein Abrutschen des Download Verhaltens in einen Minusbereich: Der von Oberholzer-Gee präsentierte Regressionskoeffizient  betrug das Dreifache der Standardabweichung. Da inhaltlich eine Download-Tätigkeit im Minusbereich keinen Sinn ergibt, wurde eine Überprüfung der Rohdaten angestrebt um die Fehler in der Datenerhebung bzw. Datenauswertung nachzuweisen – dies ist durch die Weigerung Oberholzer-Gees bis heute nicht möglich.</p><p>Zusammenfassung:</p><p>Obwohl an vier dieser Studien Kritik geäußert werden muss, sollten sie doch abgegrenzt werden von selbsterstellten Tabellen auf Blogs, Diplomarbeiten ohne korrespondierende peer review Veröffentlichungen, emotional gefärbten Ansichten auf eigenen Homepages oder auch gezielt als PR eingeschleusten Werken.</p><p>Man kann davon ausgehen, dass es wie immer multiple Ursachen für Umsatzrückgänge gibt, nur wurden andere Faktoren bisher nicht zuverlässig identifiziert und nachgewiesen. Der gegenwärtige Stand der Forschung spricht dafür, dass unlizensierte Musiknutzungen den größten bisher bekannten Anteil an den Schäden und Einkommensminderungen verursacht haben.</p><p><strong>Du hältst Dich als Konzertveranstalter für qualifiziert die vorliegenden Forschungsergebnisse als „Ammenmärchen“ abzutun und ohne eigene methodische Kenntnisse die einzige Dir wohl vorgelegene  Studie mit der geborgten Meinung zweier Journalisten zu beurteilen? </strong></p><p><strong>Dein Mangel an Kompetenz wird nur von Deiner Überheblichkeit übertroffen. Das ist so ärgerlich, dass hier ein paar klare Worte nötig sind: Minimalvoraussetzung für eine qualifizierte Auseinandersetzung mit den vorliegenden Befunden ist Methodikwissen und Sicherheit im Umgang mit statistischen Methoden.  Du bist nicht in der Lage festzustellen ob die in der FAZ genannten Befunde aus einer wissenschaftlichen Untersuchung stammen oder der Feder eines Lobbyisten. Du bist nicht kompetent genug um einzuschätzen wie die  Ergebnisse entstanden sind und wie sie interpretiert werden sollten. Unstimmigkeiten in der Analyse wie auch Interpretation der Befunde würden Dir entgehen und Du wärest deshalb auch nicht qualifiziert die Arbeit der SPIEGEL- oder FAZ-Journalisten zu beurteilen. Du würdest nicht einmal bemerken, wenn der FAZ-Autor oder der SPIEGEL-Autor die zugrundeliegenden Daten verändert oder falsch dargestellt hätten. </strong></p><p>Ich erzähle Dir mal ein echtes Ammenmärchen:</p><p>„Die Norwegische Studie“</p><p>Im Frühjahr 2009 kam Rabea Weiser in der ZEIT in ihrer Darstellung einer „norwegischen Studie“ zu dem Schluss, diese Studie hätte herausgefunden „Musikpiraten…sind die größte Kundengruppe der legalen Download-Plattformen“. Sie formulierte ihren Artikel auf der Grundlage einer Pressemitteilung, dabei übernahm sie nicht nur unkritisch die darin enthaltenen Zahlen, sondern fügte (unglücklich) noch eigenständig weitere Fehlinformationen hinzu. So bezogen sich die Autoren der Pressemitteilung z.B. noch auf einen kleinen Ausschnitt ihrer gesamten Stichprobe, nämlich die Gruppe der 15-20 Jährigen. Rabea Weiser formulierte diesen Befund jedoch schon in der Überschrift als generellen Befund bezüglich aller „Musikpiraten“. Sie sprach von 2000 befragten Nutzern, tatsächlich bezogen sich die Ergebnisse nur auf die Aussagen von 323 Personen etc. Eine genauere Betrachtung der „Studie“ ergab, dass die Zahlen der Pressemitteilung derart erhebliche Lücken aufwiesen dass eine Einordnung der Befunde unmöglich war. Stattdessen ergab die triviale Methodik (soweit erkennbar) auch nur triviale Befunde: So waren etwa Personen die sich gar nicht für Musik interessierten auch (erwartungsgemäß) kaum Nutzer illegaler Tauschbörsen.</p><p>Nachfragen bei den Autoren der angeblichen „norwegischen Studie“  um diese und andere Probleme der Untersuchung anzusprechen ergab dann überraschenderweise Folgendes: Nach Auskunft des Ko-Autoren Molde an der BI Norwegian School of Management  am 22. 06.2009 handelte es sich bei den Darstellungen auf der institutseigenen Homepage nur um eine „Pressemitteilung“ und eine veröffentlichte Studie gäbe es noch gar nicht. Die einer Telefonbefragung entnommenen Befunde hatten also bisher weder einer unabhängigen Prüfung standgehalten noch war die Studie abgeschlossen. Es hatte keine methodische Überprüfung der Untersuchung gegeben. Es lagen keine Signifikanzprüfungen vor, Angaben zur Literatur fehlten ebenso wie eine Einordnung der Befunde in Bezug auf andere Studien.</p><p>Die Hintergründe der an dieser Untersuchung beteiligten Institutionen ließen allerdings einen Blick „hinter die Kulissen“ zu. Es stellte sich ja die Frage, wie es dazu kommen konnte einige so zweifelhafte und wenig aussagefähige Unterbefunde einer noch nicht abgeschlossenen Telefonbefragung  als Ergebnisse einer „wissenschaftlichen  Studie“ zu präsentieren.</p><p>Die verantwortliche Prof. Gran war neben ihrer Tätigkeit an der BI Norwegian School of Management auch Partner und Senior Advisor der PR-Firma Perduco Kultur, eine Tochterfirma der PR- und Lobbyfirma Perduco AS, die, wie sich herausstellte, auch mit der eigentlichen Durchführung und Auswertung der Untersuchung beauftragt war. Perduco AS ist nach eigenen Aussagen spezialisiert auf „strategic communication“ durch Forschungsprojekte die von ihren Kunden in Auftrag gegeben wurden. Für die anspruchsvollen Kunden („demanding clients“) im privaten und öffentlichen Sektor werden Forschungsprojekte gezielt entworfen, durchgeführt und ausgewertet. Perduco führt jährlich ca. 20.000 Interviews durch. Zu den Spezialgebieten der Perduco AS zählen laut ihrer Eigendarstellung u.a. „Meinungsbildung“ und „reputation building“. Perduco verspricht, zu diesem Zweck die geeigneten „Kommunikationsstrategien“, Texte und Pressemitteilungen zu entwerfen. Auf der Firmen Webpage wird nicht ohne Stolz auf mehr als 1600 „media stories“ hingewiesen die allein im Jahr 2008 aufgrund der von Perduco erstellten Studien und Berichte in 185 verschiedenen Medien erschienen seien. Die Auftraggeber werden auf Perducos Webseite übrigens in keinem Fall genannt.</p><p>Die von Perduco erzeugten Ergebnisse der angeblichen „norwegischen Studie“ konnten erfolgreich in folgenden Medien lanciert werden: Guardian (UK), El Pais (Spanien), AFP, der Freitag, London Daily News, Music Week, Le Monde (Frankreich), Hip Hop Law (USA), Politiken (Dänemark), Die Zeit (Deutschland). Die Pressemitteilung zur „norwegischen Studie“ wurde am 22.04.2009 lanciert – das Urteil im vielbeachteten Verfahren gegen die Pirate Bay Betreiber erging am 17.04.2009.</p><p>Lobbyfirmen wie die o.g Perduco AS versuchen meist nach dem gleichen Prinzip passende „wissenschaftliche Befunde“ zu lancieren. Das Strickmuster für die Erzeugung dieses „Befundes“  ist denkbar einfach  – meist handelt es sich um einen Vergleich der Gruppe A (mögen keine Musik/Filme/Bücher) und der Gruppe B (mögen Musik/Filme/Bücher). Dann wird verglichen in welcher der beiden Gruppen mehr Käufer sind (Oh, Überraschung, Gruppe B) und in welcher Gruppe mehr Nutzer illegaler Downloads oder Streaming Seiten sind (Oh, Überraschung, Gruppe B). Voila &#8211; Piraten sind die besten Kunden. Dich hat das offensichtlich überzeugt.</p><p>Es gibt Variationen dieses Grundmusters und meist wird ausgiebig mit zusätzlichen Auswertungen die alles etwas kompliziert machen und das Grundmuster etwas verstecken sollen garniert. Wissenschaftlich ist dieses Konstrukt natürlich leicht angreifbar, wird aber vom interessierten  Laienpublikum, zu dem auch die Journalisten gehören, selten in Frage gestellt.</p><p>Gut möglich, dass auch in der Kreativwirtschaft jemand glaubt es sei sinnvoll Gefälligkeitsstudien in Auftrag zu geben. Ernstzunehmender Journalismus setzt jedoch fachlich qualifizierte Auseinandersetzung mit der Originalliteratur voraus. Mit dem ungeprüften Abschreiben von anderen Journalisten ist es nicht getan.</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">5. Zum VUT</span></strong></p><p>Schließlich Deine Äußerungen zum VUT und mir persönlich. Sie haben dasselbe Muster wie der Rest Deines Artikels – schlecht recherchiert, unreflektiert und ausschließlich polemisch.</p><p>Meine persönliche Sichtweise zu den angesprochenen Themen habe ich oben dargelegt. Wenn Du glaubst sie mit „eisernem  Verfechten knallharter Law-and-Order Positionen“ treffend zusammengefasst zu haben, habe ich dem nichts hinzuzufügen <a
href="#_ftn9">[9]</a>. Meine persönliche Meinung ist für die Arbeit des VUT ohnehin nicht relevanter als die der anderen Vorstände und Mitarbeiter.</p><p>Wir sprechen und ringen im VUT um die richtigen Antworten und gehören nicht zu denjenigen, die behaupten alle zu kennen. Wir haben zu vielen Themen sehr unterschiedliche Meinungen und das ist, wie man in Berlin gern sagt, gut so. Wir arbeiten transparent, wenn wir uns auf etwas verständigen können, veröffentlichen wir es. Wenn nicht, dann nicht. Alles was wir beschließen ist öffentlich zugänglich.</p><p>Zu den Mindestanforderungen an jemanden, der sich qualifiziert zu Positionen des Verbandes äußern will, gehört die öffentlich zugänglichen Dokumente zum Thema zu lesen. Wir wissen nicht, worauf Du Dich mit „komischen Vorlagen“ beziehst, aber falls Du etwas Strukturiertes sagen möchtest solltest Du Dich mit den veröffentlichten Texten auseinandersetzen.</p><p>Wir haben wenig zum Urheberrrecht veröffentlicht, die Stellungnahme zu den Fragen der Enquete Kommission Internet und digitale Gesellschaft zum Urheberrecht, die mittlerweile seit fast einem Jahr online steht <a
href="#_ftn10">[10]</a>, ist eines der wenigen ausführlicheren Dokumente.  Weil die Dinge sich in diesem Bereich schnell entwickeln ist sie aus unserer Sicht teilweise schon wieder überholt, aber falls Du an einer ernsthaften Auseinandersetzung statt selbstgefälliger Polemik interessiert gewesen wärest, wäre das ein Ausgangspunkt gewesen.</p><p>Wenn Du Dich weitergehend informiert hättest, wüsstest Du, dass der VUT sich FÜR eine Anpassung des Urheberrechts an die digitale Welt ausspricht – beispielsweise für eine Reform des Bearbeitungs- und Zitatrechts und grundsätzlich für Vereinfachungen des Urheberrechts und des Umgangs damit &#8211; weil es auch aus unserer Sicht zutrifft, dass jetzt mehr nicht-professionelle Nutzer damit zu tun haben. Wir unterstützen non-invasive Vorschläge zur Überarbeitung der Haftungsprivilegierung bei gewerblich betriebenen Urheberrechtsverletzungen. Und ja, auch aus unserer Sicht gibt es kontraproduktive Auslegungen des Urheberrechts, die auf den Prüfstand gehören.</p><p>Es ist nicht nachvollziehbar, warum es problematisch sein sollte wenn Dich ein VUT Vorstandsmitglied nach Deiner Meinung fragt. Alle Vorstände tauschen Gedanken mit anderen zu diesen Themen aus &#8211; auch und gerade mit Menschen, die abweichende Meinungen haben. Es gibt schon genug die glauben, das algorithmisierte Ergebnis Ihrer Google Suche gäbe tatsächlich das Wissen der Menschheit objektiv wieder <a
href="#_ftn11">[11]</a>.  In Anbetracht Deiner oben aufgezeigten Informationslücken bezüglich des Urheberrechts stellt sich allerdings die Frage ob eine Unterhaltung gerade mit Dir zu diesem Thema sinnvoll ist.</p><p>Die Behauptung, der VUT würde „hierzulande“ Forderungen „durchwinken“, soll offensichtlich suggerieren, dass independents in anderen Ländern andere Positionen vertreten. Auch hier muss ich Dich auffordern, Deine Hausaufgaben zu machen wenn Du ernst genommen werden willst. Die Stellungnahmen unserer internationalen Schwesterorganisationen sind online zugänglich, Positionen  der englischen AIM <a
href="#_ftn12">[12]</a>, wie die der amerikanischen independents A2IM <a
href="#_ftn13">[13]</a> (auch zur freiwilligen Vereinbarung zwischen ISPs und Inhalteproduzenten &#8211; einem Konzept für das wir uns in der Tat auch hierzulande ausgesprochen haben) und zum Protect IP Act der Obama Administration, der über das hinausgeht, was wir gefordert haben. Ditto die diversen Stellungnahmen unserer europäischen IMPALA Organisation.</p><p>Du zitierst Don Henley, den Mitbegründer der Recording Artists Coalition mit <em>»Die Musikindustrie hat Unmengen von Geld mit diesen Masterbändern verdient, viel mehr als die Künstler«. </em><strong>Dann unterschlage doch nicht was er noch zum Thema Deines Artikels sagt: „Today, I would say that I find the huge internet companies to be more of a threat. I am still not a fan of the large record companies, but on this issue of copyright and protection of creative works, I find myself on the same side of the table with them”. </strong></p><p>Du solltest Dich fragen warum Künstler, die sich, wie unabhängige Musikunternehmen auch, über alle möglichen Dinge mit Majors streiten, im zentralen Interessenkonflikt gemeinsam mit allen anderen, die kulturelle Güter produzieren und intelligent genug sind Propaganda zu erkennen  und Zusammenhänge zu verstehen, gegen die einseitige Durchsetzung der Interessen von Technologieunternehmen aussprechen.</p><p>Und Vorsicht mit der unreflektierten Verwendung von „reaktionär“. Nicht alles was den Interessen von Technologiefirmen dient ist automatisch progressiv. Wir wissen spätestens seit den 70er Jahren, dass Technologie nicht in sich emanzipatorisch ist, sondern ein Werkzeug &#8211; wie ein Schraubenschlüssel, mit dem man Sinnvolles, Progressives und auch Reaktionäres tun kann. Frag den iranischen Geheimdienst – oder die Tor-Entwickler beim amerikanischen.</p><p>Wenn Du intelligentere Lösungsvorschläge als eine Kulturflatrate hast, kannst Du Dich gern zurückmelden. Ansonsten kann die Welt m.E. auf Deine Stammtisch Beiträge verzichten.</p><p>Mit besten Grüßen,<br
/> Mark Chung</p><p><strong><span
style="text-decoration: underline;">An die KONKRET Redaktion:</span></strong></p><p><strong>Als ehemaliger Leser der KONKRET, die zu Recht stolz ist, Vertreter der politischen und literarischen Intelligenz zu ihren Autoren zu zählen, sei mir eine Anmerkung erlaubt.</strong></p><p><strong>Von KONKRET wäre eine intelligente Analyse politischer und ökonomischer Zusammenhänge der aktuellen Debatte zum Urheberrecht von einer linken Perspektive begrüßenswert gewesen.</strong></p><p><strong>Ein so schlecht recherchierter, ausschließlich polemischer Artikel, der unreflektiert, einseitig und fehlerhaft die PR Strategie monopolistischer Großkonzerne wiederkäut hätte einer redaktionellen Überprüfung des Inhalts von Beiträgen m.E. nicht standhalten sollen. </strong></p><p><strong>Ich kann nur hoffen, dass KONKRET &#8211; trotz der kostenlosen online Verfügbarkeit der Inhalte – über ausreichende Mittel verfügt, um Beiträge redaktionell zu bearbeiten. </strong></p><hr
size="1" /> <br
/> <small><strong
id="_ftn1">[1]</strong> “P2P system applications (…) are one of the major reasons cited by Internet users for upgrading their Internet access to broadband”  (T. Mennecke “DSL Broadband Providers perform Balancing Act” zitiert nach Vinay Aggarval, Anja Feldmann, Christian Scheideler: “Enabling Co-Operation between ISPs and P2P systems” Technical Report  No.2, Deutsche Telekom Laboratories (3/2007))</p><p><strong
id="_ftn2">[2]</strong> <a
href="http://digitalmusicnews.com/stories/112910averageage">http://digitalmusicnews.com/stories/112910averageage</a></p><p><strong
id="_ftn3">[3]</strong> <a
href="http://www.pollstar.com/blogs/news/archive/2010/12/29/751701.aspx">http://www.pollstar.com/blogs/news/archive/2010/12/29/751701.aspx</a></p><p><strong
id="_ftn4">[4]</strong> Lobbyist J. Band, zit. n. Levine, Levine “Free Ride” S.27 Random House London 2011</p><p><strong
id="_ftn5">[5]</strong> GEMA Geschäftsbericht 2010 , S.6</p><p><strong
id="_ftn6">[6]</strong> Forschungsbericht Gesamtwirtschaftliche Perspektiven der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland,  Anhang, Statistische Daten, 9. Umsatzgrößenklassen der Kultur- und Kreativwirtschaft 2006,  S.24  BMWi (2/2009)</p><p><strong
id="_ftn7">[7]</strong> ebd.</p><p><strong
id="_ftn8">[8]</strong><a
href="http://www.digitalmusicnews.com/stories/102411adwords?utm_source=twitterfeed&amp;utm_medium=facebook">http://www.digitalmusicnews.com/stories/102411adwords?utm_source=twitterfeed&amp;utm_medium=facebook</a></p><p><strong
id="_ftn9">[9]</strong> Deine Implikation, ich könne 1.300 VUT Mitglieder durch Androhen von Prügel auf Kurs halten ist so abstrus, dass sie zumindest für Heiterkeit und Scherze im VUT sorgt, vielen Dank. Träfe sie zu, müsstest Du ja geradezu darauf aus sein.</p><p><strong
id="_ftn10">[10]</strong> <a
href="http://vut-online.de/cms/index.php?s=stellungnahme+zu+Fragen+Enquete">http://vut-online.de/cms/index.php?s=stellungnahme+zu+Fragen+Enquete</a></p><p><strong
id="_ftn11">[11]</strong> Google hat seit Dezember 2009 die Algorithmen seiner Suchmaschine verändert. Suchanfragen werden entsprechend sozioökonomischem Status des Nutzers, Wohnort, Freunden, Geodaten / Streetview, vorherigen Suchanfragen etc. beantwortet. Kognitive Dissonanzen, etwa durch abweichende Meinungen werden zugunsten effizienterer Werbung ausgeblendet,  d.h. es gibt keine gemeinsamen Suchergebnisse für dieselben Fragen mehr. Stattdessen werden zunehmend bereits bestehende Ansichten und Vorurteile verstärkt. Der Vorgang ist für Nutzer komplett intransparent – sie bemerken den Unterschied in aller Regel gar nicht. Veränderung / Differenzierung / opt-out sind unmöglich.</p><p><strong
id="_ftn12">[12]</strong> Beispiel:  zu DEA und Hargreaves Report:<a
href="http://www.musicindie.com/search?keywords=DEA&amp;x=21&amp;y=11">http://www.musicindie.com/search?keywords=DEA&amp;x=21&amp;y=11</a></p><p><strong
id="_ftn13">[13]</strong> Beispiel Press release zu stop online piracy act <a
href="http://a2im.org/2011/10/27/a2im-press-release-a2im-applauds-the-u-s-house-of-representatives-house-proposed-stop-online-piracy-act-legislation/">http://a2im.org/2011/10/27/a2im-press-release-a2im-applauds-the-u-s-house-of-representatives-house-proposed-stop-online-piracy-act-legislation/</a></small></p><p><strong>UPDATE</strong> Der Brief ist als <a
href="http://www.vut-online.de/cms/wp-content/uploads/Zu-Berthold-Seeliger-KONKRET.pdf">PDF</a> auch auf dem Server des VUT zu finden.</p><p><strong>UPDATE</strong> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/11/literaturliste-musik-online/">Hier gibt es eine Literaturliste zu den angesprochenen Themen</a>.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/11/10/urheberrechtsdebatte-offener-brief-von-mark-chung-an-berthold-seliger/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>191</slash:comments> </item> <item><title>Deutschunterricht</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/10/21/deutschunterricht/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/10/21/deutschunterricht/#comments</comments> <pubDate>Fri, 21 Oct 2011 15:29:09 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50842</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/xAemDwDAZno" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p><a
href="http://www.miro-jennerjahn.eu/homepage/">Miro Jennerjahn</a>, Mitglied des Sächsischen Landtags für Bündnis 90/Die Grünen, reagiert in dieser Rede auf den NPD-Antrag &#8222;Deutsch statt &#8216;Denglisch&#8217;&#8220; im Rahmen der 42. Sitzung des Sächsischen Landtags am 12. Oktober 2011. Und unterhält uns damit vortrefflich.</p><p><small>[<a
href="https://www.facebook.com/julia.willich">via</a>]</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/10/21/deutschunterricht/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>47</slash:comments> </item> <item><title>Chris Poole/ moot über Online-Identität</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/10/18/chris-poole/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/10/18/chris-poole/#comments</comments> <pubDate>Tue, 18 Oct 2011 16:28:05 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50826</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/nbPASJiAfu4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p><a
href="http://en.wikipedia.org/wiki/Christopher_Poole">Chris Poole</a>, der unter dem Pseudonym <em>moot</em> für <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/4chan">4chan</a> gestartet hat und danach <a
href="http://canv.as/">Canvas</a> gründete, spricht in diesem Vortrag während der Web 2.0 Summit in San Francisco über Online-Identität, über Facebook, über Google. Und er sagt in nicht einmal 10 Minuten mehr als manch anderer Redner in einer Stunde.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/10/18/chris-poole/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>11</slash:comments> </item> <item><title>Wenn möglich: Bitte wenden</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/10/11/wenn-moglich-bitte-wenden/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/10/11/wenn-moglich-bitte-wenden/#comments</comments> <pubDate>Tue, 11 Oct 2011 11:48:06 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50769</guid> <description><![CDATA[<p>Wer hätte das gedacht? Es gab in den letzten Jahren so viele Zeitpunkte, an denen ich mir einen noch viel größeren gesellschaftlichen Aufschrei hätte vorstellen können, doch nicht die Debatten um die Netzsperren lösten diesen aus und auch nicht die Absichten im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung.</p><p>Stattdessen ist es die <a
href="http://ccc.de/de/updates/2011/staatstrojaner">CCC-Analyse</a> des so genannten <a
href="http://www.google.de/search?q=Staatstrojaner">Staatstrojaners</a> und die derzeit zu beobachtenden Auswirkungen dieser Analyse, welche die Bundesrepublik Deutschland am <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tipping-Point">Tipping Point</a> haben ankommen lassen.</p><p>Endgültig vorbei sind die Zeiten, in denen man die &#8222;Netzwelt&#8220; noch außerhalb der &#8222;echten&#8220; betrachten konnte, und in denen man die Sorge um Datenmissbrauch oder digitale Überwachung sträflicherweise als Luxusproblem paranoider Technik-Freaks abstempeln konnte.</p><p>Ab jetzt gibt es nur noch eine Welt, nämlich die, in der wir leben. Ob digital oder analog spielt dabei keinerlei Rolle mehr, es gibt keinen Unterschied.</p><blockquote><p>In der Ermittlungs- und Spionagewelt der 70er Jahre konnte noch getrennt werden zwischen Telefonabhören und Wohnungsdurchsuchung. Wollte man sich in den Ordnern eines Verdächtigen umschauen, brauchte man einen Nachschlüssel oder musste die Tür eintreten. Wollte man hören, was er sagte, musste man eine Wanze einbauen. Heute gibt es einen für alles: den Trojaner. Raum und Kommunikation, Privates und Öffentliches liegen auf wenigen Zentimetern Festplatte dicht nebeneinander, Regale mit Steuerakten, Fotoalben, Liebesschwüren und geschäftlicher Korrespondenz. Der Kernbereich privater Lebensgestaltung, den das Grundgesetz besonders schützt, ist abstrakter geworden – und deshalb verletzbarer.</p></blockquote><p>Dies schreibt Anna Sauerbrey im heutigen Tagesspiegel unter der Überschrift <a
href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/angriff-aufs-ich/4738616.html">&#8222;Angriff aufs Ich&#8220;</a> und führt damit Leserinnen und Lesern deutlich vor Augen, was Experten schon lange zu vermitteln versuchen:</p><p>Es gibt nichts, das wir nicht zu verbergen haben, außer dem, was wir bewusst öffentlich machen.</p><p>Diese wichtige Nachricht ist inzwischen und endlich in jedem deutschen Wohnzimmer angekommen, also genau dort, wo der Aldi-PC steht und das Schnäppchen-Handy mit mobiler Flatrate liegt, und somit auch dort, wo in naher Zukunft Geräte ihren Dienst im Netzwerk leisten werden, die nicht mehr als Computer erkennbar sind.</p><p>Der Coup des Chaos Computer Clubs läutet daher eine neue Zeit ein, denn weder Politik noch <a
href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052970203476804576613284007315072.html">Wirtschaft</a> noch Zivilgesellschaft werden es sich weiterhin leisten können, den digitalen Lebensraum im stillen Kämmerlein zu verhandeln. Eine Wende in der Netzpolitik steht bevor, und selbst, wenn noch niemand genau abschätzen kann, in welche Richtung die Reise gehen wird: Schon bei den nächsten Wahlen könnten Streitpunkte um digitale Bürgerrechte Debatten um Autobahnverlängerungen in den Schatten stellen. <a
href="http://www.faires-urheberrecht.de/">Und das weiß nicht nur die Piratenpartei</a>.</p><p><small>Empfehlenswert: Die aktuelle Alternativlos-Ausgabe zum Thema mit <a
href="http://blog.fefe.de/">Fefe</a> und <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Constanze_Kurz">Constanze Kurz</a>.</small><br
/> <a
href="http://alternativlos.cdn.as250.net/alternativlos-19.mp3">MP3, 1:20</a></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/10/11/wenn-moglich-bitte-wenden/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>19</slash:comments> <enclosure
url="http://alternativlos.cdn.as250.net/alternativlos-19.mp3" length="63230743" type="audio/mpeg" /> </item> <item><title>Bundespolitische Vorstellungen und Ziele der Piratenpartei</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/10/05/bundespolitische-vorstellungen-und-ziele-der-piratenpartei/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/10/05/bundespolitische-vorstellungen-und-ziele-der-piratenpartei/#comments</comments> <pubDate>Wed, 05 Oct 2011 12:13:17 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50686</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/YzqBIWuE4h4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Das Video läuft bei mir etwas asynchron, aber es geht ja um das, was zu hören ist: Die Piratenpartei, vertreten durch Marina Weisband (politische Geschäftsführerin), Sebastian Nerz (Bundesvorsitzender) und Andreas Baum (Fraktionsvorsitzender, auf einer Pressekonferenz zu &#8222;bundespolitischen Vorstellungen und Zielen&#8220;.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/10/05/bundespolitische-vorstellungen-und-ziele-der-piratenpartei/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>9</slash:comments> </item> <item><title>Panorama: Ahnungslose Abgeordnete</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/09/30/panorama-ahnungslose-abgeordnete/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/09/30/panorama-ahnungslose-abgeordnete/#comments</comments> <pubDate>Fri, 30 Sep 2011 10:28:49 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50637</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/Rc2oZS7r53E" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Wir erinnern uns: Kurz vor den Wahlen machte Andreas Baum von der Piratenpartei mit Anlauf eine Arschbombe ins politische Fettnäpfchen, als er nicht wusste, <a
href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/was-die-piraten-wollen/4599254.html">wie hoch der Schuldenberg Berlins ist</a>.</p><p>Gestern nun stimmten die Abgeordneten im Bundestag über den EU-Rettungsschirm ab, einige davon ohne einen Schimmer, wie hoch Deutschlands Bürgschaftsrisiko dadurch wird, an wen bisher Kredite vergeben wurden und ob auch Banken durch den Rettungsschirm abgesichert werden.</p><p>Die Piratenpartei reagierte auf das Info-Fiasko mit technischer Kreativität und einer <a
href="http://itunes.apple.com/de/app/schuldenuhr-berlin/id464024760?mt=8">kostenlosen iPhone-App</a>, die den sekundenaktuellen Berliner Schuldenstand anzeigt. Womit die verschiedenen Bundestagsabgeordneten auf ihre Peinlichkeit reagieren werden, ist noch unklar.</p><p><small>[via <a
href="https://www.facebook.com/beckedahl">Markus bei Facebook</a>]</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/09/30/panorama-ahnungslose-abgeordnete/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>30</slash:comments> </item> <item><title>Die digitale Kluft ist gar keine</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/09/29/die-digitale-kluft-ist-gar-keine/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/09/29/die-digitale-kluft-ist-gar-keine/#comments</comments> <pubDate>Thu, 29 Sep 2011 14:23:13 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50623</guid> <description><![CDATA[<p>Ich verfolge gerade die Posse um <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_Kauder">Siegfried Kauder</a>, MdB, der Internet-Nutzern bei Verstößen gegen das Urheberrecht mit einem so genannten &#8222;Two Strikes&#8220;-Modell <a
href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,788361,00.html">das Internet wegnehmen</a> möchte und <a
href="http://netzpolitik.org/2011/doppelmoral-siegfried-kauder-und-das-urheberrecht/">der nach diesem Modell selbst eine Weile offline sein müsste</a> … denn <a
href="http://www.siegfriedkauder.de/">auf seiner Website</a> wurden einige Fotos gefunden, <a
href="http://piratig.de/2011/09/28/sehr-geehrter-herr-kauder/">die anscheinend ohne Genehmigung veröffentlicht wurden</a>.</p><p>Die Bilder sind zwar inzwischen entfernt worden (von der Site, nicht aber vom Server), dennoch <a
href="http://www.abgeordnetenwatch.de/siegfried_kauder-575-37692--f312709.html#q312709">warten bei Abgeordenetenwatch mittlerweile 225 Interessierte</a> auf eine Stellungnahme von Herrn Kauder und eine Antwort auf die Frage, ob er nun mit gutem Beispiel voran gehen und sich ein temporäres Internet-Verbot auferlegen möchte.</p><p><small>(<strong>UPDATE</strong> Ich wollte gerade noch ein paar weitere Worte zum aktuellen Stand im Kauder-Fall tippen, aber <a
href="http://saschalobo.com/2011/09/30/siegfried-kauder-und-der-grose-bar/">Sascha war schneller</a>.)</small></p><p>Man könnte nun wieder über Internet-Versteher und -Nichtversteher fabulieren, oder aber auch über einen <em>Generation Gap</em>, über die <em><a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Kluft">Digitale Kluft</a></em> und über <em>Digital Natives</em> versus <em>Digital Immigrants</em>. Aber ich glaube, das ist fast alles Quatsch.</p><p>Da ich mich nämlich außerdem seit einigen Wochen intensiver mit Erziehungsfragen, Lehrmethoden und anderen Dingen rund um Kinder, Jugendliche und Bildung im Zusammenhang mit digitalen Medien beschäftige (<a
href="http://www.spreeblick.com/2011/09/27/auf-dem-weg-zur-data-dna/">und auch die Debatte hier aufmerksam verfolge</a>), denke ich inzwischen, dass die Sache viel simpler ist, und vor allem viel älter. Ich glaube, dass wir es bei den so unterschiedlichen Heran- und Umgangsweisen mit den Herausforderungen und Möglichkeiten der digitalen Welt (neben verschiedenen, auch beruflichen und wirtschaftlichen Interessen) ganz einfach mit völlig verschiedenen Weltbildern zu tun haben, die aufeinander prallen, mit verschiedenen Lebensentwürfen, noch einfacher gesagt: mit verschiedenen menschlichen Charakteren.</p><p>Die Differenzen in Sachen Netzpolitik und -kultur, die wir beinahe täglich beobachten können, haben, glaube ich, nur wenig mit dem Alter einer Person zu tun und nicht genug mit ihrem Wissensstand in Bezug auf das Internet oder Technologien, um daraus eine Allgemeingültigkeit ableiten zu können.</p><p>Ich kenne ältere Menschen, die vom Internet und seinen Möglichkeiten fasziniert sind und auch ohne größeren Durchblick neugierig über diese Möglichkeiten nachdenken, und ich kenne ebenso jüngere Menschen, die sich recht gut auskennen, aber trotzdem oder deshalb in eine beinahe paranoid anmutende Starre verfallen, sobald sie darüber grübeln, wie man mit Herausforderungen umgehen könnte.</p><p>Die Unterschiede, Missverständnisse und Lösungsdivergenzen beruhen daher vielleicht gar nicht auf den Differenzen zwischen Alt und Jung, zwischen Netizens und Newbies, zwischen &#8222;digital Geborenen&#8220; und &#8222;digitalen Immigranten&#8220;.</p><p>Sondern vielmehr auf den Differenzen zwischen denen, die das Chaos des Lebens hoffnungsvoll umarmen und denen, die es eher ängstlich zu kontrollieren suchen. Zwischen denen, die sich grundsätzlich lieber auf Chancen konzentrieren und denen, die an jeder Ecke Gefahren wittern. Zwischen denen, die auf Menschen vertrauen und denen, die sich vor ihnen fürchten.</p><p>Diese Differenzen sind so alt wie die Menschheit selbst und haben somit äußerst wenig mit dem Internet selbst zu tun. Sie sind auch gar nicht immer leicht zu bewerten, denn das richtige gesellschaftliche Maß liegt vermutlich mal wieder irgendwo dazwischen, schließlich gehören alle unsere verschiedenen Charaktere zur einer demokratischen Gesellschaft dazu und formen sie.</p><p>Sollten meine hier mal schnell hingetippten Gedanken also annähernd Bestand haben, dann gibt es, auch wenn es langweilig und nicht so aufregend wie ein zu gewinnender Wissens- oder gar Glaubenskrieg klingt, keine andere Lösung als den möglichst vernünftigen, vorsichtigen und korrigierbar bleibenden Kompromiss. Und auch das war schon immer so.</p><p><small><strong>Edit/ Anmerkung</strong> In letzter Zeit nutze ich Spreeblick wieder häufiger für das, was ich gerne &#8222;lautes Nachdenken&#8220; nenne – in diese Kategorie gehört auch dieser Artikel, der auch auf Überlegungen von <a
href="http://re-publica.de/11/blog/2011/01/27/republica-reloaded-peter-kruse/">Peter Kruse</a>, <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=woA4R3KrACg">Gunter Dueck</a> und vielen anderen zurückgreift. Meiner Erfahrung nach ergeben sich aus solchen Lautdenk-Artikeln die spannendsten Diskussionen und die inspirierendsten Kommentare. Old School Blogging, auf eine Art.</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/09/29/die-digitale-kluft-ist-gar-keine/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>46</slash:comments> </item> <item><title>Goldman Sachs rules the world</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/09/28/goldman-sachs-rules-the-world/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/09/28/goldman-sachs-rules-the-world/#comments</comments> <pubDate>Wed, 28 Sep 2011 14:14:51 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50612</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/lqN3amj6AcE" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Ich war so sicher, dass dieser Clip, der seit Montag die Runde macht, ein Hoax ist. Weit gefehlt, <a
href="http://www.yeslab.org/rastani">zumindest haben die verdächtigten Yes Men nichts mit dem Investor zu tun</a>, der den etwas verstört wirkenden BBC-Moderatoren reinen Wein einschenkte:</p><blockquote><p>Governments don&#8217;t rule the world. Goldman Sachs rules the world.</p></blockquote><p><a
href="https://occupywallst.org/">Die Wall Street bleibt unterdessen weiter besetzt</a> und <a
href="http://www.flickr.com/photos/occupywallstreet/6187834314/in/photostream">Michael Moore macht auch mit</a>.</p><p><strong>UPDATE</strong> Immer noch kein Hoax, aber eher Talker als Trader: <a
href="http://www.telegraph.co.uk/finance/economics/8792829/BBC-financial-expert-Alessio-Rastani-Im-an-attention-seeker-not-a-trader.html">Der Telegraph berichtet</a>, dass der Mann im Video keineswegs ein Börsen-Profi sei, er beschreibt sich selbst als &#8222;Attention Seeker&#8220;, also jemanden, der Aufmerksamkeit sucht. Auf welcher Grundlage er von der BBC zum Interview eingeladen wurde, bleibt unklar.</p><p><small>Dank an <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/09/28/goldman-sachs-rules-the-world/#comment-794104">Andreas in den Kommentaren</a>!</small></p><p><strong>UPDATE 2</strong> <a
href="https://www.facebook.com/alessiorastani">Dies ist angeblich das Facebook-Profil von Alessio Rastani</ >, dem alten Attention Seeker (gefunden in den <a
href="http://www.crackajack.de/2011/09/27/the-bankster-ist-not-a-yes-man-and-goldman-sachs-rules-the-world/">Kommentaren bei Nerdcore</a>).</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/09/28/goldman-sachs-rules-the-world/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>15</slash:comments> </item> <item><title>Robin Meyer-Lucht (1973 &#8211; 2011)</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/09/21/robin-meyer-lucht-1973-2011/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/09/21/robin-meyer-lucht-1973-2011/#comments</comments> <pubDate>Wed, 21 Sep 2011 12:02:38 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50492</guid> <description><![CDATA[<p><div
class="labeledImage "><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/09/robin.png" /><p><a
class="license-cc" href="http://www.flickr.com/photos/41716177@N00/4529001366"><span
class="text">Mario Sixtus</span></a></p></div></p><p>Soeben hat mich die traurige Nachricht erreicht und erschüttert, dass <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robin_Meyer-Lucht">Robin Meyer-Lucht</a> nicht mehr lebt. Ich kannte Robin nicht sehr gut, habe den <a
href="http://carta.info">Carta</a>-Gründer aber mehrfach getroffen und geschätzt.</p><p>Mein Beileid und aufrichtiges Mitgefühl geht an seine Familie und seine Freunde.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/09/21/robin-meyer-lucht-1973-2011/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>Telecomix: It&#8217;s all about fun</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/08/31/telecomix-its-all-about-fun/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/08/31/telecomix-its-all-about-fun/#comments</comments> <pubDate>Wed, 31 Aug 2011 07:48:58 +0000</pubDate> <dc:creator>Stephan Urbach</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50189</guid> <description><![CDATA[<p><small>Vorwort der Redaktion: Der folgende Text stammt von Stephan Urbach, der bereits im Rahmen der Aktion &#8222;Open Spreeblick&#8220; <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/08/08/und-da-beschwert-ihr-euch-noch/">unser Gast war</a>. Im Folgenden gibt Stephan einen Einblick in seine Aktivitäten bei Telecomix. Links folgen unten im Text, <a
href="http://klabautercast.de/2011/02/21/folge-54-telecomix-modems-fur-agypten/">hier gibt es noch ein Interview</a> mit Stephan und hier einen <a
href="http://chaosradio.ccc.de/cr165.html">Chaosradio-Podcast</a> zum Thema .</small></p><p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/08/telecomix-Syria.png" alt="telecomix Syria" title="telecomix Syria" class="alignleft size-full wp-image-50190" style="margin-right:20px" />Irgendwann um 8:30 wache ich das erste Mal auf. Will eigentlich noch schlafen. Eine viertel Stunde später höre ich meinen Mitbewohner in der Küche. Der erste Kaffeeduft landet in meiner Nase. Irgendwann später schaffe ich es aus dem Bett. An meinem Platz in der Küche steht frischer Kaffee und ich schalte meinen Laptop ein. Email, Jabber, diverse SSH-Verbindungen. Die Nachrichten der letzten Nacht flackern über meinen Bildschirm. Eigentlich will ich duschen. Die ersten Anrufe trudeln ein. Die Handwerker müssen das Bad noch fertig machen, ich gebe ihnen einen Termin. Das Arbeitsamt will mich sehen. Ich vertröste sie auf die folgende Woche. Zu spannend, was da grade in meinem IRC Fenster passiert. Einer unserer syrischen Kontakte hat von der letzten Demo ein Video gemacht, um 11 Uhr ist es hochgeladen und verbreitet sich im Netz. Der Kaffee ist kalt. Egal, austrinken und eine Mate hinterherschütten.</p><p>Um 11:30 habe ich mein erstes Telefonat mit Journalisten &#8211; ich biete ihnen an, einen unserer syrischen Kontakte zu interviewen. Zwei sagen zu. Ich erkläre ihnen am Telefon, wie sie sich dann zum passenden IRC-Server verbinden und wie das funktioniert. Der Chefredakteur einer Zeitung bittet mich, ihm E-Mailverschlüsselung zu erklären. Irgendwo habe ich doch eine Anleitung, ich muss sie nur finden. Ich stelle fest, dass ich durchaus streng rieche. Also, ab, unter die Dusche. Das wollt ich eigentlich schon nach dem Aufstehen machen.</p><p>Jemand, es könnte mein Mitbewohner sein, stellt mir gegen 13:30 was zu Essen hin. Stimmt, Hunger hab ich auch. Seit Stunden untersuchen wir ein Problem mit Verschlüsselungen und gefälschten Zertifikaten. Mails gehen hin und her, die Runde wird größer. Chats, Telefonate und Emails mit Google, Facebook und anderen Anbietern werden geführt. Das ist für Syrien kritische Infrastruktur. Um 15:40 klingelt das Telefon. Ich habe einen Termin vergessen, verschiebe ihn auf morgen und entschuldige mich langatmig. Meine Freunde sind es ja bereits gewohnt. Leider.</p><p>Um 18:00 Uhr sind 15 Leute beteiligt, die sich in diesem Moment als Mitglieder der Aktivistengruppe betrachten. Übrig bleiben werden die, die schon immer dabei sind. Ich entscheide mich, mit ein paar Leuten ein Bier zu trinken.</p><p>Um 21:15 ruft mich eine Twitter-DM zurück an den Rechner. Ein VPN Server ist abgeschmiert &#8211; meiner. Muss repariert werden. Ich nehme mir vor, endlich weiteren Aktivisten Zugriff zu geben. Muss ich mal machen. Wirklich. Irgendwann. Um 22:05 rennt die Kiste wieder, ich mache Meldung im IRC. Der Traffic steigt und ich bin glücklich. Da tauchen wieder die nächsten Probleme auf &#8211; ein Kontakt ist verschwunden. Wir machen uns Sorgen, schauen, ob er irgendwo Spuren hinterlassen hat, die ihn verraten. Nein, wir finden nichts. Wurden wir kompromittiert? Sind wir aufgeflogen? Müssen wir uns um uns Sorgen machen? Wir finden, dass wir das nicht müssen.</p><p>Um knapp halb eins beantworten wir die Mails verschiedener Pressevertreter. Ob wir Interviews geben, ob wir mal vor laufender Kamera was hacken können. Als ob wir Hacker wären. Ein Dokumentarfilmer möchte mit uns wegen eines Films über Anonymous sprechen. Ich habe aufgehört zu zählen, wie viele das schon gefragt haben. Ein Radio wollte uns live vor ein paar Stunden in der Sendung interviewen. Leider brauchen wir dafür Vorlaufzeit und können nicht einfach mal so schnell in eine Sendung springen. Heute hat das mit den Mails lesen und beantworten nur eine Stunde gedauert. Wie schön.</p><p>Um halb zwei suche ich unserer Küche nach Essbarem ab, haue mir das Zeug in die Pfanne und öffne die letzte Mate. Während des Essens, es ist kurz nach zwei, lese ich weiter in meinen IRC Logs &#8211; Jabber Fenster blinken hektisch. Eigentlich habe ich nur Augen für eines davon &#8211; ihres. Wenn ich mal Zeit habe, fahre ich sie besuchen. Auf einen Kaffee oder so. Sie wohnt vier U-Bahn Stationen entfernt &#8211; wann soll ich das denn machen? Mein Flugticket nach Schweden kommt per Mail rein &#8211; da war ja auch noch diese Konferenz. Das Innenministerium hat geladen, ich lese nochmal schnell die Zusammenfassung zu meinem Talk &#8222;Revolutions from the Couch&#8220; durch. Entscheide mich aufzuhören. Mal wieder. Teile es den anderen mit. Mal wieder.</p><p>&#8222;Wir sind kleine Räder in der Maschinerie der Revolutionen&#8220; schallt es durch den IRC Channel. Von allen Ecken. Wir sind in einer tiefen Sinnkrise. Ausgebrannte Aktivisten säumen unserern Weg. Die Nerven liegen blank. Ich bin seit 20 Stunden wach. Wir motivieren uns mit Durchhalteparolen &#8211; weitermachen, um jeden Preis. Unser Opfer ist nichts gegen das der Menschen auf der Straße. Unsere Freunde sind da draussen, bereit, sich für den nächsten Protest zu formieren und vielleicht nie wieder heimzukehren. Es ist 4:30 &#8211; ich gehe ins Bett und bin immer noch ein Teil der Aktivistengruppe.</p><p>&#8222;It&#8217;s all about fun!&#8220; Mit einfachen Worten wurde ich zu diesen Aktivisten gelockt. Wer will das nicht? Spaß haben und dabei vielleicht noch was bewegen. Seit Januar arbeiten wir an  verschiedenen Fronten, dabei bin ich schon länger. &#8222;Wir&#8220;, dass sind die  Aktivisten, die zu &#8222;Netzerbauern&#8220; hoch geschrieben wurden. Wir haben  doch nur das getan, was getan werden musste. &#8222;We rebuild&#8220; ist unser  Slogan. Ja, wir bauen neu, mit viel Spaß an der Sache. Wir haben die  schwedischen Jungen Piraten getrollt, ein paar europäische  Parlamentarier ebenso und haben generell viel zu lachen. Halt. Hatten. Bis Februar 2011.</p><p>Denn da wurde Ägypten plötzlich vom Netz genommen. Einfach so. Naja, was heißt einfach so. Die Revolution war in vollem Gange und Internet ist das Letzte, was der lokale Diktator zum Machterhalt gebrauchen kann. Aber weil wir daran glauben, dass jeder einen Zugang zum Internet haben dürfen muss, legten wir diesen, mit piepsigen Modems. Wir gaben denen, die danach verlangten, das, wovon  wir glauben, dass es ein Menschenrecht ist. Und auch wenn wir vielen nicht helfen konnten, haben wir zeigen können: Wir sind nicht alleine. Wir wollen frei sein. Wir werden kämpfen. Wir sind überall.</p><p>Wichtig ist das. Doch sich mit lokalen Diktaturen rumzuärgern ist nicht wirklich Spass.  Schlafmangel und hohe Konzentration sind nicht förderlich, wenn man  wieder was zu lachen haben will. Viele von uns haben nicht aufgepasst  und ihr Leben dreht sich nur noch um den Aktivismus, um die Sache.  Einige bekommen mit, wie das Aktivstenleben so abläuft &#8211; in Stücken,  Fragmenten. Ich schreibe diesen Blogbeitrag nicht, um Mitleid zu  erhaschen, denn schnell kann man auch in Selbstmitleid abdriften. Ich  habe dieses Leben so gewählt. Freiwillig. Und ich tue es gerne und  voller Stolz auf das, was wir geleistet haben.</p><p>We are from the internets. We come in peace. Let there be freedom for all people and computer.</p><p>Wir sind Telecomix &#8211; <a
href="http://telecomix.org/">und eigentlich haben wir geschlossen</a>.</p><p><i>Mein Name ist <a
href="http://stephanurbach.de/">Stephan Urbach</a> und ich bin ein Telecomix Agent.</p><p>Mit freundlicher Hilfe von <a
href="http://juliaschramm.de/blog/">Julia Schramm</a> und <a
href="http://tarzun.de">Klaus Peukert</a>, welche Mängel in Formulierung und Struktur ausgemerzt haben.</i></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/08/31/telecomix-its-all-about-fun/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>6</slash:comments> </item> <item><title>Thank you, Steve.</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/08/25/thank-you-steve/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/08/25/thank-you-steve/#comments</comments> <pubDate>Thu, 25 Aug 2011 14:40:27 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=50007</guid> <description><![CDATA[<p><strong>Steve Jobs tritt, und ich schaue zurück.</strong></p><p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/08/smilingmac.jpg" alt="smiling mac" title="smiling mac" class="alignnone size-full wp-image-50008" /></p><p>&#8222;Macintosh Emulator&#8220; stand auf einer der handbeschrifteten Disketten in der Kiste, die mir Marc als eine Art Starter-Set für meinen <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Atari_ST">ATARI ST</a> mitgegeben hatte, den ich wegen seiner eingebauten Midi-Schnittstelle hauptsächlich zum Musikmachen nutzte.</p><p><small>Ich war nie der C64-Typ, das Ding war mir zu klobig und unsexy, ich stand auf den ATARI. Und bin heute noch davon überzeugt, dass C64-sozialisierte Computernutzer später zu Windows oder Linux tendierten, während wohl nicht wenige ATARI-Freaks beim Mac landeten, denn ob des von Apple abgekupferten <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Graphical_Environment_Manager">GUI</a> des ATARI fiel der Umstieg leicht.</small></p><p>Ich war Anfang 20 und wusste weder, was &#8222;Macintosh&#8220; ist, noch konnte ich mit dem Begriff &#8222;Emulator&#8220; etwas anfangen. Ich schob die Diskette ins Laufwerk und startete den Rechner neu. Ein lächelnder kleiner Computer empfing mich auf dem monochromen Bildschirm, danach eine Oberfläche, die nicht so weit von der mir bekannten entfernt schien. Es gab ein Menü am oberen Bildschirmrand, es gab Fenster und Datei-Symbole, und es gab einen kleinen Mülleimer zum Löschen von Dateien. Das kannte ich in etwas anderer Form alles schon.</p><p>Ein paar Klicks, ein paar Versuche mit der integrierten Software &#8230; hm. Bringt mir nichts. Verstehe ich nicht. Ich hatte keine Ahnung, dass ich gerade ein komplett anderes Betriebssystem benutzte (ich hatte nämlich nicht einmal eine Ahnung, was ein Betriebssystem ist) und es war mir auch egal. Ich drückte den kleinen Knopf unter dem Schlitz für die Diskette, um sie auszuwerfen.</p><p>PIEP! PIEP! PIEP! schrie mein ATARI (denn viel mehr konnte er an Sound nicht von sich geben) und ein Hinweis auf dem Screen riet mir dringend, die Diskette sofort wieder ins Laufwerk zu schieben, sonst könne für meine Sicherheit nicht garantiert werden.</p><p>Diskette wieder rein: Stille. Diskette wieder raus: Rabatz. Statt den Rechner einfach auszuschalten (hätte ja sein können, dass er danach nicht mehr funktioniert) rief ich Marc an, zu dessen herausragenden Charaktereigenschaften gehörte, dass er mich nie auslachte, wenn ich als kompletter Newbie dämliche Fragen stellte.</p><p>&#8222;Ein Emulator macht deinem Computer vor, ein anderer zu sein. Mit dem Mac-Emulator kannst du einen Apple Macintosh nutzen, zumindest kann man sich mal ansehen, wie sowas aussieht. Ein Apple Macintosh ist das, was man eigentlich haben will, sich aber nicht leisten kann. Kosten Tausende, die Dinger. Um die Diskette aufzuwerfen, musst du ihr Symbol einfach mit der Maus auf den Mülleimer ziehen.&#8220;</p><p>Mein erster Kontakt mit einem Mac fand also auf einem ATARI ST statt und zeigte mir gleich den gröbsten Designfehler des Systems, einen Fauxpas im Nutzerinterface, der erst viele Jahre später korrigiert werden sollte. Ein sündhaft teurer Computer, bei dem man eine Diskette nicht über einen Knopf auswerfen konnte, sondern indem man sie auf das &#8222;Löschen&#8220;-Symbol zog? Na danke. Danke, nein.</p><p>Wenige Jahre später saß ich in einer Werbeagentur, die ein Cover für meine Band entwerfen sollte, und wartete auf den Chef. Dieser entschuldigte sich, er bräuchte leider noch eine halbe Stunde für ein Kundengespräch, ich könne aber gerne an einen der freien Rechner gehen, während ich wartete. Ob ich mich mit einem Macintosh auskenne, fragte er. &#8222;Na klar&#8220;, log ich.</p><p>Aus der halben Stunde wurden zwei, denn immer wieder sagte ich dem Agentur-Chef, dass er ruhig erst noch etwas Anderes erledigen könne. Fasziniert spielte ich nämlich mit dem Mac, dem Computer, der mich mit einem <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adobe_PageMaker">Layout-Programm</a> tatsächlich alles machen ließ, was ich machen wollte. Ich konnte aus einer unglaublichen Menge von Schriftarten wählen um den Namen meiner Band immer anders aussehen zu lassen, ich konnte das Geschriebene frei auf meinem Arbeitsblatt positionieren, ich konnte frei zeichnen und das Gezeichnete wieder verändern und es dem Geschriebenen hinzufügen, ich konnte: gestalten.</p><p>Das klingt albern heutzutage, doch es war zu dieser Zeit noch äußerst selten, dass das, was man am Rechner formte, auf dem Monitor genau so aussah wie im späteren Ausdruck. Modernere Textverarbeitungsprogramme boten zwar eine annähernd korrekte Voransicht eines Dokuments, doch von echtem Layout konnte kaum die Rede sein. <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/WYSIWYG">WYSIWYG (What You See Is What You Get)</a> und <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Desktop-Publishing">DTP</a> lauteten die Begriffe, die in den folgenden Jahren immer mehr Designer, Grafiker und andere Kreative zu Apple-Enthusiasten machten und den Computer jenseits von Finanzen und Kalkulationen für Agenturen und Freiberufler sinnvoll erscheinen ließen. Denn so musste ein Computer für Kreative funktionieren: als beinahe selbsterklärendes Werkzeug, das zur Umsetzung von Ideen hilfreich zur Seite und nicht im Weg stand.</p><p>Ich beschloss, die Plattencover für unsere Band von nun an selbst zu machen. Dafür brauchte ich keine Werbeagentur, sondern einen Mac.</p><p>Marc schickte mich zu Pandasoft, dem damals größten Apple-Händler in Berlin. Von Technik war wenig zu sehen in dem Laden, es lagen keine Platinen, Kabel und Lötkolben rum, wie bei anderen Computerhändlern üblich, und die Angestellten rochen weder nach Schweiß noch nach feuchter Kleidung. Der auffälligste Effekt davon: Es waren auch Frauen anwesend.</p><p>Auch Franz, der Apple-Verkäufer, der zwar keine Frau war, mich aber danach noch viele Jahre als Ratgeber und Problemlöser begleiten sollte, lachte mich nicht aus, als ich blöde Fragen stellte. Geduldig und begeistert erklärte er mir über eine Stunde lang, dass ich mich als Apple-Nutzer damit abfinden müsse, zu einer belächelten Minderheit zu gehören, dass ich kein einziges PC-Programm nutzen könne, dass ich mich zwischen dem Kauf eines Apple-kompatiblen Druckers und einem Mittelklassewagen entscheiden müsse, und dass es ziemlich kompliziert wäre, einen Mac in ein bestehendes PC-Netzwerk einzubinden.</p><p>Ich fühlte mich sowieso schon als Teil einer Minderheit und außerdem äußerst wohl dabei; mein alter, klappriger Renault tat&#8217;s noch; ich wusste nicht, wofür ein Netzwerk gut sein sollte… und ich wollte auch keine PC-Programme. Ich wollte einen Mac.</p><p>&#8222;Kein Problem&#8220;, fand Franz und tippte auf seiner Tastatur rum, während er mir ein Paket dessen zusammenstellte, was man am Anfang so braucht. Rechner, Monitor, kleiner Drucker. Lächelnd überreichte er mir den Zettel mit der Kalkulation und ich war meinem Ziel, das Band-Design fortan selbst in die Hand zu nehmen, einen gehörigen Schritt näher gekommen.</p><p>Nun brauchte ich nur noch 9.000 Deutsche Mark.</p><p>Bei dem Versuch, einen Bankkredit zu bekommen, half damals kein Rating-Ergebnis, sondern Überzeugungskraft. Ich verkaufte meiner Betreuerin bei der Sparkasse das benötigte Geld als Investition in meine berufliche Zukunft, was nicht einmal gelogen war, und unterschrieb den Vertrag mit zitternder Hand, um erst später meine Eltern davon in Kenntnis zu setzen, dass ich neben der bis dahin nicht gerade einträglichen Tätigkeit als Rockmusiker auch noch einen Kredit in gefühlter Milliardenhöhe aufgenommen hatte.</p><p>Mein erster Mac stand auf meinem Schreibtisch, doch viele weitere sollten folgen (nicht gleichzeitig, versteht sich). Nicht nur Desktop-Rechner, sondern auch <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Apple_PowerBook">PowerBooks</a> fanden ihren Weg zu mir, deren interne Modems ich Anfang der Neunziger, als man mit Compuserve oder AOL online gehen konnte, auf den Tourneen meiner Kapelle mit zwei dünnen Drähten und Krokodilklemmen an beinahe jede aufgeschraubte Hotel-Telefondose bekam.</p><p>Es ist dabei nicht so, dass ich nicht zwischendurch von Apple auch gelangweilt gewesen wäre. Ich ließ mich von Sonys VAIOs verführen und bildete mir die Weltrettung durch Linux ein, ich beneidete sogar einmal Windowsnutzer um die simple Tatsache, dass sie nicht jedes Mal erklären mussten, warum sie einen bestimmten Computer benutzten. Doch für einen wirklichen Wechsel hat es nie gereicht. Apple-Produkte standen mir bei meiner Arbeit, die in erster Linie aus dem Musizieren und Kommunizieren bestand, auf ihre unnachahmlich elegante Art beiseite, und nur wenige andere Unternehmen konnten mich durch ihre Produkte davon überzeugen, dass ich mit meiner Lebens- und Arbeitsart zu ihrer Zielgruppe gehörte.</p><p>Und dann kam ja auch noch der <a
href="http://en.wikipedia.org/wiki/Newton_(platform)">Newton</a> und damit das erste Gerät, das als PDA, als &#8222;Personal Digital Assistent&#8220;, bezeichnet wurde. Immer auf der Suche nach James-Bond-Utensilien hatte ich bis dahin den (ziemlich großartigen) <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Atari_Portfolio">ATARI Portfolio</a> besessen sowie diverse (ud ebenfalls ziemlich großartige) <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Psion">Psion-Handhelds</a>, doch der Newton spielte in einer anderen Liga. Es war leicht, sich über die nur mittelmäßig funktionierende Handschrifterkennung <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=xc3JzS0K3ys">lustig zu machen</a>, doch Newton MessagePads vermittelten als erste Geräte ihrer Art eine Art &#8222;digitale Haptik&#8220; und waren in ihrem innovativen Ansatz der Zeit und vor allem der Konkurrenz weit voraus. Allein der Screen mit seiner leicht angerauhten Oberfläche, die das Schreiben auf Papier vortrefflich simulierte, war fantastisch, das System eine reine Freude.</p><p>Mit <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Steve_Jobs">Steve Jobs</a>, dem Apple-Gründer, hatte ich mich bis dahin nur am Rande befasst, schließlich war er einige Jahre lang auch nicht mehr im Unternehmen tätig. Auch, dass er es war, der den Newton einstellte, der <a
href="http://en.wikipedia.org/wiki/John_Sculley">John Sculley</a> zugeschrieben werden darf, bekam ich erst später mit – das Personal Apples interessierte mich weniger als die Produkte. Diese jedoch begannen nach Jobs&#8217; Rückkehr ins Unternehmen im Jahr 1996 erst ihren eigentlichen Siegeszug, der mit dem bis dahin harmlosen Buchstaben &#8222;i&#8220; anfing: iMac, iTunes, iPod, iLife, iPhone, iPad – iGentlich äußerst alberne Namensgebungen, doch in einer von absurden Produktbezeichnungen wie <a
href="http://www.inside-handy.de/handys/philips_99-e/828_allgemein.html">&#8222;9@9 e&#8220;</a> dominierten Technikwelt ein Geniestreich.</p><p>Und wegweisend für ganze Branchen. Wenn wir heute beschließen können, dass die Unterschiede zwischen den größeren Systemen nicht mehr so riesig sind, wenn wir feststellen, dass sich die Benutzbarkeit von Computersystemen aller Art in den vergangenen Jahren stark verbessert hat, dann ist diese Entwicklung nicht zuletzt Steve Jobs zuzuschreiben, der sich nie mit Marktforschungsergebnissen oder dem Status Quo zufrieden gegeben hat. Und lässt man die rigorose Content-Politik der letzten Jahre von Apple einmal außen vor und konzentriert sich für einen Moment allein auf die erfolgreiche Etablierung völlig neuer Interfaces, Bedienkonzepte und (das hat vor einigen Jahren niemand für möglich gehalten) eines komplett neuen Betriebssystems und Konzepts für mobile Geräte, dann muss man zu dem Schluss kommen, dass wir heute immer noch mit <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Text_on_9_keys">T9</a> herumhantieren würden, hätten nicht iPhone und iPad dafür gesorgt, dass ihnen alle anderen hinterher rennen müssen.</p><p>Uns so bin ich noch heute relativ zufriedener Käufer von Apple-Produkten. Mit Abstrichen: Die letzten Geräte-Generationen sind mir zu klinisch, die Metall-Haptik allenorts zu kalt, und trotz eines gewissen Verständnisses für Teile der AppStore-Politik kann ich sie nicht gutheißen. Dennoch integrieren sich iGeräte nach wie vor besser in meinen Alltag als ihre Konkurrenten (und ja, das teste ich immer wieder gerne), weshalb ich mit ihnen zufriedener bin.</p><p>Der Mann, über den heute wegen seines Rücktritts von der operativen Apple-Spitze <a
href="http://www.google.de/search?&#038;q=steve+jobs+r%C3%BCcktritt">so viel geschrieben</a> wird, als wäre er tot, ist dabei unbestritten eine der interessantesten Geschäftspersonen unserer Zeit. Zwar ist Steve Jobs ob seines diktatorischen Führungsstils alles andere als frei von Kritik, niemand wird ihm jedoch die <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=QRH8eimU_20">visionäre</a> Kraft absprechen, mit der er die Technikbranche immer wieder nach vorne getrieben hat. Die Produkte tatsächlich herzustellen, die wir uns bis dahin immer nur in <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=JQ8pQVDyaLo">Science-Fiction-Filmen</a> ansehen konnten, dies scheint eine Herausforderung für den Mann zu sein, und dafür kann man ihn gleichermaßen bewundern und für verrückt erklären – wie man es so oft macht bei herausragenden Persönlichkeiten.</p><p>Und natürlich frage auch ich mich, was wohl aus einer Firma wird, wenn ihr führender Kopf, der offenbar so immens wichtig für das gesamte Unternehmen war, zurücktritt. Darüber zu spekulieren liegt mir jedoch fern – wir werden es schließlich in den kommenden Jahren erleben. Stattdessen nahm ich die Meldung lieber zum Anlass, ein paar meiner persönlichen Apple-Anekdoten aufzuschreiben und Steve Jobs, den ich nie kennengelernt und nur einmal bei der Einführung des iPhones in Deutschland live erlebt habe, ein bisschen Ruhe und gute Besserung zu wünschen.</p><p>Und mich zu bedanken für einige ziemlich coole Produkte, die mir bei meiner Arbeit immer wieder geholfen haben und es bis heute tun, und dafür, dass nicht alle Tech-Firmen die wichtige Ästhetik der Alltagsgegenstände missachtet und für unwichtig erklärt haben. Hätte es nur Windows-PCs gegeben, diese damals unglaublich hässlichen Kisten mit diesem Modelleisenbahner-Bastelbetriebssystem und Software-Krankheiten wie PowerPoint… niemals wäre ich bei der Arbeit mit Computern hängengeblieben. Ich kann und will mich so selten wie möglich mit Hässlichkeit und umständlichem Technikkram umgeben, und Apple und Steve Jobs haben dafür gesorgt, dass ich das im Arbeitsalltag bisher auch selten musste.</p><p>Thank you, Steve.</p><p><small><a
href="http://thankusteve.com/">Nice</a>.</small></p><p><strong>UPDATE</strong> <a
href="http://holyfruitsalad.blogspot.com/2011/08/ich-und-steve-jobs.html">Claudia hat auch ihre ganz eigenen Geschichten</a>.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/08/25/thank-you-steve/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>90</slash:comments> </item> <item><title>In Gedenken an Loriot, 1923 &#8211; 2011</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/08/23/in-gedenken-an-loriot-1923-2011/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/08/23/in-gedenken-an-loriot-1923-2011/#comments</comments> <pubDate>Tue, 23 Aug 2011 14:16:46 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=49975</guid> <description><![CDATA[<p><a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Loriot">Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot</a>, ist am gestrigen Montag <a
href="http://www.loriot.de/">sanft entschlafen</a>.</p><p>Unser Beileid geht an seine Verwandten und Freunde.</p><p>Seine Arbeit werden wir immer bei uns tragen, denn Vicco von Bülow ist zwar verstorben, doch Loriot ist unsterblich.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/08/23/in-gedenken-an-loriot-1923-2011/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>10</slash:comments> </item> <item><title>&#8220;Faschistoide Tendenzen&#8221; auf der re:publica?</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/06/20/faschistoide-tendenzen-auf-der-republica/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/06/20/faschistoide-tendenzen-auf-der-republica/#comments</comments> <pubDate>Mon, 20 Jun 2011 15:43:10 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=46853</guid> <description><![CDATA[<p>&#8222;Jede Menge Diskussionsstoff&#8220; verspricht das <a
href="http://www.medienforum.nrw.de/">Medienforum.NRW</a> auf der aktuellen Website und übertreibt nicht. Beim Auftakt-Panel der Veranstaltung habe <a
href="http://www.gutjahr.biz/Gutjahr/Home.html">Richard Gutjahr</a> laut <a
href="http://www.dwdl.de/nachrichten/31721/eklat_zum_auftakt_von_palsten_und_rebellen/">DWDL gesagt</a>, die Mächtigen in den Sendern kämen ihm vor wie die Machthaber in nordafrikanischen Ländern, die in ihren Palästen sitzen und kaum mitbekämen, was draußen so vor sich gehe.</p><p><strong>UPDATE/Korrektur</strong> In Wirklichkeit hat Richard Gutjahr gesagt: &#8222;Mir kommen, mit Verlaub, also auch die Mächtigen in den Sendern und in den Verbänden, kommen mir so ein bisschen vor wie die Machthaber in den arabischen Ländern …&#8220; (Quelle: <a
href="http://www.wasmitmedien.de/2011/06/20/gutjahr-piel-was-beim-auftakt-zum-medienforum-nrw-wirklich-geschah/">Die Abschrift bei wasmitmedien.de</a>.)</p><p>Nun sagt und schreibt Richard Gutjahr vieles, das man nicht so ernst nehmen sollte, aber das wusste Jürgen Doetz, Vorstand des <a
href="http://www.vprt.de/">&#8222;Verbands Privater Rundfunk und Telemedien e.V.&#8220;</a>, offenbar nicht. Der schaffte es nämlich ebenfalls laut DWDL-Artikel, das Niveau noch weiter zu senken und konterte mit dem Vorwurf der &#8222;faschistoiden Tendenzen&#8220; der von uns mitveranstalteten <a
href="http://re-publica.de">re:publica</a>, da dort jedem, der Facebook und Twitter nicht nutze, unterstellt werde, er sei nicht kommunikationsfähig.</p><p>Und nun ärgere ich mich doch ein bisschen, dass ich nicht zum Medienforum gefahren bin. Aber ich konnte ja vorher nicht wissen, dass es so lustig wird.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/06/20/faschistoide-tendenzen-auf-der-republica/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>32</slash:comments> </item> <item><title>Verdrahtet: Eine deutsche WIRED</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/06/16/verdrahtet-eine-deutsche-wired/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/06/16/verdrahtet-eine-deutsche-wired/#comments</comments> <pubDate>Thu, 16 Jun 2011 10:17:32 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=46804</guid> <description><![CDATA[<p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/06/wirde.png" alt="wired" title="wired" class="alignnone size-full wp-image-46807" /></p><p>Eine deutsche WIRED kommt. Erstmal nur eine. Denn die deutschsprachige Print-Ausgabe der US-<a
href="http://www.wired.com/">WIRED</a> soll als &#8222;Testausgabe&#8220; zunächst zeigen, ob sie auch wirklich jemand lesen will. Kurioserweise erscheint sie dafür Anfang September 2011 als Beilage der <a
href="http://www.gq-magazin.de/">GQ</a> – ein Vorgehen, das wahrscheinlich bisher nur der Verlag und <a
href="http://www.indiskretionehrensache.de/2011/06/was-ich-die-kommenden-wochen-so-mache-wired/">Thomas Knüwer</a> versteht, der die Chefredaktion für die deutsche WIRED übernommen hat.</p><p>Eine Website zum Heft wie bei europäischen Ausgaben aus <a
href="http://www.wired.co.uk/">UK</a> und <a
href="http://www.wired.it/">Italien</a>, aus denen auch die Inhalte der deutschen WIRED teilweise stammen werden, ist bisher nicht geplant, stattdessen gibt es ein Blog unter <a
href="http://www.wired.de/">wired.de</a>.</p><p>Ich hätte mich über eine &#8222;echte&#8220;, regelmäßige deutsche Ausgabe der WIRED gefreut, das geplante Vorgehen finde ich jedoch ziemlich lahm. Ich wünsche Thomas Knüwer, den ich kenne und der u.a. auf der letzten re:publica moderiert hat, natürlich alles Gute – ich weiß nur nicht so recht, wofür. Eine Testausgabe, keine weiteren geplant (außer, die GQ verkauft plötzlich mehr?) … hm. Mal sehen. Vielleicht wir(e)d es ein hübsches Sammlerstück.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/06/16/verdrahtet-eine-deutsche-wired/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>22</slash:comments> </item> <item><title>crowdvoice.org</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/06/09/crowdvoice-org/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/06/09/crowdvoice-org/#comments</comments> <pubDate>Thu, 09 Jun 2011 12:29:19 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=46592</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="405" src="http://www.youtube.com/embed/_dsSE94r3dA?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p><a
href="http://crowdvoice.org">crowdvoice.org</a> ist ein spannendes Projekt von <a
href="http://www.mideastyouth.com/">mideastyouth.com</a>, das bereits im vergangenen Jahr gestartet wurde, bisher aber man mir vorbei ging. Verantwortlich für das Projekt ist <a
href="http://make.tv/republica2009/show/18674">Esra&#8217;a Al Shafei, die auf der re:publica 2009 unser Gast war</a>.</p><p>Die Idee von crowdvoice.org: Möglichst viele Web-Quellen zu bestimmten Protestthemen sollen gesammelt und durchsuchbar werden, sowohl das Zusammentragen der Links selbst als auch die Bewertung derselben passiert durch die Nutzer.</p><p>So richtig rund läuft das Ganze offenbar noch nicht, vor allem mangelt es nach meinem ersten Eindruck an thematischen Inhalten. Die Suche nach &#8222;Libya&#8220; oder &#8222;Qaddafi&#8220; <a
href="http://crowdvoice.org/protesters-in-libya-demand-an-end-to-qaddafis-regime">funktioniert</a>, wer jedoch etwas zu den Themen &#8222;Nato&#8220;, &#8222;Africa&#8220; oder &#8222;Arabia&#8220; sucht, scheitert.</p><p>Das muss aber noch nichts heißen, denn wie man aus Erfahrung weiß, können nutzerbasierte Portale ganz plötzlichen Zulauf erlangen, etwas, worauf crowdvoice.org noch zu warten scheint. Also: <a
href="http://crowdvoice.org">Post some links</a>!</p><p><small>[gefunden im <a
href="http://www.facebook.com/roquane">Facebook-Stream von Tom Noeding</a>]</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/06/09/crowdvoice-org/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> </channel> </rss>
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