Der Vollständigkeit halber auch hier: Caro Korneli und Jakob Lundt waren für Extra3 bei der CDU-Medianight in Berlin und haben sich von Kulturstaatsminister Bernd Neumann erläutern lassen, dass Google und andere Unternehmen sicher schon ein Konzept für dem Moment haben, in dem das Internet voll ist.
Es wäre so lustig. Wenn es nicht so furchtbar wäre.
Erst jetzt habe ich es geschafft, die Rede von Lawrence Lessig während des eG8-Gipfels anzusehen und kann nur allen halbwegs interessierten Leserinnen und Lesern empfehlen, es mir gleich zu tun (die Rede dauert nur zehn Minuten und startet bei 2:10). Denn Lessigs Anwesenheit war wichtig:
Inhaltlich gewohnt fundiert und erzählerisch herausragend führt Lessig die Anwesenden mit dem Vergleich von Regierungen mit Alkoholikern an sein Thema heran, das da heißt: „Schützt die Outsider“. Er warnt Regierungen davor, sich vor den Karren der Unternehmen spannen zu lassen („Their job is profit for them. Your job is the public good.“) und spannt einen geschickten Bogen von den oft von Jugendlichen und „Outsidern“ gegründeten und allen bekannten Internet-Giganten zur wirtschaftlichen Innovationskraft, die durch Angriffe auf die Netzneutralität gefährdet wäre. Und er schließt mit den Worten:
The future of the internet is not Twitter, it is not Facebook, it is not Google, it is not even Rupert Murdoch. The future of the internet is not here. It wasn’t invited. It doesn’t even know how to be invited, because it doesn’t yet focus on policies and fora like this. The least we can do is to preserve the architecture of this network that protects this future that is not here.
Übersetzung: Die Zukunft des Internet ist nicht Twitter, nicht Facebook, nicht Google und nicht einmal Rupert Murdoch. Die Zukunft des Internet ist nicht hier. Sie war nicht eingeladen. Sie weiß nicht einmal, wie man eingeladen wird, denn sie kümmert sich noch nicht um Richtlinien und Foren wie dieses. Das Mindeste, das wir tun können, ist die Architektur des Netzwerks zu erhalten, die diese Zukunft beschützt.
Für diese klaren Worte flog Lawrence Lessig dann auch gleich aus dem Empfehlungskatalog des eG8-Forums. Nach dem Klick gibt es noch ein ebenfalls sehenswertes Interview mit ihm vom eG8-Forum und ein weiteres Video von der alternativen eG8-Pressekonferenz mit Jérémie Zimmermann (La Quadrature du Net), Jeff Jarvis, Lawrence Lessig, Susan P. Crawford (ehemals ICANN), Jean-François Julliard (Reporter ohne Grenzen) und Yochai Benkler (Co-Direktor am Harvard’s Berkman Center for the Internet). Read on my dear…
Ein „zivilisiertes Internet“ fordert Nicolas Sarkozy mit dem eG8-Forum und meint damit das Ende der Netzneutralität. Und zunächst war ich begeistert von der Meldung, dass Cory Doctorow die Einladung zu diesem Gipfeltreffen abgesagt hatte. Die Gefahr einer Instrumentalisierung seiner Person ist schließlich durchaus gegeben, die Wahrscheinlichkeit, dass man ihm zuhören oder ihn ernst nehmen würde, gering, und obwohl ich Gespräche zwischen verschiedenen Netz-Vertretern für prinzipiell richtig halte, würde ich Sarkozy auf der Liste der vertrauenswürdigen Leitfiguren solcher Gespräche höchstens auf Platz 983 einstufen, direkt hinter Homer Simpson.
Doch nach weiterem Nachdenken (das passiert mir manchmal) fand ich es äußerst schade, dass Doctorow nicht dabei war. Denn es ist einfach viel leichter, in der Opposition zu verharren, immer wieder darauf zu bestehen, dass man Dinge besser wisse und könne (wovon ich in diesem Fall zwar ebenfalls überzeugt bin, in anderen aber vielleicht nicht) und nicht einmal als eingeladener Beobachter dabei zu sein, wenn sich die „Gegenseite“ trifft. Read on my dear…
Robert Allen Zimmerman, ein wenig besser bekannt unter dem Namen Bob Dylan, feiert heute seinen 70. Geburtstag und liegt damit geschätzte drei Jahre über dem durchschnittlichen Alter des deutschen Feuilleton-Chefredakteurs, der sich darüber ganz besonders freut. Denn ein Pop-Musiker schafft es hierzulande schließlich nur dann auf die Titelseite einer deutschen Tageszeitung, wenn er entweder halbnackt und weiblich oder/und gerade in Afrika ist, oder eben das Rentenalter überschritten hat. Und Letzteres kommt halt viel seltener vor.
Dennoch gibt es natürlich auch von Spreeblick, Deutschlands jüngst gebliebenem Weblog der Welt, allerbeste und herzergreifend genölte Glückwünsche zum Geburtstag des Ur-Hippies, dessen enormer Einfluss auf die Popkultur bis heute unbestritten bleibt, obwohl viele seiner Original-Videos auf YouTube in Deutschland gesperrt sind (es sei denn, sie wurden in einen Google-Werbeclip verwandelt).
Sometimes I think this whole world is one big prison yard. Some of us are prisoners, the rest of us are guards. Bob Dylan, George Jackson
Ein Mangel an Geschichten rund um bekannte Internet-Giganten herrscht derzeit nun wirklich nicht: Nach dem kürzlichen Bekanntwerden einer jahrelang bestehenden Sicherheitslücke in der Facebook-API für App-Anbieter hat „Fake Steve Jobs“ Dan Lyons nun für The Daily Beast eine, wie er es nennt, „Schmieren-Attacke“ von Facebook gegen Google aufgedeckt.
Noha Atef ist Gründerin und Redakteurin von Tortureinegypt.net, einer Webseite, die durch Artikel, Fotos und Cartoons bis hin zu Videos und Audiodateien über Menschenrechtsverletzungen in Ägypten informiert. Die Journalistin und Bloggerin schreibt bereits seit mehreren Jahren für diverse ägyptische und andere Zeitungen der arabischen Welt und hielt auf der re:publica 2011 einen Vortrag zum Thema „Egyptian Social Media Stories – Revolting in the time of New Media“.
Im Interview sprach sie die Schwierigkeiten klassischer Medien bei der Berichterstattung über die ägyptische Revolutionsbewegung an und erklärte das Konzepte der Piggipedia, einem Flickr-Pool der dazu dient, gewalttätige Polizeibeamte öffentlich kenntlich zu machen. Außerdem ging sie noch einmal auf die Rolle Khaled Saids für die ägyptische Revolutionsbewegung ein und schilderte aus ihrer Sicht, inwiefern sich überhaupt von einer Social Media Revolution reden lässt bzw. welchen Einfluss diese Tools bei den politischen Umbrüchen in Ägypten haben.
Interview: Lili Masuhr, Schnitt: Nico Roicke, Kamera: Gunnar Weber
Die ganze Grafik gibt es bei good.is. Beachten sollte man bei den insgesamt wenig überraschenden Antworten, dass die Umfrage u.a. unter Leserinnen und Lesern der Zeitung „USA Today“ durchgeführt wurde, die ich als eher „konservativ“ einstufen würde.
Für Freunde von Infografiken gibt es bei Column Five, den Urhebern des oben verlinkten Designs, noch weitaus spannendere Kreationen.
Jaclyn Friedman ist Gründerin und Geschäftsführerin von Women, Action & the Media, einer Organisation, die sich für Geschlechtergerechtigkeit in den Medien einsetzt und diese fördert. Ferner engagiert sich Friedman bereits seit ihrer Studienzeit aktiv für eine Schärfung des Sicherheits- als auch Rechtsbewusstseins im Kontext sexueller Übergriffe und hat hierzu unter anderem auch die Anthologie “Yes Means Yes: Visions of Female Sexual Power and a World Without Rape” mitherausgegeben.
Im Interview mit ihr sprachen wir außerdem darüber, wie sie Klischeevorwürfen gegenüber Feministinnen begegnet, ob sich der amerikanische vom europäischen Feminismus unterscheidet und welche Rolle digitale Medien spielen können, um gegen die Sexualisierung in Standard-Medien anzugehen. Read on my dear…
Zunächst hat Guido Westerwelle gestern Abend nur sein Amt als FDP-Vorsitzender niedergelegt, was einerseits schwer war, andererseits aber auch leicht. Wie lange wird er sich noch auf sein Amt als Außenminister konzentrieren können?
Dieses Video muss der Vollständigkeit halber auch hier erscheinen: Gestern machte dieser Clip die Netzrunde, in dem sich der unglaublich gelassen bleibende stellvertretende Regierungssprecher Dr. Steegmans den bohrenden Fragen der Hauptstadtjournalisten stellt.
Die Journalisten waren empört darüber, dass Regierungssprecher Steffen Seibert über den Twitter-Account @RegSprecher die Meldung eines USA-Besuchs der Kanzlerin verbreitet hatte. Und zwar bevor diese Meldung per Mail oder Fax an die Journalisten ging.
Selbige bewiesen dann in 20 Minuten (die sich wie 60 anfühlen – Minuten, meine ich) zwar ihr gesamtes investigatives Können, den Respekt erntet jedoch Dr. Steegmans. Mit Recht.