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><channel><title>Spreeblick &#187; Fooligan</title> <atom:link href="http://www.spreeblick.com/category/kategorien/pop/fooligan/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.spreeblick.com</link> <description>I live by the river!</description> <lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 21:57:54 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3</generator> <item><title>WM-Finale 2011: USA &#8211; Japan (live)</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/07/17/48354/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/07/17/48354/#comments</comments> <pubDate>Sun, 17 Jul 2011 18:14:40 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=48354</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
src="http://www.coveritlive.com/index2.php/option=com_altcaster/task=viewaltcast/altcast_code=71a3149632/height=550/width=470" scrolling="no" height="550px" width="470px" frameBorder ="0" allowTransparency="true"  ><a
href="http://www.coveritlive.com/mobile.php/option=com_mobile/task=viewaltcast/altcast_code=71a3149632" >erika</a></iframe></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/07/17/48354/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>WM 2011 &#8211; Halbfinale</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/07/13/wm-2011-halbfinale/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/07/13/wm-2011-halbfinale/#comments</comments> <pubDate>Wed, 13 Jul 2011 20:38:19 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=47448</guid> <description><![CDATA[<p><strong>Frankreich &#8211; USA 1:3</strong></p><p>Allez adieu. So ist das eben, wenn man eine Torhüterin hinten drin hat, die den Strafraum beherrscht wie ein Suppenhuhn den Fond. Traurig und enttäuscht bin ich nicht, weil Frankreich ausgeschieden ist: traurig bin ich, weil der pragmatischere, weniger verträumte, weniger überraschende Fußball einmal mehr den Sieg davon getragen hat. Aber der Reihe nach.</p><p>Das Spiel im Sinne eines Spieles begann eigentlich erst nach 30 Minuten. Davor waren die Franzosen nervös wie auf Turkey. Mich erinnerte das an die liebenswerte Unbeholfenheit und naive, aber bestimmte Tappsigkeit aus <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=sz6pGSKGdho">Pieces of April</a>, was Frankreich da spielten. In der neunten Minute sah man bereits, was ihnen später endgültig zum Verhängnis werden sollte: die Innenverteidigerin Laura Georges, die langsam ist und immer, wenn sie raus muss zur Seitenlinie hilflos wirkt wie eine Provinz-Familie in der großen Stadt; und die Torhüterin Berangere Sapowicz, die eigentlich <a
href="http://dict.leo.org/frde?lp=frde&#038;search=deranger">Dérangere</a> Sapowicz heißen müsste und auf der Linie hängen blieb wie <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Erziehung_der_Gef%C3%BChle">Frédéric Moreau auf seinen Gefühlen</a>: und genau wie bei Moreau war es am Ende das kleine Glück, das den Franzosen ausreichen muss, das Glück, tatsächlich einmal in einem Halbfinale gestanden zu haben. Zur großen Tragödie reicht es nicht. (Noch nicht.)</p><p>Es ist nicht so, dass die USA diesen Sieg nicht verdient gehabt hätten: es gab Momente in dieser Partie, da wunderte man sich, Lepailleur und Abily überhaupt noch sehen zu können, so sehr wurden sie links hinten plattgewalzt. Aber man sah auch, was sich diese WM im Frauenfußball geändert hat: dass Physis allein nicht mehr reicht, dass Intelligenz und Fantasie eine Chance haben gegen Kraft und Statik. Wäre Frauenfußball Architektur, könnte man sagen, dass dies die Entdeckung war: auch Glas kann ein tragendes Element sein.</p><p>Nur: Die Mischung muss stimmen. Frankreich hat teilweise berauschend nach vorne gespielt, aus allen Ecken den Abschluss gesucht, immer eine Idee gehabt, und wenn es nicht immer die beste war, dann versuchte man es eben ein zweites Mal anders. Das war kreativ, das war trial and error, und es war gedankenschnell: Der Ausgleich fiel, nachdem die USA links hinten trippelten und den Ball nicht klären konnten. In der Folge leitete Necib einen Seitenwechsel ein, weswegen Bonpastor mehr Zeit als Verstand hatte, eine Flanke zu schlagen, die sich ins lange Eck packte.</p><p>Am Ende kosteten zwei verheerende Torwartfehler und die fehlende Schnelligkeit der Abwehr Frankreich den Erfolg, oder um es andersrum zu sagen: die USA hatten sich den Erfolg erarbeitet. Mit ihren schnellen, bewunderswert durchsetzungswilligen Stürmerinnen waren sie am Ende effektiver. Loben kann ich eine solche Spielanlage nicht, aber gesagt werden soll es doch: Fair enough.</p><p><strong>Japan &#8211; Schweden 3:1</strong></p><p>Erstaunlich spiegelverkehrt verlief das Spiel der Schweden gegen Japan: auch hier führte der Favorit nach einem fatalen Fehler der Hintermannschaft, auch hier kamen die Blauen nicht nur zurück, sondern machten in dem Tanz, der der Fußball ist, den Führenden. Am Ende aber gewann der bessere Fußball, Netzer sei Dank. Zwei Kleinigkeiten muss ich anmerken, um nicht nochmal das gleiche wie oben unter veränderten Länderbezeichnungen zu schreiben: erstens sah ich das erste Mal eine Frau auf den Rasen spucken (Annica Svensson), zweitens würde jede Männermannschaft bei einem solch nassen, flutschigen Boden Fernschüsse als Aufsetzer gestalten: im Frauenfußball schießt man immer hoch. Immer. Und meistens drüber.</p><p>Nur die Moral ist viel erhabener: dass ein Team, das sich einerseits gut organisiert, andererseits aber viel Platz für die Vorstellungen, Instinkte und Fähigkeiten seiner Spieler vertraut, gegen Erfahrung und Kampfeskraft gewinnen kann. Eine andere, weniger erhabene Moral wäre: zwei Torwartfehler brechen jedem WM-Halbfinalisten unweigerlich das Genick.</p><p>Aber die zweite ist weniger wert als die erste: denn Schweden ist in diesem Halbfinale nichts eingefallen, gar nichts. Vom System her war das zu sehr Ikea: durchsichtig, unflexibel, instabil. Und die Schnittstellen in der Viererkette waren breiter als das Skagerrak, und in diese Lücken stieß Japan immer wieder konzentriert, schnell und zielgerichtet vor.</p><p>Ich habe bisher, was den Titel anbelangt, auf die USA gesetzt und auf Schweden: gönnen würde ich es Japan. Überhaupt nicht wegen des Tsunamis oder Fukushima: schlicht, weil sie bisher den eindruckvollsten Fußball geboten haben: Mutig, klar und luzide.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/07/13/wm-2011-halbfinale/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>7</slash:comments> </item> <item><title>Fußball-WM 2011 &#8211; Viertelfinale</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/07/10/fusball-wm-2011-viertelfinale/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/07/10/fusball-wm-2011-viertelfinale/#comments</comments> <pubDate>Sun, 10 Jul 2011 18:15:59 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=47367</guid> <description><![CDATA[<p><strong>Deutschland – Japan 0:1 n.V.</strong></p><p>Am Ende sagte Silvia Neid diesen einen Satz. Einen uninspirierten, ideenlosen, entlarvenden Satz. Ein Satz, der das große Missverständnis zwischen Sommermärchen und Silvia Neid war. Sie sagte: „Wir waren nicht in der Lage, ein Tor zu machen, obwohl wir viele Standards hatten.“</p><p>Standards? Wieso denn Standards? War das der Matchplan? Eckbälle schinden und hoffen, dass die Japanerinnen nicht hoch genug hüpfen können? Es sah ganz danach aus. Es ist den Deutschen ja auch weiter nichts eingefallen. Nicht einmal haben sie in 120 Minuten gefährlich aufs Tor geschossen. Nicht einmal. Es gab auch kaum einmal eine Idee, wie man das machen könnte: einmal gefährlich aufs Tor zu schießen. Es interessierte sich auch kaum jemand dafür, dazu eine Idee zu entwickeln. Stattdessen standen hinten drei Verteidiger um eine bedauernswerte Japanerin herum, um mögliche Konter und hohe Bälle abzufangen. Davor das defensive Mittelfeld, das nach vorne in etwa so viel Kreativität entwickelte wie ein Karaokeabend im Altersheim.</p><p>Da kann die Nationalmannschaft seit den 50ern das 4-2-3-1 spielen, wenn die Idee hinter dem System nur darauf abzielt, das Spiel zu zerstören. Man kann Chopin nicht mit Boxhandschuhen an den Händen spielen. Solche Spiele zu sehen ist schon bei Erfolg kaum erträglich. Wenn man so auch noch verliert, bleibt überhaupt nichts mehr, woran sich der Zuschauer freuen kann.</p><p>Man möchte beinah hämisch werden nach all dem, was die Werbung uns versprochen hat. Dritte Plätze sind was für Männer. Die schöne Seite des Fußballs. Vorab lief die Bahn-Werbung, mit lauter schwarz-rot-gold angemalten Gesichtern und Kram. Und der Weltmeisterbahncard. Mitten in dem Clip sieht man einen Bahnhof, oben rechts einen Anzeiger, und da steht: bitte nicht einsteigen. Keine Sorge.</p><p>Jedenfalls: Schade für alle Deutschlandfans. Gut für jene, die gern Fußball sehen.</p><p><strong>Frankreich – England 4:3 n.E.</strong></p><p>Und damit ist die zweite Mannschaft raus, die nur auf Verhinderung gespielt hat. Englischer Fußball ist ja generell wie englisches Essen: Man muss vermutlich damit aufgewachsen sein, um dem etwas abgewinnen zu können. Immerhin, tapfer waren sie, die Engländerinnen: Kelly Smith humpelte die letzten Minuten völlig versehrt über den Platz, um am Ende ihren Elfmeter mit aller Souveränität ins Eck zu dreschen. Das hatte etwas heroisches. Ich glaube, David Winner hat mal gesagt, dass die Engländer bei jeder Gelegenheit (und auch bei jedem Spiel) die Schlacht von Dünkirchen nachstellen müssen:  gestern war wieder so ein Moment. Man hatte vorab viel vom Matchplan der englischen Mannschaft gehört, als hätten sie sich etwas besonders elaboriertes und überraschendes einfallen lassen: vermutlich ist er daran gescheitert, dass sie nicht genug Zeit hatten, ihre Schützengräben auszuheben.</p><p>Es war kein sehr gutes Spiel, die Französinnen wollten zwar, waren aber aufgeregt wie frisch verliebte Teenager. Pässe mit der Präzision von IWF-Rettungsplänen, und phasenweise spielten sie so, als wüssten sie nicht, dass an den kürzeren Enden des Feldes Tore stehen. Hin und wieder hatte Thiney eine Idee, aber das reichte nicht, denn Delie und Necib hatten gleichzeitig etwas anderes im Kopf. Das Spiel wäre wohl ohne Tore geblieben, wenn sich nach einer Stunde nicht die Hälfte der französischen Abwehr an der linken Außenlinie verabredet hätte – warum, weiß man nicht. Vielleicht gabs da irgendwas umsonst. Durch das Loch so groß wie das Mittelmeer spazierte Jill Scott und lobbte den Ball ins mittlere Eck.</p><p>Dann kam Thomis, und man ahnte, wie man solche Mannschaften &#8211; Deutschland, England, USA, Schweden &#8211; auseinandergenommen bekommt. Es ist keine ganz schlechte Idee zu versuchen, auf die Grundlinie zu kommen statt immer nur Flanken aus dem Halbfeld oder Schüsse aus 30 Metern. Das Tor fiel dann zwar ganz anders, ein schöner Schlenzer aus 20 Metern. Aber wenn man gegen die USA gewinnen will, dann wird das wohl nur mit Thomis gehen.</p><p>Am Ende Elfmeterschießen, und wenn das ansteht, macht man auf der Insel sowieso schon den Fernseher aus. <a
href="http://www.guardian.co.uk/football/2011/jul/09/england-france-womens-world-cup">In den Worten des Guardian</a>: &#8222;So, penalties, then. This is England, after all. What else did you really expect?&#8220;</p><p><strong>Schweden &#8211; Australien 3:1</strong></p><p>Sie haben Ruhe und Gelassenheit in der Defensive, sie haben Eleganz und Dynamik in der Offensive. Sie haben den Kampfgeist und die technischen Fähigkeiten. Sie haben eine Mittelstürmerin, die kaum trifft, und machen trotzdem Tore. Sie haben die USA körperlich dominiert und Australien spielerisch. Hätte ich Geld, ich würde es auf Schweden setzen.</p><p><strong>Brasilien &#8211; USA 3:5 n.E.</strong></p><p>Das war munter. Ein Festival an individuellen Fehlern. Man könnte anhand dieses Spiels eine Art Bildblog hochziehen und wäre in zwei Wochen noch nicht fertig. Aber es gab nicht ohne Grund so viele Fehler: das Spiel sollte deutlich schneller sein als die anderen Viertelfinale, intensiver auch. Zumindest am Anfang. Wahrscheinlich wären beide Mannschaften damit einverstanden, den Platz 35 Meter kürzer zu machen, weil sie mit dem Raum rund um den Mittelkreis sowieso nichts anzufangen wissen.</p><p>Natürlich begann das Spiel mit einem Lapsus, als Daiane eine Hereingabe ins eigene Tor schaufelte. Ganz besonders viel Spaß hat mir Rodriguez gemacht, die in der Form beim Casting zum nächsten Woody Allen-Film gehen sollte. Und dann ringt Buehler Marta nieder, Christiane schießt ihn halbhoch auf rechts, wo Solo steht. Aber weil alle so einen lustigen Tag haben, lässt Jacqui Melksham, die Schiedsrichterin, den Elfmeter wiederholen, warum auch immer. Vielleicht weil Sonne schien. Marta stört sich nicht groß dran und drischt den Ball wieder halbhoch links ins Eck, diesmal war Solo anderswo. Ausgleich.</p><p>Das Dresdner Publikum pfeift Marta aus. Weil sie viel meckert. Und den Elfmeter versenkt hat. Man mag hier exzentrische Spieler nicht so sehr gerne, außer Mario Basler, weil der so schön authentisch ist. Und man ihn nicht mehr sehen muss. Aber Marta geht gar nicht, warum, weiß ich nicht. Sowas gibt es bei dieser WM nicht so oft: Spielerinnen, die den Unterschied machen. Herausragende Spielerpersönlichkeiten, die Sachen machen, die niemand anderes kann. Dafür muss man Marta dankbar sein: Tore wie ihr zweites, zu Beginn der Verlängerung, mit dem Rücken zum Tor eine Flanke ins lange Eck gepackt. Vielleicht sieht man schöne Dinge nicht sehr gern in Dresden, das würde die Verschandelung des Elbtals erklären. Und dass das Stadion im Ernst Glücksgas-Arena heißt.</p><p>Ich bin ungern einer Meinung mit Tom Bartels: Marta spielte hart, aber nicht unfair. Und sie zu sehen ist häufiger eine Freude als ein Ärgernis. Man mag die armen Amerikanerinnen bedauert haben bis zum Ausgleich, aber bedauern ist ein leises Gefühl. Mir behagt so ein Publikum nicht: die Pfiffe gegen Marta waren lauter als die Anfeuerungsrufe für die USA. Das ist niederträchtig.</p><p>Unfassbarerweise machten die USA dann doch den Ausgleich, in der allerletzten Minute, und ganz Twitter verwandelte sich in Homer Simpson und rief &#8222;USA! USA! USA!&#8220;. Als gäbe es doch sowas wie Moral im Fußball. Immerhin, für dieses Spiel gibt es sie: die Biederen dominieren die Kapriziösen. Gegen Frankreich wünsche ich mir eine andere Moral.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/07/10/fusball-wm-2011-viertelfinale/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>42</slash:comments> </item> <item><title>Fußball-WM 2011 &#8211; Vorrunde</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/07/06/fusball-wm-2011-vorrunde/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/07/06/fusball-wm-2011-vorrunde/#comments</comments> <pubDate>Wed, 06 Jul 2011 20:36:57 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=47259</guid> <description><![CDATA[<p><div
class="labeledImage "><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/07/soccer.jpg" /><p><a
class="license-cc" href="http://www.flickr.com/photos/usarmyafrica/4045714777/"><span
class="text">usarmyafrica</span></a></p></div></p><p>Das wunderbare an dieser WM: keine Erwartung wird erfüllt, keine Voraussage hat Bestand, der Fußball zeigt sich von seiner uneinnehmbarsten, sprödesten Seite. Bajramaj das Gesicht der WM? Potenzierter <a
href="http://www.11freunde.de/international/115122">Nutella-Fluch</a>. Die schöne Seite des Fußballs? Blutgrätsche Nigeria. Torreiche, aber abwechslungsarme Spiele? Knappe Ergebnisse und 2,5 Tore pro Spiel, nix mit <a
href="http://www.worldcupportal.de/rekorde/index.htm">60er Jahre Männerfußball</a>. Da klingelt bei mir am Tag häufiger die Post an der Tür. Und als man dachte, die deutsche Nationalmannschaft versteife sich endgültig darauf, Pässe in die Spitze ausschließlich von Nadine Angerer spielen zu lassen, legen sie gegen Frankreich ein Feuerwerk hin, dass zum ersten Mal seit Anpfiff dieser WM die Laola-Welle im Publikum eine Berechtigung hatte.</p><p>A propos Laola-Welle. Ich saß in Sinsheim, als ich zum ersten Mal dachte, das ist der falsche Film, das muss eine Art Satire auf <em>Wetten, dass</em> sein. Noch vor dem Anpfiff, kaum dass die Spielerinnen auf dem Rasen waren, rollte die erste Welle durchs Stadion, wahrscheinlich, weil das Gras so schön grün war. Oder die Sonne schien. Auszuschließen ist, dass das feierwütige Publikum wegen des Stadions derart ausgetickt ist: weil man dort die Gegengerade fast vollständig mit Logen zugepflastert hat, fühlt man sich auf der Haupttribüne, als säße man vor einem modernen Kaufhausbau.</p><p>Nun mag man es gruselig finden oder nicht, wenn sich tausende Leute völlig anlasslos zusammen austicken, weil sie bei irgendeinem &#8222;geilen Zeug&#8220; (Mario Barth et al.) dabeisind: das ist Geschmackssache. Aber selbst ein Zombie versteht, dass Spieler verunsichert sind, wenn sie statt vor 50 Hanseln plötzlich vor einem gefüllten Stadion spielen, mit Fernsehkameras überall. Gar nicht erst zu sprechen von den absurd hohen Erwartungen vor der WM: <a
href="http://www.zeit.de/sport/2011-07/frauenfussball-wm-lifestyle/komplettansicht">sexy sein</a>*, erfolgreich sein, <a
href="http://www.taz.de/1/sport/wm-2011-tribuene/artikel/1/ohne-feminismus-kein-frauenfussball/">feministisch sein</a>, trotzdem das männliche Publikum ansprechen, bodenständig sein, aber auch Stars sein, Interviews geben und der Werbebranche zur Verfügung stehen, und vor allem: super Fußball spielen. &#8222;Weiblicher Zidane&#8220;, &#8222;weiblicher Pelé&#8220;, in neunzig Minuten Fußball hört man in den Öffentlich-Rechtlichen mehr schiefe Vergleiche als während der gesamten Sommerpause von CDU-Hinterbänklern.</p><p>Je mehr man von einem Spiel fordert, desto weniger gibt es oftmals her. Je mehr Spektakel man darum macht, desto weniger spektakulär wird es. Alles Drama oder Pseudodrama, das man drumherum veranstaltet, versuchen die Spieler auf dem Platz unter Kontrolle zu bekommen. Je mehr man das Spiel aufbrezelt, desto hässlicher wird es: Denn wer keine Erwartungen enttäuschen will, stellt sich hinten rein.</p><p>Das haben wir oft gesehen während dieser WM: dass auch hoch überlegene Mannschaften zurückhaltend und unsicher gespielt haben, als würden sie für jeden Fehlpass ausgelacht oder direkt verprügelt. Das war wie unerwünscht in einer Ecke des Schulhofs, als man vierzehn war. Nur kein Risiko, nur keine Mätzchen, wenn man nicht alles richtig machen kann, dann am besten nicht zu viel tun und soch brav zurückziehen. Das ist der Grund für die knappen Ergebnisse.</p><p>Denn es mag sein, dass die Leistungsunterschiede zwischen den Teams abgenommen haben, aber sie sind immer noch immens. Äquatorial-Guinea zum Beispiel kann keine Abseitsfalle stellen. Die Laufwege der Kolumbianerinnen im Angriff sahen aus <a
href="http://www.1art1.de/images/imagel/k//k36493.jpg">wie von Paul Klee gemalt</a>. Offensive Außenverteidiger sieht man bei höchstens drei Mannschaften, die meisten Viererketten stehen wie beim Appell auf einer Linie. Technische Defizite, politisch korrekt gesagt: sehr verschieden veranlagte Torhüterinnen. Und vor allem: immer noch große körperliche Unterschiede, keine sehr großen mehr, aber im Zweifel reichts (außer für Norwegen).</p><p>Die meisten Spiele werden über die Physis entschieden. Paradigmatisch dafür war das Spiel USA-Nordkorea, als die überlegene Spielanlage der Nordkoreanerinnen von den Amerikanerinnen am Ende in Grund und Boden gerannt wurde. Nur Frankreich (gegen Kanada) und Japan stemmten sich gegen die &#8222;Blut und Grätschen&#8220;-Philosophie. Frauenfußball sei wie Formel eins mit Safetycar, <a
href="http://www.spox.com/myspox/group-blogdetail/TwitSchnitte-II,131332.html">wurde da geunkt</a>, und für diese WM stimmt das sogar.</p><p>Aber langsam, scheint es, emanzipieren sich die Spielerinnen von den völlig überzogenen Anforderungen. Gerade Deutschland hat ausgerechnet gegen die Französinnen einen großartigen, kombinationssicheren, überraschenden, wunderschönen Fußball gezeigt. Bei Brasilien bekommen immerhin die Stürmerinnen wieder Lust auf den Ball. Und Schweden gegen die USA war zwar keine überragende Partie, aber immerhin: es war intensiv und eng genug, man hatte immer das Gefühl, gleich passiert nochmal was.</p><p>Es gibt gute Gründe, dass das auch für diese WM insgesamt gilt: ab dem Viertelfinale passiert nochmal was.</p><p><small>*Da fällt mir auf: Ich habe noch von keiner ausspuckenden Spielerin eine Nahaufnahme gesehen. Bei Männern wird das sogar in Superzeitlupe gezeigt, aber offensichtlich haben Frauen keine Speicheldrüsen.</small></p><p>&#8212;<br
/> Eine Frage hätte ich noch:</p> Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/07/06/fusball-wm-2011-vorrunde/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>29</slash:comments> </item> <item><title>Bundesliga 34</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/05/15/bundesliga-34/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/05/15/bundesliga-34/#comments</comments> <pubDate>Sun, 15 May 2011 17:25:09 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=45721</guid> <description><![CDATA[<p>Das wars also. Dass am letzten Spieltag Unvorhergesehenes vor sich ging, wird man guten Gewissens nicht schreiben können: einzig die absolute Hilflosigkeit, mit der Eintracht Frankfurt abgestiegen ist, war dann doch überraschend. Derart gottergeben sich in sein Schicksal zu fügen, das hat schon etwas hübsch bescheidenes, beinah mönchisches. Mehr als ein bisschen ora et labora war das ja auch nicht das letzte viertel Jahr, unverhältnismäßig viel ora allerdings. Und der bärtige Guru redet unverständliches, mysthisch-kryptisches. Lasst uns Kerzen anzünden, gedrechselt aus Daumschen Haarwachs.</p><p>Dass es die tapferen Gladbacher noch geschafft haben, sich in die Relegation zu retten, ist mir eine ehrlich und aufrichtige Freude: auch wenn ich es wie vermutlich ganz Deutschland lieber gesehen hätte, wenn Wolfsburg, diese Bastion der Autokraten und Patriarchen, nächstes Jahr Fürth und Aue ins Teambus-Navigationsgerät einprogrammieren hätte müssen. Aber Wolfsburg scheiße zu finden ist fast noch einfacher als Hoffenheim geringzuschätzen. Immerhin werden wir nächstes Jahr überprüfen können, on Magath tatsächlich immer alles, was er aufbaut, mit dem Arsch wieder einreißt.</p><p>Überhaupt nicht ausgeschlossen halte ich an dieser Stelle übrigens, dass Schalke einer phänomenalen Saison einen grandiosen Abschluss verpasst und gegen Duisburg durch zwei Eigentore von Manuel Neuer in der Verlängerung verliert. Dann ebnet wahrscheinlich der BvB-Anhang endgültig den Borsigplatz ein. Architektonisch wäre das jetzt nicht der ganz große Verlust.</p><p>Aber da wir ja gedanklich schon jenseits der Relegation und der WM dieses Jahr sind: gibt es eventuell eine Meinung zu Augsburg, die ich mir ausborgen könnte? Ich weiß nur, dass die Stadt zu den furchtbarsten Orten gehört, in denen ich je übernachten musste: die eine Hälfte der Häuser sind mit Bäckereien belegt, die andere Hälfte mit Kirchen. Nachts musste ich einmal beim Kauf eines Feuerzeuges den Ausweis vorzeigen. Aber das hat ja nun mit Fußball überhaupt nichts mehr zu tun.</p><p>Sich auf nächstes Jahr zu freuen, dafür gibt es allerdings noch einen Grund: Udo Lattek hört auf.</p><p>&#8212;</p><p>Wie feiert man eine Meisterschaft? Im Zweifelsfall gerne so:</p><p><iframe
width="560" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/AMlbtCrP4VA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>&#8212;</p><blockquote><p>Den Reporter hört man oft stöhnen, was für ein schlechtes Spiel jenes sei, von dem er gerade berichten müsse. Dabei ist diese Information vollkommen überflüssig. Niemand schaut primär Fußball, um ein schönes Spiel zu sehen. Das glauben vielleicht diejenigen, die sachlich falsche Werbespots rund um den Fußball produzieren für Unternehmen, deren Produkte nun mal nichts mit Fußball zu tun haben. Versicherungen. Energie-Versorger. Brötchenaufstricher. Vielleicht wollen es auch noch die zwar nicht sachlich falschen, aber inhaltlich total überhöhten Spots der Sportartikelausrüster glauben machen. Es trifft aber nicht zu.</p></blockquote><p><a
href="http://www.trainer-baade.de/?p=9822">Trainer Baade &#8211; The beautiful game</a></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/05/15/bundesliga-34/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>9</slash:comments> </item> <item><title>Bundesliga 32</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/05/01/bundesliga-32/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/05/01/bundesliga-32/#comments</comments> <pubDate>Sun, 01 May 2011 15:15:37 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=45201</guid> <description><![CDATA[<p>Gestern lag sie mir heulend in den Armen. Wir kennen uns kaum, wir sind Fussballfreunde. Fussballbekannte. Wir kennen unsere Namen nicht, wir sitzen jeden Samstag in dieser dunklen, verrauchten, wunderschönen Kneipe, am gleichen Tisch häufig, und sehen uns die Konferenz an. Und einmal, da ist ihr aufgefallen, dass ich mich gefreut habe, als Dortmund ins Tor traf, und sie hat sich auch gefreut, sie ist Borussin. Da hat sie mir einen Schnaps ausgegeben, mittags um vier. Einen Mexicana.</p><p>Seither grüßen wir uns. Sie weiß, dass ich kein richtiger Borusse bin, ich bin ihnen zugeneigt. Durch Beziehung. Man kann nicht jemanden aus Dortmund lieben und den BVB scheiße finden, das geht nicht. So viele Blumen kann man gar nicht kaufen.</p><p>Es gibt einen Haufen BVB-Kneipen in der Ecke, die Milchbar zum Beispiel oder das Intertank. Manchmal geht sie dahin, aber gestern nicht, gestern hatte sie einen Termin, einen wichtigen. Sie war erst spät fertig, und dann ist sie in die Kneipe gekommen, da stand es schon zwei null. &#8222;Ich bin da überhaupt nicht drauf vorbereitet, jetzt, gar nicht&#8220;, hat sie gesagt und zwei Mexicana bestellt.</p><p>Die ersten Tränen liefen ihr aus den Augen, als sie Dede gesehen hat, wie er sich aufgewärmt hat. Wie er in die Kurve geklatscht hat, und gelacht. Da hat sie angefangen zu heulen.</p><p>Und ich habe aufgehört zu denken, dass Dortmund nächste Saison einen effektiveren Stil finden muss, um in der Champions League zu bestehen, dass sie dieses aufwändige, laufintensive, erschöpfende Spiel wohl kaum noch eine Saison durchzuhalten sein wird, und warum sie eigentlich gegen Sevilla, gegen Paris überhaupt kein Land gesehen haben, und ja, am Ende der Saison sind sie ja doch&#8230;</p><p>&#8222;Mexicana!&#8220; hat sie gerufen und in die Hände geklatscht.</p><p>Als wir angestoßen haben, hat sie mir ihren Namen gesagt.</p><p>Dortmund ist Meister. Schön.</p><p>&#8212;<br
/> Classico-Content.</p><p><iframe
width="560" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/uGUtpF2n5aM" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p><small><a
href="http://www.fanartisch.de/">via</a></small></p><p>&#8212;</p><blockquote><p>Es ist immer die Frage, wie eine Geschichte erzählt werden soll. Was erzählt werden soll und was nicht. Und nicht zuletzt, was der Leser aus den Worten für eine Geschichte herausliest, auch er agiert als Autor.</p><p>Die Geschichte rund um den Rücktritt Frank Schaefers als Cheftrainer des 1. FC Köln ist klar und eindeutig, glaubt man den Zeitungen und einem nicht geringen Teil der Fans in Foren und Blogs. Der aufrichtige Herr Schaefer, durch Indiskretionen und Intrigen aus dem Amt gemobbt von Sportdirektor Finke, der es schlußendlich erfolgreich schafft, Schaefer aus dem Amt zu vertreiben und es selbst zu übernehmen, weil er es nicht lassen kann, Trainer zu sein, weil er zu machthungrig ist, um jemanden neben sich zu dulden.</p></blockquote><p><a
href="http://spielbeobachter.twoday.net/stories/geschichte-wird-gemacht-die-causa-finke/">Spielbeobachter: Geschichte wird gemacht</a></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/05/01/bundesliga-32/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>9</slash:comments> </item> <item><title>Bundesliga 31</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/04/25/bundesliga-31/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/04/25/bundesliga-31/#comments</comments> <pubDate>Mon, 25 Apr 2011 07:34:51 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=44993</guid> <description><![CDATA[<p>Tränen liegen schwer im Trend gerade: Stanilawski tropfte ein wenig Wasser über seine Lachfalten, Dede kullerten ein paar Tropfen aus den Augen, als <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=t29uSThJ_ak">er sich von den Fans verabschiedete</a>, und Manuel Neuer verschluckte sich während seiner Abschiedspressekonferenz an seinen Emotionen. Es wurde die letzten Tage mehr Sekret geflossen als in einer herkömmlichen DSDS-Folge.</p><p>Welchen evolutionären Sinn Weinen hat, darüber sind sich Biologen noch nicht einig geworden: jedenfalls soll es ein zutiefst menschliches Phänomen sein. Niemand außer dem Homo sapiens weint emotional bedingt. Warum, weiß keiner, denn Tränen können keiner bestimmten Emotion zugeordnet werden. Ob Manuel Neuer sich aus Trauer, Schmerz oder Ärger über die teils heftigen Reaktionen der Fans verschluckte, weiß man nicht und kann man nicht wissen.</p><p>Dass überhaupt Männer öffentlich weinen dürfen, ohne mit Spott und Häme überschüttet zu werden, gilt vielen bereits als hoffnungsvoller Hinweis darauf, dass die starren Geschlechterrollen immer mehr aufweichen. Wenn es Männern erlaubt ist, öffentlich auch Gefühle der Trauer und des Schmerzes zu zeigen, ist das ein erster Schritt zu einem empathischeren Männerbild.</p><p>Das ist sehr optimistisch. Tatsächlich haben weder Dede, Stanislawski noch Neuer tatsächlich geweint. Sie haben nur Tränen zerdrückt. Wirkliches Weinen werden wir erst dann sehen, wenn die Absteiger feststehen und sich völlig erschöpfte Spieler von Krämpfen geschüttelt auf dem Rasen wälzen. Dede, Stanislawski und Neuer, das war fernsehkonform. Nach <a
href="http://www.tilburguniversity.edu/webwijs/show/?uid=vingerhoets">Vingerhoets</a> ist Weinen &#8222;meant to be heard and tears are designed to be seen.&#8220; Was wir bei den drei genannten tatsächlich gesehen haben, ist ein Ringen um Fassung, also eine Unterdrückung der Emotion.</p><p>Man hat daraus oft geschlossen, dass Weinen manipulativ sei und nach Heuchelei schmecke: als ob Oliver Bierhoff, als er während einer Pressekonferenz über Robert Enke zu tränen begann, sich das vorher als angemessene Reaktion überlegt hätte. Aber es ist nicht der Weinende, der hier manipuliert: es ist das Fernsehen.</p><p>Das gute Weinen im Fernsehen funktioniert so: authentisch, spontan, aber nicht überraschend und vor allem nicht grenzüberschreitend. Das Fernseh-Weinen darf kein Hilferuf sein, man darf sich nicht in Tränen auflösen, es hat distanziert zu sein, damit es sympathisch wirkt. Man zeigt lieber das Unterdrücken von Weinen als den Tränenausbruch selbst: da findet das Fernsehen als große Zivilisierugsmaschine wieder ganz zu sich.</p><p>Rührend, aber nicht traurig: das ist die perfekte Mischung. Und das ist das Lustige, Irrwitzige an diesen Medium: es behauptet fortwährend, ganz nah dran zu sein an den Gefühlen, während es sie fortwährend gefällig schleift.</p><p>&#8212;</p><p>Mirko Vucinic <a
href="http://www.youtube.com/results?search_query=Vucinic+misses&#038;aq=f">kanns nicht</a>.</p><p><iframe
title="YouTube video player" width="480" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/fgtIDgWLFts" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>(Vorgestern gelernt, dass es in den meisten Sprachen keine Entsprechung zum Deutschen &#8222;Schadenfreude&#8220; gibt. Konnte ich anfangs fast nicht glauben.)</p><p>&#8212;</p><p>In Tadschikistan soll Parvis Tursonov nicht mehr spielen dürfen. Grund: <a
href="http://newsnetz-blog.ch/zumrundenleder/blog/2011/04/24/geachtete-gesichtsbehaarung/">er trägt einen Bart</a>.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/04/25/bundesliga-31/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>Bundesliga 30</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/04/17/bundesliga-30/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/04/17/bundesliga-30/#comments</comments> <pubDate>Sun, 17 Apr 2011 17:36:33 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=44838</guid> <description><![CDATA[<p>Irgendwann saß Jupp Heynckes auf seiner Trainerbank, die Lippen zusammengekniffen, die Brille schon beinah beschlagen von dem starren, wutheißen Blick aus seinen zusammengekniffenen Augen, die Couperose-Äderchen auf den Wangen zu purpurnen Flüßen aufgebläht, wenn er einen Stock zur Hand gehabt hätte, hätte er nach den jungen Männern geschlagen, die da vor ihm den Rasen kaputttraten. Das war nach Minute 30. Der arme Mann.</p><p>Was Leverkusen davor und danach spielte, wusste man nicht so genau: immerhin nahmen sie nicht die Hände zur Hilfe, es gibt also Anlass zur Hoffnung. Was aber ist aus dem hervorragend durchdachten Spielaufbau der letzten Spiele geworden? Was Bayer da vollführte, sah eher aus wie der erste unfreiwillige Ausflug eines unbescholtenen Familienvaters, der sich versehentlich inmitten der Tanzfläche eines Szeneclubs widerfindet. Wohin sehen? Was tun? Gerade Ballack bewegte sich derart hüftsteif, man hätte ihm am liebsten einen Rollator an den Mittelkreis gestellt.</p><p>Nun ist Fussball ein Verhältnisspiel. Aber so stark kann Bayern gar nicht sein, wie Bayer schwach war. Am besten dürfte allen Beteiligten gefallen haben, dass München sich inzwischen als weniger großherzig erweist: ein Luis Gustavo verteilt keine Geschenke. Ein van Buyten gibt keinen aus. Contento auch nicht.</p><p>Immerhin, eine Kontinuität blieb bestehen: Schweinsteiger spielt noch immer seiner humanitären Ader hinter, und auch wenn der Rest der Mannschaft ihm nicht mehr folgt in seinem Stil: das defensive Mittelfeld aus Leverkusen schloß sich seiner Definition von Zweikampfverhalten an. Mit dem ERgebnis, dass wir ein Spiel gesehen haben, das auch aus den 80ern hätte stammen können.</p><p>Bei dem Restprogramm wird Bayern nächste Saison CL-Qualifikation spielen, und wenn Leverkusen so weiterspielt, dann noch nicht mal nur die Qualifikation.</p><p>&#8212;</p><p>Vergesst Stankovic!</p><p><iframe
title="YouTube video player" width="480" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/7LQP2Iwe2aA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>&#8212;</p><blockquote><p>(Figo) provozierte prompt durch eine betont langatmige Ausführung des Eckballs. Die Antwort der Barca-Fans ist bekannt: Faules Obst und der Kopf eines Spanferkels flogen in Richtung des als »Judas« titulierten Portugiesen. Das Spiel wurde für zehn Minuten unterbrochen, die Partie endete 0:0. Doch der Schweinekopf bleibt im Gedächtnis vieler Fußballfans das Sinnbild für die Rivalität zwischen beiden Vereinen.</p></blockquote><p>Noch ein paar Classicos stehen bevor: in den 11 Freunden <a
href="http://11freunde.de/geschichtsstunde/129032/mehr_als_ein_spiel">stehen die Fakten, mit denen man die Tresennachbarn beeindruckt</a>.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/04/17/bundesliga-30/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>5</slash:comments> </item> <item><title>Bundesliga 29</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/04/10/bundesliga-29/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/04/10/bundesliga-29/#comments</comments> <pubDate>Sun, 10 Apr 2011 17:37:40 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=44797</guid> <description><![CDATA[<p>Eleganz ist selten effektiv, im Gegenteil: in aller Regel will sie genau das nicht sein. Sinn der Eleganz ist es ja, ein ästhetisches Konzept herauszustellen genau dadurch, dass man auf Brauchbarkeit scheißt, pardon: sich entleert. Einen Bodenschleier zu tragen, weil man es sich leisten kann, langsam zu gehen. Einen breitkrempigen, geschwungenen Hut, weil man die Zeit hat, auf Luftstöße zu achten. Eleganz ist die Zurschaustellung der eigenen Sinnlosigkeit bei gleichzeitigem Versuch, genau diese Überflüssigkeit zu überdecken.</p><p>Es gibt einige Bereiche, wo das nicht zählt: im Maschinenbau zum Beispiel. Es war der Futurismus, dem es vorbehalten blieb, eine Ästehtik der Maschinen zu propagieren: eine Ästhetik dessen also, was gleichzeitig nützlich ist. Wegen des Futurismus&#8217; finden wir heute Flugzeuge edel und formvollendet, und obwohl das Auto viel von seinem Zauber eingebüßt hat (außer im Zeit-Magazin, wo Tillmann Prüfer seinem Ästhetizismus einen Sandkasten gebaut hat), sind wir doch noch nicht Claudia Roth genug, um Porsche und Mercedes unschön zu finden.</p><p>Im Fussball ist Eleganz selten, denn es geht um Ergebnisse: Ergebnisse aber sind immer banal. Und Banalität ist der Antipode der Eleganz. Es gibt durchaus elegante Momente im Fussball, sinnlose Hackentricke, Vierfach-Übersteiger, die dann auch entsprechend überinszeniert werden durch hundertfache Widerholung, Nahaufnahmen und Zeitlupen. Es soll dann der Eindruck hervorgebracht werden, dass Fussball ein schöner und eben eleganter Sport sei. Dass das nicht stimmt, kann man an der Krampfigkeit und Vorhersehbarkeit der Inszenierungen sehr genau sehen.</p><p>Nichtsdestotrotz gibt es immer und immer wieder Spieler, die eine nonchalante Gleichgültigkeit an den Tag legen, welche auf den Zuschauer distinguiert, unangestrengt kunstvoll, kurzum: elegant wirkt. Vielleicht ist es Ausdruck eines Eurozentrismus, dass es sich dabei in erster Linie um Spieler aus fremden Kulturkreisen handelt; vielleicht sind wir schlicht nicht fähig, in der Physiognomie eines Farfan Anstrengung herauszulesen oder in der Mimik eines Papis Demba Cissé Konzentration.</p><p>Die zwei, drei Schritte <a
href="http://www.101greatgoals.com/videodisplay/papiss-demba-cisse-hoffenheim-8996559/">nach dem Elfmeter</a>. Natürlich hat er nachgesehen, ob er tatsächlich getroffen hat, aber seine ganze Körperhaltung sagt: eigentlich ist das völlig egal. Ein Körper, der weiterläuft, weil das eben so vorgesehen ist, wenn man einen Anlauf genommen hat, weil das eine Selbstverständlichkeit ist. Und der dann sofort in den Schritt wechselt, sobald das Sinn macht, man denkt bei sich: ja, genau so macht das Sinn. Genau so muss das aussehen.</p><p>Das denkt man bei Cissé ja oft: so muss man das machen, warum macht das nicht jeder so? Da kommt ein Ball, und er macht dann nicht viel, davon aber alles richtig. Er steht schon im richtigen Winkel, er weiß schon vor der Flanke, wie er den Ball nehmen wird, wohin damit, ohne es im Wortsinn zu wissen: es ist mehr eine Art Glaube an sich selbst, der über jeden Zweifel erhaben ist. Kein Stürmer hat diese Art der Selbstverständlichkeit momentan in der Bundesliga, nicht Ya Konan, nicht Novakovic, vor allem nicht Gomez, der für seine Kapazitäten schlicht zu viel denkt, viel zu viel, und davon sehr viel Unfug. Diese Leichtigkeit, die sieht man sehr selten, man hat sie schon bei Klose gesehen in den Bremer Jahren, das ist lange her. Messi hat das natürlich, aber Messi zählt nicht: Messi ist noch viel mehr, vor allem <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=E7MsgPE3WCU">sein eigener Mythos</a>. Iniesta, ja, der noch. Oder Theo Walcott. Manchmal noch Robinho, wenn er Bock hat.</p><p>Diese Eleganz stirbt aus, die Vereinzelung des Stürmers zielt darauf, ihn effektiver zu machen, brauchbarer. Ideale Stürmertypen sind inzwischen eher Arbeitercharaktere wie Drogba oder Olic, kraftvolle, dynamische, jadoch, Maschinen, Tevez und Balotelli, Multifunktionswerkzeuge wie Rooney, der in sein Spielsystem passt wie ein Taschenmesser: irgendein Feature hilft in jeder Lage.</p><p>Deswegen freue ich mich, Cissé zu sehen, &#8216;dass ich das noch sehen darf&#8217; denke ich immer und freue mich und weiß doch: ewig wird das nicht gehen. Gerade deswegen genieße ich jeden Moment, ihn spielen zu sehen, weil das eben auch zur Eleganz gehört: wie vergeblich sie ist gegen den Zeitgeist, und dass sie bald einmal vergehen wird. Aber noch nicht, noch spielt Cissé nicht in Wolfsburg, noch fünf Spieltage.</p><p>&#8212;</p><p>A propos Elfmeter und den Unterschied zwischen Eleganz und Effekthascherei:</p><p><iframe
title="YouTube video player" width="480" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/_tmMZv62BX4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Und alternativ, damit wir hier auch einen youtube-Link unterhalb der Millionengrenze haben (an dieser Stelle: vielen Dank, Nico!):</p><p><iframe
title="YouTube video player" width="480" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/LAsSLx6TGNc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>&#8212;</p><blockquote><p>Die Kermess-Kicker gewannen die Münchner Staffel der Schul-Liga und dürfen nun weiterspielen um den deutschen Meistertitel. Die Bundeswehr wird den weiteren Werdegang der Jungs aufmerksam verfolgen. Sie wanzt sich als einer der Hauptsponsoren der Veranstaltung an die jungen Männer ran und will sie für den Dienst an der Waffe werben.</p></blockquote><p><a
href="http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/freiwillige-tor/">Wie man eine Freiwilligenarmee aufbaut, und welche Rolle der Fussball dabei spielt.</a> Ein kleines Lehrstück.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/04/10/bundesliga-29/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>11</slash:comments> </item> <item><title>Bundesliga 27</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/03/20/bundesliga-27/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/03/20/bundesliga-27/#comments</comments> <pubDate>Sun, 20 Mar 2011 18:46:57 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=44372</guid> <description><![CDATA[<p>Schade eigentlich, dass das Trainerkarussel Rangnick und Magath an alte Stelle hinerbrochen hat: was genau <a
href="http://www.indirekter-freistoss.de/2011/03/18/magath-rangnick-wolfsburg-schalke/">so faszinierend daran ist, dass Vorstände gerne mit Leuten zusammenarbeiten</a>, mit denen sie bereits erfolgreich zusammengarbeitet haben, weiß ich nicht. Am Ende nichts oder sogar noch ein bisschen weniger. Es ist nur eine schöne Geschichte, und natürlich ist es sensationell, wenn man sich die Geschichte nicht mehr selber zusammenschustern muss, sondern sie sich komplett von selbst schreibt: sensationell früher Feierabend, da darf man schon mal jubeln.</p><p>Nein, überraschend sind vielmehr die warmherzigen Kommentare, die van Gaals Absetzung begleitet haben. Viel war zu lesen darüber, dass die Bayern-Führung ja nun wohl völlig konzeptlos und überfordert sei, sie wieder in die alten Mechanismen gefallen seien und überhaupt: sie hätten ja keine Ahnung, was sie da machen.</p><p>Das mag ja durchaus sein, man kann das auch für wahrscheinlich halten: aber nicht in diesem Fall. Van Gaal abzusägen war die Konsequenz nicht einer fortwährenden Erfolglosigkeit, sondern einige gravierende taktische Fehlleistungen des hochgelobten Systematikers. Es war Unsinn, Gustavo auf links spielen zu lassen, es war Unsinn, fortwährend die Viererkette umzustellen, es war Unsinn, mitten in der Saison den Torhüter zu wechseln, und van Bommel zu verscherbeln war auch Unsinn.</p><p>Und damit nicht genug: ganz besonderer Unsinn war und ist es, mit Gomez das gleiche System, die gleiche Ausrichtung zu spielen, wie mit Olic. Wer fortwährend in Ballbesitz ist, muss kucken, dass er den Raum dafür schafft: Olic war es, der diesen Raum wie ein riesiger Pflug auftat, in den dann die Flügel hineinkonnten. Er war der Toröffner, und Gomez ist sein genaues Gegenteil: einer, der vorne lauert, der sich klein macht, der sich völlig selbst genügt, der so viel Raum reißt wie ein Streichholz auf Beton. Wenn Olic als Dienstleister konzipiert war, dann ist Gomez eine Art Endkunde.</p><p>Van Gaal war das egal, er hat einfach sein System weitergespielt. Aber man kann keine Katzenbilder mit Hunden machen, egal wie man sie frisiert. Deswegen haut das ganze Bayernspiel nicht mehr hin, und deswegen ist es unsinnig, darüber zu lamentieren, dass Hoeneß einen Systematiker zum Tefeul gejagd hat: ein Systematiker, ja, der aber mit seinem eigenen Kader nicht zurechtkam.</p><p>Abgesehen davon ist das menschlich ganz bestimmt kein Verlust. Ich werde ihn nicht vermissen.</p><p>&#8212;</p><p>Wer ist jetzt der Künstler: Gareth Bale, der Kameramann oder <a
href="http://twitter.com/RikkiLeaks">Richard Swarbrick</a>?</p><p><iframe
title="YouTube video player" width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/cRZMjHzWXQc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>(<a
href="http://newsnetz-blog.ch/zumrundenleder/">via</a>)</p><p>&#8212;</p><p>Und weils thematisch so gut passt und ich es damals versäumt habe zu verlinken: ein Hoeneß-Porträt von Andreas Bernard zur Demission von Uli Hoeneß.</p><blockquote><p>Uli Hoeneß macht nach 30 Jahren Platz an der Spitze des FC Bayern. Zum Abschied hat er uns so nah an sich herangelassen wie noch niemanden zuvor: im Stadion, im Büro, in der Wurstfabrik, zu Hause.</p></blockquote><p> <a
href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/31517/1/1">Acht Seiten.</a> Gute Nacht.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/03/20/bundesliga-27/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>Bundesliga 24</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/02/27/bundesliga-24/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/02/27/bundesliga-24/#comments</comments> <pubDate>Sun, 27 Feb 2011 18:32:18 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=43818</guid> <description><![CDATA[<p>Man müsste eigentlich über Dortmund reden, aber seit Wochen wird über Dortmund fortwährend das gleiche geschrieben, immer das gleiche geschrieben, durch die Bank wird das gleiche geschrieben, das gleiche das gleiche das gleiche, so sehr das gleiche, dass es eigentlich das selbe sein könnte. So abwechslungsreich das Dortmunder Spiel ist, so erschreckend uninspiriert sind die Fragen, die es aufwirft.</p><p>Gut, Dortmund wird Meister, und alle wollen gesehen haben warum. Viel rätselhafter allerdings, warum die andere Borussia, die Gladbacher, absteigen werden, denn das werden sie.</p><p>Wenn es für Gladbach eine Chiffre gibt, heißt die Igor de Camargo. Oder anders: es passt einfach nicht zusammen. Igor, das sind die helfenden Gestalten aus den Scheibenwelt-Romanen, die sich ergeben unterordnen und denen Narben eine Auszeichnung sind. De Camargo, das ist ein wohlklingender Künstlername, den <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Baptiste_Cupis_de_Camargo">Komponisten</a> und <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A9rgio_de_Camargo">Bildhauer</a> trugen, den also die Aura des Ätherischen umweht. Das heißt natürlich nichts, ist aber hoffentlich genau deswegen so anschlussfähig.</p><p>Igor de Camargo hingegen steht vorne immer derart unangeschlossen in der Gegend, hätten die Gladbacher einen Kommunisten in der Abwehr, würde der Panzer nach vorne schicken. Man sieht schon, dass de Camargo was kann, dass er mit dem Ball umzugehen weiß, dass er gewandt ist und Ideen hat. Aber halt auch: fast immer die falschen. Und wenn er dann gegen Frankfurt das entscheidende Tor macht, holt er sich gegen St. Pauli die entscheidende Rote Karte.</p><p>Es ist eine Chiffre, keine Erklärung, denn eine schlüssige Erklärung für Gladbachs Niedergang fällt mir nicht ein. Natürlich gibt es die Verletzten, die vielen Fehlentscheidungen, es gibt das Pech, Borussias treuester Fan. Es gibt diese Unentschlossenheit, die die Gladbacher in entscheidenden Situationen, in entscheidenden Spielen an den Tag legen, es gibt einen Torwart, der bisweilen flattrig wie ein Traumfänger wirkt, und es gibt ein defensives Mittelfeld, das maximal jeden zweiten Zweikampf gewinnt. Und auch das nur widerwillig.</p><p>Warum Borussia Dortmund so erfolgreich ist, weiß ich, das muss ich nicht nochmal erklärt bekommen, vielen Dank. Aber was mit dieser intakten, kompakten Gladbacher MAnnschaft von vor einem Jahr passiert ist, das hätte ich doch ganz gerne nochmal erklärt.</p><p>&#8212;<br
/> Darauf einen Oskar:</p><p><iframe
title="YouTube video player" width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/KGVV-xutKfY" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>&#8212;</p><p>An Englishman in Berlin: Was man so denkt, wenn man aus Ipswich in den Osten Berlins kommt, <a
href="http://europeanfootballweekends.blogspot.com/2011/02/1fc-union-berlin-v-vfl-osnabruck.html">das hat Mills aufgschrieben</a>. Allein wegen des Eingangskalauers hab ich Ketchup geweint:</p><blockquote><p>It was the wurst of times. We travelled to the far, far east of the old East Berlin, to a magical place, a forest kingdom under the spell of… barbeque.</p></blockquote><p>(<a
href="http://www.facebook.com/textilvergehen?ref=ts">via</a>)</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/02/27/bundesliga-24/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>2</slash:comments> </item> <item><title>Bundesliga 23</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/02/20/bundesliga-23/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/02/20/bundesliga-23/#comments</comments> <pubDate>Sun, 20 Feb 2011 18:59:27 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=43492</guid> <description><![CDATA[<p>In keinem Hollywoodfilm identifiziert man sich mit dem Mächtigen, immer nur mit dem Rebell. Es gibt keinen guten Film über eine Machtkonsilidierung. Packende Geschichten gehen immer nur über Umstürze, um Momente, wo die Ordnung in Aufruhr gerät. Der Fussball liefert diese Geschichten zuverlässig, weil es eines der wenigen Spiele ist, das auch der Unterlegene gewinnen kann (auch wenn das angemessen selten ist).</p><p>Ist es also ein Reflex, sich zu freuen, wenn St. Pauli beim HSV gewinnt? Eine billige Affektbefriedigung, Nürnberg in der Tabelle so weit oben zu sehen und zu grinsen? Nürnberg ist doch nun total egal. Es gibt weniger, was egaler ist als Nürnberg, sogar Charly Sheen ist nicht derart egal, obwohl der inzwischen in seiner Überflüssigkeit schon na dran ist an Propan.</p><p>Wenn das aber ein normaler Reflex ist, dem Außenseiter die Stange zu halten (<a
href="http://www.xantina.de/Interessantes/stange.htm">fantastische Redewendung übrigens</a>), dann sind Bayern-Fans die eigentlichen Rebellen. Unser Dorf war Einzugsgebiet für drei Vereine: den VfB, Freiburg und Bayern. Die sich nicht für Fussball interessierten, die wurden 60er. Alle Grünen wurden Freiburger, alle SPDler VfBler, alle Konservativen waren für die Bayern. Die konnten sich damit immer gut identifizieren: Bayern wird Meister, das heißt Geld bringt kontinuierlich Erfolg. Die Bayern-Fans blieben nach der Schule häufig in der Gegend, bei den Eltern, und wurden Bankberater. Ober Systemadministratoren. Irgendwas stabilisierendes.</p><p>Natürlich kann man kein Rebell sein, wenn man will, dass alles bleibt wie es ist. Nichtsdestotrotz ist es rührend unangepasst, in dieser Zeit der fortwährenden Umstürze, der seriellen Revolutionen, konservativ zu sein und natürlich auch zu bleiben.</p><p>Eigentlich müsste man sich mit den Bayern freuen, wenn sie in einem sterbenslangweiligen Spiel Mainz gewohnt routiniert, vorhersehbar wie eine Folge der Lindenstraße, deutlich schlug &#8211; das wäre unangepasst. Das wäre eine interessante Haltung.</p><p>Sollte mir das passieren, wechsel ich zum Biathlon.</p><p>&#8212;</p><p>Ohne Worte.</p><p><iframe
title="YouTube video player" width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/kd3ocd3xpO4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p><small><a
href="http://www.trainer-baade.de/">via</a></small></p><p>&#8212;</p><p>Fussballkurven gelten allgemein als zivilisierender Kanal zur Entladung dynamischer Massenprozesse, quasi als Ersatzhandlung, die den Beteiligten bei der Triebabfuhr hilft. Welches reale Potential dahinter steckt und warum diese Deutung zu kurz greift, zeigt aktuell wieder <a
href="http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/die-fussballrevolution/">die ägyptische Revolution</a>:</p><blockquote><p>Alaa Abd El-Fatah ist ein prominenter ägyptischer Blogger. Befragt vom Fernsehsender al-Dschasira, wie sich die Demokratiebewegung denn zusammensetze, sagte er: &#8222;Die Ultras haben eine bedeutendere Rolle gespielt als jede andere politische Gruppe.&#8220; Tagelang verteidigten die Fans des Kairoer Fußballclubs al-Ahly den Tahrir-Platz gegen Polizei und Geheimpolizei. Der amerikanische Journalist James M. Dorsey schreibt: &#8222;Die Erfahrung der Ultras zeigt sich auch darin, wie sie soziale Dienste für die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz bereitstellten.&#8220;</p></blockquote> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/02/20/bundesliga-23/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>4</slash:comments> </item> <item><title>Bundesliga 22</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/02/13/bundesliga-22/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/02/13/bundesliga-22/#comments</comments> <pubDate>Sun, 13 Feb 2011 18:31:59 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=43284</guid> <description><![CDATA[<p>Julian Schieber liegt auf dem Bauch, mitten im Stuttgarter Strafraum. Fassungslos kaut er auf seiner Unterlippe herum, während er sich hilfesuchend auf dem Feld umsieht. Er mag sich gefühlt haben wie der Petunientopf, der für Desperate Housewives gecastet worden ist und jetzt die Stunts in <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=xljFHNg3yhk">Per Anhalter durch die Galaxis</a> spielen soll.</p><p>Julian Schieber ist kein Elfmeter verweigert worden, er hat auch keine Vorlage, die ihm direkt auf die Torlinie gelegt worden ist, ins Seitenaus geschaufelt. Julian Schieber hat das vorentscheidende 2:0 gemacht, für seinen Arbeitgeber, für Nürnberg. Gegen seinen Verein, den VfB Stuttgart. Nächstes Jahr soll er zurückkommen, sagt Fredi Bobic, auf jeden Fall.</p><p>Besonders viel Humor in der Sache beweisen die Zeitungen: der &#8222;Matchwinner&#8220; (Bild) sei Schieber, die Morgenpost kürt ihn zum &#8222;Mann des Tages&#8220;, &#8222;ausgerechnet&#8220; (Zeit). Ausgerechnet! Schieber, der gestern Chancen hatte für vier oder fünf Tore! Der sicher trotzdem gut gespielt hat, keine Frage, aber genauso sicher nicht spielentscheidend gewesen ist, im Gegensatz zum Nürnberger Mittelfeld, inklusive der beiden famosen Außenverteidiger Judt und Pinola.</p><p>Aber die Geschichte ist einfach zu schön: Der traurige Held, der seine Pflicht tut, der herausragendes leistet, obwohl im Widerstreit mit seinem Herzen. Er hat ja nicht nur gegen den Gegner gespielt, sondern auch &#8211; gegen sich selbst. Gegen sein Gefühl, gegen seine Interessen. Deswegen auch die völlig überkandidelten Pointen in den Texten: dass er sich möglicherweise selbst in die zweite Liga geschossen habe. Bei vier Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz, 12 Spiele vor Zapfenstreich. &#8222;Noch nichts entschieden&#8220; ist ein Euphemismus angesichts der Möglichkeiten, die sich da noch auftun.</p><p>Es ist schon erstaunlich, dass die Sportredakteure unisono Schieber feiern, wo er doch das Ideal eines Typus ist, dem man normalerweise Verachtung entgegenbringt: dem Legionär. Schieber hat sich selbst so sehr entfremdet, dass er gegen seine Mannschaft hervorragend aufspielt und alle, die ihm gleich sind in ihrer Ergebenheit dem VfB gegenüber, in tiefe Trauer stürzt. Dafür will er sich nicht feiern lassen, und genau deswegen feiern ihn jetzt alle.</p><p>Selbstverständlich ist das nicht. Lukas Podolski muss sich noch heute fragen lassen, warum er 2008 <a
href="http://www.rp-online.de/sport/fussball/nationalelf/em/dfb/Super-Poldi-Aber-wo-war-der-Torjubel_aid_576869.html">nach seinen beiden Toren gegen Polen nicht gejubelt hat</a>. Mesut Özil betont nach dem Spiel gegen die Türkei, dass er sich nach seinem Treffer natürlich nicht geschämt habe. Und immer sagen sie, sie seien &#8222;aus Respekt&#8220; nicht ausgetickt. Aus Respekt vor den Gefühlen der Familie, das muss man betonen, das klingt hübsch bescheiden.</p><p>Wie Schieber da auf dem Boden lag und sich umsah, ein wenig mit der Lippe spielte, da merkte man schon: da entschließt sich einer nicht spontan, nicht zu jubeln. Der kann schlicht nicht jubeln. Der ist Stuttgarter. Das ist die wahre Tragödie: der schießt gegen seine eigene Existenz. Und trifft. Und ist völlig fassungslos. Und alle findens super.</p><p>&#8212;</p><p>Aus <a
href="http://www.101greatgoals.com/videodisplay/golazo!-wayne-rooney-manchester-city-8477708/">gegebenem Anlass</a>: mein Lieblingsfallrückzieher diese Saison.</p><p><iframe
title="YouTube video player" width="480" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/TTPADvQ3nGE" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>&#8212;</p><p>Steffi von Textilvergehen hat ein langes, langes, langes Gespräch mit Aileen Poese, der Leiterin der Frauen- und Mädchenabteilung des 1.FC Union Berlin, geführt, das ich inzwischen drei Mal gelesen habe: <a
href="http://textilvergehen.de/2011/02/12/leben-auf-einem-fremden-planeten-frauenfusball/">&#8222;Leben auf einem fremden Planeten: Frauenfussball&#8220;</a>. Dabei interessierte sie vor allem, &#8222;welches Selbstverständnis die Fußballfrauen haben, auf welche Widerstände sie treffen und wo sie die Zukunft ihrer Sportart sehen&#8220;. Ein schöner Blick hinter die Kulissen.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/02/13/bundesliga-22/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>4</slash:comments> </item> <item><title>Bundesliga 21</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/02/06/bundesliga-21/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/02/06/bundesliga-21/#comments</comments> <pubDate>Sun, 06 Feb 2011 18:55:07 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=43072</guid> <description><![CDATA[<p>Statt HSV &#8211; St. Pauli Freiburg gegen die Eintracht zu sehen, das ist, wie wenn man Meerweh hat und dann nur in den Aquadom darf. Obendrein war das Spiel so seicht wie ein Froschtümpel. Momentan haben wir einen Boxer als Gasthund zuhause, da ist in zwei Minuten mehr los als in diesem kompletten Spiel.</p><p>Frankfurt versuchte es von Anfang an nach der Rödlheim Hartreim-Devise: immer <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=ViZ5iT1-hOg">höha, schnella und weida</a>. Allerdings wirkten sie dabei nicht gerade wie Superman, eher wie Robin, <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=sWgHZsrPmgs">dem Batman sei Loch</a>. Glücklicherweise kam Freiburg aber auch nicht so recht zum Zug, wobei deren Offensivbemühungen eher dem Parteiprogramm der Piraten ähnelten: manches gut gedacht, aber wenn, dann schlecht gemacht. Immerhin gabs Sympathiepunkte für den SC, einfach deswegen, weil Robin Dutt immer aussieht wie frisch vom Zombie gebissen.</p><p>Dass Frankfurt nicht nach vorne kam, lag vor allem an der ausnehmend unangenehmen Defensivtaktik: wir nennen es mal den Freiburger Trichter. Die Angriffe, sofern es sie gab, immer schön in die Mitte leiten, dort wartete Makiadi und nahm Caio den Ball vom Fuß. Währenddessen machte Gekas vorne drin auf Hamburg und fand nicht statt. Gekas ist überhaut der Spieler, der bei Auswechslungen mehr Hände auf der Bank abklatscht, als er vorher Ballkontakte hatte.</p><p>Sie spielten ja nicht schlecht, die beiden Mannschaften, aber immer nur sehr kurzphasig. Und so saß man die ganze Zeit vor dem Fernseher und betete vor sich hin: Gut! Schlecht. Super! Oh man. Das kann hier ja! So ein Penner. So geht das fünfzehn Minuten, dann ist man emotional so erschöpft wie nach zwei Minuten Boxerbegrüßung. Und irgendwann pendelt sich das Unterhaltungsniveau bei Golfpartie ein, organisiert vom bundesdeutschen Dachverband der Narkoleptiker.</p><p>Es hätte hier und da natürlich Chancen gegeben auf den Sieg, mal ein Lattentreffer, mal eine knapp verpasste Hereingabe, mal ein unglücklich verstolperter Pass: aber zwingend war das alles nicht. Gegönnt hätte man es auch keinem, denn obwohl es kein wirklich schlechtes Spiel war, es war viel zu dadaistisch, zerrissen, zerstückelt, um ein anderes ERgebnis herzugeben.</p><p>Das nächste Mal wieder echter Fussball.</p><p>&#8212;</p><p>Eine richtig gute Woche hat Marlon de Jesus erwischt: der spielt gerade mit der ekuadorianischen U20 die Südamerikameisterschaft. Und nachdem er <a
href="http://www.101greatgoals.com/videodisplay/marlon-jesus-miss-argentina-8396617/">schon gegen Argentinien</a>, nunja, kam ihm Uruguay gerade&#8230; Aber seht selbst. Mario Gomez anyone?</p><p><iframe
title="YouTube video player" width="480" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/dl7tTbrlL4c" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>&#8212;<br
/> Das hier meldet (das überhaupt sehr empfehlenswerte) <a
href="http://ballverliebt.eu/">ballverliebt</a>:</p><blockquote><p>Die Art wie Fußballübertragungsrechte in Europa verkauft werden dürfen, steht dank der Europäischen Union kurz vor einem heftigen Erdbeben. Grund dafür ist ein möglicher Spruch vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen die Premier League. Diese hatte eine gewisse Karen Murphy, die Wirtin eines Pubs in Portsmouth, wegen einer angeblichen Copyright-Verletzung verklagt, da sie ihre Satelittendecoderkarte günstig in Griechenland gekauft hatte.</p><p>Generalanwältin Juliane Kokott legte dort nun ihre Empfehlung für den Urteilsspruch vor. Die exklusiven Senderechte für einzelne Länder zu verkaufen, würde dem Gedanken des Binnenmarktes widersprechen. Es müsse Murphy erlaubt sein, Decoderkarten in anderen europäischen Ländern zu erstehen – und mit ihr in der Folge wohl auch jedem andern Kunden. Diese Empfehlung ist zwar rechlich noch nicht bindend, im Allgemeinen folgen die Richter allerdings den Vorlagen der GeneralanwältInnen. Eine endgültige Entscheidung soll im Laufe des Jahres folgen.</p></blockquote><p>Das wird nochmal spannend.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/02/06/bundesliga-21/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>5</slash:comments> </item> <item><title>Bundesliga 20</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/01/30/bundesliga-20/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/01/30/bundesliga-20/#comments</comments> <pubDate>Sun, 30 Jan 2011 18:00:23 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=42846</guid> <description><![CDATA[<p>Dieter Hoeneß ist die Victoria Beckham der deutschen Fussballmanager. Im Kaufrausch verleibt er sich so viel wie möglich Luxusgüter ein und kotzt sie dann in kleinen Brocken wieder aus. Und was am Ende übrig bleibt, ist das klapprige Gestell eines zuvor einigermaßen funktionierenden Korpus, vom exzessiven Größenwahn gezeichnet.</p><p>Wie wird man nur Fussballmanager? Oder, anders gefragt: Wenn man einmal Fussballmanager geworden ist, wie fällt man aus diesem Berufsstand wieder raus? Oder ist es so, dass, wer einmal Fussballmanager geworden ist, nie wieder aus dieser Berufskaste herausfällt? Ist das so eine Art Ernennung auf Lebenszeit? Ein Anrecht, das man nicht mehr verwirken kann? Das man sich erwirkt hat, wenn man nur einigermaßen erfolgreich Fussball gespielt und eine Tabelle lesen kann? Warum sind derart viele Manager die perfekte Illustration des <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip">Peter-Prinzips</a>?</p><p>Der VfL Wolfsburg hat Dieter Hoeneß geholt, um die mangelnde Fussballkompetenz auszugleichen. Sagten sie. Bitte was? 33,5 Millionen Euro Schulden hatte Hertha nach der Demission Hoeneß&#8217;. Warum? Erinnert sich noch jemand an André Lima? Oder Kaká? Zusammen 5.5 Millionen Euro. Denis Lapaczinski, SSV Reutlingen, 2.25 Millionen. Bart Goor, 6.25 Millionen. Das sind nur jene teuren Fehleinschätzungen, an die sich niemand mehr erinnert. Von den menschlichen Führungsqualitäten , von Deisler bis Boateng, mal ganz zu schweigen.</p><p>Geballte Fussballkompetenz. Durch Hoeneß Handy ist so viel Scheiße abgewickelt worden wie in 300 Jahren römischer Kanalisationsgeschichte. Aber genug hat er nicht: Mandzukic, 7 Millionen Euro. Diego, 15,5 Millionen Euro. Simon Kjaer, 12 Millionen Euro. Klar kann da einer nicht funktionieren, aber: Einmal Pech ist Pech. Zehmal Pech ist Unvermögen. Zehnmal Unvermögen, dafür brauchen wir ein neues Wort. Wahrscheinlich schon sehr bald.</p><p>Und was kommt jetzt? Als Dzeko-Ersatz Lakic und Mbokani? Kauft ein Zoo, der sein Löwengehege auslagert, als Ersatz einen Käfig voller Riesenrammler?</p><p>&#8212;</p><p>&#8222;Leider lustig&#8220;, schrieb Johnny, als er das Video durch den Verteiler jagte. Ziemlich wahr:</p><p><iframe
title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="480" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/gdlQxFuZ2tA" frameborder="0" allowFullScreen></iframe></p><p>&#8212;</p><p>Ein wenig Fussballhistorie:</p><blockquote><p>Beim Caribbean Cup (Meisterschaft der Karibik) 1994 Barbados und Grenada gegeneinander. Barbados mußte das Spiel mit zwei Toren Differenz gewinnen, um in die nächste Runde zu kommen, Grenada hätte eine Niederlage mit einem Tor Differenz gereicht.</p><p>Ausgangslage für die Kuriosität des Spieles war ein Regelexperiment der FIFA mit dem Golden Goal. Auch in Gruppenspielen gingen Unentschieden in die Verlängerung und wurden im Sudden Death entschieden. Daraus ergibt sich natürlich die Frage nach dem Torverhältnis, da es ja für ein Team von Nachteil sein kann, daß es in der Verlängerung nicht mehr als einen Treffer erzielen kann. Um einen solchen Fall auszuschließen, wurde festgelegt, dass ein Golden Goal doppelt zählt. Das führte prompt zum vielleicht witzigsten Spiel der Fußballgeschichte …</p></blockquote><p><a
href="http://www.fussball-wissen.com/caribbean_cup">Die ganze Geschichte plus Videobeweis.</a></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/01/30/bundesliga-20/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>15</slash:comments> </item> <item><title>Bundesliga 19</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/01/23/bundesliga-19/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/01/23/bundesliga-19/#comments</comments> <pubDate>Sun, 23 Jan 2011 18:21:54 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=42555</guid> <description><![CDATA[<p>Hannover 96 stelle ich mir vor wie einen passiv-aggressiven Frosch. Er sitzt den ganzen Tag auf seinem Stein und starrt böse in die Gegend, aber niemand lässt sich dazu herab ihn wahrzunehmen. Das Phänomen Hannover wird überhaupt so gut wie nicht wahrgenommen. Das liegt natürlich daran, dass man aus reinem Selbstschutz <a
href="http://wwwut.wordpress.com/2005/07/17/hannover/">Hannover so wenig wie möglich wahrnimmt</a> als einigermaßen normal veranlagter Mensch. Aber nicht nur.</p><p>Auch daran, dass Dortmund und Mainz die Stars sind. Die spielen nicht nur erfolgreich, sondern sehen dabei auch gut aus. Dortmund hat schon einige Journalisten zum Weinen gebracht, weil sie, um diesen oder jenen Spielzug zu beschreiben, auf ihre lyrischen Ergüsse über Schönheit et al. aus der Pubertät zurückgreifen konnten. Hannover hingegen kann vor allem eines: kontern. Das zwar so gut wie keine andere Mannschaft, aber es sind halt doch nur Konter. Die Hausmannskost unter den Spielzügen.</p><p>Außerdem: der Mannschaft fehlt der Star. Nach Enke gibt es den großen Hannoveraner nicht mehr. Am ehesten kommt dem wohl Christian Schulz nach, der allerdings so viel Glamour und Glanz verbreitet wie ein unausgewaschenes, leeres Senfglas. Natürlich, es gibt auch Ya Konan, Abdellaoue und Emanuel Pogatetz. Aber erstens: die hat sich der Schmadtke doch aus den Ritzen seiner Autositze gepuhlt. Wo auch immer er die hervorgezaubert hat, dass die woanders als in Hannover funktionieren, glaubt man erst, wenn man es sieht. Bis dahin stehen sie akut unter <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benny_Lauth">Benny Lauth</a>-Verdacht. Der kann außerhalb von München keinen Wackerstein von einem Ball unterscheiden. Dass das Abdellaoue oder Pogatetz außerhalb von Hannover anders gehen wird, ist bisher nur ein Gerücht.</p><p>Wenn es in Hannover nicht diese seltsame Querele Schmadtke versus Slomka gäbe, man würde völlig vergessen, dass es Hannover überhaupt gibt. Hin und wieder schaut man auf die Tabelle und wundert sich, wer da auf der drei herumlungert, vergisst das aber nach einigen Sekunden des Erstaunens sofort wieder.</p><p>Glücklicherweise.</p><p>&#8212;</p><p>Alldieweil, in Lecce, mein Tor des Monats:<br
/> <iframe
title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/R-VdHWxW2og" frameborder="0" allowFullScreen></iframe></p><p>&#8212;</p><p>Ich suche jetzt schon seit Tagen eine angemesse Hoffmann-Beschimpfung. Solang ich sie noch nicht gefunden habe, empfehle ich diese fantastische Karte über die den Fanflickenteppich in London:</p><blockquote><p><a
href="http://bigthink.com/ideas/26493">Fandom is a bit more complicated than mere tribalism, though. Which team you support is the result of an intricate compound of ancestral, regional, social, and sometimes even religious loyalties. And, of course, personal choice. However, this map of London seems to indicate that geography is a major factor in fan loyalty. It shows the clear geographical slant of football (2) fandom in the British capital: the centres of gravity for each ‘fanland’ tend to be around the home grounds of each team.</a></p></blockquote> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/01/23/bundesliga-19/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>25</slash:comments> </item> <item><title>Bundesliga 18</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/01/16/bundesliga-18/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/01/16/bundesliga-18/#comments</comments> <pubDate>Sun, 16 Jan 2011 16:23:51 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=42353</guid> <description><![CDATA[<p>Nuri Sahin steht verlegen vor der ARD-Kamera, denn Beckmann hat Fragen. Wie ein frisch gewaschener Wombat schaut er in die Kamera und grinst. Dass der überhaupt in der Lage ist, einen Zweikampf zu führen, geschweige denn zu gewinnen, meistens zu gewinnen, ist kaum zu glauben. Beckmann ist dementsprechend aufgeregt und fragt (ungefähr), ob denn nun er, Sahin, heute morgen mit einem Lächeln auf den Lippen aufgestanden wäre, das wohl was mit der Meisterschaft zu tun hat, irgendwie, aber direkt wollte er die Frage nicht stellen, stattdessen sagt er fortwährend Sahins Namen in einer Betonung, wie man sie zuvor noch von niemandem gehört hat, er betont den Namen auf der letzten Silbe, er ist ganz schön stolz, dass er das so gut kann. Sahin schaut mit dem gebotenen Desinteresse links und rechts an der Kamera vorbei, wenn die Frage vorbei ist, zögert er kurz und antwortet gelangweilt, was Beckmann langweiliges wissen wollte. Da weiß man wieder, dass er das kann: den anderen auflaufen lassen. Wer das Interview während der Sportschau nicht gesehen hat, der kann <a
href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=6256986">sie immerhin hören</a> und dem sei gesagt: es hatte was <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=lM9i-8j45xg">brandeskes</a>. Andere Frisur, aber sonst.</p><p>Diese Abgeklärtheit, diese Coolness und gleichzeitig auch die damit einhergehende Respektlosigkeit, das ist es, was Dortmund momentan auszeichnet. So ist das, wenns läuft. Wenns läuft, dann läufts, da helfen keine Windeln.</p><p>Nichtsdestotrotz bin ich einigermaßen verwundert über die Lobeshymnen angesichts des Spiels: denn es sah eben nicht alles &#8222;ganz leicht aus&#8220; (Daniel Theweleit, <a
href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,739692,00.html">SpOn</a>), Dortmund spielte nicht wie das &#8222;Maß aller Dinge&#8220; (Kicker), das war vielmehr ziemlich eng.</p><p>Was den Auschlag gab, war zweierlei: erstens, als Voraussetzung, das Spielsystem. Im Mittelfeld waren die Räume viel zu eng, es ging zu wie bei berliner Kaufhauseröffnungen, und immer stand ein Dortmunder mehr mit auf der Rolltreppe. Gerade Sidney Sam, der bisweilen ein paar Grashalme braucht, um sich mal drehen zu können, war komplett zugeparkt. Dass es mit den schnellen, überraschenden Pässen in die Spitze nicht geklappt hat, mag auch an den Bender-Zwillingen gelegen haben: die habens nicht so mit den sauberen Bällen, das scheint genetisch nicht veranlagt zu sein.</p><p>Das hätte bestimmt nicht gereicht, wenn nicht Manuel Friedrich ein Einsehen gehabt hätte. Mit seltenem Großmut und großväterlicher Nachsicht schenkte er Klopps Jürgen zwei Mal einen Freudentanz, der ihn zum idealen Werbeträger für die Wii Fit machen dürfte. Erst verbaselt er einen Dortmunder Einwurf, dann steht er Kilometer weit neben sich, zwei Tore, Klappe zu. Großkreutz legt in einem Reflex den Finger an die Lippen, man weiß nicht, wen er zum Schweigen bringen will: vielleicht Beckmann.</p><p>Heynckes aber, der Vidal auf der Bank gelassen hat, das System umgestellt und sich im offensiven des kompletten kreativen Potentials beraubt hat, der dürfte sich jetzt in den Arsch beißen. Oder Vidal wird ihm in den Arsch beißen. Keine Meisterschaft für Leverkusen, dafür sah die Bayer-Defensive mal wieder aus wie das Meisterschaf.</p><p>Klar wars das jetzt, wenn nicht Himmel und Erde zusammenstürzen, mit dem Titel für Dortmund. Statt das jetzt Woche und Woche wieder aufzuschreiben, wünsche ich mir, dass Sportberichte nicht vom Ergebnis her geschrieben werden. Okay, wenigstens: nicht nur.</p><p>&#8212;</p><p>Alldieweil, in Spanien:</p><p><object
width="500" height="390"><param
name="movie" value="http://www.youtube.com/v/vGK8-5-hBnU&#038;hl=de_DE&#038;feature=player_embedded&#038;version=3"></param><param
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href="http://www.101greatgoals.com/">via</a>]</p><p>&#8212;</p><p>Momentan &#8211; ich weiß nicht recht, wie lange noch &#8211; läuft beim Trainer drüben die Wahl zum <a
href="http://www.trainer-baade.de/?p=8195">Sportblogbeitrag des Jahres</a>. Es sind ein Haufen schöner Beiträge, zum Beispiel über <a
href="http://kid-klappergass.blogspot.com/2010/03/die-droge.html">Drogen</a>, <a
href="http://www.trainer-baade.de/?p=4840">Sekten</a> und <a
href="http://www.racingblog.de/2010/03/17/formel-eins-die-sache-mit-dem-ueberholen/">Autos</a>. Umso stolzer bin ich, dass <a
href="http://textilvergehen.de/2010/08/06/pavel-kuka/">mein Pavel Kuka</a> es auch reingeschafft hat. Wer sich einen kurzen Überblick verschaffen will, kann das bei der <a
href="http://www.spox.com/de/community/blogschau/1101/1201-gesucht-der-lionel-messi-der-sportblogospaere-bester-sportblogbeitrag-des-jahres-myspox-jubilaeum-10000-blogs-bei-spox.html">Spox-Blogschau</a> tun. Geht hin und wählet euren Favoriten!</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/01/16/bundesliga-18/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>12</slash:comments> </item> <item><title>Bundesliga-Rückrunde &#8211; Das wars, so isses, so hättes sein können</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/01/07/bundesliga-ruckrunde-das-wars-so-isses-so-hattes-sein-konnen/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/01/07/bundesliga-ruckrunde-das-wars-so-isses-so-hattes-sein-konnen/#comments</comments> <pubDate>Fri, 07 Jan 2011 14:33:31 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=41811</guid> <description><![CDATA[<p><div
class="labeledImage alignleft"><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/01/3681135139_5deb80f841.jpg" /><p><a
class="license-cc" href="http://www.flickr.com/photos/sadikot/3681135139/"><span
class="text">sadicot</span></a></p></div><br
/> Vor der Saison habe ich, ich erinnere mich ungern daran, <a
href="http://www.spreeblick.com/2010/08/17/bundesliga-vorschau-1011/">die Abschlusstabelle getippt</a>: jetzt ist die Zeit der halben Wahrheit. Ungefähr nichts von dem, was ich prognostizierte, stimmt, aber das macht nichts, denn jetzt ist Zeit für ein paar Korrekturen.</p><p><small>Die vorgestellten Zitate stammen allesamt aus dem Vorschau-Artikel. Mit sechs der 18 Abrisse kann ich mich noch einigermaßen sehen lassen, dass ich den Rest hier so öffentlich vorzeige, fällt laut meines Therapeuten unter Masochismus. HSV-Fans werden mich verstehen.</small></p><p><strong>Borussia Dortmund</strong></p><blockquote><p>Dortmund spielt anachronistischen Fussball mit anachronistischen Typen.</p></blockquote><p>Es fehlt unglücklicherweise die Fußnote hinter &#8216;Typen&#8217;, da müsste noch stehen: Außer Hummels. Außer Subotic. Außer Piszczek. Außer Schmelzer. Außer Sahin. Außer Götze. Außer Blaszczykowski. Außer Kagawa. Außer Barrios. Außer Lewandowski.</p><p>Aber ansonsten hatte ich völlig recht.</p><p><strong>Mainz 05</strong></p><blockquote><p>Das wird eine gute Saison zur Konsolidierung, das untere Drittel ist so schwach wie seit Jahren nicht mehr.</p></blockquote><p>Nur, dass Mainz das untere Drittel weniger interessiert hat. Die Artikel über Mainz klangen allesamt so, als hätten die Autoren bei der Bravo hospitiert und erinnerten sich jetzt dieser bisher erfolgreich verdrängten Zeit. &#8222;Die Mainzer Boygroup stürmt die Charts&#8220;, war allerorten zu lesen, und man fragte sich, wann Thomas Gottschalk die Mannschaft zu <em>Wetten, Dass&#8230;?</em> einladen würde. Aber weil Mainz sich da oben nicht halten wird und beim ZDF inzwischen eine panische Angst vor Abstürzen herrscht, wird das so schnell nicht passieren.</p><p><strong>Bayer Leverkusen</strong></p><blockquote><p>Das Gegenteil der Ludolfs: attraktiv, aber nicht über die Maßen erfolgreich, und letzte Saison mit spärlich ausgestattetem Ersatzteillager.</p></blockquote><p>Zwei Spieler können das ändern: Sidney Sam und Arturo Vidal. Der Schöne und das Biest. Arturo Vidal haftet immer noch das Image eines Kneipenschlägers an, nicht völlig zu Unrecht, wenn der an einem Anti-Atom-Protest teilnehmen würde, man kann davon ausgehen, der Castor käme nie ans Ziel. Vermutlich der beste Spielzerstörer der Bundesliga. Wenn sich jetzt in der Innenverteidigung nicht fortwährend schmalkaldengroße Löcher aufgetan hätten, wer weiß: vielleicht hätten wir einen zweiten ernsthaften Titelanwärter.</p><p><strong>Hannover 96</strong></p><blockquote><p>Der Kader ist inzwischen so dünn wie Schmadtkes Haarpracht, im Sturmzentrum werden wir wieder häufiger Mike Hanke sehen, der eine Institution ist und so unbeweglich wie das Finanzamt.</p></blockquote><p>&#8222;Der unfassbare Ya Konan&#8220;, das klingt wie ein neuer Superheld. Slomka hat schon das entsprechende Comic gescripted, aber Schmadtke findet den Plot scheiße.</p><p><strong>Bayern München</strong></p><blockquote><p>Prognose: Erster.</p></blockquote><p>Jaha. Irren macht Spaß.</p><p><strong>SC Freiburg</strong></p><blockquote><p>Die Freiburger hatten die hervorragende Idee, ihren besten Stürmer zu verscherbeln, ohne Ersatz zu kaufen.</p></blockquote><p>Wer konnte ahnen, dass ein kleines tanzendes Wiesel zu einem der besten Stürmer der Bundesliga aufsteigt? Die maßlose Eleganz, mit der Cissé über den Platz eiert, ist von einer so zarten Poesie, dass Durs Grünbein, sollte er sich je zu einem Freiburg-Spiel verirren, schamvoll für Wochen den Stift zur Seite legen würde.</p><p><strong>Eintracht Frankfurt</strong></p><blockquote><p>Eintracht Frankfurt, die Doppelhaushälfte unter den Bundesligaclubs. Irgendwo zwischen Speckgürtel und Unterschichtenbehausung.</p></blockquote><p>Frankfurt spielt anachronistischen Fussball mit anachronistischen Typen.</p><p><strong>1899 Hoffenheim</strong></p><blockquote><p>Wenn Hoffenheim könnte, wie es könnte, wär Fußball nicht, was es ist.</p></blockquote><p>Oder aber: Hätte Ragnick gekonnt, wie er gewollt hätte, wäre Hoffenheim ein Fussballclub und kein <a
href="http://www.indirekter-freistoss.de/2011/01/03/prost-neujahr/">Investitionsprojekt</a>.</p><p><strong>Hamburger SV</strong></p><blockquote><p>Prognose: Achter.</p></blockquote><p>Wenn Hamburg könnte, wie es könnte, wär Fußball nicht, was es ist. Andererseits: Eines der letzten Mysterien der Liga ist die Frage, wie Armin Veh aussehen mag, wenn er sich mal freut.</p><p><strong>FC Schalke 04</strong></p><blockquote><p>Metzelder, Matip und Höwedes, Escudero und Uchida, das klingt so stabil wie ein Strategiepapier der FDP zur Bekämpfung der Weltwirtschaftskrise.</p></blockquote><p>Hell yeah.</p><p><strong>1. FC Nürnberg</strong></p><blockquote><p>Das wird harte Arbeit.</p></blockquote><p>Das wird eine gute Saison zur Konsolidierung, das untere Drittel ist so schwach wie seit Jahren nicht mehr.</p><p><strong>1. FC Kaiserslautern</strong></p><blockquote><p>Aus Kaiserslautern kommen nur besoffene GIs und Kanalisationsdeckel, und genau so spielt der FCK auch. Es wird sich noch als Bombenidee herausstellen, statt einem gleich drei Jendrisek-Ersätze eingekauft zu haben.</p></blockquote><p>Ich werde diese Schallplatte nicht kaufen, sie ist zerkratzt.</p><p><small>Hat jemand eine Decke, unter der ich mich verstecken kann?</small></p><p><strong>VfL Wolfsburg</strong></p><blockquote><p>Dieter Hoeneß. Mögen sie absteigen in die Bedeutungslosigkeit.</p></blockquote><p>Wenn Dzeko demnächst nach Madrid oder London oder Italien geht: wer soll denn dann in Wolfsburg bitteschön noch Fussball spielen? Immerhin: angesichts der bisherigen Leistungen hat <a
href="http://www.focus.de/sport/fussball/wm-2010/news/der-nike-fluch-schreib-die-zukunft-ab_aid_525320.html">Nike angekündigt</a>, neuer Trikotsponsor werden zu wollen.</p><p><strong>Werder Bremen</strong></p><blockquote><p>Bremen schießt traditionell häufiger aufs Tor als alle Absteiger zusammen, aber: Trefferquote Kategorie Dart nach sieben Futschi. Vom neuen Ball hört man, er hieße deswegen ‘Torfabrik’, weil der „immer reingeht, egal, wie schlecht der Stürmer zielt“ (Arnd Zeigler) und ‘Umwucht’ zu sehr an Rainer Calmund erinnerte. Bremen hat mit Rosenberg und Hugo Almeida zwei ausgewiesene Könner dieses Fachs im Kader, da kann nicht mehr viel schiefgehen.</p></blockquote><p>Dass Arautovic und Hunt hinter den Erwartungen zurückbleiben würden, war fast zu erwarten gewesen: wie sehr sie hinter den Erwartungen zurückbleiben, davon ist man dann doch ein wenig überrascht. Ganz Westerwelle, haben sie keine Gelegenheit ausgelassen, sich zu blamieren, weswegen der mimikschwächste Spieler der Liga, Frings&#8217; Torsten, in den Interviews seinen Mundwinkel inzwischen etwas merkeleskes gibt. Thomas Schaaf kann sich noch nicht mal die Haare raufen, er ist durchaus zu bedauern.</p><p><strong>FC St. Pauli</strong></p><blockquote><p>Prognose: Sechzehnter.</p></blockquote><p>Verebbern. Das kommt etymologisch entweder von verebben oder veräppeln, ganz sicher aber von Ebbers. Denn St. Pauli hat ein Prokrastinationsproblem: sie kriegen nichts zu Ende. Satte <a
href="http://www.wahretabelle.de/wahretabelle/chancentod.php">fünf Chancen brauchen sie für ein Tor</a>, ein Wert, den selbst Fredi Bobic als suboptimal bezeichnen würde.</p><p><strong>1. FC Köln</strong></p><blockquote><p>Prognose: Dreizehnter.</p></blockquote><p>Ein Gutes hat die verheerende Tabellensituation für Köln: Meier ist weg. Novakovic leider nicht, der diese Saison so nutzlos ist wie ein Fahrrad bei Paris-Dakhar. So bocklos wie der kickt, mich wundert, das Rüttgers den nicht längst zum Schneeräumen zwangsverpflichten wollte. Achso, den Rüttgers gibts ja auch nicht mehr. Macht immerhin zwei gute Nachrichten für dieses Jahr.</p><p>Was es sonst noch zu sagen gibt, <a
href="http://www.volk-ohne-raumdeckung.de/index.php/2011/01/04/wenn-der-postmann-nicht-mehr-klungelt/">sagt Rob Alef</a>.</p><p><strong>VfB Stuttgart</strong></p><blockquote><p>Die bipolare Störung zeigt sich bei den Betroffenen durch episodische, willentlich nicht kontrollierbare und extreme Auslenkungen des Antriebs, der Aktivität und der Stimmung, die weit außerhalb des Normalniveaus schwanken.</p></blockquote><p>Was wird sich Bobic wohl gedacht haben, als er Gross entließ und Labbadia holte? „Die Mannschaft versteht offensichtlich nichts von Spielphilosophie, also holen wir halt einen Trainer, der keine hat“?</p><p><strong>Borussia Mönchengladbach</strong></p><blockquote><p>Das Niemandsland der Bundesliga, für Gladbach-Fans ist es ein Paradies.</p></blockquote><p>Mike Hanke hat diese Saison alle 48 Minuten ein Tor gemacht. Gut, er hat auch nur 140 Minuten gespielt, aber trotzdem: das überdurchschnittlich. Es mag Glück sein, aber auf etwas anderes kann Gladbach sich kaum verlassen in der Rückrunde. Glück und Kampfgeist, wer kommt einem da eher in den Sinn als Mike Hanke. Immerhin fällt der nicht nach einem Gegentor in sich zusammen wie ein zu früh aus dem Warmen geholtes Soufflé.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/01/07/bundesliga-ruckrunde-das-wars-so-isses-so-hattes-sein-konnen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>9</slash:comments> </item> <item><title>Bundesliga 17</title><link>http://www.spreeblick.com/2010/12/19/bundesliga-17/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2010/12/19/bundesliga-17/#comments</comments> <pubDate>Sun, 19 Dec 2010 18:20:27 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=41404</guid> <description><![CDATA[<p>Hells Bells auf St. Pauli, der Aufsteiger hat es läuten hören. Zum ersten Mal seit langem wollen sie mal wieder mitspielen, schön spielen, mit dem Fußball, der sie hat aufsteigen lassen. Ablaufen statt abgrätschen, riskante Pässe in die Spitze statt hoch in den Rückraum, vielleicht sogar ausnahmsweise den ein oder anderen Angriff konsequent über eine Seite auszuspielen. Aber zwei Probleme: der Rasen hatte Akne. Und Mainz.</p><p>Mainz spielte es schnell und steil nach vorne, wo Szalai stand und ein Wort aus meinem Unterbewusstsein hervorzauberte, das ich längst verdrängt zu haben glaubte: er peste herum. St. Pauli vertendelte jeden Ball im Aufbau, es passten Lastwägen zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Manchmal hatte man den Eindruck, einen Strandbuggy bei Paris-Dakhar zu erleben: jede Bodenwelle war eine zuviel, und sobald St. Pauli Gas geben wollte, lag einer am Boden.</p><p>Im Grunde war das Spiel nach einer halben Stunde durch: Zwei Mal hatte sich Mainz durch die etwas unbedarft und reglos staunenden Verteidiger gespielt, zwei Mal stand am Ende der Kette André Schürrle, zweinull. Dann schenkte Soto dem Gastgeber einen Elfmeter zu Weihnachten, Lehmann ließ sich nicht lange bitten: Anschluss. Ein Hauch von Spannung lag über den Landungsbrücken, dann kam ein Ball aus dem Halbfeld angesegelt, Oczipka begleitete Szalai wie ein Mops seine Dame auf dem Abendspaziergang, aber der ließ sich nicht irritieren und legte den Ball gefühlvoll ins lange Eck. Damit war das Spiel verfrühstückt, und St. Pauli kann sich in aller Ruhe auf nächstes Jahr vorbereiten.</p><p>Das wird wohl heißen, Standards zu trainieren.</p><p>&#8212;</p><p>Mein Favorit für das Tor des Jahres:</p><p><object
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href="http://www.youtube.com/watch?v=8bwtg5qjoMY">der Robben hier&#8230;</a>)</p><p>&#8212;</p><p>Die Sportbild ist mit Sicherheit eines der am wenigsten ernstzunehmenden Sammelbecken der an wenig ernstzunehmenden Fernseh- und Boulevardjournalisten eben nicht armen Sportpresselandschaften (<a
href="http://twitpic.com/35co70">siehe, z.B.</a>). Aber: 479.058 verkaufte Exemplare pro Woche, auflagenstärkste Zeitung in Europa. Ein Glück, dass es Sidan gibt, der einem das wichtigste in Kürze mitteilt, zum Beispiel:</p><blockquote><p>Wann immer der FC Bayern in Sport Bild vorkommt, wird die Berichterstattung hauptsächlich von drei wiederkehrenden Motiven bestimmt:<br
/> a. der FC Bayern hat es drauf.<br
/> b. Vor allem hat es die Führungsetage des FC Bayern drauf.<br
/> c. Lous Van Gaal dagegen hat es nicht so drauf.<br
/> (&#8230;)</p><p>b: “Die Vorstands-Bosse haben das bei Bayern viel zitierte Heft des Handelns wieder in die Hand genommen”, “die Führung kauft den Kader ein, der Trainer darf daraus ein Team machen”, die vom Vorstand geholten Spieler Timoschtschuk und Gomez sind inzwischen Stammspieler, also darf sich “Präsident Hoeneß bestätigt fühlen”.</p></blockquote> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2010/12/19/bundesliga-17/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>Bundesliga 16</title><link>http://www.spreeblick.com/2010/12/12/bundesliga-16/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2010/12/12/bundesliga-16/#comments</comments> <pubDate>Sun, 12 Dec 2010 18:33:40 +0000</pubDate> <dc:creator>Frédéric Valin</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=40956</guid> <description><![CDATA[<p>&#8222;Nächstes Jahr&#8220;, raunen nach jeder Saison befreundete HSV-Fans, &#8222;nächstes Jahr&#8220;. Und je später der Abend und je tiefer das Glas, desto mehr fallen sie zurück in ihren Dialekt: desto mehr hört sich ihr Mantra an wie ein poesches Nevermore. Letztes Jahr Platz sieben, vorletztes Jahr Fünfter, davor Platz vier, wieder Platz sieben: was nach Konstanz klingt, macht den Hamburgern einen grimmigeren Gesichtsausdruck als der Wind, der sich gerade durch die Grindelhochhäuser zerrt. Aktuell Platz neun.</p><p>Mit der Trantütigkeit und der Schnarchnasigkeit einer alten Tante kickt sich der HSV gerade durch die Saison. Allein das Gegentor gegen Freiburg: der Ball war länger in der Luft als die Apollo 13, und trotzdem fühlte sich niemand in der Defensive verantwortlich, den möglichen Aufschlagsort zu berechnen. Als Cissé den Ball gegen beide Pfosten hämmerte und der dann unbeschwert in den Fünfer zurückkullerte, beweisen Demel und Westermann eine Geistesgegenwart, die anderswo nicht einmal zu einer Einwechslung ins Entmüdungsbecken reicht.</p><p>Gegen Leverkusen das gleiche Bild. Wie Hamburg auf den Außen verteidigte, glich einer unterlassenen Hilfeleistung. Zu langsam, zu pomadig, das reicht vielleicht für einen Bingoabend im Altersheim: bei einem gefühlten Altersschnitt von knapp unter 30 in der Startelf nicht der abwegigste Ausweg. Andere Vereine schicken eine ähnliche alte Mannschaft höchstens zum Hallenmasters. Vermutlich der einzige Titel, bei dem der HSV sich Chancen ausrechnen darf die nächsten&#8230; Jahre.</p><p>&#8212;</p><p>Währenddessen, in Rumänien:</p><p><object
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href="http://www.trainer-baade.de/?p=7611">dass Trainer Baade für mich einspringt</a>, jener Trainer Baade übrigens, <a
href="http://www.psdisasters.com/2010/11/gq-bastian-schweinsteiger.html">der auch dieses beeindruckende Geschöpf namens Bastian Schweinsteiger aus dem Reich der Großkopferten entdeckte</a>.</p><blockquote><p>Bobic‘ Augenpartie erinnerte schwer an jene von Philipp Lahm im Interview nach dem 0:1 im WM-Halbfinale gegen Spanien, und so musste man beinahe fürchten, dass Bobic im nächsten Moment in Neuseeland in seinen eigenen Tränen ertrinken würde.</p></blockquote> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2010/12/12/bundesliga-16/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>14</slash:comments> </item> </channel> </rss>
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