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Archiv

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Helene Hegemann und Airen – Interview mit “Strobo”-Verleger Frank Maleu

Wie es im Titel steht: Es folgt ein Interview mit Frank Maleu vom SuKuLTuR-Verlag, in dem Airens „Strobo“ erschien. Über Hegemann, den Literaturbetrieb, und zwischendurch würde ich mich gerne aufregen, aber Frank Maleu will und will nicht mitmachen. Nach dem Klick.

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Kirsten Fuchs zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick

Es ist nicht sehr schwer, lobende Worte für (die hier bereits mehrfach erwähnte) Kirsten Fuchs zu finden: Man hat sie schon die „Königin der Berliner Lesebühnen“ genannt, und ihr zu Ehren ist einer der lustigsten Sätze in einer FAZ-Rezension gedruckt worden: „“Jeder Satz knallt und bumst und brennt,“ schreibt da Martin Halter, und ihr Debüt ‘Die Titanic und Herr Berg‘, um das es geht, sei „ein extravagantes Gemisch aus unverblümter Drastik, trockenem Witz und rasender Zärtlichkeit.“
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Sarah Schmidt und Frédéric Valin zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick


Dass Sarah Schmidt Humor hat, daran kann kein Zweifel bestehen: denn Sarah Schmidt ist Hertha-Fan. Es ist ausgeschlossen, ohne Humor und Selbstironie, also vollen Ernstes Fan von Hertha BSC zu sein, ein Verein, der sich schon seit Jahren bemüht, dem Olympiastadion eine Existenzberechtigung zu verschaffen und dazu jedes Wochenende ein paar Hanseln in Matrosenanzügen versammelt, um in einer Art Happening so viel Rasen kaputtzutreten wie irgend geht.

Hertha-Fan, das ist ein mathematischer Nachweis von Humor.
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J. D. Salinger ist tot

Jerome David Salinger, Autor von The Catcher in the Rye (erschienen 1951, deutscher Titel: Der Fänger im Roggen), ist gestern im Alter von 91 Jahren verstorben.

Die FAZ hat einen Überblick über Leben und Werk, der Guardian beglückwünschte Salinger vor einem Jahr zu seinem 90. Geburtstag und bei dragstripgirl gibt es einen persönlichen Nachruf.

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Moby Dick, Seite für Seite für Seite illustriert

Matt Kish illustriert Melvilles Klassiker – seitenweise.
Auf Seite 140 ist er inzwischen, etwa 900 weiter stehen ihm noch bevor, wenn er durchhält.
Auf seinem Blog erfährt man über Matt Kish, dass er gar kein Künstler sei und mit dem ambitionierten Projekt kein konkretes Ziel verfolge.
Die großartige grafische Umsetzung des Romans lässt mich aber zweifeln. Kein Künstler? All die Mühe für „nur so“?
Ich habe ihn gefragt – seine Antworten nach dem Klick.
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0

Jochen Reinecke und Anselm Neft zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick


Sie sind Delling und Netzer, sie sind Statler und Waldorf, die beiden Alten aus der Muppet Show. Ein Abend mit Anselm Neft und Jochen Reinecke hat etwas von einem sarkastischen Kurzfilmfestival; eleganter Zynismus wechselt mit höflicher Verachtung, die Welt als Freudenhaus, wenn man pleite ist, und insgesamt ist sie seltsam genug, die Welt, als dass man sich kaum mehr wundern darf, ohne gewöhnlich zu sein.

Jochen Reinecke liest „Geschichten, die möglicherweise lustig sein könnten“, was, wenn man ix glaubt, ein understatement erster Güte ist: „und ich bin mittlerweile bereit, jochen reinecke zum witzigsten menschen den ich kenne zu erklären — und das obwohl er aussieht wie ein jurastudent mit leichtem hang zur adipositas, frisch aus dem verbindungshaus.“ Kürzlich hat er Geister abschütteln veröffentlicht, ein Buch über eine Bahnfahrt, die… lange dauert. Sehr lange.

Anselm Neft wird nächstens ein Buch veröffentlichen voller kleiner Geschichten darüber, wie es ist, zwischen Kuhglockengeläut und Kirmesschiffsschaukeln aufzuwachsen, um dann in den Irrsinn entlassen zu werden, den eine Großstadt so mit sich bringt: Auftragskiller, Flaschensammler, Arbeitslosigkeit, Gott, die große Liebe. Die Lebern der anderen erscheint im Februar bei Ullstein.

Jochen Reinecke und Anselm Neft zu Gast bei Read on, my dear
27.01. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut

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Hermann Bräuer und René Hamann zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick

München in den Achtzigern, es ist die Zeit von Kiss, Mötley Crüe und Van Halen. Holzingers Andi hat die Haare schön und obendrein einen Bass bekommen, seinem kometenhaften Aufstieg als Rockstar in einer Hair-Metal-Band steht also nichts mehr im Weg. Unter Tonnen von Schminke und begleitet von funkensprühenden Pyroshows arbeit sich Llord Nakcor ganz nach vorne, bis hin zum Plattenvertrag, und als endgültig der Durchbruch winkt, kommen ein paar versiffte Gestalten mit Akkustikgitarren und übernehmen die musikalische Weltherrschaft. Sie heißen Nirvana, und sie beenden die ruhmreiche Ära des Hair-Metal, ein Einschnitt, an den sich die Friseurinnen-Innung noch heute tränenreich erinnert. Und Hermann Bräuer. Read on my dear…

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Paul Nolte: Religion und Bürgergesellschaft

Brauchen wir einen religionsfreundlichen Staat? Das ist die Frage, die Paul Nolte in seinem Buch stellt, und man muss kein Prophet sein, um zu wissen, was die meisten Spreeblick-Kommentatoren darauf antworten werden: Natürlich nicht. Persönlich bin ich mir da nicht so sicher: Deswegen folgt hier statt einer Besprechung von Noltes Band eine kleine Zusammenfassung seiner Argumente, warum Religion als Teil einer Bürgergesellschaft wichtig ist.

Nolte, um das vorwegzunehmen, spricht nicht vom religiösen Staat. Sondern von einem Staat, der mehr und mehr Terrain der Bürgergesellschaft abtritt. Die Bürgergesellschaft ist der gesellschaftliche Bereich zwischen Staat, Markt und isoliertem Individuum, in dem engagierte Freiwillige öffentliches Leben gestalten. Das geht von Parteien über NGOs wie Amnesty bis hin zur freiwilligen Feuerwehr. Und eben auch die Kirchen und Religionsgemeinschaften.

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1

Thilo Bock und Matthias Oborski zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick

Thilo Bock ist ein wahres Bühnenphänomen, eine Rampensau, nein: Rampenwildsau. Niemand kann so schön Lieder schlecht vorsingen wie er, niemand fuchtelt so mit den Armen, er ist der Rock’n'Roll der Lesebühnenprotagonisten Berlins. Das gilt auch für seine Texte, beispielsweise für seinen letztes Jahr erschienenen Erstling„Die geladene Knarre des Andreas Baader“: Da geht es, wie häufig in Thilo Bocks Geschichten, um Menschen beiderlei Geschlechts, die miteinander in Schwierigkeiten leben. Um Beziehungen, die kaum stattfinden, vergebliche Mühen und den ganzen anderen Kram, den der Herrgott uns mit der bescheuerten Zweigeschlechtigkeit eingebrockt hat.

Matthias Oborski ist Blogleseveteranen sicherlich ein Begriff: früher auf Fooligan, ntropie und d-frag aktiv, hat er sich irgendwann von der ganzen Internetschreiberei zurückgezogen; plant inzwischen aber Gerüchten zufolge ein Comeback. In seinen Texten geht es um Pop, Kommerz und die Mythen der Moderne, die so altbacken ist wie die Reklametafeln eines Tante Emma-Ladens. Skeptiker aus Überzeugung, Pessimist aus Erfahrung, ist in seinen Texten Ironie nicht nur eine Frage des Stils, sondern des Überlebens.

Thilo Bock und Matthias Oborski zu Gast bei Read on, my dear – Die Lesebühne mit Spreeblick
13.01. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut

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Deutschlehrer, ihr hättet Bushido verhindern können

Das hat mir der ältere Sohn gerade empfohlen. Wirklich.

3

Uli Hannemann zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick


Mit „Neulich in Neukölln“ hat Uli Hannemann das Standardwerk zum neuen In-Bezirk verfasst, lange bevor es ein In-Bezirk wurde; mit „Neulich im Taxi“ hat er das gleiche mit dem Berliner Nachtleben und all seinen Licht- und vor allem Dunkelgestalten getan. Die Titelfindung des Nachfolgebandes hat übrigens nach seinen Angaben „Wochen, wenn nicht Jahre“ in Anspruch genommen.

Hannemanns Erzähluniversum ist bevölkert von absurden Gestalten, seltsamen Situationen und kleinen Momenten skuriller Peinlichkeiten. Dabei sind seine Geschichten zwar immer skurril, aber auch liebenswert; immer ein wenig melancholisch, aber pointiert; ein wenig abwegig zwar, aber durch und durch nachvollziehbar, beinah beiläufig erzählt. Und vor allem: sehr, sehr komisch.

Und sehr berlinerisch.

„Unprätentiösen Charme versprühen auch Hannemanns Neukölln-Miniaturen, in denen er die sattsam bekannten Vorurteile über den Bezirk so weit ins Groteske steigert, bis sie in ihrer Schrulligkeit schon wieder liebenswert wirken.“ (Jens Mühling, Der Tagesspiegel)

Uli Hannemann zu Gast bei Read on, my dear – Die Lesebühne mit Spreeblick
06.01. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut

21

Jean-Louis Fournier: Wo fahren wir hin, Papa?

Jean-Louis Fournier hat zwei Söhne, Thomas und Matthieu, aber normalerweise spricht er nicht über sie. Nicht besonders gern jedenfalls. Denn sie sind behindert. Sie sind schwachsinnig und unansehnlich. „Ihr habt Stroh im Kopf“, schreibt Fournier ihnen, und es klingt nicht liebevoll. Nichts in diesem Buch klingt liebevoll. Zynisch manchmal, ja. Verzweifelt, das auch. Selten aufgesetzt, häufiger überheblich. Und weinerlich und selbstmitleidig.

Das Buch hat eine breite Debatte in Frankreich darüber ausgelöst, ob man so über behinderte Kinder schreiben darf, selbst wenn es die eigenen sind.

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4

Videos und Fotos zur Ausdruck-Lesung


Das fantastische (unter vielem anderen) an Lesungen, die im weitesten Sinn mit Blogs zu tun haben, ist, dass sie so gut dokumentiert werden. Von der Ausdruck-Lesung vergangene Woche zum Beispiel hat Philip zwei Videos gemacht. Und bei Christoph sind alle Lesenden porträtiert. Toll. Toll!

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2

Katharina Greve: Ein Mann geht an die Decke

Franz Fink ist Fahrstuhlführer im Berliner Fernsehturm, wo er eines Tages sein Gleichgewicht verliert und viele Erkenntnisse gewinnt. Was seine Frau Inge dazu sagt und wie es sich ohne Oben und Unten lebt, das erzählt Katharina Greve, die u.a. auch Electrocomics zeichnet, in ihrem mit feinstem Strich gezeichneten Comic-Roman „Ein Mann geht an die Decke“.

Keineswegs nur für Comic-Fans ein Genuss, sondern auch ein prima Geschenk für diejenigen, die gerne ein Stück Berlin vergeben würden, vor den alltäglichen Mitbringseln jedoch zurückschrecken.

Das Buch kann im regulären Buchhandel, beim ohnehin hervorragend bestückten Berliner Comicladen Modern Graphics und natürlich auch bei amazon (Partnerlink) bestellt und gekauft werden.

6

Transit Teheran – Pop, Kunst, Politik, Religion. Junges Leben im Iran.

Blicke von außen, Beurteilungen, Bewertungen, Abschätzungen, Verdächtigungen, von all dem gibt es viel zum Thema Iran. Seit Bush den Iran zum Mitglied der Achse des Bösen ernannte, fühlt sich schlechterdings jeder dazu berufen, seinen ganz persönlichen Iran-Eindruck kundzutun. Was auf der Strecke bleibt, sind authentische Stimmen.

Transit Teheran ist deswegen ein seltenes und wertvolles Zeitzeugnis. In dem Band kommen Iraner und Iranerinnen zu Wort, die häufig in Opposition zum Regime und zur offiziellen Doktrin stehen, aber meistens nach wie vor dort leben und arbeiten. Journalisten, Schriftsteller, Karrikaturisten, Maler und Fotografen geben einen vielschichtigen, schillernden Eindruck der iranischen Lebenswirklichkeit, der gerade wegen seiner Komplexität nachvollziehbarer ist als die übliche Dämonisierung.

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14

“Ausdruck” zu Gast bei Read on, my dear – Der Lesebühne mit Spreeblick

Seit Tagen* erzähle ich Christoph von meinem Wunsch, alle die Autoren aus seinem „Ausdruck – Ausgewählte Beiträge der deutschen Blogosphäre“ zusammenzutrommeln und eine Lesung zu organisieren. Ich so: „Das wird bestimmt sehr schön und lustig!“ Und er so: „Jaja“. Und ich so: „Soll ich mal alle Beteiligten fragen?“ Und er so: „Jaja.“

Und ich so in der Rundmail: „Wie wärs mit einer Ausdruck-Lesung?“ Und alle so im Mailverteiler: „Ja, klar!“

Und so kam es, dass wir den „Read on, my dear“-Jahresabschluss mit lauter Blogtexten fast der gesamten Berlin-Fraktion des Heftes, also namentlich von und mit Johnny Haeusler, Markus Herrmann, S, Stephie, Marcel Winatschek und Max Winde, bestreiten werden.

Das Heft hat übrigens reißend Absatz gefunden und ist inzwischen ausverkauft. Aaaaaaber: Am Mittwoch gibts noch fünf Exemplare zu erstehen. Das wird also eine Release- und Ausverkaufsparty in einem.

„Ausdruck“ zu Gast bei Read on, my dear – Die Lesebühne mit Spreeblick
mit Johnny Haeusler, Markus Herrmann, S, Stephie, Marcel Winatschek und Max Winde
16.12. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut

„Seit Tagen“ stimmt streng genommen nicht, musste aber sein, wegen der Form.

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Guy Delisle: Aufzeichnungen aus Birma

Guy Delisle hat ein Jahr in Birma verbracht. Seine Frau hat dort für Ärzte ohne Grenzen gearbeitet, und deswegen sind sie zu dritt mit Kleinkind in eine der repressivsten Diktaturen der Welt gefahren. Davon erzählt sein neuer Comicband „Aufzeichnungen aus Birma“, und um es vorweg zu sagen: das könnte das beste Buch sein, das ich dieses Jahr in Händen gehalten habe.

Birma ist ein gebeuteltes Land, und das nicht erst seit dem Zyklon oder den Aufständen der Mönche vor zwei Jahren. Seit 1962 in der Hand einer Militärjunta, sind alle demokratischen Bestrebungen in den letzten Jahrzehnten brutal niedergeschlagen worden. Birma (auch: Myanmar) gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, und insbesondere die zahlreichen ethnischen Minderheiten an den Rändern des Landes werden mit roher Gewalt kontrolliert.
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17

Petra Zeigler und Julian Gretschel zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick

Damals, irgendwann in den Zwanzigern, da war Berlin noch mondän und verrucht und wild und exotisch; inzwischen ist es ja eher hip und alternativ und angesagt. Die 20er kommen nicht wieder, aber ein wenig von deren Geist wird am nächsten Mittwoch durch die Yuma wehen, wenn Petra Zeigler aus ihrem Programm Le premier Metro [myspace] singt. Mondän: Von Serge Gainsbourg bis zu brasilianischen Balladen, von Jacques Brel bis zu argentinischen Tangos, von Léo Ferré bis zu italienischen Liedern wird Petra Zeigler mit ihrer rauchigen, tiefen Stimme so ziemlich alles singen, was Gänsehaut macht.
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12

“Filed under uncensored” – Lesung iranischer Blogs am 6.12.

Das Festival Happy Revolution. Views on iran. 30 years later lohnt insgesamt eines Besuchs: Zum Jahrestag der islamischen Revolution wird ein Blick auf die nachgeborenen Iraner geworfen; das Festival liefert „einen Querschnitt der Arbeiten junger iranischer KünstlerInnen“. In diesem Rahmen findet am 6.12. auch eine Blog-Lesung statt, um die ganze Bandbreite von Alltagsgeschichten bis zu politischen Artikeln auszuloten. „Mit dabei sind intellektuelle Literaten, wagemutige Menschenrechtlerinnen, melancholische Flaneure und Mädchen mit Liebeskummer, ebenso wie Bürger, die sich über städtebauliche Probleme auslassen und schwule Aktivisten,“ schrieb mir der Veranstalter. Die Texte werden präsentiert von Bov Bjerg, Ekkehard Knörer und Parka Lewis. Was die jüngsten Proteste anbelangt, wird die Journalistin und Medienwissenschaftlerin Yalda Zarbakhch einen Vortrag über Zustand der Blogbewegung und ihre Auswirkungen halten.

Filed under uncensored
06.12. 2009 17:00 Uhr
Ballhaus Naunynstraße, Naunynstr. 27
Eintritt frei

21

Der Taubenvergraemer und silenttiffy zu Gast bei Read on, my dear – Die Lesebühne mit Spreeblick

Anlass und Idee zu dieser Ausgabe unserer Lesung war die Veröffentlichung des Stijlroyal-Magazins zum Thema Heimat; ein Heft übrigens, das es an diesem Abend auch zu kaufen geben wird.

Silenttiffy alias Alexandra Tobor [Blog/ Twitter] schreibt einen „autobiografisch inspirierten Roman darüber, wie es ist, mit einem Migrationshintergrund als Klotapete in Deutschland aufzuwachsen.“ Wenn es nicht so abgedroschen klingen würde, würde ich sagen, dass ich an ihren Geschichten vor allem den charmanten, sehr verspielten Witz mag und ihren Sinn für kleine, absurde Details.

Am Taubenvergraemer Jan-Uwe Fitz [Blog/ Twitter] hingegen ist so gut wie nichts und deswegen alles liebenswert: eingesperrt in einem Universum voller Misanthropie und Selbsthass, ist für ihn der Begriff Mensch zum Synonym von Arschloch geworden. Nichts kommt seiner Vorstellung des Paradieses näher als ein Atomkrieg. Trotzdem hasst er die Menschen nicht, denn das ist ihm viel zu anstrengend; dazu fehlt ihm die Kraft. Ein Glück, dass er sich pro Woche ein oder zweimal aufraffen kann, um mit müder Stimme seine Plädoyers für mehr Totschlag von einer Bühne zu flüstern.

Mit etwas Glück werden wir außerdem Zeuge einer Vorpremiere: Nicolas Rocher singt ein oder zwei Stücke von Serge Gainsbourg, bevor es am sechsten Dezember im Babylon zur Uraufführung des „Interviews mit S.G.“ kommt. Und ich sitze zwischendrin und werde auch irgendwas vorlesen.

Alexandra Tobor, Jan-Uwe Fitz und Frédéric Valin zu Gast bei
Read on, my dear
02.12. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut

Dass silenttiffy und ich am Montag beim Vergraemer zu Gast sind, erklärt sich übrigens entweder gar nicht oder eben doch, aber ich weiß nicht so recht, wie und warum.