Der letzte linke Student denkt nach. Denn: er soll gelesen werden. Und zwar: in Neukölln. Nach Neukölln aber kommt er nicht mehr, denn: hier herrscht Gentrifizierung. Gentrifizierung, das heißt: Vertreibung der Armen. Und zwar: durch Aufwertung des Kiezes. Aufwertung des Kiezes aber: geschieht durch kulturelle Aktivität. Und so macht sich der letzte linke Student gemein mit der Gentrifizierung, denn: er trägt bei zur Kultur im Kiez.
Jedoch: die Botschaft. Die: muss unter die Leute. Der letzte linke Student jedenfalls: weiß Bescheid. Und Pflicht ist es: sein Wissen zu teilen. Denn nur so: wird die Revolution kommen. Bis dahin: muss man Verbündete werben. Und das geht: durch Lesungen. Und deswegen beschließt der letzte linke Student, am nächsten Mittwoch seine Weisheit zu teilen! Und auch wir sollten nicht zu Hause versauern, sondern hinausgehen in die Yumabar, um Erkentnis über uns kommen zu lassen.




Toni Mahoni ist ein Freund alter Schule.
Schönheit, persönliche Schönheit ist kein Wert an sich, sagt Posch. Schönheit ist kein festgefügter Begriff, mit „Schönheit“ lässt sich nichts konkretes verbinden. Schönheit ist der Antagonist zu Hässlichkeit, und beide Begriffe unterliegen dem sozialen Wandel. Rubens Modelle wären heute ein Fall für den Ernährungsberater, und während man heute Cindy Crawfords Schönheitsfleck rühmt, glaubte man in früherer Zeit, ein Leberfleck entstünde durch unerfüllte sexuelle Gelüste der Mutter während der Schwangerschaft.






Brauchen wir einen religionsfreundlichen Staat? Das ist die Frage, die Paul Nolte in seinem Buch stellt, und man muss kein Prophet sein, um zu wissen, was die meisten Spreeblick-Kommentatoren darauf antworten werden: Natürlich nicht. Persönlich bin ich mir da nicht so sicher: Deswegen folgt hier statt einer Besprechung von Noltes Band eine kleine Zusammenfassung seiner Argumente, warum Religion als Teil einer Bürgergesellschaft wichtig ist.

Jean-Louis Fournier hat zwei Söhne, Thomas und Matthieu, aber normalerweise spricht er nicht über sie. Nicht besonders gern jedenfalls. Denn sie sind behindert. Sie sind schwachsinnig und unansehnlich. „Ihr habt Stroh im Kopf“, schreibt Fournier ihnen, und es klingt nicht liebevoll. Nichts in diesem Buch klingt liebevoll. Zynisch manchmal, ja. Verzweifelt, das auch. Selten aufgesetzt, häufiger überheblich. Und weinerlich und selbstmitleidig.

