Diversifizierung, Sparte, Independent, undsoweiter undsoweiter - klingt nach Bullshit-Bingo für Leute mit Ringelpullovern. Fehlt noch Longtail, hiermit seis nachgetragen. Wie krieg ich jetzt den Bogen zu Tubuk? Genau: gar nicht. Jedenfalls ist Tubuk eine Plattform für Independent-Verlage, bedient hiermit eine Sparte und wirkt auf eine Diversifizierung des Buchmarktes hin. Die Verlage sind in der Mehrzahl tatsächlich toll, und weil Tubuk vom Geschäftsmodell her wie eine Buchhandlung funktioniert, kommt bei beiden mehr Geld an. Was gut ist. Ist ja bald Tag der Bücherverbrennung, also Gelegenheit genug, Bücher zu verschenken. Oder zum Muttertag.
Archiv
Mein Dämon ist ein Stubenhocker
Ich bin zu diesem Buch gedrängelt worden. „Aus dem Tagebuch eines Behinderten“ steht hinten drauf und ich denke an die Bulimie-Bekenner und Kranken, die sich selbst erfunden haben (sich und ihre Krankheit) bei Johannes Baptist Kerner. Leidenskultur, der neue alte Scheiß, zeig mir deine Wunden, dann zeige ich dir meine oder wir gründen eine Wundenausstellindustrie mit Buch, Lotion und Käppi zur Behinderung. Multiple Chemikalienunverträglichkeit jetzt auch mit energiesparender Leichenbittermiene. Read on, my dear…
Seitenwahl
War ja ein kurzer Sommer gewesen dieses Jahr. Jetzt ist dann schon bald wieder Weihnachten, man macht sichs gemütlich vor dem Kamin, trinkt heiße Schokolade oder Tee oder Grog und zählt Schneeflocken, bis man einschläft. Draußen toben die Polarbären, und der Wind faucht. So ist das. Jahreszeit für gute Bücher, auf jeden.
Interview mit Alban Nikolai Herbst
Alban Nikolai Herbst kann unter die Avantgarde der bloggenden Literaten gerechnet werden: Seit 2004 führt er sein Blog Die Dschungel. Anderswelt. Anders als beispielsweise Goetz in seinem Abfall für alle spielt er bewußt mit der Kommentarfunktion und schreibt, wie er sagt, daraus einen Roman, aber eben: in einer neuen Form. Parallel dazu reflektiert er die Entwicklung Der Dschungel in poetologischen Betrachtungen: Interview nach dem Klick. Read on, my dear…
Steve Martin und die Zeitmaschine
Schokolade gehört nicht in Ärsche, sonst würde man sie als Zäpfchen verkaufen.
Volker Strübing hat den Poetry-Slam der Leipziger Buchmesse gewonnen: Glückwunsch dazu! Außerdem hat er ein paar schöne Fotos mitgebracht. Das Video zum Slam vom 02. März gibt’s hier, noch mehr Slams hier.
Google Suchergebnisse zu verkaufen
Fünf Euro pro Suchanfrage, nur solange der Vorrat reicht.
Angeblich ist Google down, was so nicht stimmt, weil ich hier problemlos drauf zugreifen kann. Eher scheint die Telekom (?) irgendwas an ihren Routern vermurkst zu haben.
Read on, my dear…
Cory Doctorow im Netzpolitik-Interview
Markus Beckedahl konnte letzte Woche ein Interview mit Cory Doctorow führen, der u.a. Teil von boingboing ist – in diesem Zusammenhang nochmal ein Hinweis auf einen älteren Artikel.
Das Gespräch der beiden Netzaktivisten gibt es in diversen Download- und Stream-Formaten direkt bei Netzpolitik zu hören und zu sehen.
Ach, nichts
Dialog-Bloggen scheint im Trend zu liegen. Nach den Lobo-vs-Sixtus-Twitter-Fights melden sich Ulrich Eder und Wolfgang Brenner mit dem Dialog-Buch „Fast nichts über das Nichts“ (eine „demütige Hommage an Wolfgang Bauers ‘Fieberkopf’“), dessen Protagonisten Peter und Paul miteinander oder auch aneinander vorbei bloggen: Im Nichtsblog soll die Komponente „Leser“ einen weiteren Aspekt zu dem Projekt beitragen.
William Gibson in Deutschland
William Gibson, ohne den es den Begriff „Cyberspace“ vermutlich nicht gäbe, liest aus seinem neuesten und wie alle seiner Bücher empfehlenswerten Roman „Quellcode“:
4.3.08, Berlin, 18h, Dussmann
5.3.08, München, 20h, Muffathalle
6.3.08, Köln, Gloria Theater
Gibson über sein neues Buch kann man in einem Promo-Video zum Buch sehen und ein Goodie für seine Fans gibt es auch noch – nach dem Klick.
Veranstaltungs-Hinweis: Lesung am Donnerstag
Diesmal ich. Mit Florian Wessels und Annekathrin Walther. Das ganze findet morgen Abend ab 20:30 im Ori statt, Friedelstraße 8, U-Bahnhof Hermannplatz. Eintritt frei, Bier zweifuffzig der halbe Liter, Wein auch (das Glas, nicht der halbe Liter). Mehr Informationen auf dem Blog zur Lesereihe.
Und bitte nicht fragen, warum das jetzt unter Pop steht. Danke.
Print ist nicht totzukriegen
Ob mans jetzt bedauerte, einfach so hinnahm oder aber wohlwollend begrüßte: Die Online-isierung des Brockhaus wurde fast überall als weiterer Schritt des Buches (an sich) auf dem Weg seines Ablebens gedeutet. Zumindest in den Artikeln, die mir unter die Finger kamen. In fast allen Artikeln, die mir unter die Finger kamen. Read on, my dear…
“Liebeskummer” vergessen
Nachmittags finde ich den kalten Tee in der Küche und trinke ihn. Davon bekomme ich Durchfall. Ich sprühe danach großzügig Raumspray ins Bad, Tannenduft. Jetzt riecht es, als hätte jemand in den Wald gekackt.
Das Schöne am Netz ist ja auch, dass man immer mal wieder auf alte Lesebekanntschaften trifft, die man schon beinah am Vergessen war. Aber nicht vergessen hat. Und sowieso nicht hätte vergessen sollen, noch nicht mal anfangen hätte sollen, sie zu vergessen. (Die Ordnung der Hilfsverben ist auch nicht mehr das, was sie mal gewesen sein hätte sollen und war. Und sein sollen hätte sein können.) So ungefähr ging mir das mit diesem Text, den ich zwar schon kannte, aber schon vergessen hatte, dass ich ihn kannte, und deswegen gleich nochmal so schön fand (deswegen Doppellink): Kirsten Fuchs - Liebeskummer.
[via per Mail. Danke fürs Erinnern.]
Marvel vs DC vs Stan Lee Tribute Art
Es wird Zeit, dass wir diesen Glaubenskrieg auch mal an der Spree ausfechten. Denn auch wenn DC-Comics den dunklen Ritter Batman im Programm haben, ansonsten haben sie nicht sonderlich viel zu bieten und wer hier als erstes Lobo schreit, muss ein Jahr lang mit einem roten Iro durch die Gegend laufen. Noch ein Argument: wenn ich mir diese Stan Lee-Tribute-Art anschaue, dann denke ich mir: Batman sollte einfach den Verlag wechseln.
Und die grüne Leuchte scheidet als Superheld sowieso schonmal aus, wegen der Leuchte. So einfach ist das.
Heute Abend: Malte liest
Heute Abend. 20 Uhr 30. Im Ori, Friedelstraße 8, U-Bahnhof Hermannplatz. Eintritt frei, Bier zweifuffzig der halbe Liter.
Schusswaffen bitte erst nächste Woche zur Verbrecher-Lesung mitbringen, danke. Passt da einfach besser.
Veranstaltungshinweis: Lesung
Wie, Lesung? Was denn für ne Lesung?
Eine Lesung eben, oder aber: eine Lesereihe. Jeden Donnerstag zwanzigdreißig (in Zahlen: 20:30) im
Ori, Friedelstraße 8 U-Bahnhof Hermannplatz. Näheres hier.
Raus aus dem Retro-Loop
Raus aus dem Retro-Loop, das ist mein Vorsatz für 2008.
Das Internet ist eine Erinnerungsmaschine, die es jedem ermöglicht, ganze Wochenenden mit dem medialen Input seines elften Lebensjahres zu verbringen. Das ist wunderschön, macht aber auf Dauer infantil, träge und blass um die Nase - wie jede gute Droge.
Form - Inhalt 0:0
Ich habe lange überlegt, was (und ob) ich auf Maltes Kommentar damals antworten sollte, der da lautete:
Form schlägt Inhalt.
Mir ist nichts passendes eingefallen. Dietmar Dath schon: Read on, my dear…
Interview mit einem Verleger: Jörg Sundermeier (Verbrecherverlag). II. Teil
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(Hinweis: Dies ist die Fortsetzung des ersten Teils)
Kommen wir mal aufs Internet zu sprechen: Was hältst Du von beispielsweise Amazon? Hilft das den kleinen Verlagen, oder eher nicht?
Amazon ist wie Bol oder Booxtra oder Thalia.de oder Hugendubel.de ein Verteiler, der zwar alle Bücher „am Lager“ hat, aber mehr auch nicht. Es gibt einige wenige Portale, die speziell kleine Verlage betreuen, doch die werden wiederum selten frequentiert.
Interview mit einem Verleger: Jörg Sundermeier (Verbrecherverlag). I. Teil
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Jörg Sundermeier ist Mitbegründer und Co-Kopf (das wollte ich schon immer mal schreiben) des Verbrecher-Verlages, Literaturkritiker und Autor des Buches „Der letzte linke Student“. Ich hab ihm ein paar Fragen gestellt, über den Buchmarkt, Verlage, Buchgeschäfte im ersten Teil, und im zweiten Teil (der morgen kommen wird) über Literatur und Internet. Und das hat er gesagt: Read on, my dear…
Selbstreferentialität
Sie halten Blogs für selbstreferentiell, geradezu masturbatorisch selbstreferentiell? Sie springen an die Decke, wenn ein naher oder auch ferner Bekannter zur Beschreibung eines physischen oder psychischen Umstandes auf Szenen aus Filmen, Büchern oder gar Theaterstücken zurückgreift? Sie halten dieses ganze versoffene Sich in den Schwanz der Kunst beissen der Kunst, dieses kreiselnde Taumeln der Literatur, dieses selbstverliebte Hin- und Herverweisen für den höchsten Ausdruck einer sich im Delirium befindenden, absinthgeschwängerten Selbstherrlichkeit, die der Leere eines sich im Spiegel spiegelnden Spiegels nicht zu entrinnen weiss, und zwar (Faust auf den Tisch): zurecht? Sie haben noch nicht alles gehört: Read on, my dear…
Sommerlektüre
Nachdem ich - etwas spät - meine Kamerascheu entdeckt habe (*kicher*), und offensichtlich doch Bedarf nach Sommerlektüre besteht, hab ich nochmal blind mit Bedacht in mein Bücherregal gegriffen und zehn kleine Kostbarkeiten ausgegraben, um sie mal zum allgemeinen Verriss zur Verfügung zu stellen. Kriterien sind Umfang, Tragbarkeit und Inhalt. Vor allem Umfang. Read on, my dear…
Auf die Fresse, Baby! Auf die Fresse!
Und wieder eine von diesen „Online versus Qualitätsmedien Zeitungen“-Geschichten: Die SZ und die FAZ prozessieren gegen den Perlentaucher, weil der ihre Buchrezensionen zusammenfasst und an Dritte weitergibt. Die Klage wurde gerade in erster Instanz abgewiesen. Eigentlich wäre das schon alles, nicht mehr als eine Newsticker-Meldung.
Aber weit gefehlt: hier sind schließlich Feuilletonisten am Werk. Und die hauen sich jetzt. Bis einer heult. Andrea Diener hat die ganze Story, mit allen verletzten Eitelkeiten, Fußtritten unterm Familientisch, viel selbstverliebtem Geschwurbel und einigen großartigen Pointen. Kultur im Marienhofformat. Ich geh dann mal Popcorn holen.
Brothers Keepers vs B-Tight
Brothers Keepers fordern den Vertriebsstopp für das Album von B-Tight. Bevor wir diskutieren, ob Brothers Keepers e.V. mit dieser Forderung im Recht sind, zunächst der Stein des Anstoßes in Wort und Bild.
Wir nennen es Leben

Wenn ich meinem recht lebensaffinen und damit offlinen Bekanntenkreis erkläre, was ich momentan so mache, wird es schwierig.
Aller Anfang ist leicht
Von allen Jugendträumen ist der Traum, Schriftsteller zu werden, der unausrottbarste. Ein Erstlingswerk kann man schließlich auch mitten in der Midlife-Crisis in die Tasten hämmern. Zumindest kann man sich das vorstellen, denn zu erzählen hat schließlich jeder etwas.
So schreibt jeder Abiturient ein paar Seiten einer grandiosen Coming-of-Age-Geschichte, jeder gerade aus der Therapie Entlassene einen großen ersten Satz zu einem pulpfictionesken Roman über die Drogenhölle, in den Sekretären der Pensionäre schlummern Entwürfe zu zwiebelerschütternden Lebensbeichten.
Kill Biller
(Foto © dev null)
Maxim Biller konnte mit einem Adjektiv seine Gegner lähmen, mit einem Nebensatz töten, er war der Meister des in Buchstaben gehüllten Hasses.
Wie der Killer Bill in Tarantinos Film wurde er zur Strecke gebracht durch eine Frau, die er einst sehr geliebt – und dann fürchterlich verletzt hat.




