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Jörg Sundermeier zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick

Der letzte linke Student denkt nach. Denn: er soll gelesen werden. Und zwar: in Neukölln. Nach Neukölln aber kommt er nicht mehr, denn: hier herrscht Gentrifizierung. Gentrifizierung, das heißt: Vertreibung der Armen. Und zwar: durch Aufwertung des Kiezes. Aufwertung des Kiezes aber: geschieht durch kulturelle Aktivität. Und so macht sich der letzte linke Student gemein mit der Gentrifizierung, denn: er trägt bei zur Kultur im Kiez.

Jedoch: die Botschaft. Die: muss unter die Leute. Der letzte linke Student jedenfalls: weiß Bescheid. Und Pflicht ist es: sein Wissen zu teilen. Denn nur so: wird die Revolution kommen. Bis dahin: muss man Verbündete werben. Und das geht: durch Lesungen. Und deswegen beschließt der letzte linke Student, am nächsten Mittwoch seine Weisheit zu teilen! Und auch wir sollten nicht zu Hause versauern, sondern hinausgehen in die Yumabar, um Erkentnis über uns kommen zu lassen.

Read on my dear…

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Spreeblick zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit… äh. Spreeblick.

Es gibt zwei Sorten Anfänge: entweder in medias res, mitten im Geschehen, das ist bei allen Krimis der Fall z.B., da wird immer mit dem Mord begonnen, und dann hechelt sich die Geschichte ab, bis sie die Geschichte vor der Geschichte rekonstruiert hat. Das ist Möglichkeit eins. Möglichkeit zwei heißt ab ovo, das heißt „vom Ei“, was in Zeiten der Übersexualisierung der Gesellschaft einen faden Beigeschmack erhält, aber, Leute, nehmt die Hand vom Genital, es ist älter, reiner und langweiliger, als „vom Ei“ eigentlich sein sollte:
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Stephen Fry über Drogen, Twitter, Zensur, Depressionen, Alice in Wonderland und fast alles andere

Nach dem Klick: Craig Ferguson von der Late Late Show im Gespräch mit Stephen Fry (und ohne Publikum) über das Leben, das Universum und alles. Unterhaltung im wahrsten Sinne des Wortes. Read on my dear…

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“Massenmigration” in Schicksalen

Dank der prächtigen Kooperation zwischen Giovanni di Lorenzo und der Bildzeitung ist die Hartz4-Debatte inzwischen nicht nur bis zu den faulen Nichtsnutzen, sondern auch den massenhaft ins Land strömenden, ausländischen faulen Nichtsnutzen durchgesickert – und das, obwohl die letzten Jahre von massenhafter Einwanderung überhaupt keine Rede sein kann, im Gegenteil. Die Festung Europa ist unerschütterlich wie nie, und vor ihren Toren verrecken die Unerwünschten. In der Meerenge von Gibraltar und im Atlantik kentern Boote voller Flüchtlinge durch die Bugwellen der Tanker, die Öl, Holz, Diamanten und Erze aus ihren Heimatländern nach Europa schaffen. „Massengrab Mittelmeer“ statt „massenhafter Einwanderung“, das ist die aktuelle Politik.

Die Debatte gibt Anlass, auf zwei Bücher hinzuweisen, die das Schicksal von Einwanderern nachzeichnen: Klaus Brinkbäumers „Der Traum vom Leben“ und Quilombo Hoknays „Als Blinder Passagier“.

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Toni Mahoni – “Gebratene Störche”

Toni Mahoni ist ein Freund alter Schule.
Freund in eben diesem Sinne: jemand, der all denen, die ihn im Guten und Schlechten begleiten einfach alles nachsieht, weil Freundschaft und Liebe Teil des Lebens sind, das ja auch nicht immer hundertpro Zucker, oder in Tonis Sinne: ein duftender Braten ist.

Seine Freundin Peggy Maschke z.B. hat schier unerschöpfliches Potential zur Nervensäge: Gegen Konsum trägt sie ausschließlich abgewetzte Bademäntel und besabbert Gratis-Häppchen in der Delikatessenabteilung des KaDeWe, überredet einen Haufen Knackis, vor der St. Hedwigskathedrale klerikalen Päderasmus und Sexismus vor Skulpturen kopfüber gekreuzigter nackter Frauen anzuprangern, und sie füllt Automaten mit Bauschaum, wegen Automatenbösigkeit. Natürlich ist Peggy Vegetarierin, interessiert sich aber ausschließlich für fleischfressende Pflanzen, sieht in der Zigarrette die Macht der Tabakindustrie über den Menschen versinnbildlicht, nistet sich aber klammheimlich in die männliche Nikotin-Fleisch-WG ein, durch deren Weinvorräte sie sich süffelt, weil Eigentum Diebstahl ist. Oder so.
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Alexandra Tobor, Florian Wessels und Thomas Franz zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick

Alexandra Tobor, nicht nur wegen ähnlicher Lautung legitime Tochter von Greta Garbo und Georg Tabori, schreibt einen Migrationsepos, eine Geschichte des Exodus von Polen nach Deutschland, und darüber, wie es ist, Großmütter zu haben, die Feuer spucken können. Nachdem sie die ersten beiden Kapitel bereits im November bei Read on, my dear vortrug, präsentierte und las, werden diesen Mittwoch Kapitel drei und vier folgen oder sie schließen sich an oder werden eben ergänzt. Es geht um, Vorsicht: „kapriziöse Deutschkinder, DDR-Asis, Hüpfburgen, TuttiFrutti, gefälschte Barbies, Sperrmüll und Lambada!“ Hell yeah!
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Waltraud Posch: Projekt Körper. Wie der Kult um die Schönheit unser Leben prägt

Schönheit, persönliche Schönheit ist kein Wert an sich, sagt Posch. Schönheit ist kein festgefügter Begriff, mit „Schönheit“ lässt sich nichts konkretes verbinden. Schönheit ist der Antagonist zu Hässlichkeit, und beide Begriffe unterliegen dem sozialen Wandel. Rubens Modelle wären heute ein Fall für den Ernährungsberater, und während man heute Cindy Crawfords Schönheitsfleck rühmt, glaubte man in früherer Zeit, ein Leberfleck entstünde durch unerfüllte sexuelle Gelüste der Mutter während der Schwangerschaft.

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Lea Streisand und Andreas Monning zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick


Ja doch, Lea Streisand heißt wirklich so. Nein, das ist kein Künstlername. Nein, das muss man nicht englisch aussprechen, tut sie selbst auch nicht, bloß weil irgendwer aus der Familie mal nach Amerika rüber ist, heißt das ja noch lange nicht, dass dann gleich die ganze Familie englisch ausgesprochen wird, so weit kommts noch, was würden denn da die ganzen Kissingers, Manns und Klums zu sagen.

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Helene Hegemann und Airen – Interview mit “Strobo”-Verleger Frank Maleu

Wie es im Titel steht: Es folgt ein Interview mit Frank Maleu vom SuKuLTuR-Verlag, in dem Airens „Strobo“ erschien. Über Hegemann, den Literaturbetrieb, und zwischendurch würde ich mich gerne aufregen, aber Frank Maleu will und will nicht mitmachen. Nach dem Klick.

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Kirsten Fuchs zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick

Es ist nicht sehr schwer, lobende Worte für (die hier bereits mehrfach erwähnte) Kirsten Fuchs zu finden: Man hat sie schon die „Königin der Berliner Lesebühnen“ genannt, und ihr zu Ehren ist einer der lustigsten Sätze in einer FAZ-Rezension gedruckt worden: „“Jeder Satz knallt und bumst und brennt,“ schreibt da Martin Halter, und ihr Debüt ‘Die Titanic und Herr Berg‘, um das es geht, sei „ein extravagantes Gemisch aus unverblümter Drastik, trockenem Witz und rasender Zärtlichkeit.“
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Sarah Schmidt und Frédéric Valin zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick


Dass Sarah Schmidt Humor hat, daran kann kein Zweifel bestehen: denn Sarah Schmidt ist Hertha-Fan. Es ist ausgeschlossen, ohne Humor und Selbstironie, also vollen Ernstes Fan von Hertha BSC zu sein, ein Verein, der sich schon seit Jahren bemüht, dem Olympiastadion eine Existenzberechtigung zu verschaffen und dazu jedes Wochenende ein paar Hanseln in Matrosenanzügen versammelt, um in einer Art Happening so viel Rasen kaputtzutreten wie irgend geht.

Hertha-Fan, das ist ein mathematischer Nachweis von Humor.
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J. D. Salinger ist tot

Jerome David Salinger, Autor von The Catcher in the Rye (erschienen 1951, deutscher Titel: Der Fänger im Roggen), ist gestern im Alter von 91 Jahren verstorben.

Die FAZ hat einen Überblick über Leben und Werk, der Guardian beglückwünschte Salinger vor einem Jahr zu seinem 90. Geburtstag und bei dragstripgirl gibt es einen persönlichen Nachruf.

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Moby Dick, Seite für Seite für Seite illustriert

Matt Kish illustriert Melvilles Klassiker – seitenweise.
Auf Seite 140 ist er inzwischen, etwa 900 weiter stehen ihm noch bevor, wenn er durchhält.
Auf seinem Blog erfährt man über Matt Kish, dass er gar kein Künstler sei und mit dem ambitionierten Projekt kein konkretes Ziel verfolge.
Die großartige grafische Umsetzung des Romans lässt mich aber zweifeln. Kein Künstler? All die Mühe für „nur so“?
Ich habe ihn gefragt – seine Antworten nach dem Klick.
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Jochen Reinecke und Anselm Neft zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick


Sie sind Delling und Netzer, sie sind Statler und Waldorf, die beiden Alten aus der Muppet Show. Ein Abend mit Anselm Neft und Jochen Reinecke hat etwas von einem sarkastischen Kurzfilmfestival; eleganter Zynismus wechselt mit höflicher Verachtung, die Welt als Freudenhaus, wenn man pleite ist, und insgesamt ist sie seltsam genug, die Welt, als dass man sich kaum mehr wundern darf, ohne gewöhnlich zu sein.

Jochen Reinecke liest „Geschichten, die möglicherweise lustig sein könnten“, was, wenn man ix glaubt, ein understatement erster Güte ist: „und ich bin mittlerweile bereit, jochen reinecke zum witzigsten menschen den ich kenne zu erklären — und das obwohl er aussieht wie ein jurastudent mit leichtem hang zur adipositas, frisch aus dem verbindungshaus.“ Kürzlich hat er Geister abschütteln veröffentlicht, ein Buch über eine Bahnfahrt, die… lange dauert. Sehr lange.

Anselm Neft wird nächstens ein Buch veröffentlichen voller kleiner Geschichten darüber, wie es ist, zwischen Kuhglockengeläut und Kirmesschiffsschaukeln aufzuwachsen, um dann in den Irrsinn entlassen zu werden, den eine Großstadt so mit sich bringt: Auftragskiller, Flaschensammler, Arbeitslosigkeit, Gott, die große Liebe. Die Lebern der anderen erscheint im Februar bei Ullstein.

Jochen Reinecke und Anselm Neft zu Gast bei Read on, my dear
27.01. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut

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Hermann Bräuer und René Hamann zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick

München in den Achtzigern, es ist die Zeit von Kiss, Mötley Crüe und Van Halen. Holzingers Andi hat die Haare schön und obendrein einen Bass bekommen, seinem kometenhaften Aufstieg als Rockstar in einer Hair-Metal-Band steht also nichts mehr im Weg. Unter Tonnen von Schminke und begleitet von funkensprühenden Pyroshows arbeit sich Llord Nakcor ganz nach vorne, bis hin zum Plattenvertrag, und als endgültig der Durchbruch winkt, kommen ein paar versiffte Gestalten mit Akkustikgitarren und übernehmen die musikalische Weltherrschaft. Sie heißen Nirvana, und sie beenden die ruhmreiche Ära des Hair-Metal, ein Einschnitt, an den sich die Friseurinnen-Innung noch heute tränenreich erinnert. Und Hermann Bräuer. Read on my dear…

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Paul Nolte: Religion und Bürgergesellschaft

Brauchen wir einen religionsfreundlichen Staat? Das ist die Frage, die Paul Nolte in seinem Buch stellt, und man muss kein Prophet sein, um zu wissen, was die meisten Spreeblick-Kommentatoren darauf antworten werden: Natürlich nicht. Persönlich bin ich mir da nicht so sicher: Deswegen folgt hier statt einer Besprechung von Noltes Band eine kleine Zusammenfassung seiner Argumente, warum Religion als Teil einer Bürgergesellschaft wichtig ist.

Nolte, um das vorwegzunehmen, spricht nicht vom religiösen Staat. Sondern von einem Staat, der mehr und mehr Terrain der Bürgergesellschaft abtritt. Die Bürgergesellschaft ist der gesellschaftliche Bereich zwischen Staat, Markt und isoliertem Individuum, in dem engagierte Freiwillige öffentliches Leben gestalten. Das geht von Parteien über NGOs wie Amnesty bis hin zur freiwilligen Feuerwehr. Und eben auch die Kirchen und Religionsgemeinschaften.

Read on my dear…

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Thilo Bock und Matthias Oborski zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick

Thilo Bock ist ein wahres Bühnenphänomen, eine Rampensau, nein: Rampenwildsau. Niemand kann so schön Lieder schlecht vorsingen wie er, niemand fuchtelt so mit den Armen, er ist der Rock’n'Roll der Lesebühnenprotagonisten Berlins. Das gilt auch für seine Texte, beispielsweise für seinen letztes Jahr erschienenen Erstling„Die geladene Knarre des Andreas Baader“: Da geht es, wie häufig in Thilo Bocks Geschichten, um Menschen beiderlei Geschlechts, die miteinander in Schwierigkeiten leben. Um Beziehungen, die kaum stattfinden, vergebliche Mühen und den ganzen anderen Kram, den der Herrgott uns mit der bescheuerten Zweigeschlechtigkeit eingebrockt hat.

Matthias Oborski ist Blogleseveteranen sicherlich ein Begriff: früher auf Fooligan, ntropie und d-frag aktiv, hat er sich irgendwann von der ganzen Internetschreiberei zurückgezogen; plant inzwischen aber Gerüchten zufolge ein Comeback. In seinen Texten geht es um Pop, Kommerz und die Mythen der Moderne, die so altbacken ist wie die Reklametafeln eines Tante Emma-Ladens. Skeptiker aus Überzeugung, Pessimist aus Erfahrung, ist in seinen Texten Ironie nicht nur eine Frage des Stils, sondern des Überlebens.

Thilo Bock und Matthias Oborski zu Gast bei Read on, my dear – Die Lesebühne mit Spreeblick
13.01. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut

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Deutschlehrer, ihr hättet Bushido verhindern können

Das hat mir der ältere Sohn gerade empfohlen. Wirklich.

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Uli Hannemann zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick


Mit „Neulich in Neukölln“ hat Uli Hannemann das Standardwerk zum neuen In-Bezirk verfasst, lange bevor es ein In-Bezirk wurde; mit „Neulich im Taxi“ hat er das gleiche mit dem Berliner Nachtleben und all seinen Licht- und vor allem Dunkelgestalten getan. Die Titelfindung des Nachfolgebandes hat übrigens nach seinen Angaben „Wochen, wenn nicht Jahre“ in Anspruch genommen.

Hannemanns Erzähluniversum ist bevölkert von absurden Gestalten, seltsamen Situationen und kleinen Momenten skuriller Peinlichkeiten. Dabei sind seine Geschichten zwar immer skurril, aber auch liebenswert; immer ein wenig melancholisch, aber pointiert; ein wenig abwegig zwar, aber durch und durch nachvollziehbar, beinah beiläufig erzählt. Und vor allem: sehr, sehr komisch.

Und sehr berlinerisch.

„Unprätentiösen Charme versprühen auch Hannemanns Neukölln-Miniaturen, in denen er die sattsam bekannten Vorurteile über den Bezirk so weit ins Groteske steigert, bis sie in ihrer Schrulligkeit schon wieder liebenswert wirken.“ (Jens Mühling, Der Tagesspiegel)

Uli Hannemann zu Gast bei Read on, my dear – Die Lesebühne mit Spreeblick
06.01. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut

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Jean-Louis Fournier: Wo fahren wir hin, Papa?

Jean-Louis Fournier hat zwei Söhne, Thomas und Matthieu, aber normalerweise spricht er nicht über sie. Nicht besonders gern jedenfalls. Denn sie sind behindert. Sie sind schwachsinnig und unansehnlich. „Ihr habt Stroh im Kopf“, schreibt Fournier ihnen, und es klingt nicht liebevoll. Nichts in diesem Buch klingt liebevoll. Zynisch manchmal, ja. Verzweifelt, das auch. Selten aufgesetzt, häufiger überheblich. Und weinerlich und selbstmitleidig.

Das Buch hat eine breite Debatte in Frankreich darüber ausgelöst, ob man so über behinderte Kinder schreiben darf, selbst wenn es die eigenen sind.

Read on my dear…

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