Archiv
Videos und Fotos zur Ausdruck-Lesung
Das fantastische (unter vielem anderen) an Lesungen, die im weitesten Sinn mit Blogs zu tun haben, ist, dass sie so gut dokumentiert werden. Von der Ausdruck-Lesung vergangene Woche zum Beispiel hat Philip zwei Videos gemacht. Und bei Christoph sind alle Lesenden porträtiert. Toll. Toll!
Katharina Greve: Ein Mann geht an die Decke

Franz Fink ist Fahrstuhlführer im Berliner Fernsehturm, wo er eines Tages sein Gleichgewicht verliert und viele Erkenntnisse gewinnt. Was seine Frau Inge dazu sagt und wie es sich ohne Oben und Unten lebt, das erzählt Katharina Greve, die u.a. auch Electrocomics zeichnet, in ihrem mit feinstem Strich gezeichneten Comic-Roman „Ein Mann geht an die Decke“.
Keineswegs nur für Comic-Fans ein Genuss, sondern auch ein prima Geschenk für diejenigen, die gerne ein Stück Berlin vergeben würden, vor den alltäglichen Mitbringseln jedoch zurückschrecken.
Das Buch kann im regulären Buchhandel, beim ohnehin hervorragend bestückten Berliner Comicladen Modern Graphics und natürlich auch bei amazon (Partnerlink) bestellt und gekauft werden.
Transit Teheran – Pop, Kunst, Politik, Religion. Junges Leben im Iran.
Blicke von außen, Beurteilungen, Bewertungen, Abschätzungen, Verdächtigungen, von all dem gibt es viel zum Thema Iran. Seit Bush den Iran zum Mitglied der Achse des Bösen ernannte, fühlt sich schlechterdings jeder dazu berufen, seinen ganz persönlichen Iran-Eindruck kundzutun. Was auf der Strecke bleibt, sind authentische Stimmen.
Transit Teheran ist deswegen ein seltenes und wertvolles Zeitzeugnis. In dem Band kommen Iraner und Iranerinnen zu Wort, die häufig in Opposition zum Regime und zur offiziellen Doktrin stehen, aber meistens nach wie vor dort leben und arbeiten. Journalisten, Schriftsteller, Karrikaturisten, Maler und Fotografen geben einen vielschichtigen, schillernden Eindruck der iranischen Lebenswirklichkeit, der gerade wegen seiner Komplexität nachvollziehbarer ist als die übliche Dämonisierung.
“Ausdruck” zu Gast bei Read on, my dear – Der Lesebühne mit Spreeblick
Seit Tagen* erzähle ich Christoph von meinem Wunsch, alle die Autoren aus seinem „Ausdruck – Ausgewählte Beiträge der deutschen Blogosphäre“ zusammenzutrommeln und eine Lesung zu organisieren. Ich so: „Das wird bestimmt sehr schön und lustig!“ Und er so: „Jaja“. Und ich so: „Soll ich mal alle Beteiligten fragen?“ Und er so: „Jaja.“
Und ich so in der Rundmail: „Wie wärs mit einer Ausdruck-Lesung?“ Und alle so im Mailverteiler: „Ja, klar!“
Und so kam es, dass wir den „Read on, my dear“-Jahresabschluss mit lauter Blogtexten fast der gesamten Berlin-Fraktion des Heftes, also namentlich von und mit Johnny Haeusler, Markus Herrmann, S, Stephie, Marcel Winatschek und Max Winde, bestreiten werden.
Das Heft hat übrigens reißend Absatz gefunden und ist inzwischen ausverkauft. Aaaaaaber: Am Mittwoch gibts noch fünf Exemplare zu erstehen. Das wird also eine Release- und Ausverkaufsparty in einem.

„Ausdruck“ zu Gast bei Read on, my dear – Die Lesebühne mit Spreeblick
mit Johnny Haeusler, Markus Herrmann, S, Stephie, Marcel Winatschek und Max Winde
16.12. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut
„Seit Tagen“ stimmt streng genommen nicht, musste aber sein, wegen der Form.
Guy Delisle: Aufzeichnungen aus Birma
Guy Delisle hat ein Jahr in Birma verbracht. Seine Frau hat dort für Ärzte ohne Grenzen gearbeitet, und deswegen sind sie zu dritt mit Kleinkind in eine der repressivsten Diktaturen der Welt gefahren. Davon erzählt sein neuer Comicband „Aufzeichnungen aus Birma“, und um es vorweg zu sagen: das könnte das beste Buch sein, das ich dieses Jahr in Händen gehalten habe.
Birma ist ein gebeuteltes Land, und das nicht erst seit dem Zyklon oder den Aufständen der Mönche vor zwei Jahren. Seit 1962 in der Hand einer Militärjunta, sind alle demokratischen Bestrebungen in den letzten Jahrzehnten brutal niedergeschlagen worden. Birma (auch: Myanmar) gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, und insbesondere die zahlreichen ethnischen Minderheiten an den Rändern des Landes werden mit roher Gewalt kontrolliert.
Read on my dear…
Petra Zeigler und Julian Gretschel zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick
Read on my dear…
“Filed under uncensored” – Lesung iranischer Blogs am 6.12.
Das Festival Happy Revolution. Views on iran. 30 years later lohnt insgesamt eines Besuchs: Zum Jahrestag der islamischen Revolution wird ein Blick auf die nachgeborenen Iraner geworfen; das Festival liefert „einen Querschnitt der Arbeiten junger iranischer KünstlerInnen“. In diesem Rahmen findet am 6.12. auch eine Blog-Lesung statt, um die ganze Bandbreite von Alltagsgeschichten bis zu politischen Artikeln auszuloten. „Mit dabei sind intellektuelle Literaten, wagemutige Menschenrechtlerinnen, melancholische Flaneure und Mädchen mit Liebeskummer, ebenso wie Bürger, die sich über städtebauliche Probleme auslassen und schwule Aktivisten,“ schrieb mir der Veranstalter. Die Texte werden präsentiert von Bov Bjerg, Ekkehard Knörer und Parka Lewis. Was die jüngsten Proteste anbelangt, wird die Journalistin und Medienwissenschaftlerin Yalda Zarbakhch einen Vortrag über Zustand der Blogbewegung und ihre Auswirkungen halten.
Filed under uncensored
06.12. 2009 17:00 Uhr
Ballhaus Naunynstraße, Naunynstr. 27
Eintritt frei
Der Taubenvergraemer und silenttiffy zu Gast bei Read on, my dear – Die Lesebühne mit Spreeblick
Silenttiffy alias Alexandra Tobor [Blog/ Twitter] schreibt einen „autobiografisch inspirierten Roman darüber, wie es ist, mit einem Migrationshintergrund als Klotapete in Deutschland aufzuwachsen.“ Wenn es nicht so abgedroschen klingen würde, würde ich sagen, dass ich an ihren Geschichten vor allem den charmanten, sehr verspielten Witz mag und ihren Sinn für kleine, absurde Details.
Am Taubenvergraemer Jan-Uwe Fitz [Blog/ Twitter] hingegen ist so gut wie nichts und deswegen alles liebenswert: eingesperrt in einem Universum voller Misanthropie und Selbsthass, ist für ihn der Begriff Mensch zum Synonym von Arschloch geworden. Nichts kommt seiner Vorstellung des Paradieses näher als ein Atomkrieg. Trotzdem hasst er die Menschen nicht, denn das ist ihm viel zu anstrengend; dazu fehlt ihm die Kraft. Ein Glück, dass er sich pro Woche ein oder zweimal aufraffen kann, um mit müder Stimme seine Plädoyers für mehr Totschlag von einer Bühne zu flüstern.
Mit etwas Glück werden wir außerdem Zeuge einer Vorpremiere: Nicolas Rocher singt ein oder zwei Stücke von Serge Gainsbourg, bevor es am sechsten Dezember im Babylon zur Uraufführung des „Interviews mit S.G.“ kommt. Und ich sitze zwischendrin und werde auch irgendwas vorlesen.
Alexandra Tobor, Jan-Uwe Fitz und Frédéric Valin zu Gast bei
Read on, my dear
02.12. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63
Eintritt frei, Austritt mit Hut
Dass silenttiffy und ich am Montag beim Vergraemer zu Gast sind, erklärt sich übrigens entweder gar nicht oder eben doch, aber ich weiß nicht so recht, wie und warum.
E.A. Poe Illustrationen von Harry Clarke
November!
Wie kann ein so trostloser Monat einen so klangvollen Namen haben? Edgar Allen Poe muss den November geliebt haben wie Harry Clarke seine „Tales of Mystery and Imagination“, die er 1923 illustrierte.
Will Schofield hat alle Illustrationen gescannt und lagert sie in generöser Auflösung auf seinem Flickrstream, der ein Füllhorn seltener, aber umso tollerer Illustrationen ist.
[via]
Das CIA-Handbuch für Zauberei und Täuschung

Zur Hochzeit des kalten Krieges beauftragte die CIA den berühmten Magier John Mulholland mit dem Verfassen eines Handbuchs über die Kunst der Verschleierung, Irreführung und Schauspielerei.
Die besten Techniken, unbemerkt eine Pille in das Glas des Gegenübers zu schmuggeln, mit geheimen Partnern zu kommunizieren oder vermeintliche Partner zu foppen, täuschen, oder mittels Damenbegleitung ins hormonell bedingte Aus zu bugsieren finden sich in diesem Agenten-Lehrbuch, das nun unter dem Titel “The Official CIA Manual of Trickery and Deception“ neu aufgelegt wurde.
Was nur bedeuten kann, dass auch der Geheimdienst seinen Lehrplan von Zeit zu Zeit überarbeitet. Bestimmt werden die wirklich wichtigen Informationen inzwischen per Kundenrezension auf amazon ausgetauscht.
„War diese Rezension für sie hilfreich?“
Wir werden sehen.
Der Ausdruck-Druck

Seit Wochen erzählt mir Christoph von seinem nächsten Wunsch, Ausdruck endlich drucken zu können. Er so: „Da gibts echt viele die das haben wollen!“ Und ich so: „Jaja.“ Und er so: „Kann ich die Finanzen über euch regeln?“ Und ich so: „Jaja“. Konnte ja keiner ahnen, worauf ich mich da eingelassen habe.
Um es kurz zu machen: Über unser PayPal-Konto könnt ihr Ausdruck jetzt auch gedruckt bestellen und damit die Verwandlung zum Internetausdrucker perfekt machen. Alle weitere Infos gibt es im Beitrag auf Jeriko.
Update: Das wars, alle Ausgaben sind weg!
Ahne zu Gast bei ‘Read on my dear – Die Lesebühne mit Spreeblick’
Ahne ist ein wenig verrückt: denn Gott spricht mit ihm. Häufig. Gott hat häufig ganz schlechte Laune, und erklärt Ahne, warum er keiner Partei beitreten wolle, während Ahne ihm erklärt, was in der ganzen Welt so vorgeht, die der Herrgott verbrochen hat dankenswerterweise. Read on my dear…
Ausdruck – Ausgewählte Texte der deutschen Blogosphäre

Seit Monaten erzählt mir Christoph von seinem Wunsch, mal ein Print-Magazin voller von ihm ausgewählter Blog-Texte zu machen. Er so: „Ich will das alles selbst machen, nur zum Spaß, nur um es selbst mal zu haben.“ Und ich so: „Jaja.“ Und er wieder so: „Kann ich auch einen deiner Texte dafür nehmen, wenn ich das mache?“ Und ich so: „Jaja.“
Und nun ist sie tatsächlich fertig, die erste Ausgabe von Ausdruck – Ausgewählte Texte der deutschen Blogosphäre. Und Christoph heute morgen so: „Guck’ mal, fertig!“ und ich so: „JA! JA!“. Denn es ist sehr, sehr schick geworden.
Und das beste ist: Ausdruck gibt es nicht am Kiosk für mehrere Euros, sondern am Internet für kostenlos. Und lässt uns nicht ganz ironiefrei zu Internetausdruckern werden.
Disclaimer: Christoph kümmert sich, wenn er nicht gerade Magazine gestaltet oder für sein eigenes Blog schreibt oder twittert oder andere tolle Sachen macht, um die Spreeblick-Technik und mein Text taucht im Heft natürlich nur auf, weil Christoph gerne seinen Fensterplatz im Büro behalten möchte.
William Patry: Moral Panics and the Copyright Wars

Ars Technica hat einen interessanten Artikel über Moral Panics and the Copyright Wars, das neue Buch von William F. Patry. Patry ist US-amerikanischer Copyright-Anwalt, hat maßgeblich am amerikanischen Copyright-Law mitgeschrieben und berät Google in Urheberrechtsfragen. In diesem Zusammenhang ist es gut zu wissen, dass von ihm Sätze stammen wie dieser:
„The Copyright Wars and the recent grotesque expansion of rights and remedies should be regarded as a legal equivalent of the subprime mortgage crisis: cancers on our system that were foreseeable and preventable but for greed, a failed ideology that the unregulated private pursuit of profit is also in the best interest of the public, and worldwide lack of political courage to admit to and take responsibility for the damage caused by copyright laws that harm rather than serve the public.“
Patry bloggt hier, für sein neues Buch gibt es jedoch ein eigenes Blog.
Ich habe das Buch bereits bestellt, wer es ebenso tun möchte, kann gerne unseren Amazon-Partnerlink benutzen und uns damit ohne Aufpreis eine Beteiligung zukommen lassen. Dankeschön!
4. November 2009: Johnny liest, Fred sitzt daneben
Morgen (und zukünftig jeden Mittwoch) findet in der Yuma-Bar (Reuterstraße 63, Neukölln) eine wöchentliche Lesung mit wechselnden Gästen statt. Einlass ist ab 20:00 Uhr, wir fangen irgendwann bald nach 20:30 mit dem Lesen an. Der Eintritt ist frei, vor dem Austritt geht ein Hut rum, das ist sowas ähnliches wie ein paypal-Spendenkonto, nur aus Cord. Diesmal sitze ich neben Johnny auf der Bühne und versuche, ansatzweise meine Nervosität in den Griff zu kriegen, während Johnny das Publikum Spaß haben lässt. Ich stell mir das vor wie auf dem Bild da oben.
Holger Kulick, Toralf Staudt (Hg.): Das Buch gegen Nazis
Als Netz gegen Nazis online gegangen ist, gabs viele Vorbehalte: Die gesellschaftlichen Hintergründe würden nicht analysiert. Man scheue sich, ein breites Bündnis auch mit Antifa-Gruppen zu schmieden, weil es bloß ums bürgerliche gute Gewissen gehe. Am Ende würde die Seite so eingehen wie nach dem antifaschistischen Sommer 2000 netzgegenrechts.
Davon ist nichts passiert. Stattdessen machen Holger Kulick und Toralf Staud einen Deckel auf das Projekt netz-gegen-nazis, einen Deckel drunter und bringen es als Buch heraus. Und „Das Buch gegen Nazis“ ist ein gutes, interessantes und hilfreiches Buch geworden. Read on my dear…
Maxim Biller: Der gebrauchte Jude
Maxim Biller geht bei mir so: Zehn Seiten machen mich wütend, dreißig melancholisch und am Ende möchte ich ihn, die Welt und sich selbst in den Arm nehmen und sagen: Nimms nicht so wichtig.
Das ist schwierig bei Biller, denn Biller nimmt einiges wichtig, vor allem sich selbst. Deswegen ist sein Selbstbildnis auch nicht das deutsche Pendant von Portnoys Beschwerden gewoden, wie er es sich vielleicht gewünscht haben mag. Sondern ein jüdisches Faserland.
“Bei mir gibt es keine Erlösung”
Christian Schlüter hat für die FR ein tolles Interview mit Nick Cave zum neuen Cave-Buch „Der Tod des Bunny Munro“ gemacht: Wer nicht liebt, muss sterben.
Und das Foto ist super.
Twitter-Story mit Neil Gaiman

Neil Gaiman, den man als Comic- und Roman-Autor (u.a. Sandman, Neverwhere, American Gods) kennt, hat gemeinsam mit BBC Audiobooks eine Twitter-Story gestartet. Gaiman twitterte gestern den Beginn einer Story, den andere Twitter-Nutzer, die BBC Audiobooks folgen, mit dem Hashtag #bbcawdio weiterspinnen können.
Aus den eingereichten Tweets erstellt BBC Audiobooks ein Skript für ein Audiobuch (was sicher kein leichter Job wird bei dem aktuellen Chaos), das nach Fertigstellung kostenfrei veröffentlicht wird.
Ahne – Neue Zwiegespräche mit Gott
Ahnes Neue Zwiegespräche mit Gott sind raus. Statt einer Besprechung lassen wir Ahne sich selbst und vor allem sein neues Buch vorstellen, auszugsweise über skeptische Sympathisanten und Dehydrierung: Videos nach dem Dingens.









