Was wir hier immer wieder gerne sagen, nämlich das Bloggen der neue Punk ist, wurde jetzt in einem schönen Video festgebannt, das zwar ein paar bessere Zeichnungen vertragen hätte, dafür aber mit schöner Hintergrundmusik daherkommt.
GGF kauft Pirate Bay für rund 5,6 Millionen Euro, die Hälfte davon soll in Aktien bezahlt werden. GGF möchte mithilfe der ebenfalls neu erworbenen Software-Firma Peerialism ein Geschäftsmodell entwickeln, dass Inhaltslieferanten und Urheber vergütet.
Was die Übernahme für den Pirate-Bay-Prozess bedeutet, weiß ich nicht. Schafft es GGF jedoch, die angestrebten Ziele zu erreichen (und es spricht mit der Erfahrung aus dem Game-Bereich, einer entsprechenden Abrechnungssoftware und der vorhandenen Popularität von Pirate Bay nicht viel dagegen, dass sie es tun), dürfte der Preis ein absolutes Schnäppchen sein. Vielleicht nimmt dieSache ja jetzt endlich mal jemand richtig in die Hand.
Ein guter und netter Abend mit einem ganz persönlichen Highlight war das gestern beim Grimme Online Award 2009, zu dem ich als Laudator eingeladen war, um den Preis für die Kategorie „Spezial“ zu überreichen. Raum für eigene Notizen bleibt dennoch, na klar. Read on, my dear…
Am 4. und 5. Juli 2009 findet an der Mannheimer Popakademie Baden Württemberg das Future Music Camp 2009 statt. Themen sind die Zukunft des Musikvertriebs und neue Geschäftsmodelle (ach!) Mehr Infos und Anmeldemöglichkeiten gibt es hier, ein Interview mit Organisator Ryan Rauscher gab’s bereits vor einer Weile bei den Blogpiloten.
Bevor morgen die Netzsperren im Bundestag beschlossen werden, wird es ab 9:00 Uhr vor dem Brandenburger Tor eine Mahnwache der Netzsperrengegner geben.
Damit die Unsinn-Quote hier auf Spreeblick auch mal wieder stimmt, hier Allison Lonsdale und Eben Brooks mit ihrem Song „LOL Together“, einer Coverversion von „Come Together“ der Beatles mit einem Songtext für’s 21. Jahrhundert: „Here come ol’ LOLcat, He run out of happy, He can has cheezburger, Look out, you haz a flavr, He’s in ur base killin ur d00dz, Do not want kibble, give me the gushyfuds! LOL Together, right now! OMG!“
Wir werden niemals für Musik bezahlen. Denn das haben wir bisher auch nicht getan.
Warum nur diejenigen Unternehmen den Sprung ins Musikbusiness 2.0 schaffen werden, die diese simple Erkenntnis verinnerlicht haben: Nach dem Klick. Read on, my dear…
Ze Frank, der Mann, der dafür verantwortlich ist, dass ich keinen Video-Podcast mache (was ihm viele danken), da dieser nicht annähernd so gut sein könnte wie seine Produktionen, ist zurück. And he’s looking better than ever, despite the above image.
Mit bisher vier Folgen „Hard Times“, die wir nach dem Klick einfach mal alle zeigen, hat Ze Frank eine offenbar wöchentlich erscheinende neue Serie gestartet, die Großes verspricht. Bitte ansehen. Alle. Mehrfach. Read on, my dear…
Irgendwo bei Sekunde 38 fragt mich Björn, ob die Aufnahme denn trotz des starken Windes okay werden würde und ich sage sowas wie „klar, kein Problem“. Jetzt, so einige Wochen später, ahne ich, was für ein großes Problem Wind auf einer zu leisen Aufnahme ist. Und so drehte ich an Filterchen, spielte mit Knöpfen und rettete was zu retten war. Also hier das Ergebnis, ohne große Umschweife, die dritte Märchenstunde, mit dem Märchen „Vom Fundevogel“ (vorgeschlagen von lilly.). Mit Björn und mit Max und dem Wind.
Da eine Ihrer Kolleginnen, Frau Julia Klöckner (CDU), die Wiederwahl Köhlers eine viertel Stunde vor der offiziellen Bekanntmachung via Twitter kund tat, sahen Sie sich gezwungen, mahnende Worte an die Öffentlichkeit zu richten. Sie hätten für „solche Dinge keinerlei Verständnis, weil es letztlich auch irgendwo die Würde des Parlaments untergräbt.“ Letztlich? Auch? Irgendwo? Ja wo denn? Und was denn sonst noch? Und was für Dinge? Internet? Frau Klöckner? Die Wiederwahl Köhlers? Seinerseits etwas verständnislos irgendwie, etc pp.
Google hat also Bücher gescannt. Bis in den November 2008 waren das sieben Millionen. Von diesen sieben Millionen waren eine Million gemeinfrei; eine weitere Million war copyrightgeschützt und auf dem Markt erhältlich. Die restliche fünf Millionen waren zwar copyrightgeschützt, aber vergriffen. Der Prozess, den Rechteinhaber angestrengt haben, um an den Büchern mitverdienen zu können, endete vorläufig mit dem Vergleich, dass Google 37 Prozent, die Rechteinhaber 63 Prozent bekommen. Google wird also den Zugang zu einer enormen Datenbank verkaufen, die in erster Linie aus vergriffenen, copyrightgeschützten Forschungstiteln besteht.
Zwei kurze Tech-News, über die mein Feedreader gerade gestolpert ist:
1) Mogulus, der von-fast-überall-Livestream-Dienst mit Twitter-Anbindung, heißt jetzt … ähm … Livestream. Die Domain habe 100.000 Dollar gekostet, was bei Mogulus Livestream kein allzu großes Loch in die Kasse reißen sollte. Immerhin hat das Unternehmen noch 12,7 Millionen Dollarlein rumliegen und hat bereits 1.000 Pro-Accounts zu je 350 Dollar im Monat verkauft. Die B-2-B-Ausrichtung (Hey! It’s 1999 again!) ist sicher auch der Grund, warum die Site jetzt so furchtbar langweilig aussieht.
2) Twitter will laut Gründer Biz Stone keine Umsätze über Werbe-Einblendungen machen, sondern sich stattdessen auf Umsatzbeteiligungen bei den Mobilfunkbetreibern, einfache Analyse-Tools für Geschäftskunden (Da! Schon wieder!) und kommerzielle Accounts konzentrieren. Der Silicon Alley Insider, von dem die Meldung stammt, traut dem Braten mit der Werbung nicht und vermutet eine ähnliche Ernstzunehmbarkeit wie bei Steve Jobs, der 2004 sowohl Abo-Modelle für den iTunes Music Store als auch Video auf dem iPod für ziemlich blöde Ideen hielt.
Die Dinge schauen uns an. In Berlin, in Prag, in New York. Überall schauen sie uns an. Wir müssen eben nur selbst hinschauen. Phil (der die Delphine haut) macht das und sammelt Bilder von den Dingen mit Augen.
„Glads“ ist eine Serie von drei großformatigen Prints des Künstlerkollektivs aa-nn-dd, deren Motive sich aus Google-Ad-Pixeln zusammensetzt. Dazu haben sie per Skript Bilder unter CC-Lizenz mit passenden Keywords und den dazu geschalteten Anzeigen abstrahiert. Klingt interessant, auf so ‘ne Art.
Auch wenn man auf Basis der aktuellen Proteste auf den ersten, flüchtigen Blick den Eindruck gewinnen könnte, es gäbe so etwas wie einen „Konsens der Internetnutzer“: Dem ist natürlich nicht so. Die Schönheit des Internet liegt wie die Schönheit der Welt in ihrer Diversität.
Drei Blogger haben fünf verschiedene Meinungen, Diskussionsforen wären nicht so beliebt, wenn alle Nutzer die gleiche Ansicht hätten, und wären manche Tweets als Satz in einem Kneipengespräch gefallen, hätte ich nach einem halben Bier den Tisch verlassen – und das will was heißen.
Und so gibt es auch und gerade beim Thema Zensur äußerst unterschiedliche Standpunkte. Wann fängt Zensur an und wo hört sie auf, gibt es Fälle, in denen sie berechtigt und sinnvoll ist oder ist jeder staatliche Eingriff in den privaten wie professionellen publizistischen Bereich bereits ein Angriff auf das Recht auf freie Meinungsäußerung und somit ein Schritt in Richtung Diktatur?
Beim Grübeln über diese Fragen stolperte ich über eine aktuelle Diskussion rund um Facebook, einen der vielen Fälle, die zeigen, wie unterschiedlich man mit dem Thema umgehen kann. Read on, my dear…
Man verzeihe mir die etwas infantil wirkende Überschrift, die im Kontext allerdings tatsächlich Sinn ergibt: Google hat, statt benzinbetriebener Rasenmäher, die laut durch die Gegend fahren, hässlich anzusehen sind und dabei die Umwelt verschmutzen, eine Schafs Ziegenherde samt Hirte gemietet, die nun eine Woche lang den Rasen stutzen werden. Google-Mäh eben.
This spring we decided to take a low-carbon approach: Instead of using noisy mowers that run on gasoline and pollute the air, we’ve rented some goats from California Grazing to do the job for us (we’re not „kidding“). A herder brings about 200 goats and they spend roughly a week with us at Google, eating the grass and fertilizing at the same time. The goats are herded with the help of Jen, a border collie. It costs us about the same as mowing, and goats are a lot cuter to watch than lawn mowers.
Google hat elf Motiondesign-Studios damit beauftragt, ein paar Kurzfilme über einen Browser namens Chrome zu produzieren. Nach dem Klick der Clip von Motion Theory, die anderen zehn Animationen gibt es hier. Read on, my dear…
Wenn am Wochenende in Berlin das Polticamp09 steigt, können rund 600 Teilnehmer zeigen, dass die Netzgemeinde in Deutschland nicht so unpolitisch ist, wie ihr gerne vorgeworfen wird.
Der Vorwurf ist zwar einerseits per se Blödsinn, denn Bloggen ist implizit immer politisch, weil auch jedes Strick- und Kochrezepteblog durch sein publiziertes Dasein an so brisante Felder wie Urheberrecht oder Datenschutz stößt. Politische Themen sind über diese theoretische Ebene hinaus fast überall auf deutschen Blogs zu finden. Tausende Netzbewohner nehmen an Online-Demos teil, genausoviele gehen gegen Vorratsdatenspeicherung auf die Straße.
Das ist alles ohne Ironie schön und gut. Denn das Netz ist unser virtueller Ort, der Ort, den wir in den Debatten um Schäuble2.0 und Zensursula verteidigen wollen, weil wir hier gern sind. Wo, wenn nicht hier, sollen wir anfangen mit politischem Handeln? Was, wenn nicht das Netz als Rechtsraum könnte unser gemeinsames Thema sein?
Allein, und das ist die andere Seite, das interessiert keinen außer uns selbst. Read on, my dear…
Die Caritas hat im Rahmen der Aktion „Soziale Manieren“ ein Weblog gestartet und das ist eins der spannendsten Blogprojekte, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Darin schreiben ehemalige Junkies, Streetworker oder auch Schmerzpatienten über ihren Alltag und ihre Erfahrungen mit und in der Gesellschaft, in der wir leben. Der Info-Text im Blog lautet: „Weg mit Klischees, Vorurteilen und Phantasien. Wie leben Obdachlose, Süchtige, psychisch Kranke, Häftlinge oder extrem arme Menschen? Was bewegt sie, womit kämpfen sie, worauf hoffen sie? Davon berichten Betroffene und ihre Helfer in diesem Blog.“
Das ist alles schon sehr, sehr spannend und dann hat mich der neueste Beitrag von Streetworker Thorsten Bathe umgehauen, er vergleicht den Dämmerzustand von Junkies mit der Hintergrund-Geschichte des Songs „I wanna be sedated“:
„Wenn ich mir das in der Szenesprache so genannte ‘Abkacken’ anschaue, muss ich immer an die Ramones und ihren Sänger Jeff Hyman denken.“
Es kommt selten vor, dass es mir beim Bloglesen kalt den Rücken hinunterläuft. Das war so ein Moment. Großartig!
[UPDATE] Die Berliner Kontakt- und Beratungsstelle, Hilfen für junge Menschen in Not, bietet ein ganz ähnliches Blogprojekt namens Hörst Du mich, in dem Jugendliche ihre alltäglichen Probleme aufschreiben und so kanalisieren können.
Angeregt durch Kai sind wir unsere Browser-Historie durchgegangen und haben nach zuletzt gelesenen Blogs gesucht. Eine Auswahl ohne Exklusivitätsanspruch, denn es gibt noch viel mehr tolles Zeug da draußen, aber auf alle Fälle: Empfehlungen. Erstmal von Nico und mir, Renés Liste findet ihr natürlich bei Nerdcore, Fred kommt vielleicht noch. Read on, my dear…
Das wird heute nichts mit der gemeinsamen Mittagspause, das Flash-Spiel Scary Girl, eine Kreation des Australiers Nathan Jurevicius, wird sie verhindern.
Die Betreiber von Pirate Bay wurden heute vom schwedischen Gericht schuldig gesprochen, alle vier Angeklagten sollen für ein Jahr ins Gefängnis und knapp 3 Millionen Euro Strafe zahlen. Die Verurteilten haben bereits Berufung angekündigt. Der Artikel auf Heise.de hat noch keinen einzigen Kommentar (12:21 Uhr), ich denke aber nicht, dass das so bleibt.
Ein schwedisches Gericht hat vier Verantwortliche des Torrent-Trackers The Pirate Bay der Beihilfe zur schweren Urheberrechtsverletzung für schuldig befunden und zu einjährigen Haftstrafen sowie Schadensersatz in Millionenhöhe verurteilt. Der Schadensersatz in Höhe von 30 Millionen Schwedischen Kronen (2,75 Millionen Euro) soll verschiedenen Film- und Musikunternehmen zu Gute kommen. Schon vor dem Urteil hatten die Angeklagten angekündigt, im Falle eines Schuldspruchs in die Berufung zu gehen.
Amazon buttert gerade eine ganze Menge rein um dem Platzhirsch iTunes Kunden abzugraben. In erster Linie versuchen sie günstigere Preise anzubieten, worauf Apple offensichtlich bereits Anfang des Monats reagierte, indem sie sich von der Ein-Song-Ein-Preis-Politik verabschiedeten, aber Amazon legt nach. Während iTunes nur in Kooperation mit anderen Marken ab und an auf Gutscheinbasis kostenlose Songs anbietet, stellt Amazon gleich 773 Titel zum Download.
UPDATE: Wie Klaus in den Kommentaren hinweist, liegen die Titel alle auf der US-Amazon-Seite und können daher nicht so ganz einfach geladen werden. Als Trost hat das deutsche Amazon eine kostenlose Single von (*hüst*) Amy MacDonald. Read on, my dear…
Die gesamte Print-Branche jammert, und doch erscheinen Woche für Woche tolle, hübsche, großartige und liebevoll gemachte Magazine auf Papier, deren Kauf sich lohnt. Sie werden in den meisten Fällen nicht unbedingt von den großen Verlagen herausgegeben, sondern von einzelnen Enthusiasten gemacht, weshalb sie auch nicht an jedem Kiosk erhältlich sind.
Für Fanzine-Junkies und andere Magazin-Liebhaber/innen entsteht unter dem Namen „Gute Seiten“ gerade eine Sammelstelle, die nicht nur bespricht und auszeichnet, sondern die Hefte auch zentral vertreibt – einzeln oder im Abo. Spreeblick, Deutschlands papierverliebtestes Blog, wünscht dabei viel Erfolg!