Wann immer eine Straftat, eine Schlägerei, ein Überfall oder gar Mord in der Öffentlichkeit bekannt wird, steht die Frage nach der Zivilcourage der bei der Tat anwesenden Unbeteiligten im Raum.
Wer selbst schon einmal zufälliger Zeuge eines Übergriffs gegen eine andere Person war, der weiß jedoch, wie schwer es ist, einzuschreiten, der angegriffenen Person also zur Seite zu stehen. In der Theorie und besonders, wenn mehrere Menschen anwesend sind, die gemeinsam eigentlich leicht helfen könnten, ist Zivilcourage leicht – in der Praxis oftmals leider nicht, entweder, weil niemand anderes mit einschreiten mag oder die Furcht vor der Brutalität oder Bewaffnung der Angreifer dann eben auch bei einem selbst überwiegt.
Dies gilt für das physische Leben, für den Alltag in der S-Bahn, bei einem Konzert, auf der Straße. In der digitalen Welt hingegen sollte uns das Eingreifen viel leichter fallen, meist genügt ein Klick, eine kurze Nachricht oder auch ein Satz als Kommentar als Hilfestellung für jemanden, der angegriffen wird. Aber nehmen wir diese Möglichkeit zur Hilfe wahr? Wie sieht es aus bei der Verbreitung von Hass, Lügen oder öffentlicher Diffamierung im Netz, werden wir dabei aktiv oder klicken wir kopfschüttelnd einfach weiter? Übernehmen wir also bewusst aktive Verantwortung für unsere digitale Umgebung?
Read on my dear…