Archiv

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Wintersport

Man trennt zwei Mikrowellengeräte vom Netz und legt die Geräte nebeneinander mit den Türen nach oben auf den Boden. Dann öffnet man die Türen und stellt je einen Fuß in je eines der Geräte, so dass die Türen an den Schienbeinen lehnen. Jetzt gießt man die Geräte mit Beton aus. Während der Beton durchtrocknet, bittet man eine zweite Person, einem zwei, drei Daunenschlafsäcke über den Körper zu ziehen und das Gesicht mit Klebeband zu umwickeln – die Augen bleiben dabei frei, werden jedoch mit Klarsichtfolie überdeckt. Motorradhelm und -handschuhe komplettieren das Outfit.

Als nächstes schultert man noch zwei mittelgroße Holzbalken und zwei leichtere Alu-Rohre, behauptet, man werde nun „Sport machen“ und beginnt „Ski zu fahren“. Betoniert man seine Füße statt in zwei Mikrowollengeräte in einen einzigen Kühlschrank, nennt man das Ganze „Snowboarden“, Holzbalken und Alu-Rohre fallen dann weg.
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The state of Spreeblick

Keine Sorge, wir haben keinen Staat gegründet. Stattdessen schien es mir mal wieder an der Zeit, ein kleines Status-Update in eigener Sache zu tippen, eine Tradition im Hause Spreeblick.
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Do you believe in the net world?

RÄUMUNGSVERKAUF! steht in großen Lettern am Schaufenster, ein zwar faktisch korrektes, für die bevorstehende Schließung eines Blumenladens dennoch irgendwie unpassendes Wort, finde ich. Doch immer mehr Läden in der kleinen, bürgerlichen Einkaufsstraße einer Wohngegend, in der von Gentrifizierung keine Rede sein kann, machen dicht. Die Mieten scheinen seit Jahren zu hoch zu sein, der Wegzug einzelner Händler und der daraus folgende Leerstand in der unmittelbaren Nachbarschaft hat außerdem eine gewisse Sogwirkung – wenn es nicht genügend Läden gibt, kommen die Leute auch nicht mehr zum Einkaufen in die Straße. Neue Händler scheuen die zu langfristigen Verträge, hört man, doch die Vermieter hoffen und vertrauen auf die Zeit, die ihnen vielleicht doch noch solvente Langzeit-Mieter bringen wird.
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Vreitagsvers, der fünfundvierzigste

kapitän geht, präsident bleibt

der präsident war angezählt
von vorne wind, im rücken wand
zur demission schon fast gequält
da ging ein kapitän an land

die zeitung freut sich: neue sau!
sie wird wie wild getrieben
der wulff frohlockt in seinem bau
das amt scheint ihm geblieben

denn journalisten, wie man weiß
sind nicht nur faul und hässlich
verlogen, käuflich (je nach preis)
dazu kommt: sehr vergesslich

das multitasking nicht ihr spiel
die hirne weich vom vino
zwei bösewichte sind zu viel
der wulff heißt jetzt schettino

Zuhause, auf Zwölf Zeilen zur Zeit, zockt Ingo Neumayer tagtäglich so lange mit der deutschen Sprache, bis sie ihm einen sinnigen Reim spendiert.
Vreitags gibt er auf Spreeblick einen aus.

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Podcast 322: Interview mit Kraftklub

kraftklub

Ich mache ja kaum noch Band-Interviews, meistens weiß ich nämlich einfach nicht, was ich die Künstler fragen soll. Bei Kraftklub, deren erstes Album „Mit K“ ab Freitag, den 20. Januar 2012 erhältlich ist, war das aber sehr anders und deshalb begab ich mich heute nachmittag in das Kreuzberger Management-Büro der Chemnitzer, um mit Felix, Steffen und Max über eben jenes Album, Ostrock, deutsche Texte, Rock (und Roll), Eltern (haben und sein), die Ritalin-Generation, Sido und einiges mehr zu plaudern. Das Gespräch gibt es in voller Länge hier:

MP3, 29:24, 42,4 MB

Mehr Kraftklub bei Spreeblick gibt es hier und auch hier.

Kraftklub bei Tumblr und bei Facebook.

Kraftklub bei Amazon (Partnerlink)
Das Album bei iTunes (Partnerlink)

Das Interview jetzt auch bei Soundcloud:

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Mittwoch: Anti-SOPA Blackout Day

Am kommenden Mittwoch, den 18. Januar 2012, wird Spreeblick von 8 Uhr bis 20 Uhr nur eine schwarze Seite mit etwas Text zeigen. Wir schließen uns damit dem Protest vieler internationaler Websites gegen US-amerikanische und europäische Internet-Zensurvorhaben an, die größtenteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen werden sollen.

Für WordPress-Blogs, die sich ebenfalls beteiligen wollen, gibt es hier ein simples Plugin.

UPDATE Sieht so aus, als wäre SOPA in der vorliegenden Version vorerst vom Tisch [via]. Bleibt noch ACTA. Und die Online-Demo ziehen wir trotzdem durch.

UPDATE Die Digitale Gesellschaft hat einige Infos zum Thema ACTA gesammelt.

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The Wulff of Germany

In den vergangenen zehn Jahren bin ich mit vielen Politikern in Kontakt gekommen. Anfangs haben mich ihre Reden fasziniert. Irgendwann fand ich sie zynisch und schließlich widerlich. Mit Menschen, die auf Macht aus sind, stimmt etwas nicht. Sie sind regelrecht psychisch krank.

Diese Sätze stammen aus einem FR-Interview mit der iranischen Filmemacherin und Persepolis-Autorin Marjane Satrapi. Neben ihrer Abneigung gegen Machthungrige beschreibt Satrapi in dem Gespräch, wie sie ihre politischen Aktivitäten auf kulturelle verlagert hat. Das klingt hier und da etwas esoterisch, doch die grundsätzliche Frage stellt sich Frau Satrapi ja nicht als Erste oder gar Letzte: Was ist wirklich politischer? Ein Blogbeitrag gegen S21 oder ein Lied, das jemanden zum Weinen bringt?

An die letzten Wochen im deutschen Medien- und Netzland angepasst und daher etwas anders gefragt: Welche Show bewegt mehr? Die mit Wulff oder die mit ProSiebenSat1? Ich stimme für die letztgenannte.
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Neujahrssortierung

CDs

Ich verkürze mir die Wartezeit auf den Rücktritt des Bundespräsidenten mit dem Aussortieren von CDs. Welche muss gehen? Welchen Vergehens haben sich die Künstler schuldig gemacht? Und während ich richte und sortiere, versuche ich zu verstehen, nach welchen Kriterien ich vorgehe – und scheitere daran.
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It’s the end of the year as we know it

Den Rückblick auf 2011 überlasse ich denjenigen, die als Chronisten viel gewissenhafter arbeiten als ich. Sie können dabei nur auflisten, denn die schiere Menge der verfolgbaren Weltgeschehnisse im vergangenen Jahr macht eine Beurteilung zum jetzigen Zeitpunkt geradezu unmöglich. „Wie ist das alles zu fassen?“, fragt die FR zurecht und weiß natürlich, dass die korrekte Antwort lautet: Gar nicht. Die Masse an Informationen und Meldungen überfordert uns, und so wird der erneute Umsatzrückgang im Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt einmal nicht dem Internet zugeschrieben, sondern einer allgemeinen Abkehr vom Nachrichtenwesen. Wenn alles eh nicht mehr zu fassen ist: Why bother? Und Google Zeitgeist schließlich beweist: Wenn uns die Welt nicht gefällt, dann bauen wir uns eben eine neue. Minecraft blieb das gesamte Jahr in der Topliste der Suchbegriffe.
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Podcast 321: Interview mit Sven, Achterbahn-Experte

Nachdem Tanja und ich im letzten Podcast über Achterbahnen schwadroniert hatten, meldete sich Sven Lakemeier bei uns und bot Hilfe bei weiteren Fragen an, denn er beschäftigt sich seit längerer Zeit und intensiver mit dem Thema. Vor wenigen Tagen nun war Sven in Berlin, kam bei uns im Büro vorbei und wir plauderten etwa eine Dreiviertelstunde lang über Achterbahnen. Den Mitschnitt hört ihr im Podcast:

MP3, 42:27, 61MB

Weiterführende Links:

Die Achterbahndatenbank rcdb.com.
Bei Coaster-Count kann man seine gefahrenen Achterbahnen notieren.
Der „Freundeskreis Kirmes und Freizeitparks e.V.“ ist der größte deutsche Verein in dem Gebiet.
Wer noch Fragen hat, kann sich via Twitter gerne an Sven wenden: @svenlakemeier.

Und für Achterbahnvideoabende empfehlen wir: themeparkreview.com.

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Beim Arzt (Teil 3)

I live by the river!- Werbung in eigener Sache -
Der folgende Text und 14 weitere Kracher der Unterhaltungsliteratur befinden sich in dem eBook „I live by the river!“, das man hier für lächerliche € 0,99 kaufen kann und auch soll! Infos dazu gibt es auch hier.
- Ende der Werbung in eigener Sache -

Previously on Beim Arzt:
Teil 1
Teil 2

Die Lunge ist gesund, und darüber bin ich sehr froh. Dabei gibt es ja noch jede Menge anderer Krankheiten von interessant bis lebensverkürzend, die mein Arzt diagnostizieren könnte, und auf keine davon bin ich besonders scharf. Ich bin nämlich entschiedener Gegner von Krankheiten, sogar aktiv. Auf meinem Auto klebt hinten ein Aufkleber mit der durchgestrichenen Skizze von einem hässlichen Virus, darum ranken sich die Worte „Siphoviridae – Nein, Danke!“. Damit unterstütze ich die weltweite Ächtung aller Krankheiten, und wenn das mehr Leute machen würden, dann wäre bald Schluss damit! Hat ja bei Atomkraft auch geklappt.

Zurück in der Arztpraxis fiebere ich (haha) meinem Abschlusstermin entgegen, und ein klein wenig aufgeregt bin ich nun doch noch einmal.
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Vreitagsvers, der vierundvierzigste

hiding

klagelied einer duckmaus

wer bmw und porsche fährt
der frisst auch kleine kinder
die brut wird skrupellos verzehrt
wie curryhuhn beim inder

wer diesel und ed hardy trägt
von dem ist es erwiesen
dass er sehr gerne katzen schlägt
fies grinst wie liam neeson

wer nickelback und coldplay mag
der soll das land verlassen
so ist mein leben tag für tag
ich kann nix außer hassen

wenn jemand anders denkt als ich
geschmacklich oder ethisch
dann werde ich zum wüterich
zumindest theoretisch

denn wahr ist das: ich komm gut aus
mit allen jungs und damen
konflikt und streit sind mir ein graus
ich sag stets ja und amen

nach außen grins ich. innen flammt
die wut. ich hör sie schmatzen
und irgendwann wird sie mitsamt
der stummen hülle platzen

Zuhause, auf Zwölf Zeilen zur Zeit, zockt Ingo Neumayer tagtäglich so lange mit der deutschen Sprache, bis sie ihm einen sinnigen Reim spendiert.
Vreitags gibt er auf Spreeblick einen aus.

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