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Harhar-Ausfall

Das ist doch nicht mehr lustig.

Schon okay, Jürgen Klopps Haartransplantation braucht natürlich die 17-Klick-Fotostrecke. Und die Auslosung für die Champions League … Topmeldung, verstehe ich. Der Wahl-Slogan der SPD? Irre spannend, interessant, diskussionswürdig, na sicher. Ich denke schon den ganzen Tag an nichts anderes mehr.

Aber dass seit heute Morgen die weniger wichtigen Meldungen anscheinend völlig von den Startseiten der Nachrichtenportale verschwinden, finde ich trotzdem ein bisschen traurig. Knapp 30.000 Atommüll-Fässer im Ärmelkanal sind natürlich nichts ungewöhnliches, ist auch egal, wer dafür in den 50ern und 60ern verantwortlich war, und wenn man sich mit den Handflächen ganz doll auf die Ohren haut, dann weiß man nach wenigen Stunden: So etwas wäre heute gar nicht mehr möglich. Schließlich werden inzwischen ja sogar Hausmülltonnen per Video überwacht, damit anständig getrennt wird.

Und dass die andalusische Regierung soeben ein Gesetz erlassen haben soll, welches Banken nicht nur zu einer Strafzahlung bei nicht vermieteten Wohnungen zwingt, sondern selbige Banken auch noch für drei Jahre ihrer Immobilien enteignet, um Zwangsräumungen bei sozialen Härtefällen zu verhindern … naja. Das ist sicher wieder so ein Unfug, der nur in wenigen Blogs steht. Muss man nicht thematisieren.

Im Ernst: Weiß jemand näheres über dieses andalusische Gesetz, den Wahrheitsgehalt der Meldung und wie rechtssicher bzw. durchsetzungsfähig das Ganze wäre/ist?

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Bestandsdatenauskunftsaufnahme

lebowski

In Douglas Adams’ Per Anhalter durch die Galaxis beschweren sich die Einwohner der Erde über die anstehende Sprengung ihres Planeten durch die Vogonen. Diese können aber nur den Kopf schütteln ob der Proteste der Menschen: Die Pläne für den Bau der galaktischen Umgehungsstraße, für die nun die Erde weichen muss, hätten schließlich im Vorfeld lang genug im Planungsbüro auf Alpha Centauri ausgelegen. Für Einspruch wäre es jetzt zu spät.

Man fühlt sich oft wie der menschliche Held des Buchs, Arthur Dent, wenn es um Netzpolitik geht. Man glaubt vielleicht, beim Thema Leistungsschutzrecht für Presseverleger noch relativ gut informiert zu sein (als würde das in Entscheidungsfragen irgend etwas ändern), spätestens aber bei der gestrigen Entscheidung des Bundestags zur Bestandsdatenauskunft bleibt einem nur ein von Fragezeichen umgebenes WTF als Reaktion übrig. Zwar hatte Netzpolitik.org schon im Oktober 2012 auf den Gesetzentwurf hingewiesen, aber nach Hinweisen auf die offenbar äußerst umfangreichen Änderungsplänen in den Massenmedien – beispielsweise in den TV-Abendnachrichten – sucht man vergeblich.

Vielleicht müssen wir häufiger nach Alpha Centauri reisen, um rechtzeitig informiert zu werden über das, was der Bundestag in Sachen Internet plant. Vielleicht hätte man dann genügend Zeit, sich über diese Pläne zu informieren. Denn vielleicht wird ja auch alles zu heiß gekocht, vielleicht überhören wir die ruhigeren Stimmen.

Vielleicht leben wir aber auch längst in einem Überwachungsstaat.

Wir werden es wohl erst dann wissen, wenn zu spät ist oder der ganze Kram mal wieder von Karlsruhe gestoppt wurde. Solange aber Entscheidungen mit derartigem Aufregungspotential immer und immer wieder weder anständig kommuniziert noch erläutert und diskutiert werden, bleibt das Misstrauen gegenüber den Verantwortlichen bestehen. Und zwar zu Recht.

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Haben Sie Tattoos?

UPDATE Bitte verfolgt auch die Kommentare hier, es gibt einige Zweifel an der Echtheit des unten verlinkten Artikels. Falls ich einem PR-Fake aufgesessen bin, bitte ich um Entschuldigung.

UPDATE 2 Die Anklage wegen Verbreitung von Pornografie war echt (Dokumente liegen uns vor), wurde aber mittlerweile eingestellt.

Mein Original-Post:

Was passiert wohl, wenn man bei der Polizei Anzeige wegen massiver Bedrohung der eigenen Person im Internet erstattet?

Richtig geraten: Man fängt sich unter Umständen selbst eine Anzeige ein.

Die ganze, unglaubliche Geschichte bitte im freidimensionalblog lesen.

Mag sein, dass die Polizei hierzulande mehr Befugnisse braucht, um im Internet ihre Arbeit verrichten zu können. Zuerst wäre erhöhte Kompetenz aber sicher auch schon sehr hilfreich.

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Leave Katja R. alone

Stefan Niggemeier hatte vorgelegt, die FAZ nimmt sich des Themas an, doch der beste, großartig geschriebene Kommentar zu den Reaktionen auf den Auftritt von Katja Riemann in der NDR-Sendung “DAS!” stand gestern in der Süddeutschen Zeitung und ist leider noch nicht online verfügbar.

Und ich ärgere mich, dass ich mir nicht vorher die Zeit genommen habe, um auf die Facebook-Kommentare zum Video der Sendung zu reagieren. Als ich den Clip sah, musste ich mich wie sicher viele andere zum Weitersehen zwingen, aber meine ganze Sympathie ging – auch, wenn mich das selbst überraschte – in Richtung Katja Riemann. Wäre ich an ihrer Stelle gewesen, hätte ich das Gespräch bereits nach den ersten Minuten beendet, so unerträglich empfand ich die Sendung.

Doch bei Facebook wurde größtenteils nicht etwa der fies schleimige, unvorbereitete und völlig uninteressierte Moderator Hinnerk Baum­gar­ten kritisiert. Sondern Spott, Häme und Schlimmeres ergoss sich über Katja Riemann. Weil die ja sowieso als “schwierig” gilt.

Deutschland, du missgünstiges Arschloch, gib mir bitte mehr schwierige Künstlerinnen und Künstler, die kein Karriere-Desaster befürchten müssen, wenn sie die Eier haben, Leute wie Baum­gar­ten einfach sitzen zu lassen. Denn sonst vertreibst du sie. Mal wieder.

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Geld ausgeben mit Blogs

Ich hab’s gerade mal überschlagen: In den letzten zehn Jahren haben wir hier rund 10.000 Euro ausgegeben für Anwalts- und Gerichtskosten bei Rechtsstreits im Zusammenhang mit Spreeblick-Artikeln. Die vielen Arbeitsstunden nicht mitgerechnet.

Juristische Auseinandersetzungen sind für große Medienhäuser Alltag, weshalb sie eine Rechtsabteilung und entsprechende Rücklagen haben. Für einzelne Blogs und Blogger kann eine Klage oder Abmahnung jedoch schnell den finanziellen Ruin bedeuten, weshalb auch wir oft am Ende klein beigeben und Artikel “entschärfen” oder gar löschen mussten, da wir uns eine Fortsetzung der Auseinandersetzung ganz einfach nicht leisten konnten. Und das, obwohl wir im Gegensatz zu vielen anderen Blogs Einnahmen haben. Denn man kann sich noch so sehr im Recht wähnen: Gegen eine Klage muss man sich erst einmal wehren, Anwalt und Gerichtsprozesse müssen (vor)finanziert werden und ob man am Ende wirklich Recht und damit seine Kosten erstattet bekommt, ist auch schon mal ein bisschen abhängig von der Tagesstimmung aller Beteiligten und vor allem davon, welche der streitenden Parteien den längeren Atem hat, um alles in die Länge zu ziehen. Wenn das 15.000-Euro-Schwert über einem baumelt, löscht man dann deshalb vielleicht doch lieber einen Artikel, statt um sein Recht zu kämpfen.

Mein vollstes Verständnis hat Florian Freistetter daher, der seinen Science-Blog-Artikel über Sternenlicht-Juwelen vorsichtshalber entfernt hat, nachdem eine Firma ihn rund vier Jahre nach Erscheinen eines Artikels zur Änderung desselben bewegen wollte. Und meinen noch größeren Respekt hat er, weil er gleich einen neuen Text zum Thema geschrieben hat.

Es tut weh, aber: Bei Blogposts über Unternehmen oder Produkte sollte man als Bloggerin oder Blogger nicht davon ausgehen, dass den Text wahlweise keiner liest oder dass sich nach Jahren niemand mehr dafür interessiert. Spätestens, wenn das Thema SEO eines wird, starten gerade die etwas merkwürdigen Buden gerne eine Art “Web-Bereinigung” und versuchen, alles unliebsame aus dem Netz zu entfernen.

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MBLN-Interview

Sven Vollbrecht hat mich für sein MBLN-Interview-Projekt vor die Kamera gesetzt und mir einige Fragen zugeworfen, die ich mir selbst noch nie gestellt hatte – was man an den Antworten merkt (hinterher fallen einem ja immer die viel klügeren Sachen ein!), besonders im Fall des Themas “Mannschaftssport”.

Dabei geht es in erster Linie um einen Bereich, in dem ich mich weitaus wohler fühle: Um Musik nämlich.

Und: Ich habe eine Mütze auf!

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Podcast 328: Interview mit Stefan Zilch von Spotify

Es hallt dann doch etwas, und wenn mittendrin Marcel Grobe etwas sagt, der gefühlte zwölf Meter vom Mikro entfernt saß, dann versteht man nicht sooo viel, aber ich hoffe, ihr habt trotzdem Spaß am Gespräch mit Stefan Zilch, dem Geschäftsführer von Spotify Deutschland (korrekter: DACH).

Ich konnte so gut wie alle eurer Fragen unterbringen, ob ihr mit den Antworten zufrieden sein werdet, müsst ihr natürlich selbst beurteilen.

Vielen Dank noch mal für den Input auf allen Kanälen!

Spreeblick-Podcast 328 (MP3, 00:44:51, 43MB)

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Podcast übers Netzgemüse

Kaum vom Kränkeln erholt geht es auch schon wieder los mit diesem Arbeiten, von dem man so viel hört … die re:publica-Vorbereitungen laufen auch Hochtouren und Tanja und ich sind außerdem gut unterwegs in Sachen Netzgemüse. Hier ein Podcast zum Thema, den @Jormason letzte Woche in Hamburg für ffluid aufgenommen hat. Auch mit dabei: @kassanja und @CarolinN!

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Links liegen lassen. Nicht.

Nach einer Woche Grippe (meiner allerersten, glaube ich) nun eine Lungenentzündung. Blöd. Und langweilig.

Und so liege ich hier rum und erfreue mich an dem großartig aufgezogenem Hype rund um die Mailbox-App und daran, dass nur noch 485.126 Leute in der Schlange vor mir sind. Und ich versuche meinen Kopf klar genug zu halten für ein paar Links, über die ich in den letzten Tagen gestolpert bin, und die ich nicht einfach in meinem neuen Lieblingsbookmarkwerkzeug liegen lassen mag.
Read on my dear…

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Heute

Ihr kennt das. Diese Gedanken an eine alte Freundin oder einen alten Freund, die man seit Jahren nicht gesehen hat. Je später man sich verabredet, desto länger dauert das tolle Wiedersehen wahrscheinlich, denkt man, eine kurze Stunde Kaffeepause wäre doch nicht angemessen, nein, das muss schon ein Abend werden, aber die nächsten Abende sind schon alle verplant, und nächste Woche ist ja auch noch …

Ruft sie jetzt an. Oder ihn. Heute.

Denn das Leben hält nicht an.
Und morgen ist es vielleicht zu spät.
Und das tut dann dann sehr weh.

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#aufschrei

Drei Tage lang war hier der unkommentierte Twitter-Stream zum Hashtag #aufschrei zu sehen, denn ich hielt es im Rahmen der Debatte speziell als Mann für sinnvoll, einfach mal die Klappe zu halten und zuzuhören bzw. zu lesen.

Immerhin: Seit drei Tagen denke ich mal wieder konzentrierter über das Thema nach, stelle mein eigenes Verhalten und das meiner Freunde und Bekannten auf den Prüfstand, rede über Sexismus im Alltag – in erster Linie mit Tanja, aber auf einer Party auch mit anderen, Männern wie Frauen. Und ich beschäftige mich auch mal wieder mit der Frage, wie wir unsere Söhne so erziehen können, dass sie anderen Menschen mit dem nötigen Respekt begegnen und vor Stereotypen auf der Hut sind. Was so ein Hashtag doch bewirken kann.

Der #aufschrei sei sinn- und wirkungslos, las man an einigen Stellen. Nichts könnte falscher sein. Und ein weiterer Vorwurf, die Debatte sei überflüssig, wurde von der Jauch-Ausgabe am Sonntag Abend in der ARD bravourös widerlegt, als einmal mehr die Chance des Zuhörens, möglicherweise sogar der Suche nach Lösungen vertan wurde und die Generation Schenkelklopfer in Person von Günther Jauch, Hellmut Karasek und Wibke Bruhns versuchten, ein wichtiges gesellschaftliches Thema ins Lächerliche zu ziehen, während Silvana Koch-Mehrin, eine überraschend ruhige Alice Schwarzer und Anne Wizorek alias @marthadear (“Wir sind doch nicht von den Bäumen heruntergekommen, um uns wieder dorthin zurückzuziehen”) wahrscheinlich am liebsten einen Facepalm-Zirkel gebildet hätten ob der Ahnungslosigkeit, Ignoranz, Arroganz und reaktionären Haltung des Moderators und einem Teil seiner Gäste.

Erstaunlicherweise sagte dann Stern-Chefredakteur Thomas Osterkorn noch etwas, das weit mehr Applaus aus dem Publikum verdient hätte, als im TV zu hören war: “Wir Männer sollten uns so verhalten, wie wir uns wünschen, dass man unseren Frauen und Töchtern begegnet.”

Denn so einfach kann es manchmal sein, obwohl es – wie immer – viel komplizierter ist.

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FluxFM Spreeblick – Podcast (RSS)

Nachfolgend ein Update zu den letzten FluxFM Spreeblick-Shows (ich hatte hier die damals verfügbaren Sendungen eingebettet). Die Shows mit Gunter Dueck, Mark Chung, Katja Lucker und Frank Spilker könnt ihr nach dem Klick direkt hören. Und wer die Sendungen als Podcast abonnieren möchte, kann das dank des coolen FluxFM-Online-Teams jetzt auch tun.
Read on my dear…

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