Einer meiner Teilzeitschwager sagte einmal, es sei nur logisch, dass Nivea die beste aller Cremes ist, weil Beiersdorf schließlich mehr in die Entwicklung ihrer herrlich blau umfassten Hautschmeichler stecken könne als die kleinen Luxusmarken. Ich weiß ganz ehrlich nicht mehr, wie wir auf das Thema kamen, wahrscheinlich war das Wetter an jenem Tag zu neutral, um ein ausgiebiges Gespräch darauf fußen zu lassen. Mit meinen Schwagern ist es immer ein bisschen schwierig, sie sind entweder schüchtern oder verhalten sich wie Stefan Raab auf Kokain, manche können die Zustände sogar innerhalb von Minuten durchlaufen, deshalb rede ich mit ihnen stets nur über Themen, über die ein Konsens zu erzielen ist. Einmal machte ich den Fehler, über die Toilettengewohnheiten einer Freundin zu sprechen, woraufhin ich erfuhr, dass Schwager und Schwester noch nie gleichzeitig im Badezimmer waren. Ich will so etwas nicht wissen.
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Archiv
The Wunder of Nahrologie
Energiespartiere
Da liegt sie also, die Schande unserer Wohnung. Freunde werden uns verspotten und dann nicht mehr unsere Freunde sein, Trickbetrüger werden uns als leichte Beute identifizieren, Omas, die es nicht mehr halten können, werden vor unserer Tür ihre benutzten Windeln ablegen.
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Über den Umgang mit Weblog-Kommentatoren
Den Lesern, die sich auch die Kommentare bei uns anschauen, dürfte es aufgefallen sein: Uns wurde in den letzten Tagen mal wieder erklärt, wie die Welt nun wirklich funktioniert. Soweit ich es verstanden habe, waren es diesmal die Jesuiten, die die Welt im Griff haben. Im Verbund mit den Maltesern haben sie AIDS entwickelt und die Zwillingstürme zum Einsturz gebracht und Hitler und Stalin hatten natürlich auch ihren Auftritt. Es hat zugegebenermaßen ein gewisses Frustrationspotential, wenn man einen Beitrag verfasst, sich dann die Kommentare anschaut und feststellt, dass dort jemand gerade klingt, als würde er einen Anfall erleiden. Noch enttäuschender wird es, wenn die anderen Kommentatoren anfangen, auf den Tobenden einzugehen.
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Evangelisch ohne Taufe

Bild: ibjorn
Im Gegensatz zu mir ist meine Lieblingslektorin eine echte Heidin. Während ich - angeblich, um meinen kommunistischen (!) Großvater zufriedenzustellen, in Wirklichkeit aber, weil in meiner Mutter sich immer mal wieder ein dunkler Hang zum Aberglauben durchsetzte - getauft wurde, blieb sie vom segnenden Wasser verschont. Auch bei der Konfirmation war sie nicht.
Trotzdem muss sie jetzt aus der Kirche austreten. Aber der Reihe nach.
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Stinketaxi
Zu behaupten, das Taxi, in dem ich eben transportiert worden bin, hätte nach Katzenpisse gestunken, wäre eine Beleidigung für Katzen. Und doch war ich sicher, der infernalische Gestank müsse tierischen Ursprungs gewesen sein. Im Gegensatz zu meiner Lieblingslektorin, die bei Bedarf auf Mundatmung umstellen kann und dementsprechend nichts riechen muss, was sie nicht will, war ich dem olfaktorischen Gulag völlig ausgeliefert.
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Koexistenz mit dem schwachen Geschlecht
Anna ist immer angenehm pünktlich, aber gestern Abend war sie ein wenig zu pünktlich. Also andersrum unpünktlich. Zu früh. Sie wirkte gequält. Das lag nicht an ihren brutalen Rückenschmerzen, die bekam sie mit Ibuprofen in den Griff. Vor einigen Wochen hat Anna einen Iren kennengelernt, der so ähnlich wie ein großer deutscher Verlag heißt. Der Ire ist ein wenig zu klein für Anna und aus dem prosperierenden Irland geflohen, weil es dort mit der Arbeit nicht geklappt hat.
In die Welthauptstadt der Arbeitslosigkeit. Was vermutlich einiges über die Lebensplanungskompetenz des auch nicht mehr so jungen Iren aussagt.
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Vier Väter - Praktische Prüfung
Habt ihr einen Kindersitz auf euren Fahrrädern?
Goliath: Auf einem BMX-Rad?
Kain: Denke gerade darüber nach, mir ein Fahrrad zu kaufen, bei dem das
einfacher montierbar ist.
David: Der Sitz ist da, aber noch nicht angebracht.
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Vier Väter
Sie sind unsere nächsten Verwandten, sie sind beinahe wie wir in winzig und es gibt immer noch mehr von ihnen als man denkt. Mag man auch hoffen, dass der Blick auf sie mehr über uns selbst verrät, so muss man doch immer wieder feststellen, dass man von ihnen kaum etwas weiß. Ich rede nicht von Bonobos, ich rede von Kindern. Spreeblick, Deutschlands vermehrungsfreudigstes Weblog, hat Menschen gefragt, die wissen müssen, wie das denn nun so ist mit den Kindern. Väter.
Gänsefleisch mal ihr’ Prostata zeigen?
Es ist nicht völlig abwegig, die Geschichte, die Manniac gerade erlebt, haarsträubend zu nennen.
z.Hd.v. Herrn Schweinehund, Innere Abteilung
Sehr geehrter Herr Schweinehund,
mir ist durchaus bewusst - Sie setzen mich schließlich täglich in Kenntnis darüber - dass Sie im vierten Jahr hintereinander unbesiegt in den Kategorien Aussitzen (breitärschig, Rückenlage und mit hochgezogenen Knien), Randalieren und Diskutieren sind.
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Bauschismus
Vielleicht, weil Frauen die Welt beherrschen und die bestangepassten Männchen auch Mutterinstinkte entwickeln. Vielleicht, weil keine Kinder mehr geboren werden und wir alle dadurch unterzuckert sind. Vielleicht, weil Steve Jobs es so entschieden hat. Wer weiß. Fest steht: Cute ist das neue sexy.
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Bedenkliche Kleidung - Drittes Kapitel
Solche Kleidungsstücke sind immer Geschenke. Nach was hat hier der Schenkende (Vater meiner Lieblingslektorin) im Laden gefragt, um dieses Mysterium zu erhalten? Welches Tier musste dafür sterben? Und wie sieht der passende Gesichtsausdruck des Beschenkten aus?
Fooligan wurde beraubt, geschändet, gebrandschatzt. Und jetzt ruft keiner an.
Das Internet ist ein Ort, an dem es viele Missverständnisse gibt. Longtail hat zum Beispiel nichts mit Viagra-Werbung zu tun, ein Bundestrojaner verhindert keine einstürzenden Neubauten und nicht alles, was ein Text ist, kann einfach so geklaut werden.
Fred hatte auf Fooligan einen Artikel über Roque Santa Cruz geschrieben, der den Machern des Fußballblogs der Espace Media Group so gut gefiel, dass sie ihn mit kleinen Änderungen einfach übernommen haben.
Auf seine Mail hat er leider bis jetzt keine Antwort bekommen, dabei hätte er doch kostenlos erklären können, was es mit Creative Commons auf sich hat.
Just a perfect morning
Aufstehn. Kopfschmerzen. Zähne schmecken frisch geteert. Wo war mein linkes Bein nochmal? Ins Bad. Blick in den Spiegel. Haare wie in der Friteuse gewaschen, Augenringe wie Mick Jagger. Irgendwas stinkt hier. Ah, das bin ich. Duschen.
Zaza: Du siehst aus wie Martin Walser. Read on, my dear…
Die Melancholie des Don Dahlmann
Ich habe ca. 250 deutschsprachige Blogs abonniert, und in vielen geht es zu, wie am Reklamationsschalter eines schwäbischen Möbelhauses. „Da ist Farbe abgeplatzt!“, „SIE HABEN EINE NUSS ZU WENIG GELIEFERT!!!1!“, „Das nennen sie ein Spaltmaß?“
Don Dahlmann mag nicht mehr so recht bloggen. Ich kann Don Dahlmann gut verstehen.
Sekundenschaf
Der bisher dümmste Moment meines Lebens war, als ich Fernsehbilder von Langstreckenapnoetauchern sah und mich fragte, woher man denn nun wisse, ob sie nicht betrügen und vielleicht doch atmen. Unter Wasser.
9to5
Ich: Beim Tischtennis haben wir nicht gut ausgesehen.
Max: Also ich habe sehr gut ausgesehen. Nur gespielt habe ich Scheiße.
Für dich hast du aber Recht.
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Oder beim Verfassungsschutz
Gestern habe ich einen alten Bekannten gesucht, den ich seit ungefähr 16 Jahren nicht mehr gesehen habe. Weder bei Xing noch bei Google ließ er sich finden. Ist es übertrieben, davon auszugehen, dass er tot ist?
Acht Vorurteile über Berlin
1. In Berlin leben Berliner.
Das ist im Grunde kein echtes Vorurteil mehr, weil jeder, der schon einmal in Berlin war, weiß, dass es zwar Kinder gibt, die in Berlin die Schattigkeit der Welt erblickten, diese aber niemals von Eltern stammen, die ebenfalls in Berlin geboren wurden. Wird man als Berliner geboren, will man irgendwann in eine richtig große Stadt, also nach New York, Paris oder Karlsruhe. Oder man stirbt aus.
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Bedenkliche Kleidung - Zweites Kapitel
Dieser Fall ist schon etwas schwieriger. Ich hatte diese Barbour-Jacke bereits vor meinem Germanistik-Studium. In den germanistischen Proseminaren war es verständlicherweise eine Freude, mittels dieser Jacke auf den ersten Blick gehasst zu werden.
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Max und ich
Ich: http://www.spreeblick.com/wp-admin/xxxx
lies da mal bitte gerade drüber, ich gehe aufs klo und möchte dann eine blendende idee
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Bedenkliche Kleidung - Erstes Kapitel
Fangen wir mit etwas Leichtem an. Was meint ihr - ist dieses T-Shirt a) unideologisch tragbar, b) ideologisch untragbar, c) ideologisch tragbar oder d) unideologisch untragbar?
Ich weiß gar nicht, wie ich es sagen soll
Es verhält sich jedenfalls folgendermaßen:
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Technische und ästhetische Schwierigkeiten des Bloggens unter Aufsicht von Geschmacksstalinisten
Ich darf hier nichts.
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Klüger Clubben
Einen Kompromiss über die europäische Verfassung zu finden zwischen durch Gräben getrennten Staaten, wobei die Gräben mit Millionen von Toten aufgehäuft sind, ist von kindlicher Einfachheit im Vergleich dazu, sich mit sechs Menschen, von denen fünf zu früh mit Mixgetränken angefangen haben, über ein Ausgehziel zu verständigen. In Berlin. Wo doch so viel geht, dass man - egal, wohin man geht - immer etwas verpasst.
Zur Wahl stehen das Weekend, das Watergate, das Golden Gate. Das in der Spreeblick-Mailingliste bewährte Verfahren (jeder zwei Stimmern, ein Vetorecht) wird klar als Albernheit erkannt. Zum Schnick-Schnack-Schnuck kommt es nicht, weil eine Einigung über den Modus nicht erzielt werden kann. Also einfache Abstimmung, zunächst aber noch die wichtigsten Argumente.
30 - Ich muss das bloggen
Ich habe gerade einen Film geträumt, eine Mischung aus American Pie und 300. Es ging um einen heroischen Soldaten, der eine Ü-30-Party überlebte. Torsten Frings spielte auch mit. Höhepunkt des Films war die Szene, in der der Held seinen am Titel nicht ganz unschuldigen 30-Zentimeter-Penis in den Anführer der gegnerischen Party-Crowd rammte (und vorher die eigentlich für diesen Vorgang vorgesehene Heldin mit eben diesem Penis bedrohte - ja: bedrohte), da nur in dessen Darm das Überleben des Heldenspermas gesichert war.
Aber das will ich gar nicht erzählen. Und Freud bleibt jetzt mal außen vor.
Für mich bemerkenswert war, dass ich während des Films die ganze Zeit gedacht habe: Wie finde ich angemessene Worte für diesen Blick von Torsten Frings, wie beschreibe ich diese Szene. Wie blogge ich das.
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Na, wenn`s doch brennt
Das ist kein Joint. Ich rauche Tabak am liebsten in dieser Form. Für sich genommen noch nicht erwähnenswert. Allerdings ist es mir bekanntlich nicht gegeben, Papers konisch zu drehen. Da ich aber mit drei älteren Schwestern gesegnet war und ich es mir daher angewöhnt habe, in Momenten der Hilflosigkeit zu schauen wie ein Dackelwelp in den Fängen der chinesischen Küchenmeisterinnung, bin ich um die Dreherei bisher erfolgreich herum gekommen.
Heute aber, da ließ mich eine unachtsame Lektorin zigarettenlos zurück. Das da oben kam bei den dann einsetzenden Versuchen heraus. Und ein gebrochener Zeigefinger.
Der Cary-Grant-Winkel ist weg
Bis vor kurzem konnte ich wie jeder Mann dem Spiegel (dem glatten Reflektor, nicht der Zeitschrift) einen Winkel abtrotzen, in dem ich wie Cary Grant aussah.
Nachgeben oder nachlegen?
Angenommen, ihr seid in einer Kneipe und ihr werdet recht ausdauernd angepöbelt. Ihr reagiert nicht drauf, was die Pöbeleien nur hysterischer werden lässt. Ist es klüger, einfach nachzugeben, also seinen Mund zu halten und achselzuckend seiner Wege zu gehen oder würde die Welt dann von Schreihälsen regiert?



