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Archiv

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Kirsten Fuchs, Männerversteherin

Das werde ich nie mehr los und freue mich schon jetzt auf kommende verpfuschte Abendrot-Emomente!

Als letztes Jahr ein Schnee in dicken Flocken vom Himmel stob, da lehnten wir aneinander Arm in Arm am Fenster zur Südseite – ich wohne ganz oben über der lärmenden Stadt- über mir wohnt nur Herr Himmel. Dunkelstblö spannte der Abend seine Schwingen über uns um zum Nachtflug anzuheben – wir hatten den Tag über einen Stammstreit in mehrere Nebenstreits verästelt und bis in jedes kleien Zweiglein hineingestritten. Nun standen wir, des Uneins-seins übertrüssig beisammen, ich unter seinem Armdach – gereckt nach einem Kusse von seinen herrlich bartumstoppelten Lippen – schön wars und als es gerade schön war, sagte er „Zieh mal!“ und hielt mir seinen Finger hin.

Danke, Kirsten Fuchs!

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Lost in the supermarket

Der Supermarkt in der Nähe ist ein ganz normaler, einer von dieser mittelguten Sorte. Aufgeräumt und sauber, die Gänge lassen schonmal eine Handbreit mehr Platz, als für den Einkaufswagen nötig wäre, und dass hier nicht Frau Vonundzu einkauft, merkt man hauptsächlich daran, dass es nur Linie 0,5-Liter-Bierflaschen gibt. Da ist, wenn man’s mal ausrechnet, und wer tut das nicht, gerade in diesen Zeiten, einfach mehr drin.
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Peinlich, der Fitz, aber sowas von…

99 Prozent meines Verhaltens sind peinlich. Jahrelang dachte ich, es seien nur 93 Prozent, doch dann fand ich hinter meinem Bett etwas, dass mich zwang, neu zu rechnen.

Ihr wollt nicht wirklich wissen, wie’s weiter geht!

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Ein Jahrzehnt zog an mir vorbei – die 00er-Jahre

1999 war ein beliebter wie blöder Abi-Spruch „Nach uns die Nullen.“ Arrogant gegenüber jüngeren Mitschülern, aber irgendwie passend für die dann folgenden zehn Jahre. Denn mal ehrlich: War was? Also im Sinne eines erhebenden kulturellen Mythos. Goldene Zwanziger und so?
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Frank Schirrmacher: Now panic and freak out

Wenn der Psychologe Peter Kruse im SZ-Interview meint, „Herr Schirrmacher begeht in seinem Buch einen erstaunlichen Denkfehler durch die Einseitigkeit der von ihm gewählten Perspektive“, dann könnte das vermutlich auf jedes Buch von Frank Schirrmacher zutreffen. Gemeint ist in diesem Fall aber das aktuellste Werk des FAZ-Mitherausgebers, ein Buch darüber, dass Herrn Schirrmacher das mit dem Internet alles zu viel ist. Massenweise Einladungen zu den Talkshows des Mediums derer, denen das mit dem Internet alles zu viel ist, werden folgen und wir müssen ein weiteres Mal die unsägliche Debatte über uns ergehen lassen, die seit mindestens 1995 geführt wird: Dass das mit dem Internet alles zu viel ist. Wir werden alle sterben.
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60

Ein letztes Wort zu Winnenden


Der sogenannte Amoklauf in Winnenden hat eine ganze Flut an erklärbärigen Artikeln mit sich gebracht, da will ich nicht nachstehen. Die einen haben versucht zu erklären, warum „so etwas“ überhaupt passieren konnte und sind dabei nicht sehr weit gekommen: wegen eventueller Depressionen des Täters, weil er vielleicht gemobbt worden war, es könnte aber auch mit irgendwelchen Killerspielen zu tun haben, oder aber das Internet war Schuld, unter Umständen. Der bessere Teil der Artikel hat sich damit befasst, wie schamlos verschiedene Formate versucht haben, ihre Kaffeesatzpsychologie zu stützen. Es ist so ziemlich alles abgegrast und wiedergekäut worden, was an schnell verdaulichem vorhanden war. Nur eine Frage hat sich dabei hinter den Halmen dünne gemacht: Was, wenn der sogenannte Amoklauf gar nicht so krank und unerklärlich war?

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317

Bundesprüfstelle indiziert Blog

(Hinweis: Ich habe nach langer Überlegung beschlossen, an dieser Stelle kein Bild eines „Pro-Ana“-Mitglieds zu posten)

Erstmals hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) ein Weblog indiziert. Und für einige Blogs und Kommentatoren steht fest: Hier findet willkürliche Zensur statt, gegen die man sich zur Wehr setzen muss!

Überraschenderweise sehe ich das anders. Sehr.
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21

Cashpoint Charlie – Das Mauermuseum Berlin

Der älteste Sohn soll einen Schulvortrag über den Checkpoint Charlie halten. Was also liegt näher, als den historischen Ort mit ihm zu besuchen und sich im Mauermuseum Geschichte näherbringen zu lassen? Gedacht, getan. Und bitter bereut.
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Was sich verändert hat, seitdem Christian Klar ins Gefängnis gekommen ist

Politik
Wenn man Christian Klar vor 25 Jahren gesagt hätte, dass im Jahr 2008 bei Politologen, Wirtschaftswissenschaftlern und auch Politikern die Idee großen Zuspruch findet, Banken zu verstaatlichen, dass der Staat die Wirtschaft lenkt und Politiker der Autoindustrie vorschreiben, welche Autos sie auf den Markt zu bringen hat – er wäre in Triumphgeheul ausgebrochen.
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29

Spreeblick-Drogenführer Teil III: Legal erhältliche Naturdrogen

Teil I
Teil II

Alle legal erhältlichen Naturdrogen (deren Zahl recht unüberschaubar ist, weshalb ich mich hier auf einige Beispiele beschränke) haben gemeinsam, dass ihre Wirkung nicht abzusehen ist. Obwohl sie legal sind, werden sie nicht häufiger konsumiert als die illegale Droge Ecstasy:

2004 kam die Drogenaffinitätsstudie der BZgA zum Ergebnis, dass etwa gleich viele Zwölf- bis 25-Jährige Erfahrungen mit psychoaktiven Pilzen und Pflanzen gemacht hätten wie mit Ecstasy: jeweils rund 4 Prozent.

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Der Spreeblick-Drogenführer Teil II: Alkohol

Teil I

Alkohol macht dick, dumm und fleißig. Oder anders gesagt: Es gibt Tätigkeiten, die man ganz offensichtlich nur unter Alkoholeinfluss ausüben kann. Unter ungelernten Arbeitern, Freiberuflern, Selbständigen und Unternehmern ist älteren Untersuchungen zufolge der Anteil der Alkoholiker am höchsten. Für Frauen kamen die Studien zu einem besonders überraschenden Ergebnis: Dort gab es die meisten Alkoholikerinnen in den höchsten sozialen Schichten. Sowohl Unter- als auch Überforderung scheinen also zum Alkoholismus beizutragen. Read on my dear…

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Der Spreeblick-Drogenführer Teil I

Ein Drogenführer sieht sich zunächst einer ganzen Reihe von Fragen gegenüber. Zunächst: Hat die jeweilige Droge tatsächlich eine erwartbare spezifische Wirkung? Gerade auf staatlichen Aufklärungsseiten scheint daran kein Zweifel zu bestehen. Kokain wirkt aufputschend, Alkohol belebend, Cannabis sedierend. Read on my dear…

140

Warum eigentlich bringen wir Mörder nicht um?

Bei Anne Will sprach gestern der ehemalige Kopilot der Landshut Jürgen Vietor darüber, warum er sein Bundesverdienstkreuz anlässlich der Freilassung von Christian Klar zurückgegeben hat. Peter Scholl-Latour äußerte sein Verständnis und sagte, würden unsere Gesetze es erlauben, hätte er auch gegen die Todesstrafe für Klar nichts einzuwenden, worauf Vietor sagte, die Todesstrafe sei ja noch human, er müsse schließlich auch bis zum Ende seines Lebens unter den Taten der Terroristen leiden, ebenso die Opfer Klars, also solle auch dieser nichts als Gitterstäbe sehen bis zu seinem Tod. Sowohl Scholl-Latour als auch Vietor erhielten lauten Applaus vom Publikum.* Read on my dear…

77

Meine RAF

Wann immer es in den vergangenen Jahren um die RAF ging (und jetzt wieder zur Entlassung von Christian Klar, habe ich gemerkt, dass ich eigentlich Stellung beziehen müsste. Dass die Sache ja eigentlich ganz klar ist, aber etwas in mir etwas ganz anderes sagt. Weil die Wirklichkeit zu akzeptieren bedeutet, den zu verraten, der ich mit 15 war.
Der erste RAF-Anschlag, an den ich mich erinnere, war der auf Alfred Herrhausen. Ich muss davon wohl morgens im Radio erfahren haben, denn ich habe es noch recht klar vor Augen, dass ich auf dem Weg zur Schule äußerst beschwingt war.

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41

Die Denk-Krise

Als der Psychologe Norbert Bischof Assistent von Konrad Lorenz wurde, war seine einzige Aufgabe, ein paar Jungvögel großzuziehen. Ein Jahr lang wurde ihm ein volles Assistentengehalt dafür gezahlt, mit zwei jungen Blässgänsen durch die oberbayerische Hochmoorlandschaft zu spazieren. Niemand hatte erwartet, dass er mit einer Hypothese seine Arbeit beginnt, nicht einmal mit einer Fragestellung im Hinterkopf sollte er die jungen Gänse beobachten. Und doch erschütterten die Folgen dieses Jahres mit den beiden Gänsen die Fundamente der Psychologie. Read on my dear…

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Jonathan Haidt: Konservative und liberale Psyche

Jonathan Haidt, Psychologieprofessor mit dem Schwerpunkt ‘Moralforschung’, hat einen bemerkenswerten TED-Vortrag gehalten. Er destilliert aus der Gewichtung der fünf moralischen Werten (Care, Fairness/Justice, Loyalty, Respect, Purity) die politische Einstellung. Ob rechts, ob links, ob Mitte, das alles erklärt sich aus der Moral. Vortrag und einige sehr kritische Anmerkungen nach dem Klick.

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10

Myspace-Mädchen

Wenn die Wirklichkeit ein Schnappschuss ist, ist die Utopie ein Myspace-Mädchen.
Natürlich habe ich schon vom Myspace-Angle gehört, ich kenne Photoshop und im Allgemeinen bin ich auch kein Optimist und habe darüber hinaus genug Vorstellungskraft, um mir denken zu können, was sich in Wahrheit dahinter verbirgt. Aber wenn ich für einen Moment meine übliche Rolle als in geschlechtergerechter Sprache schreibendes Blog-Neutrum verlasse, dann drängt es sich auf festzuhalten, dass die Welt ein besserer Ort wäre, wenn alle Menschen aussähen wie Myspace-Mädchen.

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31

Zwei Kirchen in Nordneukölln

Die letzten Jahre waren keine guten für die traditionelle Kirche. Selbstherrliche Kirchenfürsten, der Erfolg der freikirchlichen Bewegung, Mitgliederschwund und zunehmende Bedeutungslosigkeit: so sieht sie aus, die Moderne. Und immer wieder die Frage, welche Bedeutung das Wort christlich heute noch hat: ein Besuch in zwei Kirchen in Nordneukölln.

(Alle Fotos (CC) Stefanie Lamm)

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Roger Kusch an der Grenze

In dem Kindergarten, in den ich gegangen bin, gab es extra-große Windeln, damit die Erzieherinnen nicht mit uns aufs Klo mussten. Es gab starke Beruhigungsmittel für die Unruhigen und wenn trotzdem jemand tobte, wurde er an einen Stuhl gebunden. Wenn wir nicht aßen, wurde uns der Löffel gewaltsam in den Mund geschoben, alles musste immer schnell gehen, geredet hat nie jemand mit uns.

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Elite

Dass der Begriff Elite umstritten ist, liegt in der Natur der Dinge. Denn wenn die einen die Auslese einer Gesellschaft sind, was sind dann die anderen? Überflüssig? Masse? Plebs? Elitenbefürworter bespötteln die typisch deutsche Elitenangst, während die Ängstlichen lieber nicht ins Kröpfchen wandern würden. Was ist nun mit der Elite? Brauchen wir Exzellenz im Bildungswesen?

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