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Wie es die Musikindustrie doch noch ins 21. Jahrhundert schaffen kann

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Anekdote zum Bild am Artikelende

Der Bundesverband Musikindustrie e.V., deutscher Ableger der IFPI (International Federation of the Phonographic Industry), hat die eigene Website überarbeiten, also mit Farbverläufen und Stock-Fotos von Mädchen mit Kopfhörern ausstatten lassen. Der vom Notizblog entdeckte und dort auch noch dokumentierte Stinkefinger in einer Flash-Datei ist verschwunden und so kann man nur vermuten, ob es sich bei dem Scherz entweder um einen durchaus wirkungsvollen PR-Gag (denn wer hätte sich sonst für den Relaunch interessiert?) oder um das Werk eines aufmüpfigen und nun vielleicht arbeitslosen Programmierers gehandelt hat. Meine Anfrage bei der zuständigen Agentur (Achtung, „witzige“ Startseite!) blieb bis heute unbeantwortet.

Egal: musikindustrie.de ist neu und präsentiert sich in „moderner Optik“. Schade nur, dass die Inhalte immer noch die alten sind.

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Wir Mädchen

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Bild: mirtyllareflexreflux

Vor ein paar Tagen habe ich mit einer alten Bekannten telefoniert, mit der ich gemeinsam zur Grundschule gegangen bin. Im Laufe des Gesprächs stellten wir fest, dass die Mehrheit der Leute, die wir beide kennen, in Therapie war oder ist. Depressionen, Borderline, psychophysische Erschöpfungszustände, CFS, alles dabei. „Was ist nur mit uns los? Warum sind wir alle so gestört?“, fragte sie. Ihre Erklärung für die psychische Konstitution unserer Generation war die drogensatte Ravezeit. Ich glaube, man sollte das Ganze nicht so hoch hängen. Heute geht man zur Therapie, früher überfiel man fremde Länder. Aber eine Theorie zu unserem Zustand habe ich schon. Geistig Gesunde ab hier bitte nicht weiterlesen.
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Friede den Drogen

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Bild via

Jeder erfahrene Drogenkonsument wird zustimmen: Es gibt niemals zu viele Drogen. Immer nur zu wenige. Das mag zynisch klingen, wenn man an ein Land wie Afghanistan denkt, wo Drogen vermutlich das Einzige sind, was im Überfluss vorhanden ist. Eine Bekannte, die einige Wochen in einem afghanischen Dorf verbrachte, erzählte, dass alle Männer des Ortes opiumsüchtig waren. Früher war es in Afghanistan üblich, dass alte Männer Opium rauchten. Durch die jahrzehntelangen Kriegswirren ist jedoch der kulturell erlernte Umgang mit der Droge entartet. Das ist ein Effekt, den man aus vielen zerstörten Kulturen kennt. Dasselbe Bild wie in Afghanistan hat man auch bei Amazonas-Indianern, wo ganze Stämme sich mit den Drogen zudröhnen, die früher nur die Medizinmänner zu sich nahmen.
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Selig sind die Reichen

Die Tatsache, dass es absurde Verschwörungstheorien gibt (Barschel wurde von Geheimdiensten ermordet, der 11. September von George Bush angeordnet, die Amerikaner waren nicht auf dem Mond), sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Interessenlagen gibt, aus denen heraus einflussreiche Menschen verhindern, dass die Öffentlichkeit die ganze Wahrheit erfährt.
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Nächste Ausfahrt – links einordnen

Das scheint sich ja zur Pandemie auszuweiten: Jetzt hat das Pinup-Girl der französischen Philosophie, der André Rieux des Bedeutungsvollen, Bernard-Henri Lévy, ein Buch geschrieben. Ce grand cadavre à la renverse. Toller Titel: Der wäre was für Godard gewesen, wenn er mit John Wayne hätte drehen wollen. Aber genug des Spottes, es wird ernst: Lévy nämlich, die Stirn in Falten und den Finger auf dieselben legend, verhandelt die Frage, was links sein heute noch bedeuten kann. Read on my dear…

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Eva Herman

Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit ähm mit dem äh Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er-Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68er [!] wurde damals praktisch alles das – alles – was wir an Werten hatten, es war ne grausame Zeit, es war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der äh das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, äh, aber es ist damals alles, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft.

Das Zitat oben gibt das wieder, was Eva Herman tatsächlich zur Vorstellung ihres Buches gesagt hat. Den mittlerweile in den Volksmund eingegangenen Satz: „Vieles war schlecht, zum Beispiel Hitler“ mitsamt dem Zusatz: „Aber einiges auch sehr gut, zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter“, hat sie also so nicht gesagt.
Weil sie sich von diesem, dem tatsächlich ausgesprochenen Satz, nicht distanziert hat, ist sie gestern bei Johannes B. Kerner aus der Sendung geflogen*. Die 68er haben Kinder abgeschafft. Was für ein Blödsinn. Wäre es jedoch verboten, bei Kerner Blödsinn zu reden, müsste man Abend für Abend eine leere Kulisse filmen. Blödsinn ist bei Kerner willkommen, die Sendung ist eine Oase des Blödsinns. Was war also los?
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Das Kreuz mit Mohammed

Die Satire darf alles. Darf alles. Alles. Dieses Credo summe ich morgens schon beim Zähneputzen. Eher als Selbstbeschwörung denn als Glaubensformel. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob man alles groß oder klein schreibt (die, die wollen, können das metaphorisch verstehen). Der schwedische Künstler Lars Vilks hat Mohammed als Hund gemalt (hier auf seinem Blog zu sehen). Verlinken wird übrigens vom Koran ausdrücklich erlaubt, nur falls jemand Bedenken hat. Es passiert das, woran man sich gewöhnt hat: Fahnen kleiner, aber wohlhabender, europäischer Länder brennen, angezündet von Menschen, die grad nichts besseres zu tun haben, als sich über Bilder zu erregen, die sie noch nie zu Gesicht bekommen haben, das Feuilleton spitzt die Federn und Berliner Blogger setzen sich ungekämmt an ihre auch nicht jünger werdenden PCs und versuchen sich an Grundsätzlichkeiten.
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Linker Neoliberalismus – mal was anderes

links

Man liest das und wundert sich. Dann schreibt mans hin und wundert sich noch mehr. Dann liest man ein paar andere Positionen, und irgendwann stellt man fest: Neoliberale Gedanken, ja, davon hat man jetzt ein paar aufgefangen. Bloß: Was ist an der Debatte eigentlich links? Was heißt das überhaupt noch: Links sein? Heißt das nett sein? „Kapital“ sagen? Marx lesen und ihn manchmal sogar verstehen, oder Bakunin, oder doch eher Gramsci? Sartre vielleicht? Kropotkin? Wer hat denn noch Antworten heute? Und worauf? Read on my dear…

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Der linke Neoliberalismus – Versuch einer Konkretisierung

links

In dem Manifest Linker Neoliberalismus – Was könnte das sein? Und warum eigentlich? Spinnen die? von Mercedes Bunz werden zwei schwer zu fassende Begriffe miteinander verknüpft, so dass man sich kaum des Eindrucks erwehren kann, hier ginge es lediglich darum, nach „Urbane Penner“ ein weiteres Buzzword zu kreieren. Aber im Allgemeinen werden Buzzwords unterschätzt. Der Evangelist Johannes hätte gesagt: „Denn im Anfang war das Buzzword und da stand es nun im Raum und es musste mit Leben gefüllt werden.“
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Disney-Welt: Ich will mehr Nacktheit

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Die seufzererregenden und nach dem neuesten Stand der Sportwissenschaft geformten Oberkörper jubelnder Spieler nach dem Torschuß bleiben uns seit dem 1. Juli 2004 verborgen. Seither gilt: Geht das Trikot über den Kopf, gibt es die gelbe Karte. Warum ist das so? Fußball ist ein Sport, der international vermarktet wird und in manchen Ländern ist nicht nur ein nackter Busen ein Skandal, sondern auch eine nackte Heldenbrust.

International agierende Konzerne richten also ihre Regeln nicht etwa nach den Traditionen der liberalsten Länder aus, sie neigen in die andere Richtung.
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Manhunt 2 – Recht auf Blutrausch

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Im Grunde kann ich über gewalttätige Videospiele nichts Erhellendes sagen. Das brutalste Spiel, durch das ich mich je gekämpft habe, war The Legend of Zelda – Twilight Princess. Ich habe eine unfassbare Anzahl von Gegnern getötet, fleischfressende Pflanzen, Riesenspinnen, Fledermäuse, brennende Totenköpfe, aber auch menschenähnliche Wesen. Aggressiv geworden bin ich dabei durchaus. Allerdings nicht beim Töten, sondern wenn ich zum hundertsten Mal in Lavaströme gefallen bin und ich das ganze Level von vorn spielen musste. Das Töten hat dagegen Spaß gemacht. Es war nur ein wenig zu einfach. Warum ich das erzähle?

Weil die Freiheit der Kunst und der Rede auf dem Spiel steht, weil Zensur ausgeübt wurde.

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StudiVZ: Auf Platz 1 gegruschelt

Als ich StudiVZ das erste Mal gesehen habe, dachte ich, es handele sich um ein Angebot der Katholischen Fachhochschule Gießen. Allein schon der Name. Studis, das sagen doch nur junggebliebene Streetworker und solche, die es werden wollen. Johnny hat sich dann mit dem Thema ein paar Mal beschäftigt, bevor es ihm zu langweilig wurde, fx3.org ebenfalls (das Blog wurde leider eingestellt), aber vor allem bei Don Alphonso konnte man erfahren, dass StudiVZ durchaus höhere Pläne hatte als auf den ersten Blick hin erkennbar. Diese schienen jedoch zum Scheitern verurteilt. Geschmacklosigkeiten eines der Gründerväter, Stalkinggruppen, Datenschutzprobleme.

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