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><channel><title>Spreeblick &#187; Positionen</title> <atom:link href="http://www.spreeblick.com/category/kategorien/positionen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.spreeblick.com</link> <description>I live by the river!</description> <lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 21:57:54 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3</generator> <item><title>Ihr Prepaid-Guthaben: 0,14 Euro [Updates]</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/02/09/ihr-prepaid-guthaben-014-euro/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/02/09/ihr-prepaid-guthaben-014-euro/#comments</comments> <pubDate>Thu, 09 Feb 2012 15:35:46 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=52000</guid> <description><![CDATA[<p><em><strong>ACHTUNG!</strong> Bitte lest die Updates am Ende des Artikels und die hilfreichen Kommentare unserer Leserinnen und Leser.</em></p><p>Mir ist die Ironie durchaus bewusst, wenn ich sieben Jahre nach dem Spreeblick-Artikel über <a
href="http://www.spreeblick.com/2004/12/12/jamba-kurs/">Jamba-Klingelton-Abo-Fallen</a> selbst in einer solchen oder einer ähnlichen stecke, und ihr dürft ruhig ein bisschen darüber lachen (um euch sofort einen strengen Blick von mir einzufangen).</p><p>Tatsächlich bin nicht ich selbst der Geschädigte, sondern mein ältester, natürlich über sämtliche SMS-Abo-Fallen aufgeklärter Sohn. Aber ich muss den ganzen Kram ja bezahlen.</p><p>Die Geschichte: Bereits zum vierten Mal in Reihe ist das Prepaid-Guthaben von je 15 Euro bereits nach einem Tag, quasi über Nacht, verbraucht. Wenn so etwas ein, zwei Mal vorkommt, dann denkt man als Vater: Na gut. Wird er wohl spät Abends heimlich doch noch zwei Stunden gequatscht haben. Wenn es ein drittes Mal passiert, glaubt man trotz Warnungen an ein vielleicht versehentlich abgeschlossenes Abo und versucht gemeinsam nachzudenken, bei welcher Gelegenheit das passiert sein könnte. Und beim vierten Mal ist man sich sicher, dass da was nicht stimmt.</p><p>Das Kind kann sich an keine Abos oder Sonder-SMS erinnern (kein juristisch haltbares Alibi, ich weiß), die SMS-Historie zeigt keine Sondernummern an, die Gesprächsliste keine längeren Telefonate. Man kann einzelne Einträge in diesen Listen natürlich löschen, ich gehe aber nicht davon aus, dass ich angelogen werde, denn ich habe erklärt, das so etwas tatsächlich schnell mal passieren kann, und dass auch Erwachsene auf Abo-Tricks hereinfallen, den Kurzen also wahrscheinlich kaum Schuld trifft. Es gibt keinen Grund zur Sorge vor Sanktionen.</p><p>Mobiler Datenzugriff ist vom Provider abgeschaltet und funktioniert auch nicht, ich hab&#8217;s überprüft. Ich habe außerdem vor wenigen Tagen den Einzelverbindungsnachweis freischalten lassen und hoffe dadurch in den kommenden Tagen auf Klärung der Abbuchungen, ich gehe eigentlich noch immer von irgendeinem Abo aus. Dennoch stelle ich fest, dass ich nicht mehr genug durchblicke, erst neulich las ich davon, dass es auch mobile Websites gibt, die auf die Handynummer zugreifen und Abbuchungen vornehmen können? Stimmt das und weiß jemand mehr darüber? Facebook schließe ich als Schadensquelle aus, denn ohne Kreditkarte oder PayPal geht da eigentlich gar nichts und die Eingabe der Mobilnummer auf irgendwelchen Sites oder bei Spielen wurde von mir sehr deutlich untersagt (auch das muss nichts bedeuten, aber ich vertraue auf die Einhaltung dieser Regel).</p><p>Vielleicht war er unachtsam, vielleicht hat er auch einfach nur Mist gemacht, der ihm jetzt peinlich ist (oder Sites aufgerufen, die man nicht so gerne beim Frühstück diskutiert), vielleicht trifft ihn aber tatsächlich überhaupt keine &#8222;Schuld&#8220;. Für aktuelle Hinweise darauf, wie solche Mobilfunk-Abbuchungen u.U. auch funktionieren könnten, bin ich daher sehr dankbar.</p><p><small>Und egal, was nun der wahre Grund für die Abbuchungen ist: Falls mir jemand sagen kann, wann die Welt endlich von diesen ganzen Arschloch-Geschäftsmodellen befreit wird, an deren Ende man nur &#8222;Na dann müssen sie halt das Kleingedruckte richtig lesen, steht doch da alles Schwarz auf Schwarz in 1-Punkt-Schrift&#8220; zu hören bekommt, dann kann er das bitte ebenfalls in die Kommentare schreiben, danke.</small></p><p><strong>UPDATE</strong> <a
href="http://www.heise.de/ct/artikel/Inkasso-auf-Fingertipp-1102753.html">Gut möglich, dass sowas hier die Ursache ist</a> … Danke an <a
href="https://twitter.com/#!/toverkamp/status/167642080141783040">Tobias</a> für den Hinweis! Abhilfe bei solchen Fallen: &#8222;Inkasso für Drittanbieter&#8220; beim Mobilfunkbetreiber abschalten lassen. Falls dieser dies anbietet.</p><p><strong>UPDATE 2</strong> So, noch mal der Reihe nach und hoffentlich verständlich für möglichst alle. Zunächst die Kurzversion für Nicht-Techniker.</p><p>Nach wie vor sind per SMS abgeschlossene Klingelton-, Handy-Spiele- oder Bilder-Abos, wie man sie z.B. auch in Kinder- oder Jugendzeitschriften beworben findet, immer noch oft ein Grund für rasante Abbuchungen von den Mobilfunk-Konten meist junger Menschen.  Kann man dies ausschließen, kommt jedoch noch ein anderes Abzocker-Verfahren in Betracht, das über Werbung in Apps funktioniert:</p><p>Wer auf einem Android-Smartphone oder einem iPhone eine in den meisten Fällen kostenlose App installiert hat, in der Werbung auftaucht, läuft mit dem Klick bzw. dem Antippen des Werbebanners (das danach eine bestimmte Website aufruft) Gefahr, bereits ein Abo abgeschlossen zu haben. Dieses Abo kann im schlimmsten Fall 2,99 Euro pro Tag kosten, hier gilt wie auch bei <a
href="http://www.spreeblick.com/2004/12/12/jamba-kurs/">Jamba damals beschrieben</a>: Die Kosten werden u.U. auch rückwirkend eingezogen – ist die Karte also tagelang leer, werden nach dem erneuten Aufladen die zwischenzeitlich angelaufenen Kosten für die letzten Tage, Wochen oder gar Monate abgebucht.</p><p>Das bedeutet in meinem und vielen anderen Fällen: Ich kaufe dem Sohn am Abend einen neuen Aufladecode im Wert von 15 Euro, dieser wird nach Eingabe ins Gerät auch als neuer Kontostand angezeigt. Und am nächsten Morgen ist die Karte wieder leer, obwohl nicht ein einziges Gespräch geführt wurde.</p><p>Ja, das ist Abzockerei im großen Stil und eine Sauerei. <a
href="http://www.heise.de/ct/artikel/Inkasso-auf-Fingertipp-1102753.html">Das Technik-Magazin c&#8217;t beschrieb das Verfahren im Detail bereits vor zwei Jahren</a>, aber nun kommen ja Eltern kaum zum Lesen, mir war der Kram bisher auch unbekannt. Zu den Unternehmen, die mit dem Verfahren arbeiten, gehören lt. c&#8217;t u.a. <strong>Ericsson IPX</strong>, <strong>MyDoo</strong> und <strong>W2Mobile</strong>. Die Anbieter der Apps selbst haben wenig bis nichts mit den Bannern und Abzockern zu tun, da sie die Einblendungen an Werbeunternehmen ausgelagert haben. Die Mobilfunkbetreiber verdienen zumindest kräftig mit, da das Verfahren nur funktioniert, wenn die Abzocker einen Vertrag mit dem Mobilfunkbetreiber haben. Natürlich ist das Ganze vordergründig eine &#8222;Micropayment-Lösung&#8220;, bleibt aber am Ende eine Makro-Schweinerei.</p><p>Was man sofort tun sollte: Den Mobilfunkanbieter kontaktieren und am besten schriftlich das <strong>&#8222;Inkasso für Drittanbieter&#8220;</strong> sperren lassen, dann sollten solche Abbuchungen nicht mehr möglich sein. Zum Zeitpunkt des c&#8217;t-Artikels ging das für alle Anbieter generell nur bei T-Mobile und Vodafone, bei E-Plus (Base) immerhin für jeden Abzockerverein einzeln. Per Twitter hat mir O2 vorhin mitgeteilt, dass man auch bei ihnen Drittanbieterdienste sperren lassen kann, falls jemand Hinweise zu den anderen Providern hat: Bitte gerne in den Kommentaren ergänzen!</p><p>Wer einen Einzelverbindungsnachweis für die betroffene Rufnummer hat, kann bei seinem Mobilfunkanbieter nachfragen, um welchen Anbieter es sich bei den ausgewiesenen &#8222;Mehrwertdiensten&#8220; handelt und diesen kontaktieren. Ich werde das tun und mein Geld zurück verlangen, denn Verträge mit Minderjährigen, noch dazu ohne sichtbare Anzeige von AGB und/oder Widerrufsbelehrungen, dürften kaum gültig sein.</p><p>Als hätte man nichts anderes zu tun, als sich mit solchen Arschlöchern rumzuärgern. Und, liebe Mobilfunk-Provider: Bitte nicht so scheinheilig tun. Ihr verdient bewusst ordentlich mit an dem Dreck, wisst durch zahlreiche Kundenbeschwerden Bescheid und könntet den Kram leicht stoppen. Es gibt garantiert sicherere und modernere Micropayment-Systeme als über WAP (ausgerechnet!).</p><p>Achja, eines noch: Die Banner mit solchen Fallen werden gezielt in Apps für Kinder und Jugendliche geschaltet. Natürlich.</p><p><small>Vielen lieben Dank an die zahlreichen Hinweise hier und per Mail und Twitter!</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/02/09/ihr-prepaid-guthaben-014-euro/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>18</slash:comments> </item> <item><title>Wintersport</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/02/05/wintersport/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/02/05/wintersport/#comments</comments> <pubDate>Sun, 05 Feb 2012 13:19:50 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51950</guid> <description><![CDATA[<p><div
class="labeledImage "><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2012/02/ski.jpg" /><p><a
class="license-cc" href="#"><span
class="text">J. Haeusler</span></a></p></div></p><p>Man trennt zwei Mikrowellengeräte vom Netz und legt die Geräte nebeneinander mit den Türen nach oben auf den Boden. Dann öffnet man die Türen und stellt je einen Fuß in je eines der Geräte, so dass die Türen an den Schienbeinen lehnen. Jetzt gießt man die Geräte mit Beton aus. Während der Beton durchtrocknet, bittet man eine zweite Person, einem zwei, drei Daunenschlafsäcke über den Körper zu ziehen und das Gesicht mit Klebeband zu umwickeln – die Augen bleiben dabei frei, werden jedoch mit Klarsichtfolie überdeckt. Motorradhelm und -handschuhe komplettieren das Outfit.</p><p>Als nächstes schultert man noch zwei mittelgroße Holzbalken und zwei leichtere Alu-Rohre, behauptet, man werde nun &#8222;Sport machen&#8220; und beginnt &#8222;Ski zu fahren&#8220;. Betoniert man seine Füße statt in zwei Mikrowollengeräte in einen einzigen Kühlschrank, nennt man das Ganze &#8222;Snowboarden&#8220;, Holzbalken und Alu-Rohre fallen dann weg.</p><p>Tatsächlich ist die Ausrüstung beim Wintersport das beste Argument dagegen. Denn der zeitliche und physische Aufwand und der Schmerz beim Anziehen, Tragen und wieder Ablegen des Equipments steht eigentlich in keinem vernünftigen, nachvollziehbaren Verhältnis zum Vergnügen. In Snowboard-Boots kann man sich zumindest noch halbwegs würdevoll zur Piste bewegen, in Skistiefeln ist das unmöglich und dauert etwa dreimal so lange, als würde man rückwärts auf allen Vieren zum Berg krabbeln. In einem Schlafsack natürlich.</p><p>Immerhin sehen aber alle Beteiligten beim Wintersport gleich lächerlich aus – manche sogar noch etwas lächerlicher – und sind durch Mützen, Gesichtsmasken, Schals und Helme zudem derart unerkennbar, dass man sich nicht zu sorgen braucht, zufällig jemanden zu treffen, der einen bis dahin respektiert hat.</p><p>Es müssen die gleichen Hormone sein, die Frauen dazu bringen, sich nach dem ersten Kind für weitere Nachkommen zu entscheiden. Angeblich vergessen sie nämlich die Schmerzen, unter denen sie das erste Kind geboren haben, sehr schnell, und so zwängt sich auch der Wintersportler jeden Tag erneut in seine Ausrüstung, als könne er sich an die Qualen vom Vortag nicht mehr erinnern.</p><p>Wer den Mensch für das intelligenteste Lebewesen der Erde hält, sollte die genaue Anzahl der Pinguine kennen, die sich freiwillig in Ketten legen und dann versuchen, mit Hilfe von Seilwinden Bäume zu erklimmen, um von dort oben hinab zu fliegen: Null.</p><p><div
class="labeledImage "><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2012/02/ski3.jpg" /><p><a
class="license-cc" href="#"><span
class="text">J. Haeusler</span></a></p></div></p><p>Nun ist es aber so, dass sich gerade im Winter Familienurlaube mit leichter auszuübenden Sportarten und weniger Wettausrüsten nicht allzu großer Beliebtheit erfreuen, zumindest fand mein Vorschlag &#8222;Lasst uns doch dieses Jahr mal so&#8217;n richtig irren Billard-Urlaub in Marzahn machen&#8220; wenig Zustimmung. Und so fanden wir uns bereits zum zweiten Mal in einem tschechischen Kaff wieder, um uns Mikrowellen und Kühlschränke an die Füße zu betonieren.</p><p>Der Wintersport hat nämlich hat in den vergangenen Jahrzehnten einen enormen Wandel durchgemacht. Zu meiner Schulzeit galt Skifahren nicht grundlos als Sport für Reiche, und die einzigen Mitschüler, von denen ich wusste, dass sie regelmäßig Ski fuhren, waren die, die auch Tennis spielten und morgens in Papas Mercedes zur Schule gefahren wurden. Die Kosten für einen einzelnen Skipass, also die Lizenz zum Wedeln, überstiegen in den 70ern die eines Kleinwagens, der einfachen Ausübung des Sports als reines Freizeitvergnügen stand im Vorfeld wochenlange Skigymnastik zur ernsthaften Vorbereitung im Wege, und &#8222;eben mal so auf die Piste&#8220; gab es sowieso nicht – vor der selbstständigen Abfahrt musste ein mehrtägiger und unerschwinglicher Skikurs belegt werden, während dessen man als Anfänger stundenlang und auf einem imaginären Klo sitzend den &#8222;Schneepflug&#8220; übte. So erinnere ich meine einzige Ski-Reise in der achten oder neunten Klasse.</p><p><div
class="labeledImage "><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2012/02/Foto.jpg" /><p><a
class="license-cc" href="#"><span
class="text">J. Haeusler</span></a></p></div></p><p>Rund 30 Jahre später ist das alles, hier darf man diesen Vergleich ungestraft anwenden, Schnee von gestern. Heutzutage fährt man ein paar Stunden gen Süd-Osten, leiht sich für einen knappen Zehner am Tag die Ausrüstung, kauft für einen ähnlichen Betrag einen Skipass und rutscht dann, nachdem es einen etwa achtzehnmal hintereinander aus dem Skilift gehauen hat, irgendwie die Piste hinab. Am Ende der Strecke sind alle unbeweglichen Gegenstände mit Polstern umwickelt, es kann also nicht viel passieren.</p><p>Und siehe da: Abgesehen von den oben beschriebenen Qualen bereitet der Unsinn tatsächlich viel Vergnügen. Snowboarden kommt mir dabei etwas schwieriger und anstrengender vor als Skifahren, machte mir aber nach einigen Tagen der Übung auch mehr Spaß – allein das Fehlen der bescheuerten Skistiefel ist ein Punkt für ein statt zwei Bretter. Am Ende ist die Wahl der Gleitmittel aber natürlich ebenso reine Geschmackssache wie die Wahl des Skigebiets.</p><p>Wir hatten uns zum zweiten Mal auf Anraten und in Begleitung einer befreundeten Familie für <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rokytnice_nad_Jizerou">Rokytnice nad Jizerou</a> entschieden, einem <a
href="http://www.rokytnice.com/">Skigebiet mit diversen Pisten für Anfänger und Profis</a>, das man von Berlin aus mit dem Auto in etwa viereinhalb Stunden erreicht – es sei denn, man verlässt sich auf das TomTom-Navigationssystem fürs iPhone, dann endet man auf einer bei Schnee kaum befahrbaren Landstraße in den Bergen, die genau an der Stelle nicht mehr vorhanden ist, an der man fast am Ziel sein sollte, muss umkehren, hoffen, dass man es ohne Schneeketten schafft, und braucht am Ende knapp sieben Stunden.</p><p><div
class="labeledImage "><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2012/02/ski1.jpg" /><p><a
class="license-cc" href="#"><span
class="text">J. Haeusler</span></a></p></div></p><p>Wer es uns gleich tun will, ein besseres Navi hat und den Schneespaß in unprätentiöser und vor allem bezahlbarer Umgebung in Tschechien ausprobieren mag, der sollte keine Dienstleistungswunder erwarten und ein gewisses Faible für die osteuropäische Lebensart mitbringen. Die Glühwein-Bude schließt wie der Skilift exakt um 16 Uhr, danach muss schleunigst abgeschnallt werden, denn die nötigsten Einkäufe müssen vor 17 Uhr erledigt sein, wenn der lokale Supermarkt und somit die einzige Lebensmittelquelle dicht macht. Am früheren Abend kann man zwischen zwei Restaurants wählen und dabei vermeiden, nach Bio-Gemüse zu fragen. Oder überhaupt nach Gemüse. Und spätestens ab 22 Uhr ist das Dorf ohnehin tot, aber das ist man selbst von den sportlichen Anstrengungen des Tages ja auch. Wer trotzdem nach dem Aprés-Ski-Vergnügen sucht, kann das in Rokytnice wunderbar tun. Er wird aber keines finden.</p><p>Für eine Woche mit der ganzen Bande oder guten Freunden ist der Ort jedoch völlig in Ordnung, die in diesem Jahr wegen später Buchung leider nur mittelmäßig geräumige und komfortable Appartment-Unterkunft für vier Personen hat uns rund 450 Euro gekostet (bessere sind, wenn überhaupt, unwesentlich teurer), für Equipment-Miete und Skipass zusammen sollte man pro Person und Tag 15-20 Euro kalkulieren und auch zwei bis drei familiäre Abendessen stürzen einen nicht in den Ruin. An den übrigen Tagen gibt&#8217;s halt Nudeln. Wie zuhause.</p><p><div
class="labeledImage "><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2012/02/ski21.jpg" /><p><a
class="license-cc" href="#"><span
class="text">J. Haeusler</span></a></p></div></p><p>Die Menschen in Tschechien erlebten wir als äußerst freundlich und entspannt, allein die Sprachbarriere verhindert längere oder tiefer gehende Gespräche. Im Großen und Ganzen kann man das Ski-Paket im Riesengebirge also empfehlen – vielleicht nicht für Poser und Singles, sehr wohl aber für Familien, Freunde oder Paare, die einfach mal in Ruhe und mit kleinem Budget richtigen Schnee erleben wollen.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/02/05/wintersport/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>16</slash:comments> </item> <item><title>The state of Spreeblick</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/01/27/the-state-of-spreeblick/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/01/27/the-state-of-spreeblick/#comments</comments> <pubDate>Fri, 27 Jan 2012 14:23:09 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51930</guid> <description><![CDATA[<p><div
class="labeledImage "><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2012/01/spreeblick.jpg" /><p><a
class="license-cc" href="http://www.flickr.com/photos/spreeblick/6587868521/in/photostream"><span
class="text">J. Haeusler</span></a></p></div></p><p>Keine Sorge, wir haben keinen Staat gegründet. Stattdessen schien es mir mal wieder an der Zeit, ein kleines Status-Update in eigener Sache zu tippen, eine Tradition im Hause Spreeblick.</p><p>Denn mit dem Ritt ins zehnte Spreeblick-Jahr verändert sich dieses Blog mal wieder ein wenig, was einige regelmäßige Leserinnen und Leser ja schon bemerkt haben. Nach vielen verschiedenen Formen und Formaten, mit denen hier experimentiert wurde, kehrt Spreeblick wieder dorthin zurück, wo es hergekommen ist und kann ganz definitiv wieder als mein persönliches Blog angesehen werden. Eine Tatsache, die auch visuell umgesetzt werden soll, sobald die Zeit dafür vorhanden ist.</p><p>Wir – damit meine ich neben meiner eigenen Person besonders Tanja, die sich in der Vergangenheit massiv um die Beiträge anderer Autoren gekümmert hat, und auch Christoph, der uns (auch) technisch zur Seite steht – haben in den vergangenen Jahren viel Zeit, Energie und auch jede Menge Geld in dieses Projekt investiert. Wir waren mit mehreren Autoren eine Art &#8222;Blog-Magazin&#8220;, haben uns kulturell, politisch und technisch umgeschaut und engagiert, haben einigen tollen Quatsch gemacht und gemeinsam mit den Leserinnen und Lesern viele inspirierende Diskussionen geführt und großartige Aktionen auf die Beine gestellt. Die <a
href="http://re-publica.de">re:publica</a> ist und bleibt ein wichtiger Teil dessen, was Spreeblick mit angeschoben hat, und es gibt jede Menge guter Erinnerungen an das, was wir hier mit euch erleben dürfen. Das alles macht zwar immer noch Spaß, dennoch überkam mich in den letzten Jahren eine zunächst schwer zu definierende Unzufriedenheit (&#8222;Liebes Tagebuch, eine merkwürdige Stimmung hat von mir Besitz ergriffen …&#8220;), die sich im vergangenen Sommer manifestierte und endlich zu konkreten Beschlüssen führte.</p><p>Es gab nämlich eine Zeit, in der wir sicher waren, dass Spreeblick in der deutschsprachigen Blog-Landschaft gute Chancen hätte, zu einem halbwegs relevanten Meinungsmagazin mit vielen Autoren zu werden, eine Art Huffington Post ohne Millionärsgattin und ohne den ganzen Celebrity-Gossip (der jedoch, das bleibt meine Überzeugung, die Huffington Post eigentlich erfolgreich macht, aber das ist ein anderes Thema).</p><p>Doch wir mussten erkennen, dass diese Idee ohne eine sichere Finanzierung eines Redaktionsteams über mehrere Jahre hinweg nicht umsetzbar war. Die Honorare für unsere wenigen Autoren speisten sich ja immer auch aus Querfinanzierungen, hier mal eine Website betreut, dort mal ein Konzept geschrieben. Eine echte Finanzierung, die zur Fokussierung nötig gewesen wäre, hätte von Dritten kommen müssen, die selbige verständlicherweise nicht ohne strategische und inhaltliche Einmischung geleistet hätten. Zudem hätte der Zwang zur zukünftigen, kompletten Refinanzierung brutalste Maßnahmen bedeutet. Denn wie nahezu jede existierende kommerzielle Online-Publikation wäre dann auch Spreeblick nicht mehr an &#8222;Advertorials&#8220; und &#8222;Full Splash Pop Down Over Under Scream Screens&#8220; vorbei gekommen.</p><p>Mehrfach standen Tanja und ich also vor der Frage: Wollen wir das? Wollen wir an die Weisungen Dritter gebunden sein, wollen wir regelmäßige Finanz-Meetings, wollen wir unsere Zeit überhaupt mit Meetings, Personalfragen und mehrseitigen Excel-Sheets verbringen?</p><p>Und die ehrliche Antwort lautete immer wieder: Nö. Hätten wir einen Partner getroffen, der sich &#8222;richtig&#8220; angefühlt hätte, wäre es vielleicht anders gekommen, haben wir aber nicht.</p><p>Und das ist von heute aus betrachtet auch prima so, uns geht es nämlich super dabei.</p><p>Aus meiner persönlichen Sicht erkläre ich meine aktuelle Stimmung so: Nachdem Spreeblick viele Jahre lang begleitete, was ich tue, wurde es immer mehr zu dem, was ich tue. Und das genügt mir nicht mehr. Ich habe erkannt, dass ich genau so arbeite und somit auch lebe, wie ich nie arbeiten und leben wollte – ich sitze den ganzen Tag an einem Schreibtisch vor einem Computer.</p><p>Und obwohl der Rechner bzw. das Netz natürlich ein zentraler Bestandteil, eines der wichtigsten Werkzeuge bei meiner Arbeit bleiben wird (denn ich schreibe und kommuniziere schließlich viel), muss, will und werde ich diesen Blog-Beamten-Zustand beenden.</p><p>Für Spreeblick bedeutet das nun interessanterweise gar nicht so wahnsinnig viel Veränderung, die auffallendste wird wohl sein, dass die Posting-Frequenz zurück geht bzw. schon zurück gegangen ist. Ich empfinde keinen Druck mehr, täglich etwas veröffentlichen zu müssen (es gibt derzeit 10.350 Postings auf Spreeblick – das sind, großzügig auf zehn Jahre verteilt, durchschnittlich 86 Posts pro Monat), lasse mir mit Themen mehr Zeit. Ich werde weiterhin auf einiges verweisen, was ich im Netz und drumherum liebe, werde auch in Zukunft bei bestimmten Themen meine Klappe nicht halten können, nutze nach wie vor die sozialen Kanäle wie <a
href="https://twitter.com/#!/spreeblick">Twitter</a> und <a
href="https://www.facebook.com/johnnyhaeusler">Facebook</a> und bin außerdem viel zu sehr Gadget-Freak, als dass ich auf Tests spannender Geräte verzichten könnte. Doch ich will das alles nur tun, wenn ich es tun will – und nicht, weil ich das Gefühl habe, dass ich es tun muss. Ich werde – und wir werden – noch in diesem Jahr neben Spreeblick und der re:publica neue Pläne umsetzen, mich und uns anderen Dingen zuwenden, die nur teilweise direkt mit dem Internet zu tun haben. Und auch über diese wird man an dieser Stelle lesen können.</p><p>Eigentlich glaube ich, dass Spreeblick nicht unter unseren Gedanken und Beschlüssen und Aktivitäten leiden wird – und hoffe sogar, dass das Gegenteil der Fall sein wird. Change is good.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/01/27/the-state-of-spreeblick/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>91</slash:comments> </item> <item><title>Do you believe in the net world?</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/01/20/do-you-believe-in-the-net-world/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/01/20/do-you-believe-in-the-net-world/#comments</comments> <pubDate>Fri, 20 Jan 2012 16:36:54 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51842</guid> <description><![CDATA[<p><div
class="labeledImage "><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2012/01/closed-stores.jpg" /><p><a
class="license-cc" href="http://www.flickr.com/photos/dominicspics/1127905779/"><span
class="text">Dominic Alves</span></a></p></div></p><p>RÄUMUNGSVERKAUF! steht in großen Lettern am Schaufenster, ein zwar faktisch korrektes, für die bevorstehende Schließung eines Blumenladens dennoch irgendwie unpassendes Wort, finde ich. Doch immer mehr Läden in der kleinen, bürgerlichen Einkaufsstraße einer Wohngegend, in der von Gentrifizierung keine Rede sein kann, machen dicht. Die Mieten scheinen seit Jahren zu hoch zu sein, der Wegzug einzelner Händler und der daraus folgende Leerstand in der unmittelbaren Nachbarschaft hat außerdem eine gewisse Sogwirkung – wenn es nicht genügend Läden gibt, kommen die Leute auch nicht mehr zum Einkaufen in die Straße. Neue Händler scheuen die zu langfristigen Verträge, hört man, doch die Vermieter hoffen und vertrauen auf die Zeit, die ihnen vielleicht doch noch solvente Langzeit-Mieter bringen wird.</p><p>Auf der Suche nach einem Blumenstrauß drücken wir im Laden unser Bedauern aus über die nötige Geschäftsaufgabe und darüber, dass die Straße immer leerer aussieht. Und im Stillen denke ich über mögliche weitere Gründe für den erhöhten Leerstand nach, die über Mietpreise hinausgehen.</p><p>Denn ich kaufe doch, wie wohl die meisten Menschen, viel lieber im kleinen, netten Laden ein als im Supermarkt, an mir liegt es also mal wieder nicht. Einige der alteingesessenen Händler empfinde ich jedoch beinahe ablehnend mir als noch nicht 70-jährigem Kunden gegenüber, die Sortimente wirken oft seit Jahrzehnten nicht erneuert, und ein Laden, der schon um 17:30 die Regale auswischt, damit Punkt 18 Uhr alle Mitarbeiter auf dem Weg nach Hause sein können, hat es in meinem Lebens- und Arbeitsalltag leider ebenso schwer wie der Bäcker, der schon um 12 Uhr kein Brot mehr hat. Ob die Zeiten besser sind als vor 15 Jahren, das kann man diskutieren. Doch geändert haben sie sich auf jeden Fall – und in dieser Straße weigert man sich stellenweise, dies zu akzeptieren und darauf zu reagieren. Vielleicht sind das ja auch Gründe für den Kundenrückgang.</p><p>Beim Smalltalk mit der Verkäuferin spare ich mir solche Gedankenspiele, und für sie ist klar: Seit die Postfiliale nicht mehr in der Nähe ist, gehen die Umsätze zurück, also muss man umziehen. Wir betonen noch einmal, dass uns das leidtut.</p><p>Eine andere Kundin hört zu, sieht uns kurz an und sagt mit erkennbar zynischem Unterton:</p><p>&#8222;Na dann kaufen sie doch ihre Blumen im Internet!&#8220;</p><p>Mit einem Lächeln zwischen Triumph und Verachtung verlässt sie den Laden und lässt uns verwirrt und auch ein wenig schockiert zurück.</p><p>Zufall, vielleicht, doch die gedankliche Brücke zum Internet erschien mir im Rahmen des kurzen Gesprächs für einen solchen doch etwas sehr weit hergeholt. Und es ist nicht das erste Mal, dass mir so etwas passiert. Seitdem mein Foto alle paar Wochen in der Digital-Rubrik der Print-Version des Berliner <a
href="http://www.tagesspiegel.de/autoren/Johnny%20Haeusler">Tagesspiegels</a> zu sehen ist, werde ich häufiger als zuvor in Berlin angesprochen.</p><p>Meistens ergeben sich daraus kurze und freundliche Plaudereien, hin und wieder kommt es aber auch zu schnippischen Bemerkungen wie der oben erwähnten. Sei es, dass ich fälschlich als <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/21/ich-bin-kein-mitglied-der-piratenpartei/">Abgeordneter der Piraten</a> wahrgenommen werde, der das Urheberrecht abschaffen will, oder dass ich angeblich nichts gegen Missbrauchsdarstellungen im Internet hätte, weil ich ja gegen Netzsperren bin: In den Augen einiger mir gänzlich Unbekannter trage ich stellvertretend die Schuld am bevorstehenden Untergang der Zivilisation. Oder irgendwas anderem.</p><p>Obwohl ich zugebe, dass ich damals etwas mehr an Blumenläden hätte denken können, als ich das Internet erfand, bin ich von solch durchaus abneigungserfüllten Bemerkungen meist viel zu überrascht, um sofort und gekonnt antworten zu können. Und mir wird in solchen Situationen immer wieder bewusst, dass Debatten im und ums Netz viel zu oft in einer elitären Blase stattfinden, die dauernd Gefahr läuft, als Fachidioten-Kreis zu gelten, der jenseits der gesellschaftlichen Realität Themen nur unter seinesgleichen verhandelt, und der dabei auch gerne mal vergisst, dass der eigene Kultur- und Sozialkreis nur einen kleinen Ausschnitt der gesamten Gesellschaft darstellt.</p><p>Obwohl das Netz ein immer alltäglicherer Teil des Lebens ist, fühlen sich keineswegs alle Menschen wohl damit. Ängste und Unsicherheiten, aber auch fundierte Kritik sind keine Ausnahmen, und egal, was man aus vermeintlicher Experten-Sicht davon hält (Experten wofür eigentlich? Für gesellschaftliches Zusammenleben?): Diese Sorgen und Anmerkungen muss man wahrnehmen und als Tatsache akzeptieren. &#8222;Das Internet&#8220; – vermutlich eher der Kultur- und Handelsraum als die technische Infrastruktur – steht bei Teilen der Bevölkerung für negative Veränderungen, es tötet bestehende Jobs und führt zur Schließung von Blumenläden. Unter anderem.</p><p>Dass es andererseits – wie andere Technologien zuvor auch – neue Berufe schafft und auch dem kleinen Händler andere Möglichkeiten eröffnet, also nur Teil eines technischen und gesellschaftlichen Wandels ist, den es in ähnlicher Form immer gegeben hat und immer geben wird, bleibt in solchen Fällen unbeachtet. Offenbar überwiegt bei manchen Menschen der negative Eindruck, den sie vom Netz, seiner Kultur und seinem Einfluss auf unser Leben haben.</p><p>Ich weiß natürlich nicht, in welchen prozentualen Regionen sich Ängste oder Ablehnung in Sachen Netz-Kultur, -Politik und -Ökonomie bewegen, ob also mein persönlicher Eindruck irgendeine statistische Relevanz hat. Ich habe aber immer häufiger den Eindruck, dass es bei Gesprächen rund um das Netz (wofür auch immer dieser Begriff im einzelnen Fall stehen mag) oft um eine Art Glaubensfrage geht – und diese Beobachtung gilt nicht nur für sorgenvolle oder dem Netz gegenüber kritische Menschen, sondern auch für &#8222;Netzkenner&#8220; oder &#8222;Netizens&#8220; oder wie auch immer wir diejenigen nennen wollen, für die das Internet ein eher selten in Frage gestellter Bestandteil ihres Daseins ist. Und je öfter ich den Eindruck habe, dass es um Glaubensfragen geht, desto weniger zielführend erscheinen mir die jeweiligen Debatten, da es in diesen Fällen nicht mehr um wichtige Details geht, sondern um Grundsatzfragen und am Ende um ein generelles &#8222;Dafür!&#8220; oder &#8222;Dagegen!&#8220;. Und so etwas führt ja selten zu guten Ergebnissen.</p><p>Mich interessiert, ob ihr diese Beobachtungen aus der Sicht eures persönlichen Umfelds bestätigen könnt oder ob ihr das Ganze völlig anders erlebt. Wie sehen eure Eltern und Großeltern oder Bekannten die digitale Welt, was erlebt ihr in Gesprächen auf Parties, auf denen vielleicht nicht alle Gäste aus dem gleichen Freundes- und Alterskreis stammen und nicht jeder Zweite mit einem Smartphone in der Hand herumläuft?</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/01/20/do-you-believe-in-the-net-world/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>39</slash:comments> </item> <item><title>Vreitagsvers, der fünfundvierzigste</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/01/20/vreitagsvers-der-funfundvierzigste/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/01/20/vreitagsvers-der-funfundvierzigste/#comments</comments> <pubDate>Fri, 20 Jan 2012 15:00:31 +0000</pubDate> <dc:creator>Ingo Neumayer</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51869</guid> <description><![CDATA[<p><strong>kapitän geht, präsident bleibt</strong></p><p>der präsident war angezählt<br
/> von vorne wind, im rücken wand<br
/> zur demission schon fast gequält<br
/> da ging ein kapitän an land</p><p>die zeitung freut sich: neue sau!<br
/> sie wird wie wild getrieben<br
/> der wulff frohlockt in seinem bau<br
/> das amt scheint ihm geblieben</p><p>denn journalisten, wie man weiß<br
/> sind nicht nur faul und hässlich<br
/> verlogen, käuflich (je nach preis)<br
/> dazu kommt: sehr vergesslich</p><p>das multitasking nicht ihr spiel<br
/> die hirne weich vom vino<br
/> zwei bösewichte sind zu viel<br
/> der wulff heißt jetzt schettino</p><p
style="margin-top:60px"><small>Zuhause, auf <a
href="http://www.zwoelfzeilen.com/">Zwölf Zeilen zur Zeit</a>, zockt Ingo Neumayer tagtäglich so lange mit der deutschen Sprache, bis sie ihm einen sinnigen Reim spendiert.<br
/> <a
href="http://www.spreeblick.com/category/vreitagsverse/">Vreitags gibt er auf Spreeblick einen aus.</a> </small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/01/20/vreitagsvers-der-funfundvierzigste/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>Podcast 322: Interview mit Kraftklub</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/01/16/podcast-322-interview-mit-kraftklub/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/01/16/podcast-322-interview-mit-kraftklub/#comments</comments> <pubDate>Mon, 16 Jan 2012 16:22:43 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51826</guid> <description><![CDATA[<p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2012/01/kraftklub.jpg" alt="kraftklub" title="kraftklub" class="alignnone size-full wp-image-51827" /></p><p>Ich mache ja kaum noch Band-Interviews, meistens weiß ich nämlich einfach nicht, was ich die Künstler fragen soll. Bei Kraftklub, deren erstes Album &#8222;Mit K&#8220; ab Freitag, den 20. Januar 2012 erhältlich ist, war das aber sehr anders und deshalb begab ich mich heute nachmittag in das Kreuzberger Management-Büro der Chemnitzer, um mit Felix, Steffen und Max über eben jenes Album, Ostrock, deutsche Texte, Rock (und Roll), Eltern (haben und sein), die Ritalin-Generation, Sido und einiges mehr zu plaudern. Das Gespräch gibt es in voller Länge hier:</p><p><a
href="http://spreeblick.com/podcast/spreeblick322.mp3">MP3, 29:24, 42,4 MB</a></p><p><small>Mehr Kraftklub bei Spreeblick gibt es <a
href="http://www.spreeblick.com/2010/07/21/kraftklub-%e2%80%93-die-generationen-der-anderen/">hier</a> und auch <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/09/23/ist-indie-am-ende/">hier</a>.</p><p><a
href="http://www.kraftklub.to/">Kraftklub</a> bei <a
href="http://kraftklub.tumblr.com/">Tumblr</a> und bei <a
href="https://www.facebook.com/kraftklub">Facebook</a>.</p><p><a
target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/entity/Kraftklub/B006IT9M1K/?ie=UTF8&#038;site-redirect=de&#038;tag=spreeblick-21&#038;linkCode=ur2&#038;qid=1326731116&#038;camp=1638&#038;sr=8-2-ent&#038;creative=19454">Kraftklub bei Amazon (Partnerlink)</a><br
/> <a
href="http://bit.ly/xTIKSg">Das Album bei iTunes (Partnerlink)</a></small></p><p>Das Interview jetzt auch bei Soundcloud:<br
/> <object
height="81" width="100%"><param
name="movie" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F33573887&amp;g=1&amp;auto_play=&amp;show_comments=&amp;color=&amp;theme_color="></param><param
name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed
allowscriptaccess="always" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F33573887&amp;g=1&amp;auto_play=&amp;show_comments=&amp;color=&amp;theme_color=" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"> </embed></object></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/01/16/podcast-322-interview-mit-kraftklub/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>13</slash:comments> <enclosure
url="http://spreeblick.com/podcast/spreeblick322.mp3" length="42352937" type="audio/mpeg" /> </item> <item><title>Mittwoch: Anti-SOPA Blackout Day</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/01/16/mittwoch-anti-sopa-blackout-day/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/01/16/mittwoch-anti-sopa-blackout-day/#comments</comments> <pubDate>Mon, 16 Jan 2012 10:45:42 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51812</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
width="500" height="284" src="http://www.youtube.com/embed/citzRjwk-sQ" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Am kommenden Mittwoch, den 18. Januar 2012, wird Spreeblick von 8 Uhr bis 20 Uhr nur eine schwarze Seite mit etwas Text zeigen. Wir schließen uns damit dem Protest vieler internationaler Websites gegen <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stop_Online_Piracy_Act">US-amerikanische</a> und <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement">europäische</a> Internet-Zensurvorhaben an, die größtenteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen werden sollen.</p><p><small>Für WordPress-Blogs, die sich ebenfalls beteiligen wollen, <a
href="http://wordpress.org/extend/plugins/sopa-blackout/">gibt es hier ein simples Plugin</a>.</small></p><p><strong>UPDATE</strong> Sieht so aus, <a
href="http://www.washingtonmonthly.com/political-animal/2012_01/putting_sopa_on_a_shelf034765.php">als wäre SOPA in der vorliegenden Version vorerst vom Tisch</a> [<a
href="https://twitter.com/#!/david_philippe/status/158865659214839808">via</a>]. Bleibt noch ACTA. Und die Online-Demo ziehen wir trotzdem durch.</p><p><strong>UPDATE</strong> Die <a
href="http://digitalegesellschaft.de/2011/11/mitmachen-stoppt-acta/">Digitale Gesellschaft hat einige Infos zum Thema ACTA gesammelt</a>.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/01/16/mittwoch-anti-sopa-blackout-day/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>24</slash:comments> </item> <item><title>The Wulff of Germany</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/01/09/the-wulff-of-germany/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/01/09/the-wulff-of-germany/#comments</comments> <pubDate>Mon, 09 Jan 2012 17:00:36 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51741</guid> <description><![CDATA[<blockquote><p>In den vergangenen zehn Jahren bin ich mit vielen Politikern in Kontakt gekommen. Anfangs haben mich ihre Reden fasziniert. Irgendwann fand ich sie zynisch und schließlich widerlich. Mit Menschen, die auf Macht aus sind, stimmt etwas nicht. Sie sind regelrecht psychisch krank.</p></blockquote><p>Diese Sätze stammen aus einem <a
href="http://www.fr-online.de/leute/-persepolis--autorin-evolution-statt-revolution,9548600,11390404.html">FR-Interview</a> mit der iranischen Filmemacherin und <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Persepolis_(Comic)">Persepolis</a>-Autorin <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marjane_Satrapi">Marjane Satrapi</a>. Neben ihrer Abneigung gegen Machthungrige beschreibt Satrapi in dem Gespräch, wie sie ihre politischen Aktivitäten auf kulturelle verlagert hat. Das klingt hier und da etwas esoterisch, doch die grundsätzliche Frage stellt sich Frau Satrapi ja nicht als Erste oder gar Letzte: Was ist wirklich politischer? Ein Blogbeitrag gegen S21 oder ein Lied, das jemanden zum Weinen bringt?</p><p>An die letzten Wochen im deutschen Medien- und Netzland angepasst und daher etwas anders gefragt: Welche Show bewegt mehr? Die mit Wulff oder die mit ProSiebenSat1? Ich stimme für die letztgenannte.</p><p>Bei der Wulff-Show wird schließlich nur der Eindruck erweckt, als gäbe es eine Publikumsabstimmung, und gesungen wird niemals live. Ein wenig Twitter-Aufregung hier, die ein oder andere Facebook-Debatte, täglich neue Enthüllungshäpchen, wertvolle Primetime-TV-Sendezeit und immer mal wieder eine Umfrage: Wir dürfen uns so fühlen, als hätten wir etwas zu sagen und als bekämen wir Informationen.</p><p>Wirklich entscheiden tut jedoch nur die altbekannte Jury, bestehend aus Regierung, Presse und BILD. Und das ist dann auch der Grund, warum eine weitere <a
href="http://www.miriammeckel.de/2012/01/07/der-theoretische-prasident/">Berufspolitiker</a>-Pfeife am Amt festhält, obwohl es keinen einzigen Grund mehr dafür gibt, doch solange Mutter Merkel und Papa Diekmann nicht das <em>Go!</em> geben, tritt hier niemand zurück. Zu sehr lieben wir ja unsere täglichen Serien, zu gerne fragen wir uns, wie es wohl weiter geht. Und so werden wir wohl noch ein bisschen auf die Folter gespannt, obwohl die Artikel mit dem Titel &#8222;So viel Bezüge erhält Wulff nach seinem Rücktritt!&#8220; sicher schon geschrieben sind, wir uns also schon jetzt auf Fortsetzungen freuen dürfen.</p><p>Bis dahin wird weiter &#8222;Salami-Taktik&#8220; vorgeworfen, während selbige in jeder Redaktion zur Scheibchen-Berichterstattung dazu gehört (Dramaturgie!); es wird sich weiter über täglichen Alltag wie unterschiedliche Zinssätze für unterschiedliche Kunden gewundert; und es wird weiter so getan, als wären Absprachen – versuchte wie durchgesetzte – zwischen Politik und Presse ein einzigartiges Phänomen.</p><p>Die für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen müssen daran schuld sein, dass jetzt schon Sommerloch ist.</p><p>Immerhin, das bleibt festzuhalten: Keinem Bundespräsidenten zuvor ist es gelungen, das deutsche Volk so zu einen, wie es Christian Wulff derzeit tut. Bild dir deine Meinung ein.</p><p>Doch bevor ich mich der Entwicklung mitschuldig mache, dass Links zur BILD plötzlich irgendwie okay zu sein scheinen und das Blatt auch noch für irgendetwas anderes als skrupellosen Sensationsjournalismus stehen soll, konzentriere ich mich lieber auf wirklich gutes Entertainment und freue mich auf die nächste Folge von <em>The Voice of Germany</em> und damit auf Mainstream-Unterhaltung der besseren Machart. Durch und durch beinahe perfekt inszeniert, mit einer großartigen Live-Band besetzt, die sogar Radioheads &#8222;Creep&#8220; unpeinlich hinbekommt, und fast schon grenzwertig freundlich: Dass ich mich von einer Show aus dem Hause Endemol noch einmal gut unterhalten fühle, ohne mich zu schämen, das überrascht mich derzeit mehr als alles andere.</p><p>Denn wenn schon Theater, dann doch bitte richtig. Und mit festem Termin für die letzte Show.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/01/09/the-wulff-of-germany/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>17</slash:comments> </item> <item><title>Neujahrssortierung</title><link>http://www.spreeblick.com/2012/01/04/neujahrssortierung/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2012/01/04/neujahrssortierung/#comments</comments> <pubDate>Wed, 04 Jan 2012 10:49:39 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51710</guid> <description><![CDATA[<p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2012/01/CDs.jpg" alt="CDs" title="CDs" class="alignnone size-full wp-image-51713" /></p><p>Ich verkürze mir die Wartezeit auf den Rücktritt des Bundespräsidenten mit dem Aussortieren von CDs. Welche muss gehen? Welchen Vergehens haben sich die Künstler schuldig gemacht? Und während ich richte und sortiere, versuche ich zu verstehen, nach welchen Kriterien ich vorgehe – und scheitere daran.</p><p>Im Gegensatz zu Vinyl empfinde ich bei nur sehr wenigen CDs eine haptische Bindung, eine Erkenntnis, die für die Hersteller von Tonträgern nicht unwichtig sein könnte. CDs sind hässlich und fühlen sich eigentlich von Beginn an ekelhaft an, nach einigen Wochen oder gar Jahren mag man das Plastik überhaupt nicht mehr berühren. Ich wasche mir alle paar Minuten die Hände, um dann weiter Kunststoffhüllen im Regal hin und her zu schieben. Mit Tränen in den Augen betrachte ich alte Preisschilder: &#8222;DM 29,90&#8243;. Die Tränen kommen dabei nur teilweise vom Staub, in erster Linie fließen sie aus Verzweiflung darüber, wie ich für diesen Müll so viel Geld ausgeben konnte.</p><p>Eigentlich sind die Dinger ja schon sortiert, den größten Mist hatte ich schon mehrfach entsorgt. Das macht es nicht einfacher, dennoch will ich weiter reduzieren. Und bilde Grüppchen.</p><p>Da gibt es die Reihe &#8222;erst noch ein, zwei Songs Digitalisieren, dann aber schnell weg damit&#8220;, denn wenn man den einen oder anderen Song noch mal als Party-DJ benötigt, genügt dieser auf der Festplatte, die ganze CD ist sowieso überflüssig. Alle ABC-Alben außer dem ersten stehen in dieser Reihe, aber auch Singles von The Cure oder Faith No More, auf denen sich unter Umständen interessante Remixe oder rare Songs befinden (CD-Singles sind die Pest, nebenbei bemerkt).</p><p>Außerdem gibt es CDs, die man garantiert nie wieder hören wird, die man aber auch nicht weg geben kann. Dazu gehören jede Menge unsäglich schlechter Scheiben von inländischen Bands, von denen man nach dieser Produktion nie wieder gehört hat. Und zwar zurecht. Nicht selten besitze ich die CDs, weil die Band damals zu Gast im Radio war, in dem ich als Moderator und DJ gearbeitet habe, und ich erinnere mich bei diesen Platten an die Hoffnungen der Musiker, die mit der Veröffentlichung verknüpft waren, erinnere mich an den Stolz, mit dem sie ihr Werk der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Das kann man nicht in die Tonne treten.</p><p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2012/01/madonna.jpg" alt="madonna" title="madonna" class="alignnone size-full wp-image-51714" /></p><p>Erstaunlicherweise hebe ich außerdem auch Mainstream-Klassiker auf. Alben, die man an jeder Web-Ecke hinterher geschmissen bekommt, Songs, die man sich jederzeit für ein paar Cent wieder besorgen könnte. Dennoch bringe ich es nicht übers Herz, Madonnas &#8222;Erotica&#8220; auszusortieren, das Album gehört einfach in ein gut sortiertes Pop-Regal – no pun intended. 32,99 übrigens, bei WOM.</p><p>Wie zum Teufel hat sich eine &#8222;Otto&#8220;-CD in mein Regal geschlichen? Mit Ausnahme von Denis Leary und Henry Rollins ist hier eigentlich Comedy-freie Zone!</p><p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2012/01/idol.jpg" alt="billy idol" title="billy idol" class="alignnone size-full wp-image-51715" /></p><p>Obskures gebe ich auch nicht weg. Billy Idols &#8222;Cyberpunk&#8220; im Pappschuber mit Diskette für den Mac und von Idol selbst stümperhaft durch Photoshop-Preset-Filter gejagten Fotos. Ich plane eine groß angelegte Erpressungsaktion mit diesem Kleinod.</p><p>Die raren Promo-Versionen bleiben auch, als Wertanlage. &#8222;Schatz, wir können die Miete nicht zahlen!&#8220; – &#8222;Kein Problem, ich habe hier noch CD BONG 24 – &#8216;In your room&#8217;, Depeche Mode, drei CDs mit Remixen und Fold-Out-Sleeve, das nach dem Ausfalten ein Kreuz bildet, das bringt uns über den Winter!&#8220;</p><p>Alles, wo The Clash (Joe Strummer, Mescaleros, Havanna 3am, Big Audio Dynamite), Elvis Costello, Beastie Boys, Billy Bragg, Blur, Mano Negra, Madness, Specials, Nick Cave, Pogues, Prince, Jonathan Richman, Rollins, Brian Setzer, Eddie Cochran, Ramones, U2, XTC draufsteht … das bleibt natürlich, selbst wenn das meiste davon noch in der Vinyl-Version vorliegt, nicht selten doppelt (UK-Pressung, ihr versteht?). Ach. Und der ganze On-U-Sound-Kram auch. Dub Syndicate, Gary Clail. Kann man nicht drauf verzichten.</p><p>Consolidated waren super damals, hebe ich auf. Nirvana muss bleiben, na klar, Chili Peppers höre ich nicht mehr, aber weg geben? Kruder &#038; Dorfmeister, Klassiker, muss bleiben, KLF sowieso, Replacements auch – ach komm, beim Artwork ihrer Singles haben sich die Manic Street Preachers echt immer Mühe gegeben, nimmt ja auch nicht viel Platz weg. Und hey! Cora E.! Große deutsche Hiphop-Hoffnung damals, was ist eigentlich aus der geworden? Das schmeiße ich auf keinen Fall weg.</p><p>Ich bin gleich fertig.</p><p>Der Stapel mit den sofort auszusortierenden CDs ist jedoch verdächtig nichtexistent. Eine CD-Single sehe ich, The Cure, Friday I&#8217;m in love. Hatte ich doppelt.</p><p>Ist Wulff noch Bundespräsident? Sonst gehe ich noch mal durch.</p><p><strong>UPDATE</strong> Sieht ganz so aus, als könnte ich das Vinyl-Regal und die Büchersammlung auch noch angehen …</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2012/01/04/neujahrssortierung/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>67</slash:comments> </item> <item><title>It&#8217;s the end of the year as we know it</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/31/its-the-end-of-the-year-as-we-know-it/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/31/its-the-end-of-the-year-as-we-know-it/#comments</comments> <pubDate>Sat, 31 Dec 2011 15:00:03 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51696</guid> <description><![CDATA[<p><div
class="labeledImage "><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/12/zeitgeist.png" /><p><a
class="license-c" href="http://www.googlezeitgeist.com/de/top-lists/de/fastest-rising-searches"><span
class="text">Google</span></a></p></div></p><p>Den Rückblick auf 2011 überlasse ich denjenigen, die als Chronisten viel gewissenhafter arbeiten als ich. Sie können dabei nur auflisten, denn die schiere Menge der verfolgbaren Weltgeschehnisse im vergangenen Jahr macht eine Beurteilung zum jetzigen Zeitpunkt geradezu unmöglich. <a
href="http://www.fr-online.de/politik/2011-mehr-als-man-verkraften-kann,1472596,11372298.html">&#8222;Wie ist das alles zu fassen?&#8220;</a>, fragt die FR zurecht und weiß natürlich, dass die korrekte Antwort lautet: Gar nicht. Die Masse an Informationen und Meldungen überfordert uns, und so wird der erneute Umsatzrückgang im Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt einmal nicht dem Internet zugeschrieben, sondern einer allgemeinen Abkehr vom Nachrichtenwesen. Wenn alles eh nicht mehr zu fassen ist: Why bother? Und <a
href="http://www.googlezeitgeist.com/de/top-lists/de/fastest-rising-searches">Google Zeitgeist</a> schließlich beweist: Wenn uns die Welt nicht gefällt, dann bauen wir uns eben eine neue. <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Minecraft">Minecraft</a> blieb das gesamte Jahr in der Topliste der Suchbegriffe.</p><p>Die Frage, ob tatsächlich mehr passiert ist oder sich der Informationsfluss einfach weiter verdichtet hat, wir also nur immer mehr mitbekommen, bleibt dabei weiterhin im Raum stehen. Doch gäbe es eine verlässliche Antwort auf diese Frage, würde sie uns auch nicht viel nutzen, also reagieren, analysieren, demonstrieren und occupieren wir vor uns hin in der Hoffnung, eine positive Rolle spielen zu können in diesem ganzen Lebenstheater.</p><p>Beim Weihnachtskonzert des älteren Sohns verlas der Musiklehrer das bemerkenswert politische und äußerst deutliche Gebet eines Pfarrers, in dem ein Ende des Konsumwahns und der Wirtschaftsgier sowie mehr soziale Gerechtigkeit gefordert und die Mächtigen generell angeprangert wurden. Eine neue Regierung müsse her, schloss der Pfarrer, und als der Musiklehrer nach diesem Schluss betonte, dass das Gebet aus dem 19. Jahrhundert stamme, wusste man nicht, ob man das motivierend oder ernüchternd finden sollte. So vieles ändert sich und doch so wenig.</p><p>Es bleibt das persönliche Tun und Handeln, vielleicht nicht immer weltbewegend, trotzdem immer wichtig. In Sachen Spreeblick brachte der Sommer für mich persönlich lang ersehnte Erkenntnisse, die dieses Blog wieder zu einem persönlicheren machen, weniger Tempo, weniger Druck. Mehr Raum für nicht Digitales in meinem Leben bedeutet mehr Abstand und damit der eingebildet klarere Blick auf eine Welt im Aufbau, deren Wichtigkeit niemand mehr anzweifelt. Die Frage ist dabei schließlich schon lange nicht mehr, ob das Internet unser Leben verändert, sondern wie, und so erhoffe ich mir von Spreeblick immer wieder den Blick aufs Ganze – wenn ich diesen allein nicht schaffe, dann sicher gemeinsam mit euch. Den Status Quo dauernd in Frage zu stellen, das ist schließlich nicht nur in der physischen Welt wichtig, sondern auch in der digitalen.</p><p>Während ich diese hier tippe, läuft im Hintergrund etwas melancholische Musik, die mir den Text gerade etwas wehmütig erscheinen lässt, dabei sollte er das gar nicht sein – obwohl ich gerne zugebe, dass ich Jahreswechsel sehr mag für dieses Gefühl der Zeit, deren Unaufhaltsamkeit sowohl Fortschritt als auch Verfall bedeutet. Drei Menschen aus meinem Bekanntenkreis sind in diesem Jahr gestorben, und obwohl mich jeder einzelne Tod getroffen hat, bringen mich solch traurige Nachrichten dem Leben näher. Denn sie machen mir immer wieder klar: Es gibt keinen Grund, zu warten mit dem, was man tun will.</p><p>Und so schließt dieser Text mit dem Wunsch auf ein großartiges 2012 für euch und uns alle, und als Hippies With Attitude, die wir nunmal irgendwie auch sind, wünschen wir euch das Einzige, das man wirklich braucht:</p><p>Gesundheit, Liebe und Frieden.</p><p><iframe
width="500" height="284" src="http://www.youtube.com/embed/-3ZXdvN3orA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/31/its-the-end-of-the-year-as-we-know-it/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>10</slash:comments> </item> <item><title>Podcast 321: Interview mit Sven, Achterbahn-Experte</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/21/podcast-321-interview-mit-sven-achterbahn-experte/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/21/podcast-321-interview-mit-sven-achterbahn-experte/#comments</comments> <pubDate>Wed, 21 Dec 2011 09:34:54 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51664</guid> <description><![CDATA[<p><div
class="labeledImage "><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/12/rollercoaster.jpg" /><p><a
class="license-cc" href="http://www.flickr.com/photos/gaelenh/1443926963/"><span
class="text">gaelenh</span></a></p></div></p><p>Nachdem Tanja und ich <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/08/08/podcast-320-plus-bonus-features-sommer-2011/">im letzten Podcast</a> über Achterbahnen schwadroniert hatten, meldete sich Sven Lakemeier bei uns und bot Hilfe bei weiteren Fragen an, denn er beschäftigt sich seit längerer Zeit und intensiver mit dem Thema. Vor wenigen Tagen nun war Sven in Berlin, kam bei uns im Büro vorbei und wir plauderten etwa eine Dreiviertelstunde lang über Achterbahnen. Den Mitschnitt hört ihr im Podcast:</p><p><a
href="http://spreeblick.com/podcast/spreeblick321.mp3">MP3, 42:27, 61MB</a></p><p><small><strong>Weiterführende Links:</strong></p><p><a
href="http://rcdb.com">Die Achterbahndatenbank rcdb.com</a>.<br
/> Bei <a
href="http://de.coaster-count.com">Coaster-Count</a> kann man seine gefahrenen Achterbahnen notieren.<br
/> Der <a
href="http://www.fkfev.de">&#8222;Freundeskreis Kirmes und Freizeitparks e.V.&#8220;</a> ist der größte deutsche Verein in dem Gebiet.<br
/> Wer noch Fragen hat, kann sich via Twitter gerne an Sven wenden: <a
href="http://twitter.com/#!/svenlakemeier">@svenlakemeier</a>.</p><p>Und für Achterbahnvideoabende empfehlen wir: <a
href="http://themeparkreview.com">themeparkreview.com</a>.</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/21/podcast-321-interview-mit-sven-achterbahn-experte/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>4</slash:comments> <enclosure
url="http://spreeblick.com/podcast/spreeblick321.mp3" length="61152324" type="audio/mpeg" /> </item> <item><title>Beim Arzt (Teil 3)</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/19/beim-arzt-teil-3/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/19/beim-arzt-teil-3/#comments</comments> <pubDate>Mon, 19 Dec 2011 09:57:10 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51495</guid> <description><![CDATA[<p
style="margin-bottom:30px"><a
href="http://www.amazon.de/gp/product/B006MGTO5S/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=spreeblick-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=B006MGTO5S"><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/12/ilivebytheriver_small.jpg" alt="I live by the river!" title="I live by the river!" class="alignleft size-full wp-image-51561" /></a><small><em>- Werbung in eigener Sache -</em></small><br
/> <a
href="http://www.amazon.de/gp/product/B006MGTO5S/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=spreeblick-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=B006MGTO5S">Der folgende Text und 14 weitere Kracher der Unterhaltungsliteratur befinden sich in dem eBook &#8222;I live by the river!&#8220;, das man hier für lächerliche € 0,99 kaufen kann und auch soll!</a><img
src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=spreeblick-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=B006MGTO5S" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> Infos dazu gibt es auch <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/12/16/i-live-by-the-river-15-geschichten">hier</a>.<br
/> <small><em>- Ende der Werbung in eigener Sache -</em></small><p>Previously on Beim Arzt:<br
/> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/04/beim-arzt-teil-1/">Teil 1</a><br
/> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/11/beim-arzt-teil-2/">Teil 2</a></p><p>Die Lunge ist gesund, und darüber bin ich sehr froh. Dabei gibt es ja noch jede Menge anderer Krankheiten von interessant bis lebensverkürzend, die mein Arzt diagnostizieren könnte, und auf keine davon bin ich besonders scharf. Ich bin nämlich entschiedener Gegner von Krankheiten, sogar aktiv. Auf meinem Auto klebt hinten ein Aufkleber mit der durchgestrichenen Skizze von einem hässlichen Virus, darum ranken sich die Worte &#8222;Siphoviridae &#8211; Nein, Danke!&#8220;. Damit unterstütze ich die weltweite Ächtung aller Krankheiten, und wenn das mehr Leute machen würden, dann wäre bald Schluss damit! Hat ja bei Atomkraft auch geklappt.</p><p>Zurück in der Arztpraxis fiebere ich (haha) meinem Abschlusstermin entgegen, und ein klein wenig aufgeregt bin ich nun doch noch einmal.</p><p>Mein neuer Arzt, der ruhige, etwas ältere und vertrauenserweckende Mann mit der Brille, wird die letzten Tests durchführen &#8211; Hautuntersuchung, hier und mal mit einem kleinen Hammer unter die Kniescheibe klopfen –, und dann wird die ganze Wahrheit auf den Tisch gepackt. Die Ergebnisse der Blutprobenanalyse und der Belastungstests, die Auswertungen der Ausscheidungen und natürlich werden wir auch auch noch einmal über das Röntgenbild und die Ultraschallergebnisse plaudern. Und schlussendlich: Finger… na, Ihr wisst schon.</p><p>&#8222;Herr Haeusler bitte!&#8220;, ruft die Assistentin ins Wartezimmer. Ich höre ihre Stimme aus der Ferne, denn die Toilette liegt am anderen Ende des Flurs. Die Nervosität und die Wasserflasche, die ich gerade leergetrunken habe, haben mich hierhin getrieben, und obwohl die Panik vor genau der Situation, die gerade eingetroffen ist – nämlich aufgerufen zu werden, während man auf dem Klo ist – mindestens ebenso groß war, hielt ich es nicht mehr aus. Es ist wie beim Warten auf den Bus: Kippe anzünden, dann kommt er. Beim Arzt: Aufs Klo gehen, dann wird man aufgerufen.</p><p>Schnell noch die Hände waschen, dann zum Arztzimmer.</p><p>Ich klopfe, warte auf das sonore &#8222;Ja, bitte!&#8220; und trete ein. Lächelnd und selbstsicher nicke ich zuerst dem Doktor hinter seinem Schreibtisch zu, dann der jungen Frau neben ihm.</p><p>Jetzt erst stutze ich ein wenig. Was will die junge Frau hier? Ich kenne den Raum ja inzwischen. Aber die war vorher nicht da. Oder sehr gut versteckt.</p><p>&#8222;Herr Haeusler, setzen Sie sich doch bitte. Es stört Sie sicher nicht, dass meine angehende Kollegin während der Abschlussuntersuchung anwesend ist?&#8220;, fragt mein Arzt, als würde er mir sagen, dass er heute etwas früher Feierabend machen wird.</p><p>&#8222;Keineswegs!&#8220;, antworte ich. &#8222;Es war schon immer einer meiner größten Wünsche, mich mit heruntergelassener Hose über den Schreibtisch eines alten Mannes zu beugen, dabei dessen Finger im Hintern zu spüren und den beobachtenden Blicken einer 25-Jährigen ausgesetzt zu sein. Manchmal träume ich nachts von dieser Szene! Also worauf warten wir noch?&#8220;</p><p>War nur Spaß. Das sage ich natürlich nicht, denn es wäre unhöflich. Ich habe ja nichts gegen den Schreibtisch. Stattdessen antworte ich:</p><p>&#8222;Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, Herr Doktor, aber ich glaube, das ist mir etwas zu privat. Ich empfinde die Situation schon mit Ihnen allein etwas beschämend, und ich möchte sie durch die Anwesenheit einer jungen Dame nicht noch peinlicher für mich machen. Daher muss ich leider sagen, dass ich froh wäre, wenn ihre angehende Kollegin vielleicht lieber bei einem späteren Termin dabei wäre, zum Beispiel nachher, wenn die ältere Dame dran ist, die zur Zeit noch im Wartezimmer sitzt und immer so doll hustet. Sie sieht nicht mehr so gut, sagte sie mir, ihr ist das vielleicht auch alles nicht so wichtig. Aber mich stört es.&#8220;</p><p>Das Problem ist: Das sage ich auch nicht. Ich sollte es sagen, denn es entspräche ziemlich exakt dem, was ich gerade denke, doch ich bringe es nicht über die Lippen, ich bin zu irritiert von der Gesamtsituation.</p><p>&#8222;Nö, stört nicht&#8220;, lüge ich daher. Und setze mich.</p><p>Der Arzt erzählt Dinge und ich höre nicht zu, sondern rede mir ein. Dass die junge Frau schließlich noch ganz andere Dinge sehen wird, wenn sie Ärztin werden will; dass Ärzte den Körper ja sowieso ganz anders betrachten als unsereins; dass es völlig in Ordnung ist, wenn sie zwar meinen vollen Namen und meine medizinischen Details kennt, ich aber nicht einmal ihre Initialen; und dass das alles eben so ist, irgendwie muss sie den Beruf ja erlernen, auch in der Praxis.</p><p>Auf diese ganzen Fakten will ich mich konzentrieren, doch ich werde immer wieder von einem Wort in meinem Kopf abgelenkt:</p><p>Facebook.</p><p>Die Statusmeldung &#8222;Katja Baldarzt hat dich vor 12 Stunden auf einem Handy-Foto markiert&#8220; wildert noch eine Weile durch meine Fantasie, in der ich den &#8222;Beitrag löschen&#8220;-Knopf suche und nicht finde, doch dann beruhige ich mich durch das mantra-artige, stille Rezitieren des Begriffs &#8222;Ärztliche Schweigepflicht&#8220;.</p><p>Anders geht es auch nicht mehr, denn ich muss, inzwischen nur noch mit einer Unterhose bekleidet, still stehen (und gleichzeitig den Bauch einziehen), während der Arzt meinen Körper betrachtet, als suchte er auf einem Globus die sehr kleine und einsame Insel, auf der er 1976 mal Urlaub gemacht hat. Er nimmt die Sache ernst, das ist mir sympathisch. Ich mag Profis.</p><p>Nachdem er Haut, Knochenbau und Körperhaltung überprüft hat, kann ich meine Oberbekleidung wieder anziehen und mich auf den Patienten-Stuhl am Schreibtisch setzen, während der Doktor eine Schublade öffnet, um Handschuhe und einen großen Topf Vaseline zum Vorschein zu bringen und auf den Tisch zu stellen. Genau so hatte ich mir das vorgestellt! Verrückt.</p><p>Ich lache. Innerlich. Ganz leise. Doch die Klischees sind noch nicht ganz ausgeschöpft.</p><p>Ich lasse tatsächlich meine Hose runter, die angehende Ärztin wechselt tatsächlich die Position, um bessere Sicht zu haben, und mein Arzt sagt tatsächlich:</p><p>&#8222;So, dann beugen Sie sich mal bitte etwas über den Tisch.&#8220;</p><p>Über den Tisch! Ich weiß nicht genau, was ich erwartet hatte, vielleicht so eine Art Prostata-Untersuchungshocker, einen &#8222;P-Raum&#8220;, irgendein medizinisch anmutendes Etwas, das für bestimmte Zwecke aus dem Schrank geholt wird, oder wenigstens die Nutzung der Patientenliege, aber ÜBER DEN TISCH??</p><p>&#8222;Auf diesen Satz habe ich drei Wochen lang gewartet!&#8220;, scherze ich und höre immerhin ein unterdrücktes weibliches Glucksen. Frauen stehen ja angeblich auf Männer mit Humor, welchen Einfluss auf diese vermeintliche Anziehungskraft es jedoch hat, wenn der lustige Mann gerade mit heruntergelassenen Hosen über den Tisch vor ihnen gebeugt ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Kommt wahrscheinlich auf den Witz an. Und den Tisch. Und die Frau. Und den Mann. Oder dessen Hintern.</p><p>Wie auch immer: Die folgende Prostata-Untersuchung verläuft – ganz besonders in Anbetracht des schier endlosen dramaturgischen Bogens, den ich im vorliegenden Text auf diesen Moment hin gespannt habe – enttäuschend unspektakulär. Jeder, der seinen Körper ein wenig besser kennt, weiß oder ahnt natürlich, dass das Ertasten der Prostata im Normalfall weder Schmerzen verursacht noch besonders zeitintensiv ist, und so kann sich mein Arzt schon nach wenigen Sekunden die Worte &#8222;fühlt sich gut an&#8220; verkneifen und die Latex-Handschuhe wieder abstreifen.</p><p>&#8222;Alles in Ordnung&#8220;, meint er.<br
/> &#8222;Bei mir auch&#8220;, sage ich.</p><p>Besser kann es jetzt eigentlich nicht mehr werden, und so schickt mein Arzt die junge Angehende nun doch aus dem Zimmer, sie kann schließlich nichts mehr verpassen.</p><p>In Wirklichkeit geht es jedoch um die ärztliche Bewertung der Untersuchungen, die unter vier Augen besprochen wird und äußerst beruhigend ausfällt. Natürlich ist da das Rauchen, das ich einfach sein lassen muss, und außerdem sind meine Cholesterin-Werte zu hoch, tierisches Fett soll also reduziert werden. Doch alle anderen Untersuchungsergebnisse sind in Ordnung, sogar meine Kondition scheint völlig normal zu sein und mein Arzt ist darüber fast genauso glücklich wie ich. Mehr noch: Die Ultraschall-Untersuchung meiner inneren Organe scheint ihn beeindruckt zu haben.</p><p>&#8222;Da gibt es überhaupt nichts, was auch nur ansatzweise Ihrem Alter entpricht. Ich kann das wirklich so sagen: Sie haben die Organe eines Achtzehnjährigen.&#8220;</p><p>Tolle Sache, so eine Privatversicherung.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/19/beim-arzt-teil-3/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>18</slash:comments> </item> <item><title>Vreitagsvers, der vierundvierzigste</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/16/vreitagsvers-der-vierundvierzigste/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/16/vreitagsvers-der-vierundvierzigste/#comments</comments> <pubDate>Fri, 16 Dec 2011 12:39:17 +0000</pubDate> <dc:creator>Ingo Neumayer</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51555</guid> <description><![CDATA[<p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/12/hiding.png" alt="hiding" title="hiding" class="alignnone size-full wp-image-51557" /></p><p><strong>klagelied einer duckmaus</strong></p><p>wer bmw und porsche fährt<br
/> der frisst auch kleine kinder<br
/> die brut wird skrupellos verzehrt<br
/> wie curryhuhn beim inder</p><p>wer diesel und ed hardy trägt<br
/> von dem ist es erwiesen<br
/> dass er sehr gerne katzen schlägt<br
/> fies grinst wie liam neeson</p><p>wer nickelback und coldplay mag<br
/> der soll das land verlassen<br
/> so ist mein leben tag für tag<br
/> ich kann nix außer hassen</p><p>wenn jemand anders denkt als ich<br
/> geschmacklich oder ethisch<br
/> dann werde ich zum wüterich<br
/> zumindest theoretisch</p><p>denn wahr ist das: ich komm gut aus<br
/> mit allen jungs und damen<br
/> konflikt und streit sind mir ein graus<br
/> ich sag stets ja und amen</p><p>nach außen grins ich. innen flammt<br
/> die wut. ich hör sie schmatzen<br
/> und irgendwann wird sie mitsamt<br
/> der stummen hülle platzen</p><p
style="margin-top:60px"><small>Zuhause, auf <a
href="http://www.zwoelfzeilen.com/">Zwölf Zeilen zur Zeit</a>, zockt Ingo Neumayer tagtäglich so lange mit der deutschen Sprache, bis sie ihm einen sinnigen Reim spendiert.<br
/> <a
href="http://www.spreeblick.com/category/vreitagsverse/">Vreitags gibt er auf Spreeblick einen aus.</a> </small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/16/vreitagsvers-der-vierundvierzigste/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>5</slash:comments> </item> <item><title>SchülerVZ: Flop</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/08/schulervz-flop/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/08/schulervz-flop/#comments</comments> <pubDate>Thu, 08 Dec 2011 15:30:57 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51380</guid> <description><![CDATA[<p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/12/vz.png" alt="schülervz" title="schülervz" class="alignleft size-full wp-image-51381" /><small>(Hinweis: Updates finden am Ende des Artikels statt. Der &#8222;Flop&#8220;-Button wurde inzwischen von SchülerVZ gestoppt.)</small> Mit den <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/VZ_Netzwerke">VZ-Netzwerken</a> beschäftige ich mich eigentlich <a
href="http://www.spreeblick.com/?s=studivz">seit einigen Jahren</a> nicht mehr, denn irgendwann war es mir – genauso wie vielen ehemaligen Nutzerinnen und Nutzern – zu blöde, mich mit einem Projekt zu beschäftigen, das nichts als eine Facebook-Kopie war. Und glücklicherweise sind unsere beiden Kinder nie auf die Idee gekommen, sich bei SchülerVZ anzumelden, Facebook genügt mir ehrlich gesagt auch als elterliche Herausforderung lang und breit, danke sehr.</p><p>Die aktuelle Kampagne des strauchelnden Social Networks aus dem Hause <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verlagsgruppe_Georg_von_Holtzbrinck">Holtzbrinck</a>, <a
href="http://www.haltungsturnen.de/2011/12/es-wird-zeit-zu-gehen-schulervz.html">über die sich der Haltungsturner zurecht aufregt</a>, lässt mich aber mal wieder fassungslos auf die Tastatur hämmern.</p><p>Aus vielen Gesprächen mit Erwachsenen ohne eigene Kinder weiß ich, wie leicht es ist, die Verantwortung von Eltern in Sachen Internet und Social Media – oder besser gesagt: die Schwierigkeiten bei der täglichen Wahrnehmung dieser Verantwortung – zu unterschätzen. Es ist schon manchmal äußerst frustrierend, wenn die Lösung für jede Herausforderung im Bereich (Medien-) Erziehung lautet: &#8222;Ja, da müssen sich dann halt die Eltern drum kümmern&#8220;. Die meisten der mir bekannten Eltern sind sich ihrer Verantwortung nämlich sehr bewusst, und sie kümmern sich rund 87 Stunden am Tag, es wäre daher schon manchmal sehr hilfreich, wenn der Rest der Gesellschaft und somit auch die Betreiber von Plattformen, die von Kindern und/oder Jugendlichen genutzt werden, zumindest einen Teil der eigenen Verantwortung erkennen und entsprechend handeln würden.</p><p>Die Betreiber von SchülerVZ braucht man bei solchen Hoffnungen anscheinend nicht mit einzubeziehen. Denn die neue &#8222;Pausenhof&#8220;-App führt etwas ein, das jedes Social Network tunlichst vermeiden sollte: Die Möglichkeit zur negativen Beurteilung anderer Teilnehmerinnen und Teilnehmer.</p><p>Wer auch nur einen Schimmer davon hat, was an Schulen teilweise los ist, wie oft das Thema &#8222;Mobbing&#8220; – nicht nur, aber verstärkt im Netz – leider auf dem Plan der Schüler, Lehrer und Eltern steht, wer jemals gesehen hat, wie schwer psychischer Druck ein Kind treffen kann und mit welch erschütternder Schonungslosigkeit, Boshaftigkeit und technischer Raffinesse sich Kinder und Jugendliche gegenseitig gezielt fertigmachen können… der muss spätestens bei einer solchen Idee am Verantwortungsbewusstsein der SchülerVZ-Betreiber zweifeln.</p><p>Viele Erwachsene schaffen es nicht, sich einem gesellschaftlichen Druck zu entziehen, selbstbewusst über allen Dingen zu stehen, über dämliche Kommentare hinweg zu sehen und Anfeindungen oder die negative Bewertung der eigenen Person und Persönlichkeit mit gelassenem Humor zu nehmen – für Kinder in bestimmten Entwicklungsstufen ist es hingegen so gut wie unmöglich.</p><p>Kinder sind nicht nur sensibel, sondern manchmal auch grausam, daran kann kein SchülerVZ etwas ändern. Diese bekannten Tatsachen aber für neue &#8222;Features&#8220; auszunutzen, führt hoffentlich zum richtigen Ergebnis: Zu massenweise Abmeldungen.</p><p><small>Ich weiß, dass z.B. auch YouTube die negative Bewertung von Videos zulässt und ebenfalls von Kindern genutzt wird, sehe darin aber eine andere Qualität: Zunächst ist YouTube kein spezielles Angebot für Schüler und wird nicht als der spaßige Pi-Pa-Pausenhof beworben, zudem wird mit dem Klick die Arbeit, also das Video bewertet – nicht die Person. Mir ist ebenso klar, dass speziell jüngere Menschen diesen Unterschied nicht immer erkennen, trotzdem empfinde ich diese Art der Bewertung als weniger problematisch.</small></p><p><strong>UPDATE</strong> In <a
href="https://plus.google.com/u/0/114620560185021689616/posts/CzmDwhNMS1h">diesem Post</a> bei G+ berichtet Mirko Lange etwas weiter unten in den Kommentaren von einem Gespräch mit dem VZ-Marketingleiter Tobias Scheiba u.a. mit den Worten: &#8222;(…) Flops würden nicht angezeigt, nur Tops, und es gebe eine Menge Filter und Mechanismen, die das Dissen und Mobben gerade verhindern sollen. (…)&#8220;.</p><p><strong>UPDATE</strong> <a
href="http://www.sueddeutsche.de/digital/schuelervz-top-oder-flop-spiel-unter-mobbing-verdacht-1.1230072">Die Süddeutsche hat das Thema aufgegriffen</a>.</p><p><strong>UPDATE</strong> (Freitag, 9.12.2011): <a
href="http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&#038;atype=ksArtikel&#038;aid=1323411338294">Der &#8222;Flop&#8220;-Button ist Geschichte</a>.</p><p><strong>UPDATE</strong> <a
href="http://www.haltungsturnen.de/2011/12/der-spin-von-schulervz-rund-um-den-flop.html">Bei Wolfgang gibt es ein längeres Update</a> mit einer Zusammenfassung der Ereignisse der letzten Tage.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/08/schulervz-flop/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>77</slash:comments> </item> <item><title>Dein Beitrag zu ihrem Niedergang – Wie man diskriminierende Inhalte bei YouTube melden kann</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/08/dein-beitrag-zu-ihrem-niedergang-%e2%80%93-wie-man-diskriminierende-inhalte-bei-youtube-melden-kann/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/08/dein-beitrag-zu-ihrem-niedergang-%e2%80%93-wie-man-diskriminierende-inhalte-bei-youtube-melden-kann/#comments</comments> <pubDate>Thu, 08 Dec 2011 10:14:50 +0000</pubDate> <dc:creator>Gastautorin/ Gastautor</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51354</guid> <description><![CDATA[<p><em>In dem Artikel <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/12/05/digitale-zivilcourage/">&#8222;Digitale Zivilcourage&#8220;</a> hatten wir auf den englischsprachigen Artikel des Autors JF Derry mit dem Titel <a
href="http://jfderry.wordpress.com/2011/12/02/your-part-in-their-downfall/">&#8222;Your part in their downfall&#8220;</a> hingewiesen. Der Artikel wurde in den letzten Tagen netterweise von Kerstin von <a
href="http://justmag.net">justmag.net</a> ins Deutsche übersetzt und erscheint in dieser Version mit Genehmigung von JF Derry nach dem Klick, da wir die von Derry angestoßene Debatte für enorm wichtig halten.</em></p><p><strong>UPDATE</strong> <a
href="http://fluchderrepublik.blogspot.com/2011/12/feature-your-part-in-theirdownfall-dein.html">Eine alternative Übersetzung gibt es von Elle Nerdinger auf ihrem Blog</a>!</p><p>Kürzlich grassierte ein erschreckendes Video auf YouTube. Es zeigt eine Person, die andere an einem öffentlichen Ort angreift. Aber so viel zu Benton/ Clarkson. Noch aktueller ist ein anderes Video auf YouTube. Es zeigt eine 34 Jahre alte Frau – Emma West, vermutlich die Mutter des Jungen auf ihrem Schoß – in der U-Bahn (Linie Croydon – Wimbledon). Sie attackiert die anderen Passagiere verbal wegen ihrer ethnischen Abstammung. Für Emma West ist das multikulturelle Großbritannien ganz klar eine Herausforderung.</p><p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/i47HoiM0Au8" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p><small><br
/> West: Wo ist dieses Land nur hingekommen? So viele Schwarze und so viele verdammte Polen? Du bist kein Engländer. Und Du auch nicht. Niemand von Euch ist ein verdammter Engländer. Geht doch zurück in Eure eigenen&#8230; Wisst Ihr was? Macht erst mal in Euren eigenen Ländern Ordnung, bevor Ihr in meines kommt. Großbritannien ist nichts mehr wert. Großbritannien ist nur noch Scheiße. Mein Großbritannien ist nur noch Scheiße. Mein Großbritannien ist nur noch Scheiße.</p><p>Passagierin 1: Entschuldigen Sie mal, hier sind Kinder in der Bahn.</p><p>West: Ja, das ist ok. Ich habe selbst ein kleines Kind hier.</p><p>Passagierin 1: Zeigen Sie mal ein bisschen Respekt, ja?</p><p>West: Selber. Ich habe meinen kleinen Jungen dabei.</p><p>Passagierin 1: Dann steigen Sie doch aus.</p><p>West: Fuck you.</p><p>Passagierin 1: Jemand muss Sie rausschmeißen.</p><p>West: Ach ja?.</p><p>Passagierin 1: Ja.</p><p>West: Trau Dich doch. Verdammt, trau Dich doch!</p><p>Passagierin 1: Hey, passen Sie auf, was Sie sagen.</p><p>West: Ich passe gar nicht auf. Geh doch dahin, wo Du hergekommen bist. Geh zurück in das verdammte Nigrafrika. Geh verdammt noch mal zurück.</p><p>Passagierin 1: Wenn wir nicht herkämen, würde niemand arbeiten. Wir müssen die ganze Arbeit für Euch machen.</p><p>West: Ach ja? Ich arbeite. Ich arbeite. Ich arbeite. Das hier ist mein Land, mein Großbritannien. Bis sie Euch Pack hier rein gelassen haben.</p><p>Passagierin 1: Und wenn schon? Dein Land?</p><p>West: Und wenn schon? Es ist mein Land. Du bist nicht britisch. Du bist nicht britisch.</p><p>Passagierin 1: Bin ich doch.</p><p>West: Du bist verdammt noch mal nicht britisch. Fuck off. Du bist nicht britisch, Du bist schwarz.<br
/> [Es klingt, als würde ein Kind anfangen zu weinen]</p><p>West: Wo kommst Du her? Wo kommst Du her?<br
/> [Eine zweite Frau mischt sich ein]</p><p>Passagierin 2: Jetzt haben Sie mein Kind aufgeweckt. Würden Sie jetzt endlich Ihren Mund halten.</p><p>Passagierin 1: Wo kommt sie her?</p><p>Passagierin 2: Psst. Jetzt wecken Sie mein Kind auf. Ich komme aus England. Sie haben mir also gar nichts zu sagen. Verpisst Euch doch alle. Haltet doch alle Eure Schnauze.</p><p>West: Halte Du doch Deine Schnauze.</p><p>Passagierin 2: Nein, ich werde meinen Mund nicht halten.</p><p>West: Irgendjemand muss diesem Pack doch mal Bescheid stoßen. Schaut Euch doch mal in dieser verdammten Bahn um [sie zeigt mit Hand], schau Dir die an.</p><p>Passagierin 2: Das stimmt doch nicht.</p><p>West: Alles Schwarze und verdammte Neger.<br
/> </small></p><p>Es ist traurig genug, dass jemand überhaupt so eine Denkweise hat (Ich bezweifle stark, dass sie überhaupt eine Ahnung von dem „alten England“ hat, dass sie so sehr zu vermissen behauptet, von den geschichtlichen Ursachen, die zu unseren lockeren Einwanderungsgesetzen geführt haben: nämlich die Schuld, die wir nach dem Kolonialismus des Commonwealth während des Zweiten Weltkrieges abzuzahlen haben und nachdem ethnische Minderheiten zum Wohlstand unserer heutigen Kultur und Gesellschaft beigetragen haben).  So beeinträchtigt wie die Argumentationsfähigkeit der Frau scheint, lässt sich nur ein Missbrauch von Suchtmitteln vermuten oder eine Geisteskrankheit. Dass sie die Passagierinnen auffordert: „Du bist in meinem Land, also sprich auch meine Sprache” ist ironisch, wenn man bedenkt, dass ich nicht die Hälfte von dem verstehe, was Frau West da sagt. Und ich habe mein ganzes Leben hier gewohnt – 10 Jahre länger als Frau West.</p><p>Noch trauriger ist aber, dass das absolut kein Einzelfall ist (z.B., andere Videos mit den Titel <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=KW1wkVY6RFI">“in train london bridge”</a> und <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=kHwDC7vjXM8">“welcome to London”</a> und dass diese Videos mit ihren abscheulichen Inhalten eine beunruhigende Anzahl von – hauptsächlich anonymen – Kommentaren bekommen, die den Rassismus unterstützen. Was für Feiglinge, die sich hinter ihrer Anonymität verstecken.</p><p>Schon wenn man einfach nur zu den Kommentaren herunterscrollt, offenbart sich eine Liste von Hass. Wenn man dann auf die Namen dieser YouTube-User klickt, kommt man zu ihren Channels. Dort wird sofort – oder zumindest bald – deutlich, ob sie „nur“ mal wahllos das Maul aufgerissen haben, um Dampf abzulassen und entgegen ihres sonstigen Verhaltens, oder ob sie systematisch so ein rassistisches und offen neo-nazistisches Verhalten an den Tag legen. Man erkennt es an ihren hochgeladenen Videos, Favoriten und Kommentaren zu den Videos von anderen Nutzern (zu sehen unter ihren Aktivitäten). Beides ist unentschuldbar, aber die Letzteren sind die Schlimmeren: Sie gehen planvoll vor und müssen gestoppt werden.</p><p>Öffentliche und Social Media dürfen keine Plattform für die Verbreitung von Hass bieten. Aber sie machen es einfach. Sie ermöglichen die Verbreitung von Hass. Wenn solches Gedankengut in den Untergrund verbannt wird, ist der Zugang eher ein logistisches Problem, als dass es in leicht zugänglichen Plätzen glorifiziert wird. Es bleibt zu hoffen, dass zumindest eine gewisse Anzahl von solchen Hatern sich nicht die Mühe machen wird, alternative Plattformen und Verbreitungsformen zu suchen, wenn sie sich in den leicht zugänglichen Plattformen nur unwohl genug fühlen.</p><p>Unterschätzen Sie nicht die Rolle, die das Internet beim Erhalt solcher Gruppen spielt. <a
href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anders_Behring_Breivik">Anders Breivik</a> hat seine Wertschätzung für Social-Media-Plattformen dokumentiert, indem er online Kontakte geknüpft und viel <a
href="http://en.wikipedia.org/wiki/Anders_Behring_Breivik#Writing_influences">Unterstützung von Neonazi-Gruppen bekommen hat</a>. Die Verbreitung dieser Inhalte führt zu Verbrechen aus Hass. Es ist unentschuldbar, solches Material als Webseitenanbieter und -betreiber zu dulden. YouTube und andere Plattformenbetreiber müssen für solche Vergehen zur Rechenschaft gezogen werden. YouTube-Betreiber und Administratoren, Ihr könnt nicht die Augen davor verschließen, dass sich diese Inhalte auf Euren Servern befinden. Es dauert nicht einmal 5 Minuten, beleidigende YouTube-Channels aufzuspüren. Wenn Ihr sie auf Euren Servern duldet, macht Ihr Euch der Mittäterschaft bei der Verbreitung und Förderung von Rassismus schuldig.</p><p>Sowohl auf YouTube, Facebook und Twitter gibt es unerwünschte Inhalte: Obszönitäten, Sittenwidriges, Gewaltverherrlichendes, etc., aber wir haben aus gutem Grund Gesetze gegen Diskriminierung und Aufhetzung, nämlich um Verbrechen aus Hass, Belästigung und Übergriffe, Zerstörung von Eigentum, (schwere) Körperverletzung und vorsätzliche Tötung zu verhindern:</p><p>▪ <a
href="http://www.liverpoolecho.co.uk/liverpool-news/local-news/2011/12/01/sri-lankan-huyton-shop-murder-may-have-been-racially-motivated-says-shop-owner-100252-29877124/#ixzz1fO1fWywH">Ermordung von Ladeninhaber könnte rassistisch motiviert gewesen sein</a>: Der 30 Jahre alte Vater von zwei Kindern (3 und 6 Jahre) wurde durch Messerstich in den Hals getötet.</p><p>▪ Eine muslimische Frau, 52, wurde von einer Bande von 6 Teenagern in Telford <a
href="http://www.shropshirestar.com/news/2011/12/01/muslim-woman-52-racially-abused-by-telford-gang/#ixzz1fO2PLGBG">bespuckt und misshandelt</a>. Bei dem <a
href="http://www.thisiscornwall.co.uk/Bodmin-sickened-racist-attack-store/story-13862715-detail/story.html">rassistisch motivierten Angriff</a> rissen sie ihr die religiöse Kopfbedeckung ab.</p><p>▪ Bodmin ist bestürzt über <a
href="http://www.thisiscornwall.co.uk/Bodmin-sickened-racist-attack-store/story-13862715-detail/story.html">rassistischen Übergriff in Laden</a>: Muhammad Fiaz, 45, wurde verbal attackiert und zusammen mit seiner Kasse und den Waren mit Farbe übergossen. Ein Mord und zwei nichttödliche Übergriffe – innerhalb von zwei Wochen. Wie viele Vorfälle schaffen es nicht in die Nachrichten und bleiben unerwähnt?</p><p>▪ <a
href="http://www.guardian.co.uk/uk/2011/nov/15/stephen-lawrence-murder-racially-motivated-trial">Fünf weiße Jugendliche attackieren Stephen Lawrence</a> mit Sprüchen wie  „Was hast Du, Nigger? Was ist?” und zwingen ihn dann auf den Boden, bevor sie ihn ermorden. Sie tun das völlig grundlos, nur wegen seiner Hautfarbe.</p><p>Aufgrund des Videobeweises ihres Ausrasters wurde Emma West vom Amtsgericht wegen Störung der öffentlichen Ordnung durch rassistische Gewalt <a
href="http://www.bbc.co.uk/news/uk-england-london-15933829">verurteilt</a> und bis zur Anhörung kommende Woche in Gewahrsam genommen. Wenn der Junge in dem Video ihr Kind ist, dann könnte auch die Fürsorge betroffen sein. Es ist auch keine Überraschung, dass sich mittlerweile der Analausfluss der BNP (British National Party), Britain First, <a
href="http://www.thisislocallondon.co.uk/news/9399248.Ex_BNP_councillor_condemned_for_campaign_to_free_woman_accused_of_racist_tram_rant/">für ihre Freilassung einsetzt</a>.</p><p>Aber was ist mit all den anderen explizit neo-nazistischen Bewegungen da draußen im Internet? Es gibt einiges, was wir dagegen tun können. Hier die Ergebnisse von drei Experimenten, mit denen sich solche verabscheuenswürdigen Inhalte entfernen lassen, wenn wir uns alle beteiligen. Es gibt nicht viele Möglichkeiten, im Internet direkt aktiv zu werden, aber mit den folgenden drei Punkten lässt sich etwas bewirken:</p><p>a) Suchen Sie ein YouTube-Video, das rassistische Kommentare provoziert, zum Beispiel, <a
href="http://www.youtube.com/watch?v=i47HoiM0Au8">&#8222;My Tram Experience&#8220;</a>.</p><p>b) Identifizieren Sie, von welchen Accounts beleidigende Inhalte veröffentlicht werden. Das machen Sie <a
href="http://www.youtube.com/all_comments?v=i47HoiM0Au8">anhand der Kommentare</a> und indem Sie auf die Namen der Kommentatoren klicken und so zu deren Channels gelangen.</p><p>1. Erzwingen Sie dann die Entfernung der Kommentare des Users, indem Sie öffentlich darauf aufmerksam machen. Ich habe auf den Kommentar des YouTube-Users GruesomeGertie‘s (jetzt umbenannt) zu dem &#8222;Tram&#8220;-Video aufmerksam gemacht, in dem er West mehr oder weniger dazu gratuliert, dass sie so freimütig und offen ist. Ich habe über ihre Aktivitäten in einem Tweet geschrieben, und der Kommentar wurde kurze Zeit darauf entfernt. Das ist eine Form von &#8222;aufgezeigt und angezeigt&#8220;.</p><p>2. Und wenn lästigerweise der Channel-Hintergrund des YouTube-Users wie so oft eine Naziflagge ist oder auf andere Weise anstößig, scrollen Sie ans Ende der Seite und klicken Sie auf &#8222;Report background graphic (Hintergrundgrafik melden)”. Dann müsste die Meldung erscheinen: &#8222;Vielen Dank. Die Hintergrundgrafik dieses Users wurde gemeldet.&#8220;</p><p>3. Und so habe ich durch das Bestreben, neonazistische YouTube-Accounts blocken zu lassen, letztendlich die Schließung von mindestens 2 Accounts erzwungen (lastwhiteman202 und lastwhiteman203). Das können Sie auch. Wenn Sie dieser Anleitung zur detaillierten Beschwerde über einen Account gefolgt sind, sollten Sie später beim Aufrufen des Accounts die folgende Meldung erhalten: &#8222;Der Account wurde wegen mehrfacher oder gravierender Verstöße gegen die YouTube- Richtlinie gegen schädliche Aktivitäten geblockt.&#8220;</p><p>i) Nutzen Sie den Link, um zum <a
href="http://www.youtube.com/safety_help">YouTube-Help-Safety-Feature [Hilfe- und Sicherheitstool]</a> zu gelangen.</p><p>ii) “What is the issue?” [„Was ist das Problem?”]<br
/> Wählen Sie “Hate Speech” [„Hasserfüllter Content”].<br
/> Klicken Sie <<Weiter>>.</p><p>iii) “Do you still wish to continue with reporting hate speech?” [„Möchtest Du mit der Meldung eines diskriminierenden Kommentars fortfahren?”]<br
/> Wählen Sie „Ja”<br
/> Klicken Sie <<Weiter>>.</p><p>iv) “Please select the entry that fits your situation” [„Wähle Dein bitte Dein Anliegen”]<br
/> Wählen Sie “This user is using hate speech against a protected group” [„Der User diskriminiert eine geschützte Gruppe“]<br
/> Klicken Sie <<Weiter>>.</p><p>v) “User’s name” [„Name des Users“]<br
/> Geben Sie den Namen des YouTube-Users ein.<br
/> Klicken Sie <<Weiter>>.</p><p>vi) “Tell us why you are reporting this user” [„Warum möchtest Due den User melden?“]<br
/> Wählen Sie “[user] is using hate speech against a protected group” [„(Der User) diskriminiert eine geschützte Gruppe“]<br
/>  Wählen Sie “Race or ethnic origin” [„Rasse oder ethnische Herkunft“]<br
/> Klicken Sie <<Weiter>>.</p><p>vii) “Select an item from the left” [„Wähle eine der Möglichkeiten links“]<br
/> Wenn der Channel anstößige Uploads enthält, wählen Sie entsprechend „Videos” oder „Video Responses” [„Video-Antworten“].  Wenn der User anstößige Kommentare geposted hat, wählen Sie entsprechend &#8222;Video Comments” [„Video-Kommentare“] oder “Channel Comments” [„Channel-Kommentare“].<br
/> Folgen Sie jeweils der Anleitung.</p><p>vii) Im letzten Schritten des Meldeprozesses haben Sie die Gelegenheit, einen Kommentar zu hinterlassen. Ich schreibe normalerweise etwas wie, &#8222;Neonazistische Inhalte zu hosten heißt, Diskriminierung und Hetze zu fördern und unterstützen.  YouTube ist dazu verpflichtet, solche Inhalte herausfiltern und entfernen.&#8220;</p><p>Wenn es genug Proteste dagegen gibt, dass YouTube solche Inhalte hostet, müssen sie reagieren. Bitte machen Sie solche YouTube-Channels ausfindig und melden Sie sie wie oben beschrieben. Bitte denken Sie dabei daran, dass es einen Unterschied gibt zwischen Inhalten mit historischem Anspruch und Inhalten und Kommentaren, die gegen Minderheiten und ethnische Gruppen hetzen und diese diskriminieren. Der Unterschied ist offensichtlich.</p><p>Danke und viel Erfolg.</p><p><small>Hinweis: Im <a
href="http://jfderry.wordpress.com/2011/12/02/your-part-in-their-downfall/">Original-Text von Derry</a> folgt an dieser Stelle eine Liste von YouTube-Nutzern, die Derry zur Meldung vorschlägt. Viele dieser Konten sind nach Test bereits gesperrt oder aus Deutschland nicht zugänglich. Andere im Original-Text erwähnte Nutzernamen, die ebenfalls bereits gesperrt sind, haben wir auch rausgelassen, für Updates verweisen wir auf JF Derry.</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/08/dein-beitrag-zu-ihrem-niedergang-%e2%80%93-wie-man-diskriminierende-inhalte-bei-youtube-melden-kann/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>31</slash:comments> </item> <item><title>Spreeklicks (Soundtrack: XTC)</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/07/spreeklicks-soundtrack-xtc/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/07/spreeklicks-soundtrack-xtc/#comments</comments> <pubDate>Wed, 07 Dec 2011 17:05:22 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51344</guid> <description><![CDATA[<p><iframe
frameborder="0" width="500" height="288" src="http://www.dailymotion.com/embed/video/xn0qk"></iframe></p><p>Eins, zwei, drei, vier, fünf Sinne machen Überstunden und ich habe weniger Sorge um das, was Facebook mit bösartiger Absicht falsch machen könnte, als um das, was eben bei technischen Systemen, die ebenso wie die politischen selten perfekt sind, passieren kann: <a
href="http://blog.fefe.de/?ts=b020403a">Fehler</a>. Warten wir also einfach auf den Tag, an dem alle unsere privaten Nachrichten wegen <em><a
href="http://www.businessinsider.com/facebook-security-flaw-allows-access-to-zuckerbergs-private-photos-2011-12">Hoppla, wie konnte denn das geschehen?</a></em> für ein paar Stunden öffentlich sind und sehen wir die Sache positiv, denn immerhin beweisen die irrtümlich öffentlich gemachten <a
href="http://imgur.com/a/PrLrB">Fotos</a> von The Zuck, dass sein Privatleben langweiliger ist als unseres.</p><p>Apropos langweilig:</p><p>Seit 2007 wurden in diesem Blog genau 1.475.750 Spam-Kommentare relativ automatisch gelöscht. Hinzu kommen ein paar hundert manuell eingetragene Spam-Comments (also Kommentare, in denen einzig darum geht, die Adresse www.ich-hab-irgendwo-gelesen-dass-man-im-internet-ganz-leicht-reich-wird-24.de als Link unterzubringen), die ich einzeln selbst löschen muss. Es folgt eine kurze Durchsage an diejenigen, die ihre Zeit mit dem Streuen solcher Kommentare in Blogs verbringen:</p><p><iframe
width="500" height="339" src="http://www.youtube.com/embed/sv3tadz5Q3o" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Der <a
href="http://androidphonenamegenerator.com/">Android Phone Name Generator</a> ist übrigens traurig, aber wahr. Und auch ein bisschen witzig.</p><p>Das Witzigste an dem folgenden Video ist hingegen nicht etwa das Video selbst, sondern die Tatsache, dass es bei derzeit gerade mal 196 Aufrufen schon 21 &#8222;Gefällt mir nicht&#8220;-Stimmen gegen nur neunmal &#8222;Gefällt mir&#8220; hat. Auch die Kommentare sind lesenswert und beweisen: Bei den Piraten sollte dringend mal jemand einen Antrag auf Humor stellen.</p><p><iframe
width="500" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/AyWg0IBw6rg" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p><p>Ich bin überhaupt großer Freund von Kommentaren, wobei auch mein eigener Humor natürlich Geschmackssache ist. Ein großer Spaß ist es für mich zum Beispiel, die Amazon-Rezensionen unter Meisterwerken der Kultur aufzurufen und die schlechtesten Bewertungen zu lesen. Dort finden sich Perlen wie <strong>&#8222;Belanglos, künstlerisch das Ende der Beatles !!!&#8220;</strong> (aber trotzdem immerhin zwei Sterne) unter dem White Album oder auch brutale Wahrheiten wie <strong>&#8222;Die handelnden Personen sind alle zusammen durch und durch langweilig&#8220;</strong> (ein Stern) unter <em>Krieg und Frieden</em>. Like.</p><p>Die andauernde <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/25/youtube-gema-ein-appell-mit-bitte-um-unterstutzung/">Debatte um YouTube und die GEMA</a> ist natürlich im Gegensatz dazu nicht so richtig unterhaltsam, aber u.a. durch die <a
href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Sperr-Posse-um-die-Sonnenallee-auf-YouTube-1391704.html">Sonnenallee-Posse</a> immer noch am köcheln und aktuell und immerhin hat das Branchenblatt &#8222;Musikwoche&#8220; das Thema aufgegriffen und veröffentlicht in der aktuellen digitalen Ausgabe zwei Seiten allein über die Diskussion bei Spreeblick:</p><p><a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/12/musikwoche-spreeblick.png"><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/uploads/2011/12/musikwoche-spreeblick.png" alt="musikwoche-spreeblick" title="musikwoche-spreeblick" class="alignnone size-full wp-image-51345" /></a><br
/> <small><em>Klick macht groß.</em></small></p><p>In Anbetracht der Tatsache, dass die Musikwoche so ziemlich jeder im &#8222;Bizzniss&#8220; liest, finde ich das sehr gut. Die oben zu sehende Veröffentlichung des Screenshots einer Publikation, die eigentlich nur Abonnenten erhalten, ist übrigens sicher urheberrechtlich mindestens zwiespältig… aber ich gehe einfach mal von der Großmütigkeit der Herausgeber aus, denn der Spreeblick-Screenshot wurde ja auch nicht angefragt. That&#8217;s why I&#8217;m easy like sunday morning.</p><p>Heute morgen bin ich übrigens halbzufällig auf einer Seite für Film-Titel gelandet und haben mir dabei zweimal <a
href="http://www.artofthetitle.com/2011/10/31/the-shining/">die Eröffnungssequenz von <em>The Shining</em></a> angesehen und natürlich sofort wieder Lust auf den Film bekommen. Schaut euch das noch mal in Ruhe an, wie großartig die Kamera-Arbeit ist, die allein für diesen Opener Wochen gedauert haben soll, und wie gruselig das alles wirkt durch diese 80er-Jahre-Horrorfilm-Synthie-Sounds – obwohl zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nichts Gruseliges passiert. Toll. Und dann diese schlichten, eigentlich blöden Titel in dieser furchtbaren Farbe, die ungewöhnlicherweise ein Abspann-Scrollen verwenden und so gar nicht zu passen shinen (Haha!) … Irre. Wirklich einfach beeindruckend.</p><p>Ich hab&#8217;s mir gleich noch einmal angesehen.</p><p>Ach, Kunst. Besser als Gold.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/07/spreeklicks-soundtrack-xtc/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>19</slash:comments> </item> <item><title>Weltexklusiv: Interview mit dem CEO von Santa Claus Industries</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/06/weltexklusiv-interview-mit-dem-ceo-von-santa-claus-industries/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/06/weltexklusiv-interview-mit-dem-ceo-von-santa-claus-industries/#comments</comments> <pubDate>Tue, 06 Dec 2011 10:37:44 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51336</guid> <description><![CDATA[<p><object
width="400" height="243"><param
name="movie" value="http://www.iseevoices.com/video.swf"></param><param
name="allowFullScreen" value="true"></param><param
name="allowscriptaccess" value="always"></param><param
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href="http://www.spreeblick.com/?s=iseevoices">einige Interviews</a> von <a
href="http://www.iseevoices.com/">iseevoices</a> veröffentlicht, aber dieses weltexklusive Gespräch mit dem CEO von Santa Claus Industries übertrifft alles.</p><p>Im englischsprachigen Interview erfahren wir alles über die Ursprünge von Santa Claus Industries als Familien-Unternehmen (inklusive der Kooperation mit der katholischen Kirche), hören erstmalig Santa Claus&#8217; Sicht der damaligen Zusammenarbeit mit Coca-Cola und darüber, wie die Taliban beinahe eines der bekanntesten Markenzeichen des Unternehmens – den Bart – gefährdeten. Desweiteren spricht der CEO über eine seiner Lieblingsbands: Die Butthole Surfers.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/06/weltexklusiv-interview-mit-dem-ceo-von-santa-claus-industries/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>7</slash:comments> </item> <item><title>Digitale Zivilcourage</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/05/digitale-zivilcourage/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/05/digitale-zivilcourage/#comments</comments> <pubDate>Mon, 05 Dec 2011 12:04:11 +0000</pubDate> <dc:creator>Johnny Haeusler</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51312</guid> <description><![CDATA[<p>Wann immer eine Straftat, eine Schlägerei, ein Überfall oder gar Mord in der Öffentlichkeit bekannt wird, steht die Frage nach der <a
href="http://www.spreeblick.com/2009/12/16/what-would-i-have-done/">Zivilcourage</a> der bei der Tat anwesenden Unbeteiligten im Raum.</p><p>Wer selbst schon einmal zufälliger Zeuge eines Übergriffs gegen eine andere Person war, der weiß jedoch, wie schwer es ist, einzuschreiten, der angegriffenen Person also zur Seite zu stehen. In der Theorie und besonders, wenn mehrere Menschen anwesend sind, die gemeinsam eigentlich leicht helfen könnten, ist Zivilcourage leicht – in der Praxis oftmals leider nicht, entweder, weil niemand anderes mit einschreiten mag oder die Furcht vor der Brutalität oder Bewaffnung der Angreifer dann eben auch bei einem selbst überwiegt.</p><p>Dies gilt für das physische Leben, für den Alltag in der S-Bahn, bei einem Konzert, auf der Straße. In der digitalen Welt hingegen sollte uns das Eingreifen viel leichter fallen, meist genügt ein Klick, eine kurze Nachricht oder auch ein Satz als Kommentar als Hilfestellung für jemanden, der angegriffen wird. Aber nehmen wir diese Möglichkeit zur Hilfe wahr? Wie sieht es aus bei der Verbreitung von Hass, Lügen oder öffentlicher Diffamierung im Netz, werden wir dabei aktiv oder klicken wir kopfschüttelnd einfach weiter? Übernehmen wir also bewusst aktive Verantwortung für unsere digitale Umgebung?</p><p>Ich hatte mir und euch diese Frage <a
href="http://www.spreeblick.com/2009/10/12/digitale-verantwortung/">vor zwei Jahren schon einmal gestellt</a> und komme aus zwei Gründen erneut auf das Thema:</p><p>Erstens bekam einer meiner Söhne vor kurzer Zeit aktive Unterstützung, als er bei YouTube auf YouTube-Kommentar-übliche Weise beschimpft wurde. Obwohl er selbst diesen verbalen Angriff ob seiner Albernheit lachend ignorierte, standen ihm binnen kurzer Zeit zwei offenbar ebenfalls recht junge (und meinem Sohn unbekannte) Nutzer mit netten Kommentaren zur Seite. Davon war ich ziemlich beeindruckt, denn so etwas war mir bis dahin bei YouTube eher selten aufgefallen.</p><p>Und zweitens verlinkte Elblette <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/11/14/uberraschung-nazis-in-deutschland/#comment-796636">in diesem Kommentar</a> gerade einen Artikel des Autors JD Derry mit dem Titel <a
href="http://jfderry.wordpress.com/2011/12/02/your-part-in-their-downfall/">&#8222;Your Part In Their Downfall&#8220;</a> (<strong>UPDATE</strong> <a
href="http://www.spreeblick.com/2011/12/08/dein-beitrag-zu-ihrem-niedergang-%e2%80%93-wie-man-diskriminierende-inhalte-bei-youtube-melden-kann/">Hier die deutsche Version</a>), in dem Derry eine Anleitung dafür schreibt, wie man gegen rassistische oder anders Hass verbreitende Videos vorgehen kann und soll. Auch ein solcher Blogbeitrag ist mir in der deutschsprachigen Bloglandschaft bisher nicht untergekommen.</p><p>Seit dem Erlebnis mit den beiden zivilcouragierten YouTube-Kommentatoren in Bezug auf meinen Sohn habe ich mir vorgenommen, im Netz selbst wieder öfters zu widersprechen, über die Maße Angegriffenen verbal zur Seite zu stehen, sowie Spam, Rassismus und Hass ggf. bei Portalbetreibern zu melden.</p><p>Dabei ist mir völlig klar, dass das Entfernen bspw. eines Nazi-Videos den Urheber nicht zum Menschenfreund machen wird und ich weiß, dass ein von YouTube entferntes Video binnen weniger Sekunden an anderer Stelle wieder verfügbar ist. Dennoch glaube ich, dass die digitale genauso wie die physische Gesellschaft aktive Verantwortung und Gestaltung braucht, denn die einfache Behauptung einer Selbstregulierung reicht meiner Meinung nach nicht aus. Und ich glaube außerdem, dass diese aktive Gestaltung durch die Nutzerinnen und Nutzer denjenigen den Wind aus den Segeln nehmen kann, die immer lauter nach stärkerer Regulierung und neuen Gesetzen rufen.</p><p>Mich interessiert, wie ihr das handhabt im täglichen Netzleben. Widersprecht ihr schwerwiegenden Unwahrheiten, wenn ihr sie erkennt; steht ihr einer euch fremden Person bei, die maßlos verbal attackiert wird; mischt ihr euch bewusst ein, wenn es um mehr als einen Schreibfehler oder ein technisches Problem geht? Oder überlasst ihr so etwas eher dem Zufall, dem Schicksal oder anderen?</p><p><strong>UPDATE</strong> Hat jemand die Zeit und Fähigkeit, den <a
href="http://jfderry.wordpress.com/2011/12/02/your-part-in-their-downfall/">Artikel von Derry</a> ins Deutsche zu übersetzen? Falls ja, freue ich mich über eine kurze Mail: johnny at spreeblick.com.</p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/05/digitale-zivilcourage/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>65</slash:comments> </item> <item><title>Castor 2011 &#8211; Eine Reportage in Bild, Text &amp; Ton</title><link>http://www.spreeblick.com/2011/12/02/castor-2011-eine-reportage-in-bild-text-ton/</link> <comments>http://www.spreeblick.com/2011/12/02/castor-2011-eine-reportage-in-bild-text-ton/#comments</comments> <pubDate>Fri, 02 Dec 2011 11:43:55 +0000</pubDate> <dc:creator>Gastautorin/ Gastautor</dc:creator> <guid
isPermaLink="false">http://www.spreeblick.com/?p=51240</guid> <description><![CDATA[<p><strong>Von Gregor Fischer (Fotos) und Deborah Seifert (Text, Interviews)</strong></p><div
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href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 001.jpg" title="Gorleben ist überall - auch dieses Ortsschild wurde von Aktivisten überklebt." class="shutterset_set_1" > <img
title="Castor2011 001" alt="Castor2011 001" src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/thumbs/thumbs_Castor2011 001.jpg" width="100" height="75" /> </a></div></div><div
id="ngg-image-4" class="ngg-gallery-thumbnail-box"  ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 002.jpg" title="Die Idylle täuscht -  drei Tage vor Tag X laufen die Vorbereitungen des Widerstandes bereits auf Hochtouren." class="shutterset_set_1" > <img
title="Castor2011 002" alt="Castor2011 002" src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/thumbs/thumbs_Castor2011 002.jpg" width="100" height="75" /> </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 003.jpg" title="Ob man will oder nicht - als Wendender bekommt man den Castor zwangsläufig mit. Einfach über die Schienen spazieren mit den Hund geht seit Tagen nicht mehr." class="shutterset_set_1" > <img
title="Castor2011 003" alt="Castor2011 003" src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/thumbs/thumbs_Castor2011 003.jpg" width="100" height="75" /> </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 004.jpg" title="Der Protest ist kreativ. Hier bei Groß Gußborn sitzt der Tod höchstpersönlich auf einem vier Meter hohen gelben Fass." class="shutterset_set_1" > <img
title="Castor2011 004" alt="Castor2011 004" src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/thumbs/thumbs_Castor2011 004.jpg" width="100" height="75" /> </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 005.jpg" title="Ebenfalls in Groß Gußborn befindet sich seit 2011 ein provisorischer Friedhof &quot;für Bundestagsabgeordneten nach dem Supergau&quot;. Einen Notfallplan gibt es für Gorleben übrigens nicht." class="shutterset_set_1" > <img
title="Castor2011 005" alt="Castor2011 005" src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/thumbs/thumbs_Castor2011 005.jpg" width="100" height="75" /> </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 006.jpg" title="Das Camp in Gedelitz ist am Donnerstag noch dünn besiedelt. Von hier startet die letzte große Sitzblockade direkt am Ortseingang von Gorleben." class="shutterset_set_1" > <img
title="Castor2011 006" alt="Castor2011 006" src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/thumbs/thumbs_Castor2011 006.jpg" width="100" height="75" /> </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 007.jpg" title="Zu den Vorbereitungen gehört auch Holz sägen für die großen Öfen der VoKüs. Natürlich ohne Strom." class="shutterset_set_1" > <img
title="Castor2011 007" alt="Castor2011 007" src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/thumbs/thumbs_Castor2011 007.jpg" width="100" height="75" /> </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 008.jpg" title="Die zahlreichen Volksküchen in den sieben großen Camps und an den zahlreichen weiteren Infopunkten kochen vagen. Rund 1.500 Essen wandern an der Esso-Wiese in Tannenberg täglich über den Tresen." class="shutterset_set_1" > <img
title="Castor2011 008" alt="Castor2011 008" src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/thumbs/thumbs_Castor2011 008.jpg" width="100" height="75" /> </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 009.jpg" title="Die Lautsprecherwagen werden aufgebaut." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 010.jpg" title="Die VoKü beim Camp auf der Esso-Wiese in Dannenberg." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-13" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 011.jpg" title="Das Essen für die Aktivisten wird von den umliegenden Landwirten und Anwohnern gespendet. Das Zentrallager ist gut gefüllt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-14" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 012.jpg" title="Suppe brodelt auch im Camp Hitzacker." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-15" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 013.jpg" title="Bei der Demonstration in Metzingen am Donnerstag Abend fährt die Polizei schweres Geschütz auf. 400 PS unter der Haube, 10.000 Liter Wasser an Bord und fast eine Million Euro teuer: Der &quot;Wasserwerfer 10.000&quot; ist eine rollende Hightech-Festung." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 014.jpg" title="Laut Radio Freies Wendland wurden dem eingesetzte Wasserwerfer-Wasser Reizstoffe beigemischt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 015.jpg" title="Beim Blockadetraining wird fleißig das Sitzen auf der Straße und auf der Schiene geübt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 016.jpg" title="Die Strohsäcke der Blockierer müssen noch gestopft werden. Materialanlieferung im Camp Gedelitz." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 017.jpg" title="&quot;Wir haben da schon mal was vorbereitet.&quot;" class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 020.jpg" title="Eine Gruppe Schotterer allein auf weiter Flur. Der Weg zur Schiene ist noch weit." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 021.jpg" title="Die Taktik beim Durchfließen einer Polizeikette basiert darauf, dass nicht alle Aktivisten durchkommen. Hier wird ein Schotterer auf dem Weg zur Schiene festgehalten." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 023.jpg" title="Ein Teil der Schotterer wurde auf einem Feld eingekesselt. Die Aktivisten vertreiben sich die Zeit mit Limbotanzen." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 024.jpg" title="Bei der Großdemonstration in Dannenberg am Samstag nehmen zigtausende Menschen aus ganz Deutschland teil. Die Veranstalter sprechen von 23.000 Demonstranten, die Polizei von knapp 10.000." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 025.jpg" title="Der Widerstand der Anti-Atomkraftbewegung ist bunt. Und manchmal auch minderjährig." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 026.jpg" title="Die Sitzblockade bei Harlingen. Seit Samstag um 15.00 werden die Schienen zwischen den Streckenkilometern 185 und 188 besetzt. " class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-26" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 027.jpg" title="Bis spät in die Nacht wächst die Zahl der Schienenblockierer auf knapp 5000 an." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-27" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 028.jpg" title="Wärmefolie hält schön warm. Doch gemütlich ist es auf den Schienen trotzdem nicht." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 029-1.jpg" title="Die Wartezeit vertreiben sich die Aktivisten auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Musik bietet immer eine willkommene Abwechslung." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-29" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 029.jpg" title="Die Blaskapelle gibt ihr bestes, um die Aktivisten der Schienenblockade bei Laune zu halten." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-30" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 030.jpg" title="Die Aktivisten warten auf neue Meldungen vom Castorticker. Im Hintergrund leuchten die Westen von Sanitätern und Seelsorgern. Sie werden die Räumung überwachen." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 031.jpg" title="Die Räumung beginnt gegen 03.00 morgens. Die Schienen  bei Harlingen liegen an einer steilen Böschung. Meist fassen die Polizisten zu viert an. Leichtere Aktivisten auch mal nur zu dritt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 032.jpg" title="Die Polizei arbeitet sich von der Mitte der Blockade nach links und rechts außen durch. Außerhalb des hell erleuchteten Bereichs müssen die Aktivisten mit Schmerzgriffen und Verletzungen rechnen." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-33" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 033.jpg" title="Es gibt diverse Techniken, sich wegtragen zu lassen. Diese wurde beim Blockadetraining nicht gezeigt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-34" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 034.jpg" title="Einige Polizisten setzten den Schlagstock auch als Traghilfsmittel ein." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-35" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 035.jpg" title="Nach dem Räumen blieben viele Utensilien der Sitzblockade zurück. Manche waren beabsichtigt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 036.jpg" title="Am Bahnkilometer 187,7 wurde das Gleis verbogen." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-37" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 037.jpg" title="Hier sieht man eine freigeschotterte Bahnschwelle. Und die Reste einer Aktivisten-Jause." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-38" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 038.jpg" title="Die Aktivisten, die nicht freiwillig aufstehen und gehen, werden in die GeSa, die mobile Gefangenen-Sammelstelle auf einer nachfliegenden Wiese gebracht. Einige verharren dort über 30 Stunden im Freien." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 039.jpg" title="Nach der Räumung der großen Schienenblockade in Harlingen finden sich in den nächsten tagen immer wieder kleinere und größere Sitzblockaden rund um den Ort Hitzacker." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-40" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 040.jpg" title="Hier wurde eine Spange auf die Schienen geschweißt. Zahlreiche solcher kleineren Blockaden kosten die Polizei jedesmal Zeit und halten den Castor weiter auf." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-41" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 041.jpg" title="Straßenblockade &quot;Modell Wohnzimmer&quot; vor dem Camp Gedelitz nahe Gorleben." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-42" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 042.jpg" title="Der Castro-Zug steuert im Schritttempo am Montag um 03.55 den Verladekran am Bahnhof in Dannenberg an." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 043.jpg" title="Die Straßenblockade vor Goleben beginnt am Sonntag Mittag. Gegen 17.00 wird die Zahl der Aktivisten auf über 1000 geschätzt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 044.jpg" title="Eine Handvoll Aktivisten hat eine Straßenblockade aus Bäumen errichtet." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 045.jpg" title="Lesestoff, passend zur Blockadestimmung kurz vor Gorleben." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 046.jpg" title="Stricken ist ebenfalls ein beliebter Zeitvertreib, meistens bei den weiblichen Sitzblockierern." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-47" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 047.jpg" title="Während der Sitzblockade gab es einen Sturzregen. Wer keine oder zu wenig Schutzfolie dabei hatte, wurde in der Nacht nass." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-48" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 048.jpg" title="Auch bei der Sitzblockade vor Gorleben gibt es Vollverpflegung durch eine VoKü." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-49" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 049.jpg" title="Musikalischer Protest gegen die Räumung." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-50" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 050.jpg" title="Ein Ortswechsel während der Blockade ist ohne weiteres möglich, wenn genug Leute mit anpacken." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-51" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 051.jpg" title="Das Verpflegungszelt bei der Sitzblockade vor Gorleben ist immer gut gefüllt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-52" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 052.jpg" title="Die Nachrichten werden aufmerksam verfolgt, ebenso wie die Meldungen vom Castorticker." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-53" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 053.jpg" title="Eine Aktivistin mischt sich in die Reihe der Polizisten." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-54" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 054.jpg" title="Der Castor wird von den Schienen auf die Straße verladen. Im Hintergrund wird die Straße vor Gorleben bereits geräumt." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-55" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 055.jpg" title="Am Montag um 21.39 Uhr passiert der Castro die westliche Ortseinfahrt von Gorleben. Es ist der längste Transport in der Geschichte des Wendlands." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
id="ngg-image-56" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="display: none;" ><div
class="ngg-gallery-thumbnail" > <a
href="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Castor2011 056.jpg" title="Ein Aktivist misst die Strahlung nach dem Vorbeifahren des Transports.
4,25mSV (Richtwert: 0,001mSv pro Stunde)." class="shutterset_set_1" > </a></div></div><div
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class="next" id="ngg-next-2" href="http://www.spreeblick.com/2011/12/02/castor-2011-eine-reportage-in-bild-text-ton/?nggpage=2">&#9658;</a></div></div><p>Der Castorticker meldet:<br
/> <em>Mi, 16:01 &#8211; Vallones &#8211; Der Castor ist losgefahren. Aus verschiedensten Quellen ist zu hören, dass er bis morgen in Frankreich bleiben soll.</em></p><p>Donnerstag Mittag. Es ist noch sehr ruhig im Wendland. Ein Kind hüpft von der Schule nach Hause. Eine alte Dame geht mit ihrem Hund spazieren. Der Fleischer hat schon geschlossen. Eine Bushalte steht verlassen neben der Elbe. Nur ein Plakat mit gelben Kreuz deutet auf das hin, was in den nächsten Tagen erwartet wird. Der Castorzug wird wieder durchrollen. Er transportiert Brennelemente aus deutschen AKWs aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage von La Hague zurück nach Deutschland.</p><p>Das Wendland ist dem Durchschnittsdeutschen unbekannt. Die Elbe fließt hier, es gibt Kühe und Ortschaften mit komischen Namen: Dickfeitzen. Salderatzen. Tolstefanz. Und Gorleben. Unweit von dem kleinen Ort an der Lüchower Straße steht eine unauffällige Wellblechhalle. Hier lagern 95 Castorbehälter und fünf andere Atommüllbehälter, oberirdisch. Dieses Jahr sollen 11 weitere Castoren dazukommen. Die Anwohner im Wendland streiten mittlerweile nicht mehr mit Politikern über erhöhte Strahlungsmesswerte. Aber sie erzählen, dass seit einigen Jahren nur noch Mädchen um Gorleben geboren werden.</p><p><em>DO 14:00 &#8211; Die Strecken nach Wörth und Saarbrücken werden von Hubschraubern abgesucht.</em></p><p>Seit 1984 wird Atommüll nach Gorleben transportiert und oberirdisch gelagert. Genauso lange protestieren Aktivisten dagegen. Dagegen, dass seit über 50 Jahren Deutschland laufend neuen Atommüll produziert, von dem niemand weiß, wie man ihn ungefährlich entsorgt. Und dagegen, dass sich das Zwischenlager bei Gorleben langsam, aber sicher zu einem Endlager entwickelt. Nicht nur Aktivisten sehen den Salzstock, in dem der Atommüll gelagert werden soll, als ungeeignet und gefährlich an. Kein Wunder &#8211; wer will schon Atommüll in seinem Vorgarten haben?</p><p><small>Doris Hertel, Anwohnerin, seit 40 Jahren aktiv im Widerstand</small><br
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</script></p><p>Hinter Uelzen häufen sich die gelben Andreaskreuze am Straßenrand. Sie hängen und stehen überall; an der Landstraße, in Vorgärten. Manchmal sitzen strohgefüllt Puppen daneben, sitzen und warten. Auf einem vier Meter hohen gelben Fass in Groß Gußborn sitzt der Tod höchstpersönlich. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde ein provisorischer Friedhof eingerichtet, &#8222;für Bundestagsabgeordnete nach dem Supergau&#8220;. Seit einigen Dörfern steht auf jedem Ortsschild &#8222;Gorleben&#8220;.</p><p>Ob man will oder nicht: Die Bewohner vom Kreis Lüchow-Dannenberg merken, wenn Castorzeit ist. Es sind auch kleine, alltägliche Dinge. Brigitte Koppmann, 56, beschwert sich beim Kaffeeklatsch im Rewe von Dannenberg: Schon seit 10 Tagen kann sie nicht mehr mit dem Hund in Ruhe spazieren gehen, die Schienen sind gesperrt. Sie wohnt schon immer hier, wegziehen kommt nicht in Frage. Ihrer Meinung nach könnten die Polizisten wenigstens an der Supermarktkasse ihre Schlagstöcke ablegen.</p><p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Brigitte%20Koppmann_Interviewbild.jpg"  width="500"></p><p><small>Brigitte Koppmann, 56, aus Dannenberg, über ihre Erfahrungen mit der Polizei</small><br
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</script></p><p>Auf der Esso-Wiese in Dannenberg haben Wendländer bereits am ersten Tag keine Lust mehr auf Interviews. An der Volksküche Freies Wendland winken die Köche ab, nur Koch Matthias verrät mit einem Augenzwinkern, wie er sein beliebtes veganes Mett gemacht hat.</p><p><small>Matthias, VoKü-Koch, verrät sein veganes Mett-Rezept</small><br
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</script></p><p>Ebenfalls von der Esso-Wiese sendet das Radio Freies Wendland auf der Welle vom Lokalsender Zusa Meldungen für die Widerstandskämpfer. Im Infozelt finden die Anreisenden eine Mitfahrgelegeheiten, Infomaterial von der Anti-Atomkraftbewegung und eine Bettenbörse. Übernachtungsmöglichkeit für die Angereisten gibt es z.B.  im Gemeindehaus von Hitzacker. Die Küsterin hat die Tür einfach offen gelassen, Zettel bitten um Ruhe und Sauberkeit &#8211; und um Stromsparen. Rund 50 Leute lagern in zwei Räumen. So riecht also der Widerstand: ein wenig nach feuchten Socken. Der Ticker kündigt bereits die nächste Kundgebung für 19.00 Uhr in Metzingen an.</p><p><em>DO 17:20  &#8211; Bei Metzingen ziehen sich Polizeikräfte zusammen, da um 19:00 eine Kundgebung stattfinden soll.</em></p><p>Die Ankunft vom frischen Atommüll wird von 19.000 Polizeibeamten aus ganz Deutschland abgesichert. An jeder Ortseinfahrt, an jedem Waldweg steht mindestens ein Mannschaftswagen. Ebenfalls aus ganz Deutschland reisen die zigtausend Menschen an, die gegen den Castor protestieren. Der Widerstand im Wendland ist über 37 Jahre gewachsen. Schon lange blockieren nicht nur Bauern und Anwohner Gleise und Straßen nach Gorleben; kirchliche Umweltgruppen,  Gewerkschaften und autonomes Milieu vergrößern die Armee der Atomkraftgegner, die am Wochenende vor allem ein Ziel hat: den Transport so lange wie möglich aufzuhalten.</p><p><em>DO 19:08 -In Metzingen sind mittlerweile etwa 3000 Menschen im Dorf verteilt, es wird unter musikalischer Beschallung gefeiert.</em></p><p>Ein Riesentraktor hat die Bühne in Position gezogen. &#8222;Wir wollen Euch tanzen sehen!&#8220; schallt aus den Boxen. Der Organisator von der Bürgerinitiative Freies Wendland greift sich provokativ in den Schritt und brüllt zu den Hundertschaften der Polizei hinüber. &#8222;Ja, zurecht habt ihr Angst um Euer Erbgut, wenn das Gift vorbeirollt!&#8220; Die Menschen johlen und applaudieren. Vor der Bühne steht eine Aktivistin aus den Niederlanden, komplett in leuchtendes Gelb aus Reflektoren gehüllt. Die Fotografen stürzen sich dankbar auf das plakative Motiv; auf ihrem Rücken trägt sie zwei Babypuppen aus Plastik, mit Tentakeln und einer Gasmaske verziert.</p><p><small>Rede von einem Aktivisten in Metzigen &#8222;Alles Lüge!&#8220;</small><br
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</script></p><p>Nachdem verschiedenen Bündnisse ihre Aktionen für die nächsten Tage abgekündigt haben, ziehen die Menschen durch das Dorf. Hinter ein paar Ecken liegt die Bundesstraße 216. Dort stehen sich Polizisten und Demonstranten Gesicht an Gesicht gegenüber. Drei Wasserwerfer rollen bedrohlich zischend dazwischen, richten Strahler und Spritzkanonen auf die Demonstranten.</p><p><em>DO 19:30 Metzingen &#8211; Es gab die erste Aufforderung die Straße zu verlassen.</em></p><p>Aus Lautsprechern dröhnt noch immer laute Musik, eine Sambagruppe trommelt den Rhythmus mit. In unregelmäßigen Abständen tönen Durchsagen der Polizei dazwischen. Plötzlich eine Rauchexplosion, Gasgeruch beißt in die Schleimhäute. Einige Leute ziehen sich Schals in Gesicht, streifen Handschuhe über. Plötzlich stehen Vermummte zwischen älteren Menschen und Kindern. Die Wasserwerfern kleckern erst los, dann richten sie Fontänen auf die Menge.</p><p><em>DO 19:55 Dem in Metzingen eingesetzte Wasserwerfer-Wasser werden Reizstoffe beigemischt, Pfefferspray kommt zum Einsatz.</em></p><p>Eine ältere Dame zieht sich mit nassen Haaren und durchweichten Klamotten verschreckt nach hinten zurück. Die Menschen protestieren mit Buhrufen. Auch andere Rufe werden laut: &#8222;Die ganze Welt hasst die Polizei!&#8220; Drei kleine Kinder jauchzen mit: &#8222;Scheißbullen&#8220;. Nach einer Weile unterbricht die Mutter scharf: &#8222;Na!&#8220;<br
/> Irgendwann fliegt ein Stein. Eine Frau wird getroffen, in der Nähe vom Bus vom Roten Kreuz. Es bleibt nicht der einzige blutige Vorfall an diesem Abend, doch genau solche Szenen versuchen die Aktionsbündnisse zu verhindern.</p><p><em>DO 23:39 &#8211; Laut Radio Freies Wendland gab es in Metzingen heute 20 verletzte DemonstrantInnen durch Pfefferspray und eine Verletzte mit Prellung.</em></p><p>Der Widerstand im Wendland soll friedlich bleiben. Dabei werden die Aktivisten auf die folgenden drei Techniken zurückgreifen: Schottern. Schienenblockade. Und als letztes die große Straßenblockade am Ortseingang von Gorleben.</p><p>* * *</p><p>Widerstand im Wendland I &#8211; Schottern</p><p><em>SA 10:35 &#8211; Die Aktion «Castor Schottern» hat begonnen, 500 Menschen aus dem Camp Dahlem sind unterwegs in Richtung der Schiene.</em></p><p>Schottern, das bedeutet: Steine vom Gleisbrett räumen, es unterhöhlen. Die Folgen: Die Gleise sacken ab, der Zug kann nicht weiterfahren. Anders als die Sitzblockade ist Schottern kein passiver Widerstand, sondern wird von der Polizei als Gefährdung öffentlicher Betriebe gewertet &#8211; und damit als eine Straftat. Bisher wurde wegen Schottern noch kein gültiges Urteil gefällt, doch allen Teilnehmern ist klar, dass ihr Handeln juristische Konsequenzen haben kann.</p><p><small>Sven Manigk, 24, seit 9 Jahren beim Widerstand, erklärt Schottern</small><br
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</script></p><p>Am vereinbarten Platz in Lemgrabe angekommen, stellt man fest, dass sich die komplette Presse dort versammelt hat. Der Traum von exklusiven Bildern platzt schlagartig, die Journalisten fühlen sich verschaukelt. Doch dann wird klar: Die Schotterer wollen die Presse gezielt benutzen, um gewalttätiges Verhalten der Polizisten zu verhindern. Beim Schottern werden die Journalisten in Gruppen aufgeteilt und verschiedenen Aktivisten zugeordnet.</p><p><small>Schotteraktivistin erklärt der Presse die Regeln</small><br
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</script></p><p>Die Strategie sieht folgendermaßen aus: Eine große Gruppe zieht über die Felder, mal langsam, mal im Laufschritt. Es geht über Gräber, Felder und unter Elektrozäunen durch. In unregelmäßigen Abständen spreizt sich die Gruppe in sogenannte &#8222;Finger&#8220;; so versucht man, die Hundertschaften der Polizei dazu zu bewegen, sich ebenfalls zu streuen. Dann versuchen die Aktivisten ihre Reihen in Richtung Schiene durchbrechen. Es ist klar, dass dabei nicht alle durchkommen. Doch die, die es schaffen, gewinnen durch die Hatz mit den Polizisten wertvolle Zeit.</p><p><small>Kurzes Gespräch mit holländischem Aktivist beim Schottern</small><br
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</script></p><p>Nach zwei Durchbruchversuchen wird die Gruppe auf einem Feld eingekesselt. Schulter an Schulter steht die Hundertschaft der Polizisten im Kreis auf dem Feld. Die Aktivisten vertreiben sich die Zeit: mit Limbotanzen und Singen. Und damit, möglichst unauffällig die Polsterungen unter den weißen Schutzanzügen zu entsorgen. Denn die könnten als Beweismittel gelten, dass man vorhatte, an die Gleise vorzudringen. Mittendrin steht Carlos aus Mexico, Photograph von der unabhängigen Presse. Er ist in voller Montur hinterhergelaufen und nicht nur ein wenig außer Atem, sondern auch beeindruckt vom Organisationsgrad des Widerstandes.</p><p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Carlos_Interviewbild.jpg" width="500"><br
/> <small>Carlos</small></p><p><em>Samstag 11:11- Posade- Rund um den Wendländischen Bahnkilometer 188 befinden sich etwa 80 Menschen auf den Gleisen</em></p><p>Per Durchsage erklärt die Polizei die Versammlung schließlich für rechtswidrig und löst sie auf. Die Teilnehmer werden einzeln, immer von zwei Polizisten, zu den Einsatzwagen geführt. Durchsucht. Personalien werden festgestellt, Gasmasken und Schutzbrillen beschlagnahmt. All das kostet die Polizei Zeit, die die Schotterer nutzen können, die es bis zu den Schienen geschafft haben. Anschließend erhalten alle Aktivisten einen Platzverweis für den Landkreis Lemgrabe. Doch der wird viele nicht davon abhalten, weiterhin einen Schleichweg zur Schiene zu suchen.</p><p><em>SA 11:17 &#8211; Harlingen &#8211; Entlang der Strecke um den Bahnkilometer 187 ist es zu Schotterungen gekommen. Am Bahnkilometer 187,7 wurde das Gleis verbogen.</em></p><p>* * *</p><p>Widerstand im Wendland II  &#8211; Schienenblockade</p><p>Freitag Abend, 19.00, Camp Hitzacker. Langsam füllt sich das große Zelt im Camp Hitzacker. Rund 500 Männer, Frauen, und Kinder nehmen in dem mit Stroh ausgelegten Raum Platz. Es wird schnell warm, Jugendliche sitzen dicht neben Rentnern und Pensionären. Das Aktionstraining der Gruppe Wider.setzen beginnt. Ziel: Die Gruppe möchte mit möglichst vielen Menschen so lange wie möglich einen noch unbekannten Streckenabschnitt auf den Schienen vor dem Bahnhof in Dannenberg blockieren. Hier soll der Castor dann von den Schienen auf LKW verladen werden.</p><p>An einer brennenden Tonne wärmt sich Alex Reiche aus Dresden. Der 32-jährige ist aufgeregt &#8211; für ihn ist Castor 2011 das erste Mal. Warum hat er sich für die Sitzblockade als Form des Widerstandes entschieden?</p><p><small>Alex Reiche, 32, aus Dresden, erklärt das Durchfließen einer Polizeikette</small><br
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</script></p><p>Zuerst werden so genannte Bezugsgruppen gebildet, 8 bis 15 Personen stark. Diese geben sich Erkennungsnamen, um sich im Dunkeln, im Wald und auf der Schiene wiederfinden zu können: Taxi, Mücke, Gruppe Jürgen. Alex&#8217; Gruppe heißt Baumpony. Jede Gruppe wählt einen männlichen oder weiblichen Sprecher. Die Sprecher können im SprecherInnenrat Probleme und Sorgen ihrer Gruppe vortragen; außerdem werden sie zeitnah über Beginn und Strategiewechsel informiert. Gelebte Basisdemokratie trifft auf straffen Organisationsgrad; man spürt die über 30 Jahre dauernde Blockade-Erfahrung.</p><p>Der Widerstand wird durchorganisiert, darauf legt die Gruppe große Wert. Gewaltfreiheit und De-Eskalation sind zentrale Regeln und Ziele. Deshalb klären die Aktivisten von Wider.setzen ihre Teilnehmer genau über den Ablauf der Aktion auf. Die Teilnehmer üben sowohl das Durchfließen einer Polizeikette als auch die beste Haltung für den Moment, wenn die Polizisten einen von den Schienen wegtragen. Deswegen wird besprochen, wie man sich am besten wegtragen lässt und was genau nach dem Wegtragen passiert.</p><p><small>Doris Hertel von Wider.setzen zum gewaltfreien Konzept der Schienenblockade</small><br
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</script></p><p>Nach den Übungen werden  die obligatorischen Strohsäcke gestopft. Der Strohsack ist das kleine Schwarze der Schienenbesetzer, er hält den Hintern auf den Schienen warm und weich. Alle 500 Teilnehmer richten sich darauf ein, notfalls noch in derselben Nacht auf verschiedenen Wegen zu den Schienen aufzubrechen. Im Laufe der nächsten Stunden schließen sich immer weitere Neuankömmlinge der Gruppe wider.setzten an. Ort und Zeit bleiben so lange wie möglich geheim, um die Aktion nicht zu gefährden &#8211; und aus Schutz vor möglichen Spitzeln der Polizei.</p><p>Am Samstag um 15.00 Uhr besetzten über 800 Menschen einen Schienenabschnitt bei Harlingen. Bis in die späte Nacht schließen sich weitere 4.000 an. Gegen 03.00 morgens beginnt die Polizei mit der Räumung der Gleise, die sich bis halb 8 Uhr morgens hinzieht. Teilweise sind die Polizisten sogar charmant beim Wegtragen.</p><p><small>Polizist versucht Schieneblockierer wegzukomplimentieren</small><br
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</script></p><p>Doch so glimpflich geht es nicht immer von statten. Eine Sanitäterin erzählt, worauf sich ihr Team bei diesem Einsatz vorbereitet hat: Schulterbrüche, Fausthiebe, Unterkühlungsgefahr.</p><p><small>Sanitäterin erzählt von Verletzungen beim Räumen</small><br
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</script></p><p>1.300 der Aktivisten lassen sich festnehmen, auch Alex. Er verbringt knapp 30 Stunden unter freiem Himmel in der mobilen GeSa, der GefangenenSammelstelle; ein Kessel aus Hunderten von Polizeieinsatzwagen. Viele andere Aktivisten räumen freiwillig &#8211; entweder, um sich an einer anderen Stelle wieder auf die Schienen zu begeben. Doch die meisten von ihnen schließen sich der letzten großen Blockade an &#8211; die Sitzblockade vor Gorleben.</p><p>* * *</p><p>Widerstand im Wendland III  &#8211; Straßenblockaden</p><p>Am Samstag um 15.59 Uhr meldet der Castorticker, dass rund 1000 Menschen die große Sitzblockade am westlichen Ortseingang von Gorleben gestartet haben. Über Schleichwege durch den Wald haben sie Stroh- und Schlafsäcke transportiert. Nach einer Weile folgt ihnen auch eine kleine Zeltstadt mit Küche, Toiletten und Musik.</p><p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Piet%20Loes_Interviewbild.jpg" width="500"></p><p><small>Pit Loes, 73, seit 10 Jahren Sitzblockierer, gibt ein paar Tipps</small><br
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</script></p><p>Es beginnt stark zu regnen. das Wendland ist kaum zu sehen hinter Regenschleiern. Der frühe Abend vergeht ruhig. Um 20.09 fährt der Zug laut Ticker aus Dahlenburg los, ein Bahnhof rund 32,5 km von Dannenberg entfernt. Der nächste Streckenabschnitt geht durch die Göhrde &#8211; und hier ist erwartungsgemäß mit massivem Widerstand auf den Schienen zu rechnen. Grünhagen, Poussage, Gobelin &#8211; das sind Orte in der Nähe von Harlingen und Metzingen, wo die sieben größeren Camps ihre operativen Schwerpunkte haben. Die Menschen auf der Straße richten sich unter Planen auf ihren Strohsäcken auf eine lange Wartezeit ein.</p><p>Es gibt ein paar in Beton und Eisen eingeschweißte Aktionen. Am erfolgreichsten sind vier Bauern von der Gruppe Bäuerliche Notstandsgemeinschaft, die sich eine pyramidenähnliche Konstruktion aus Beton, Stahl und Zement auf die Schienen gekettet haben. An anderen Stellen werden Plomben auf die Schienen geschweißt.</p><p><em>SO 09:40</em> Die Polizei hat eine erste Begutachtung der Betonpyramide vorgenommen und äußert sich mit den Worten &#8222;Das kann ja heiter werden&#8220;. Mittlerweile hat sich eine ansehnliche Sitzblockade dazugesellt.</em></p><p>Um 20:45 gibt die Polizei das Aufbrechen der Pyramide auf; die Bauern verlassen erst gegen 23.00 freiwillig ihre Barrikade &#8211; erschöpft, aber zufrieden. Denn die Aktivisten haben den Rekord vom letzten Jahr geknackt. Der Zug ist nun seit 92 Stunden unterwegs. Um die Überreste der Pyramide herum haben sich erneut rund 1.000 fröhliche und gutgelaunte Aktivisten niedergelassen. Die Räumung dauert bis weit in den frühen Morgen.</p><p>Mittlerweile wurde der Castor vom Zug auf elf Spezial-LKWs verladen und setzt seinen Weg auf der Straße fort. Dabei wird er von diversen Pannen begleitet. Die Wendländer scheinen in diesen Stunden unheimlich viel Pech zu haben: Trecker stürzen auf der Fahrbahn, Mähdrescher saufen ab, Schmierseife läuft aus. Zwei Menschen springen auf das Führerhäuschen der LKW. Währenddessen strömen immer mehr Menschen zur großen letzten Sitzblockade am Ortseingang Gorleben. Dort bereitet man sich langsam auf eine Räumung am Nachmittag vor. Den Blockadesitz haben die Aktivisten im Camp extra geübt.</p><p><img
src="http://www.spreeblick.com/wp-content/gallery/castor2011/Lydia%20Papendorf_Interviewbild.jpg" width="500"></p><p><small>Lydia Papendorf aus Berlin, 16, macht zum ersten Mal mit. Sie erklärt den Blockadesitz.</small><br
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</script></p><p><em>Gegen 15.54 wird vor Gorleben die dritte polizeiliche Aufforderung ausgesprochen.</em></p><p><small>Letzte Polizeidurchsage. Die Räumung der Straßenblockade beginnt.</small><br
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</script></p><p>Kurz danach beginnt die Räumung. Schmerzgriffe werden angewandt, manche Polizisten treten nach den Aktivisten, wenn die Presse nicht anwesend ist. Um 16.33 sitzen nur noch rund ein Viertel der Menschen noch auf der Straße. Die Räumung schreitet zügig voran. Zahlreiche andere Aktionen sorgen jedoch dafür, dass der erste Castor-LKW den Ortseingang Gorleben erst um 20:40 erreicht, wo er von Protestierenden ausgepfiffen wird.</p><p>* * *</p><p>Und nun?</p><p>Nach dem Räumen der letzten großen Sitzblockade in Gorleben gehen die Menschen mit gemischten Gefühlen nach Hause.</p><p>Doch stolz sind sie alle, zumindest ein wenig. Mit einer Dauer von knapp 126 Stunden war das der längste Castortransport in der Geschichte des Wendlands. Und auch, wenn der nächste Transport erst wieder 2014 rollen soll &#8211; der Widerstand gegen Atomkraft geht weiter. Nicht nur im Wendland.</p><p><small>Alle Fotos © Gregor Fischer</small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/02/castor-2011-eine-reportage-in-bild-text-ton/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>26</slash:comments> <enclosure
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class="labeledImage "><img
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class="license-cc" href="http://www.flickr.com/photos/howardlake/4441364482/"><span
class="text">HowardLake</span></a></p></div></p><p><strong>wir scheißen auf den mindestlohn</strong></p><p>verrecken solln die kranken<br
/> die unterschicht kriegt nichts, nur hohn<br
/> wir retten lieber banken</p><p>alleinerziehend, kinder: drei<br
/> kaum brot, kein geld zum tanken<br
/> die umwelt stirbt? uns einerlei<br
/> was zählt, sind unsre banken</p><p>die würde steht im grundgesetz<br
/> na toll, wem kann ich danken?<br
/> wie fische zappeln wir im netz<br
/> und wer kassiert? die banken</p><p
style="margin-top:60px"><small>Zuhause, auf <a
href="http://www.zwoelfzeilen.com/">Zwölf Zeilen zur Zeit</a>, zockt Ingo Neumayer tagtäglich so lange mit der deutschen Sprache, bis sie ihm einen sinnigen Reim spendiert.<br
/> <a
href="http://www.spreeblick.com/category/vreitagsverse/">Vreitags gibt er auf Spreeblick einen aus.</a> </small></p> ]]></description> <wfw:commentRss>http://www.spreeblick.com/2011/12/02/vreitagsvers-der-dreiundvierzigste/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> </channel> </rss>
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