Archiv

25

Ich bin kein Mitglied der Piratenpartei

Ich komme mir etwas blöd vor bei diesem Hinweis, halte ihn aber für nötig: Ich, Johnny Haeusler, bin kein Mitglied der Piratenpartei und ich bin auch in keiner anderen Partei engagiert.

Zum Hintergrund: Ich hatte vor den letzten Berliner Wahlen erklärt, warum meine Stimme bei dieser Wahl an die Piratenpartei gehen würde. Daraufhin erschien am Wahl-Sonntag ein wenige Sekunden kurzes Statement von mir im Rahmen eines Berichts im ZDF Heute Journal. Obwohl mein Kommentar der eines Außenstehenden war und auch im Rahmen des Berichts so anmoderiert war, gingen offenbar einige Zuschauer davon aus, dass ich als Mitglied der Piratenpartei in den Tagesthemen zu sehen war.

Dies zumindest ist die von mir konstruierte Erklärung dafür, warum ich seit einigen Wochen regelmäßig per Mails und auf Veranstaltungen zu meiner „Tätigkeit bei den Piraten“ oder meiner „Mitgliedschaft in der Piratenpartei“ angesprochen werde. Und das nervt inzwischen sehr, da es viele Gründe hat, warum ich in keiner Partei bin, nicht vorhabe, einer beizutreten und mir dies auch sehr wichtig ist.

Vielleicht hilft mir Google ein wenig dabei, das Missverständnis aufzuklären.

23

Spreeklicks (Soundtrack: Los Campesinos!)

Obwohl ich mir einbilde, die Sprachlosigkeit der Redaktion von Technology Review ob einiger Gedankenausflüge von Julia Schramm im Gespräch mit Constanze Kurz zwischen den Zeilen beinahe hören zu können, hat das Interview mit dem harmlos wirkenden Zitat-Titel „Datenschutz greift nicht mehr“ mehr Unterhaltungswert als der Versuch von USA Today, die Geheimnisse von Facebooks Datenverfolgungsmechanismen aufzudecken. Letzterer Artikel ist dennoch informativer. Aber eben nicht leichter.

Währenddessen stilisiert die TAZ Marina Weisband, die Geschäftsführerin der Piratenpartei, zu einer Mischung aus Natalia Vodianova, Hello Kitty und Mutter Theresa und sollte froh sein, dass Sätze wie „Marina Weisband wirft einen Kontrollblick in den Spiegel, bevor sie sich malerisch langsam den Mantel aufknöpft“ nicht von einem Mann geschrieben wurden. Trotzdem finde ich den Artikel irgendwie dann auch wieder ganz nett.

Und obwohl wir für den Aktionstag zu spät dran sind, darf auch bei uns der Hinweis auf die tolle „Aktion Libero“ gegen gegen Homophobie im Fußball nicht fehlen, denn erstens zählen zu unseren Freunden mehr Schwule als Fußballspieler (was aber Zufall ist, wir haben nichts gegen Fußballspieler!), zweitens gibt es schließlich auch bei uns ab und zu Fußball (wer Freds Spielkommentare vermisst: Ab zum blonden Engel!) und drittens sowieso. Schlimm genug schließlich, dass man im Jahr 2011 noch immer Aktionen gegen Homophobie machen muss.

UPDATE Gerade noch via Tobias Schulze darauf gestoßen, dass die TAZ die Qualität der hier stattfindenden Urheberrechtsdebatte lobend erwähnt, was mich sehr freut.

Nach dem Klick dann noch das neue Video der Black Lips. Und allen Clash-Fans sei ein Klick hierhin sehr ans Herz gelegt.
Ich hab’ euch fast alle übrigens sehr gern.
Read on my dear…

99

1992: Angela Merkel und ich im TV

n3 jugendtreff

1992 befand sich meine Band Plan B auf einem kleinen Höhenflug, denn fast alles lief ziemlich super. Auch die Promotion: Während einer Deutschland-Tournee machten wir als musikalische Gäste Zwischenstopp bei der N3-Show „Jugendtreff“ mit dem Titel „… denn sie wissen nicht, was sie tun“.

Während der Sendung wurde mit dem jungen Publikum zu den Themen „S-Bahn-Surfen“ und „Jugend und Politik“ im Allgemeinen diskutiert, zu dieser Gesprächsrunde wurde ich ebenfalls hinzu geholt. Stellvertretend für die politische Seite war die damalige Ministerin für Frauen und Jugend anwesend: Angela Merkel.

Es folgen die Videobeweise, die mir von Florian M. aus Braunschweig zugespielt wurden.
Read on my dear…

13

Spreeklicks (Soundtrack: Kalle)

Während Kalle von Erobique die BOSS RC-30 Loopstation für euch testet (UPDATE: Das Video wurde leider entfernt. UPDATE: Neue Version gefunden, läuft wieder), gibt es von mir ein paar Klicktipps. Nach dem Klick.
Read on my dear…

101

Überraschung: Nazis in Deutschland!

Jeder Zynismus verbietet sich bei der aktuellen Affäre um rechtsextremen Terrorismus in Deutschland, mögliche Verstrickungen mit dem Verfassungsschutz und Versäumnisse anderer Behörden.

Und doch, weil wir den Fall gerade wieder hatten, als ich mit einem kurzen Text auf eine Anti-Rechts-Aktion an Schulen hinwies und schon der erste Kommentar nach dem typischen Beißreflex-Muster funktionierte, kann ich mir ein paar Anmerkungen nicht verkneifen.
Read on my dear…

2

Beim Arzt (Teil 2)

I live by the river!

- Werbung in eigener Sache -


Der folgende Text und 14 weitere Kracher der Unterhaltungsliteratur befinden sich in dem eBook „I live by the river!“, das man hier für lächerliche € 0,99 kaufen kann und auch soll! Infos dazu gibt es auch hier.
- Ende der Werbung in eigener Sache -

Eine zweiteilige und etwas längere Kurzgeschichte mit nur wenigen Unwahrheiten, die noch einen dritten Teil nötig hat, weil ich mich nicht kurz fassen kann.

Previously on „Beim Arzt“: Für Teil 1 bitte hier klicken!

Es gibt in der deutschen Sprache wenige Wörter, die dämlicher aussehen als „geröntgt“, und es gibt wenige Tage, die langsamer vergehen als die bis zum Röntgentermin der eigenen Raucherlunge. Doch in drei Tagen wird die meinige geröntgt, da kann das Wort noch so dämlich aussehen, und ich verbringe die Wartezeit bis dahin mit entspanntem Sorgen.

Wie jeder Raucher bin ich der perfekte Selbstbetrüger, mein gesamtes Leben lang rede ich mir ein, ich sei wahlweise unsterblich oder Helmut Schmidt, und meine eigene Zigarettenmarke sei im Gegensatz zu anderen völlig ungefährlich.

Dass nichts davon wahr ist, wird mein Röntgentermin ans teilweise ultraviolette Licht bringen, dessen bin ich sicher. Und verfalle nach ersten Panikattacken in eine Depression, als ich feststelle, dass ich gar nicht besonders viel zu vererben habe.
Read on my dear…

5

Vreitagsvers, der zweiundvierzigste

bye-bye bunga-bunga-boy!

es jubeln merkel, schäuble, schmidt
sarkozy und obama
madonna, clooney, gates und pitt
selbst fry von futurama

es feiern attac, bnd
james blunt und alice schwarzer
mercedes, gottschalk, vfb
die bonzen und die hartzer

es applaudieren monsieur gung
der aufsichtsrat von sony
die welt hüpft vor begeisterung:
ciao-ciao sagt berlusconi

Zuhause, auf Zwölf Zeilen zur Zeit, zockt Ingo Neumayer tagtäglich so lange mit der deutschen Sprache, bis sie ihm einen sinnigen Reim spendiert.
Vreitags gibt er auf Spreeblick einen aus.

17

Music changed my life – The 70s

recordplayer

„There’s so many bands around that don’t mean anything“, beschwerte sich Jonny Fox von The King Blues neulich im Interview, und ich war ein bisschen froh über diesen Satz aus dem Mund eines Mittezwanzigjährigen. Denn ich war davon überzeugt, dass so etwas nur alte Säcke mit eingeschränkter Sicht sagen – sicher gibt es doch genügend junge Bands, die das Leben ihrer ebenso jungen Fans beeinflussen?!

Dennoch hat mich der Satz von Jonny dazu inspiriert, mal ein paar Songs rauszusuchen, die mein eigenes Leben geprägt haben. Nicht nur im Sinne von: Toller Song. Sondern im Sinne von: Ich wäre nicht, wer ich bin, wenn ich diese Songs nicht gehört und geliebt hätte.

Natürlich stellt diese erste Liste, die sich ohne besondere Reihenfolge auf die 70er konzentriert, nur eine beschränkte Auswahl dar, ich könnte sie beinahe endlos weiterführen. Und schließlich: Feel free to add your own…
Read on my dear…

4

Beim Arzt (Teil 1)

I live by the river!

- Werbung in eigener Sache -


Der folgende Text und 14 weitere Kracher der Unterhaltungsliteratur befinden sich in dem eBook „I live by the river!“, das man hier für lächerliche € 0,99 kaufen kann und auch soll! Infos dazu gibt es auch hier.
- Ende der Werbung in eigener Sache -

Eine zweiteilige und etwas längere Kurzgeschichte mit nur wenigen Unwahrheiten.

„Tja …“

Ich weiß genau, was jetzt kommt.

„Naja …“

Etwas Anderes findet er ja auch nicht. Wo sollte er sonst ansetzen? Die Kreuze auf dem Fragebogen, den man bei jedem Arzt neu ausfüllen muss, habe ich fast alle bei „Nein“ gesetzt. Keine bekannten Herz- oder Nierenkrankheiten, keine Medikamente, keine Operationen, schwanger bin ich auch nicht – nur eben dieser leichte Heuschnupfen, der von Jahr zu Jahr schwächer wird, lässt ein Kreuzchen bei „Ja“ hinter „Allergien“ zu.

Und dann ist da noch der Raum für persönliche Notizen. Die Frage nach schweren Erkrankungen in der Familie. Wahrheitsgemäß trage ich ein, dass mein Vater im Alter von 50 Jahren an Krebs gestorben ist.

Ich bin jetzt 47.
Read on my dear…

13

Interview: The King Blues

Am vergangenen Samstag ließen die Broilers das ausverkaufte Berliner Huxley’s kochen, und noch während die Düsseldorfer ihr Album Santa Muerte feierten, schlichen wir uns hinter die Bühne und klopften vorsichtig an die Backstage-Tür der Support-Band, die als Gäste der Broilers zum ersten Mal durch Deutschland tourt: The King Blues haben es uns mit ihrem dritten Album Punk & Poetry, das in feinster englischer Tradition Politik mit Reggae-, Punk- und Pop-Klängen mischt, nämlich sehr angetan.

King-Blues-Sänger Jonny „Itch“ Fox zeigte sich trotz unseres spontanen Interview-Überfalls erfreut über das Interesse an seiner Band und entpuppte sich im Gespräch als nicht nur äußerst engagiert, sondern auch sehr freundlich und charmant. Und so entwickelte sich zwischen Bierflaschen, Catering-Resten und übervollen Aschenbechern ein anregendes Gespräch, von dem wir etwa 20 Minuten auf einem iPhone mitschneiden konnten.
Read on my dear…

3

Vreitagsvers, der einundvierzigste

wie tim bendzko seinem zukünftigen manager im bad begegnete

der deutsche mann, er hat es schwer
wohin mit den gefühlen?
sie müssen raus. es drückt so sehr
beim abendlichen spülen

er geht ins bad. er sucht sich rat
von wasch- zu jammerlappen:
„mach doch musik!“ – „das klingt probat!
nur welche? soll ich rappen?“

„iwo“, der frotteementor spricht
„da kann doch keiner kuscheln.“
„dann rock?“ – „du depp! wohl nicht ganz dicht!
mach schnulzpop mit viel puscheln

und texten, die dich in den spalt
der schlagerhölle reißen!“
der deutsche mann (so ist er halt)
tut, was man ihm geheißen

Zuhause, auf Zwölf Zeilen zur Zeit, zockt Ingo Neumayer tagtäglich so lange mit der deutschen Sprache, bis sie ihm einen sinnigen Reim spendiert.
Vreitags gibt er auf Spreeblick einen aus.

15

Überraschung: Polizei hat Zugang zu Google

polizei facebook

Es ist ja eine Sache, einen erhaltenen Bußgeldbescheid als Bild auf der eigenen Facebook-Seite zu platzieren, um den erschrockenen Freunden zu zeigen, dass die Polizei im Zweifelsfall auch mal auf öffentlich zugängliche Fotos bei Facebook zurückgreift (oben nur ein Ausschnitt des Scans).

Eine weitere ist es, wenn ein halbes Dutzend dieser Freunde das Bild weiterverbreiten und selbst Leute wie ich, die den betreffenden Adressat des Bescheids weder kennen noch mit ihm bei Facebook befreundet sind, nun seine Adresse und sein KFZ-Kennzeichen kennen.

Rechts oben bei Facebook auf den Pfeil neben dem Wort Startseite klicken, dort Privatsphäre-Einstellungen auswählen. Auf der nächsten Seite bei Anwendungen und Webseiten auf Einstellungen bearbeiten klicken. Ganz unten gibt es den Punkt Öffentliche Suche, dort kann man eben diese deaktivieren und Google u.a. daran hindern, dass das eigene Facebook-Profil bei einer Suche nach dem eigenen Namen gelistet wird. Stellt man seine Fotos zusätzlich so ein, dass sie nur für Freunde sichtbar sind, muss man nur noch darauf achten, sich nicht mit Ordnungshütern zu befreunden. Oder mit Volldeppen, welche die eigenen, privaten Fotos weiterverbreiten. Am sichersten fährt (haha) man aber, wenn man einfach keine Dokumente ins Interweb stellt, ohne so persönliche Daten vorher zu schwärzen. Aber vielleicht ist die ganze Nummer auch ein Hoax, wer weiß …

blogoscoop