Warum muss es immer so leicht sein, PR-Kampagnen blöd zu finden? Warum kann nicht mal irgendjemand von den ganzen beteiligten Profis etwas fabrizieren, auf das man wenigstens mit einem „Nun ja, nicht so mein Ding, aber ganz gut gemacht!“ reagieren kann? Warum wird man als Adressat immer für völlig meschugge erklärt und wie ein Kleinkind behandelt?
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Maltag
Wieder Frühling. Sonne schön, Luft schön, Blumen schön, Bäume schön, und die Hunde sind auch ne Spur ralliger als sonst. So war das früher: Frühling gleich Natur. Wiedererwachen. Vögelgezwitscher. Und so. Das hat sich, seit der Mensch sich mit Häusern und Pflastersteinen statt mit Bäumen und Wiesen umgibt, grundlegend geändert, und seither erkennt man den Frühling an anderen Dingen: aufgeregte Familienväter rennen, hysterisch die Arme schwenkend, in den Baumarkt, um literweise Farbe auf ihre winterweißen Schultern zu laden und liedchenpfeifenderweise nach Hause zu schlendern; Span- und Rigipsplatten finden reißenden Absatz; und die ansonsten doch recht lärmempfindlichen Nachbarn haben sich die dickste Schleifmaschine zugelegt (Modell Scooter) und versuchen, qua Schallwellen den vier Kilometer entfernten Fernsehturm zum Einsturz zu bringen. Read on, my dear…
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Fabian Mohr erwartet ein Mindestmaß an Identität von seinen kommentierenden Leserinnen und Lesern, Stefan Niggemeier, der sich bereits für einen Kommentar Dritter vor Gericht verantworten musste, bietet das Ausblenden der Kommentare auf seinem Blog an und bei anderen Blogs wie z.B. Bildblog oder Anke Gröner sind Kommentare gar nicht erst möglich. Und für die Mainstream-Presse steht eh fest, dass das so alles nicht mehr gehen darf. Eines der wichtigen Alleinstellungsmerkmale der Blog-Kultur, die offene Kommentarfunktion, die Einladung zur Diskussion, ist sicher nicht vom Tode bedroht, doch es riecht etwas komisch.
Bronze für Hitler
Ich war zwar noch nie auf dem Jahrestreffen der Kartoffelchips-Inspekteure (den „Crunchies“?) und auch die Verleihung des „Goldenen Brötchens“ durch die Bäckerinnung ist bisher an mir vorbeigegangen. Dennoch bin ich ziemlich sicher, dass sich alle größeren Branchen-Treffen stark ähneln.
Google Suchergebnisse zu verkaufen
Fünf Euro pro Suchanfrage, nur solange der Vorrat reicht.
Angeblich ist Google down, was so nicht stimmt, weil ich hier problemlos drauf zugreifen kann. Eher scheint die Telekom (?) irgendwas an ihren Routern vermurkst zu haben.
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Drei Farben Rot: Die Linke.
Es gibt viele Gründe, Die Linke nicht zu mögen. Sehr viele. Die SED-Vergangenheit. Lafontaine. Die DKP-Leute und sonstige Altkommunisten. Christa Müller. Eine Mitgliedschaft bei CDU, CSU, FDP, SPD oder den Grünen. Berliner Realpolittheater. Das sind keine Schönheitsflecken mehr, das ist eine handfeste Entstellung, schon klar. Trotzdem. Trotzdem ist Die Linke dringend notwendig. Aus vielen Gründen.
Long Tail
Eigentlich ist das ja gar kein Spreeblick-Content: Fußball. Nur gibt es Beiträge, die, obwohl sie mit Fußball zu tun haben, mit sehr viel mehr zu tun haben als nur mit Fußball. Und es gibt Beiträge, die, obwohl sie mit Fußball zu tun haben, mit sehr viel mehr als nur mit Fußball zu tun haben und dabei noch vorzüglich geschrieben sind.
Shut up and sing
Man is least himself when he talks in his own person
Give him a mask and he will tell the truth
(Oscar Wilde)
Von irrwitzigen Kulturscheuklapplern und Biznessquacksalbern schon lange fehlprognostiziert, taucht es in ZeitenVZ erneut und verstärkt auf, das Märchen vom planbaren Künstler (2.0, natürlich), dessen Erfolg von Transparenz, Zugänglichkeit und dem direkten Dialog mit seinen Fans abhängig sei. Ohne diese Faktoren könne kein Musiker mehr einen Fuß auf die Monitorbox bringen, meint beispielsweise und nicht zuerst Thomas Euler beim PR-Blog und konstruiert auf dieser Basis Thesen, die vielleicht aus internetter PRetriebsblindheit heraus entstanden und daher an den Haaren herbeigezogen sind. Zeit zur Widerrede.
Schöner sterben am Wasser
Stadtteilbegehungen scheinen Konjunktur zu haben, das freut mich. Noch viel mehr freut mich, dass Volker Strübing auch auf Friedhöfe geht, dann fühl ich mich nicht so allein mit meiner Marotte. Am meisten hat mich gefreut, was da so rumliegt auf dem Friedhof:
Oberschwäbischer Oberbürgermeisterwahlkampf - eine Provinzposse
„Immer wieder schön, in die Geburtsstadt zurückzukommen,“ sagte Prock und biss entschlossen ein großes Stück Leberkäswecken vom Leberkäswecken. „Wie gefällt’s Dir denn hier?“
„Gut gefällt’s mir.“ sagte Hannah und strich sich die Haare aus der Stirn. „So schön ruhig hier. So erholsam.“
- Ja, das haben Kleinstädte am Bodensee so an sich: Ruhe, Stille, Stillstand. Mit Erholung hat das aber nichts zu tun.
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Lärmbelustigung
Oben kloppen sich die Nachbarn schon wieder. Es ist morgens um acht und die kloppen sich, das ist nicht zu fassen. Morgens um acht war ich sogar im Kindergarten zu müde, mich zu kloppen. Keine Ahnung, wie die das machen: zuerst Kaffee, dann kloppen, dann Kippe danach oder andersrum, ich wills mir auch gar nicht vorstellen.
Alltagsrassismus - ein Interview
Ich hab mich schon länger gefragt, wie man über Rassismus schreiben kann, ohne gleich die Brechstange rauszuholen. Interessanter fand ich es, eine Art Alltag nachzuzeichnen, ohne sofort was Fiktionales zu machen. Dabei geht es eben nicht um die spektakuläre Enthüllungsgeschichte oder den großen (gesellschaftlichen) Skandal, sondern um die kleinen, störenden Details: quasi um eine Konstruktion der Gewöhnlichkeit, der Normalität. Read on, my dear…
Dann hau doch ab, Du Arsch!
Nebenan, in Frankreich, tobt eine neue Debatte um den Präsidenten, Nicolas Sarkozy. Wieder einmal. Auslöser ist diesmal ein verbaler Ausfall während eines Messebesuches.
Collaborative Songwriting: She Amazed Me
Ehrlich gesagt fliegt eine Band wie Rivo Drei normalerweise unbemerkt unter meinem Musikradar hindurch. Jetzt aber haben die Berliner etwas gemacht, das es allemal wert ist, hier besprochen zu werden.
Klitschko vs. Ibragimov
Die Eindrücke des Kampfes im Madison Square Garden am letzten Samstag von unserem New Yorker Auslandskorrespondenten folgen nach dem Klick. Was kommt als nächstes? Die Spreeblick Illustrated Swimsuit Edition?
Graffitimaling
Ein Evergreen der guten Laune: die dänische Sprache in den Augen und Ohren der Deutschen, die sich dafür andauernd für die eigenen quasi nicht vorhandenen Fremdsprachenkenntnisse schämen sollten. Schließlich sprechen die Dänen fließend Deutsch (Pflichtfach ab der 5. Klasse) und ihr Englisch (Pflichtfach ab 3. Klasse) schlägt das der AirBerlin-Crew um mehrere Längen. „Mei Kruh ennt mie wutt leik to wellkomm juh onboart siss fleit …“.
Ebenfalls schön: Auch in Kopenhagen helfen Anti-Graffiti-Aufkleber nicht wirklich. Ein längerer Reisebericht inklusive Beinahe-Eklat in einem Hippie-Restaurant folgt in den nächsten Tagen.
Knisterdub
Stefan Betke
Für den Resident Advisor-Podcast hat nun Stefan Betke, vielen besser bekannt als Pole, tief in die Dub-Kiste gegriffen und ein knisterknarzendes 49 Minuten-Set abgeliefert.
(Audio nach dem Klick) Read on, my dear…
Kreuzzug in Neukölln
Eine Problembezirksbegehung. Mit Postkartenfotos. Und Croissants.
Jede Stadt hat ihr Neukölln, ihren Bezirk, vor dem Mütter ihre Töchter warnen. (Kurt Krömer)
9:45, Sonnenallee
Als ich vor die Tür trete, kotzt ein dickes Kind auf die Straße. Dabei röchelt es. Vielleicht ist ihm ja was in die Lunge geraten, denke ich. Es hat Croissant gegessen und nicht ordentlich gekaut. „Du hast nicht ordentlich gekaut“, sagt die Mutter. Da röchelt das Kind nochmal ein bißchen, und die Mutter reicht ihm einen Kaugummi. Read on, my dear…
Russland satt: 3sat!
Morgen startet 3sat die Themenwoche „Russland unzensiert“.
Dem Dokumentarfilm „Ein Artikel zu viel- Anna Politkowskaja und das System Putin“ schliessen sich weitere Brrr-Themen an: die Baltische Flottttte, Sibbbirien, Russlands wilde Dddddichter, sowie Putin und andere Helden der Kälte schicken uns bibbernd unters Bärenfell.
Dazu Wodka bis Doktor Schiwago kommt!
Coverflow
Erykah Badu will ein analoges Mädchen in einer digitalen Welt sein. Und irgendwie gelingt ihr das mit dem Video zu Honey auch ganz gut. Darin erzählt sie nämlich, was wir verlieren werden, wenn die iTunes, Amazons und Musicloads dieser Welt gewinnen. Die Haptik, das Grossformat, die Seele, den Soul. Recht hat sie! Und ganz nebenbei lädt sie auf ein Spielchen ein: Ich gebe mal zwei vor: Illmatic von Nas und 3 Feet High and Rising von De La Soul … (Video nach dem Klick)
Wie man alles komplett durcheinander bringen könnte
Wie Zillionen anderer Interweb-Nutzer habe ich mich schon oft gefragt, warum man den E-Mail-Versand nicht vordatieren kann. Abends ‘ne Mail tippen, die erst am nächsten Morgen rausgeht: Technisch sollte das kein Problem sein.
Je länger man jedoch darüber nachdenkt, desto klarer wird: Damit könnte man Regierungen stürzen. Mindestens.
Update: Hier gibt es einen Artikel für OS-X-Nutzer zum Thema. Dem Umsturz steht also nichts mehr im Weg.
Bananenbürokraten
(Aus meiner Lieblingsreihe: Alltag in Absurdistan.)
Heute eine Nachricht vom Arzt erhalten: „Bitte“, steht auf dem - Moment - DIN A7 großen Zettel drauf - „überweisen Sie umgehend das offenstehende Porto. Vielen Dank, Schwester Stefanie.“




