Ich bin ein Spätzünder in Sachen Web-Hypes (geworden), denn „neu“ ist immer noch kein Qualitätsmerkmal. In den letzten Monaten konnte ich jedoch feststellen, dass Teilfunktionen von Social Networks und Eigenschaften von Twitter oder InstantMessaging mein Kommunikationsverhalten verändert und streckenweise sogar verbessert haben. Für wirklichen Alltags-Nutzen wünsche ich mir aber eine in einem Service vereinte und Anbieter-unabhängige Kombination verschiedener Funktionen. Es folgen ein paar Gedanken als Entwurf – Meinungen dazu sind herzlich willkommen.
Archiv
War Jesus schwul?
Der Komödiant, Autor und Atheist Pat Condell fragt sich, ob Jesus möglicherweise homosexuell war und ob die Christenheit ein Problem damit hätte. Sehr amüsant. Noch amüsanter allerdings sind die Kommentare bei Youtube, wie Batz ganz richtig anmerkt.
God obviously exists… look at the world around you!! how stupid must you be?? its obvious that this was made by a higher lifeform!! we certainly didnt evolve from animals… because its physically impossible for e.g an alligator to be linked to a bird… they are TOTALLY DIFFERENT!!! and Jesus did exist… i beleive in anything that is in the Bible…it is my guide to living…
Video nach dem Dingens. Read on, my dear…
Die Sache mit Taiwan
Einige der spannendsten Blogs da draußen sind Reiseblogs. Schön, wenn man sich auf Reisen Zeit zur Reflexion nimmt. Noch schöner, wenn das auf so eloquente wie unterhaltsame Art und Weise geschieht wie bei Liz und Frank, die gerade in der Republik China angekommen sind.
Generation Generation
Was ich nicht schon alles gewesen bin. Unpolitisch. Manipuliert. Praktikant. Pleite. Doof. Misstrauisch und faul und zufrieden am End. Und jetzt: Müde, klein, langweilig. Und verunsichert wahrscheinlich auch noch.
Dope!
Erst dachte ich, es sei eine Presseerfindung wie Silikonbrüste und profitable Web2.0-Unternehmen.
Dann erzählte mir ein Rausschmeißer, so einer von der sich ranschmeißenden Sorte, zum ersten Mal vom Privatdoping.
Islamische Frühgeschichte
Der Islamwissenschaftler Karl-Heinz Ohlig hat ein schönes Interview (Teil 1, Teil 2) über die Frühgeschichte des Islam gegeben und dabei Sätze gesagt, die man sich rahmen sollte und übers Bett hängen. Zum Beispiel:
Religiös-politische Gründungsmythen sind keine Geschichtsschreibung, und wollen dies auch nicht sein. (…) Gründungsmythen haben die Funktion, durch Rückgriff auf eingängige narrative Traditionen Identität zu stiften. In vorkritischen Gesellschaften werden sie selbstverständlich für real gehalten.
[Update: Dr. Dean zerreißt den Ohlig übrigens.]
Wo ist die 111?
Wer die Polizei anrufen will, wählt die 110. Die Feuerwehr erreicht man mit der 112.
Aber was ist mit der 111? Warum gibt es diese Nummer nicht (außer in Neuseeland), bspw. als Notarzt-Ruf? Sind Fernmeldehistoriker anwesend?
Sei B-Berlin!
Warum muss es immer so leicht sein, PR-Kampagnen blöd zu finden? Warum kann nicht mal irgendjemand von den ganzen beteiligten Profis etwas fabrizieren, auf das man wenigstens mit einem „Nun ja, nicht so mein Ding, aber ganz gut gemacht!“ reagieren kann? Warum wird man als Adressat immer für völlig meschugge erklärt und wie ein Kleinkind behandelt?
Kommentare kommentieren
Fabian Mohr erwartet ein Mindestmaß an Identität von seinen kommentierenden Leserinnen und Lesern, Stefan Niggemeier, der sich bereits für einen Kommentar Dritter vor Gericht verantworten musste, bietet das Ausblenden der Kommentare auf seinem Blog an und bei anderen Blogs wie z.B. Bildblog oder Anke Gröner sind Kommentare gar nicht erst möglich. Und für die Mainstream-Presse steht eh fest, dass das so alles nicht mehr gehen darf. Eines der wichtigen Alleinstellungsmerkmale der Blog-Kultur, die offene Kommentarfunktion, die Einladung zur Diskussion, ist sicher nicht vom Tode bedroht, doch es riecht etwas komisch.
Google Suchergebnisse zu verkaufen
Fünf Euro pro Suchanfrage, nur solange der Vorrat reicht.
Angeblich ist Google down, was so nicht stimmt, weil ich hier problemlos drauf zugreifen kann. Eher scheint die Telekom (?) irgendwas an ihren Routern vermurkst zu haben.
Read on, my dear…
Drei Farben Rot: Die Linke.
Es gibt viele Gründe, Die Linke nicht zu mögen. Sehr viele. Die SED-Vergangenheit. Lafontaine. Die DKP-Leute und sonstige Altkommunisten. Christa Müller. Eine Mitgliedschaft bei CDU, CSU, FDP, SPD oder den Grünen. Berliner Realpolittheater. Das sind keine Schönheitsflecken mehr, das ist eine handfeste Entstellung, schon klar. Trotzdem. Trotzdem ist Die Linke dringend notwendig. Aus vielen Gründen.
Long Tail
Eigentlich ist das ja gar kein Spreeblick-Content: Fußball. Nur gibt es Beiträge, die, obwohl sie mit Fußball zu tun haben, mit sehr viel mehr zu tun haben als nur mit Fußball. Und es gibt Beiträge, die, obwohl sie mit Fußball zu tun haben, mit sehr viel mehr als nur mit Fußball zu tun haben und dabei noch vorzüglich geschrieben sind.
Schöner sterben am Wasser
Stadtteilbegehungen scheinen Konjunktur zu haben, das freut mich. Noch viel mehr freut mich, dass Volker Strübing auch auf Friedhöfe geht, dann fühl ich mich nicht so allein mit meiner Marotte. Am meisten hat mich gefreut, was da so rumliegt auf dem Friedhof:
Dann hau doch ab, Du Arsch!
Nebenan, in Frankreich, tobt eine neue Debatte um den Präsidenten, Nicolas Sarkozy. Wieder einmal. Auslöser ist diesmal ein verbaler Ausfall während eines Messebesuches.
Collaborative Songwriting: She Amazed Me
Ehrlich gesagt fliegt eine Band wie Rivo Drei normalerweise unbemerkt unter meinem Musikradar hindurch. Jetzt aber haben die Berliner etwas gemacht, das es allemal wert ist, hier besprochen zu werden.
Klitschko vs. Ibragimov
Die Eindrücke des Kampfes im Madison Square Garden am letzten Samstag von unserem New Yorker Auslandskorrespondenten folgen nach dem Klick. Was kommt als nächstes? Die Spreeblick Illustrated Swimsuit Edition?
Knisterdub
Stefan Betke
Für den Resident Advisor-Podcast hat nun Stefan Betke, vielen besser bekannt als Pole, tief in die Dub-Kiste gegriffen und ein knisterknarzendes 49 Minuten-Set abgeliefert.
(Audio nach dem Klick) Read on, my dear…
Russland satt: 3sat!
Morgen startet 3sat die Themenwoche „Russland unzensiert“.
Dem Dokumentarfilm „Ein Artikel zu viel- Anna Politkowskaja und das System Putin“ schliessen sich weitere Brrr-Themen an: die Baltische Flottttte, Sibbbirien, Russlands wilde Dddddichter, sowie Putin und andere Helden der Kälte schicken uns bibbernd unters Bärenfell.
Dazu Wodka bis Doktor Schiwago kommt!
Coverflow
Erykah Badu will ein analoges Mädchen in einer digitalen Welt sein. Und irgendwie gelingt ihr das mit dem Video zu Honey auch ganz gut. Darin erzählt sie nämlich, was wir verlieren werden, wenn die iTunes, Amazons und Musicloads dieser Welt gewinnen. Die Haptik, das Grossformat, die Seele, den Soul. Recht hat sie! Und ganz nebenbei lädt sie auf ein Spielchen ein: Ich gebe mal zwei vor: Illmatic von Nas und 3 Feet High and Rising von De La Soul … (Video nach dem Klick)
Brockhaus, Spiegel, Wikipedia: Steigert meinen Wissenswert! (Update)
Wie die BIFAB als Herausgeberin der Brockhaus-Lexika und anderer Nachschlagewerke vor wenigen Tagen meldete, steht das 200 Jahre alte Unternehmen vor dem vielleicht größten Paradigmenwechsel seiner Geschichte, wenn es im April dieses Jahres mit einer kostenlosen Online-Ausgabe startet. Die Welt des im Netz abrufbaren Wissens erhält somit eine bereichernde weitere Facette – ein Grund zur Freude, sollte man meinen.
Wer sich in den vergangenen Tagen im Netz, speziell in Weblogs, nach Reaktionen umsah, musste jedoch den Eindruck bekommen, dass dieser Zuwachs alles andere als begrüßenswert sei. Neben der oft abgeschriebenen Meldung, dass Druckausgaben mit dem Start des Online-Portals komplett eingestellt werden (ein Zitat eines Pressesprechers, die Nachricht erscheint jedoch nicht in der offiziellen Pressemitteilung, in der weitere Druckausgaben angekündigt werden) scheint Häme ob des angeblichen Sterbens der Marke zu überwiegen. Schließlich gibt es doch die Wikipedia. Wer braucht da noch andere Quellen?
Google, Yahoo, Ask - und danach?
Im Grunde ist es schon erstaunlich, dass die zentralen Traffic- und Aufmerksamkeitsverteiler im Internet mit Technologien arbeiten, die im Wesentlichen deutlich älter sind als das Web. Dass die relevanten Informationen in denen im Netz umherschwirrenden Medienformen wie Text, Ton, Bild und Video in Zukunft sehr viel besser gefunden werden müssen als heute, dürfte klar sein. Wem helfen schon 1.653.733 Treffer?
Wie die Zukunft der Suchmaschinen - jenseits von Google & Co. aussehen kann, beschreibt der von acatech, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften herausgegebene Tagungsband „Wie arbeiten die Suchmaschinen von morgen? Informationstechnische, politische und ökonomische Perspektiven“. Das 140 Seiten starke und lesenswerte PDF kann hier kostenlos heruntergeladen werden.
[via]
When Jane became insane.
Das Blog von 90 Day Jane stimmt mich mehr als nachdenklich und wirft einige Fragen auf, mal ganz davon abgesehen, ob das nun (hoffentlich) ein Fake ist, oder nicht. Darf man seinen Selbstmord in einem anonymen Blog ankündigen? Ja? Nein? Und falls nein: Warum nicht?
(via)
Update: Die Seite ist offline und hat sich als Kunstprojekt herausgestellt – Peter und Matthias haben das letzte Posting von „Jane“ aus dem Feedreader gefischt und in unseren Kommentaren gepostet.
Zu Architektur tanzen: José James
Irgendwann meinte Johnny mal zu mir, es sei so viel schwieriger über Musik zu schreiben, die einem gefalle, als über solche, die man nicht möge. Da hat er wohl Recht. Tatsächlich fällt mir auch gerade nicht sehr viel mehr ein, als das sowohl Elvis Costello als auch Laurie Anderson zugeschriebene Bonmot „Writing about music is like dancing about architecture - it’s a really stupid thing to want to do. (Video nach dem Klick) Read on, my dear…
Nouvelles: Wenn Frauen beim Kacken im Netz surfen
Ich bin beim „Durchklicken“ nach der Pressemitteilung zum neuen, allein von Frauen geschriebenen „Nachrichtenportal“ Nouvelles zunächst nicht besonders weit gekommen und hab die Meldung einfach gelöscht, doch Anke Gröner hat sich durchgekämpft und hat Recht.
Die Idee eines reinen Frauenmagazins (von, nicht für) ist trotz und wegen EMMA keine falsche Idee, aber dafür müssen zuallererst diese albernen Stock-Fotos gehen. Und, in letzter Konsequenz, die männliche Schlussredaktion nebst der drei männlichen Gesellschafter. Wenn schon, denn schon.
Achja und: „E-Paper“ ist nicht „zeitgemäß“, sondern Blödsinn, der schon in den 90ern gescheitert ist.
Update: Hoppla. Lanu war viel schneller. Klar. Ist ja auch ‘ne Frau.
Update 2: Und Ix auch. Aber nicht so schnell wie Lanu. Klar. Ist ja auch’n Mann.
Strange Maps
Merkwürdige Landkarten findet man beim passend genannten Blog Strange Maps. Zum Beispiel diejenige von Neu York, die darstellen soll, wie New York ausgesehen hätte, wenn die Stadt im Zweiten Weltkrieg von den Nazis erobert worden wäre. Strange indeed.
[via]
Kommt mal alle MSN
Drei 13jährige Jungen auf dem Bahnsteig. Der Wortführer (größer, breiter, geliger als die anderen) schwärmt von den Vorzügen des Internets. „Kommt da auch mal hin, ist voll geil, ich beleidige da den ganzen Tag Leute.“
Noch mehr Top-Bilder mit noch weniger Motiven
Ich bin jetzt bereit, etwaige despektierliche Formulierungen von vorhin zurück zu nehmen.
Die Wikimedia Auswahl der Bilder des Jahres mag vielleicht nicht die Créme de la Click sein, aber sie bietet Abwechslung, immerhin.
Und ich darf sie zeigen!
Weil ich die 2007er Top-Foto Auswahl der Bundesregierung nicht zeigen darf, schüttle ich die Beschreibung des Abgelichteten aus dem linken Ärmel und bitte um freie Assoziation:


