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Band Aid 30: Alles scheiße? (Updates)

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Bildquelle: Oxfam

Für den eher unwahrscheinlichen Fall, dass es jemand noch nicht mitbekommen hat: Es gibt eine Neuauflage und eine deutsche Version des Charity-Songs “Do They Know It’s Christmas?”, an dessen Erstentstehung sich nur die Älteren unter den Leserinnen und Lesern erinnern werden. Die Geschichte hinter der deutschsprachigen Neuauflage, für die Campino die Verantwortung von Band-Aid-Initiator Bob Geldof übertragen wurde, kann man u.a. bei SpOn lesen.

In Zusammenarbeit mit Marteria, Thees Uhlmann und Sebastian Wehlings hat Campino einen größtenteils deutschen Text für den Song geschrieben (der Chorus blieb Englisch), Vincent Sorg und Tobias Kuhn haben die Musik produziert, die auf eine zumindest interessante Weise versucht, dem 80er-Jahre-Sound Modernität einzuhauchen.

Die Band-Aid-Neuauflage könnte nun eine Debatte über den Kampf gegen Ebola auslösen und darüber, wie am besten geholfen werden kann. Sie könnte auch die seit Jahren geführten, wichtigen Streits über den Verbleib von Spendengeldern neu aufleben lassen. Stattdessen geht es in den Schlauberger-Kolumnen und vielen Kommentaren mal wieder darum, auf möglichst “clevere” Art zu formulieren, wer und was alles Scheiße ist. Ein kleiner Tipp: Es ist nicht etwa Ebola, sondern natürlich der Song, die Macherinnen und Macher. Also die so gehassten “Gutmenschen”, die natürlich alles falsch machen.

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Es tut mir nicht leid (Updates)

Ist das meine selektive Wahrnehmung, oder ist es tatsächlich aus der Mode gekommen, für Fehler um Entschuldigung zu bitten?
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Peter Radszuhn (1954 – 2014)

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Foto: Jenny Sieboldt/rbb

Das leider häufiger werdende Schreiben von Nachrufen schmerzt beinahe so sehr, wie der Verlust guter Bekannter, Wegbegleiter und Freunde selbst. Als ich gestern im Autoradio auf Radio Eins vom Tod von Peter Radszuhn erfuhr, musste ich erst einmal rechts ranfahren, weil ich es einfach nicht glauben wollte.

Zuletzt habe ich Peter viel zu kurz im vergangenen August gesprochen, er hatte mich und Plan B in den letzten zwei Jahren großartig bei unserem Neustart unterstützt. Wir mochten und schätzten die Arbeit des jeweils Anderen seit Jahrzehnten sehr, schließlich saßen wir Anfang der 80er im gleichen Berliner Punk-/Wave-Boot: Er mit seiner damaligen Band “Tempo”, ich mit “System” und später eben “Plan B”. Da, wo wir The Clash hinterher jagten, konnte man bei Tempo eine Vorliebe für The Jam erkennen. Es war die Zeit der Vorbilder, aber auch des eigenen Aufbruchs, und diese Zeit hat uns beide für unser ganzes Leben geprägt.

Die Liebe zur Musik hat Peter niemals aufgegeben, bis zuletzt war er als Musikchef von Radio Eins voller Leidenschaft, immer wieder konnte er sich für neue Bands ebenso begeistern wie für die Klassiker. Und nun ist er tot und das ist scheiße.

Mein aufrichtiges Beileid geht an seine Liebsten, Familie und Freunde.

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Musikmarketing am Beispiel von League of Legends und Imagine Dragons

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Über 15 Millionen (aktuell 15.249.879) mal wurde der unten folgende Trailer für die “2014 World Championship” von League of Legends auf YouTube bereits angeschaut. Geschätzt die Hälfte der Abrufe könnte dabei auf das Konto unserer Söhne gehen, deren Begeisterung für den Spot ich sogar nachvollziehen kann. “Episch”, in der Tat.
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Mein neues Tattoo und wie mich Twitter mal davor bewahrte, in der Liste der “Ten Worst Typographical Errors in Tattoos” aufzutauchen

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Drei Tattoos hatte ich bisher, das älteste ist fast 30 Jahre alt, das jüngste hat immerhin auch schon 17 Jahre auf dem Buckel (obwohl es gar nicht auf dem Rücken ist). Seit vielen Monaten nun juckte meine Haut und rief nach mehr Farbe. Ich wollte das Stechen der Nadeln wieder spüren, den Geruch der Desinfektionsmittel erleben, das Geräusch der Machine hören. Menschen mit Tätowierungen kennen diesen Moment. Ich wollte zunächst ein weiteres Tattoo und dann nach und nach den rechten Arm voller neuer Motive tragen.
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Ossi Urchs (1954 – 2014)

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Am heutigen 25.9.2014 ist Ossi Urchs nach schwerer Krankheit verstorben.

Nur sporadisch habe ich Ossi in den letzten zwei Jahrzehnten gesehen und gesprochen, hier und da gab es noch ein paar kurze Mails oder Facebook-Nachrichten, unsere letzte Online-Unterhaltung ist ein Jahr her. Doch ich erinnere mich gut an die Zeit Mitte der Neunziger, als ich ihn zuerst aus der Ferne als “Minister for Tomorrow” im Auftrag eines Zigarettenherstellers ziemlich albern fand, um dann beim ersten persönlichen Treffen festzustellen, dass der Mann einiges auf dem Kasten hatte und zudem einer der wenigen Hippies in Deutschland war, die sich schon sehr, sehr früh für das digitale Netz begeistern konnten.

Wenn es hierzulande jemals einen friedfertigen, spirituellen, aber dennoch kritischen und realistischen Dreadlock-Kopf gegeben hat, den man eher in der frühen US-Westküsten-Online-Tradition von The WELL oder auch der EFF als in der von turbokapitalistischen Startup-Irren sehen konnte, dann war es wohl Ossi Urchs.

Seinen Weg durch die Krankheit in seinem Facebook-Stream dokumentiert zu sehen, löste Bewunderung für seine Offenheit und seinen Mut und Optimismus bei mir aus. Dass er sich genau dort vor etwa zwei Stunden persönlich mit den Worten “Und danke für den Fisch. Und für Eure Freundschaft und Liebe. Ossi Urchs 16.8.1954 – 25.9.2014″ verabschiedet hat, sorgte für ein paar Tränen.

Mein herzliches Beileid geht an seine Familie und Freunde.

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Ausgeschlossene Blutsbrüder [Update]

Gestern habe ich die Petition “Buntspenden” unterzeichnet, die vom Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), dem Christopher Street Day e. V. Berlin und DDB Tribal Berlin initiiert wurde und mit einer grafisch und technisch großartig gemachten Website beworben wird.

Mir war – wie vermutlich vielen anderen Menschen – vorher nicht bewusst, dass bi- und homosexuelle Männer in Deutschland kein Blut spenden dürfen und ich fand das ungeheuerlich. Denn auf mögliche Infektionen wird doch sicher jede Blutspende untersucht, und somit kann die Sicherheit der Spenden-Empfängerinnen und -Empfänger jederzeit garantiert werden, dachte ich.

Im Detail ist die ganze Sache dann aber mal wieder doch nicht ganz so einfach.

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Wissen und bewusst machen – Brasilien, die WM 2014 und das gemischte Leben

Seit knapp anderthalb Wochen läuft die WM, und schon viel länger die Diskussionen, ob man sie überhaupt gucken sollte. Johnny listet in seinem Artikel einiges auf, das diese WM fad schmecken lässt, und spricht sich fürs Hingucken anstatt Weggucken aus, bietet die Übertragung der WM doch die Möglichkeit, einer breiten Öffentlichkeit neben dem Sport auch die politische Situation in Brasilien zu zeigen. Und in den Kommentaren darunter fällt wieder (als Zitat) der Satz: “Eigentlich darf man gar nicht gucken.” Aber natürlich ist es nicht so einfach.

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Sirenen dieser Welt (Updates mit Lösung)

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Das ist ein etwas skurriles Posting … Ich habe mir gerade das NBC-Interview von Brian Williams mit Edward Snowden angesehen und angehört, nach etwa 20 Minuten wurde ich jedoch stutzig (und ja, es hat mich einige Mühe gekostet, den Titel dieses Posts nicht den aktuell angesagten Reißer-Headlines anzupassen).

Denn da ist eine Sirene im Hintergrund zu hören, die genauso klingt wie die Sirenen, die ich ab und zu vor unserer Haustür höre. Das Interview fand aber in Moskau statt.

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Als ginge es nur um das Tempelhofer Feld

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Berlin hat abgestimmt und sich in Sachen Tempelhofer Feld gegen die Bebauungspläne des Senats ausgesprochen. Das finde ich gut, denn wie einige andere in der Stadt glaube auch ich, dass mehr hinter dieser Abstimmung steckte, als die reine Frage, was mit dem Feld passieren soll.
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Meine eigenen Talks auf der #rp14

So viel Eigenwerbung muss jetzt noch mal sein: Hier – mit Ausnahme der Eröffnung und Verabschiedung, die wahrscheinlich im Nachhinein nicht sooo spannend zu schauen sind – meine eigenen Bühnenerscheinungen während der re:publica 2014.
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#rp14: Nachlese

Die achte re:publica liegt hinter uns, die Hallen sind leer, nach zehn langen Tagen und Nächten ohne viel Schlaf hat das Team die Station Berlin verlassen.

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