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Die digitale Kluft ist gar keine

Ich verfolge gerade die Posse um Siegfried Kauder, MdB, der Internet-Nutzern bei Verstößen gegen das Urheberrecht mit einem so genannten „Two Strikes“-Modell das Internet wegnehmen möchte und der nach diesem Modell selbst eine Weile offline sein müsste … denn auf seiner Website wurden einige Fotos gefunden, die anscheinend ohne Genehmigung veröffentlicht wurden.

Die Bilder sind zwar inzwischen entfernt worden (von der Site, nicht aber vom Server), dennoch warten bei Abgeordenetenwatch mittlerweile 225 Interessierte auf eine Stellungnahme von Herrn Kauder und eine Antwort auf die Frage, ob er nun mit gutem Beispiel voran gehen und sich ein temporäres Internet-Verbot auferlegen möchte.

(UPDATE Ich wollte gerade noch ein paar weitere Worte zum aktuellen Stand im Kauder-Fall tippen, aber Sascha war schneller.)

Man könnte nun wieder über Internet-Versteher und -Nichtversteher fabulieren, oder aber auch über einen Generation Gap, über die Digitale Kluft und über Digital Natives versus Digital Immigrants. Aber ich glaube, das ist fast alles Quatsch.
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Auf dem Weg zur Data DNA

Im Forum von Spiegel Online und auch anderswo bewegt sich die Debatte um die kommende Timeline-Darstellung von Facebook, welche die Aktivitäten der Nutzer nicht nur innerhalb von Facebook, sondern auch über externe Applikationen als Lebenszeitleiste, also als ständigen Life-Stream darstellen kann, geradezu religiös im Kreis. Facebook-Fans finden vieles nicht so schlimm, da ja (angeblich) schließlich niemand zur Nutzung des Dienstes gezwungen wird, und Facebook-Gegner erklären jeden für komplett meschugge, der es dennoch tut.

Gruselig erscheint eine Zukunft, in der es nicht mehr zu genügen scheint, sich bei Facebook auszuloggen – das Netzwerk will wissen, was wir tun, selbst wenn wir gerade nicht mit ihm verbunden sind. Weshalb Datenschützer bereits alarmiert sind und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner das alles „nicht in Ordnung“ findet.

Nur eines ist dabei sicher: Die digitale Abbildung unseres Lebens findet schon lange statt, in öffentlichen Varianten wie einem Facebook-Lifestream wird sie uns jedoch mit neuer Wucht bewusst. Und dieses Bewusstsein wird das Netz und damit unser Leben ein weiteres Mal drastisch verändern. Denn wir befinden uns auf dem Weg zur Data DNA, und die Frage ist nicht mehr, ob wir das gut oder schlecht finden, sondern wie wir damit umgehen.
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Ist Indie am Ende?

Am vergangenen Mittwochabend habe ich mir TV Total angesehen. Wegen Thees Uhlmann und Kraftklub, die ich beide großartig finde.

Mich als Fernseh-Laien (merke: Menschen, die dauernd darauf hinweisen, dass sie kaum fernsehen, sagen damit eigentlich, dass sie dauernd Internet gucken) hat während der Show zunächst die Abwesenheit von Vorbereitung bei Stefan Raab überrascht. Wäre diese Sendung der Pilot eines neuen Formats gewesen, hätte wohl selbst RTL II dankend abgewunken, fürs „Schlecht vom Zettel Ablesen“ gibt es schließlich günstigere Moderatoren. Aber wer weiß, die wievielte Aufzeichnung das an dem Tag bereits gewesen ist, und ich hatte ja wegen der Gäste eingeschaltet, nicht wegen Raab.
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Da boxt der Papst bei Facebook

Entschuldigt bitte den äußerst dämlichen Titel. I could not resist.

Zwei voneinander relativ unabhängige Themen bestimmten den gestrigen Twitter-Tag: Der Papstbesuch und die von Facebook mit viel f8 angekündigten Neuerungen des Social Networks.

Die meisten Papa-Tweets blieben – Gott sei Dank (ich hör’ gleich auf damit, sorry…) – wirklich bis bemüht witzig, die Tatsache jedoch, dass sich Leute wie Die Ennomane auch Zeit für eine längere Begründung ihres Protestes genommen haben, darf nicht unerwähnt bleiben, auch, um Vorwürfe zu entkräftigen, die Demonstranten wären ignorant.

Papst-begeisterte Twitter-Nutzerinnen und -Nutzer hatten es gestern dennoch schwer, oder sie haben einfach nicht den Weg in meinen Stream geschafft, der an anderen Stellen voller Lob für die „Timeline“ oder „Chronik“ genannte Ankündigung der neuen Facebook-Darstellung und -Funktionen war.

Bereits jetzt scheint für viele Menschen Facebook ein Synonym für „Internet“ zu sein, die neue Timeline, glaube ich (haha!), wird diese Wahrnehmungsstörung noch verstärken. Ich werde mir später die Zeit nehmen, mir das alles mal in Ruhe anzusehen, erst dann kann ich mehr dazu sagen. Grundsätzlich finde ich Bewegung gut und am aktuellen Tempo wird G+ nicht ganz unbeteiligt sein, Konkurrenz belebt also mal wieder das Geschäft. Ob man dessen Kunde sein will, steht wie immer auf einem anderen Blatt.

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Meine Wahl für Berlin

Am kommenden Sonntag steht die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus an. Seit Wochen schon tobt der Straßenkampf der Plakate und Plattitüden, ich konnte mich aber trotzdem für eine Partei entscheiden, die meine Stimme bekommen wird.
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Wo sind die Richter?

Als „Identitätsdienst“ (identity service) sieht Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt also Google+. „Regierungen werden das verlangen“, so wird er im verlinkten Spiegel-Online-Artikel zitiert, und: „Einige Menschen sind einfach böse und wir müssen in der Lage sein, sie zu identifizieren und herunterzustufen“.
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London’s burning

Nach einigen Stunden des Lesens scheint mir der Guardian eine der besten Quellen für die Berichterstattung rund um die Londoner Unruhen zu sein, die mittlerweile auch auf andere englische Städte wie Birmingham, Liverpool und Bristol übergreifen und ein Todesopfer gefordert haben. Während sich die Artikel der SZ, FAZ und Tagesschau bisher wie mehr oder weniger gleiche Versionen der Agenturmeldungen lesen, in denen explizit darauf hingewiesen wird, dass sich die Jugendlichen über das Internet (auch: über Twitter) oder sogar per Blackberry verständigen (stand es früher auch in den Berichten, dass sich Plünderer per Telefon verabredet haben?), findet man im Guardian Links, Hinweise, Reaktionen aus dem Ausland, Zitate und Berichte von Anwohnern und vor allem einen selbstverständlichen und redaktionserweiternden Umgang mit dem Netz, mit dem man beispielsweise Fotos und Videos der Leserinnen und Leser sammelt (während die Londoner Polizei CCTV-Bilder auf flickr veröffentlicht) und auf Blogs und andere Quellen verweist.
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Podcast 320 plus Bonus Features: Sommer 2011

Tanja und ich resümieren bei wenigen Gläsern Wein unseren Sommer 2011 in Amsterdam, Brighton, Swanage, Bristol, Hartfield, Brüssel und Brühl. Rechnet man unseren vorhergehenden Trip nach Kopenhagen und das Phantasialand mit ein, sind wir durch sechs europäische Länder gebraust und hatten jede Menge Spaß, vor allem aber tolle Aussichten.

MP3, rund anderthalb Stunden.

Und nach dem Klick gibt es auch noch ein paar Dutzend Urlaubsfotos und ein Video, in dem man mich hysterisch lachen hören kann, wenn man auf sowas steht.
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Open Spreeblick: Einer noch.

Kurzer Hinweis, da die Open-Spreeblick-Hinweis-Box fehlt: Stephan Urbach hat nochmal nachgelegt.

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Ich will Meer

Ich will wieder ans Meer. Ich will das Rauschen, die Größe, die Mächtigkeit, die alles andere genau so klein und unbedeutend erscheinen lässt, wie es ist. Den Horizont in unschätzbarer Weite nur erahnen zu können hilft auch im übertragenen Sinne.

Wir haben drei viel zu kurze Reisewochen und rund 4.000 Kilometer hinter uns, die zwar kaum echte Erholung, aber viel Abstand brachten und mir vor allem klar gemacht haben, wohin ich nicht wieder zurück will. Was das für den kommenden Alltag bedeuten wird, weiß ich noch nicht genau, aber ich habe keine Eile. Fest steht, dass Spreeblick zunächst entschleunigt passieren wird, denn trotz Ende der Reise ist die Reise noch nicht vorbei.

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Tatendrang+

Da sind wir nun wieder alle versammelt, die selbst oder fremd ernannten Web-Auskenner, die Media-Analysten, die Social-PR-Profis, die Checker 2.0.

Sascha Lobo erklärt G+, Nico Lumma erklärt auch, und zwar Twitter für tot (seine Rettungsvorschläge folgten gleich darauf), und irgendwie sind wir alle – ich inkludiere mich explizit – am testen, durchblicken, erläutern und analysieren.

Reflexion und Analyse sind wichtig. Schon.

Aber wer stellt darüber hinaus eigentlich selbst etwas auf die Beine? Wo sind die innovativen Ideen und Umsetzungen von uns, wieso startet nicht die Hälfte aller im deutschspachigen Web versammelten Auskenner selbst dauernd tolle Online-Projekte mit ihrem ganzen Wissen, scheitert, schmeißt hin, baut neu?

Vielleicht, weil wir zu viel über die Arbeit anderer quatschen. Vielleicht, weil wir nicht die Eier haben.
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Liebes Tagebuch …

… seit Jahrzehnten nörgle und sorge ich mich durch die Welt, auf der es ja auch immer wieder etwas festzustellen gibt. Aber manchmal, jetzt zum Beispiel, wenn mir bewusst wird, dass es mir viel zu viel Kraft raubt, wenn ich mich zu sehr auf das Negative konzentriere, Kraft, die an anderer Stelle viel sinnvoller eingesetzt werden kann, und wenn mir außerdem noch für den Moment mal egal ist, dass ich dadurch einen Funken zu esoterisch klinge, dann muss ich dir einfach mal sagen, dass dieses Leben schon ein starkes Stück ist. Und zwar auch und ganz besonders im positiven Sinne, also in genau dem, den ich viel zu oft aus den Augen verliere.

Es hat zwar fast 40 Jahre gedauert, aber dennoch geklappt:
Deutschland steigt als zweite Industrienation nach Italien aus der Atomenergie aus.

Herzlichen Glückwunsch!

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