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Meine Wahl für Berlin

Am kommenden Sonntag steht die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus an. Seit Wochen schon tobt der Straßenkampf der Plakate und Plattitüden, ich konnte mich aber trotzdem für eine Partei entscheiden, die meine Stimme bekommen wird.
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Wo sind die Richter?

Als „Identitätsdienst“ (identity service) sieht Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt also Google+. „Regierungen werden das verlangen“, so wird er im verlinkten Spiegel-Online-Artikel zitiert, und: „Einige Menschen sind einfach böse und wir müssen in der Lage sein, sie zu identifizieren und herunterzustufen“.
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London’s burning

Nach einigen Stunden des Lesens scheint mir der Guardian eine der besten Quellen für die Berichterstattung rund um die Londoner Unruhen zu sein, die mittlerweile auch auf andere englische Städte wie Birmingham, Liverpool und Bristol übergreifen und ein Todesopfer gefordert haben. Während sich die Artikel der SZ, FAZ und Tagesschau bisher wie mehr oder weniger gleiche Versionen der Agenturmeldungen lesen, in denen explizit darauf hingewiesen wird, dass sich die Jugendlichen über das Internet (auch: über Twitter) oder sogar per Blackberry verständigen (stand es früher auch in den Berichten, dass sich Plünderer per Telefon verabredet haben?), findet man im Guardian Links, Hinweise, Reaktionen aus dem Ausland, Zitate und Berichte von Anwohnern und vor allem einen selbstverständlichen und redaktionserweiternden Umgang mit dem Netz, mit dem man beispielsweise Fotos und Videos der Leserinnen und Leser sammelt (während die Londoner Polizei CCTV-Bilder auf flickr veröffentlicht) und auf Blogs und andere Quellen verweist.
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Podcast 320 plus Bonus Features: Sommer 2011

Tanja und ich resümieren bei wenigen Gläsern Wein unseren Sommer 2011 in Amsterdam, Brighton, Swanage, Bristol, Hartfield, Brüssel und Brühl. Rechnet man unseren vorhergehenden Trip nach Kopenhagen und das Phantasialand mit ein, sind wir durch sechs europäische Länder gebraust und hatten jede Menge Spaß, vor allem aber tolle Aussichten.

MP3, rund anderthalb Stunden.

Und nach dem Klick gibt es auch noch ein paar Dutzend Urlaubsfotos und ein Video, in dem man mich hysterisch lachen hören kann, wenn man auf sowas steht.
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Open Spreeblick: Einer noch.

Kurzer Hinweis, da die Open-Spreeblick-Hinweis-Box fehlt: Stephan Urbach hat nochmal nachgelegt.

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Ich will Meer

Ich will wieder ans Meer. Ich will das Rauschen, die Größe, die Mächtigkeit, die alles andere genau so klein und unbedeutend erscheinen lässt, wie es ist. Den Horizont in unschätzbarer Weite nur erahnen zu können hilft auch im übertragenen Sinne.

Wir haben drei viel zu kurze Reisewochen und rund 4.000 Kilometer hinter uns, die zwar kaum echte Erholung, aber viel Abstand brachten und mir vor allem klar gemacht haben, wohin ich nicht wieder zurück will. Was das für den kommenden Alltag bedeuten wird, weiß ich noch nicht genau, aber ich habe keine Eile. Fest steht, dass Spreeblick zunächst entschleunigt passieren wird, denn trotz Ende der Reise ist die Reise noch nicht vorbei.

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Tatendrang+

Da sind wir nun wieder alle versammelt, die selbst oder fremd ernannten Web-Auskenner, die Media-Analysten, die Social-PR-Profis, die Checker 2.0.

Sascha Lobo erklärt G+, Nico Lumma erklärt auch, und zwar Twitter für tot (seine Rettungsvorschläge folgten gleich darauf), und irgendwie sind wir alle – ich inkludiere mich explizit – am testen, durchblicken, erläutern und analysieren.

Reflexion und Analyse sind wichtig. Schon.

Aber wer stellt darüber hinaus eigentlich selbst etwas auf die Beine? Wo sind die innovativen Ideen und Umsetzungen von uns, wieso startet nicht die Hälfte aller im deutschspachigen Web versammelten Auskenner selbst dauernd tolle Online-Projekte mit ihrem ganzen Wissen, scheitert, schmeißt hin, baut neu?

Vielleicht, weil wir zu viel über die Arbeit anderer quatschen. Vielleicht, weil wir nicht die Eier haben.
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Liebes Tagebuch …

… seit Jahrzehnten nörgle und sorge ich mich durch die Welt, auf der es ja auch immer wieder etwas festzustellen gibt. Aber manchmal, jetzt zum Beispiel, wenn mir bewusst wird, dass es mir viel zu viel Kraft raubt, wenn ich mich zu sehr auf das Negative konzentriere, Kraft, die an anderer Stelle viel sinnvoller eingesetzt werden kann, und wenn mir außerdem noch für den Moment mal egal ist, dass ich dadurch einen Funken zu esoterisch klinge, dann muss ich dir einfach mal sagen, dass dieses Leben schon ein starkes Stück ist. Und zwar auch und ganz besonders im positiven Sinne, also in genau dem, den ich viel zu oft aus den Augen verliere.

Es hat zwar fast 40 Jahre gedauert, aber dennoch geklappt:
Deutschland steigt als zweite Industrienation nach Italien aus der Atomenergie aus.

Herzlichen Glückwunsch!

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Passen

Sommerferien. Sechs Wochen, die mir als Kind wie ein ganzes Jahr vorkamen. Manchmal verreisten wir, fast immer nach Dänemark und dort immer an den gleichen Ort, manchmal verbrachten wir die Ferien aber auch in unserem winzigen und doch so großen Schrebergarten, für dessen Hütte mein Vater das Fundament selbst gegossen und den Rest selbst gezimmert hatte.

Sechs Wochen Sommerferien bedeuten für Kinder den Himmel auf Erden, schier endlose Freizeit, Spiel ohne Pause und Ende, Sonnenbrand, Wasserschlachten und späteres Zubettgehen. In erster Linie aber: Keine Schule.

Und selten zuvor – nicht einmal in meiner eigenen Kindheit – habe ich diese schullosen Wochen mindestens so sehr ersehnt wie meine Söhne in diesem Jahr, in dem einer von ihnen die Grundschule verlässt.
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What the fuck is wrong with people?

„Die Damen trugen rote und gelbe Bändchen“, berichtet einer der Gäste in seiner eidesstattlichen Versicherung. Die einen waren als Hostessen anwesend, die anderen machten durch die Farbe des Handschmucks deutlich, dass sie nicht nur zum Plaudern gekommen waren.
Und dann gab es da auch Damen mit weißen Bändchen. Sie waren reserviert für die Vorstände und die Besten der Besten aus der Vertriebstruppe, intern die „Top-Five-Mitglieder“ genannt. (…) Jeder konnte mit einer der Damen auf eines der Betten gehen und tun, was er wollte. Die Damen wurden nach jedem solcher Treffen mit einem Stempel auf ihrem Unterarm abgestempelt. So wurde festgehalten, welche Dame wie oft frequentiert wurde“.

Dieses Zitat aus dem Handelsblatt-Artikel über eine 2007er „Incentive“-Reise der Ergo-Versicherungsgruppe (vormals Hamburg-Mannheimer/HMI) dreht einem vor Ekel den Magen um, das Ganze wird nur noch dadurch übertroffen, dass die damals Anwesenden die „Mega-Fete“ auch noch in der HMI-Mitarbeiterzeitung feierten mit dem Wunsch, „sofort wieder loslegen“ zu können. Es gibt einen guten Grund, „Deutschlands neue große Versicherung“ zu verlassen, und da ich tatsächlich irgendeine alte Versicherung bei der ehemaligen Victoria habe, die heute ebenfalls zu Ergo gehört, fange ich gleich mal damit an. Es möge mir bitte niemand mit „das läuft doch überall so“ kommen.

Immerhin: Das Klischee-Bild des Versicherungsvertreters ist wieder im Lot und eine millionenschwere Anzeigenkampagne im Eimer. Danke, Ergo.

Und wenn ich schon dabei bin:

Die aktuellen Geschehnisse rund um den IWF-Chef Strauss-Kahn sind keine „Sex-Affäre“, liebe Qualitätsmedien, die ihr ein möglicherweise schweres Vergehen mit diesem Begriff bagatellisiert. Dem Mann wird ein Gewaltverbrechen vorgeworfen. Über Schuld oder Unschuld entscheiden die zuständigen Stellen, aber davor schon so zu klingen, als würde man über einen bedauerlichen Seitensprung sprechen, ist ebenfalls: Ekelhaft.

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Sony Playstation Network: Die Zukunft ist Vergangenheit

Kazuo Hirai

Wochenlang war Sony mit der Analyse des Einbruchs in das Sony Playstation Network (PSN), dem Internet-basierten Netzwerk, das sowohl vernetztes Spielen als auch den Kauf digitaler Produkte über Sonys Videogame-Konsole Playstation 3 ermöglicht, und seiner Wiederherstellung beschäftigt. Über 100 Millionen Kundendaten sollen bei der Attacke abhanden gekommen sein, schlampige Kommunikationspolitik und ein offenbar ebensolches System ernteten weltweite Kritik. Als der Dienst vor wenigen Tagen in Teilen wieder startete, gab es kurzfristig erneut schwerwiegende Probleme, die es dieses Mal anscheinend an der Mainstream-Presse vorbei schafften.
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Fred sagt: ‘Farewell, Spreeblick! Und Adieu.’

Jetzt ist es soweit. Ich höre hier auf. Bei Spreeblick. Ich höre auf, bei Spreeblick zu schreiben.

Das klingt vom Duktus her natürlich irre dramatisch, und ehrlich gesagt: so fühlt es sich auch an. Für mich.

Das ist hier schon eine ganz besondere Ecke im Internet. Mir gehts da wie Nuri Sahin, der in seiner letzten Dortmunder Pressekonferenz gesagt hat: Vielleicht finde ich nie wieder so eine Mannschaft. Aber ich muss jetzt den nächsten Schritt machen.

Der nächste Schritt, das ist ein Buch. Dieses Buch, es wird etwas umfassender als das letzte, und es wird ein Sachbuch, über Fussball natürlich. Und Pop. Und Gesellschaft. Und alles. Mal sehen, wie das in die Gliederung passt. Dieses „alles“.

Jetzt jedenfalls danke ich Johnny und Tanja und dem ganzen Team für die Möglichkeit, hier geschrieben haben zu dürfen, für Kritik, Anregungen und Lob, für Rückhalt und all das, was ich gelernt habe in den letzten Jahren. Vielen herzlichen Dank an die Leser, die sich dafür interessiert haben, was ich hier so treibe, und vor allem auch den Kommentatoren für Einwendungen, Bestätigung, Kritik, Vervollständigung, neue Einsichten, Lob und viele, viele Lacher. Merci beaucoup!

Wohl denn: Macht’s gut. Und: Bis bald!

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