Ich bin ein SpätzĂĽnder in Sachen Web-Hypes (geworden), denn „neu“ ist immer noch kein Qualitätsmerkmal. In den letzten Monaten konnte ich jedoch feststellen, dass Teilfunktionen von Social Networks und Eigenschaften von Twitter oder InstantMessaging mein Kommunikationsverhalten verändert und streckenweise sogar verbessert haben. FĂĽr wirklichen Alltags-Nutzen wĂĽnsche ich mir aber eine in einem Service vereinte und Anbieter-unabhängige Kombination verschiedener Funktionen. Es folgen ein paar Gedanken als Entwurf – Meinungen dazu sind herzlich willkommen.
Archiv
Update: Facebook-Werbung
Nur als kurze Info: Ich habe beschlossen, von Facebook wegen der unautorisierten Nutzung meines Namens in einer Werbung fĂĽr das Portal Schadensersatz zu fordern. RA Udo Vetter wird sich um das Vorgehen kĂĽmmern, den Verlauf werden wir dokumentieren.
Update: Der Quatsch hört nicht auf.
Update2: Herr KnĂĽwer wundert sich auch.
Wir sind Werbung
Tja, da geht’s wohl einigen Leuten gerade ähnlich. Facebook (quasi wie StudiVZ, nur selbst ausgedacht und besser gemacht) wirbt per Adsense mit den Namen ihrer Mitglieder. Und hat das Recht dazu. (Update: Das stimmt nicht) Read on, my dear…
Twitter Earth
Korrekterweise: Twittearth. Auf dem Globus visualisierte Tweets mit lustigen kleinen Figuren. Augenzucker, sehr hübsch gemacht. Ich bewundere ja solche Arbeiten sehr, gleichzeitig weiß ich aber, dass ich die Site nie wieder aufrufen werde – mir sind reine Text-Interfaces einfach lieber. Vielleicht aber ganz hübsch, falls man mal jemandem Twitter erklären möchte. Falls man das möchte.
[via]
Mit compfight flickr-Fotos feiner finden
Ich weiĂź, ich bin der Einzige, der noch flickr benutzt. Ihr anderen seid ja damals, als es flickr gefiel, deutsche Nutzer vor zu viel nackter Haut zu beschĂĽtzen, woanders hin gewechselt. Deswegen mĂĽsst Ihr auch gar nicht weiterlesen. Es sei denn, Ihr wollt wissen, wie Ihr doch noch von flickr gesperrte Fotos sehen könnt. Read on, my dear…
Die Bahn. Unseriös.
Die Bahn ist unseriös. Jedenfalls, wenn man versucht, sich in das WLAN am Bahnhof einzuloggen. Read on, my dear…
Die Welt ist eine Google
Die Tatsache, dass ich einige Google-Dienste nutze, bedeutet nicht, dass ich mir keine Gedanken darum mache, ob es wirklich so eine clevere Idee ist einem Unternehmen, einem amerikanischen noch dazu, einen GroĂźteil meiner Mailkommunikation, meiner Interessen und bald auch vielleicht noch mein Genom anzuvertrauen.
Nach 10 Jahren: gulli.com verkauft
Eines der wohl bekanntesten deutschsprachigen Foren, gulli.com, wurde vom Gründer Randolf Jorberg, GF der fliks it-solutions GmbH, an eine österreichische Firma verkauft. Dies überrascht bei knapp 10 Millionen Visits im Monat Januar nicht, wohl aber, wenn man den Underground-Charakter von gulli als Forum für Hacking und andere technische und (netz)politische Feinheiten bedenkt.
Interessant ist bei der Meldung weiterhin der Hinweis, dass die rechtliche Lage in Deutschland offenbar einen Umzug der gulli-Server nötig gemacht hat. Die gulli-Mannschaft scheint sich nun nach einer „Ăśbergabe“ an die neuen Besitzer aus dem Betrieb zurĂĽckzuziehen und wird sich neuen Aufgaben widmen.
Fernlernen: Uni-Vorträge als MP3
Eine Liste angeblich hörenswerter Uni-Vorträge aus verschiedenen Bereichen hat openculture zusammengestellt, sie stammen hauptsächlich von amerikanischen, nur selten von britischen Universitäten und die drei Clips, in die ich reingehört habe, leiden leider unter mäßiger Soundqualität. Die „Introduction to Nonviolence“ ist sicher dennoch ein Knaller.
Falls die studentische Leserschaft Tipps für deutschsprachige Uni-Podcasts oder MP3-Sammlungen hat: Bitte gerne in den Kommentaren posten, denn man lernt ja nie aus …
Spiegel-Archiv im Minimal-Design
Philipp hat die Spiegel-Archiv-Suche in ein schickes minimalistisches Design gepackt.
Brockhaus, Spiegel, Wikipedia: Steigert meinen Wissenswert! (Update)
Wie die BIFAB als Herausgeberin der Brockhaus-Lexika und anderer Nachschlagewerke vor wenigen Tagen meldete, steht das 200 Jahre alte Unternehmen vor dem vielleicht größten Paradigmenwechsel seiner Geschichte, wenn es im April dieses Jahres mit einer kostenlosen Online-Ausgabe startet. Die Welt des im Netz abrufbaren Wissens erhält somit eine bereichernde weitere Facette – ein Grund zur Freude, sollte man meinen.
Wer sich in den vergangenen Tagen im Netz, speziell in Weblogs, nach Reaktionen umsah, musste jedoch den Eindruck bekommen, dass dieser Zuwachs alles andere als begrüßenswert sei. Neben der oft abgeschriebenen Meldung, dass Druckausgaben mit dem Start des Online-Portals komplett eingestellt werden (ein Zitat eines Pressesprechers, die Nachricht erscheint jedoch nicht in der offiziellen Pressemitteilung, in der weitere Druckausgaben angekündigt werden) scheint Häme ob des angeblichen Sterbens der Marke zu überwiegen. Schließlich gibt es doch die Wikipedia. Wer braucht da noch andere Quellen?
Der Ebay-Zank
Vielleicht verstehe ich den Wirbel um das neue Bewertungssystem von Ebay nicht richtig, aber waren diese Bewertungen nicht sowieso schon immer albern? Gute Bewertung gegen gute Bewertung, oder?
Nouvelles: Wenn Frauen beim Kacken im Netz surfen
Ich bin beim „Durchklicken“ nach der Pressemitteilung zum neuen, allein von Frauen geschriebenen „Nachrichtenportal“ Nouvelles zunächst nicht besonders weit gekommen und hab die Meldung einfach gelöscht, doch Anke Gröner hat sich durchgekämpft und hat Recht.
Die Idee eines reinen Frauenmagazins (von, nicht für) ist trotz und wegen EMMA keine falsche Idee, aber dafür müssen zuallererst diese albernen Stock-Fotos gehen. Und, in letzter Konsequenz, die männliche Schlussredaktion nebst der drei männlichen Gesellschafter. Wenn schon, denn schon.
Achja und: „E-Paper“ ist nicht „zeitgemäß“, sondern Blödsinn, der schon in den 90ern gescheitert ist.
Update: Hoppla. Lanu war viel schneller. Klar. Ist ja auch ‘ne Frau.
Update 2: Und Ix auch. Aber nicht so schnell wie Lanu. Klar. Ist ja auch’n Mann.
Google Health
Wann immer ich einen neuen Google-Dienst sehe, denke ich: Das ist ein Fake, was soll das denn? Und zwei Wochen später sind sie offiziell online.
Da Techcrunch jedoch davon schreibt, dass der Service bereits 2006 starten sollte, wird es wohl dieses Mal nur eine Woche dauern. Ich zeig’ das nächste Woche mal meinem Zahnarzt, soll er meine FĂĽllungen doch einfach auf mein Gmail-Konto schicken.
[via]
23andMe: “Die Geheimnisse deiner DNA”
Ich kann die Begeisterung von Herrn Knüwer (die er selbst gar nicht als solche empfindet, siehe Kommentare) weder nachvollziehen noch teilen. Bin ich der Einzige, der so etwas als Realität gewordenen Zukunftshorror empfindet?
Oder sind die Teilnehmer des DLD vielleicht einem sehr ĂĽblen, aber perfekt inszenierten Scherz aufgesessen?
29 Millionen Dollar fĂĽr Wordpress
Nicht durchdrehen: In Euro ist das ja viel weniger.
Automattic, das Unternehmen von Matt Mullenweg, dem wir u.a. Wordpress (die Software-Basis vieler Blogs, u.a. läuft auch Spreeblick mit Wordpress) und den Blog-Service wordpress.com zu verdanken haben, hat von Investoren eine Finanzspritze in Höhe von 29 Millionen Dollar erhalten. Das Geld soll u.a. in weitere Angestellte und zusätzliche Dienste wie Foren investiert werden, es wird jedoch bereits auch über die Einführung möglicher Social-Networking-Funktionen in Wordpress und bei wordpress.com spekuliert.
Mehr hier, hier und bei Mullenweg selbst.
Allgemeine Sozialbedingungen
„Dieser Service ist kostenlos.“ – „Die Anmeldung bei unserem Dienst ist mit keinerlei Kosten verbunden.“ – „Dieses Portal bleibt kostenfrei.“
Die verschiedensten Dienste im Netz buhlen um die Gunst der Nutzer und versprechen dabei keinerlei Kosten zu verursachen. Was nicht stimmt. Denn selbstverständlich bezahlen wir jeden kommerziellen Service in wertvollen Währungen, nämlich mit unserer Aufmerksamkeit und unseren Daten. Nicht nur bei StudiVZ.
Wissen ist Macht
In Gesprächen mit Wikipedianerinnen und Wikipedianern stellte ich ein paar Mal die Frage, ob sich die persönliche Einstellung zur Mitarbeit an der Wikipedia, deren Inhalte frei sind und auch kommerziell verwertet werden dürfen, ändern würde, wenn bspw. die BILD am Sonntag die Wikipedia-Inhalte als kostenlose Beilage in Form eines schick gebundenen Lexikons in Serie veröffentlichen würde. Wenn man als Wikipedianer also über drei Ecken zum Zulieferer des Axel-Springer-Verlags werden und diesem zu mehr Umsatz verhelfen würde.
Youtubes Zellteilung
Das ist aber hĂĽbsch. Ich schaue Youtube-Videos meistens nicht zu Ende, aber das scheint mir neu zu sein. Nach dem Clip erscheinen ein paar runde Fenster mit der Vorschau zu verwandten Clips. Bei jedem weiteren Klick öffnen sich wiederum neue Bullaugen. Sieht aus wie kunterbunte Seifenblasen. Wie schön. Dabei war Youtube bis jetzt doch Synonym fĂĽr „praktisch, aber hässlich“. Eine neue Politik?
Track me not - Der Google-Quälgeist
Alles muss man selber machen. Ein Satz, der im Internetzeitalter nicht mehr gilt. Vor einigen Monaten habe ich auf unseren gemütlichen Max eingeredet, er solle doch mal etwas basteln, das es ermöglicht, Google mit Suchanfragen zu verwirren - damit die eigenen Spuren verwischt werden. Ist gar nicht nötig, gibt es schon. Track-Me-Not ist eine Firefox-Erweiterung, die die gebräuchlichsten Suchmaschinen regelmäßig (die genaue Frequenz kann man einstellen) mit Anfragen füttert. Damit wird man uninteressant als Datenlieferant. Und wenn es viele machen, lohnt sich das ganze Geschäft mit fremden Gedanken nicht mehr. Also, helft bei der Verbreitung. Vielleicht findet sich ja sogar ein Leser, der mir erklärt, wie genau das funktioniert.
[via]
Google macht Quatsch
Was passiert, wenn man bei google language tools dreimal den Namen des französischen Präsidenten eingibt (was man ja ab und an macht)?
Yigg sieht schwarz
Der deutsche Digg.com-Klon Yigg.de scheint depressive Teenager als Praktikanten einzustellen. Oder wie erklärt man sich sonst folgende Kategorie bei den Top-News:
Read on, my dear…


