Müssen Blogs authentisch sein?
Schokoladen-Kunst
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Läscher:19.10.2006 um 11:42@20: Der Turm steht für keinen Film, nur das Eingangstor …
Ansonsten: Tolles Rätsel, bin schon durch, hatte es aber auch schon vor ein paar Tagen angefangen, das lässt einen echt nicht los, also ich kann nur davon abraten, sich irgendwo anders die Lösungen zusammenzusuchen.
Aller Anfang ist leicht
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Läscher:13.10.2006 um 02:41Herrlich!
Dieses alten Stück aus der Schublade ist eigentlich das dritte Kapitel meines in der Entstehung befindlichen utopischen Lit-Blogs “Läscher4all”, bildet aber den wahren Einstieg in die Geschichte.Dass der Radfahrer mit der roten Jacke einen Schuh verlor, als er den Sperlingssturz herunterraste, und es nicht bemerkte, ist an sich nichts Besonderes.
Zum einen ist der Sperlingssturz ein mit Hubbeln und Schlaglöchern übersäter Kiesweg, zum anderen fiel der Schuh dem Radler nicht vom Fuß, sondern hüpfte aus einer der beiden Hängetaschen, die am Gepäckträger befestigt waren.
Das Besondere und damit Erwähnenswerte ist, dass dieser abgeschabte, braune Herrenlederschuh Größe 46 ausgerechnet Sinje vor die Füße fiel, sie ihn aufhob und vergeblich versuchte, seinem Eigentümer den Verlust anzuzeigen Denn dass Sinje in diesem Moment mit einem Herrenlederschuh in der Faust gewissermaßen im Wald stand (Der Sperlingssturz führt durch einen Stadtpark), erlaubt mir, ein Licht auf den Charakter dieser für meine Geschichte wichtigen Person zu werfen.
Sinje stand also mit einem Herrenlederschuh in der Hand im Sperlingssturz schaute mit großem Ernst dem davonhoppelnden roten Punkt nach, dann senkte sie den Blick ihrer untertassengroßen schwarzen Augen auf die Aufgabe, die ihr das Leben so unverhofft vor die Füße geworfen hatte.
Mutmaßungen betreffs ihres Gedankenganges mussten unweigerlich fehlgehen. Ein zufällig des Weges kommender Passant hätte dazu ebensoviel oder -wenig Berechtigung gehabt wie ihre intimsten Freunde oder sogar sie selbst, die ihre Entscheidungsfindungsprozesse als das Tanzen eines Elefanten in ihrem Kopf empfand. Buchstäblich niemand wusste also, wie dieses Mädchen mit dem Schuh in seiner Hand verfahren würde.
Der Passant mag vielleicht mutmaßen, es würde sich nach einer Sekunde des Besinnens entschließen, den Herrenlederschuh wieder dorthin zu legen, wohin er sich selbst gebettet hatte, und dann seiner Wege gehen.
Ich hingegen, der Sinjes Hang zum Irrwitz kannte, hätte eher vermutet, dass sie sich eines ihrer eigenen Schlappen Größe 37 entledigt, sich den Herrenlederschuh überstreift und dann damit auftippt wie ein ungeduldiger Clown oder wie Goofy. Oder ein paar Meter damit zu rennen versucht. Oder aber den Herrenlederschuh anpisst, sich im Gebüsch versteckt und den zurückkehrenden Radfahrer auslacht, wenn er ihn berührt.
Sie aber tat nichts von alldem. Sie behielt den Schuh in der Hand und setzte den Weg mit ihrem leicht watschelndem Gang fort. Irgendwo hinter ihren untertassengroßen Augen hatte sich wie auch immer der Entschluss geformt, diesen Schuh ins Fundbüro zu bringen. Von diesem Moment an war Sinje nicht mehr davon abzubringen. Nach einem Grund für diese Handlung gefragt, hätte sie für einen Moment mit ihrem untertassengroßen schwarzen Augen mit dem braunen Schimmer ins Leere gestarrt, dann dem Fragenden ein Lächeln geschenkt, das durch ihren leichten asiatischen Überbiss die perfekte Balance aus vierzig Prozent versonnen, fünfzig Prozent süß und zehn Prozent debil hält, und sich vielleicht solcherart geäußert: „Ich lebte gerne in einer Welt, in der die Leute Schuhe, die sie finden, ins Fundbüro bringen.“ Und manch einer hätte diese scheinbar vernünftige Antwort geschluckt. Nur wie kann eine Rechtfertigung vernünftig sein, die zwar für sich genommen vernünftig scheint, aber in Wahrheit der rein zufälligen Entscheidungslaune eines tanzenden Elefanten entspringt? Nichts weniger als vernünftig war es also, dass Sinje mit dem Herrenlederschuh an ihrer Seite den Berg herunterwatschelte. Aber es könnte auch nichts egaler sein. Denn jeder, der dieser versonnen/süß/debil vor sich hinlächelnden Halbasiatin mit den Sommersprossen, dem Entengang, dem Überbiss, den untertassengroßen Augen und dem abgeschabten braunen Herrenlederschuh Größe 46 begegnete, konnte nicht umhin, bei sich zu denken: “In dieser Welt, in der Leute die Schuhe, die sie finden, ins Fundbüro bringen, lebte ich auch gerne. Wenn es nur mit ihr wäre.”
Doch nicht jedem Menschen kann es vergönnt sein, in Sinjes Welt zu leben. Es ist nur wenigen vorbehalten, und auch für diese Glücklichen ist diese Zeit nur knapp bemessen. Doch wenn nach Goethe die Erinnerung an glückliche Tage das zweite Glück ist, so ist das Berichten von diesen Tagen das dritte Glück. Und deshalb will ich euch von Sinje erzählen.
Gold
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02
Darf ich das bloggen?
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01
Läscher:06.10.2006 um 00:55Als Neuling auf dem glitschigen Parkett der Blogosphäre fand ich es sehr interessant, in dieser komprimierten Form über die juristischen Fallstricke informiert zu werden.
Vielen Dank!

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860 ‚Authentizität‘
ist bloß ein Sprechfehler
durch die Zahnspangen christlichen Beichtzwangs.
870 Mensch,
871 wenn die Wirklichkeit zu langweilig wird,
872 musst du sie erfinden.
880 Und Hypothesen sind Sentimentalitäten:
881 Mach es:
882 Rawums.
Aus: Peter Glaser - Zur Lage der Detonation - Ein Explosé