Angela Merkel
Nach dem Staatsstreich
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Puffern statt Speichern
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Impi:09.11.2007 um 13:56Kann man den Cache von Google verbieten? *gg*
Nein, im Ernst. Ich bin irgendwie sehr pessimistisch, was das Abstimmungsergebnis betrifft. Nicht, dass ich morgen den Überwachungsstaat einbrechen sehe. Ich vertraue unser Demokratie durchaus. Aber die Schraube wird wieder ein Stück enger gedreht, es werden wieder technische Strukturen geschaffen, die von Totalität mißbraucht werden könnten.
Über den Umgang mit Weblog-Kommentatoren
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Impi:02.11.2007 um 15:49Auch wenn es allgemein gehalten sein kann, bezieht sich das hier doch auf ein konkretes Beispiel. In sofern mag ich vielleicht irgendwas nicht verstanden haben. Aber generell finde ich es fragwürdig, krude, fremde oder nicht-konforme Meinungen in die Nähe von “psychisch krank” zu rücken. Eben weil man halt durch die verkrüppelte Blog-Kommentar-Kommunikation eigentlich gar nichts über die Person weiß. Noch fragwürdiger erscheint es mir, Menschen die Glaubwürdigkeit zu entziehen, nur weil sie Zeichen einer psychischen Unstimmigkeit wie beispielsweise einem Minderwertigkeitskomplex oder einer Depression aufweisen.
Bleibt natürlich die Frage, wie sich verhalten. Grundsätzlich kann man einfach Grenzen ziehen, ab die man ohne eine weitere Wertung zensiert. Dabei kann man sich an gesetzliche Rahmen halten (nichts Diskriminierendes, kein Nazi-Kram etc.) oder halt seine eigenen Regeln aufstellen. Ich denke, man besitzt soetwas wie ein “virtuelles Hausrecht” und kann “Störenfrieden” auch mal den Weg zur Tür weisen. Wie resolut man da vorgeht, wie weit man sich als “Hausherr” auch zu subjektiven Willkürhandlungen hinreißen lässt, bleibt da offen. Im Zweifel vergrault man sich eben die Leser.
Was nun, Attac?
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Impi:05.06.2007 um 14:22Attac ist nicht die deutsche Linke. Da gibt es generell keinen “Dachverband” der irgendwie von allen Beteiligten akzeptiert wird. Attac hat nichts, aber auch rein gar nichts mit der Antifa zu tun, aus deren Kreisen die Autonomen wohl eher stehen (nicht müssen). Genausogut hätte man auch Greenpeace oder die Jusos fragen können, was sie denn gegen Steinewerfer zu tun gedenkt. Schlimm genug, dass der Stern da solche Verbindung herstellt, aber das auch noch hier lesen zu müssen. :-/
Attac wird von vielen Linken sogar abgelehnt, weil sie sich (ihrer Meinung nach) einer verkürzten Kapitalismuskritik bedienen und zwischen soetwas wie dem “bösen”, raffenden Kapital und dem “guten”, schaffenden Kapital bedienen. Dieses ist ein theoretisches Denkmodel, das sich zumindest strukturell als Andockfähig für Antisemitismus erweist. Juden stehen für viele ja leider auch für den Inbegriff des bösen, raffenden, verschwörerisch agierenden Weltkapitals. Das ich letzteres für Quatsch halte, dürfte hoffentlich nicht weiter zur Diskussion stehen. Auch finde ich Antisemtismusvorwürfe gegenüber Attac persönlich als lächerlich. Aber es wird in der Linken ernsthaft diskutiert und das sollte man zumindest zur Kenntnis nehmen, bevor man Attac und Autonome in einen Topf wirft und sich empört, warum die einen denn nicht nach der Pfeife der anderen Tanzen.
Ich distanziere mich von der Gewalt in Rostock. Das war für alle Seiten ein schrecklicher Tag. Aber man darf in der Diskussion auch nicht vergessen, das Autonome, im Gegensatz zu Hooligans, durchaus auch Argumente haben. Das sind eben nicht alles tumbe Schlägertrupps, die Gewalt aus purer Leidenschaft anwenden. Viele Autonome sind durchaus konversationsfähige, intelligente junge Menschen. Hier sollte sich die Medienöffentlichkeit mal fragen, was dazu führt, das diese zu dem Entschluss kommen, Gewalt als probates Mittel zu verwenden. Nochmals: Ich will damit keine Gewalt rechtfertigen. Man wirft keine Steine auf Menschen, ganz gleich, ob diese eine Uniform anhaben oder nicht. Aber dennoch will ich die Diskussion auch nicht auf eine moralische Empörung reduzieren.
Verschlinge, Shredder, auch die Werke von DJ Danger Mouse!
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Impi:23.05.2007 um 10:22In meinen Augen steckt da auch eine ewig alte Debatte über den Kulturbegriff dahinter. In Deutschland wird traditionell zwischen “echter” Kultur, der “Hochkultur” (Goethe, Bach, Grass etc.) und eben der “Massenkultur” (DJ Ötzi, Mickie Krause, RTL) unterschieden. Ich denke, diese Unterscheidung ist in gewisser Weise anschlussfähig an die Debatte über Copyrights. Wer kopiert ist per se Teil einer “niederen Kultur”, unkreativ und im Zweifel geschäftsschädigend. Das durch eine neue Kontextualisierung ganz neue Perspektiven geschaffen werden können, wird dabei gerne mal ausgeblendet. Bla …
Allerdings bin ich in diesem Punkt durchaus auch etwas “deutsch”. Im Gegensatz zu dem guten Herrn Prof. Lessig wäre ich vorsichtiger mit Begriffen wie “Demokratisierung” oder “neue Alphabetisierung” sein. Ich hab da durchaus auch so meine Zweifel, ob jedes noch so dilletantische Video, dass bei You Tube eben auf “seine 5min” hofft, nun als Kunst zu betrachten sei. Ich halte das für Quatsch. Auch wenn es natürlich sehr viel sehenswertes und kreatives gibt und ich persönlich der letzte bin, der als “Entscheidungsinstanz” dafür herhalten kann, was Kunst ist und was nicht. In jedem Fall aber unterstütze ich die Forderung, nicht jeden sofort latent zu kriminalisieren, nur weil er ein paar Akorde von Linkin Park geklaut hat, um sein neues Counter Strike Video akkustisch zu untermalen.
Ich bitte nur darum, nicht zu großzügig mit dem “Kulturlabel” um sich zu schmeißen. Das sind postmoderne Marotten. :P
Das ist ja der Gipfel
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Impi:22.05.2007 um 02:36Eine Second-Life Gegendemo *g*
Ansonsten finde ich die Idee mit dem “Einzäunen der Kommentarfunktion” recht lustig. Ich denke ohnehin, dass sich letztlich jeder politisch interessierte Blog auf seine Weise inhaltlich mit dem G8 Gipfel auseinandersetzt. Eine Art gemeinsame, symbolische Geste ist da sicherlich eine nette Abrundung/Unterstützung. :-)
Webplock
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Impi:14.05.2007 um 11:57Ein paar Klicks und man fühlt sich wie die postmoderne Ausgabe von Mozart :-)
G-8-ung
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Impi:10.05.2007 um 04:18Man mag von den Protesten gegen den G8 Gipfel nun halten, was man will. Das Problem heute (bzw. gestern, bin bloß noch wach) ist doch, dass da einfach mit Kanonen auf Spatzen geschossen wurde. Klar gibt es vereinzelt Bekloppte, die Autos von SPD Politikern in Brand stecken. Aber all dies rechtfertigt noch lange nicht eine so breit angelegte Durchsuchungsaktion. Der Verdacht, dass es nur vordergründig überhaupt um diesen vermeindlichen Terrorismus gilt, drängt sich da einem doch zwingend auf. Es werden Computer konfesziert, Server lahm gelegt, Materialien geklaut. Davon wird doch sicher kein einziges Gerät vor dem G8 Gipfel wieder den Weg zurück in die Hände seiner Besitzer finden. Hier wird die Störung der Planung von friedlichen Demonstrationen bewusst in Kauf genommen. Mehr noch: Ich unterstelle einfach mal Absicht. Die schier erdrückende Mehrheit der deutschen Linken lehnt Gewalt in jeder Form ab. Und das weiß auch die Bundesanwaltschaft.
Und auch die Medien nehmen da derzeit keine wirklich glückliche Rolle ein. Zumindest die etablierten. Da werden Bilder von steinewerfenden Chaoten ausgestrahlt, die vom unkritischen Konsumenten dann mit “den Linken” gleichgesetzt werden. Das ist hahnebüchend. Meine Freunde, mit denen ich zusammen studiere, mit denen ich zusammen feier, zusammen koche, maile, lache und rede sind keine gewaltbereiten Extremisten. Genau das denkt meine alte Mutti jetzt aber, als sie mich heute vorsichtig am Telefon fragte, ob ich denn “mit den Linken” irgendwas am Hut hätte. Es geht letztlich um das gute Bild, nicht um eine ausgewogene Berichterstattung.
Wenn man sich vorstellen würde, Deutschland wäre krank und würde auf der Couch vom guten, alten Siggi Freud liegen, dieser würde ihm einfach ein gigantisches Problem mit seinem Über-Ich attestieren. Die größte Sorge vieler Politiker scheint es doch zu sein, das “gute Bild”, dass die Teutonen letztes Jahr während der Fußball WM gemacht haben, würde durch zuviel Proteste gegen den G8-Gipfel wieder beschädigt. Das Demonstration aber elementares Recht demokratischer Partizipation ist, wird dabei gerne mal unterschlagen.
Campagne Electorale Deux Zéro
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Impi:08.05.2007 um 15:07Sehr interessanter Artikel, dafür vielen Dank. Dank aber auch an Andreas, für seine Einschätzung bezüglich der Relevanz von Weblogs im französischen Diskurs. Mich würde sehr interessieren, ob es hier vielleicht noch andere “Frankreich-Kenner” gibt, die da eine stärkere “Binnenperspektive” der franzöischen Meinungsbildung haben.
Mein persönlich, unsachlicher und womöglich total falscher Eindruck ist eher der, dass Online-Marketingstrategien einen eher zu vernachlässigenden Einfluss auf die Wahl hatten. Der Präsidentschaftswahlkampf ist so angelegt, dass er polarisiert. Und tendenziell gibts in Frankreich immer eine leichte Mehrheit für “Rechts”. Zudem wirkt Sarkozy charismatisch “neuer Kennedy?” (tagesschau.de) und konnte Royal in den TV-Debatten öfter mal den Schneid klauen. Aber ob seine sicherlich sehr gut geplante Online-Strategie da einen entscheidenden Einfluss hat? Zumal man da auch noch zwischen einer “von oben” angelegten Plattform mit Videobotschaften und einer vermeintlich “von unten” durch linientreue Blogger getragene Werbekampagne unterscheiden muss.
Bla… wie gesagt. Eigentlich hab ich keine Ahnung. *g* - aber mich würden mal Einschätzungen zu meinen Gedankenstrichen interessieren.
Toni Mahoni - 106: Radler
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Aller Anfang ist leicht
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Impi:12.10.2006 um 17:28Tolle Idee :-)
Hier mal mein Kram:
Legoland! Was um alles in der Welt hatte ihn ausgerechnet hierhin verschlagen? Dabei sollte die Reise nach Europa doch so schön werden. Nur er und seine Freundin Ginger, zwei junge Leute, bewaffnet mit einem Rucksack, einer billigen Digitalkamera und einer unerhört großen Portion hormonell bedingter Liebesgefühle. Aber Pustekuchen: Irgendwo zwischen Paris und Berlin, irgendwo in der zentraleuropäischen Einöde in einem gottverdammten Euro-Express ist es passiert: Ginger wollte sich unbedingt alle bisher geschossenen Fotos auf der Digitalkamera ansehen. Die Atlantikküste Portugals, die Skyline von Madrid, der Big-Ben und plötzlich, unverhofft beim Wechsel der Speicherkarte: Billy – Splitterfasernackt. Mit erregiertem Glied und einem unerhört schwulen Blick. Ginger starrte fassungslos auf das große, glänzende Ding, das sich ihr auf dem winzigen LCD-Display kokett entgegenreckte. Konnte das sein? Ihr Freund? Nein, dass würde er doch niemals … oder doch? Und warum? Und überhaupt: Ist die nasse Spitze von Billys primären Geschlechtsorgan oder doch der Ausdruck in seinen Augen das, was sie am meisten anwidert? Sie konnte sich nicht entscheiden, überlegte. Und auch wenn ihr das ganze wie nur wenige Sekunden erschien, verstrich in Wahrheit eine halbe Ewigkeit. Billy, der die ganze Fahrt über schon aus dem Fenster guckte, gelegentlich mal schnippische Zitate von seinem Urgroßvater verkündete, die er aus zweiter Hand von seinem Vater gehört hat und die er mehr lustig fand denn ernst nahm. Von wegen den blöden „Krauts“, deren Hintern sie hier und dort heldenhaft versohlten, in einem an sich völlig bedeutungslosen Scharmützel irgendwo am Rande des zweiten Weltkrieges. Jedenfalls bemerkte er Gingers Abwesenheit erst nicht. Vertieft in die Landschaft und den tradierten Erinnerungen seiner Familie. Doch dann fiel sein Blick auf ihre leeren Augen seiner Freundin und die Dinge nahmen ihren Lauf.
BRAVO, Tom Junkersdorf!
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Ich denke, Merkel hat schon so ihre Ideen für Deutschland. In erster Linie ist sie aber an real existierender Machtpolitik interessiert und arbeitet hier mit sehr stillen, aber äußerst erfolgreichen Methoden. Man darf sie schon dafür bewundern, wie sie ihre innerparteilichen Kontrahenten, allen Vorran Roland Koch, in die zweite Reihe verfrachtet hat.
Politisch erspart sie sich jedes Charisma, weil dieses sie angesichts der großen Zweckehe mit der SPD ohnehin nur angreifbar macht. Sie beschränkt sich lieber auf die “Verwaltung” der Deutschland AG und profitiert von einem guten, konjunkturellen Zyklus. Nebulös versucht sie dann und wann Themen wie Klimaschutz oder die EU-Verfassung zu belegen. Themen, bei denen sie von keiner Partei ernsthaft Fundamentalkritik bekommen kann, weil ja irgendwie “alle” dafür sind.
Maggie Thatcher? Nein. Dafür fehlen ihr die Mehrheitsverhältnisse. Und auch der politische Wille zum bedingungslosen (und an meinen Vorredner gerichtet: menschenfeindlichen) Neoliberalismus.