Die Rückkehr des Wortes
Urban Ninja
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01
jsrn:16.02.2006 um 20:58Meiner Meinung nach noch wesentlich beeindruckender:
‘russian climbing’
(vom eher ruhigen Anfang nicht abschrecken lassen)
Meiner Meinung nach noch wesentlich beeindruckender:
‘russian climbing’
(vom eher ruhigen Anfang nicht abschrecken lassen)
03
> Klar, für die gut Ausgebildeten mit genug Geld/Freiheit für Mobilität ist
> die Globalisierung eine tolle Sache. Ich glaube das bestreitet auch niemand
> ernsthaft.
@Niels: wobei die von mir erwähnten Bekannten eben gerade nicht aus traditionell
reichen Akademikerfamilien kommen. Die haben sich das selbst erkämpft - klar,
damit gehören sie schon mal zu den Stärkeren dieser Welt. Die Frage ist nur:
Hätten sie sich das auch erkämpfen können ohne die Globalisierung? Ich habe
da so meine Zweifel.
02
Ich möchte hier mal Kais These, dass es auch durchaus
Gewinner der Globalisierung “abseits der Großkonzerne” gibt,
durch ein Beispiel untermauern: bei uns an der Uni gibt es
sehr viele Chinesen, die vor allem technische Studiengänge
belegt haben. So wie auch ein guter Freund von mir, der letzes
Jahr seinen Abschluss gemacht hat. Er hat jetzt eine
Stelle bei einer deutschen Firma gefunden, bei der er zunächst
ein Jahr als Trainee arbeitet, danach in die chinesische
Niederlassung dieser Firma nach Pecking geschickt wird - wo auch
seine Freundin wohnt, insofern ganz schön für ihn.
Er wird in Peking für chinesische Verhältnisse sehr gut
verdienen - obwohl also die deutsche Firma natürlich auch ihren
Profit macht, gewinnt er und seine Familie auch etwas dabei.
Ein paar Sachen werden daran deutlich, denke ich:
- das traditionelle Feindbild ausbeuterischer Großkonzern versus
versklavte Arbeiter greift manchmal zu kurz (im übrigen handelt
es sich bei der Firma um ein mittelständisches Unternehmen, keinen
Konzern und als solches sind die beileibe nicht allein in China)
- auch wenn eine Firma / ein Unternehmer Gewinn macht können
die Angestellten trotzdem davon profitieren
- auch das ist Globalisierung
Ein anderes Beispiel: Ein Inder, der bei uns im Wohnheim auf dem
Flur gewohnt hat, hat hier seinen Master gemacht und nebenbei
sehr viel als Werksstudent bei SAP gearbeitet. Inzwischen hat
er seinen Master abgeschlossen und arbeitet für die SAP-Niederlassung
in Moskau, neben einem guten Gehalt wird ihm eine Wohnung relativ
zentral gestellt - wer sich schonmal die Wohnungspreise in Moskau
angeschaut hat, weiß, was das wert ist.
Ich weiß natürlich, dass diese beiden Beispiele nicht unbedingt
der generellen Statistik entsprechen. Aber Einzelfälle sind es
eben auch nicht - ich könnte noch viele Leute aufzählen, die
jetzt etwas machen, was sie ohne Globalisierung nicht hätten
machen können.
Was daraus für mich folgt ist zum einen, dass man tatsächlich
nicht Schwarz-Weiß malen sollte, zum anderen aber natürlich, wie
möglichst vielen Menschen, die heute solche Möglichkeiten noch
nicht haben, diese eröffnet werden könnten.