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Spreeblick

I live by the river!
24.07.08
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von | 2

 

Puffern statt Speichern

  1. 14

    JeanDaninos:

    Und was ist bitteschön mit Briefen ? Ich mein, wenn jetzt Telefonate, SMS, e-mails, Internetverkehr etc. gespeichert wird, dann könnten die “bösen Buben”,die man ja vermeintlich damit “dingfest” machen will, auf den guten alten “Briefverkehr” umstellen. Was würde dann die VDS
    bringen ? Gar nichts, nicht wahr ! Oder man gar auf “Brieftauben” umschwenken würde oder gar auf das gute alte Telegramm ? Und werden Gespräche über das “Bechertelefon” (also dieses Telefon, dass man als Kind früher aus zwei Plastikbechern und Baumwollfaden gebaut hat :
    http://www.kidsweb.de/experi/bechertelefon.htm ) gespeichert ?
    (Ich seh schon die Schlagzeilen : “Zahl der Telegramme gestiegen seit des Beschlusses der VDS”, “Gründung der ersten deutschen Bechertelefongesellschaft”, “Apple bietet Iphone auch als Bechertelefon an”, “Aktien der Einweggeschirrhersteller gestiegen”, “Bechertelefone verursachen Krebs”, “Organisiertes Verbrechen kommuniziert über das Bechertelefonsystem”, “Regierung will Bechertelefone verbieten”, “Spreeblick bietet Podcasts als erster Blog über das Bechertelefonsystem an”, “Deutsche Telekom baut ein eigenes Bechertelefonsystem auf”, “Siemens steigt in das Geschäft mit Bechertelefonen ein”, “Deutsche Telekom übernimmt US- Bechertelefongesellschaft”,”Jamba bietet Klingeltöne für Bechertelefone an”, “Jugendliche und das Bechertelefon: Der Weg in die Schuldenfalle”, “Siemens trennt sich von seiner Bechertelefonsparte”, “Apples revolutionäres Multimedia Bechertelefon”, “Nokia verkauft pro Tag eine Million Bechertelefone weltweit”, “Ex-Siemens Bechertelefonsparte meldet Insolvenz an”,”Bechertelefone werden immer kleiner”, “Microsofts neues Bechertelefon”, “Google entwickelt Software für Bechertelefone”, “Mehr Bechertelefone als Einwohner in Deutschland”, “Cebit-Neuheit schnurloses Bechertelefon”…).

    10.11.2007 um 17:52

Koexistenz mit dem schwachen Geschlecht

  1. 13

    JeanDaninos:

    Na ja, es ist schon auffällig, dass sich diese “Untenrum”-Texte (bzw. Texte, die sich mit der Fortpflanzungssimulation junger, urbaner Menschen beschäftigen) bei spreeblick in letzter Zeit häufen. Das erinnert irgendwie an diese “Boulevardsendungen” im Fernsehen, die auch nicht ohne einen Beitrag auskommen, in dem eine attraktive und junge Studentin (allein oder mit einer weniger oder ebenso attraktiven Freundin) BHs (oder Unterwäsche allgemein) oder Bikinis/Badeanzüge anprobieren.(Woher bekommen die eigentlich diese jungen Frauen her ?) Warum dies nicht aufgreifen und so ähnlich wie diese Sache mit Blogger-XY erzählt einen Witz, bekannte deutsche “A-Blogger” um eine “Sexgeschichte” bitten, also einen Text der irgendetwas mit Sex/und oder Liebe zu tun hat ?
    Andererseits: Warum sollte man nur Blogger um solcher Art Geschichten
    fragen ? Das wäre eine schöne Idee für einen Sammelband, in dem bekannte Autoren jeweils eine (Kurz-)Geschichte, die sich um Liebe, Sex und verwandte Themen drehen, schreiben/beisteuern. Das wäre es ! Dann noch mehrere Ableger dieses Sammelbandes. Z.B. ein solches Buch nur von männlichen Autoren, ein anderer Band nur von weiblichen Autoren; ein Band, in dem nur Kinderbuchautoren zu Wort kommen (ich weiß, Frau Rowling ist keine “Kinderbuchautorin” im strengen Sinne, aber interessant wäre es schon, was die gute Frau zu diesem Thema beisteuern könnte); wieder ein anderer Band, der sich nur um gleichgeschlechtlichen Sex dreht, ein anderer mit Geschichten über Sex im hohen Alter, ein Band in dem nur “Krimiautoren” über Sex schreiben, ein Band von unbekannten, jungen Menschen (Teenager bis Twens) über ihren ersten Sex und allgemein über sexuelle Erfahrungen, ein Band voll mit Sexgeschichten geschrieben von science-fiction Autoren, (da wir in Deutschland sind : Ein Band über Sex- und Liebesgeschichten während der NS-Zeit), einige weitere Bände mit Sexgeschichten jeweils aus den 60ern, 70ern, 80ern, 90ern und heute, dann ein Buch über Liebesgeschichten von/über Menschen mit körperlichem Handicap/Behinderungen, ein Band mit Sexgeschichten in der DDR…und vieles anderes mehr. Diese Bücher könnten zahlreich übersetzt und in aller Welt verkauft werden ! Ich seh mich schon als jungen aufstrebenden Verleger, mit Tweedjacke, Cordhose, Pullunder, Hemd und Krawatte, gepflegtem Vollbart, einer Hornbrille und einer Pfeife im Mundwinkel, fragen beantwortend bei der NDR-Talkshow über den internationalen Erfolg seiner Sammelbände/Bücher und Anekdoten erzählend wie schwer es doch war Autor/in XY dazu zu überreden.

    19.10.2007 um 15:30

Eva Herman

  1. 12

    JeanDaninos:

    Was ich nicht verstehe: Warum wird in zahlreichen Artikeln vom “letzten Auftritt” oder gar “Fernsehtod” von Eva Herman gesprochen ?
    Die Leute vergessen: Medien/die Öffentlichkeit haben/hat ein sehr kurzes Gedächtnis. Was ist mit dem des Kokainkonsums überführten Rechtsanwalt, der seinen Talksendung verloren hat und wenig später (nach einer “braven” Entschuldigung) bei einem anderen Sender eine neue Talksendung bekommen hat und wieder gern gesehener Talkgast ist ? Was ist mit dem ebenfalls des Kokainkonsums überführten Fussballtrainers, der mal die “Unperson” des deutschen Fussballs war und jetzt, nach ein paar Jahren Schamfrist im Ausland, wieder Trainer eines Bundesligavereins ist?(Okay, nur zweite Liga, aber von da an ist es nur ein kurzer Weg in einen Verein der ersten Liga.)
    (Um weiter auszuholen) Was ist mit jenen Leuten, die nach kurzer Zeit w in Nachkriegsdeutschland wieder in Amt und Würden waren, obwohl sie noch Dreck am Stecken hatten aus der NS-Zeit ? (Ich weiß, dass es dafür Gründe gab, dennoch hat sich damals keiner darüber beschwert.)

    Merke: So ein Skandal kann einem eigentlich nichts anhaben, so lange man kein Triebtäter, Mörder oder vergleichbares war/ist.

    Auch eine Schreinemarkers war mal eine Zeit lang eine Persona non grata im Fernsehen nach der Absetzung von “Schreinemarkers live” und den “Steuergeschichten”.

    Und um einen aktuellen Fall zu nehmen: Herr Kirch hat trotz der Pleite und dem Verlust von ProSiebenSat1/Permiere und den Konsequenzen für die Bundesligavereine, wieder seine Hände im Spiel bei den Übertragungsrechten der Bundesliga.

    Einfach 10 Jahre in der Versenkung verschwinden bis jemand fragt:
    Könnte die nicht, diese neue Diätsendung moderieren ? (Oder jemand vom “Stern” um das obligatorische “Was macht eigentlich…”-Interview bittet)

    Fraglich ist, wie lange die Schamfrist bei Frau Herman dauern sollte. Vielleicht könnte sie ja auch Bücher über Journalisten schreiben, deren Glaubwürdigkeit zu bezweiflen ist, weil sie nebenbei Werbung für Geflügelwurst, Tafelwasser und Börsengänge von Unternehmen machen.

    Ich freue mich schon auf den filmischen Beitrag von Dieter Wedel zu diesem “Skandal”.(Na, wer geht den Herrn Wedel jetzt mal fragen, ob dieser “Stoff” sich für einen Film eignet?)

    Und was ist eigentlich mit Martin Walser und seinem Roman “Tod eines Kritikers” ? Da war ja auch der Antisemitismusvorwurf, den das gesammte deutsche Feuilleton fast ein halbes Jahr lang diskutiert hat. Und redet einer noch drüber ? Und hat es ihm geschadet ? Nicht wirklich. Kein Mensch redet mehr darüber.

    Vielleicht kann man sich da auch einfach an Helmut Kohl halten. Der hat auch alle Probleme einfach “ausgesessen” und Skandale unbeschadet überstanden. Alle paar Jahre kommt irgendwoher auch immer die Idee Herr Kohl solle doch für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen werden.

    Was macht eigentlich Susan Stahnke ?(Wenn wir schon bei ehemaligen Nachrichtenansagerinnen sind. Gut, ich könnte googlen…aber die Frage war eher rhetorischer Natur…)

    10.10.2007 um 16:02

Eine Erfolgsgeschichte

  1. 11

    JeanDaninos:

    @Malte: Was das Video betrifft. Soweit ich herausfinden konnte hat das Video nichts mit ihrer angeblichen Mitgliedschaft/Helferschaft dieser kriminellen Organisation zu tun. Dieses kleine Video war eher als eine Art “Werbevideo” gedacht für die Seite http://www.garantiarkadas.com, einer Art Portal (sieht eher wie ein Art “social-network” , also zum Kennenlernen und dergleichen). Frau Özay scheint irgendwie an dieser Seite beteiligt zu sein (oder gewesen zu sein, denn den derzeitigen Stand konnte ich nicht recherchieren) und hat mit diesem Filmchen versucht ein bißchen Werbung zu machen. Schon im Februar diesen Jahres wurde dieses Video bei youtube 6 Millionen Mal angesehen und übertraf damit sogar das “Hinrichtungsvideo” von Saddam Hussein (das damals im Vergleich nur 3 Millionen Mal angesehen worden war).
    Frau Özay war damals schon bei 6 Millionen “views” überrascht, dass dieses Video so oft angesehen wurde, da es sich um ein “harmloses” Video handelte und nicht um ein “frikik” Video handelt. (Für die deutschen Spreeblickleser : Mit “frikik” sind hierbei eine bestimmte Art von Fotos oder Videos gemeint. “Frikik” leitet sich aus dem englischen “freekick” ab und meint damit Fotos/Videos von Frauen in erotischen Posen (”for free” natürlich, daher “free”-kick). Meist sind damit z.B. Fotos von einer Frau bei der man aufgrund einer unglücklichen Sitzhaltung ihren Schlüpfer sehen kann oder eben, dass keinen Schlüpfer trägt. (ja, solche Fotos die man auch von Frau Hilton und Frau Paris “bewundern” durfte, werden als “frikik” in der Türkei bezeichnet). Mit “frikik” bezeichnet man auch in der Türkei die männliche Sportart, bei der man auf die Pirsch geht nach eben solchen “frikik” Fotos.)
    Nun da hier die meisten gern wüssten, was Frau Özay da von sich gibt, biete hier auf Spreeblick weltexklusiv, sozusagen die Deutschlandpremiere der deutschen Übersetzung:
    “TuuuuT” (Telefon klingelt)(Telefon ist auf “Laut” gestellt)
    Weibliche Stimme am anderen Ende: Hallo
    Frau Özay: Hallo Frau Burcan
    Weibliche Stimme (Frau Burcan) : Ja..
    Frau Özay : Wie geht es ihnen ?
    Frau Burcan: Danke, mir geht es gut.
    Frau Özay: Ähh..Frau Burcan sie waren vor einigen Tagen beim Friseur und haben dort noch eine Rechnung zu begleichen.
    Frau Burcan: Welcher Friseur ?
    Frau Özay: “Coiffeur Elite”.
    Frau Burcan: Ich erinnere mich daran überhaupt nicht.
    Frau Özay: Äh…Maniküre,Pediküre, Haarfarbe. Sie sollen mit ihrer Mutter gekommen sein.
    Frau Burcan : Mit meiner Mutter soll ich beim Friseur gewesen sein ?
    Ich erinnere mich wirklich nicht daran.
    Frau Özay(hält die Hand vor den Mund um das Lachen zu unterdrücken):
    Könnte es vielleicht ihre Mutter gewesen sein ? Denn die Rechnung beläuft sich auch 1,5 Milliarden Lira (also 1500 Neue Türk. Lira).
    Frau Burcan : 1,5 Miliarden Lira ?
    Frau Özay: Ja
    Frau Burcan: (nuschelt irgendwas verzeifelt vor sich hin, dass sie sich nicht daran erinnern können)
    Frau Özay: Könnte es vielleicht garantiarkadas.com oder Tugba Özay gewesen sein ?
    Frau Burcan: Ohh..das kann ich gar nicht glauben.
    Frau Özay: Wie geht es ihnen ?
    Frau Burcan: (murmelt wieder etwas unverständliches in Telefon, so in etwa dass sie es nicht glauben könne, dass sie gerade mit Frau Özay spreche.)
    Frau Özay: Wie geht es ihnen. Geht es ihnen gut ?
    Frau Burcan:Mir geht es gut. Wie geht es ihnen ?
    Frau Özay: Vielen Dank. Mir geht es sehr gut. Sie haben sich auf unserer Seite angemeldet/sind Mitglied geworden auf unserer Seite.
    Frau Burcan: Ja, habe mich dort angemeldet.
    Frau Özay: Von wo aus sprechen Sie gerade ? (Also in welcher Stadt sie sich befinde.)
    Frau Burcan: Ich bin “Bursa” (Anmerkung: Eine Stadt in der Türkei)
    Frau Özay: Vor zwei Tagen war ich in Bursa. Und komme oft nach Bursa.
    Frau Burcan: Oh, es gäbe einige Dinge, die ich mit ihnen besprechen wollen würde. (Klingt so, als wolle sie ein Autogramm oder so.)
    Frau Özay: Dazu werden sie Gelegenheit haben. Wir laden Sie ein und sie werden dazu die Möglichkeit haben.
    Frau Burcan: Oh..ich danke ihnen vielmals.
    Frau Özay: Wir laden Sie ein und werden und sehen/treffen.
    Frau Burcan: Ich bedanke mich vielmals.
    Frau Özay: Wir bezahlen ihnen die Fahrt (=sinngemäß).Ich liebe Sie und bedanke mich sehr bei Ihnen.
    Frau Burcan: Ich bedanke mich auch.
    Frau Özay: Machen Sie es es gut…..
    Damit hört das Gespräch auf.
    Dann wird Frau Özay gezeigt, wie sie neben dem 250000sten Mitglieder von garantiarkadas.com steht und davon erzählt, dass dieser als Geschenk ein Motorrad. Dann wird davon erzählt, dass dieser Mann den weiten Weg von “Düzce” gekommen sei um sein Geschenk entgegenzunehmen.
    Der kahlköpfige Interviewer stellt dem Mann noch einige Fragen. Z.B. ob er Mitglied geworden sei um das Motorrad zu gewinnen oder nur um eben Mitglied zu sein auf dieser Seite zu sein. Der Mann antwortet brav, dass er “nur” Mitglied sein wollte auf dieser Seite und das Motorrad gar nicht im Auge hatte.
    Frau Özay erzählt dann, dass das 500000ste Mitglied ein Auto bekommt…
    Vor den Mikros stehend fasst sie das ganze zusammen und erwähnt wieder, dass das 500000ste Mitglied auf garantiarkadas.com ein Auto bekommen werde..

    Das ganze ist also nur ein Werbefilmchen für Frau Özays Seite “garantiarkadas.com” (was soviel heißt wie “GarantierterFreund.com)

    19.09.2007 um 16:13
  2. 10

    JeanDaninos:

    @Malte/10: Nicht nur der Mann, sondern auch Frau Özay sitzt im Gefängnis.Hier ein paar schöne Bilder, die Frau Özay mit ihrem neuen “modischen” Schmuck am Handgelenk zeigt (viertes und fünftes Bild, runterscrollen):
    http://www.internethaber.com/news_detail.php?id=98806

    Bei Frau Özay handelt es sich um ein türkisches Model das seit August diesen Jahre im Gefängnis sitzt. Ich bin der türkischen Sprache mächtig und konnte durch Lektüre zahlreicher türk. Nachrichtenseiten herausfinden, dass Frau Özay Mitglied einer kriminellen Organisation sein soll. bzw. wurde sie beschuldigt dieser besagten Organisation geholfen zu haben, von der auch zeitgleich 10 andere Mitglieder festgenommen wurden. Frau Özay sitzt in der Justizvollzugsanstalt “Pasakapisi” für Frauen, die sich im Istanbuler Stadtteil Üsküdar befindet.

    19.09.2007 um 14:22

Es gibt sie noch, die teuren Dinge

  1. 09

    JeanDaninos:

    Ist das nicht schon die Regel heutzutage ? Ich meine, dass Unternehmensgründer ihren “Laden” irgendwann verkaufen. Meist an dem Zeitpunkt an dem der Gründer meint keine Lust mehr zu haben oder bzgl. der Entwicklungsfähigkeit des Unternehmens den persönlichen Zenit erreicht zu haben glaubt, sprich glaubt alleine das Unternehmen nicht mehr weiter bringen zu können.
    Es gab einen schönen Artikel in einer englischen Zeitung (kann den jetzt leider nicht finden), in dem die Rede von einer “neuen” Generation von Unternehmern die Rede war. Unternehmer die ihr gegründetes Unternehmen recht zeitig (nein, ich meine nicht “rechtzeitig”) verkaufen.
    Ich kann mich irren, aber früher war es ja meist so, dass Unternehmensgründer mehrere Jahrzehnte am Unternehmen festgehalten haben und erst aus “Altersgründen” oder fehlender Nachfolge (weil keine Kinder oder vorhandene Kinder das Unternehmen nicht weiterführen wollen) verkauft haben. Heute hingegegen könnte man meinen, dass viele Unternehmensgründer ihr Unternehmen nur so weit führen bis ein Unternehmenskäufer mit einem dicken Scheck wedelt.
    Ich könnte es mir persönlich nicht vorstellen, da ich bei einem Verkauf ein schlechtes Gewissen gegenüber meinen Mitarbeitern hätte. Einfach so verkaufen, obwohl man den “Laden” selber noch weiterführen könnte…
    Andererseits ist die Vorstellung nur noch gutsituierter “Privatier” zu sein auch verlockend. Ja, das hätte einfach was, wenn man mit einem Jaguar die Allee zu seinem (Land-)Haus entlang fährt und den Kies unter dem Auto knirschen hört. Man hätte einen Butler aus der Schweiz, der sechs Sprachen spricht (wenn man sein “Waliserdeutsch” mitzählt, sind es sieben Sprachen) und einen an der Pforte empfängt, die Gardrobe und den Aktenkoffer entgegennimmt, das Feuer im Kamin des “Salons” entfacht (Geruch von rauchenden, harzigen Holzscheiten verbreitet sich rasch, die Zweige knacken, schließlich steigt aus den zaghaft schwelenden Scheiten ein loderndes Feuer), einen 45 Jahre alten Cognac einschenkt (dezent feines Aroma, nussig und schokoladig im Geschmack) und einem die Tagespost auf einem silbernen Tablett nebst eines Brieföffners aus Platin reicht (während man in seinem Mohairsessel vor dem Kamin sitzt und über eine Schachpartie grübelt).) Endlich hätte man Zeit Bücher zu schreiben. Kinderbücher (denn da kann man nicht viel falsch machen) mit solchen Titeln wie “Ali und der Jet-Ski” oder “Ali, Fatma und das Zahlenmonster” oder “Ali und sein Bewährungshelfer machen eine Reise”.
    Ja, ich kann diese “neue” Unternehmergeneration irgendwie verstehen…

    18.09.2007 um 11:10

Konvertitencheck, one, two

  1. 08

    JeanDaninos:

    Öhem…ja witzig, aber hier wird mal so nebenbei unter den Teppich gekehrt, dass jüdische Männer ebenfalls “beschnitten” sind und ebenso ist das Schwein ein unreines (unkoscheres) Tier. Jeglicher Kontakt mit ihm (dem Schwein) wird vermieden. Der Genuss von Schweinefleisch und -fett oder gar von Schweinemilch ist Juden ein Abscheu. Schon in der Antike hat man bei Judenverfolgungen Juden zwingen wollen, Schweinefleisch zu essen.
    Was also machen, wenn es sich um einen Menschen jüdischen Glaubens handelt ? Okay, dann könnte man als letztes Unterscheidungsmerkmal den Alkoholkonsum nehmen, der bei Juden ja nicht verpönt ist.(Beim sogenannten “Purim-Fest” ist es geradezu Pflicht sich hemmungslos zu betrinken, denn es ist die Feier eines Sieges, der sich im 5. Jahrhundert vor Christus ereignet soll.)
    Was mir gerade dazu einfällt: Bis vor kurzem war Saudi Arabien der größte Importeur von “Johnny Walker’s Black Label”. Ironischerweise ist Alkohol in Saudi Arabien verboten. Ein guter Freund, seines Zeichens Ingenieur und aufgewachsen in Saudi Arabien, erzählte mir ein mal, dass er in Saudi Arabien die Gelegenheit hatte die bisher älteste Flasche “Chardonnay” zu bewundern, die er je gesehen hatte.

    Was gerade mir gerade noch (das ist auch der letzte Punkt in diesem Kommentar, versprochen)einfällt zu beschnittenen Männern :
    Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass in Pornofilmen aus den USA die männlichen Darsteller alle beschnitten sind ?
    Sind das alles Konvertiten ?

    13.09.2007 um 00:28

55 Spreeblick-Logos

  1. 07

    JeanDaninos:

    Auch wenn vielleicht einige Vorschläge nicht jedem gefallen mögen, man muss zugeben, dass vieles sehr einfallsreich und handwerklich sauber aussieht (natürlich bin ich nur ein Laie und meine Meinung äußerst subjektiv). (Jedenfalls weiß ich, wo/wen ich fragen kann, wenn es irgendwann um Logo-Entwürfe für mein geplantes Modelabel “super cojones” geht.(Ja, mir ist bewusst, was “los cojones” bedeutet”)

    Was mir gerade einfällt: Warum gibt es eigentlich kein “Spreeblick-TeeeFau” ? Also sowas ähnliches wie “Ehrensenf”. Die Videos könnten dann eben auf youtube hochgeladen werden. Und wenn es ein SpreeblickTV gäbe, dann wäre es nur ein konsequenter Schritt zu “SpreeblickFm”, einem Radiosender (Es konnte dann gleichzeitig “Spreeblick Records” gegründet werden. Durch “cross-marketing” Strategien ließen sich neue Musiker bewerben.) Dann könnte man noch weiter machen mit dem “Spreeblick Verlag” (ein Buch- und Zeitschriftenverlag, der dann ein Stadtmagazin namens “Spreeblick Magazin” monatlich herausbringen könnte und natürlich ein monatliches “Toni Mahoni-Fan Magazin” (jedes mal mit einem schicken “centerfold” von Toni Mahoni).

    Auf SpreeblickTV könnten solche Sendungen wie “blogstars”, eine Castingshow für neue Bloggertalente, laufen. In der Jury könnten dann vier bis fünf Blogger aus dem deutschsprachigen Raum sitzen, die zur “Crème de la crème”, zur Mousse au chocolat oder sogar zur Quiche Lorraine der deutschsprachigen Bloggerszene gehören. Natürlich bräuchte man auch einen prominenten “blog-instructor”, den man im Jurymitglied S! finden könnte, einem erfahrenen und bekannten deutschen A-blogger.
    (S! ( zu einem Kandidaten): Und wie heißt dein blog ?
    Kandidat : “Spiegelblog.com”
    S!: Das ist ein echt guter Name. Worum geht es in deinem blog ?
    Kandidat: Na ja, wie der Name es schon vermuten lässt, geht es um den den “Spiegel” und darum dessen Fehler und Falschmeldungen aufzudecken und darüber zu berichten.
    S!(schreibt etwas in seinen Notizblock): Dann klingt nicht schlecht. Dann blog uns mal was vor…… ).
    Eine “Impro-blog-Sendung” wär auch nicht schlecht. So mit C- und D-bloggern, die in einem Panel sitzen und Impro-blogging machen.
    Titel könnte lauten “Openblog”, als Anpielung an die “OpenMic” Veranstaltungen.
    Und eine Nachrichtensendung namens “Blogschau”.
    Dies wäre dann der Anfang für die “Spreeblick Media Group”(natürlich in Form einer Aktiengesellschaft). Nach 10-15 Jahren(im Zenit des Erfolges) könnte man den ganzen Laden an ein deutsches Verlagshaus verkaufen oder an einen angelsächsischen Investoren, der es wiederum an ein deutsches Verlagshaus verkaufen würde, aber für einen bedeutend höheren Preis.(Währenddessen würde Toni Mahoni erste Erfolge in den USA haben mit seinem Hit-Album “Blogger’s Delight” (das 100 Wochen in den US-Charts bleibt) und dem darin enthaltenen Song “Blog me Amadeus”(der Platz 1 der US-Billboard-Charts erreicht).

    Was wollte ich eigentlich sagen? Äh.. find die Logo-Entwürfe/Vorschlage irgendwie alle gut gemacht und wünschte, dass ich auch sowas könnte :(

    10.09.2007 um 15:49

Die Ausweitung der Krampfzone

  1. 06

    JeanDaninos:

    @51/KingKong: Nein, das ist deine Interpretion. Ich habe schon in meinem ersten Kommentar geschrieben, dass ich die Tätigkeit von Prostituierten auch emotionslos als “Dientleistung” sehe und damit kein Problem habe.
    Nirgendwo war die Rede davon, dass ich der Meinung sei, das Prostituierte gezwungen würden zu ihrem Job. Es ging mir auch überhaupt nicht um die Prostituierten, sondern diejenigen Männern, die zu diesen gehen müssen, weil sonst keine Möglichkeit haben/sehen ihre Triebe abzuführen (5 gegen Willie ist nicht wirklich eine dauerhafte Lösung.) Diese werden nicht erniedrigt, weil sie bei einer Prostituierten Geld für deren Dienstleistung bezahlen müssen, wie jeder andere Freier auch, sondern dadurch, dass ihre Mitmenschen hämisch bemerken, dass diese Geld dafür zahlen müssen, damit eine Frau mit ihnen schläft (d.h. sonst keine Frau mit ihnen schlafen würde.) Ich habe mit keinem Wort dafür plädiert, dass Prostuierte solche Freier gratis “ranlassen” sollen.
    Zeig mir doch bitte einen Mann, der sich damit brüstet regelmäßig zu einer Prostuierten zu gehen ?

    @Heidrun: Ich glaube wir missverstehen uns. Ich habe nie behauptet, man könne Beispiele aus der Tierwelt 1:1 auf Menschen übertragen. Affen dienten als Beispiel, weil man gerade in diesem Bereich bei Affen viel erforscht hat bzw. weiß und nicht, weil deren Verhalten als Schablone für menschliches Verhalten dienen soll.
    Der Ansatz ist eher für ein nicht erklärbares Phänomen Entsprechungen in der Natur zu suchen. D.h. z.B. im Tierreich nach Beispielen zu suchen, bei denen einzelne Tiere sich nicht fortpflanzen wie ihre Artgenossen, weil sie keine Partnerin “abbekommen” haben. Dann müsste man den Grund dafür finden, warum diese Tiere gerade keine Partnerin gefunden haben. (Was mir gerade einfällt : Auch in der Tierwelt ist es meist so, dass die Weibchen keine Probleme damit haben ein paarungswilliges Männchen zu finden. Es sind eher die Männchen, die damit Probleme haben ein Weibchen zu finden und sich, wie z.B. bei Hirschen, sogar darum streiten und in einem Kampf Mann gegen Mann..äh Hirsch gegen Hirsch, entscheiden, wer denn nun “ran darf”.)
    Dass man nie eine 1:1 Analogie von Tieren auf Menschen ziehen darf, ist klar, weil Menschen sich eben nicht nur auf das biologische reduzieren lassen, sondern viel komplexer sind.
    Die Frage ist: Warum gibt es solche Männer ? Und mein Ansatz war : Vielleicht denkt sich die Natur etwas dabei, d.h. diese Art von Männchen haben auch eine, wenn auch nicht entdeckte, Funktion.
    (Was mir da gerade einfällt : Wozu gibt es “Softies” ?
    Warum wurden ganze Generationen von Männern zu Softies erzogen, obwohl kaum eine Frau einen Softie will ? Meiner Meinung handelt sich dabei um eine perfide Kampagne von Frauen, die wohlweislich nicht an andere Frauen “vermittelbare” Männer herangezogen haben, einfach aus Rache ! Sowas raffiniertes würde einem Mann nie einfallen.)
    Was deine Ankündigung (Drohung ?) betrifft mit möglichst vielen Männern zu schlafen um aus einem optimalen “Genpool” zu schöpfen: (Ich weiß, Du wirst gleich schreien, weil ich Beispiele aus der Tierwelt nun wirklich überstrapaziert habe)Dieses Verhalten bei Weibchen in der Tierwelt ist durchaus nicht unüblich !
    Man glaubt aber gar nicht, dass es Dinge in der Tierwelt gibt, von denen man dachte, dass es sie nur bei Menschen gibt (also mal andersherum) :
    So gibt es geradezu “altruistische” Weibchen, die auch mal ein “Loser-Männchen” ran lassen (d.h. den aus dem Volksmund bekannten “Mitleidsfick” gibt es auch in der Tierwelt.). Und Prostitution gibt es auch bei Tieren !(Nur das die Währung eine andere ist.)
    Nun genug der Beispiele aus der Tierwelt. Dem Ziel eine Erklärung für meine Frage zu finden, bin ich nicht wirklich näher gekommen.
    Ich wünsch noch einen affengeilen Abend !

    21.08.2007 um 19:37
  2. 05

    JeanDaninos:

    @KingKong : Zwischen einem ONS und einem Bordellbesuch liegt der Unterschied, dass Geld fließt beim letzteren und beim ersten der Sex freiwillig in Einvernehmlichkeit geschieht. Wer für Sex bezahlen muss, dem hängt das Stigma an, dass sonst keine Frau bereit wäre mit ihm zu schlafen.

    21.08.2007 um 14:56
  3. 04

    JeanDaninos:

    @Heidrun : Wer rechtfertigt denn bitteschön männliches “herumgeficke” mit Naturgesetzen ? Außerdem geht es, wenn schon, nicht um “Rechtfertigung”, sondern um den Versuch einer “Erklärung”. Das man versucht etwas zu erklären, heißt noch lange nicht, dass man es gutheißt oder rechtfertigt.
    Oder versuchst Du dir etwas zu erklären und heißt es im gleichen Atemzug als gut bzw. als Rechtfertigung.(Das ein Mann einen anderen Mann umgebringt, aus diesem oder jenem Grund, erklärt die Handlung. Es ist eine wertfreie Erklärung, aber keine Rechtfertigung. Das manche in jedem Erklärungsversuch glauben eine “Wertung” herauszulesen, ist nicht mein Problem. Das oben beschriebene Resultat einer Studie über die Stärke des Immunsystem im Zussammenhang mit der Lebensweise von verschiedenen Affenarten, enthält gar keine Wertung. Es wird nur versucht etwas zu erklären. Du scheinst daraus eine “Empfehlung” oder gar eine Rechtfertigung für Menschen des männlichen Geschlechts herauszulesen.)
    Wie kannst Du einen One-night-stand mit einem Bordellbesuch
    vergleichen ? Das ist in so etwa, wie wenn ich die Hilfe eines Freundes bei einem Umzug mit einer professionellen Dienstleistung eines Umzugsunternehmens vergleichen würde.
    Verpönt ist das Bezahlen für Sex…(Wie viele männliche Freunde hast Du denn, von denen Du weißt, dass sie regelmäßig für Sex bezahlen ? Bzw. geben es offen zu ?)
    Es wird von vielen Frauen und anderen Geschlechtsgenossen als “armselig” empfunden, wenn ein Mann für Sex bezahlen “muss”, ja muss, weil er eben sonst gar keinen keinen hätte bzw. “kostenlos” keinen Sex hat/bekommt. Das mit einem one-night-stand zu vergleichen ist doch idiotisch…(Oder würdest Du einen Mann, der in Vergangenheit nur one-nights-stands hatte, mit einem Mann vergleichen, der in der Vergangenheit immer für Sex bezahlen musste (d.h. sein Sexualleben besteht/bestand nur aus Sex mit Prostituierten) ? Das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.)

    21.08.2007 um 13:24
  4. 03

    JeanDaninos:

    Hat schon mal jemand darüber nachgedacht, dass sich Mutter Natur oder die “Evolution” sich dabei was gedacht hat, dass es solche wie hier beschriebene Typen gibt ? Stichwort : “Survival of the fittest”.
    D.h. dass diese Art von Männern nun mal nicht so gut angepasst sind an ihre “Umwelt”(=Mitmenschen), wie manch andere ihrer Geschlechtsgenossen, die ihr Erbgut verteilen können nach Lust und Laune (d.h. mindestens eine Partnerin haben, mit der eine “Reproduktion” möglich wäre oder mehrere Partnerinnen hatten/haben mit denen sie zumindest den Reproduktionsvorgang oft und gern simulieren.)
    In einem Affenrudel haben auch nicht alle Affenmännchen das Recht, sich mit den Affenweibchen zu paaren, oder zumindest nicht als erste. Zuerst darf ja immer das Alphamännchen, also der Obermotz im Affenrudel, jedes Weibchen begatten das nicht bei drei auf dem Baum ist. Oft ist es ja auch so, dass sogar im Rudel zwischen “Jung- und Altmännchen” unterschieden wird, was zur Folge hat, dass die Weibchen die jungen Männchen “nicht ranlassen”. Bei Gorillas ist es sogar so, dass die Weibchen gezielt die älteren Männchen aussuchen. Die älteren Männchen sind durch (und das ist wirklich kein Witz) weißes Nackenhaar zu erkennen. Die Gorillaweibchen suchen sich also die Gorillamännchen mit weißem Nackenhaar aus, weil diese (vermeintlich) mehr Erfahrung darin haben Futter zu finden und ihr und vor allem dem Gorillababy besseren Schutz zu bieten.
    In der Natur kommt so etwas wie Liebe gar nicht vor. Es gibt zwar auch monogam lebende Affen, wie z.B. Gibbons, aber das hat nichts mit Liebe zu tun. Dass vor allem die Monogamie bei Affen selten ist, hat einen einfachen Grund : Affenarten, die häufig ihre Geschlechtspartner wechseln, haben ein stärkeres Immunsystem als monogame Arten (was Biologen vor einigen Jahren festgestellt haben wollen). D.h. die Natur “hat sich dabei etwas gedacht” (wenn sie das überhaupt kann.)
    Kurz : Die Natur will vielleicht gar nicht, dass diese hier im obigen Text und den Kommentaren beschriebenen “Menschenmännchen” sich reproduzieren (d.h. ihr Erbgut weitergeben), nein, nicht mal den Reproduktionsvorgang einfach nur mit einer Partnerin “simmulieren” (denn es könnte ja einen “Unfall” bei der Simulation geben und es könnte zur Reproduktion kommen.)
    Problematisch an der ganzen Sache ist aber, dass die Reproduktionsimulation, also Sex, ein Bedürfnis ist wie Essen, Schlafen und die Ausscheidung von Stoffwechselabfällen. Für diese drei körperlichen Bedürfnisse gibt es (teilweise öffentliche) “Bedürfnisanstalten”, also z.B. Restaurants, die Pommesbude um die Ecke (wo es die leckere Currywurst von der nicht mehr so leckeren Budenbesitzerin gibt)(=Essen), öffentliche Toiletten (also für welches der drei Bedürfnisse werden die wohl sein ?), Hotels und andere Häuser mit Übernachtungsmöglichkeit (=Schlafen). Man bezahlt gern, um eines dieser Bedürfnisse zu befriedigen. (Finde immer noch amüsant, dass die Toiletten auf deutschen Bahnhöfen “McClean” heißen. Ich komme aus einem Land, im dem es schon immer so war, dass man für den Besuch einer (öffentlichen) Toilette (Klingt so, als wenn ein Toilettenhäuschen einen besuchen würde. Natürlich ist es andersherum gemeint)bezahlen muss. In Deutschland ist dies, meiner Wahrnehmung nach, gerade mal vielleicht 10 Jahre her, dass der Toilettenbesuch etwas kostet.)
    Dennoch ist der Besuch eines Bordells (was auch nichts anderes als eine “Bedürfnisanstalt” ist) immer noch verpönt. Vielmehr ist es verpönt für Sex zu bezahlen, was für mich lächerlich scheint, da es sich hier um nichts anderes als eine “Dienstleistung” handelt. Die poln. Reinigungsfachkraft Olga bezahlt man schließlich auch dafür, dass sie bei einem die Wohnung/das Haus putzt ohne das einem ein guter Freund entgegenhält: “Was Du bezahlst dafür ? Ich bin verheiratet/bin in einer Beziehung und krieg’s umsonst!” (Ja ich weiß, sehr altmodisches Geschlechterrollenbild, aber sonst hätte der Gag nicht funktioniert.)
    Hinzu kommt noch, dass Sexualität & Partnerschaft zu einem “Statussybmol” verkommen sind…aber das ist jetzt genug der Worte.

    21.08.2007 um 12:13

Micaela

  1. 02

    JeanDaninos:

    @Malte :
    Danke, wieder was gelernt.
    Mir ging es eher um den ganzen Bohei, der darum getrieben wird.(Dass es Menschen gibt, die keinen Partner haben, schon immer gab, war nicht die Frage.)Eine ganze “Verkupplungsindustrie”, d.h. Single/Flirtboersen im Internet, Singleparties (”Fisch sucht Fahrrad”-, “Arsch sucht Eimer”-Parties), Partnervermittlungsagenturen, die davon lebt. Das gibt es doch erst seit einiger Zeit. Oder ?

    Na ja, wenn jemand bei einer Oscarverleihung seinen Partner lobt (um dein Beispiel aufzunehmen), dann lobt er nicht die “Ehe”, also den Zustand, sondern den Partner. Was ein kleiner, aber feiner Unterschied ist.(Es könnte nämlich genau so gut eine “Lebensabschnittsbegleiterin” sein, die man lobt, die aber nicht gleich die “Ehefrau” sein muss. Trotzdem würde man dabei wieder den Menschen loben und nicht den Zustand. Okay, ist jetzt vielleicht etwas spitzfindig.)

    Was das Fernsehn betrifft : Wenn ich Glück (Pech ?) habe, darf ich zu “Wer wird Millionär”. Hatte vorhin einen netten Anruf von einer Dame von Endemol. Ich bereue es schon, dass ich mich da beworben habe. Nie im Leben hätte ich erwartet, dass mich der Zufallsgenerator aussucht.
    Und dann diese Fragen, was ich denn so im meiner Freizeit treibe. Natürlich werden (vermeintlich) interessante Menschen gesucht.
    Mein schonungsloses Geständnis, dass ich ein durch und durch langweiliger Mensch sei, war sicherlich nicht förderlich für meine Chancen zurückgerufen zu werden und an der Sendung teilzunehmen.
    Irgendwie hat sie mir in den Mund gelegt, dass ich gern ins Theater gehe. Das stimmt zwar, aber wann war ich das letzte mal im Theater ?
    (Natürlich kam die Frage : Was war das letzte Stück, dass sie sich angesehen haben? Dass der letzte Theaterbesuch irgendwann Ende 2003 war, hab ich natürlich verschwiegen.)
    Wenn es nicht so folgenschwer gewesen wär, hätte ich einfach ein paar Räuberpistolen auftischen sollen : “Ja, in meiner Freizeit forsche ich nach einem Impfstoff gegen Aids, dressiere Goldfische, mache eine Fotoserie über den Amazonas für einen noch zu erscheinenden Bildband, zeichne (erotische) Comics für Erwachsene, schreibe nebenher an einer Biographie über “Bud Spencer”, umsegle die Weltmeere, tanze Foxtrott auf glühenden Zigarettenstummeln, spiele (wenn auch etwas dilletantisch) Luftgitarre, verliere immer wieder gegen einen alten Schulfreund beim Schach und erforsche Nasenflügel (in so manch unbeobachteten Momenten)”.
    Aber vielleicht ruft sie mich auch nicht zurück. Wenn sie mich in anderthalb Wochen nicht zurückruft, dann bin ich wohl nicht dabei.
    (Und falls doch ? Was ziehe ich an ? Wen nehme ich mit ? Wen nenne ich als Telefonjoker ? Ach hätte ich mal nicht diese letzte Postkarte hingeschickt..)

    16.08.2007 um 15:16
  2. 01

    JeanDaninos:

    Ich kommentiere hier sonst nicht, aber dieser Text kann nicht genug gelobt werden. Das ist der Stoff, aus dem Romane geschnitzt sind.
    (Ich wollte “Pop-Literatur” schreiben, aber das ist mittlerweile auch zu einem Schimpfwort geworden.)
    Was ich mich gefragt habe, als ich den Text gelesen habe :
    Seit wann gibt es eigentlich die Spezies “Singles” ? Vielleicht könnten hier etwas reifere Semester erzählen, wann diese Spezies entstanden ist. Gab es z.B. in den 70ern schon “Singles” (nein, ich rede nicht von “Vinyl-Singles”)? Meine früheste Erinnerung an das Aufkommen des Themas “Singles” reicht irgendwann in die 90er Jahre, als in Film, Funk und Fernsehen Singles zum Thema wurden.
    Sagen das Menschen überhaupt von sich ? Also, dass sie ein “Single” seien ? Ich habe bis jetzt kaum gehört (vielleicht kenne ich die falschen Leute), dass Leute sich als Single bezeichnet hätten, auch wenn dies zutraf. Meist ist sie/er ledig, alleinstehend, sehr häufig solo, oft ungebunden, nicht selten unabhängig und im schlimmsten Fall der Fälle einsam.Vielleicht liegt es auch daran, dass man sich heutzutage nicht gerade damit brüstet, dass man Single ist, d.h. dieser “Zustand” negativ konnotiert ist. Andererseits brüstet sich auch niemand damit verheiratet zu sein.(”Boah, alter siehste den fetten Klunker an meinem Finger ? Das is’ mein Ehering. Ich bin verheiratet, aber sowas von verheiratet. Das ist so unglaublich geil. Man wacht jeden Morgen neben der gleichen ollen Alten auf, d.h. muss sich nur einen Namen und einen Geburtstag merken. Endlich hat man jemanden, der einem beim Duschen den Rücken und andere Stellen einseift, an die man zuvor selbst nicht herangekommen ist, jemand den man bitten kann mal die Tür aufzumachen oder ans Telefon zu gehen. Und wenn ich Lust auf Sex habe, muss ich nicht mehr wie früher irgendeine Frau anbaggern und abschleppen, sondern mich im Bett nur zur Seite zu drehen.”)
    (Und wenn wir schon beim “sich mit etwas brüsten” sind: Es gibt keinen deutschsprachigen blog, kein Forum, keine Newsseite (mit Kommentierungsmöglichkeit), in der Leute sich nicht damit brüsten kein Fernsehgerät (mehr) zu besitzen, wenn es um die Qualität des Fernsehprogrammes geht : “Ja, man habe seit x-Jahren keinen Fernseher mehr und das dies die beste Entscheidung ihres Lebens gewesen sei.”
    Wie mich das nervt, diese Obsession des sich abheben wollen von dem Rest der Welt. Und fast immer taucht im gleichen Zuge auch der Begriff des “Unterschichtenfernsehens” auf. Wenn ich in nur in den letzten 12 Monaten jedes mal einen Euro bekommen hätte als dieser Begriff fiel, wohnte ich jetzt in einem schönen Anwesen mit Weinberg irgendwo in Südfrankreich (am liebsten in der Nähe von Aix) fernab vom gewöhnlichen Pöbel.)

    16.08.2007 um 12:18

14.08.2007 um 02:21

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