Toni Mahoni - 82: Sehnsucht nach Vakuum
Moskau, Moskau! - Teil 1
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tofu:07.12.2006 um 11:43…bin ja auch schon mal mit einer Tupolev (wahrscheinlich eine TU- 154) nach Bulgarien geflogen, war auf jeden Fall ein Abenteuer. Russland ist auf jeden Fall ein wunderschönes Land und die Russen in Berlin, die ich zu meinen Freunden zähle, sind allesamt sehr aufrichtige und nette Leute; aber was die mir für Geschichten über Russland erzählen ist teilweise einfach haaresträubend und das denke ich mir net aus, sondern bekomme das im Eins-zu-eins-Gespräch erzählt; vielleicht sprechen die Russen in Berlin offener darüber als in Russland, das weiss ich nicht; was ich aber aufgrund meiner Diskussionen mit gebildeten Russen weiss, ist, dass es vielen Russen gerne besser gehen würde und das kann man ihnen doch nicht verübeln, oder? naja, ich schweif schon wieder vom Thema ab, ich fand die Geschichte jedenfalls sehr interessant und witzig…
Frickel Folk
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tofu:06.12.2006 um 09:38is cool, vollbreit in der Wiese liegen, da wachsen auf jeden auch ein paar Pilze in der Landschaft..ne ernsthaft, ein wirklich schöner song
Toni Mahoni - 80: Rio Markt
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tofu:05.12.2006 um 09:05hehe, yo Toni so ist das hier im Freikampfkapitalismus, du nimmst irgendwas wat momentan gerade “trendy” is, bezahlst die Kohle und verwurschtelst das wie du gerade Böcke hast, aber so funktioniert hier alles; irgendwelche komischen Trendscouts laufen Tag und Nacht durch Börlins Galerien und Shopping-Center und gucken wo es den neuen “Trend” gibt, um ihn sofort wieder in die Medienmaschinerie einzufüttern - Wahnsinn, oder? Der Kapitalismus ist ein Nimmersatt. Trends sind “raw material” für die Werbeindustrie, sind sie vergangen, sind sie lästiger Abfall - momentan wird alles sogar in Höchstgeschwindigkeit verfüttert, sodass es gar keine wirkliche Zeit mehr zur Entfaltung eines wirklich fundierten Trends gibt, weil er gleich nach Entstehen dem Löwen zum Frass vorgeworfen wird; weil sich das Rad immer schneller dreht; das führt schließlich zum “Big Rip” des ganzen Unternehmens oder man lässt dem Menschen wieder mehr Zeit zur freien Entfaltung…
Missill: The Devil is a DJ
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Toni Mahoni - 78: Alter
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tofu:22.11.2006 um 12:30wenn ich soweit bin daddel ich ein Ballerspiel nach dem nächsten (und werde sicherlich nicht zum Amokläufer) - wenn die dann nicht alle schon vom Markt genommen haben …is ja momentan wieder diese Schwachsinnsdiskussion nur um zu diskutieren; ich sach nur immer: wenn man eine Person als nichtswertiges Arschloch behandelt, wird er selbst eins, ganz einfach; die Institutionen drücken dir ein Ding nach dem anderen rein und wundern sich dann scheinheilig darüber, warum ein Mensch scheitert… aber wahrscheinlich ist das reiner Kollateralschaden in einer Gesellschaft, die sich mit der Isolation des Individuums bereits abgefunden hat und diese billigend in Kauf nimmt…
Not So Sonic Youth
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tofu:20.11.2006 um 10:22Sonic Youth - die alten Sachen sind extrem abgefahren geil, ich sollte das Zeug mal wieder rauskramen; ja, man sollte Künstler einfach das tun lassen was sie wollen, dem einen gefällt´s dem anderen nicht, ist doch völlig egal; by the way gebe ich auch gar nichts auf Plattenkritiken selbst wenn sie von “kompetenten” Fachleuten verfasst wurden; Musik ist eine so subjektive Erfahrung und der Mensch ist immer stark dazu geneigt zu sagen: das ist crap, fünf Mark, ab in die Tonne; das sagt ein Mensch eher als: “das finde ich geil” oder “wenn ich das noch dreimal höre gefällt es mir vielleicht”. Außerdem wer sagt eingentlich, dass Kunst zwangsläufig gefallen muss; viele Leute haben über Schönberg bsp. in etwa gesagt: der komponiert mit dem Taschenrechner - stimmt nur bedingt und obgleich in meinen Ohren Schönberg ganz fantastische Musik geschrieben hat, sagen viele Leute gleich: nee, will ich mir nicht geben, klingt alles schräg (stimmt auch nicht!). Viele Leute haben auch einfach keine Zeit, kein Interesse usw.; die menschliche Bewusstseinsmaschinerie funktioniert meist mittels eines einfachen Schubladensystems, also einfach drauf scheissen was die anderen sagen…
TRACKBACK - Die Show mit Spreeblick
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tofu:20.10.2006 um 08:34mensch scheisse eigentlich, dass ich keinen Bock mehr hab´ Mucke zu machen, aber geile Idee!
Toni Mahoni - 71: Party
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tofu:19.10.2006 um 11:25Party ab nächstem Frühjahr in Berlin mit meinem Seelenverwandten Sven Väth, wenn Tresor neu aufmacht,
aber davon abgesehen, hab ich solche und solche Studentenparties erlebt; von komplett scheisse (Rumsitzen und gepflegt Wein trinken im stillen Kreise) bis hin zu hammermäßig, wo im Wohnzimmer die Turntables kreisten und die Hütte brannte und die Schnapsgläser aus dem Fenster flogen…die krasseste Party war allerdings in meiner Jugend in Schaumburg bei Hannover, ich selbst war daran unbeteiligt, konnte nur das nette Mädel trösten, das am Morgen danach einen Heulkrampf bekam (die Eltern waren übers WE verreist)…
kein Scherz jetzt also: alle Vorräte (auch Essen) waren geplündert, Teppiche waren angekokelt, diverse Bücher des Vaters wurden im Kaminfeuer angezündet, in der Badewanne befand sich am Morgen eine nicht mehr zu beseitigende schwarze Schicht und dem Kanarienvogel war der Kopf abgebissen worden, eine Gans auf dem Nachbargrundstück eines dort ansässigen Bauern war von einem herüberfliegenden Pfahl wohl im Schlaf erschlagen worden - keiner wusste wie es dazu kommen konnte…da waren plötzlich Leute, die nie jemand kannte und auch keiner je wiedergesehen hat, die Leute, die hätten aufpassen sollen, waren alle hoffnungslos betrunken,…Fazit: es gibt Menschen, die schlimmer als Tiere sind!
Nicht sehr weit
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tofu:18.10.2006 um 20:30und mein Lieblings-Hölderlin-Satz:
Tief im Herzen haß ich den Troß der Despoten und Pfaffen
Aber noch mehr das Genie, macht es gemein sich damit.- das sollten sich so manche Leute auf der Welt hinter die Ohren schreiben, aber weisst du was?! sie scheissen drauf!
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tofu:18.10.2006 um 19:22wir fragen uns so lange bis wir alt und gebrechlich sind und dann ist es eh zu spät, dann brauche ich nur noch meinen Kamillentee und meinen Mörchenbrei, ja Helge ist ein geiler Jazzmusiker und Pete York, genial!
Zu den Deutschen, Hölderlin:
Spottet ja nicht des Kinds, wenn es mit Peitsch und Sporn
Auf dem Rosse von Holz mutig und groß sich dünkt,
Denn, ihr Deutschen, auch ihr seid
Tatenarm und gedankenvoll.Oder kömmt, wie der Strahl aus dem Gewölke kömmt,
Aus Gedanken die Tat? Leben die Bücher bald?
O ihr Lieben, so nimmt mich,
Daß ich büße die Lästerung.
Friedrich HölderlinHölderlin “An die Deutschen”:
herrlich oder? er trifft den Nagel mal wieder auf den Kopf…
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tofu:18.10.2006 um 11:34@ Johnny; was meinte er den mit den Berliner Schlägerbanden, äh äh nee doch nicht, wenn ich bei ihm zwischen den Zeilen lese, lese ich darin des Öfteren eigene Verwirrung… wie gesagt er ist unterhaltsam, manche Leute finden ihn indessen auch überhaupt nicht komisch, siehe Kommentare, woran liegt das denn? Ich kann Leute verstehen, die Helge Schneider nicht verstehen und das hat nichts mit ihrem Intellekt zu tun…im Gegenteil
Helge Schneider - ein Mensch in der Sinnkrise?
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tofu:18.10.2006 um 11:29ja, aber es muss eine klare Ansage von der Politik geben, die Nazis verfolgen doch folgende offensichtliche Doppelstrategie:
a.) sie ziehen mittels sogenannter demokratischer Parteien in den Landtag ein, versuchen auf politischem Weg Erfolge für sich zu verbuchen…
b.) es werden Schlägerbanden aufgehetzt, die Chaos in der Gesellschaft säen…ergo: die Nazis versuchen die Gesellschaft zu schädigen, sie handeln gegen die Grundwerte unserer Verfassung
warum die Politik nichts tut?
- würde sie die Nazi-Parteien verbieten, gäbe es kein offizielles Sammelbecken mehr für Nazis, es würde noch mehr Schlägerbanden auf den Straßen geben - also lässt man sie walten, die Doppelstrategie wird mit einer Doppelstrategie beantwortet…ich betone nochmals: bei Nazi-Angriffen werden UNSCHULDIGE verletzt oder müssen sogar sterben…
Der Staat ist ja auch so fair und schützt auf Demos die Nazis vor linken Schlägern, meist besser als er die Linken vor Nazis schützt, aber die Bevölkerung vor rechten Schlägern zu schützen, das kriegt er nicht gebacken - ist doch traurig, oder?
By the way: ich führe hier keine theoretische Diskussion, sondern eine pragmatische, Philosophie und Welt sind schwer miteinander vereinbar, das ist das Dilemma der Philosophie oder dieser Welt, kann man sich aussuchen…
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tofu:18.10.2006 um 08:59hör gerade im Radio: wenn man zur Ostsee will, muss man durch Brandenburg, gilt auch für schwarze Mitbürger sicherlich, ob die dann heil an der Ostsee ankommen ist indessen fraglich, da sollte dann vielleicht doch gleich ein Arzt mitfahren…
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tofu:18.10.2006 um 08:41@ Johnny: du kannst bei einer gewissen Schicht Nazis keine Überzeugungsarbeit leisten, da musst du dich wehren, wer Gewalt will soll sie bekommen! Das hat rein gar nichts mit Militarismus zu tun - irgendwer muss jedenfalls für die freiheitlichen Werte unserer Gesellschaft kämpfen. Wie gesagt, diese fallen nicht vom Himmel! Es gibt genug Leute, die nichts sagen und andere Menschen fühlen sich dabei wohl. So erkläre ich mir jedenfalls den Erfolg von Helge Schneider bsp. - aber davon gibt´s noch und nöcher; aber Helge ist unterhaltsam, das muss man ihm schon lassen…
b.) es ist indessen traurig, dass sich ein Mensch wie Johnny, der, wovon ich ausgehe, mit dem Grundgesetz konform lebt und es nur in Notsituationen brechen würde, sich solche Gedanken der Selbstverteidigung macht.
Der Staat muss sich um die Sicherheit seiner Bürger kümmern!
Der Staat pennt hier wie immer! Da die Gewalttaten der Nazis sich in diesem Jahr um 80% erhöht haben, plädiere ich für erhöhten Polizeieinsatz, wenn nicht sogar in einzelnen Brennpunkten für Bundeswehreinsatz, um diese Irren zu stoppen! Es kann nicht sein, dass bsp. ein Schwarzer, der an die Ostsee fahren möchte, das nicht tut, weil er Angst vor Nazi-Schlägern hat! In diesem Punkt führt der Staat sich selbst ad absurdum, wenn er keine massiven Gegenmaßnahmen gegen die angstverbreitenden Schläger einläutet!Darüber hinaus plädiere ich für härtere Strafen gegenüber rechten Gewalttätern. Im Knast können sie dann ein paar Bücher lesen. Die brauchen eben eine Menge Zeit zum Nachdenken, sollen sie die doch bekommen! Es ist untragbar, dass friedliche Bürger in Deutschland Angst um Leib und Leben haben müssen!
Diese Antwort klingt hart und militaristisch, aber wenn du etwas tun willst, musst du ihnen die Stirn bieten, ansonsten tun sie was sie wollen und Unschuldige werden dafür bezahlen…
Und Johnny: die Vorstellung einer Welt ohne Gewalt ist eine reine Utopie, sie wird niemals Wirklichkeit, weil das Leben an sich ein kämpferisches Unterbewusstsein hat!
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tofu:17.10.2006 um 17:55Setzt du das Leben deiner Kinder aufs Spiel für deine Freiheit?
Für unsere Freiheit, die Frage habe ich oben schon beantwortet. Du kannst als Atom denken, oder als Gesellschaft, als Ganzes. Wenn du eine freihetilich gestaltete Welt möchtest, gibt es auf dem Weg dorthin Opfer wie die großen Revolutionen es gezeigt haben.
Wir haben damals auf einem Zeltfest vor zehn Nazis mit drei Leuten gestanden und sind da auch wieder rausgekommen, wenn auch ohne Baseball-Schläger…
egal, man kann sich sowieso NIE vor allem und jedem schützen, das ist unmöglich, aber ich sage dir ganz ehrlich: was nutzt uns eine Gesellschaft wenn wir nur an uns selber denken, denken wir uns doch als Atome, die darin miteiander verknüpft sind, dass sie alle an die Idee der Freiheit glauben. Wenn ich mit Angst durchs Leben gehe, werde ich schwach, also vergiss die Scheiss Angst, Angst lähmt und nochwas: Angst verbreitet Energien; wenn du mit Angst durch Gefahrenzonen gehst, bekommst du eher eins auf die Fresse als ohne, also wirf die Angst weg in den Mülleimer und Prince sagte schon: Style ist auch, keine Angst vor dem Tod zu haben, wer platt ist, ist platt, du kannst sowieso jeden Tag draufgehen, aber lass dich doch nicht von Idioten wie den Nazis einschüchtern - indessen versteh mich nicht falsch: vorsichtig sollte man sein; aber wenn ich Angst habe, schenke ich dem Gegner den Sieg! Und wer will das schon?
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tofu:17.10.2006 um 16:26Freiheit MUSS verteidigt werden, denkst du Freiheit ist etwas, das von selbst entsteht? Man sollte sich nur mal die Geschichte betrachten!
Was würde es denn nutzen, wenn mein Kind in einer Welt ohne Gedanken- und Meinungsfreiheit aufwachsen würde? Das wäre schlimm. Freiheit ist etwas, wofür wir alle ständig kämpfen MÜSSEN, viele Leute machen oberflächliches Gelaber, bla, Peace und so, alles Käse; du musst dich als Mensch selbst in die Dinge einbringen, du musst der Gedanke der Freiheit selbst sein und dich brüderlich zu denen stellen, die auch ihr Leben dafür riskieren! Davon gibt es in dieser Welt eine Menge! Ich denke, Letzteres liegt nicht allen Menschen so, das ist auch völlig o.k. - man kann das nicht von allen Menschen erwarten, dazu braucht man schon Nerven…
Würden wir aber nicht auch etwas für freiheitliche Werte riskieren, hätten wir hier RuckZuck wieder einen Faschismus oder irgendeinen anderen Schrott! Man muss auch angreifen, das Recht auf freie Meinungsäußerung ist eins der höchsten Güter, die die Menschheit sich erkämpft hat, ein Recht, für das viele Menschen schon gestorben sind - jetzt alles über den Haufen werfen? - ein entschiedenes NEIN!
The Killer in Me
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Punks! Überall Punks! Frauen und Männer!
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tofu:12.10.2006 um 21:55hm, masterplan. cheney als supervisor. hm, als erleuchter, als vorreiter auf dem weg ins zeitalter des aquarius. hm. sousagen als die letze ratte aus hameln, die von mozarts zauberflöte über mcdonald´s zu büger kings frischem salat gelockt wird. ich weiß ja nicht. der wille zur macht? hm. da muß ich drüber nachdenken.
he he, sehr schön, von Hameln, nach Weyhe, bis nach Schaumburg Illinois, nach Florida und zurück nach St. Petersburg, ja so ähnlich ist das mit dem Masterplan,
quatsch, man verlässt sich doch nicht nur auf einen funktionierenden baustein, oder? Man sorgt vor!
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tofu:12.10.2006 um 20:18ich denke wir sollten als Menschen begreifen, dass wir eben auch menschlich handeln sollten - das ist alles!
Die Neue Weltordnung wird diesen Gedanken umfassend behandeln, es ist so wie mit den Gründervätern der USA, die eigentlich einen sehr guten und edlen Gedanken hatten. Auf diesem Weg wird es Verluste geben, die in gewisser Weise auch nicht verzeihbar sind, aber stell es dir in etwas wie die Sinfonien Beethovens vor; ganz am Ende steht die Goldene Zeit, die Zeit des Menschlichen; Schillers Ode “An die Freude”
Wenn du dir die Beethoven-Sinfonien anhörst, wirst du sehen, dass es auf dem Weg dorthin wahre Wutausbrüche gibt. Doch das ist ein ganz natürliches Wachstum, so sollten wir es begreifen. Ich weiss, das sich da viele Paradoxien auftun, aber lasst uns trotzdem gemeinsam für die bessere Zeit kämpfen, jeder auf seine kleine, stille Weise. Jeder Mensch kann daran mitbauen, das ist auch eine Art Kommunismus!Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Vision nicht Utopie bleiben wird, das Internet bsp. hat schon sehr viel verändert - wir leben in einem NOCH-Dunkel, aber am Himmel wird eines Tages eine goldene Sonne erstrahlen, die Sonne der Menschlichkeit. Es ist in etwa so wie in Nietzsches “Der Wille zur Macht”, lies nur mal den Schluss! Es ist eigentlich sehr schön!
Zu Cheney sage ich nur eins, nichts über seine Methoden am besten, nur das Eine: er hat eine Idee zur Perfektion entwickelt, die ohne jegliche physische Gewalt funktioniert, aber genau die notwendige Effektivität für das nächste Jahrtausend besitzt - diese Idee wird zum großflächigen
Enstehen eines Reiches der Menschlichkeit beitragen…das ist in etwa der Masterplan, aber du kannst auch Nietzsches “Wille zur Macht” lesen,
mehr brauch ich gar nicht sagen…Cheney ist ein Genie, glaub mir das einfach!
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tofu:12.10.2006 um 16:27manchmal wünschte ich mir wieder den kommunismus, da hatte man wenigstens das gefühl, dass, wenn man etwas sagt, es auch eine bedeutung hat, weil man ja dafür mit seinem leben bezahlen könnte. man hatte so wenigstens das gefühlt, dass man im schlimmsten fall tatsächlich kämpft.
Und wenn jetzt bsp. Putin deinen Kopf will, weil du ihn mal richtig anpisst? Was wäre dann? Das du im westen geschützt bist, ist eine reine Wunschvorstellung, wenn du den Falschen Leuten im Weg stehst, wirst du aus dem weg geschafft, so wie es die Mafia mit tausenden Leuten in den USA gemacht hat; im Kommunismus, was konntest du da sagen,jedenfalls solltest du das Richtige gesagt haben, mein ehemaliger Nachbar sagte das Falsche und landete in Bautzen, wo er mit tabletten vollgepumpt wurde und von den Wächtern in den Arsch gef**** wurde (o-Ton mein Nachbar) - seine Worte hatten bedeutung, vor allem für ihn selbst; ich kann deine Position trotzdem verstehen, aber noch eins: denkst du tatsächlich, dass die Russen NUR wirtschaftliche Beziehungen mit Deutschland wollen - Blödsinn!!! Sie wollen Einfluss und den wollen sie zunächst wirtschaftlich durchdrücken, ich habe es schon mal gesagt, aus Sicht der Macht ist Deutschland sowas wie ein Prestigeobjekt; die Russen haben einen Vorteil: sie haben das Gas und sind kaltblütig, das könnte sie zunächst tatsächlich stärker machen, doch das ist erst das Zunächst. Später wird sich zeigen, dass sie mit Gewalt mehr Schlechtes für ihre eigene Macht anrichten, als sie es sich jetzt momentan vorstellen können. - das Problem der Russen ist ganz einfach: sie besitzen nicht das nötige technische Know-How um das im 21. Jahrhundert durchzudrücken, sie haben Methoden, die weiß Gott lange überholt sind; ich meine technisches Know-How, das nichts mit Raumfahrt zu tun hat; ich wäre an Stelle der Russen sehr vorsichtig, was ihre Expansionsbestrebungen angeht und würde auch Blutvergiessen im eigenen Land absolut vermeiden, damit machen sie es sich selbst wesentlich leichter!
zumindest an einem Mann werden sie da letztlich scheitern: Cheney - kein guter Mensch, aber ich halte ihn trotzdem für ein politisches Genie in der Liga Napoleons, aber das zeigt sich erst viel später, viel später
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tofu:12.10.2006 um 11:51aber natürlich gibt Helge mal wieder auch zu denken; ich meine, Punk sein heisst in meinen Augen vor allem WIDERSTAND LEISTEN gegen diesen ganzen Müll, der um dich herum passiert, Deutschland pennt vor sich hin und lässt sich regieren, das war ja schon Anfang der 90er so, als Herbert auf Luxus sang, dass wir gerne regiert würden. Punk, wie Helge richtig festhält, bezieht sich zunehmend auf Klamotten, dazu trägt natürlich die zitty auch ihren Teil bei, wo sie das Punksein als Mode präsentiert, der Punk mit Indie-Label und diverser Bullshit - indessen braucht man keinen Iro um Widerstand zu leisten, manchmal sind es ganz kleine Dinge, bsp. mal über nen Zaun hoppsen wo ein “Durchgang verboten” -Schild dransteht, es sind manchmal Winzigkeiten, aber wir brauchen ein gewisses Maß an Anarchie um zu leben, ich brauche das jedenfalls - selbst wenn ich von der russischen Mafia bedroht werden würde, sage ich meine Meinung, ob´s den Leuten passt oder nicht, die derzeitigen Medien sind zu einem nicht kleinen teil dazu nicht in der Lage und bereiten sich ihr eigenen Dilemma; das liegt daran, weil die Leute, die da arbeiten gerne vor sich hinschlummern, sie wollen den Frieden nicht stören und ich selbst wurde ja schon häufig als Störenfried der “gesunden Ordnung” tituliert, als “Eindringling” in Berliner Medienlandschaften aus denen ich mich besser fernhalten sollte, bis hin zum physischen Rausschmiss in den Dreck bei einer RadioEins-Party, wobei ich die Klage unterlassen habe, weil Aussage gegen Aussage gestanden hätte - aber Leute, ihr alle könnt am eingefahrenen Status Quo rütteln und tut das! Ich bekomme das gefühl, die Leute wollen gar nicht denken, sie wollen pennen und etwas riskieren wollen sie schon gar nicht; wer war Punk? Anna Politkowskaja war ein Punk bsp., sie hat es mit ihrem Leben bezahlt, aber ihre Seele besitzt immer noch die Kraft, Dinge zu verändern und Widerstand zu leisten! deswegen PUNX NOT DEAD!
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Aller Anfang ist leicht
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tofu:12.10.2006 um 09:49Hier mal nicht der Anfang, sondern so ziemlich das End, bitte Jugend, nehmt es euch nicht als Vorbild!!! Aber Gerhard hätte mal ruhig die ein oder andere ecstasy-Pille vertragen…
lg DonnieIn Schallgewittern
Jetzt stehen wir auf dem Podest inmitten ekstatisch tanzender Sunbeams. Bass und ein geradeaus drängender Beat, Hammerdrums schießen durch die Halle. Plötzlich bleibt der Beat stehen, für Sekunden dringen mutierte Klänge aus den Bams, Klänge, die ein beladener Lastkran von sich geben würde, wenn man ihn in Übergeschwindigkeit rotieren ließe. Eine Sirene. Eine einsame elektronische Sirene.
Zeit für den Feierkrieg. Alle Sunbeams sind bewaffnet, vollgepumpt mit Munition, ihre Schreie werden gellender, die Sirene kreischt lauter, jault inbrünstiger, und dann plötzlich ein gewaltiger
Ur-Kick, Donner über Babylon, der Feierstern Ally am Ende des Nachthimmels beginnt sein lachendes Leuchten.
Eine halbe Sekunde Stille - ein leiser House-Beat, von einem Lowpassfilter-Korsett verhüllt, das sich um seine loopende Taille schnürt, eine wirbelnde peitschende Snare; das Korsett lichtet sich, der Beat wird heller, eine zischende Hi-Hat, ein gewaltiger Donnerkick, eine dritter, vierter , fünfter, sechster, ein letzter - endgültig Stille.
Und das Feuer in dem Topf dort unten kocht über: flackernde schattenhafte Bewegungen, Hände in der Luft, chemische Liebe im Kopf. Dort wird gebetet, Dorian Gray gedankt, dort umarmen sich Girls in aller Seelenfriedlichkeit, dort, im blitzenden Scheinwerferlicht, zappeln Freaks wie Taekwondoolehrer.
Väth klopft Ella auf die Schulter:„Hi Darling!“
Ella ist überrannt vor Glück, fällt Väth in die Arme. Die Turntables kreisen.
Ella - ein winziges Girl mit einem Schopf aus kurzem blauem Haar, einer hohen Stimme, mit einem Vinylknistern belegt, eine Stimme, die öfters vor Begeisterung zusammenbricht. Ella, ein Girl mit dunkelgrünen Pupillen, die sich in unregelmäßigen Abständen öffnen und schließen; Ella, deren Hände ständig in ungestümem Aktivismus an den Fadern des Mixers rumtüfteln.“Wisst ihr, ich komme gerade von einer fetten Party aus Tell-yo-chief, der absolute Hammer! Als wir hörten, dass hier heut `ne Party steigt, sind wir sofort in die Sunglider. Fast die ganze Partycrowd ist hier.“
Die Stimmung könnte nicht besser sein. Hildenbum wird auf seinen dringlichsten Wunsch hin von den beiden Eurasierinnen auf ein Geländer gehoben und jubelt ekstatisch den Sunbeams zu. Mit heiserer Stimme schreit er:
„He, ho, Hildenbum! He Girls, here I am, Hildenbum. Yes, it´s me, the one and only Hildenbum!“
Der Gnom dreht auf, wird zum Beherrscher der Szenerie, vom Winzigsten zum Würdevollsten, vom Entlegenen zum Erlauchten.
„Hildenbum!“ – nun hat auch Väth sein Treiben bemerkt.
„Ihro Exzellenz?“
„Hildenbum – das Koks!“ - Väths weißer, zu Eis erstarrter Blick.
Hildenbum taumelt zurück, landet weich in den Armen der beiden Eurasierinnen.
„Ja natürlich, Ihro Exzellenz, ich bin ja schon auf dem Weg. Den Koffer habe ich sicher
verwahrt.“„Du hast ihn“ - Väths Augen nehmen einen düsteren Glanz an - „verwahrt?“
Väth packt mit angsteinflößender Entschlossenheit die Schultern des Gnoms, hebt ihn vor sein Gesicht. Väth, der blonde breitschultrige Recke, der Spielführer vs. Hildenbum, der kleine zerknitterte Gnom, der jetzt vor Angst die Backen schüttelt.
„Hildenbum!“
Väths Gesicht belädt sich mit unsittsamer Undurchdringlichkeit und das Gesicht des Gnoms weiss sich nicht mehr zu wehren. Väth schüttelt es im grollenden Basedrumfegefeuer, dazu zuckende Stroboskope, die wie gleißende unheilverkündende Blitze durch die Halle schießen. Hildenbum, der gelieferte Gnom!
„Und was ist mit dem Emergency-bag? Wo ist er?“
Hildenbum steht wieder auf den Beinen, wühlt verlegen in den weiten Taschen seiner Homeboy-Latzhose, obwohl der Emergency–Bag da sowieso nicht sein könnte. Wo ist er also? Bestimmt auch nicht zwischen den mit Haarspray aufgestachelten Haaren, die sich der Gnom jetzt rauft.
Mit piepsig - gebrochener Stimme raunt er:„Ihro Exzellenz, ich muss gestehen, dass…dass ich weder verstehen noch erklären kann, wohin mir der balsamische Beutel entlaufen ist.“
In Väths Kopf rankt sich Ranküne, bitter schmeckender Schmerz schmilzt auf seiner Nasenscheidewand, läuft sein Gaumensegel hinab in eine mit Wut verwundete Kehle; Aggression ankert in seinen stechend-weißen Augen.
„Hildenbum, ich hoffe, du weisst was du zu tun hast!“
Hildenbum nickt so gut und soviel er kann, tritt mit Ehrerbietung bekundenen Schritten zurück, macht sich unumgänglich auf den Weg, um den gelben Koffer mit dem Kernspaltungssymbol aufzutreiben, den er draußen mit zwergischer Unzuverlässigkeit an Gott weiss was für einem Ort deponiert hat, um einer blonden Beauty mit wollüstiger Gnomonomie die begnadeten Beine zu bezirzen, die sich den Koffer vielleicht schon längst geschnappt hat, um ihn mit Vergnügen zu vernaschen.
Mit schlotternden Knien, den Blick des großen Väth im Nacken, tasten sich seine fitzeligen Füße das Podest hinab, als würde er der Hölle selbst entsteigen. Hildenbum macht sich auf den Weg durch die feiernde Schar aus Sunbeams.
Cox hat sich unterdessen zu Ella gesellt, beide shaken die Köpfe zum Beat. Ella scracht krude chiastische Beats in ihr Set. Doch obwohl die Party hier gerade einem Höhepunkte zuläuft, scheint es mit Väths guter Laune fürs Erste gelaufen zu sein. Zerfurchte Gesichtszüge wie die eines von Römern ruinierten Germanen. Selbst die Musik scheint ihm nicht mehr zu passen. Väth tippt Cox auf die Schulter:„He Cox, was ist das bloß für ein tune?“
Cox nimmt Väths ernste Worte nicht zu dramatisch, shakt zusammen mit Ella weiter den Kopf. Väth in Null-Laune. Jetzt öffnet er seinen Plattenkoffer, zwirbelt einige Platten zwischen den Fingern, murmelt drohende Düsterkeit in seinen Koffer.
Prächtig amüsieren sich unterdessen die beiden Eurasierinnen. Sie haben eine Riege hübscher Sunguys dicht vor dem Podium ausgemacht. Die Blonde dreht einen Joint. Sie trägt ein knallrote hautenge Plastikjeans, ihre schmackhaften Schenkel hervorhebend; ihr Po schwebt wie eine glänzende Kugel über der Party; zwischen ihren gesonnten Brüsten laufen feine Schweißperlen. Jetzt streicheln sie sich die Eurasierinnen gegenseitig Wangen und Hals. Väth hat derweil einige tunes aus dem Plattenkoffer gezogen, steht jetzt ungeduldig hinter Ella und Cox.„What the fuck! He Cox, was ist das für eine Scheiße, die ihr da auflegt. Soll ich kotzen?“
Cox , der schwarzhäutige Bär mit dunkler Sonnenbrille, dreht sich um.
„Whats up, Väth? It´s keeping the crowd alive!“
Und dann wieder seine geheimnisvollen Worte:
“…not everyone understands Housemusic, Väth, it´s a spiritual thing, a body thing
a soul thing…“Väth zum ersten Mal verunsichert, zupft an seiner Augenbraue. Cox scheint recht zu haben: abertausende Sunbeams feiern ausgelassen. Die Stimmung kocht, eine grandiose Party, die auf Väths Rechnung geht und seinen Namen im Biz noch mehr Ehre erweisen wird. Denn auf Feuerland gibt es nur eine Möglichkeit, sich Reputation zu verschaffen - man muss fette Partys schmeißen, ein Event ausrufen, das mit einem Schlag den Rest der Insel evakuiert und alle Sunbeams an einem Ort zusammenschmelzen lässt, sodass sie sich als ein Ganzes verstehen, ein Körper, ein Universum, ein gemeinsamer Geist - one tune, one low latency spirit…
Väths Gesichtszüge sind schon ein ganzes Stück weit ungrimmiger. Worte wirken wahre Wunder. Auch die beiden Eurasierinnen spüren den warmen liebesgetränkten Partydunst, der sich in der Halle wie ein Zaubertrank verbreitet. Die eine lutscht der anderen gefühlvoll das Ohr, jetzt küsst sie zärtlich ihre Wange; die andere reibt die Hand auf ihrem schwarzen Lederrock.
And now, ladies, we present the one and only, mixmaster of all mixmasters - Cox, Carl Cox!
Ein Aufschrei geht durch die Menge. Cox löst jetzt Ella ab, die gerade ihre letzte Scheibe vom Teller nimmt, Cox umarmt und ihm mit der Faust einen Knuff auf einen seiner gestählten Oberarme gibt. Die Energie ist übertragen. An die Teller, Cox!
Am Anfang seines Sets eine schüchterne Scheibe: ein ruhiger, tief rockender Beat. „Doomsnight Detroit“ liest sich auf der Scheibe. Elektronisches Zirpen mit minimalistischer Eleganz, ein Bass aus dem Hades geküsst von Perse-phone. Die Halle beruhigt sich ein wenig, aber man spürt schon jetzt, dass es nicht lange so bleiben wird. Man horcht auf und Cox shakt langsam wieder mit dem Kopf und jetzt auch Väth. Die schlechte Laune scheint vergessen, obwohl Hildenbum verschollen scheint, sodass man sich fragen sollte, ob er hier je wieder auftauchen wird. Nun ein eleganter Break vom anderen Teller, dem Cox mit dem low–cut die bassigen Beine abgesäbelt hat. Wieder und wieder driftet er von oben in den rockenden Beat der Basisscheibe. Schon jetzt mixt der schwarzhäutige Scheibendreher haargenau, seine Finger sind schneller und zielsicherer als die von Ella, und manchmal sucht er in seinem Plattenkoffer nur nach einem einzigen kurzen Beat, quasi nach einem Beat-Polaroid, das er auf die Schnelle reinmixen kann. Cox ist fortwährend in Bewegung, nur auf sein Set konzentriert. Es ist phantastisch und jetzt, nach einer knappen Viertelstunde, spürt man das dort tief unten, unter dem Boden seines Sets etwas brodelt, etwas nach oben ins bunt flackernde Hallenlicht drängt. Es ist ein Beat, ein gerader Beat, in jeder Scheibe mit gesyncten LFO–Arabesken ausgeziert, aber ganz sicher ein Beat, vielleicht die Idee eines Beats, die sich dort empfinden lässt. Er wird nie ganz deutlich, er ist vielmehr ein Abglanz, ein Schatten, ein Gedanke, eine Idee; und selbst ich, der unerfahrene Andy Kontor, der beinah das erste Mal unabdingbar mit dieser Musik konfrontiert wird, sehe, dass Cox diesen Beat sieht, er liegt ihm in den Händen, schwebt ihm wie eine Pyramide über dem Kopf, schimmert unter der schwarzen Sonnenbrille ihm wie Spice in den Augen.
Jetzt, nach einer halben Stunde rockt die Halle ausnahmslos. Immer mehr Sunbeams schlendern aus den Chill-Out-Zonen. Die Blonde hat sich zu den Eurasierinnen gesellt. Sie küssen und streicheln sich jetzt zu dritt, streifen sich gegenseitig die Hände durchs Haar. Cox zwinkert dem Boy mit dem sternförmigen Mützenschirm zu. Das ist das Zeichen. Der unscheinbare Begleiter nimmt seinen mit neongrünen Stacheln verzierten Rucksack vom Rücken, öffnet zielstrebig den Reisverschluss und zieht das dritte Geschütz heraus: Technics, Kaliber 1210. Fix stellt er ihn neben die beiden anderen, linkt ihn mit dem Mixer. Three turntables and a rockin` Cox, der einzige auf Feuerland, der diese Disziplin beherrscht, erfahre ich von Väth. Und er beherrscht sie wirklich ausgezeichnet. Plötzlich ist es nicht mehr eine Basisscheibe, sondern es sind zwei, die völlig parallel zueinander laufen. Und trotzdem flippt Cox die Scheiben mit geschäftiger Geschicklichkeit. Er scracht nicht nur auf einem Table, nein, er scracht auf allen, geht reihum, alles andere würde den Meister gar nicht mehr fordern. Selbst Väth scheinen bei dem Anblick die Augen zu knistern. Das geht. Das rockt. Die Halle bebt, die Party lebt!
Väth ist inspiriert. Er nimmt sein Handy und sucht nach einem akustischen Vakuum. Er dreht einige Runden telefonierend auf dem Podest, hält mit beiden Händen das Handy, um das Eindringen des Schalls zu verhindern. Derweil macht Cox Vollgas. Auf einem Teller läuft „Da Funk Phenomena“. Väths Gesichtszüge scheinen erleichtert. Von Schallgewittern umgeben bestätigt er nickend die Aussagen seines Gegenübers am anderen Ende des heißen Mediums. Alles scheint abgeklärt. Jetzt kommt er auf mich zu, klopft mir grinsend auf die Schulter und sagt:
„Komm mal mit, Andy, Partylöwe!“
Väth und ich schreiten durch die Menge. Einige Sunbeams erkennen den Meister und klopfen Väth anerkennend auf die Schulter.
„Väth, alter Recke, fette Party!“
Es ist gewaltig! Ich fühle mich, als würde ich auf einem paradiesischen Pfad wandeln. Wir gehen jetzt an einer Tribüne mit verschiedenen Plateaus entlang, deren Konturen nie voll erkennbar werden, sondern von zuckenden Lichtblitzen nur für Millisekunden belichtet werden. Exotische Schwärme, ekstatische Wärme. Väth und ich gehen in die VIP-Lounge. Hier ist es kühl. Hildenbum wartet schon. Tatsächlich hat er den Koffer mit dem Kernspaltungssymbol irgendwie organisiert, trotzdem muss er beim Koksziehen zuschauen, was dem Gnom nicht passt, aber er will nicht noch weiter beim großen Väth in Ungnade fallen.
Väth und ich chillen gemeinsam auf den roten weichen Kissen. Dabei erinnere ich mich an eine Passage aus einem meiner Geschichtsbücher, das ich einst in der alten Welt gelesen hatte:
Die griechische Mythologie entstand aus einer Vermischung der Glaubensvorstellungen der vorgriechischen Bevölkerung mit denen der von Norden her eingewanderten griechischen Kolonisten. In dieser Volksreligion mischten sich Vorstellungen lokaler Gottheiten mit Personifizierungen von Naturkräften. Eine weitere bedeutende Quelle stellen die religiösen Vorstellungen der Bewohner von Kreta dar, wo um 3000 v. Chr. die minoische Kultur entstand. Die Kreter glaubten, dass alle Dinge beseelt seien und bestimmte Gegenstände oder Fetische über besondere magische Kräfte verfügen. Im Laufe der Zeit führten diese Überzeugungen zu einer Reihe von Legenden, die Gegenstände, Tiere und Götter in Menschengestalt zum Thema hatten.Väth, der Fetisch, eine Reinkarnation aus vorchristlicher Zeit? Er ist es leibhaftig, er muss wieder auferstanden sein - der Fetisch lebt!
Hier sitzen wir nun auf weichen Kissen, vor uns bestes gelbes (vielleicht kolumbianisches?) Koks, das mir ins Gehirn steigt. Von ferne höre ich die Party brodeln. Ich bin glücklich, meinen Auftrag und mit ihm die alte Welt lege ich in diesen Momenten ad acta. Ich habe mich entschieden: ich möchte hier bleiben! Ich denke, dass niemand diese Insel je erobern kann, solange sie mit so viel Liebe gesegnet ist. Die alte Welt wird eines Tages von alleine untergehen; ihre Absurditäten werden den Regierungen einst wie von selbst das Wasser abgraben und sie wird an sich selbst ersticken, zu Staub zerfallen. Ich fühle mich wohl bei diesem Gedanken.
„Fremdling,“, Väth schaut mir tief in die Augen, „ich erkenne, dass du ein Gesandter von den Aliens bist; es ist kein Zufall, dass du hier bist. Du sollst mit uns ziehen. Wir werden dich fürstlich behandeln.“
Mein Entschluss war nun endgültig gefasst: ich bleibe und lebe!In der Alien Nation gibt es kein Bedürfnis und von nichts sonst hat man einen Nutzen: einzig das Denken und Anschauen bleibt, also die Form des Lebens, von der wir jetzt behaupten, dass sie die des freien Menschen sei…
Die Schlacht der Album-Cover
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tofu:10.10.2006 um 09:13by the way Musik, hier noch ein neuer Song von mir in Gedenken an
Anna Politkowskaja…http://donnie-davito.podspot.de/files/Donnie%20DaVito%20-%20For%20Anna.mp3
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ja ganz wichtig, mal locker machen, sonst wird man irgendwann völlig ballaballa, was man ja sowieso schon ist…