Podcast vom 16.6.2006
Sprache klebt
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ajo:16.06.2006 um 23:29In meiner Grundschulzeit rangierte auch “homosexuell” ganz oben in den Schimpfwortcharts - bevor ich wusste, was das heißt. Das konnte sich bei meinem Fluchen allerdings nie wirklich durchsetzen. “Schwul” dagegen verwende ich, 22, noch immer, wahrscheinlich weil das Wort dem Gegenteil “cool” sehr ähnlich ist und mir deshalb leicht über die Lippen geht. Es ist sozusagen die Verneinung von cool. Was ich aber beobachte: Personen als “schwul” zu beschimpfen ist out (”Bist du schwul oder was?”). Bei Dingen sieht das allerdings anders aus. Zumindest in meinem Vokabular. Schon die Absurdität des Satzes “Wie schwul ist das denn?” finde ich immer noch genial. Ein ziemlich asozialer* Mit-Zivi von mir hat mal nen anderen Kollegen angeschrien: “Mach das schwule, mothaf*ckin’, verf*ckte Gay-Licht aus!!” Ohne auch nur eine Sekunde über die Wortwahl nachzudenken, sozusagen Freestyle. Ich konnte mich mehrere Minuten nicht mehr einkriegen - so viel zu meinem Humor.
Man sollte vielleicht genügend Selbstvertrauen in seine eigenen, liberalen Ansichten haben. Dann darf man eigentlich alles sagen. Sich hinterher zu schämen, wenn man “mega-geil” oder “schwul” sagt, halte ich für ein bisschen ungesund. Denn spontanes Fluchen tut gut:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,391497,00.html
Mein aktuelles Lieblingsschimpfwort ist übrigens “Nerd”.
*Ich hoffe, wenigstens “asozial” ist noch pc.
Almanya!
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ajo:12.06.2006 um 21:13Immerhin formulierst du das Fraglose als Frage.
Soviel kann man vielleicht schonmal sagen: Wer immer das Foto gemacht hat, ist dem Guerilla-WM-Marketing dieses Ladenlokals aufgesessen ;-)
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ajo:12.06.2006 um 20:55Kann mich prinzipiell Frank anschließen, zumindest seinem ersten Posting. Vielleicht überbewerte ich den Spreeblick-Artikel ja, aber wenn so eine Straßenszene unbedingt fotografiert und dokumentiert werden muss, stimmt irgendwas mit der Integration in Deutschland nicht. Naja, egal. Für die einen ist es ein Multikulti-Artikel, für die anderen WM-Content. Mit beidem muss man bei Spreeblick rechnen, und deshalb les ichs ja auch.
Podcast vom 22.5.2006
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03
ajo:22.05.2006 um 23:52Irgendwie bin ich der Frage überdrüssig, ob es der oder die URL heißt. Wie oft wurde die in diesem Podcast wohl schon gestellt? Es heißt die URL, und es ist einfach nur völlig wurst, dass L für locator steht, vgl. “die site” und “der song”.
“Wir sollten Idioten mit Missachtung strafen”
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ajo:16.05.2006 um 10:47Mal wieder typisch. Hätte Schäuble gesagt “Wer im Stadion sitzt, muss damit rechnen, dass es ordentlich Bumm macht”, hätte es geheißen: Panikmache zur WM, Schäuble vermiest Fußball-Fans den Spaß. Naja. Ich fand das Interview ganz locker bis flapsig, so wie es sich für das Thema auch gehört.
Johnny Cash in der Sesamstraße
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Liebe Dachren und Dachrinnen! Das Binnen-I ist so ungefähr das hässlichste und unprofessionellste, was in der deutschen Sprache jemals Karriere gemacht hat. Wusste gar nicht, dass das sogar von relativ ernstgemeinten Printmedien verwendet wird. Auch nicht, dass es tatsächlich Leute gibt, die das als sinnvoll oder gar wichtig erachten. Schlimme Sache. Wir haben dieses Thematik bis zum Erbrechen im Deutsch-LK diskutiert, und die, denen das damals am meisten auf den Sack gegangen ist - waren die weiblichen KursteilnehmerInnen. Ernsthaft! Und wer bitte nennt seine Chefin Chef??
http://de.wikipedia.org/wiki/Sapir-Whorf-Hypothese
http://de.wikipedia.org/wiki/Feministische_Linguistik