@maria: keine Angst - ich lasse mich nicht instrumentalisieren. Ich bin schon ein zu alter Gaul, um noch vor anderer Leute Karren gespannt zu werden ;-). Ich habe gesagt (geschrieben), was ich zu sagen hatte. Damit ist auch gut!
Ich kann Ihre Erfahrungen mit Jonny nicht beurteilen - das ist auch für mein Anliegen nicht wichtig. Von meiner Seite wird es auch keine Kommentare mehr geben. Ab jetzt können sich alle das Maul zerreißen und über alles möglich herziehen oder auch gut finden. Ich muss nämlich wieder arbeiten. Denn - ein paar Kunden sind uns noch geblieben :-)
Ich bin der Mensch, der die ganze Sache ‘verbrochen hat’. Ich habe mit großem Interesse all die Einwände und Zustimmungen gelesen (auch auf boocompany). Aber aus meiner Sicht wird das alles zu hoch aufgehängt. Die ganzen Diskussionen über NATO, EU und Klobürsten sind mir zu weit oben angesetzt. Darauf habe ich keinen unmittelbaren Einfluss und das übersteigt auch meinen beschränkten Horizont :-). Es muss aber auch nicht immer das große Rad sein - jeder kann in seinem Lebensbereich jeden Tag ein Stück weit mit gestalten und Verantwortung übernehmen. Meine Motivation für diese Entscheidung will ich Euch gerne erklären:
Ich bin Unternehmer und Papa von vier Kindern. Ich bin sehr gerne Papa, ich liebe meine Kinder, ich mache meinen Job sehr gerne und mein Unternehmen ist mir wichtig. Ich will mit dieser Position ein Zeichen setzen - nicht mehr - aber auch nicht weniger. Was sollen meine Kinder von mir denken, wenn ihr Papa nur geldorientiert handelt - wenn er sich keine Gedanken über die Welt macht und vor allem - wenn er keine Taten folgen lässt?
Es ist mir VÖLLIG klar, dass es im IT-Bereich eigentlich KEINE Produkte gibt, die nicht wenigsten ein bisschen ‘Made in China’ inside haben. Ich kann auch nicht jede Komponente zerlegen und die Teile aus China ausbauen. ABER - ich kann bewusst und mit Bedacht auf Produkte ausweichen, die soweit als möglich nicht in China hergestellt werden. Das kostet mehr Geld - aber das ist ein Teil meine Entscheidung - und damit muss ich klar kommen. Nicht mehr - aber eben auch nicht weniger.
Ich bin kein Weltverbesserer - aber ich will den Diskussionen mit meinen Kindern auch Taten folgen lassen. Ich habe auch Ihnen erklärt, warum ich das so mache. Ich hoffe, Sie lernen dadurch auch ein Stück weit mit Verantwortung und Mut in ihr weiteres Leben zu gehen. Nicht mehr - aber auch nicht weniger!
Es ist durchaus möglich, dass wir durch diese Aktion ein paar Kunden verlieren - es kann aber auch sein, dass das ein oder andere Unternehmen gerade deshalb zu uns kommt. Ich weiß es nicht - aber ich bin mir dessen bewusst, dass es einen finanziellen Nachteil für uns haben kann. Doch ich muss als Unternehmer auch in dieser Zeit verantwortungsvoll und kaufmännisch handeln. Denn es nützt niemanden, wenn das Unternehmen daran zu Grunde geht. Wenn ich jedoch nicht bereit wäre diese Nachteile auf mich zu nehmen, dann hätte ich auch nicht so gehandelt.
Ich habe zwei Verantwortungsbereiche: einen familiären und einen unternehmerischen. Ich denke man kann beiden ein Stück weit gerecht werden. Ich mache nicht alles richtig - das ist mir klar - aber auch wenn ich durch diese Entscheidung Einbußen hinnehmen muss - so will ich mich der Verantwortung dennoch stellen. Ich habe das für mich so entschieden - und das nicht zum ersten Mal. Aber gerade das macht die Werkstation aus. Im Übrigen übernimmt die Werkstation auch in anderen Bereichen Verantwortung!
Also - hängt Ihr es auch nicht so hoch auf - aber es würde mich freuen, wenn die ein oder andere Diskussion angefacht wird und andere Menschen bewusster mit Herausforderungen dieser Art umgehen würden. Dann hätte ich zumindest ein Stück weit das erreicht was ich erreichen wollte!
P.S: es gab von meinen Zulieferern aus China übrigens ganz unterschiedliche Reaktionen. Ein Lieferant hat sehr ungehalten reagiert und uns vorgeworfen, dass unsere Medien bewusste Falschmeldungen über China verbreiten. In einer anderen Mail hat man Verständnis gezeigt: die Eingangsworte der E-Mail waren:
“Dear Frank, I am sorry to hear that! I must say “thank you” for your attention to our Country. I’m much concerned about the issues there, and as a Chinese, we are also sorry for the things happened there.”
Ich kann mir durchaus vorstellen, mit dem einen oder anderen Lieferanten irgendwann wieder in eine Geschäftsbeziehung zu treten (sucht Euch einen aus ;-). Die Aussage in der Mail lasse ich aber einfach mal so stehen - und wir sollten nicht vergessen: hinter diesen Firmen stecken auch Menschen, die so Manches erdulden müssen!
Frank Nägele, Geschäftsführer der Werkstation GmbH
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@maria: keine Angst - ich lasse mich nicht instrumentalisieren. Ich bin schon ein zu alter Gaul, um noch vor anderer Leute Karren gespannt zu werden ;-). Ich habe gesagt (geschrieben), was ich zu sagen hatte. Damit ist auch gut!
Ich kann Ihre Erfahrungen mit Jonny nicht beurteilen - das ist auch für mein Anliegen nicht wichtig. Von meiner Seite wird es auch keine Kommentare mehr geben. Ab jetzt können sich alle das Maul zerreißen und über alles möglich herziehen oder auch gut finden. Ich muss nämlich wieder arbeiten. Denn - ein paar Kunden sind uns noch geblieben :-)
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Ich bin der Mensch, der die ganze Sache ‘verbrochen hat’. Ich habe mit großem Interesse all die Einwände und Zustimmungen gelesen (auch auf boocompany). Aber aus meiner Sicht wird das alles zu hoch aufgehängt. Die ganzen Diskussionen über NATO, EU und Klobürsten sind mir zu weit oben angesetzt. Darauf habe ich keinen unmittelbaren Einfluss und das übersteigt auch meinen beschränkten Horizont :-). Es muss aber auch nicht immer das große Rad sein - jeder kann in seinem Lebensbereich jeden Tag ein Stück weit mit gestalten und Verantwortung übernehmen. Meine Motivation für diese Entscheidung will ich Euch gerne erklären:
Ich bin Unternehmer und Papa von vier Kindern. Ich bin sehr gerne Papa, ich liebe meine Kinder, ich mache meinen Job sehr gerne und mein Unternehmen ist mir wichtig. Ich will mit dieser Position ein Zeichen setzen - nicht mehr - aber auch nicht weniger. Was sollen meine Kinder von mir denken, wenn ihr Papa nur geldorientiert handelt - wenn er sich keine Gedanken über die Welt macht und vor allem - wenn er keine Taten folgen lässt?
Es ist mir VÖLLIG klar, dass es im IT-Bereich eigentlich KEINE Produkte gibt, die nicht wenigsten ein bisschen ‘Made in China’ inside haben. Ich kann auch nicht jede Komponente zerlegen und die Teile aus China ausbauen. ABER - ich kann bewusst und mit Bedacht auf Produkte ausweichen, die soweit als möglich nicht in China hergestellt werden. Das kostet mehr Geld - aber das ist ein Teil meine Entscheidung - und damit muss ich klar kommen. Nicht mehr - aber eben auch nicht weniger.
Ich bin kein Weltverbesserer - aber ich will den Diskussionen mit meinen Kindern auch Taten folgen lassen. Ich habe auch Ihnen erklärt, warum ich das so mache. Ich hoffe, Sie lernen dadurch auch ein Stück weit mit Verantwortung und Mut in ihr weiteres Leben zu gehen. Nicht mehr - aber auch nicht weniger!
Es ist durchaus möglich, dass wir durch diese Aktion ein paar Kunden verlieren - es kann aber auch sein, dass das ein oder andere Unternehmen gerade deshalb zu uns kommt. Ich weiß es nicht - aber ich bin mir dessen bewusst, dass es einen finanziellen Nachteil für uns haben kann. Doch ich muss als Unternehmer auch in dieser Zeit verantwortungsvoll und kaufmännisch handeln. Denn es nützt niemanden, wenn das Unternehmen daran zu Grunde geht. Wenn ich jedoch nicht bereit wäre diese Nachteile auf mich zu nehmen, dann hätte ich auch nicht so gehandelt.
Ich habe zwei Verantwortungsbereiche: einen familiären und einen unternehmerischen. Ich denke man kann beiden ein Stück weit gerecht werden. Ich mache nicht alles richtig - das ist mir klar - aber auch wenn ich durch diese Entscheidung Einbußen hinnehmen muss - so will ich mich der Verantwortung dennoch stellen. Ich habe das für mich so entschieden - und das nicht zum ersten Mal. Aber gerade das macht die Werkstation aus. Im Übrigen übernimmt die Werkstation auch in anderen Bereichen Verantwortung!
Also - hängt Ihr es auch nicht so hoch auf - aber es würde mich freuen, wenn die ein oder andere Diskussion angefacht wird und andere Menschen bewusster mit Herausforderungen dieser Art umgehen würden. Dann hätte ich zumindest ein Stück weit das erreicht was ich erreichen wollte!
P.S: es gab von meinen Zulieferern aus China übrigens ganz unterschiedliche Reaktionen. Ein Lieferant hat sehr ungehalten reagiert und uns vorgeworfen, dass unsere Medien bewusste Falschmeldungen über China verbreiten. In einer anderen Mail hat man Verständnis gezeigt: die Eingangsworte der E-Mail waren:
“Dear Frank, I am sorry to hear that! I must say “thank you” for your attention to our Country. I’m much concerned about the issues there, and as a Chinese, we are also sorry for the things happened there.”
Ich kann mir durchaus vorstellen, mit dem einen oder anderen Lieferanten irgendwann wieder in eine Geschäftsbeziehung zu treten (sucht Euch einen aus ;-). Die Aussage in der Mail lasse ich aber einfach mal so stehen - und wir sollten nicht vergessen: hinter diesen Firmen stecken auch Menschen, die so Manches erdulden müssen!
Frank Nägele, Geschäftsführer der Werkstation GmbH