Toni Mahoni - 77: Moers
Diktat am Montag
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tofu:06.11.2006 um 09:54Es gibt Leute die behaupten, Stalin hätte Russland vergiftet, in Russland gibt es aber eine “Tradition” der Menschrechtsverletzungen, die weit bis in die Zarenzeit zurückreicht. Ich habe über Schröders Aussage concerning Russland nachgedacht und mich auch mit Russen in Deutschland über dieses Thema unterhalten. Die meisten sagen, realpolitisch gesehen habe Schröder recht. Russland ist schwer zu regieren, Putin habe die Zügel wieder in die Hand genommen, Russland nach der desaströsen Jelzin-Ära wieder zu neuer Stabilität geführt. Die Frage bleibt natürlich, ob der Zweck die Mittel heilige, moralisch gesehen kann die Frage immer nur mit nein beantwortet werden.
Was passiert aber wenn man mit reiner Menschlichkeit regiert? Gibt es dazu ein Beispiel in der Geschichte? Am ehesten könnte man da doch auf Aschoka verweisen, König des Maurja-Reiches von 272-231 v. Chr., obwohl auch er in seiner Jugend einen erbamungslosen Feldzug an der Ostküste Indiens führte. Doch später wurde er Buddhist. Er scharte um sich Theologen und ernannte in seinen Provinzen “Beamte der Rechtschaffenheit”, die für das Wohlergehen des Volkes sorgen sollten.
Und er versuchte die Doktrin der Gewaltlosigkeit “Ahimsa” in seinem Reich durchzusetzen. Jedoch zerfiel wenige Jahre nach Aschokas Tod das Maurja-Reich. Und wahrscheinlich trug sein humanes Regieren zu einem großen Teil zum Zerfall des Maurja-Reiches bei.Wir sehen ein wenig an diesem Beispiel, was der Begriff “Realpolitik” bedeuten könnte. Man könnte dann natürlich letztlich auch zu der Überlegung kommen, dass ein jegliches politisches Gebilde ab einer gewissen Dimension automatisch Unrecht hervorruft. Deswegen sollte man sich aber nicht an Machiavelli orientieren, es geht sicherlich auch anders. Aber das was Machiavelli in “Der Fürst” schreibt ist letztlich so genannte Realpolitik. Und mit Nietzsche im Gepäck lässt sich so gut wie alles rechtfertigen. -
Es gibt da vielleicht aber doch einen Ausweg. Würde man Demokratisierung als Dekonstruktion der Macht begreifen, die nach der ersten Etappe des Installierens der Demokratie einsetzt, ergibt sich eine Perspektive. Selbst wenn es den unantastbaren Glaspalast von Brüssel gibt, könnte doch Macht nach unten weiterverteilt werden. Macht ist ja nicht nur etwas, was ausschließlich auf Wahlurnen beschränkt ist. Demokratie dekonstruiert sich selbst, aber aus den Teilen bauen wir alle eine neue Form der Demokratie.
Warum überlebte das römische Imperium so lange? Weil es in sich nicht starr blieb, obgleich es Traditionen gab, die durchgängig geachtet wurden. Caesar war ein Erneuerer, der Einfluss des Römischen Imperiums war ihm wichtig und er war an einem Zerfall desselben nicht interessiert.Letztendlich die Frage, ob man Saddam Hussein umbringen sollte.
Er hätte es verdient, keine Frage, aber was soll es bringen? Zunächst könnte er als Märtyrer in der Islamischen Welt gefeiert werden, damit hauen wir uns wieder selbst in die Pfanne.
Was der Australier da sagt, zeugt mit Respekt von politischem Hinterwäldlertum, da man Saddam doch genauso gut lebenslänglich einsperren könnte. Die Sympathien in der islamischen Welt für die westliche sind doch eh schon jenseits des Gefrierpunktes angekommen, zu diesem Zeitpunkt Saddam umzubringen, wäre idiotisch in meinen Augen.
Es wäre realpolitisch dumm, den Widersacher zu exekutieren und dabei den richtigen Zeitpunkt außer Acht zu lassen. Unmoralisch ist es sowieso, aber es wäre eben auch unachtsam.
Versteckspielen
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tofu:05.11.2006 um 08:56colle Idee, vielleicht mach ich das mal, anbei vielen herzlichen Dank an all die netten Berliner, die ihre Klamotten auf der Straße “dropspotten”, man findet doch immer wieder tolle Sachen!
Bin ich Böhme?
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tofu:04.11.2006 um 09:20Super Text! Ich denke, unsere Generation ist merkwürdig, ich meine die Generation meiner Schwester (sie ist 38), die wusste noch wo´s langgeht, zumindest so halbwegs; sie hat ihren Job gemacht bis sie zwei Kinder bekommen hat, hat mit ihrem Mann ein Haus gebaut usw. und sich Geld angespart - sie macht´s richtig, denke ich immer, wenn ich bei ihr bin. Beide gehen geradeaus im Leben - und ich?
Wurschtel so vor mich hin, habe den Abschluss zwar vor Augen, studiere aber trotzdem mittlerweile im 14 Semester - vielleicht ja auch, weil ich keine Ahnung habe, was ich danach mit mir anfangen soll. Mein Kumpel, der genauso alt ist wie ich, ist gelernter Zimmermann, war geschlagene 10 Jahre arbeitslos, Profikiffer und will jetzt für eine Bäckerei Brötchen ausfahren. Als er mir sagte, dass er dafür nachts um zwei raus muss, habe ich ihm entgegnet:”Das schaffst du keinen Monat!” Ich kenne meinen Freund, aber vielleicht geschieht ja noch ein Wunder. Spass gemacht hat ihm der Job im Kurpark Bad Eilsen, da konnte er mit 30 anderen Jungs für einen Euro/Stunde Laub zusammenfegen oder Büsche schneiden, aber die Samtgemeinde hatte kein Geld mehr, also waren alle 30 bald wieder arbeitslos. Er findet es super, dass ich in Berlin bin und studiere. Er sagt:”Dann findest du aber bestimmt einen guten Job und verdienst viel Geld.” Ja, Pustekuchen! Winke winke - ich bin der klassische Urbane Penner wie er leibt und lebt, ich mache einen Telefonjob um mich über Wasser zu halten, mittlerweile studiere ich auch wieder “wirklich”. Eine Zeit war das nämlich anders: Buch aufschlagen, aufgeschlagen lassen und den Tag über im Internet surfen, da gibt es soviel Buntes und Interessantes (ist ja wirklich so), jedenfalls ist das unterhaltsamer als schnöde Theorie. Ich bin selbst schuld.
Nun gut, die Arbeitslosenzahlen haben sich erholt und trotzdem sieht die Zukunft unserer Generation irgendwie düster aus, meine Schwester macht ihren Weg, ganz sicher, aber was wird aus den ganzen Typen, die so drauf sind wie ich - Generation Praktikum, das trifft das schon ganz gut. Wir machen einfach Praktika bis wir 60 sind, das wäre für alle das Günstigste, dann leben wir noch einige Jahre von den aufgelösten Anlagen unserer Eltern; die nächste Generation wird nicht so anspruchsvoll sein wie wir es sind, die können auch wieder am Fliessband arbeiten, du musst ihnen nur erzählen, dass es sich bei dem Job eigentlich um ein Videospiel handelt, bei dem man Credits sammeln muss und schon machen die das. Das Problem des Urbanen Penners ist wahrscheinlich, dass er ZU gebildet ist, um einen Spargelerntejob lieben zu können. Wir brauchen also nicht MEHR Bildung, wir brauchen weniger. Wir brauchen Schrauben als Menschen getarnt, die wir in die Fabriken schicken können und die ohne Murren für einen Euro/Stunde feste zupacken. Also: macht die Opernhäuser dicht und schließt die Unis, bis auf die drei Elite-Unis, die können wir behalten, der Rest ist sowieso zweite Klasse und begünstigt die Wucherung des Urbanen Penners! So machen wir das und wir werden sehen, dass sich die Staatskassen füllen werden. 150€ Subventionsgeld für ein Ticket bei der Deutschen Oper - ja Herrschaftszeiten, das kann nicht funktionieren! Rigoros alle Opernhäuser abreissen und dafür Sega-Hütten bauen, wo die Kids die Kunst des Videospielens lernen, damit sie wieder kraftvoll zupacken lernen.
Manierenfreie Meinungsfreiheit
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tofu:02.11.2006 um 16:24klar muss diskutiert werden und natürlich hat man Angst vor dem menschlichen Monster oder auch dem Idealtypus, aber davon sind wir noch ein bisschen entfernt, es wäre doch aber wunderbar, wenn wir bsp. ein effektives Allheilmittel gegen Krebs hätten…
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tofu:02.11.2006 um 10:34@matze nochmal:
ich weiss nicht, ob es 100%-tig dazu kommen wird, deswegen sagt Michael ja, dass man diese “neuen Gewässer” sehr vorsichtig befahren sollte, aber Amerika und auch Europa waren immer Kontinente des technologischen Fortschritts und man muss die Menschen im Auge haben, die heute und in der Zukunft an so einem “Scheiss” wie Parkinson leiden werden. Soll man sie leiden lassen und es sein lassen, alles Erdenkliche für sie zu tun um sie von ihren Qualen zu befreien? Ich denke, wir sollten uns in manchen Punkten nicht sooo viele Gedanken machen, denn solange es lebendige Wesen gibt, gibt es auch Seelen, die den Weltgeist erkennen, ob sie nun so oder so entstanden sind, spielt keine Rolle. Ich denke, dass Stammzellenforschung durchaus neue medizinische Möglichkeiten enthüllen kann. Damals hatten die Menschen auch Angst vor elektrischem Strom und der Wechselstrom wurde bsp. von Edison verteufelt. Natürlich haben wir Menschen Ängste, aber sie müssen überwunden werden! Ohne Technik befänden wir uns doch alle noch in irgendeiner Höhle, also warum nicht auch in diesem Bereich weiterforschen.
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tofu:02.11.2006 um 10:22der Mann hat´s nicht verdient so durch den Schmutz gezogen zu werden, nicht nur weil ich die “Zurück in die zukunft”-Filme liebe. Er hat eine Position, die man einfach mal diskutieren sollte und er ist krank und man könnte mit Stammzellenforschung vielleicht eine Menge in diesem Punkt erreichen. Das muss man erstmal so wie es ist feststellen. Natürlich regen sich da in den USA große Widerstände.
@matze
ich weiss nicht, ob es 100%-tig dazu kommen wird, deswegen meint d
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hehe, immer wieder sehr verbunden, zum Kopf-frei-kriegen sind Computerspiele doch super, aber man wird schnell addicted to a Computerspiel (um mal in Nina Hagens Syntax zu sprechen) - man muss halt auch n bisserl vorsichtig sein, bin da auch sehr gefährdet…