Alle anwesenden Künstler hatten sicherlich ihren ganz eigenen Motive an diesem “Event” teilzunehmen. Und sei es, den Samastagnachmittag sich mal wieder als Star zu fühlen, statt sich nach 5 Gin’n'Tonic vor 18.00 Uhr auf die gloreiche Vergangenheit zu kaprizieren.
Nun wird jeder, je nach musikalischer Sozialisation, dem ein oder anderen der Auftretenen den Zweifel für den Angeklagten zugestehen (in meinem Fall dem guten M. Stipe auch wenn blaue Augenringe an Affigkeit kaum zu überbieten sind - aber immerhin haben die schon auf der ‘90 Orange tour mit Greenpeace-Ständen im Metropol gernervt).
Und ja, sie haben alle recht, und ja, trotzdem, es ist es peinlich und bigott.
Irgendwie hatte das erste LiveAid in meiner Erinnerung mehr Auswirkung als das zweite je haben wird. Ob dies meiner damals jugendlichen Verklärung, oder viel realistischer dem damals griffigeren und zeitgemässeren Motto “I want your fucking money” geschuldet ist sei mal dahingestellt. Jedenfalls war B. Geldof anno dazumal für mich wenigstens noch halbwegs ernstzunehmen, heute klappt das leider überhaupt nicht mehr. Liegt das an mir, meinem Alter, oder passt dieser bigotte Aufruf nach “voice” einfach gar nicht mehr in unsere Zeit?
Und da ist der Punkt: Ich habe Tränen vergossen, den Wagen angehalten oder beschleunigt, ich war schweissgebadet und selbst blaue Flecken habe ich mit Stolz hin und dann davongetragen, und zumindest eine gewisse Rührung (und manchmal heftiger als zugegeben) stellt sich bei mir bei ausgewählten Titeln der angeblich naiven und simplen Popmusik auch heutzutage noch ein. Aber trotzdem, oder besser: eben deswegen habe ich LiveAid 1 kaum verstanden und #2 entzieht sich völlig meines Interesses und dem was ich für Glaubwürdigkeit halte.
Ein Event eben, wie jede Love Parade, Full Moon Party, Rock am Ring, usw. Ich denke, die moralische Überhöhung ist in allen Fällen gleichartig von den konsumierenden Teilnehmern der Veranstaltungen ebenso bergierig aufesogen worden wie auch an Ihnen vorbeigegangen. Ich erinnere an die omni-plazierten “Why?”-Plakate in allen Jugenzimmern der 80er - plakativer Anspruch ohne Konsequenzen - so kommen mir die “allstars”, die gestern über die Bühne der Welt tobten-moralisierten-sich ergossen-als schwaches Abbild iherer selbsts sich präsentierten- oder im besten Falle performten- vor.
Und es ist nicht OK, wenn es möglicherweise (also niemals) etwas bringt, denn der Schaden ist nicht ein Risiko, sondern immanent -> totaler Glaubwürdigkeitsverlust für alle 15-jährigen auch wenn diese dies heute noch nicht sehen …
Mag trotzdem schön für viele gewesen sein, aber das ist für die meisten ein Abend mit Freunden, Bier und MTV+Jamba auch. Und da meinen es die Performer in den Werbeblöcken zumindest ernst (und werden auch so verstanden!).
Ein jeder mag seine Nutzenkurven durch scheinbar altruistische Aktionen verschieben wie er mag, aber mir kann niemand mehr erklären, dass dies nicht wegen einer Optimierung des Eigennutzen passiert. Oder vielleicht war es doch falsch “Wirtschaft” zu studieren, jedenfalls bin ich hierbei näher beim hier verteufelten Henryk M.B. als sonstwo.
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Alle anwesenden Künstler hatten sicherlich ihren ganz eigenen Motive an diesem “Event” teilzunehmen. Und sei es, den Samastagnachmittag sich mal wieder als Star zu fühlen, statt sich nach 5 Gin’n'Tonic vor 18.00 Uhr auf die gloreiche Vergangenheit zu kaprizieren.
Nun wird jeder, je nach musikalischer Sozialisation, dem ein oder anderen der Auftretenen den Zweifel für den Angeklagten zugestehen (in meinem Fall dem guten M. Stipe auch wenn blaue Augenringe an Affigkeit kaum zu überbieten sind - aber immerhin haben die schon auf der ‘90 Orange tour mit Greenpeace-Ständen im Metropol gernervt).
Und ja, sie haben alle recht, und ja, trotzdem, es ist es peinlich und bigott.
Irgendwie hatte das erste LiveAid in meiner Erinnerung mehr Auswirkung als das zweite je haben wird. Ob dies meiner damals jugendlichen Verklärung, oder viel realistischer dem damals griffigeren und zeitgemässeren Motto “I want your fucking money” geschuldet ist sei mal dahingestellt. Jedenfalls war B. Geldof anno dazumal für mich wenigstens noch halbwegs ernstzunehmen, heute klappt das leider überhaupt nicht mehr. Liegt das an mir, meinem Alter, oder passt dieser bigotte Aufruf nach “voice” einfach gar nicht mehr in unsere Zeit?
Und da ist der Punkt: Ich habe Tränen vergossen, den Wagen angehalten oder beschleunigt, ich war schweissgebadet und selbst blaue Flecken habe ich mit Stolz hin und dann davongetragen, und zumindest eine gewisse Rührung (und manchmal heftiger als zugegeben) stellt sich bei mir bei ausgewählten Titeln der angeblich naiven und simplen Popmusik auch heutzutage noch ein. Aber trotzdem, oder besser: eben deswegen habe ich LiveAid 1 kaum verstanden und #2 entzieht sich völlig meines Interesses und dem was ich für Glaubwürdigkeit halte.
Ein Event eben, wie jede Love Parade, Full Moon Party, Rock am Ring, usw. Ich denke, die moralische Überhöhung ist in allen Fällen gleichartig von den konsumierenden Teilnehmern der Veranstaltungen ebenso bergierig aufesogen worden wie auch an Ihnen vorbeigegangen. Ich erinnere an die omni-plazierten “Why?”-Plakate in allen Jugenzimmern der 80er - plakativer Anspruch ohne Konsequenzen - so kommen mir die “allstars”, die gestern über die Bühne der Welt tobten-moralisierten-sich ergossen-als schwaches Abbild iherer selbsts sich präsentierten- oder im besten Falle performten- vor.
Und es ist nicht OK, wenn es möglicherweise (also niemals) etwas bringt, denn der Schaden ist nicht ein Risiko, sondern immanent -> totaler Glaubwürdigkeitsverlust für alle 15-jährigen auch wenn diese dies heute noch nicht sehen …
Mag trotzdem schön für viele gewesen sein, aber das ist für die meisten ein Abend mit Freunden, Bier und MTV+Jamba auch. Und da meinen es die Performer in den Werbeblöcken zumindest ernst (und werden auch so verstanden!).
Ein jeder mag seine Nutzenkurven durch scheinbar altruistische Aktionen verschieben wie er mag, aber mir kann niemand mehr erklären, dass dies nicht wegen einer Optimierung des Eigennutzen passiert. Oder vielleicht war es doch falsch “Wirtschaft” zu studieren, jedenfalls bin ich hierbei näher beim hier verteufelten Henryk M.B. als sonstwo.