Eine naive Idee
Leider, leider, leider
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Bubisch:13.07.2006 um 12:15“Es muss diese Batman-Affinität sein. Denn wenn’s auch nur halbwegs zu finanzieren, zu rechtfertigen und nicht so komplett bescheuert wäre, würde ich wohl mindestens drei solcher Miniaturgeldvernichtungsmaschinen mit mir herumtragen. Einfach nur so. Um dauernd drauf rumzudrücken.”
D’Accord! Absolut D’Accord!
Leitkulturen
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Bubisch:07.06.2006 um 15:12Ich stimme Größtenteils zu - Naja, falls Du auf den “Deutschen Sonderweg” anspielst, würde ich zur Vorsicht mahnen. Ich grüble auch schon seit ich mich mit dem Thema beschäftige darüber nach: Sind wir wirklich so anfällig dafür? - Eine Frage, für die man wirklich auf beiden Seiten der Meinungsskala gute Antworten finden kann.
Ich persönlich habe da eine Konsequenz gezogen: Ob Sonderweg oder nicht: Wir Deutschen haben meiner Meinung nach eine Erblast zu tragen - nicht im Sinne einer ewigen Schuld (diese Generation ist ja fast ausgestorben), sondern im Sinne einer ewigen AUFGABE, zu erinnern und wachsam zu bleiben.
Das Problem der heutigen Multikulti-Debatte ist (neben dem Problem, dass Toleranz oft mit Gleichgültigkeit verwechselt wird): Wie ich finde wissen wir selbst noch immer nicht so recht, wer wir sind und wo wir stehen - wie soll ich da jemand anderen akzeptieren, wenn ich mich selbst nur schwer akzeptieren kann? - Ich denke, dies ist auch der Hintergedanke der “Leitkultur” - dieser Begriff soll ja nicht definieren, wie man zu tanzen hat, sondern dass es in Deutschland eine zu beherrschende Amtssprache und gewisse Grundwerte gibt, an die man sich zu halten hat. Innerhalb dieses Rahmens soll doch jeder nach seiner Facon glücklich werden.
Sorry
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Bubisch:07.06.2006 um 13:38Ich finds nicht schlimm. Ich habe schon so viele Kommentare getippt, schlußendlich durchgelesen, das Gesichtverzogen: Ah, nee! - und den ganzen Mist wieder gelöscht. - Scheinbar macht das aber nicht jeder…
Leitkulturen
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Bubisch:07.06.2006 um 13:34Ich finde auch: Kultur ist doch nicht unbedingt immer der “Holzschuhtanz” oder was auch immer - Bräuche ändern sich nun einmal mit der Zeit und manche verschwinden auch einfach, weil z.B. deren gesellschaftliche Notwendigkeit nicht mehr gegeben ist.
In Deutschland ist es vielleicht auch der Bruch, des “Dirtten Reiches”, der die Verbindung zur traditionellen Kultur hat abreißen lassen.
Hier sind meiner Meinung nach die gleichen Effekte am Werk, die auch die schwierige Einstellung der Deutschen zu dem bewirken, was man anderswo Nationalstolz oder Patriotismus nennt.
In einem Land, in dem ein System, das den Trend von Volkstümelei und Nationalismus, dem beharren auf der Tradition als Gefühl der Überlegenheit ausgenutzt hat, um die schlimmsten Verbrechen seit Menschengedenken anzurichten, ist es meiner Meinung nach nachvollziehbar, wenn die betroffene traditionelle Kultur zunächst einmal einen schlechten Ruf hatte (so schade dies auch sein mag). Ist dem denn auch so? Mir kommen da gerade die vielen Heimatfilme der 50er in den Sinn. Spätestens die 68er aber haben mit der Vätergeneration des Krieges aufgeräumt.
Aus dieser Perspektive lassen sich die Beweggründe einer “Gegenkultur” durchaus begreifen - die Frage ist nur: Ist Gegenkultur nicht auch Kultur? Kann nicht auch sie zur typischen Kultur werden? Der Kulturbegriff ist meiner Meinung nach heutzutage sehr problematisch zu diskutieren: Die VIelfalt der Interpretationen ist einfach zu groß.
So, nun aber genug monologisiert - jemand dafür oder dagegen?
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Die Frage ist ja auch, ob man das Problem aus der Welt schaffen will… Diese Frage soll natürlich - in ihrem rein hypothetischen Charakter - eher zum nachdenken anregen.
Dennoch wird hier doch in einem Klima von Macht- und Wirtschaftsinteressen Politik gemacht:
Die USA greifen den Irak ohne Mandat des Sicherheitsrates an: Ein Völkerrechtsverbrechen, keine Sau interessiert das - Israel bombadiert einen UN Stützpunkt und tötet vier UN-Angehörige, kein Mensch sagt etwas dazu. Die Bombardierung von Zivilisten (aus der Annahme, es könnten ja terroristen darunter sein) ist auch nicht völkerrechtlich zu decken (Wir haben ja auch Brennpunkte von Kriminalität etc. und machen diese Stadtviertel ja auch nicht platt) - Diese Seite der Medaille sollte auch betrachtet werden - unabhängig von dem Wahnsinn religiösen Fanatismus’.
In einer Dokumentation zum Kampf gegen den Terror sagt ein CIA-Mitarbeiter, er glaube, dass die Gegenseite “den Krieg gewinne”, solang in den USA niemand die eigene Politik als eine der Ursachen dafür erkenne.
Zur erwähnten Welt-Kolumne: Natürlich darf man sich gegen Angriffe wehren, dennoch sollte man über die Ursachen für diese Angriffe nachdenken - sofern man lösbare Probleme und Fehler auf der eigenen Seite entdeckt, besteht die Möglichkeit, diese vielleicht langfristig zu lösen und die Angriffe zu beenden (jetzt mal als Idealbild gesehen).
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Ja, r0ssi, ganz richtig, so ist es!
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Hm, das ist eine komplizierte Thematik. Natürlich ist nicht der Westen allein schuld an dieser Entwicklung, und natürlich sind die totalitären Regime in der Gegend Schuld an der Armut - aber es ist ebenso wahr, dass die Amerikaner mitnichten stets für die Menschenrechte, sondern vielmehr für ihre eigenen Interessen gekämpft haben. Dies ist in den 50ern in Guatemala zugunsten der United Fruit Corp. geschehen, im jetzigen Iran zugunsten des Schahs von Persien, sie haben Hussein unterstützt und auch Bin Laden, als er noch gegen die Sowjets gekämpft hat (damals aber noch im Interesse der Befreiung Afghanistans, durchaus ein hehres Ziel). Volker Pispers hat das mal sehr schön zugespitzt in eine Reihe gebracht…
Der Westen könnte also meiner Meinung nach wesentlich mehr zur Besserung der Verhältnisse beitragen: Zum einen sollte er in der Region bessere Lebensverhältnisse zu erschaffen bemüht sein (z.B. durch Unterstützung von Initiativen, die allen Bürgern eine Teilhabe an den Ölgewinnen möglich macht), denn damit entzieht man einer Radikalisierung ein Stückweit die Grundlage.
Außerdem sollte den im Westen lebenden Muslimen eine wesentlich bessere Möglichkeit zur Integration gegeben werden. Wichtig ist ein Dialog zwischen allen Mitgliedern einer Gesellschaft. - Zugegeben ist gerade zweiteres leichter gesagt als getan, denn wer integriert werden sol, muss dies auch wollen.
Im ersten Fall wird schon allein durch die Machtgefüge schwierig: Deutschland z.B. darf keine zu scharfe Kritik äußern, wir sind ja das Land des Holocaust, daher müssen wir uns erst einmal generell zurückhalten. Dass viele deutsche Politiker dies grundsätzlich aus einer Selbstzensur heraus tun, macht mich wütend! Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Sind die Dinge die auf beiden Seiten geschehen, deßhalb richtig?