Soziale Abhängigkeiten im Web
One more time: Du bist Deutschland
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anarchitect:24.11.2005 um 13:47Ich stimme darüber ein, dass platte Gleichnisse mit den Nazis - auch wenn dieses Bild nur dazu einlädt - nicht hilfreich sind. Spannend daran ist, dass ähnliche Gleichmachungen für manche von uns das Problem der Kampagne darstellen, wie Gustav Lebeding oben schon anmerkte.
Aber das heiszt auch nicht vorsichtige Vergleiche mit totalitären Regimes aufgrund ihrer Heikelkeit auszuschlieszen. 33-45 ist kein losgekoppelter Ausrutscher der Geschichte, der nix mit der Gegenwart zu tun hat.
Die Frage ist doch: Wer hat die Macht, öffentliche Diskurse und damit gesellschaftliche Praxis zu lenken? Dementsprechend empfinde ich diese Kampagnen nicht als demokratische Hochkultur. Und wenn das Auftauchen dieses Bildes unseren Sinn dafür schärft, hat das doch auch sein Gutes.
Viele Menschen - behaupte ich hier mal - fühlen ähnlich und machen ihrem Unmut in verschiedenen Kontexten Luft (lies: Öffentlichkeit). Neben einem Teil der Blogosphäre wäre sicher auch Graffiti als praktischer Ausdruck von Unmut zu sehen. Interessant ist dann auch, wie Graffiti in deutschen Landen jüngst zum Objekt einer Kampagne wurde. Steht dies der Blogosphäre noch bevor? Eine latente Diskretisierung bzw. Ignoranz der etablierten Medien scheint ja vorhanden zu sein.
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anarchitect:23.11.2005 um 19:47@sub: Du hast recht, dass der Bezug auf Deutschland und die Nation eben entweder abgelehnt oder befürwortet wird. Dementsprechend fällt dann auch die Bewertung des Inhalts der Kampagne aus. Dies ist meiner Meinung nach nur ein Teil dieser Debatte. Denn die Umstände, die es ermöglichen solche Kampagnen durchzuführen, können schon mit der Propaganda eines totalitären Systems verglichen werden. Das ist meiner Meinung nach nicht nur legitim sondern notwendig. Dabei geht es nicht um eine Gleichsetzung, aber Gemeinsamkeiten sind hier doch offensichtlich: previligierte, mächtige Kreise können Diskurse machen, die dann Konsequenzen haben. Das ist Macht - ich will, kann und tue es. Dass die Herren und Damen aus den Agenturen keine Nazis sind ist klar. Und dass diese Konsequenzen nicht totalitär sind, sieht mensch glücklicherweise just hier in Klein-Blogstedt und anderswo.
Podcast 7.9.2005
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anarchitect:07.09.2005 um 14:19ein solches rückwertsaufnahmegerät wird in dem buch smart mobs von howard rheingold vorgestellt. im prinzip ist es technisch nicht mehr ein groszes problem. im kapitel “Always-On Panopticon” diskutiert rheingold, inwiefern überwachung partizipativer wird, wenn der einfache mensch vonne strasze, solche technologie im rucksack oder im handy hat. wenn also jeder handynutzer potenzieller überwacher ist. ist schon spannend. wirft gewisse fragen auf.
Podcast 6.9.05
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anarchitect:06.09.2005 um 11:57bei so kurzem podcasts lohnt es sich ja auch nich so, das extra auf ein mobiles abspielgerät zu befördern. wenn du aber erstmal “studiogäste” hast, so richtig mit thema, dann kanns ruhig länger dauern und dann machts unterwegs (für mich zumindest) mehr sinn. mir schwebt da so eine themensendung zum schlüsselverlust vor…
und: ich dachte das knacken war gewollt. also ich würds dran lassen.
Podcast 05.09.2005
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anarchitect:05.09.2005 um 10:42heiszt das, dass es jetzt wieder johnny regelmäszig im radio, oder podcast, gibt? wie einst auf einem berlin-brandenburgischen jugendsender? toll. wenn ich jetzt die podcasts immer kurz vor kuttner hören würde, wäre es wie einst. blosz habe ich wohl nicht mehr die geduld für sprechfunk.
CDU-Song
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02
anarchitect:21.06.2005 um 14:59@edelbitter: ja, ich kann mich erinnern. ich habe das vor ein paar jahren bei kuttner gehört und mitgeschnitten. ich habe die mal eben online gestellt:
http://www.anarchitect.org/log/2005/06/21/die-skurrilitat-von-wahlsongs/
ich empfehle kuttners zielgruppenvergleich.
Widgets
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01
anarchitect:08.06.2005 um 17:36als blogeintragschreibklienten nutze ich ecto für mac (gibs auch für win32), es beherrscht wordpress und scheint schon sehr weit zu sein im vergleich zu marsedit. es macht elegantes wysywig auf rtf-basis, beherrscht bildereinbinden mit funktionen wie skalierung und popup und ist ansonsten auch sehr mactypisch. ich musste nur das upload-verzeichnis im administrationsbereich von wordpress explizit angeben, also mit /www/htdocs… das sind wohl zwei entwickler (pro plattformeiner), die praktisch zwei getrennte programme mit einer schnittmenge an funktionalität entwickeln. sehr zu empfehlen und bei einem preis von 15.52 € auch erschwinglich. ich kaufe es auch demnächst. das ding ist die probezeit von 30 tagen kann man verlängern, dabei werden dann nur die einstellungen gelöscht. und die einstellungen sind nicht so wild.
09
@till we *): Jup, du hast vollkommen Recht. Das schlieszt Atomique rein konzeptionell auch nicht aus. Im Moment ist Atomique eher ein Prototyp bzw ein proof-of-concept, um zu zeigen, dass es ohne zentralen Anbieter geht. Aber genau wie Nutzer in der Blogosphäre ihren eigenen Blog installieren oder eben sich bei einem Anbieter registrieren können, sollte dies auch für den Austausch von anderen Dingen (Fotos, Videos, etc) möglich sein. Egal ob ich eine Software aufgesetzt habe oder mich registriert habe, sollte ich in der Lage sein Fotos auszustauschen. Im Moment profitieren aber Flickr & Co daran, dass einerseits konkurrierende Anbieter nicht interooperieren wollen und dass es keine dezentrale Software gibt.
08
Ich denke auch, dass wir keinen übergeordneten Dienst brauchen, der alles zusammenführt, sondern offene Software und Schnittstellen die dezentrale soziale Netzwerke erlaubt, in denen die Nutzer Kontrolle über ihre Daten und Kontakte behalten. Die Vorfälle bei StudiVZ, YouTube und nun letztens auch Flickr zeigen, dass zentralisierte Communities Zensur nicht nur technisch sondern auch praktisch möglich machen.
Die Frage ist: wie kann Community ohne eine zentrale Datenbank stattfinden? Da bieten Blogs bereits einige Ansätze an. Ich habe mich im Rahmen meines Praktikums mit einem dezentralen Ansatz für Fotoaustausch beschäftigt und dafür einen Prototypen entwickelt: Atomique. Das ist noch kantig, aber zeigt, dass technisch einiges möglich ist.
Zwar habe ich mich auf Fotos konzentriert, aber im Prinzip kann man das auf Videos, Bookmarks, Musikgeschmäcker, … erweitern. Ich denke, dass die Frage dezentraler sozialer Software überhaupt die kritische Frage für die nächsten Jahre sein wird. Wenn wir mehr über Webdienste sozial interagieren, müssen wir uns fragen wer die Infrastruktur dafür zur Verfügung stellt und damit gleichzeitig Kontrolle über die Inhalte und Regeln behält. Ich bekomme nicht gerade Schmetterlinge im Bauch, wenn ich darüber nachdenke, dass es Holtzbrink oder Rupert Murdoch sind.