Podcast vom 6.11.2006
Die NPD - Gut, dass es sie gibt
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Alpha-Hasi:02.10.2006 um 17:13Weiten Teilen des Textes würde ich zustimmen, aber an manchen Stellen, ist es mir zu einfach.
Es geht mir jedoch nicht darum, die Totalitarismustheorie wiederzubeleben
Genau das tust Du aber. Erstmal gibt es nicht den Sozialismus. Und dann ist zumindest die Kritik aus den ersten Zitaten nicht falsch. Faktisch gibt es mächtige Konzerne, faktisch werden diese immer größer und faktisch üben diese auch eine imense politische Macht aus (bis hin zur Gesetzgebung). Auch eine imperialistische Gewalt Amerikas ist zu beobachten, von den Tribunalen im Inland, in denen Menschen ohne Würde nach Geständnissen aus Folterverhören abgeurteilt werden, ganz zu schweigen (in Europa nannte man das noch Hexenprozesse und ist stolz darauf, dass diese abgeschafft wurden).
Die Lösung kann nicht plump und einfach “Entmachten durch Enteignen” sein, stimmt, aber die Alternative, die Du erwähnst, ist “Sei froh, dass es so ist, und mach den Mund zu”.
Ich habe grundsätzlich ein Problem damit, wenn Leute dadurch kritisiert werden, dass auch Nazis sich ihrer Ideen oder Symbole annehmen. Eine Kritik am Kapitalismus wird nicht dadurch falsch, dass sie auch von Nazis geübt wird. Wenn die Nazis auf einmal die Kleidung “der Linken” annimmt, kann die Lösung nicht sein, dass “die Linken” sich andere Klamotten zulegen. Wenn die Nazis im Landtag einmal für ein sinnvolles Gesetz stimmen, kann es doch nicht dazu führen, dass auf einmal alle anderen Parteien dagegen sind. Ich will sagen, man darf sich auch nicht im negativen Sinne von Nazis die eigene Meinung vorgeben lassen.
“Früher war alles besser” ist nicht nur ein Problem im Osten, auch im Westen wird vermehrt nach alten Denkmustern gefragt, wie die Bucherfolge von Eva Herrmann und Bernhard Bueb zeigen. Doch während die einen an Adenauer (und seine Riege mit lauter Altnazis, die Ende der 60er aufgearbeitet und danch gleich wieder verdrängt wurde) denken, greifen die anderen nach Wilhelm Piek (und einem wie auch immer gearteten sogenannten “Sozialismus”).
Das neue Stalking Plugin
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Alpha-Hasi:27.09.2006 um 19:20@andreas & spreeblick
Eine Korrekturfunktion ist doof, das führt nur dazu, dass Kommentare geändert werden, wenn Meinungen sich ändern oder der Gegenwind zu groß wird. Bei Flickr ist gut zu beobachten, wie Diskussionen unverständlich werden, weil Leute ihre Einträge komplett umschreiben, bzw. ganz löschen. Bitte nicht machen! Mit Rechtschreibfehlern kann man leben.
Dann ist Liebe ein Teufelskreis
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Alpha-Hasi:16.09.2006 um 02:43Nein, nein, der erste Eintrag war ja schon richtig, auch wenn es keiner glauben mag. Amazon blendet leider blöd aus, Probehören der wichtigen Zeile aber dennoch möglich über:
http://www.t-mobile-jukebox.de/item?albumid=143103
Cindy & Bert behaupten bis heute, dass “Der Hund von Baskerville” ihren eigentlichen Musikgeschmack zeigt und ihre liebste Nummer war. Ein großartiges Stück Musikgeschichte. Echt jetzt. (Während Frau Fischer eher ein gruseliges Beispiel für die nachsingende Zunft ist.)
Sponsor-Gewinnspiel-Hinweis
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Alpha-Hasi:05.09.2006 um 00:14@46/@49: nö, “spirit” ist das nicht.
natürlich kann man jetzt sagen, dass das “charmant ausgetrickst” war, nicht “im sinne des erfinders”, aber der “hat eben auch nicht daran gedacht”… “und es ist ja nur ein spiel” und so weiter.
aber es dürfte auch jedem klar sein, dass nicht unbedingt der gewonnen hat, der im sinne der zuhörer die beste leistung abgeliefert hat, sondern der, der am besten mobilisieren konnte (im moment liefern sich die blocks ein kopf an kopf rennen). das finde ich ärgerlich. nur ein kleiner trost, dass sich auch diese vier mit dem mash mühe gegeben haben, nur wird man jetzt nie erfahren, ob sie es auch ohne kampagne geschafft hätten.
und ich bin froh, dass ich nicht doch noch bei nacht und nebel meinen beitrag fertiggeklöppelt hab (die abgabezeit war wieder so plötzlich zu ende, fast wie bei den hausaufgaben früher), ohne blog und e-mailverteiler hätt’ ich eh keine chance gehabt.
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Alpha-Hasi:02.09.2006 um 16:34vielleicht könnte man (falls es eine neuauflage geben sollte), irgendwie sicher stellen, dass man erst abstimmen kann, wenn man alles gehört hat (flash, stream, zumindest bis zu den ersten zehn sekunden …)? dann fallen zumindest die uninteressierten “ich klick mal eben für xyz”-stimmen weg.
Podcast vom 21.8.2006
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Alpha-Hasi:21.08.2006 um 17:34Ein Album? Nene… Versuch: Einmal vors CD-Regal stellen und ca. fünf Sekunden “wichtige” CDs ziehen ergab am 21.08.06 um ca. 17.15 Uhr (alphabetisch)
Anne Clark - Joined Up Waiting
Bronski Beat - The Age Of Consent
Current 93 - All The Pretty Little Horses
Fehlfarben - Monarchie und Alltag
Geogette Dee - live im Schillertheater
Hildegard Knef - 17 Millimeter
Kate Bush - Hounds Of Love
Leonard Cohen - Greatest Hits (die alten Sachen halt)
Nick Cave - Tender Prey
Red Hot Chili Peppers - By The Way
The Velvet Underground & Nico - (Das mit der Banane drauf)
Weill/Brecht/May - Die Sieben Todsünden (Leipzig 1966)
… weniger geht nicht, tschuldigung, ich geh auch nicht mit auf die Insel …
[Katzenfoto]
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Alpha-Hasi:03.08.2006 um 18:21Sehr gut geschriebener Text, im Endeffekt die gekonnte Ausarbeitung des Sinnspruches von den “Klowänden des Internets”.
Und die Konsequenz? Nicht bloggen? Veränderungen (Vereinnahmungen) der Blogsphäre hinnehmen und keine Kritik mehr äußern? Nur noch seine ureigensten unmittelbaren Erfahrungen in der Welt zwischen Bett und Frühstückstisch mitteilen? Die heute ziemlich nervenden Grabenkämpfe sind die Folge berechtigter Kritik. Deswegen kann ich damit leben. Die Alternative, alles zu schlucken, ist keine.
Wie kann die Menschheit die nächsten 100 Jahre überleben?
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Alpha-Hasi:08.07.2006 um 02:01OK, das war vorhin pessimistisch und spaßgebremst. Mein Leben macht mich zynisch.
Die Frage bleibt interessant und die Antworten (bei Hawking) zeigen, dass viele Angst vor einem Nuklearkrieg haben (machen das die Berichte über Nordkorea? die USA ist im Drohen und auch bereits mehr als einmal mit dem Einsatz wenig zimperlich gewesen).
Die Umwelt ist ein weiteres großes Feld, aber keiner glaubt oder denkt, oder schlägt vor, etwas in dieser Hinsicht zu retten oder gar zu ändern. Vielmehr gehen die Hoffnungen in Richtung Besiedeln fremder Planeten. Die Menschheit als Mietnormaden des Weltalls?!
Ich würde mich gern von jemandem hier überzeugen lassen, dass es Möglichkeiten gibt, den ganzen Schlamassel abzuwenden, der bereits begonnen hat. Ob der Meeresspiegel in vierzig Jahren um vier Centimeter steigt, ist unerheblich, wenn in weiten Teilen der Erde schon in zehn Jahren kaum noch Trinkwasser vorhanden ist, wenn man nur noch mit Maske auf die Straße kann wegen der Sonneneinwirkung (in Australien gehören Mütze und Créme bereits jetzt zum Standard), oder sich die weltweiten Meereströmungen so stark geändert haben, dass das resultierende Klima nur noch zwischen 40-Grad-Sommer und minus-20-Grad-Winter wechselt (in unseren gemäßigten Breiten, von anderen will ich gar nicht reden).
Ich befürchte, dass Kinderzeugen und diese durch Waldorfschulen jagen, damit sie später wissen, dass man aus Tropenholz keine Gartenmöbel baut, nicht ausreicht. Ich mag meine pessimistische Haltung nicht! Deswegen ist der Aufruf zum optimistischen Gegenentwurf durchaus ernst gemeint. Aber dieses lachende “ach, wird schon” geht mir auf den Keks, wenn es einher geht mit dem völlig selbstverständlkichen Beteiligen an allem, von dem man weiß, dass es eigentlich definitiv und unausweichlich zu einem bösen Ende führt.
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Alpha-Hasi:07.07.2006 um 20:14Platon hatte, wie auch andere Philosophen später, zum einen nicht dieses äußerst effektive Waffenarsenal, zum anderen auch noch nicht diese massive und äußerst effektive Zerstörung von Ressourcen vor sich.
Wenn man sieht, welche Zerstörung ein nur sehr kleiner Anteil der Weltstaaten mit seiner Industrialisierung in kürzester Zeit angerichtet hat (und dies weiterhin tut), dann sehe ich absolut schwarz, wenn ich die rapide Entwicklung der nachziehenden Länder sehe. Aus “unseren” Fehlern lernen sie offensichtlich nicht, und warum sollten sie auch, wenn nichtmal “wir” zum Konsequenzen ziehen bereit sind.
Das bisschen Biomüllsortieren ist Kleinkram gegen die Fliegerei (mal eben für 30 Euro durch Deutschland) oder die Entfischung der Weltmeere und Abholzung der letzten Wälder.
Ich vermute, dass Erfindungsreichtum schon einigen das Überleben sichern wird, dabei wird wie immer das vorhandene Kapital “regulierend” wirken. Doch ob es schön ist, in einer entnaturisierten künstlichen Welt zu leben, sei dahin gestellt.
Kopf-an-Kopf-Rennen
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Alpha-Hasi:27.04.2006 um 15:37Wärend M. Goldt locker-flockig gut zu lesende mehrschichtige Texte zu Papier bringt, merkt man bei Stuckrad-Barre nur den unbedingten Willen mit jedem Satz irgendwie intelektuell, modern, trendy rüberzukommen. Bestenfalls langweilig. Oder eben einfach nicht mein Ding.
One Internet Online Marketing Agency
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Alpha-Hasi:22.04.2006 um 11:44@ben_
… dass werbende Kommentare kostenpflichtig entfernt werden.
Im ersten Moment eine nette Idee, aber in der Folge die Gefahr, dass ich nicht nur als Forumsbetreiber Rechnungen (aka Abmahnungen) bekomme sondern auch als Kommentator. Muss man die Teufel überall herbeirufen (Entschuldigung, Herr Vetter, Anwesende wie immer ausgeschlossen)?
Neulich im Café
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Alpha-Hasi:18.04.2006 um 22:30Nach dem Hören des Soundtracks von “Priscilla”, hat ein (junger) Freund von mir Mitleidspunkte gesammelt, weil er sich erstaunt darüber zeigte, dass die Village People “Go West” gecovert hätten (von den Pet Shop Boys). Und das als Homosexueller! Was lernen die eigentlich in der Schule?
Spreadshirt
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Alpha-Hasi:12.04.2006 um 14:01Zu Spreeblick passt ein qualitativ hochwertiger Siebdruck auf ausgesuchten T-Shirts besser, als ein 0815-Plastikflocken-Shirt einer Großdruckerei!
Es sei auch darauf hingewiesen, dass man mit dem Drucken hier eine lokale Druckerrei unterstützt, und ich vermute mal, dass Ihr das lieber per Handschlag dem Drucker in die Hand drückt, als einen Großkonzern, der nicht nur emotionslos an die Sache geht sondern auch mit Euch und der Spree gar nix mehr zu tun hat…
Live by the River!
SpOn-Link ohne Gemecker
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Alpha-Hasi:06.04.2006 um 12:34Bayern ist doch das Land, in dem eine Famile fast von der Dorfgemeinschaft gesteinigt wurde, weil sie es gewagt hat, gegen die Holzkreuze in Schulen vorzugehen?
Nach meiner Erfahrung basiert die “gute Integration” (nicht nur von “Ausländern”) hauptsächlich darauf, dass jeder, der sich nicht mit der Masse gleich macht, das Weite sucht. Das gibt mir zu denken.
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Alpha-Hasi:05.04.2006 um 23:08Wie kommt denn eigentlich gerade der Herr Stoiber dazu, sich so um die deutsche Sprache zu kümmern? Sprachtests? Bitte gleich ganz oben anfangen!
Wenn ich mal erinnern darf, auf Spreeblick Anfang Januar: Endlich ein Lübke-Nachfolger
Die Rückkehr des Wortes
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Alpha-Hasi:29.03.2006 um 17:16Ich sehe weder die Möglichkeit, den Kapitalismus abzuschaffen, noch glaube ich, dass es besser wird, wenn man “Kapital” durch “Ideologietreue” ersetzt.
Ich möchte aber dennoch, dass es nicht länger selbstverständlich bleibt, dass der eine statt 100 in Zukunft 120 verdient und der andere zufrieden sein soll, wenn er statt 10 vielleicht 12 bekommt. Prozentuel mag das gleich sein, aber gerecht ist es nicht. Und es verschärft die Situation. Arbeit mus aufgewertet werden.
Und so komme ich wieder zum Grundgehalt, dass *innerhalb* des kapitalistischen Systems *zwingt* heut ignorierte Arbeit aufzuwerten.
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Alpha-Hasi:29.03.2006 um 17:05Kai, Du schriebst von den “Gewinnern” der Globalisierung und als Beispiel nennst Du China, für Dich oben ein “Gewinner abseits der bösen Großkonzerne”.
Da muss es schon erlaubt sein, darauf hinzuweisen, dass der “Fortschritt” in China auf dem Papier und der Satistik stattfindet und der Gewinn fast ausschließlich in den Geldbörsen eben jener Großkonzerne landet. Dieser Hinweis entschuldigt weder Diktaturen oder “Kulturrevolutionen” früherer Zeiten. Dass in der Gesammtsumme mehr erwirtschaftet wird und es dem “Staat” und seinen Bürgern *im Schnitt* besser geht, ist aber vor allem dann ziemlich wurscht, wenn die Masse an Leuten, die in Armut lebt (oder, wie in China verhungert) beständig wächst. Wem nutzt das Kapital da? “Den Menschen”? Und wenn nach ein paar Jahren auch etwas mehr Gesundheitspolitik betrieben wird und man aus den riesigen Töpen Almosen nach unten schmeißt (schließlich ist man ja irgendwie auch angewiesen auf die Ameisen), ändert sich nur die Optik der Armut. Es verhungert keiner mehr, aber das Geld und damit die Freiheit zu Leben, bleibt in den kleinen abgeschotteten Bereichen, in denen es sich heut schon befindet.
Es gibt auch für Deutschland einen höchstoffizellen “Armutsbericht”, dieser dokumentiert, wie die Menge an “Menschen in Armut” immer schneller wächst. Und längst betrifft das nicht mehr nur ein kleines Grüppchen von Arbeitslosen. Das “Land” selbst ist dabei merkwürdigerweise nicht ärmer geworden. Also wo ist das Geld? Wieso wird die Polarität zwischen arm und reich immer größer? Liegt das alles daran, dass die Menge nicht arbeiten will? Es der Arme also nur nicht genug versucht?
Das System erinnert an den absolutistischen König, dem alles - Geld wie Menschen - gehört und der seine Umgebung durch ihre Abhängigkeit von Zuwendungen im Griff hat. Damals gab es quasi kein “unabhängiges” soziales Netz. Der König war identisch mit dem Staat. Nach langen Zeiten (und Kämpfen) hat sich heute ein Staat entwickelt, der eine soziale Sicherung garantieren möchte. Es wurde entdeckt, dass eine soziale Absicherung innerhalb einer Gemeinschaft auch Vorteile für alle bringt. Das funtionierte eine Weile, aber durch oben beschriebene Spirale hat der Staat keine finanziellen Mittel mehr. Wie beim König, liegt das Zahlungsmittel mehr und mehr in “einer” Hand, die sich aber größtenteils dem “sozialen Zugriff” entziehen kann (Abschreibungen, private Versicherungen etc.). Man muss nicht studiert haben, um zu sehen, dass kein soziales Netzwerk das halten kann, wenn weiterhin die Geldströme so ungebremst polar aufgeteilt werden. Aber was macht der Staat? Er schränkt Leistungen ein, er erhöht seine Einnahmen hauptsächlich auf der Seite, auf der ohnehin schon immer weniger ist.
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Alpha-Hasi:28.03.2006 um 22:42@leo
Genau das mein ich! Man muss bei diesen Arbeiten endlich erkennen, dass sie einen Wert haben, der bezahlt werden muss. Gerade weil sie keiner machen will, müssten sie doch ebenso gut bezahlt werden, wie ein Vorstandsvorsitzender, der zweimal im Jahr eine Sitzung leitet und sonst nur auf Firmenfotos auftaucht. Aber soweit ich das beobachte, wird solche niedere Arbeit tendenziell immer weniger bezahlt.
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Alpha-Hasi:28.03.2006 um 22:37@Pam
Ich weiß, dass man den Kapitalismus nicht einfach abschalten kann, ich bin mir auch sicher, dass irgend ein anderer Mechanismus übernehmen würde, soweit will ich ja gar nicht.
Ich sprach nicht von einer *Gleich*bezahlung, nur von einer Verhältnismäßigkeit! Die heutige Situation ist absurd und verschärft sich weiterhin. Das Grundgehalt würde unter anderm dazu führen, dass man Leistungen, die man heute erpresst, auch “angemessen” bezahlen muss. Es gibt übrigens durchaus Leute, die *gern* Putzen und lieber so ihr Geld verdienen (würden), als zu studieren und später im Büro zu sitzen.
Desweiteren sollte ausschlaggebend für ein Studium ein Interesse daran sein. Wohlgemerkt ein Interesse am Thema, nicht am späteren Gehalt. Fachidioten sind auch für die Wirtschaft eher eine Belastung. Leidenschaft kommt weiter. Manchmal jedenfalls - naja, zumindest idealerweise. Die meisten Hochschulen wären auch gern einen Großteil ihrer Schützlinge los. Geregelt wird das jetzt wieder mal durch die Finanzen.
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Alpha-Hasi:28.03.2006 um 21:36An die, die Flexibilität fordern und sich schon jetzt als einzige fleißige Verdiener ausgebeutet sehen:
Flexibel sein! Diese Moral der Gegenwart - “Jeder ist seines Glückes Schmied” - greift nicht mehr in dieser Gesellschaft.
Habe ich Geld, darf ich alles: Ich kann Jahrzehnte studieren, ich kann wohnen wo und wie ich will und mir meine berufliche Zukunft aussuchen. Habe ich kein Geld (haben meine Eltern keins), dann muss ich gefälligst in neun Semestern meinen Abschluss haben, dann soll ich wegen einem Job mein gesammtes Umfeld aufgeben, notfalls eben auch alle zwei, drei Jahre wieder (entsprechend einem aufgeweichtem Kündigungsschutz). Und wohnen darf ich ohne Arbeit/Geld über kurz oder lang natürlich auch nur noch dort, wo ich eine Wohnung bekomme. Längst haben Hausverwaltungen eingeübt, unvermietbare Butzen zum Höchstpreis an Neumieter zu binden, die von Amts wegen nicht nein sagen können.
Diese “Gleichheit” ist eine Gleichheit für Besserverdienende und deren Nachkommen.
Und es ändert sich nichts. Wenn Herr Ackermann z.B. 12.000.000 EUR jährlich verdient, sind das pro Stunde, rund um die Uhr 1370 Euro! Die Putzfrau, die sein Büro putzt, bekommt gerade mal 10,50 die Stunde (für tatsächliche Stunden und nur, wenn sie Glück hat). Diese Differenz empfinde ich als unmoralisch! Das kann ich nicht mehr mit Qualifikation, Studium, Berufserfahrung oder sonstwas rechtfertigen. Einen Erfolg des Unternehmens, kann ich nicht allein dem Chef zuordnen. Wenn der nicht mehr aufs Klo kann, oder sein Büro unter Staub verschwindet, wäre das Unternehmen sicher auch nicht so erfolgreich.
Aber was wird diskutiert??? Warum die *Putzfrau* nicht länger arbeitet, warum sie nicht mehr in die Krankenkasse zahlt, warum sie nicht die bösen Raucherpause beim Stundenzettel rausrechnet, … Die Diskussion um die Großverdiener, oder Besserverdiener ist eine Scheindebatte. Gestern noch Heuschrecken, heute wieder Stützen des Landes.
Und bevor der Einwand kommt: Es ist mir klar, dass Millionengehälter selten sind. Ich weiß nicht, ob die polemischen 12 Millionen exakt stimmen, ob sie Brutto oder Netto sind, aber selbst wenn das Gehalt nur ein zehntel so hoch ist, steht es stellvertretend für eine kleine Menge an Spitzenverdienenden, eine weitaus größere Menge von Sehr-gut-verdienenden und dem großen, großen Rest von Kaum-verdienenden, die sich im heutigen Arbeitsleben gegenüber stehen.
Unter diesen Vorraussetzungen funktioniert das Grundgehalt sicher nicht, warum soll jemand den Schreibtisch für ein Butterbrot putzen, wenn der, der dahintersitz im gleichen Moment nur für’s Zugucken das Hundertfache verdient? Die Abhängigkeit würde wegbrechen, man würde die Notwendigkeit der niederen unqualifizierten Arbeiten zur Kenntnis nehmen müssen. Heute festzustellen, dass die Leute nicht arbeiten würden, ist banal. Wichtiger wäre festzustellen: Sie haben Recht!
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Alpha-Hasi:28.03.2006 um 00:56Mir gefällt der Text - mir gefällt ein Gedanke, eine Utopie, in der das allgemeine Leben wieder um etwas anderes kreist, als den Profit, den man mit einer popeligen Idee, einer Tat oder einem Menschen machen kann.
Mein Zynismus lässt dem Denken aber nicht mehr viel Luft. Zu oft sehe ich immer wieder den selben Kreislauf. Ob nun “die Grünen”, die sich, nach zwanzig Jahren “endlich erwachsen”, schlimmer verhalten, als die, gegen die sie einst angetreten sind. Ob es Bürgerrechtler im Osten sind, die bei Gefahr für Leib und Leben auf die Straße gingen und damit eine “Wende” einleiteten, doch am Ende von einer weitaus größeren Masse überrant wurden, die - dann völlig ohne Gefahr - groß und großspurig demonstrierte, dass jetzt gefälligst die D-Mark zu “kommen” hat.
Persönlich hatte ich viel mit der “Schwulenbewegeung” zu tun, die lange Ideale und Utopien gefordert und immer wieder unbequem vorgelebt hat, bis sie durch Verbände und organisierte Parteipolitik geschluckt und ins Gegenteil mutiert wurde. Wer weiß bei den auf Umsatz getrimmten CSD-Veranstaltungen weltweit noch, dass diese Demonstration auf Lesben, Schwule und vor allem Transen und Stricher zurückgeht, die sich gegen Polizeiwillkür gewehrt haben, welche möglich war, weil diese Leute schlicht kein Geld für Anwälte, Bestechungen oder einflussreiche Freunde hatten? Ich bekomme mit, wie sechzigjährige Schwule, die damals auf die Straße gingen und damit Knast und Berufsverbot riskiert (oder bekommen) haben, heute aus Schwulenkneipen rausgeschmissen werden, weil sie “zu alt” sind. Rausgeschmissen aus Kneipen, die es ohne sie heute nie und nimmer geben würde!
Anders denken und unbequem sein bedeutet unangenehm auffallen. Das ist anstrengend, man macht sich manchmal lächerlich, man ist entweder Zielscheibe oder man wird frustriert, weil die meisten einen ignorieren. Und wenn man es wirklich schafft, Aufmerksamkeit zu erreichen, wenn so langsam mehr und mehr Leute teilhaben (Widerstand ist meist nur dann groß, wenn der einzelne selbst nicht auffällig werden muss), dann bildet sich irgend eine Gruppe, die das Ruder übernimmt. Die Menge wird in Bahnen gelenkt und die große (gar nicht mehr so agile und “freie”) Gruppe dient wenigen, früher zur Macht (erstrittene Posten in der Bewegung, der Politik oder Verwaltung) heute zum Kommerz.
Wie gesagt: mehrfach selbst erlebt.
Und am Ende bleiben auf der einen Seite die weinerlichen politisch ultra-korrekten und auf der anderen Seite die, denen alles egal ist, solangs nur bezahlt wird (”realistisch” nennen sich die). Wie soll man da *nicht* zynisch werden?
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PS: auch ein wunderschönes (November-)Lied von Alexandra: “Was ist das Ziel”, bei dem Strophe für Strophe neue Instrumente in die Halle gefahren werden…
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Menschen glauben, wenn sie andere Worte benutzen, sie zeigen, dass ihr Denken sich geändert hat. Aber nur weil ich “Sinti & Roma” sage, kann ich dennoch an die alten Klischees vom “Zigeuner” glauben. Es geht nicht nur um Worte, es geht um Inhalte.
Ich mag das Lied “Zigeunerjunge” sehr, genauso wie auch “Gypsies, Tramps & Thieves” von Cheer (schöne deutsche Version: “Die Zigeuner kommen” von Sibylle Nicolai), aber ich bin froh, dass diese Texte heute nicht mehr möglich wären. Auch wenn die Melodie schön sein mag und ein romantisches Bild gezaubert wird, ist die Gleichsetzung von Zigeuner = Dieb weder nett noch besonders förderlich für einen friedlichen Umgang miteinander. Genauso wie die jahrelange Gleichsetzung von Schwarzen entweder mit Sexsymbol oder mit dummer kleiner (aber lieber) Hinterwäldler noch heute dazu führt, dass Schwarze keine hochqualifizierten Jobs bekommen, weil sie “eben nicht ganz so klug sind, wie die weißen Kollegen”. Lieder bestimmen das Denken mit. Vorurteile werden zementiert, es reicht dabei nicht aus, nebenbei zu erwähnen, dass das “alles nicht so gemeint” ist. Allein, von diesem Klischee zu wissen, ist schon ein Zeichen für den Erfolg der Kritik an diesem Umgang mit Sprache.
Also lehne ich mich hin und wieder zurück und dämmere in eine alte Zeit, die “gute alte Zeit”, in der man noch wusste, was richtig und was falsch war, höre diese Musik, freue mich über schöne Melodien und die simple Aufteilung der Welt in Gut und Böse, Schwarz und Weiß. Das ist gemütlich und bequem. Aber wenn das Lied zu Ende ist, dann bin ich auch wieder hier und sehe die Folgen dieses Denkens und tue mein Möglichstes um klar zu machen, dass diese Sprache eben nicht in ordnung ist.
Es ist ein wesentlicher Punkt, wenn Ihr heute wisst, dass es sich um ein Klischee handelt. Das war in den 60ern anders, und ich würde behaupten, es ist für viele heute immer noch so.