Frank geht’s schlecht
One more time: Du bist Deutschland
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Simon:01.12.2005 um 02:25Hat zwar nicht direkt mit dem Bild zu tun, aber weils trotzdem so schön passt: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/9/0,4070,2401737-5,00.html
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Simon:25.11.2005 um 18:25@Maike123 / Beitr. 309:
“Ja, ‘die’. Mit denen habe ich nichts zu tun. Mit denen will ich kein ‘wir’ konstruieren. Da ist nichts ‘natürlich’ dran (Blog 171) (…) Das Gebiet, in dem ich lebe, gehört zum Gebiet der BRD. Da ist nichts ‘natürlich’ dran”Das habe ich so auch nicht behauptet. Ich schrieb lediglich, dass die Abgrenzung zwischen “wir” und “ihr” aufgrund unterschiedlicher sozio-ökonomischer Umstände natürlich ist. Diese können selbstverständlich unter Menschen gleicher Nationalität unterschiedlicher sein, als zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalität.
@ancheline / Beitr. 310:
Magst du einmal ausführen, was daran lächerlich ist, dieser Kampagne kritisch gegenüber zu stehen und auch einen dementsprechenden - zugegebenermaßen teilweise sehr theoretischen - Diskurs zu führen?
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Simon:23.11.2005 um 21:37@SUB:
“Die Abgrenzung wir/sie ist IMHO einfach natürlich. Ich glaube nicht an die Weltgemeinschaft von Gleichen. Was allerdings nicht bedeutet, dass ich das toll finde. Ich klebe gewiss nicht an einer Nation, wohl aber an meinem individuellen kultur-historischen Background. Was jetzt super großkotzig klingt, heisst nichts anderes als: Ich bin nunmal in Deutschland geboren, aufgewachsen und sozialisiert. Und ich find’s okay. Für Stolz reicht es nicht ganz, aber Scham ist mir in diesem Zusammenhang halt fern. Und nur, weil ich ein “Wir” und ein “Ihr” erkenne, liegt in dem ganzen noch keine Abwertung. Zumindest nicht für mich und die paar Nasen, die mir nahe stehen.”Da hast du mich, glaube ich, falsch verstanden. Dass es aus verschiedensten Gründen schon immer diese Abgrenzung zwischen “wir” und “ihr” gab und wohl auch geben wird, allein schon aufgrund unterschiedlicher Lebensumstände, steht auch für mich ausser Frage.
Was ich vielmehr ausdrücken wollte, war mein Unbehagen angesichts der Tatsache, dass durch solch nationalistische Kampagnen diese Abgrenzung unnötig gestärkt wird und aus einem derart überhöhten Zugehörigkeitsgefühl schnell die Ablehnung des Anderen resultieren kann. Siehe dazu auch die zahlreichen Untersuchungen zur Intergruppendiskriminierung, insbesondere Tajfel, Flament, Billig und Bundy (1971).
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Simon:23.11.2005 um 20:07“Zum Beispiel der, dass in der laufenden Kampagne der Nationenbegriff nicht dazu verwendet wird, andere Länder oder Bevölkerungsgruppen herabzusetzen oder gar anzugreifen”
Die aktive Herabsetzung anderer Länder oder Bevölkerungsgruppen ist auch nicht zwangsläufig nötig, um diese Kampagne höchst kritisch zu betrachten.
Damit will ich gar nicht behaupten, dass diese Kampagne rechtsradikal oder ausländerfeindlich ist aber sie könnte “in der aktuellen Situation” (hallo, Herr Cords) ein erster Schritt in die falsche Richtung sein.
“Wir”, in diesem Falle wäre das dann Deutschland bzw. die Deutschen, definiert sich nunmal vorrangig durch die Abgrenzung gegenüber allem, was anders ist: wir und ihr. Und ein überhöhtes Selbstwertgefühl, welches durch solch plumpe Propaganda allzu leicht erzeugt wird, führt ebenso leicht zu einer Geringschätzung des Anderen.
“Wir” sind eben immer besser als die anderen.Das Auftauchen dieses Bildes ist jedoch, wie andere schon erwähnten, nichts weiter als eine wundervolle Realsatire, die lediglich den propagandistischen Character von “Du bist Deutschland” offenlegt.
Ein Skandal ist es aber nicht, halt nur ein Grund mehr, nochmal nachzudenken.
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Wunderbares Beispiel für die Selbstinszenierungslogik des Fernsehens….die Kritische Theorie lässt grüßen.
Und gerade deswegen, gerade weil sie sich für sowas hergeben, haben die Jungs von Seeed bei mir jetzt einen gewissen Sympathieverlust zu verbuchen, auch wenn ich sie - wie andere hier - eigentlich ganz gut leiden kann.