Wer hat Angst vor der ARD?
ARD zensiert Putin-Interview
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Lemmy Caution:01.09.2008 um 21:36Jungs,
ich hab mich über Kanne auf antibuerokratieteam ungefähr so kritisch geäußert wie hier.
Und es ist echt müssig darüber zu diskutieren, ob ich das mit den Ostverträgen von euch erfahren habe (es ist wirklich nicht so) oder nicht.
Spiegelfechter: Du hast das eben ergoogelt.
Lemmy: hab ich nicht.
Spiegelfechter: hast du wohl.
Lemmy: hab ich nicht.
Also egal wie polemisch wir jetzt hier auch diskutieren. Das macht aber echt keinen Spaß.
Hab übrigens in meiner Jugend von Dotoschewski Der Spieler, Die Brüder Karamasow, Schuld und Sühne und Aus einem Totenhaus sowie vor ein paar Jahren Die Dämonen gelesen. Könnt ihr mir jetzt glauben oder nicht.Die Ostverträge führten zu einer Art staatlichen Anerkennung der DDR. Vorher hat die Bundesrepublik sogar Botschaften abgezogen, wenn andere Länder mit der DDR Botschafter ausgetauscht haben. Diese nicht-Anerkennung behinderte die Bundesrepublik. Ausserdem wollte man menschliche Erleichterungen für die wenigen Oppositionellen in der DDR.
2004 betrugen die Exporte nach Rußland 15.000 Mrd, in die USA 65.000 Mrd. Neuere Daten liegen mir nicht vor.
Ich sehe Rußland wirtschaftlich vornehmlich als einen Exporteur von Rohstoffen. Natürlich haben die Russen auch eine Menge Potential. Bei dem Ausgangswert ist das auch nicht so schwierig. Programmiermässig (mein Job) sind russische offshores die billigsten. Ok, vielleicht sind die philipinos inzwischen noch billiger.
Wirtschaften, die sich so stark auf Rohstoffe konzentrieren, laufen immer Gefahr, dass es da eine Menge Korruption, Ämterpatronage, etc. entsteht und die Kompetivität der Restwirtschaft von den einfachen Gewinnen von hochpreisigen Rohstoffen leidet (dutch disease). Venezoelanische Publizisten haben lange von Chávez Öl The devils excrement genannt.
Norwegen und Chile haben für sowas Sparfonds, in die die windfall profits der Rohstoffe fallen. Sowas existiert in Rußland nicht.Im übrigen hatten westdeutsche Unternehmen in Rußland in den letzten Jahren immer wieder Probleme mit einer großen Rechtsunsicherheit zu kämpfen. Gleiche jetzt in Georgien. Rußland hat da viele Versprechen von wegen Rückzug nicht eingehalten. Hört man vielleicht aus der Wirtschaft irgendein Interesse an einem Bündnis mit Rußland?
Rußland ist als Konsument unserer Produkte und Rohstofflieferer interessant. Auf der anderen Seite werden wir uns diesem Muskelspiel und den Drohgebährden nicht beugen. Für ex-DDR Bürger mag das normal sein. Wir in Westdeutschland werden darauf niemals eingehen.
Und warum hat eigentlich die Bevölkerung der ehemaligen “sozialistischen Bruderländer” wie Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn so wenig Interesse an einem Wirtschaftsbündnis mit Rußland. Die sprechen sogar sehr ähnliche Sprachen. Trotzdem scheinen sie sich in einem Sicherheitsabstand von Rußland wohler zu fühlen. Wie gesagt: Nachdem die Russen mit den Drohungen wegen des Raketenschildes anfingen, kippte dort die Stimmung hin zu pro-Raketenschild.
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Lemmy Caution:01.09.2008 um 20:09Für jemanden, der bis eben, noch nicht einmal wusste, was die Ostpolitik ist, lehnst Du Dich aber ziemlich weit aus dem Fenster.
Dein Argumentationsstil ist ein wenig ermüdend. Wo habe ich behauptet, dass ich nichts von der Ostpolitik gewußt hätte?
Du solltest ein bischen an den Manieren deines Argumentationsstils arbeiten.Diplomatisch und wirtschaftlich standen wir den USA und Westeuropa deutlich näher als der DDR. Unsere Automobilindustrie ist eher am Wettbewerb mit Ford, GM-Opel, Renault, Toyota und Fiat gewachsen als an Trabant und Wartburg. Die DDR besaß - auch wegen der Armut der dortigen Bevölkerung - nur eine sehr geringe Bedeutung für die Exporte der bundesrepublikanischen Unternehmen.
Na haben wir gerade eben den KVHS-Kurs „Eristische Dialektik für Anfänger“ abgeschlossen
Deine Kenntnisse griechischer Fremdwörter ist wirklich beeindruckend. Ich hoffe für Steinbrück, dass du das irgendwie pekun äh bimbes-mässig umsetzen kannst. Also gehen wir da de acuerdo, dass die Westbindung für die außenpolitische Grundausrichtung der Bundesrepublik einen deutlich höheren Stellenwert besassen als die Ostverträge?
Die Welt besteht aus vielen Grautönen
Ja klar. Nur in Sachen Westbindung bin ich eben für klare Signale.
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Lemmy Caution:01.09.2008 um 18:57Welch überaus reife Aussage. Chapeau!
Danke.
Volxkultur jenseits der weltrevolutionären Verklemmtheit eben. :-)
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Lemmy Caution:01.09.2008 um 18:44Wenn die Ukraine einmal EU Mitglied ist, dann kann sich ja auch Rußland um einen Beitritt bemühen. Die müßten dort allerdings einiges ändern.
Die Ostverträge bedeuteten die staatliche Anerkennung der DDR. Eine Anerkennung bedeutete aber nicht, dass wir diese Trabischrauber und Stasi-Schnüffler irgendwie ernst genommen haben. So ähnlich ist das jetzt mit Rußland. Du bist zu stark auf die Gesetzes-Texte fixiert. Sogar linke Gruppen haben sich meist scharf vom Ostblock distanziert. Mit Ausnahme von irgendwelchen DKPlern. Die bekamen 0.x % bei Wahlen.
Mann. Mann. Mann. Redet hier vom Verständnis der jüngeren Geschichte und versucht, die Westbindung und Ostverträge auf die gleiche Ebene zu setzen, die so eine Art Äquidistanz der Bundesrepublik zwischen West und Ost zur Folge gehabt hätten. Genau das war in den frühen 70ern die Polemik-Linie von CDU-Harlinern, entsprach aber einfach nicht der Realität.Das Putin Interview wurde aus meiner Sicht nicht sinnentstellend wiedergegeben. Es wurden eben 50 Minuten Propaganda herausgestrichen.
Nur sind „Deine Interessen“ nicht gleich den deutschen Interessen.
Sicher nicht. Die Mehrheit der Deutschen wird aber einer Abnabelung von den USA und einer Hinwendung zu Rußland wohl kaum zustimmen. Sollte es dafür eine Mehrheit geben, würde ich btw. sofort ohne Murren dieses Land verlassen und woanders neu anfangen.
Mir unterlaufen im englischen schon einmal Rechtschreibfehler. In den internationalen Teams, in denen ich mein Geld verdiene, benutze ich für Dokumente Rechtschreibüberprüfungsprogramme. Im Email-Verkehr begehen eigentlich die meisten Leute Rechtschreibfehler. Der Umgang ist lockerer, als du es dir vielleicht vorstellen kannst. Dieser Dotoschewski kann bestimmt besser schreiben. Marktwirtschaft ist übrigens kein “amerikanisches System”. Es gab bedeutsame Beiträge von Deutschen, Österreichern, Schotten, Engländern, Peruanern, Chilenen, Kanadiern und und und.
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Lemmy Caution:01.09.2008 um 17:51Und unter der Regierungszeit Brand hat in diesem Land die Ostpolitik stattgefunden, die auf einen Dialog mit dem damaligen Klassenfeind setzte und Wandel durch Annährung erreichen wollte und erreichte.
Hä? In der Ostpolitik fand doch kein Wandel hin zur DDR statt. Mann. Wir haben in den 70ern und 80ern über die DDR gelacht. Es ging in der Ostpolitik lediglich darum, dass - da wir nun mal das überlegene System sind - dann können wir mit den Loosern wie Honecker auch ein bischen entspannter umgehen. Es ging vor allem darum, den wenigen Ostdeutschen, die sich gegen das System auflehnten, einfacher aus dem Unsinn herausbringen zu können. Die deutsche Ostpolitik war in die Entspannungspolitik der USA eingebundenen.
Meine Interessen sehe ich nach wie vor durch eine Westbindung unterstützt. Eine Idee der Westbindung besteht darin, romantische deutsche Alleingänge von vornerein zu unterbinden.
Bzgl des Raketenschildes änderten sich die Umfragewerte der Polen und Tschechen, als die Russen es ihnen verbieten wollten.Das Wirtschaftssystem ist viel zu jung, um signifikante kulturelle Auswirkungen zu haben. Ansonsten hätten wir auch gemeinsame Wurzeln mit Staaten wie Südkorea, Japan oder Taiwan, die sich in puncto Wirtschaftssystem kaum von Westeuropa unterscheiden.
Das sind ja hochromantische Vorstellungen.
Mein ganzes Leben und das meiner Eltern und Großeltern war stark durch das Wirtschaftssystem der freien Marktwirtschaft bestimmt. Vermutlich habe ich deshalb mit Japanern und Süd-Koreanern tatsächlich mehr gemeinsam als mit Ostdeutschen oder Russen. Übrigens bin ich 7 kyo Amateur Go-Spieler.
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Lemmy Caution:01.09.2008 um 17:29flynn,
wenn Rußland in seinen Taten ziemlich scheisse ist, aber Putin ein recht hohes Talent besitzt, Rußland an naivere Zeitgenossen als die beste Erfindung seit geschnitten Brot zu verchecken.
Warum muß dann die ARD die propagandistischen Highlights herauspicken?
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Lemmy Caution:01.09.2008 um 17:07Jetzt mal wirklich im ernst.
Putin versucht es immer so darstellen, dass andere genauso zynisch, maßlos und machtgeil sind wie er selber.
In westlichen Demokratien mit ihrer
- funktionieren Gewaltenteilung
- der vielfältigen Presse
- der zahlreichen Möglichkeiten der wirtschaftlichen Betätigung
- der unabhängigen Justiz
- der demokratischen Mentallität
läuft das aber ein wenig anders.Unter der Regierungszeit von Konrad Adenauer hat in diesem Land eine Westbindung stattgefunden. Dies bildet die Grundkonstante unserer Außenpolitik.
Der “gemeine” Russe hat fast permanent in einem brutalen Unterdrückerstaat gelebt. Ostdeutsche mögen da eine gewisse Verbundenheit empfinden (Stockholm Syndrom?). Die Mehrheit aber nicht. Ich habe nichts gegen Russen persönlich. Im Gegenteil arbeite ich mit vielen Rußland-Deutschen zusammen. Die wissen aber oft ziemlich genau, warum sie dieses Land verlassen haben, sobald dies möglich war.
Übrigens sind auch die Polen, Tschechen, Slowaken und Ungarn sehr beunruhigt über die neuesten Entwicklung in Putins Rußland. Diese Leute haben - anders als die DDR-Bewohner - ihre eigenen demokratischen Gesellschaften geschaffen. Ich vertraue dem Urteil dieser Leute.
Und ehrlichgesagt ist mir zeitgenössische amerikanischer Kultur (Hollywood, Business-Literatur) näher als diese Götes oder Dototschewskis. Unsere westliche Wertgemeinschaft beruht nicht auf einer (vermeintlich) elitären Kultur, sondern besitzt (im Westen) viel tiefere Wurzeln, die sich natürlich auch in der Arbeitserfahrung in unserem ähnlichen Wirtschaftssystem speist.
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Lemmy Caution:01.09.2008 um 15:31Och Jungs,
wenn man in Moskau Green Cards für die USA verteilen würde, wie schnell würden die Abnehmer finden?
wenn man in New York Green Cards für Rußland verteilen würde, wie schnell würden die Abnehmer finden?Die Bundesrepublik Deutschland ist eben in die westliche Wertegemeinschaft eingebunden. Das steht auch überhaupt nicht zur Debatte.
1. Die USA ist kein Rohstoffexporteur. Gegen Rohstoffexporteure grundsätzlich läßt sich auch nix sagen. Z.B. gelingt es Rohstoffexporteuren mit intelligenten Institutionen wie Norwegen und Chile, dass die Profite aus diesen Geschäften nicht die Restwirtschaft erdrosseln. In Rußland oder Venezuela ist das aber nicht so. Dort läuft das Geld aus den Rohstoffen direkt in die Taschen von Klaquateuren des aktuellen Caudillos. Wg. nicht abgemildeter Dutch Disease Probleme, kann sich die Rest-Wirtschaft nicht entwickeln.
2. Die Wirtschaft der USA ist sehr innovationsfähig, z.T. deshalb, weil besonders gut ausgebildete und intelligente Menschen gerne dahin auswandern. Letzteres läßt sich von Putins Rußland wohl deutlich nicht behaupten. Im Gegenteil neigt die Intelligenz dort zur Auswanderung.
3. Der USA wird nicht zugejubelt. Stattdessen begleiten wir sie in einer kritischen Partnerschaft.Ihr erhaltet doch die Informationen aus dem Interview. Die überwiegende Mehrheit ordnet die “Argumente” des Kriegsherrn Putin ohnehin ein wenig anders (und vielleicht realistischer) ein.
Seh also keinen Grund, sich da irgendwie zu beschweren.
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Lemmy Caution:01.09.2008 um 13:24Och Frank,
sag mir bitte, welche Aussagen des russischen Caudillo einen bundesrepublikanischen Demokraten überzeugen könnten?
Schöne Worte kamen auch von Mao, Hitler oder Fidel Castro. Das ist nicht so schwierig.
Die Ergebnisse? Rußland ist weit entfernt von unseren rechtsstaatlichen Standards. Ein Rohstoffexporteur, dessen Gini Koeffizient inzwischen bestimmte demokratie-mässig höchst fragwürdige lateinamerikanische Gesellschaften erreicht hat. Eine sehr wenig innovationsfähige Wirtschaft.Nun wird eben Rußland zugejubelt. Hauptsache jemand plappert diese dumpfen Parolen gegen unsere nicht perfekte, aber insgesamt vergleichsweise doch recht angenehmen westlichen Gesellschaften.
In Amerika brauchen Kommunisten nicht verfolgt zu werden, weil die Gesellschaft dort gegen diesen Unfug beneidenswert immun ist.
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Lemmy Caution:01.09.2008 um 10:56Die Propaganda des retro-imperialistischen Rußlands ist eigentlich nur für Linke interessant, die mit Freiheit nix anfangen wissen und bereit sind, sich mit jedem Arsch zu verbünden, der eine anti-westliche Rhetorik zum Besten gibt, egal wie naiv und verlogen die auch immer ist. Die implizite Annahme, unsere Medien hätten dort aus politischen Gründen manipuliert sind völlig gaga und sagen eigentlich mehr über den Autor der Annahme aus als über unsere Medien.
Wahlen? Was für Wahlen?
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Die Geschichte der RAF
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SaltOfTheEarth:16.10.2007 um 12:42Ich les zwar hin und wieder auch gerne etwas über diese mir völlig fremden RAF-Terroristen, aber im Grunde werden die masslos überschätzt.
Ihre politischen Theorien waren auf einem sehr niedrigen Reflektions-Niveau. Bedeutung für unsere Entwicklung in einer globalisierten Welt haben diese komischen Vögel nicht.
Coca-Colombia
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Axel:26.07.2006 um 15:10Im Grunde genommen (und hier liegt mein eigentliches Problem) referenziert das einfach zu eindeutig dieses ganzen Dependenztheorie-Zeug (s. wikipedia).
Ein böser US-Konzern läßt Gewerkschaftlern den Schädel einschlagen und kann weiter die Arbeiter unterdrücken (Vermutlich werden die mit Waffengewalt zu ihrem Arbeitsplatz gebracht, haha).
Kolumbien besitzt eine kleine Ober und Mittelschicht, ein paar Kriminelle die mit Coca-Schmuggel gut leben können sowie sehr viele Leute aus der unteren Mittelklasse, die nur sehr wenig Coca Cola trinken können und sehr viele Leute aus der Unterklasse, die sich gar keine Cola leisten können.
Als Markt dürte das Land somit kaum eine spürbare Bedeutung für den Coca Cola Konzern haben. Für Ver.di ist es natürlich ein sehr schönes Beispiel, um auf der Basis von latent vorhandenen Dritte-Welt Vorurteilen des uninformierten Teils der Deutschen Bevölkerung sich selbst in einem sympathischeren Licht erscheinen zu lassen.
Coca Cola kann als Konsumentenartikel überhaupt kein Interesse daran haben, in Kolumbien als “den guten Gewerkschaftler abschlachtendes Böses” aufzutreten. Oder glaubt ihr etwa, dass es dort keine freie Presse gibt, wenn die wirklich übel agieren? Und das die Kolumbianer dann weiter Cola trinken würden? Ich hab deutlich mehr Vertrauen darin, dass die kolumbianische Gesellschaft damit schon fertig wird.
Im großen und ganzen ist es nicht unbedingt völlig abzulehnen, dass die Aktivitäten von global tätigen Konzernen in Entwicklungsländern von den Bevölkerungen der reicheren Länder aus beobachtet werden. Nur braucht man diesen Mechanismus nicht für übermässig effektiv zu halten. Wirklicher Fortschritt kann nämlich nur von den Kolumbianern selbst ausgehen. Besonders asiatische Länder - teilweise aber auch Chile und Brasilien - haben aber gezeigt, dass dort auch ohne ver.di-Sittenpolizei Demokratie und Mittelschichten entstehen können.
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Axel:19.07.2006 um 11:43estimados intelectuales,
Como no simplemente dejar de hablar sobre Colombia. Ustedes que ni siquiera comprenden castellano.
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Bin zwar kein Experte für russische Literatur, sondern ein Progger, den manche als Enterprise Architekten bezeichnen (lehn den Begriff ab), aber so wie ich das verstehe, gehts bei Dostojewski viel über Leute, die kraft ihrer gewaltigen Denkgebäude grundsätzliche ethische Spielregeln im menschlichen Zusammenleben einfach mal so ausser Kraft setzen.
Ihr wirkt - durch eure aus meiner Sicht maßlosen Vorwürfen einer politisch-intendierten Zensur - auf mich manchmal ein bischen so.
Neocons und Libertäre übrigens auch.
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… wer immer der russischen Seele eine überdurchschnittlich tiefen Sensibilität zugesprochen hat. Er kannte nicht die deutsche Seele für angebliche russische Sicherheitsängste.
Selbst wenn ein solcher Raketenabwehrschirm funktionieren würde, können die Russen ja immer noch ihre Raketen umstellen und umprogrammieren.
Verfügte Putin-Rußland über so etwas wie Team-Fähigkeit, müßte man sich Sorgen um ein russisch-chinesisches Bündnis machen. Sie können die Lösungskompetenz unter Gleichen ja in den nun folgenden Georgien-Verhandlungen einüben. Ich bin da leider nicht sehr optimistisch.
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Wo habe ich gesagt, die USA würde zur Demokratisierung in anderen Ländern beitragen? Yo nunca diría esas estupideces.
Der Wunsch nach Demokratie und Freiheit muß in der Seele und dem Herzen der Menschen selbst wachsen. Hier sehe ich nur eine Menge Angst, Haß gegen den Westen und einem kindlichen Wunsch, dass alles x-beliebige anerkannt wird, nur weil es gegen irgendwas theoretisches polemisiert, das den eigenen Scheuklappen entspricht.
Dotoschewski hat viel über euch geschrieben.
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Ja. Ja. Kaum wickelt man ein paar Abendsdeals ab, trinkt mit netten Leuten bei interessanten Gesprächen ein paar Biers in einer Art Biergarten und schon stehen da die bekannten Verdrehungen und persönlichen Beleidigungen. Wohlbekannt.
Lemmys Qualitätszusammenfassung:
Jeder Russe, der sich in einem russischen Blog so feinfühlig für die deutschen Interessen einsetzen würde wie manche Kollegen hier, würde völlig zu Recht ausgelacht.
Wir, die Polen, Tschechen, Finnen und und und haben eben ein berechtigtes Sicherheitsinteresse gegenüber Rußland.
Ausserdem benötigen wir mehr Energie-Sicherheit durch eine zweite Pipeline.
Ich bin jedenfalls froh, dass Maltefan und seine Freunde nicht die Verhandlungen führen.
Der russischen Regierung muß halt beigebracht werden, dass die Truppen schön im eigenen Land bleibt und keine fremden Länder wie Georgien besetzen.
Ansonsten hab ich gar nichts gegen Rußland.
Die Beziehung könnte durchaus stabil sein.
Die Putingarchen liefern uns Rohstoffe und wir geben ihnen dafür Porsches, Lamborghinis, BMWs, Mercedese und weiterer Luxus-Plunder. Dazu noch ein paar Maschinen, die bei den russischen Löhnen sicher sehr profitabel laufen.
Nur eben diese schlechte Angewohnheit mit den Truppen in anderen Ländern und das Drohgerassel stört. Ein in der Rußland-Frage höchst einiger Westen wird das ihnen aber abgewöhnen.
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Natürlich stellten im Kalten Krieg Atomraketen auf einer Insel, in der
- seit 1959 keine freien, geheimen Wahlen mehr stattfanden
- der extremistische und nicht von der Bevölkerung unterstützte Guerrilla-Truppen mit Waffen ausgestattet hat
- der selbst durch massive Entsendung von meist farbigen Soldaten afrikanische Bürgerkriege prolongiert hat
- der Caudillo meist mit einem militärischen Tarnanzug rumläuft.
eine Bedrohung für die USA dar.
Die UdSSR hat dieser Sichtweise zugestimmt und die Raketen abgezogen.
In der Zwischenzeit hat aber der Westen den Kalten Krieg gewonnen.
Die Gleichsetzung des NATO Rußland-Rates mit der NATO selbst zeigt deutlich, dass euch nun selbst die fadenscheinigsten Argumente ausgegangen sind.
Die Polen und Tschechen fühlen sich mit dem Schutzschild sicherer. Ich kann es angesichts der neuen Entwicklungen der russischen Politik gut verstehen. Im übrigen würden russische Atomraketen nicht über Polen-Atlantik fliegen sondern über die wesentlich kürzere Route am Nordpol. Auch wenns in deinem Schulatlas anders aussehen mag… Die Erde ist eine Kugel.
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Wann haben die Kanadier nach einem russischen Raketenabwehrschild gefragt? Rußland muß eben verstehen, dass Nato-Länder auf ihrem Gebiet Raketen dort aufstellen, wo sie es für notwendig erachten. Das ist keine Aggression gegen Rußland sondern eine Verteidigung Polens vor in der Vergangenheit häufig stattgefundenen Annexionsbestrebungen Polens durch Rußland.
Ich erwarte von meiner Regierung gar nicht, dass sie nur altruistisch handelt. Schliesslich kann Eigennutz ja auch Gemeinnutz schaffen. Z.B. die Pipeline und eine Einhegung Rußlands auf sein eigenes Gebiet.
Die USA ist unser VERBÜNDETER, Rußland EINDEUTIG nicht.
Rußland hat weder im Kosovo noch in Polen irgendwelche Interessen. Weder Kosovaren, noch Serben, noch Polen wollen eine russische Einmischung.
Offenbar wünschen viele Ostdeutsche einen stärkeren Einfluß Rußlands auf ihr Gebiet. Ihr könnt ja die einschlägigen Parteien wählen, die einen solchen Bedarf decken.
Die ARD erhebt auch nicht den Anspruch, objektiv zu sein. Sie äußert lediglich ein Streben nach Objektivität und Neutralität. Kein Mensch kann für sich in Anspruch nehmen wirklich objektiv oder neutral zu sein. Und eine staatliche Institution natürlich auch nicht, da sie aus Menschen besteht.
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Zum Beispiel in der russischen Drohgebärden gegen das Raketenschild. Das ist einfach eine Entscheidung der Polen.
Der russische Imperialismus ist eben für viele Völker keine ferne Erfahrung. (Finland, Baltikum, Kaukasus, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und und und).
Dies wird ja nun in einer Konferenz geklärt. Im Falle einem positiven Ergebnis für den Zusammenschluß mit Rußland wird dies natürlich andere Autonomie-Bestrebungen befördern. Etwa von gewissen bolivianischen Provinzen, die 70% des dortigen BIPs schaffen.
Die Mehrheit dürfte für den Beitritt sein. Im übrigen hat die Dynamik eines EU-Beitritts in vielen Staaten das demokratische Bewußtsein gestärkt (z.B. Spanien, Slowakei, Portugal).
Nach dieser Argumentation wäre Hernán Cortéz 1519 auch kein Agressor gegenüber dem Aztekenreich. Schliesslich wurde er durch von den Azteken unterdrückten Stämme im Golf von Mexiko zur Hilfe gerufen.
Was um Himmels willen hat Rußland mit dem Kosovo zu tun? Rußland hat im Inneren sicher drängendere soziale und wirtschaftliche Probleme, als irgendwo in Mittelmeer-nähe Großmacht spielen zu müssen. Wir müssen da Rußland nicht dankbar sein, dass sie sich da nicht eingegriffen haben. Die von den Serben gewählte Regierung sieht den EU Beitritt als vielversprechender als die Rückeroberung eines armen und hauptsächlich von Albanern bewohnten Landstrichs.
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@Maltefan:
Achso. Und die Polen sind da einfach nur Spielchips, oder was? Die Polen haben sich FREIWILLIG von Rußland gelöst. AUS EIGENEN ANTRIEB.
Die Polen sind auch FREIWILLIG der NATO beigetreten.
Wie gesagt, wenn sich die Bewohner der ehemaligen DDR (inklusive Berlins) mehrheitlich dafür entschliesst, sich doch lieber mit Rußland zusammenzutun, würde sie keiner aufhalten. Ich in jedem Fall nicht. Würde vielleicht den “westlichen Einflußbereich” eindämmen und es müßten Transitregeln zwischen Polen-Bundesrepublik geschaffen werden. Aber das wärs dann schon.
Georgien mag keine perfekte Demokratie sein, aber die Georgier wollen aus FREIEM ANTRIEB Mitglied des westlichen Verteidigungsbündnisses und der EU werden.
Die Kosovo Entscheidung mag keine glückliche gewesen sein. Das bedeutet aber nicht, dass Russland halb Georgien als eine Art Pufferzone für Südossetien und Abchasien vollstellt.
Zu den Rohstoffquellen:
Als Programmierer hab ich immer darauf geachtet, auf unterschiedlichen Enterprise-Plattformen einsetzbar zu sein. Ich vermindere damit mein Risiko von Herstellern (oder openSource Projekten). Wenns bei einem Probleme gibt, kann ich das andere machen. Genauso ist das mit den Rohstoffquellen. Wenn Rußland nervt, können wir uns bei 2 Pipelines aus dem Iran beliefern lassen. 2 Bezugsquellen vermindern das Risiko, dem wir energiewirtschaftlich ausgesetzt sind.
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Georgien in der NATO bedeutet eine Eindämmung der russischen Aggression. Warum sind denn bitte die ehemaligen Sozialistischen Bruderstaaten wie Polen und Tschechien für eine eindeutige Unterstützung Georgiens?
Ganz einfach: Die haben sich unter Mühen eine eigene demokratische Gesellschaft aufgebaut, auf die sie stolz sein können. Die Jammerossis… na lassen wir das.
Und außerdem wird Westeuropa damit unabhängig von russischen Erdgas. Eine zweite Pipeline könnte von Iran aus durch dieses Land gelegt werden.
Das sind die sehr pragmatischen Interessen Westeuropas. Wenn Ostdeutsche das so nicht sehen, sollten sie vielleicht lieber aus den fünf neuen Ländern ein demokratischeres zweites Deutschland aufbauen, in dem es gerechter zugeht. Die Nachbarstaaten freuen sich dann über die kostengünstige verlängerte Werkbank. Vielleicht kommen dann russische Touristen, die bei euch dann mal so richtig die Puppen tanzen lassen.
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Der ARD wird tendentiöse Berichterstattung vorgeworfen.
Da drängt sich natürlich schon die Frage auf, wie ausgewogen eigentlich Spiegelfechter ist.
Seine eigene Tendentiösität ist dann aber in Ordung, weil er ja nur ein Gegengewicht im Kampf gegen den pösen Neonliberalismus bildet.
Eine Nachrichtenredaktion - egal wie weit sie sich bemüht - kann bereits in der Auswahl der Nachrichten oder hier der Interviewausschnitte nie völlig objektiv sein. Aus dieser wirklich sehr grundlegenden Überlegung wird es völlig lächerlich, dass es so dargestellt wird, als gäbe es in Rußland die gleiche Pressefreiheit wie im Westen (und in New Europe).
Die Vergleiche werden dann auf eine aus meiner Sicht typisch ostdeutschen Art komplett maßlos.
Die Objektivität eines Textes ist immer ein Kontinuum und kein entweder-oder. In diesem Kontinuum ist die Pressefreiheit im Westen natürlich wesentlich stärker entwickelt als in Rußland.
Wir streben keine perfekte Gesellschaft an sondern eine relativ gute.
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Es mag ja ein bischen gönnerhaft klingen…
Sicherlich sind diesepostkolonialen Konflikte im Kaukasus sehr komplex. Es sind ja tatsächlich dort wie auch in den neuen zentralasiatischen Republiken Russen zeitweise verfolgt worden.
Nur gibts von einigen Linken - und vornehmlich auf dem Gebiet der ehemaligen DDR - ein starkes Anlehnungsbedürfnis an einen starken Mann wie Putin, obwohl der eigentlich kein Linker sondern ein russischer Nationalist ist. Psychologisch verständlich, weil die Linke nach wie vor schwach weil unreformiert ist.
- Da werden 7% Wählerstimmen in den produktiven Bundesländern als “Sieg” gefeiert.
- Groß gefeierte Populisten in Südamerika - wo die meisten nie waren und dessen Sprachen sie nicht verstehen - entpuppen sich als unfähig, ihren Ländern einen positiven Spin zu geben (Venezuela versinkt zunehmend in ökonomischen Chaos und Autoratirismus, Bolivien befindet sich in einer Art begrenztem Bürgerkrieg, Christina Fernandez Kirchner ist in ihrem ERSTEN Jahr an der Regierung zu einer lame duck geworden). Dabei sind linke Regierungen in jener Region, die Bestrebungen haben das System von innen zu reformieren (Brasilien, Chile) viel erfolgreicher als etwa das konservativ regierte Mexiko.
Und dann sucht man eben einen neuem starken Mann, an den man sich anlehnen kann.
Teile der Linken würden ein wenig überzeugender wirken, wenn sie nicht jedem Arsch zujubeln, der - aus welchen Gründen auch immer - gegen den Westen polemisiert, sondern eigene Konzepte entwickeln.
Es gibt genug Themen.
- die subprime krise
- die Tendenz der geringeren gesellschaftlichen Durchlässigkeit unter den Bedingungen der Globalisierung
- die ungelösten Fragen in der Bildungspolitik.
- die Unfähigkeit der USA, die pax americana aufrechterhalten
Dies würde natürlich eine nachhaltige inhaltliche Auseinandersetzung erfordern. Das ist komplexer als das hysterische Kasperle-Theater von wegen die Amis sind böse und die Medien wären von “den Mächtigen” vereinnahmt.