Nein, es können doch zwei Bahnen hintereinander fahren. Oder anders gesagt, theoretisch kann auch nur ein Flugzeug in einem Flughafen mit einer Start- oder Landebahn starten respektive landen.
Das Beispiel Hamburg - Hannover ist doch sehr interessant. Dort fährt zum einen der Metronom, der Zug eines privaten Unternehmens, das vom Land Niedersachsen für diesen Verkehr beauftragt wurde und dafür Regionalisierungsmittel erhält. Das Land Niedersachsen legt auch die Tarife für den Verkehr fest, ergo handelt es sich nicht durch das Unternehmen verursachte Mehrkosten.
Der Fernverkehr wird (konkurrenzlos) von der Bahn durchgeführt. Und wenn die Bahn beschliesst, günstige Zugkategorien abzuschaffen oder die Preise zu erhöhen, dann muss sie keine Abwanderung der Kundschaft zu einem anderen Fernverkehrs-Bahnunternehmen befürchten, denn exisitiert keins.
Es könnte aber auch nur jeder zweite Fernzug von Hamburg nach Hannover (und weiter z.B. nach Frankfurt) von der Bahn gefahren werden, während die übrigen Züge einem anderen Unternehmen zugesprochen werden (derzeit nahezu unmöglich wegen Grossvaterrechten auf bestimmte Trassen respektive dem Vorrang bestimmter Taktverkehre bei der Trassenvergabe). Dann könnte z.B. eine SBB Deutschland oder eine VEOLIA (InterConnex) einen Wettbewerb über den Preis bzw. den Service im Fernverkehr beginnen. Der Wettbewerb im Nahverkehr wird ja über die bereits oben beschriebene Ausschreibung von Verkehren geführt.
Vielleicht kann an dieser Stelle auch einmal das UK ein Vorbild sein. Dort gibt es einen, für alle privaten Bahnunternehmen gültige Normalpreis, mit dem auch umgestiegen werden kann. Und dann haben die einzelnen Unternehmen Sonderpreise, bei denen eine Zugbindung herrscht und die nur für dieses Unternehmen gelten (im Grunde existiert ein derartiges System über die Spezialpreise der Bahn schon heute).
Weil es nur eine Schiene pro Strecke gibt. D.h. für jede Strecke besteht ein faktisches Monopol, egal wie viele “Wettbewerber” es im Allgemeinen gibt. Schiene und Wettbewerb schließen sich aus.
Auf einer Bundesstraße gibt es theoretisch auch nur eine Spur, deswegen schliesst sich der Wettbewerb dort auch nicht aus. Dass Wettbewerb auf Schienen funktionieren kann, zeigt schon der Güterverkehr (derzeit zumindest im Ganzzuggeschäft). Warum soll nicht zwischen Hamburg und Frankfurt abwechselnd jede halbe Stunde ein Personen-Fernzug eines Konkurrenten fahren.
Das “faktische” Monopol besteht eben nur bei der Infrastruktur und die sollte (u.a. daher) in staatlicher Hand bleiben.
Wenn man sich anschaut, welche rasante Entwicklung der Eisenbahn-Regionalverkehr in den letzten 12 Jahren genommen hat, dann ist dies nicht nur durch den Einsatz der sogenannten “Regionalisierungsmittel” zu erklären. Ganz wesentlich basieren die Erfolge auch auf dem Wettbewerb verschiedener, PRIVATER Bahnen um Aufträge zur Durchführung dieser Verkehre.
Ich halte eine Privatisierung des Verkehrs auf deutschen Eisenbahnschienen für sinnvoll. Wir haben keine staatliche Airline, keine staatliche Spedition (die Sondersituation bei Schenker nehme ich mal aus), keine staatliche Binnenreederei. Warum muss dann ein staatliches Unternehmen Züge betreiben?
Die Infrastruktur der Eisenbahn sollte aber in staatlicher Hand bleiben, ebenso wie die Straßen-, Wasserstraßen- oder Luftfahrtinfrastruktur (also Flughäfen), vielleicht sogar die Infrastruktur für die Versorgung mit elektrischer Energie. Hier nützt ein Wettbewerb nur wenig (siehe das genannte Beispiel der 12 Bahnlinien nach Leipzig).
Das aus europäischer Sicht vielleicht auch ein Wettbewerb zwischen Infrastrukturen besteht (z.B. bei der Frage, ob ich für meine Züge zwischen Skandinavien und Italien die Verbindung über Polen, Tschechien und Österreich oder nur über Deutschland nutze), kann dabei erst einmal zurückgestellt bleiben.
Naja, ist vielleicht etwas sehr polemisch formuliert.
Aber eines unterscheidet die Situation in Großbritanien Mitte der 1990er Jahre von dem in Deutschland geplanten Vorgehen. Railtrack hat sicherlich viel zu wenig in das Netz investiert, aber es war zumindest ein unabhängiger Betreiber der Infrastruktur. Die Bahn wird möglicherweise auch wenig in das Netz investieren. Aber sie ist dabei auch noch ein integriertes Unternehmen, welches das Netz besitzt UND (mehr oder weniger) bestimmen kann, wer darauf fährt.
Im UK gab und gibt es zumindest noch einen teilweisen Wettbewerb auf den Schienen (wenn er auch durch die Franchise-Verträge eingeschränkt war).
Die Privatisierung der Bahn wird kommen. Und sie ist in Teilen sogar sinnvoll. Aber der Staat sollte sich den Zugriff auf die Infrastruktur NICHT aus den Händen nehmen lassen. Und er sollte dafür sorgen, dass alle mit den gleichen und fairen Bedingungen auf diese Infrastruktur nutzen können.
Es sollte nicht irgendein riesiges Monopolunternehmen entstehen, auf das man später politisch unbequeme Entscheidungen abwälzen kann…
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Nein, es können doch zwei Bahnen hintereinander fahren. Oder anders gesagt, theoretisch kann auch nur ein Flugzeug in einem Flughafen mit einer Start- oder Landebahn starten respektive landen.
Das Beispiel Hamburg - Hannover ist doch sehr interessant. Dort fährt zum einen der Metronom, der Zug eines privaten Unternehmens, das vom Land Niedersachsen für diesen Verkehr beauftragt wurde und dafür Regionalisierungsmittel erhält. Das Land Niedersachsen legt auch die Tarife für den Verkehr fest, ergo handelt es sich nicht durch das Unternehmen verursachte Mehrkosten.
Der Fernverkehr wird (konkurrenzlos) von der Bahn durchgeführt. Und wenn die Bahn beschliesst, günstige Zugkategorien abzuschaffen oder die Preise zu erhöhen, dann muss sie keine Abwanderung der Kundschaft zu einem anderen Fernverkehrs-Bahnunternehmen befürchten, denn exisitiert keins.
Es könnte aber auch nur jeder zweite Fernzug von Hamburg nach Hannover (und weiter z.B. nach Frankfurt) von der Bahn gefahren werden, während die übrigen Züge einem anderen Unternehmen zugesprochen werden (derzeit nahezu unmöglich wegen Grossvaterrechten auf bestimmte Trassen respektive dem Vorrang bestimmter Taktverkehre bei der Trassenvergabe). Dann könnte z.B. eine SBB Deutschland oder eine VEOLIA (InterConnex) einen Wettbewerb über den Preis bzw. den Service im Fernverkehr beginnen. Der Wettbewerb im Nahverkehr wird ja über die bereits oben beschriebene Ausschreibung von Verkehren geführt.
Vielleicht kann an dieser Stelle auch einmal das UK ein Vorbild sein. Dort gibt es einen, für alle privaten Bahnunternehmen gültige Normalpreis, mit dem auch umgestiegen werden kann. Und dann haben die einzelnen Unternehmen Sonderpreise, bei denen eine Zugbindung herrscht und die nur für dieses Unternehmen gelten (im Grunde existiert ein derartiges System über die Spezialpreise der Bahn schon heute).
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Weil es nur eine Schiene pro Strecke gibt. D.h. für jede Strecke besteht ein faktisches Monopol, egal wie viele “Wettbewerber” es im Allgemeinen gibt. Schiene und Wettbewerb schließen sich aus.
Auf einer Bundesstraße gibt es theoretisch auch nur eine Spur, deswegen schliesst sich der Wettbewerb dort auch nicht aus. Dass Wettbewerb auf Schienen funktionieren kann, zeigt schon der Güterverkehr (derzeit zumindest im Ganzzuggeschäft). Warum soll nicht zwischen Hamburg und Frankfurt abwechselnd jede halbe Stunde ein Personen-Fernzug eines Konkurrenten fahren.
Das “faktische” Monopol besteht eben nur bei der Infrastruktur und die sollte (u.a. daher) in staatlicher Hand bleiben.
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Wenn man sich anschaut, welche rasante Entwicklung der Eisenbahn-Regionalverkehr in den letzten 12 Jahren genommen hat, dann ist dies nicht nur durch den Einsatz der sogenannten “Regionalisierungsmittel” zu erklären. Ganz wesentlich basieren die Erfolge auch auf dem Wettbewerb verschiedener, PRIVATER Bahnen um Aufträge zur Durchführung dieser Verkehre.
Ich halte eine Privatisierung des Verkehrs auf deutschen Eisenbahnschienen für sinnvoll. Wir haben keine staatliche Airline, keine staatliche Spedition (die Sondersituation bei Schenker nehme ich mal aus), keine staatliche Binnenreederei. Warum muss dann ein staatliches Unternehmen Züge betreiben?
Die Infrastruktur der Eisenbahn sollte aber in staatlicher Hand bleiben, ebenso wie die Straßen-, Wasserstraßen- oder Luftfahrtinfrastruktur (also Flughäfen), vielleicht sogar die Infrastruktur für die Versorgung mit elektrischer Energie. Hier nützt ein Wettbewerb nur wenig (siehe das genannte Beispiel der 12 Bahnlinien nach Leipzig).
Das aus europäischer Sicht vielleicht auch ein Wettbewerb zwischen Infrastrukturen besteht (z.B. bei der Frage, ob ich für meine Züge zwischen Skandinavien und Italien die Verbindung über Polen, Tschechien und Österreich oder nur über Deutschland nutze), kann dabei erst einmal zurückgestellt bleiben.
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Naja, ist vielleicht etwas sehr polemisch formuliert.
Aber eines unterscheidet die Situation in Großbritanien Mitte der 1990er Jahre von dem in Deutschland geplanten Vorgehen. Railtrack hat sicherlich viel zu wenig in das Netz investiert, aber es war zumindest ein unabhängiger Betreiber der Infrastruktur. Die Bahn wird möglicherweise auch wenig in das Netz investieren. Aber sie ist dabei auch noch ein integriertes Unternehmen, welches das Netz besitzt UND (mehr oder weniger) bestimmen kann, wer darauf fährt.
Im UK gab und gibt es zumindest noch einen teilweisen Wettbewerb auf den Schienen (wenn er auch durch die Franchise-Verträge eingeschränkt war).
Die Privatisierung der Bahn wird kommen. Und sie ist in Teilen sogar sinnvoll. Aber der Staat sollte sich den Zugriff auf die Infrastruktur NICHT aus den Händen nehmen lassen. Und er sollte dafür sorgen, dass alle mit den gleichen und fairen Bedingungen auf diese Infrastruktur nutzen können.
Es sollte nicht irgendein riesiges Monopolunternehmen entstehen, auf das man später politisch unbequeme Entscheidungen abwälzen kann…