Ein Terrorist wie du und ich
Sicher, Digger
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~thc:02.05.2007 um 16:09@cheerio
ich habe weder bezweifelt, dass diese “klasse” fragwürdige entscheidungen fällt, noch dies als menschliche “schwäche” in schutz genommen.
mich nervt nur ausserordentlich, dass wir alle als egomanen immer nur den egoismus der anderen als “schändlich” begreifen.
das diese “klasse” entscheidungen zum unwohl der menschheit fällt, reflektiert nur, dass wir alle jeden tag dutzende alltagsentscheidungen gegen unser eigenes überleben fällen. wir kaufen und benutzen schließlich die produkte, die “die da oben” herstellen und von denen sie profitieren.
aber “wir” sind nicht scheisse - nur “die”. wir können ja nichts tun.
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~thc:02.05.2007 um 15:25das problem steckt in der formulierung “herrschende produzentenklasse” und fusst auf einer nicht haltbaren annahme der klassischen linken: “schweinesystem/kapital/militärisch-industriueller komplex/die da oben” fällen ihre entscheidungen grundsätzlich “anders” als “wir hier unten” und oft “gegen uns”.
jede einzelne dieser durchaus fragwürdigen entscheidungen wird von menschen (!) getroffen, deren zugrundeliegenden vorstellungen völlig unspektakulär in allen bereichen der gesellschaft anzutreffen sind.
wenn die folgen der eigenen entscheidungen andere treffen, ist man generös und nett zu sich selbst (ist ja ein problem anderer leute). wenn man dann aber am “erleidenden” ende der entscheidung sitzt, ist das alles plötzlich heuschrecken-scheisse.
brot für die welt und für mich eine torte.
Peter Alexa - Ein ehemaliger Unterstützer der RAF
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~thc:16.03.2007 um 13:10ein hier von peter alexa mehrfach angesprochenes problem aller menschen ist die objektivierung (”schwein”) des als “gegner” definierten menschen.
da sich die damalige radikale opposition diesem in allen menschen verankerten mechanismus nicht zu entziehen vermochte (oder wollte?), war sie von vornherein zum scheitern verurteilt.
denn in allen dann folgenden formen des “kampfes” werden nur die althergebrachten wege beschritten, die allen menschen erlauben, die “revolutionäre” wiederum zu objektivieren. damit reflektiert der “kampf” der “stadtguerilla” rein gar nichts neues und verhärtet nur bekannte zustände.
die bundesrepublik hat sich als reaktion auf den “deutschen herbst” quasi eingeigelt und ist insgesämt etwas kälter geworden.
und noch ein wort zur “reue”: wenn sich ein mensch radikalisiert und dem gegner das lebensrecht abspricht, so schafft das erst einmal nur die vorraussetzung für die tötungsdelikte. wenn ein solcher mensch dann einem anderen menschen tatsächlich ins gesicht geschossen hat, werden für den rest des lebens verdrängungsmechanismen aktiv werden, die dem täter erlauben, sein “leben” irgendwie weiterzuführen. deutlicher ausdruck dieser verdrängung ist die scheinbare nichtexistenz der opfer in fast allen äußerungen dieser menschen.
das mag man (und ich!) jetzt nicht für so ganz toll halten, aber jedem anderen schwerverbrecher ist das schließlich ebenfalls erlaubt - die bedingung von hafterleichterung, bewährung und entlassung ist ganz klar definiert: ausschluß der wiederholungsgefahr.
hier gibt es keine reuepflicht und keine auskunftspflicht über die damals beteiligten oder den genauen tathergang. so nett das alles für uns alle (und die angehörigen der opfer im besonderen) wäre - kein einziger veruteilter schwerverbrecher nach der verbüßung seiner haftstrafe ist dazu verpflichtet.
Zuhause 2007
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~thc:14.01.2007 um 12:02bei der auswahl von (elektronischen) geräten für den täglichen umgang sollte sich jeder mensch im idealfall davon leiten lassen, ob das gerät das tut, was man von ihm will.
wenn eine bekannte mit ihren diversen computern und einem ipod feststellt, dass sie ihre musiksammlung nur mit einer instanz ihrer itunes-bibliothek synchronisieren kann und jetzt über ein verfahren mit einer eigens angeschafften wechselfestplatte (auf der dann die itunes-bibliothek liegen soll) nachdenkt, dann hat sie sich beim kauf eben zu sehr vom fanfaktor und zu wenig von der von ihr benötigten funktionalität leiten lassen.
ob das iphone bei den benutzern ankommt oder nicht, wird daran zu ermessen sein, ob es das tut, was die leute von ihm erwarten.
ich habe keinen ipod, keine wii, kein macbook, kein mac mini, kein itunes, kein quicktime und auch sonst kein apple-produkt. alle meine computer, telefone, spieleconsolen und handys tun genau das, was ich von ihnen erwarte - laufzeitstabil und funktional.
nur das ist entscheidend.
Ich glotz TV. Not.
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~thc:04.01.2007 um 18:11das ist ein bisschen, wie mit dem netten beispiel aus michael crichtons roman “dino park” (später nach dem film “jurassic park”):
die dino’s sind alle weiblich, damit sie sich nicht vermehren und konnen selbst die aminosäure lysin nicht produzieren, damit sie, falls sie von der insel fliehen, an lysinmangel sterben. (auf der insel bekommen sie futter mit zugesetztem lysin)
die größte gefahr für die umwelt besteht in der flucht von dinos und daher zählt das computersystem jeden tag die populationen peinlich genau durch, bis es die exakte anzahl jeder gattung erfasst hat.
später stellt sich heraus, dass sich die dinos schon seit einiger zeit kräftig vermehren und zum teil (vor allem bei den kleineren gattungen) ein vielfaches der ursprünglichen populationen erreichten.
das programm zählte immer genau bis zu den erwarteten anzahlen und schlug nie alarm - es reflektierte eben die falsche grundannahme.
hier bei den fernseh-messgeräten wird nur erfasst, wer den fernseher anstellt und wann er wieder abgestellt wird. ob die person(en) wirklich davor sitzen und zusehen, wird nicht erfasst oder hinterfragt - es wird vereinfachend angenommmen.
„Die Couchpotatoe liegt auf der Couch wie ein Gehirn in der Nährlösung“
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~thc:07.12.2006 um 11:02besonders herausragend finde ich den vergleich mit dem handel mit glasperlen. durch die unwissenheit der menschen (und dem drang der modernen unternehmen, diese kaltschnäuzig für den eigenen vorteil zu nutzen) werden informationen, die für die unternehmen gold wert sind, gegen ein paar glasperlen eingetauscht:
- ein paar gigabyte festplattenplatz gegen die maschinenauswertzung der gesamten persönlichen kommunikation
- ein bisschen gruscheln für ein ohne einschränkung voll verwendbares personen- und aktivitätsprofil
- ein oder zwei prozent rabatt gegen ein personalisiertes einkaufsprofil
Wertkonservatives zum Amoklauf des Tages
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~thc:21.11.2006 um 11:28mich nervt dieser sich wiederholende automatismus “ballerspiele -> amok”, der trotz aller bisherigen vorkommnisse “bemühungen” immer wieder auf’s neue aufgewärmt wird.
es wird mal wieder deutlich, dass unser gehirn halt am besten bei ganz einfachen, linearen ursache-wirkungs-ketten funktioniert. nur leider ist die realität nicht ganz so einfach in ein solches modell zu pressen. es ist zwar nicht von der hand zu weisen, dass alle diese amokläufer killerspiele spielen, aber die ursache-wirkungs-beziehung ist konstruiert und falsch.
die eigentliche ursache dieser amokläufe (egal wann und wo) ist die stigmatisierung der täter und darauf folgend dann die stigmatisierung der “welt” durch die täter bei gleichzeitiger ignoranz/hilflosigkeit/unwissenheit des sozialen umfeldes.
Wirklich gut
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~thc:18.11.2006 um 11:23eine sehr umfangreiche lektüre, die zum nachdenken, lachen und staunen anregt. über weite stecken spannend wie ein abenteuerroman und vermittelt ganz nebenbei viel über unsere vergangenheit.
neil stephenson’s baroque cycle
StudiVZ-Spendenaktion
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~thc:15.11.2006 um 16:51tja.
wie man an den beispielhaften videos sehen kann, ist DA ein sehr netter mensch. das ist nicht weiter verwunderlich - in meinem persönlichen weltbild sind beruflicher erfolg in dieser form und persönliche defizite in dieser form korreliert.
wenn wir in der lage wären, videos von “privaten” momenten anderer “führender” persönlichkeiten der deutschen wirtschaft (oder ähnliche geschmacklosigkeiten wie die völkische einladung) im web zu verlinken, wir würden aus dem kotzen gar nicht mehr herauskommen.
die sind aber meist älter und gerissener und bezahlen einen stattlichen stab von leuten (und/oder schweigegelder), damit so etwas eben nicht im web landet.
DA ist einfach noch etwas jung und ungeschickt. das wird schon.
Unister ./. Dittes - Zweite Folge
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~thc:05.10.2006 um 15:36danke johnny. mit diesem artikel wird deutlich mehr sachlichkeit in die diskussion um unister gebracht. ich hatte von anfang an den (zunächst nicht belegbaren) verdacht, dass dittes etwas über das ziel (eine lücke aufzuzeigen und zur schließung beizutragen) hinausgeschossen war. das konnte ich einfach zwischen seinen zeilen lesen.
ich hatte auch (wie sich jetzt herausstellt richtig) vermutet, dass er die kopieraktion in seiner ersten e-mail erwähnt hat. auf diese provokante bis dreiste e-mail musste unister einfach reagieren. das dittes die androhung von rechtsmitteln im fall der weiterverwertung der heruntergeladenen daten dann in den falschen hals bekommt, ist durch die emotionalität des augenblicks zumindest nachvollziehbar.
nun aber erfolgt der (angedrohte) und im kern eben unsachliche (rechtsmittelandrohung wegen offenlegung einer lücke) blog-eintag von dittes und das vielgelobte web 2.0 stürtzt sich sofort nach “armer kleiner david gegen bösen bösen goliath”-manier auf die “merkwürdigen” methoden von unister.
und so reflektiert das web 2.0 natürlich auch nur das, was wir alle eben manchmal sind: leichtgläubig, in schubladendenken verfallend und unsachlich.
Unister.de studiert Drohgebärden
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~thc:02.10.2006 um 10:15@max
dann sehe ich das wohl als einziger bisher als problematisch an. ich kann nicht wissen, ob dittes in seiner benachrichtigung an unister erwähnte, dass er die datensätze kopiert hat. ich kann nur lesen, dass er das im blog veröffentlicht - offensichtlich ohne das als problem anzusehen. alleine die veröffentlichung der tatsache des kopierens spricht für eine gewisse naivität von dittes.
wenn er das kopieren also auch in seiner benachrichtigung an unister erwähnt hat, kann ich die schroffe reaktion von unister teilweise nachvollziehen. wenn er es nicht erwähnt hat, dann finde ich die reaktion von unister ebenso überzogen wie viele hier.
da weder auf seinem blog noch hier irgendjemand grundsätzliche bedenken gegen das kopieren zu haben scheint, existiert in diesem speziellen fall wohl kein unrechtsbewusstsein.
damit da keine missverständnisse aufkommen: ich will unister nicht “verteidigen” oder die scharfe reaktion “erläutern”. es ist schlicht nicht in ordnung, sich diese 34000 datensätze anzueignen.
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~thc:01.10.2006 um 11:59also entweder bin ich hier der einzige, dem eine “kleinigkeit” in dittes’ artikel auffällt, oder eben jene wird von allen ignoriert:
“Daraufhin habe ich eine Kopie der Datensätze erstellt [...]”
das hätte herr dittes besser unterlassen. das geht deutlich über das “auf eine lücke aufmerksam machen” hinaus. das ist eben das aktive ausnutzen dieser lücke - ein mögliches “ist ja nur zur dokumentation…” zählt für mich absolut nicht.
wenn man eine solche lücke entdeckt, meldet man sie und nutzt sie gefälligst nicht selbst.
You tube my space, flickr? Com!
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~thc:25.09.2006 um 10:09@kenix(69)
das hätte ich wirklich nicht gedacht. zwar könnte ich jetzt noch argumentieren, dass bravo screenfun auf dem markt eher eine kleine leuchte ist - ob das aber in den verhandungen mit der wikimedia ein argument war, weiss ich nicht.
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~thc:21.09.2006 um 16:57was man meint zu dürfen und was man dann tatsächlich tut
falls ein kommerzielles unternehmen wie der springer-verlag versuchen würde, ein über spenden finanziertes projekt wie die wikipedia für den eigenen marktvorteil auszunutzen, würde ein sturm der entrüstung losbrechen. obwohl im kern marktwirtschaftlich “sinnvoll” wäre der zunachst immaterielle (das ansehen) und dann der materielle (sinkende auflagen) verlust nicht tragbar. heuschrecken im saubermannkostüm reißen sich letzteres nicht so gern vom leib.
ansehen
ich glaube, dass die programmierer von open source software nichts dagegen haben, wenn jemand mit ihren produkten geld verdient - solange z.b. die gpl gewahrt bleibt. der immaterielle lohn der ganzen mühen und vielen stunden programmierarbeit ist, ein produkt erzeugt zu haben, das ansehen genießt und von vielen tausend nutzern als nützlich, sinnvoll und schließlich “unverzichtbar” erachtet wird.
umworben
ein/e blogger/in wird in der mehrzahl aller fälle nicht deswegen bloggen, weil er/sie geld damit verdienen möchte, sondern aus eigenem interesse. ob dann später google ad-words dazugestellt werden, obliegt der/m blogger/in selbst. wenn man auf keinen fall möchte, dass die eigenen inhalte von anderen kommerziell genutzt werden, stellt man sie nicht offen ins web. punkt.
halbwissen
ich habe vor vielen jahren einmal einen beitrag in einer mailingliste gepostet, der es ins faq dieser liste schaffte und mit etwas übung per google auffindbar war. mal fiktiv angenommen, ich hätte damit mehreren administratoren großer konzerne unter die arme gegriffen und viele stunden arbeit und/oder viele stunden serverausfallzeit abgewendet. dann hätten dicke konzerne mit meinem wissen bares geld verdient. ich würde es nicht wissen können, da ich wohl kaum entprechende rückmeldungen bekommen würde. wenn man etwas offen ins netz stellt, muss man damit leben können.
doppeldenk
wann immer ich als aktiver nutzer des web auf dienste wie youtube oder flickr stosse, ist die erste frage, die in meinem kopf auftaucht “und wer bezahlt das alles?”. die server, die software, die wartung, die web-anbindung etc. das fällt doch nicht vom himmel. ich jedenfalls wundere mich dann kein bisschen über werbung, data mining, gold-membership und den ganzen müll. bloggern, die mit etwas werbung dazuverdienen, vorwürfe zu machen, ist das klassische messen mit zweierlei mass. für so etwas gibt es schließlich adblocker.
Keine Atempause, Geschichte wird gemacht
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~thc:15.09.2006 um 18:40eine nette art, trockene statistische daten optisch aufzubereiten. allerdings sind reine geburten- und sterbezahlen sowie co2-ausstoß alleine kaum aussagekräftig. das sieht dann möglicherweise “übler” aus, als es ist.
Das trägt man jetzt so
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thc:11.09.2006 um 16:16diese ab und zu bereits probierte masche der inszenierten grenzüberschreitung (oder auch inszenierten geschmacklosigkeit) haben wir vermutlich den ergebnissen der hirnforschung in den letzten jahrzehnten zu verdanken: wird ein eindruck von einer starken emotion - egal welcher - begleitet, bleibt er länger im gedächtnis.
die zusätzliche, persönliche aufregung führt dann über mundpropaganda (oder web 2.0) zur vergrößerung des publikums.
damit wird in der summe vermutlich ein größeres publikum (mit nicht negativ beeinflusstem konsumverhalten gegenüber der beworbenen marke) erreicht als ohne diese grenzüberschreitung - also aus meiner sicht alles eiskalte kalkulation.
als mann und potentielle zielperson finde ich diese präsentation abstoßend widerlich und eine verhöhnung von gewaltopfern und frauen in aller welt. da helfen auch die “alibi”-motive der “terroristin in aktion” nichts.
es ist schlimm genug, dass folterknechte, selbsternannte gotteskrieger, vergewaltiger und misshandler ihre taten im rausch der macht oft selbst in bildern oder filmen festhalten - aus welchen abstoßenden motiven auch immer.
auf dieses prinzip als werbemasche kann ich vollständig verzichten.
Ich komme übrigens vom Planeten Sirius
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thc:05.09.2006 um 20:15“ich komme vom planeten sirius.”
großartig. und ich komme vom sternensystem jupiter.
Tatitata 2.0
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thc:01.09.2006 um 20:57@frerk
ich glaube, dass eben auch das rumgelabere bei herrn schmidt in erster linie der aufdringlichen bewerbung von polylog.tv dienen soll. ob frau von hardenberg ihre eigenen äußerungen glaubt, sei jetzt mal dahingestellt. alleine der ansatz “wir erfinden quasi web 3.0″ mit polylog.tv ist doch einigermaßen lächerlich.
mich würde nicht wundern, wenn sich das ganze gesummse im nachhinein als (dann schon fast wieder großartige) satire erweist: weil eben das web (ob 1.0 oder 2.0) zum großen teil belangloses hintergrundrauschen enthält, fügen wir unter dem deckmantel “einer ganz tollen neuen sache” etwas ähnlich nichtssagendes hinzu. mehr heiße luft halt.
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thc:01.09.2006 um 20:04ich habe die sendung mit tvh selbst nicht gesehen und mir erst aufgrund dieses artikels tita’a video angesehen.
das dieser videopodcast nichts berauschendes ist, verwundert mich nicht. dieses machwerkes dient meiner meinung nach alleine dem zweck der bewerbung von polylog.tv. wie man an dem echo (z.b. hier / mein angucken des videos / die kommentare) sieht, hat das prächtig funktioniert. in diesem sinne, johnny: reingefallen :).
Das hat Spaß gemacht!
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~thc:08.07.2006 um 23:31ja. es hat spass gemacht, bei diesem fussballfest (in den stadien und im ganzen land) zuzuschauen.
Tim Berners-Lee über Net-Neutrality
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~thc:26.06.2006 um 20:59nimm mal den vergleich mit telefonmarketing. angenommen eine firma verdient mit geschicktem telefonmarketing schnell millionem. die t-com würde doch auch nicht auf die idee kommen und die firma zusätzlich zur kasse bitten, da sie (die beiderseitig bereits bezahlten) kommunikationspfade für ihren selbst erwirtschafteten gewinn nutzt.
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~thc:26.06.2006 um 19:43aus dem korrespondierenden artikel in der aktuellen c’t (14/06) habe ich herausgelesen, dass es den amerikanischen telcom’s und großprovidern nicht primär um die beschränkung des datenverkehrs geht, sondern um scheinbar entgangene profite.
sie argumentieren, dass sie für teures geld die infrastruktur des neutralen netzes zur verfügung stellen und unternehmen wie google mit “billigen” rechnerfarmen milliarden scheffeln ohne etwas an die armen telcom’s & co. abzugeben, da sie ja terabyteweise daten schicken und empfangen!
mit anderen worten, es reicht ihnen nicht, über die “normale” bezahlkette endkunde -> provider -> backbone-provider für transfervolumen bezahlt zu werden, sondern sie schielen neidisch auf millionenschwere startup’s , die einfach die bandbreite “für sich” nutzen, ohne dafür extra zu bezahlen.
dieses prinzip nenne ich “erweiterte wertschöpfung” oder auch “geld für nichts”.
oder habe ich das falsch interpretiert?
Eishockey?
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~thc:26.06.2006 um 09:29schon während der ersten hälfte dieses unsäglichen spiels dachte ich über eine neue fifa-regelung nach, bei einer solchen “leistung” beide kontrahenten vom weiteren turnier auszuschließen und statt dessen per wildcard einen andere mannschaft für das viertelfinale zu nominieren.
Das Kollektiv als grausamer Idiot
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~thc:23.06.2006 um 19:21die kernfrage, die lanier in diesem text nur andeutet, ist die der kritiklosen annahme von informationen unterstützt durch eine fiktive kompetenz. die ist jedoch weder neu noch ausschließlich digital.
wer als mensch informationen aus wikipedia, blogs, verzeichnissen u.v.a.m einfach übernimmt oder ihnen einen größeren stellenwert als andere einräumt, ist zu leichtgläubig.
wer die informationen von individuen, die ihre kompetenz auch “nur” aus einem ansehen (ruf, bisherige arbeiten, gesellschaftliche stellung, karriere etc.) heraus genießen, kritiklos hinnimmt, ist ebenfalls zu leichtgläubig.
auch wenn lanier seinen eigenen wikipedia-eintrag immer wieder zum regisseur hin “korrigiert”, beweist er damit nicht die überlegenheit eines gut bezahlten journalisten sondern illustriert nur die bekannte achillesferse der wikipedia, die allen lesern bei deren benutzung bewusst sein sollte.
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~thc:23.06.2006 um 18:42ich finde seinen text zwar anregend, um über die von ihm angerissene problematik nachzudenken, aber ich bin (so wie johnny) anderer meinung.
es ist nach meiner meinung nicht so, dass sich z.b. die wikipedia “als instanz” verselbständigen kann, und uns zu idioten macht. auch von individuen in teuer bezahlter arbeit recherchierte und bereitgestellte information kann grottenschlecht oder sogar falsch sein.
jede form der information muss sich kritisch hinterfragen lassen, ob vom individuum oder von kollektiv hergestellt.
und blogs mal eben als reine provokations- oder massenkonsummedien darzustellen ist noch flacher als die niederlande.
Sprache klebt
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~thc:16.06.2006 um 11:56bei jedem sprachgebrauch (sehr stark bei jugendlichen, aber auch allgemein) gibt es ja das phänomen des “soziolekts”. über den gebrauch von sprache definiert man unbewusst oder bewusst gruppen und gruppenzugehörigkeiten.
wenn man jemandem sehr nahe steht und denjenigen gut kennt, kann man das richtig beobachten, wie sich der gebrauch der sprache je nach aktueller gruppe oder situation ändert.
der gebrauch von worten als schimpfworte ist nicht vom soziolekt zu trennen. in der aktuellen gruppe wird dann z.b. “schwul” als ersatz für “doof, blöd, nicht dazugehörend” benutzt, weil diese (fehl-)interpretation in diesem soziolekt von allen beteiligten so interpretiert und anerkannt wird.
Viermal Merkel, einmal 26.000 Euro
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~thc:16.06.2006 um 11:31komisch.
wenn jemand zu euch kommen würde und sagt “hey, ich habe einen relativ kleinen, übesichtlichen job für dich. du brauchst nicht viel zu tun, es ist alles legal und korrekt und das bringt dir dann 26k.”
dann sagen natürlich alle aufrichtigen menschen “nee, lass mal. das ist viel zu viel geld für den kleinen aufwand. das gehört sich doch nicht.”
oder?
Keine Überwachungspflicht für Forenbetreiber
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~thc:15.06.2006 um 14:36ich glaube, die richter meinten mit dem “professionellen” forum die tatsache, dass ein privat oder “nebenbei” moderiertes forum nicht über die notwendigen finanziellen und/oder personellen mittel verfügen kann, um eine solche vorkontrolle zu gewährleisten.
ich denke, damit haben sie den richterspruch von foren abgegrenzt, deren wirtschaftlicher hintergrund eine solche kontrolle zumindest vorstellbar macht.
PowerPoint subversiv
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~thc:07.06.2006 um 17:57sehr nette business-parodie. auch wenn die zusammenhänge natürlich um ein mehrfaches komplexer sind, als in den folien angedeutet, steckt doch ein körnchen wahrheit darin: wir konsumenten bestimmen über das, was wir konsumieren, was produziert wird.
Musik für die Massen
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~thc:06.06.2006 um 20:58ich gehörte damals im abi etwas randständig zu einer clique, die das erste album von dm kurz nach dem erscheinen rauf und runter hörte. damals ging das noch sehr vince-lastige album etwas an mir vorbei. jahre später machte mich mein damaliger bester freund mit der intensivbeschallung per “construction time again” zum “fan”.
ab diesem zeitpunkt habe ich mir eigentlich immer das aktuelle album von dm zugelegt. damit begeleitet mich dm auch persönlich seit 25 jahren.
selbst nach vielen jahren höre ich die älteren und ganz alten scheiben immer noch gerne. meine persönlichen highlights sind definitiv “black celebration” und “ultra”. dm ist jedenfalls für mich eine der wenigen bands, die ich ohne zu zögern “genial” nenne.
Podcast vom 2.6.2006
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~thc:02.06.2006 um 15:34ich habe beim hören sofort angefangen, laut zu lachen. da erst bemerkte ich, dass heute ein eher bescheidener tag war - bis zum podcast. vielen dank (im sinne charlie chaplins ;) dafür.
Kurze Frage
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~thc:01.06.2006 um 20:16man kann beobachten, dass die fähigkeiten der menschen, ungewünschtes zu verdrängen, möglicherweise zunimmt. die frau verdrängt die verhütung, die schwangerschaften, die neugeborenen menschen und ihren eigenen schmerz. der mann verdrängt die verhütung (ja, mit gummi wär das nicht passiert), die schwangerschaften, die geburten und die neugeborenen menschen. vielleicht denkt er, das ist eh alles frauensache und damit hat er dann nichts damit zu tun.
die frage nach der verantwortung des mannes darf gestellt werden, denn ohne ihn hätte es keine dieser 9 schwangerschaften gegeben, oder? ein verantwortungsbewusster mann und vater handelt völlig anders - aber wie schon im prozess gegen die mannesmann-möchtegerns: die moral steht nicht in der anklageschrift. sondern der akt der aktiven kindstötung. in diesem engen sinne ist er eben möglicherweise “unbeteiligt”.
moralisch unschuldig ist er nicht.
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alle jetzt öffentlich bekannt gewordenen massnahmen der staatlichen organe sprechen eine deutliche sprache. es geht offensichtlich die massive angst in diesen organen um, informationen, die irgendwann einmal bei der verfolgung konkreter straftaten nützlich sein könnten, würden ihnen entgehen.
diese “datensammelwut” haben wir vermutlich auch den ermittlungen im rechtsextremen milieu zu verdanken. dort hat sich nämlich das internet zum zentralen informations- und koordinationsmedium entwickelt.
zusammen mit dem beschränkten wissen dieser kreise, was datensicherheit und verschlüsselungstechniken betrifft, werden die behörden dort auf nützliche informationen gestoßen sein.
die staatlichen organe scheinen diese erkenntisse jetzt großzügig auf die g8-kritiker zu übertragen. die rechtsstaatliche katastrophe daran ist die abwesenheit konkreter verdachtsmomente. solche aktionen schädigen den gesellschaftlichen status und auch direkt die persönlichkeit der betroffenen. das wird scheinbar billigend in kauf genommen.
ich sehe hier die rechtsstaatliche verhältnismässigkeit deutlich außer kraft gesetzt und hoffe, dass sich betroffene mit entsprechenden klagen zur wehr setzen.