Frischer Spreeblick
- Mein rechter rechter Platz ist frei
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Mit der Bemerkung: “Die Gesprächskultur in den Blogs ähnelt eher einer Seemannskneipe als dem soignierten Parlieren in den Raucherzimmern der Feuilletons. Und dass angespuckt werden auch als Respektsbezeugung verstanden werden kann, daran muss man sich erstmal gewöhnen.” magst Du schon den Hauptgrund zumindest angeschnitten haben.
Die Gesprächs- bzw. Diskussionskultur macht einen sehr großen Unterschied aus und das habe ich als JUNGE UNIONS- Mitglied, der aber auch ab und zu eine linke Debatte miterlebt, am eigenen Leib erfahren können. Soweit sich das verallgemeinern lässt,ist mir aufgefallen, dass eher linke Diskussionen extrem hitzig und aggressiv durchgeführt werden, wobei es in der sog. “gemäßigten Rechten” eher gediegen abgeht. Das “angespuckt werden” entspricht halt einfach nicht dem konservativen Idealbild einer Diskussion, in der Art wird der Nachwuchs nicht erzogen und was der Bauer nicht kennt, dass isst er nun mal auch nicht.
Ich glaube nicht, dass das mit einer geringeren ICT-Neigung bzw. Verharrenstendenzen im Web 1.0 zu tun hat.
Es stört mich persönlich manchmal auch, dass auf Argumente einfach nicht eingegangen wird. Gut das mag generell in der politischen Kultur sehr verbreitet sein, aber in solchen Blogs wünsche ich mir schon, dass und da sind wir schon wieder beim Schlagwort Diskussionskultur, eine Debatte miteinander geführt wird, in welcher nicht einfach einzelne Argumente aus einem Kommentar extrahiert dargestellt und kritisert werden und der Rest unkommentiert stehen bleibt, sondern differenziert mit der Gesamtargumentation umgegangen wird. Ich habe z.B. bei der Diskussion um den Flughafen Tempelhof zu meiner Verärgerung festgestellt, dass viele TN, die sich an der Diskussion beteiligt haben, samt dem Autor des Artikels, eine vorgefertigte Meinung hatten und nicht bereit waren auf andere Argumente einzugehen. Vielmehr kritisierten sie einzelne Aspekte meines Beitrages, um den Eindruck zu erweckenen, dass ihre Position unumstößlich richtig ist. Die Gesamtintention wurde jedoch z.T. völlig ignoriert und da stellt sich bei mir und vllt. auch bei anderen Konservativen Verdruss über diese Blogs ein. Sollte hier nicht besser eine offene Diskussion geführt werden, in der auch andere Meinungen respektiert und akzeptiert werden wobei sich mir die frage stellt, ob durch das von Dir beschriebene “Anspucken” wirklich Respekt gegenüber der anderen Meinung dargebracht werden kann?
Das in der Rapper-Branche verbreitete sog. “Dissen” kann ja auch nicht als Respektzeugendes Mittel der Kommunikation verstanden werden und die Rapper-Subkultur scheint innerhalb der Jugendkultur eine erhebliche bdeutung einzunehmen, weshalb ich nicht glaube, dass es richtig ist sich an das “Anspucken” zu gewöhnen. Ich vermute eher, dass damit das Gegenteil von Respekt gemeint ist und dei Forderung nach Akzeptanz dieses diskreditierenden Stilelements lächerlich ist. Damit würden “wir” uns quasi der eigenen Verspottung ergeben und den Boden bereiten für eine Diskussionskultur, die nicht zielführend ist, die nicht den Konsens in der Gesellschaft fördert.
Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass “wir” zu lange Artikel schreiben, die auf Grund der Länge keiner lesen will… :-)
Z.B. im Blog zur Diskussion um den Flughafen tempelhof kannst Du nachlesen