Schweinestall
Ich glaube gar nichts mehr
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Iris:10.02.2006 um 12:04Hi Peter,
hab’ ich ausnahmeweise gemacht, aber nur weil Du so speziell darum gebeten hast ;o).
Normalerweise informiere ich mich nicht gern im Spiegel, sondern lieber in unabhängigeren Medien. Außerdem mache ich gewöhnlich einen Bogen um Broder-Propaganda. Ich persönlich halte Broder inzwischen für einen Misanthropen und habe nichts als Verachtung übrig für seine primitive Hetze. Gebildeten Rednern und Schreibern, die es besser wissen müssten, konnte ich es schon immer am schlechtesten nachsehen, wenn sie sich vor Kriegskarren spannen lassen, denn sie machen die Rattenfänger für die Kriegstreiber.
Es ist mir gleich, wie viele sie einspannen und vorführen werden, die zutiefst verletzt sind und die Welt um Vergeltung anrufen. Ich finde es schäbig und erbärmlich, Opfer für Kriegshetze zu missbrauchen. Sich an ganzen Völkern zu rächen für die Verbrechen einzelner ist IMMER falsch.Jetzt habe ich auch noch eine Leseempfehlung für Dich. Vielleicht hilft es Dir, Dich daran zu erinnern, dass es hier um Menschen geht und nicht um den Sieg von Ideologien:
http://derstandard.at/?url=/?id=2333864
Mehr Futter fürs Hirn
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08
Iris:09.02.2006 um 12:00Hier mal Meinungen der Islamischen Verbände in Deutschland:
http://www.taz.de/pt/2006/02/09/a0124.1/textDie Türkische Gemeinde in Deutschland hat sich übrigens auch bereits vor einigen Tagen deutlich dazu geäußert.
http://tinyurl.com/7cdbs
Ich glaube gar nichts mehr
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07
Iris:09.02.2006 um 09:12“Die Weltgemeinschaft sollte jede Religion, die einen humorvollen Seitenhieb nicht verkraften kann, verbieten.”
Wer ist denn DIE Weltgemeinschaft? Gehören Muslime nicht auch dazu? Oder haben die sich einfach unseren Vorstellungen von Kultur zu beugen? Mit welchem Recht könnten wir sowas fordern und das dann noch mit demokratischen Prinzipien begründen? Andere Gesellschaften dem eigenen Wertesystem zu unterwerfen, ist nicht demokratisch, das ist totalitär. Ich finde übrigens den weit verbreiteten westlichen Denkansatz schon falsch, weltliche Philosophien wären grundsätzlich höher zu bewerten als jahrhundertealte religiöse Traditionen und Wertvorstellungen, denn das ist keine Basis für einen Dialog auf Augenhöhe. Letztlich sind das doch alles theoretische Gesellschaftsmodelle. Und unseres steckt historisch gesehen noch in den Kinderschuhen. Also wen wundert’s, dass manche sich das nicht einfach so überstülpen lassen wollen?
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06
Iris:07.02.2006 um 12:49“Aber dein mißlugener Versuch, die Verantwortung für die Vorgänge letztlich beim Westen zu sehen, ist in der Tat platt.”
Du verstehst nicht, warum es mir geht. Ich habe nicht das geringste Interesse daran, einen Schuldigen zu suchen und ihn am nächsten Baum aufzuknüpfen (erstens bringt das keinen irgendwie weiter und zweitens wäre ich dann auch nicht besser als die Extremisten der anderen Seite), sondern mir geht’s in erster Linie darum, zu überlegen, wie man diese katastrophale Entwicklung aufhalten könnte. Und da liegt’s ja wohl nahe, erst mal die Optionen der eigenen Seite ins Auge zu fassen, oder?
“Müssen wir jetzt jeden Presseartikel und jede Karikatur vor Drucklegung vom zuständigen Großayatollah absegnen lassen?”
Das klingt mir doch wieder sehr nach “die oder wir”.
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05
Iris:07.02.2006 um 12:15“dort wird doch jetzt die aufgestachelte wut der bevölkerung schön in die richtigen bahnen kanalisiert und die eigene position gestärkt.”
ebenso wie hier.
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Iris:07.02.2006 um 12:03Tja Maternus, sorry, ich find’s einfach nur platt. Denn sooo fehlerlos und rosarot sind ja unsere europäischen Gesellschaften nu’ auch wieder nich’, oder? (Massenarbeitslosigkeit, Sozialabbau, Bildungsdefizite, Gen-Patente, Menschenhandel, Zwangsprositution, Fleischskandale, Demontage von Persönlichkeitsrechten und Datenschutz, Gesinnungstests, multimediale Volksverblödung…) Naja, außer man ist Sonia Mikich, dann hat man wahrscheinlich wenig bis gar keinen Kontakt mehr zu den sozialen Problemfeldern, sondern schwebt quasi über den Dingen in der medialen Wunderweltblase ;o).
“Wie fragil, wie oberflächlich müssen die religiösen Werte von Muslimen sein, wenn Karikaturen des Propheten in einer unbekannten Zeitung eines kleinen europäischen Staates einen Sturm auslösen und eine Handvoll organisierter Hetzer weltweit Abertausende auf die Straße scheuchen können.”
Gegenfrage: Wie oberflächlich ist eigentlich inzwischen unser Verhältnis zu elementaren Menschenrechten - wie z.B. das Recht auf Leben, Würde und körperliche Unversehrheit - dass wir bereit sind, ‘im Namen der Pressefreiheit’ für ein paar Spottbildchen, die doch wohl bisher keiner von uns schmerzlich vermisst hat, den organisierten Hetzern bewusst ihre Munition zuzuspielen und sogar Kriege in Kauf zu nehmen?
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Iris:07.02.2006 um 09:44@meinereiner: Ich hätte da ein Wort, das in diesen Tagen imo viel zu selten gebraucht und noch seltener mit Inhalt gefüllt wird: Mitgefühl.
Und jezz komm’ mir bitte keiner mit: ‘Der muss aber zuerst…’ oder ‘Der hat aber angefangen…’. Iss doch schließlich kein Kindergarten, Menno …oder doch?
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Iris:07.02.2006 um 01:19Zunächst mal Danke für diesen differenzierten Beitrag Johnny.
Tja, wie soll man die Lage beurteilen? Um meine derzeitige persönliche Einschätzung mal auf den Punkt zu bringen: Dieser von Fanatikern aller Seiten provozierte und geschürte Grabenkampf kommt eigentlich viel zu vielen Macht- und Geldstrategen gelegen, als dass ich z.Zt. irgendwo ‘nen Rettungsanker entdecken könnte …ehrlich gesagt, nicht mal ‘nen Strohhalm :o((
Neueinsteiger
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Iris:26.01.2006 um 14:12“Pokulturjunkie” iss super …damit assoziiere ich doch gleich wieder …na was wohl? Klowände ;o).
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“Die Weitergabe und die Veröffentlichung von Informationen über Lohn- und Gehaltsangelegenheiten sollten in der freien Wirtschaft normalerweise tabu sein.”
Na dann möcht’ ich aber gerne mal sehen, wie Du eine Wohnung mieten, ein Haus bauen oder einen Kredit beantragen willst, ohne Deine Einkommensverhältnisse offenzulegen.
Staat und Wirtschaft bekommen immer mehr Daten von den Bürgern und die sollen im Gegenzug nicht mal mehr öffentlich sagen dürfen, wieviel (bzw. wenig) sie verdienen? Na toll.
“Was die Bloggerin im persönlichen Gespräch von ihrer Freundin erfahren hat, hätte sie meiner Meinung nach für sich behalten sollen.”
Wieso? Warum soll man in seinem privaten Blog nichts über Probleme und Widrigkeiten erzählen dürfen, die einen im (Arbeits)Alltag beschäftigen oder auch über Probleme im persönlichen Umfeld berichten …wenn Freunde und Familie nichts dagegen haben?