Kraftwerk gegen Moses Pelham vor dem BGH
Künstlersozialkasse: Abschaffen?
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DieterK:10.09.2008 um 08:43@WeltdesWissens (9)
“Zu dem Thema kann ich leider nichts beisteuern. Aber ich kann berichten, dass es einen Antrag gibt, das Copyright von Komponisten von bisher 50 Jahren auf mindestens 70, wenn nicht 95 Jahren zu erhöhen.”Bei der geplanten Verlängerung geht es nicht um die Rechte der Komponisten, sondern um die der Interpreten / Labels.
Liebeserklärung ans Internet
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DieterK:08.09.2008 um 17:37Naturgemäß beruhen “Liebeserklärungen” auf Gefühlen.
Gefühle können auf der Realität / auf Tatsachen beruhen, müssen das aber nicht.
Gefühle sind subjektiv - und Liebe macht blind.
Chris Martin langt zu
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DieterK:18.06.2008 um 12:41Genau wie letzte Woche, als Chris Martin bei der Aufzeichnung eines BBC-Radiointerviews “wütend” raus lief, riecht auch dieser “Skandal” stark nach einer Inszenierung aus MalcolmMcLarens Lehrbuch der billigen PR-Tricks.
Open-Source-Collagen
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DieterK:15.04.2008 um 12:15@Simon (22)
Danke. Es liegt also nicht (nur) an mir, wenn ich die “einfachen” CC-Lizenzen nicht verstehe.
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DieterK:14.04.2008 um 12:46@Johnny (19)
Danke für die Antwort. Leider blick ich immer noch nicht durch.“Die kommerzielle Nutzung ist ja durch die Lizenz nicht völlig untersagt.”
Solange sich dies auf das “Ursprungswerk”, den ersten CC-Lizenzgeber bezieht, komm ich noch mit: Jemand schreibt einen Text, veröffentlicht ihn als CC und (kommerziell) als Buch. Ein zweiter schreibt einen neuen Text unter Verwendung des CC-lizenzierten Textes. Diesen neuen Text muss er laut CC-Bedingungen ebenfalls unter CC veröffentlichen.
Aber dann wird es (für mich) unverständlich. Darf der zweite Urheber sein Werk nur nach Rücksprache mit dem ersten kommerziell veröffentlichen oder kann er darüber frei entscheiden?
Falls eine Rücksprache notwendig ist, dann ist der zweite Urheber nur ein Urheber zweiter Klasse.
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DieterK:11.04.2008 um 20:41@ Johnny (14):
“(…) thanks very much for clearing it up!”Sorry, ich hab’ das immer noch nicht verstanden: Wieso dürfen die Remixe / neuen Collagen, die doch unter einer nicht-kommerziellen CC-Lizenz veröffentlicht werden, verkauft (kommerziell verwertet) werden?
Eine nicht-kommerzielle CC-Lizenz verbietet die kommerzielle Verwertung auch dann, wenn die Remixer an den Einnahmen beteiligt werden, oder etwa nicht?
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DieterK:11.04.2008 um 12:59“Es kann ja wohl nicht sein, dass Künstler Fragmente ins Netz stellen, ander Personen daraus was kreieren und der Künstler strckt sich die Kohle ein!”
Radiohead sind noch viel schlauer: Die verkaufen die “Fragmente” - in ihrem Fall fünf (oder sechs) Tracks (Spuren) eines Songs bei iTunes - und sämtliche Rechte an den Remixen gehören (natürlich) der Band. Für die Remixer gibt es nicht mal was zu gewinnen.
Controlverlust
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DieterK:13.01.2008 um 16:58Ich hab’ den Film nicht gesehen (dafür Joy Division live, ihr erster oder zweiter Auftritt in London, lang ist her), nur die Perücke von Grönemeyer und die war schlimmer als seine Frisur früher …
Woher die Musik kommt? Aus dem Studio, produziert von Martin Hannet, die Band fand den Geister-Sound (angeblich) gar nicht so gut.
Wie es die Musikindustrie doch noch ins 21. Jahrhundert schaffen kann
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DieterK:28.11.2007 um 22:34„Was fehlt: Visionen für die nahe und ferne Zukunft der Branche.“
Wenn etwas nicht fehlt, dann Visionen! Da liegt auch Doug Morris mit seiner Einschätzung, es hätte in den 1990er Jahren keine Technikexperten in der Musikindustrie gegeben, voll daneben. Schon 1994 hat kein Geringerer als Thomas M. Stein ganz genau gewusst, dass die „digitale Belieferung“ die Zukunft ist. Damals wurde BMG Ariola New Media (oder so ähnlich gegründet). Und es gab auch detaillierte Berechnungen, welche Kosteneinsparungen durch den Wegfall von Herstellung und Distribution der Tonträger zu realisieren sind. Auch Thomas Middelhoff, Steve Case, Edgar Bronfman Jr. und nicht zuletzt Jean-Marie Messier hatten jede Menge Visionen … und heute gibt es doch beinahe jeden Tag irgendwo eine Konferenz, wo über geniale Ideen - Musik verschenken, um dadurch ein paar T-Shirts zu verkaufen, nachgedacht wird …„Freie Wahl der Verwertungs- und Lizenzmodelle für Urheber bereitstellen“
Freie Wahl gibt es doch. Was Du meinst, ist die Kombination von GEMA und Creative Commons. Angesichts der gegensätzlichen Zielsetzungen, sehe ich nicht, wie das funktionieren soll. Solange CC-Lizenzen nicht zwischen Autoren und Interpreten unterscheiden, machen sie aus meiner Sicht im Musikbereich ohnehin keinen Sinn.„Mitglieder hätten eine viel weiter gefasste Kontrolle über ihre Werke als derzeit und könnten selbst entscheiden, ob und wie und vom wem einzelne Werke genutzt werden können (kommerzielle oder nichtkommerzielle Nutzung, Bearbeitung, Weitergabe ja oder nein, etc.).“
Das ist weniger eine Organisations- als vielmehr eine Machtfrage. Die Macht von kollektiven Verwertungsgesellschaften beruht auf ihrer Monopol-Stellung, eine Abspaltung von einzelnen Rechten wurde sehr schnell zum Ende Systems der kollektiven Wahrnehmung führen. Beispiel Konzerte: Für U2 (die haben das tatsächlich versucht) wäre es ein leichtes, Tantiemen für ihre Autorenrechte bei den Veranstaltern selbst zu kassieren (und so die 5 oder 10 Prozent Abzug durch die GEMA zu sparen). Ab was sollen kommerziell unbedeutende Musiker machen? Die sind auf die kollektive Rechtewahrnehmung angewiesen. Wobei es bei der Verteilung der Einnahmen jede Menge zu verbessern gibt.„Offizielles (…) von Rechteinhabern und Verwertungsgesellschaften betriebenes Portal“
Warum nur „ein“ Portal? Und warum ausgerechnet von den Rechteinhabern / Verwertungsgesellschaften betrieben? Jeder der so ein Portal betreiben will, sollte die Möglichkeit bekommen, dies auch zu tun. Genau wie die Plattenindustrie vor hundert Jahren von einer Zwangslizenz profitierte, die es allen Labels erlaubte, einmal veröffentlichte Kompositionen zu nutzen, muss es eine Zwangslizenz für den digitalen Vertrieb geben: Veröffentlichte Aufnahmen können von konkurrierenden / spezialisierten Anbietern vertrieben werden. Natürlich gegen Bezahlung (Beteiligung an den Einnahmen / Werbeerlösen).„Neue Technologien integrieren und nicht Dritten überlassen, über die man sich dann hinterher wieder aufregen muss“
Wenn es die durch die Zwangslizenzierung ermöglichte Konkurrenz zwischen verschiedenen Anbietern gibt, dann wird sich das Technologieproblem dadurch lösen, dass sich das effektives Vertriebsmodell durchsetzt. Falls die Musikindustrie / Mobilfunkkonzerne / Apple / Microsoft / Google oder sonst wer die Kontrolle über die Vertriebstechnologie erlangt, würde diese Macht sofort wieder zu einem Oligo- bzw. Monopol führen.
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DieterK:28.11.2007 um 21:20„Und wie ist das eigentlich, wenn ich einen aktuellen Song als Soundtrack für ein Video nehme, das, sagen wir mal, aus einem schwarzen Bild besteht, dieses Video zu YouTube lade und damit auf der sicheren Seite hinsichtlich der Urheberrechte bin?“
Da die GEMA nur die Rechte an der Komposition vergibt, darfst Du einen aktuellen Song natürlich nur nehmen, wenn Du ihn selbst coverst oder auch die Erlaubnis des Labels (für die Aufnahme) hast. (Wobei nach meiner laienhaften Rechtsauffassung das Filmherstellungsrecht gar kein Gegenstand der Vereinbarung mit YouTube ist)
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DieterK:28.11.2007 um 21:07@Johnny:
Kannst Du als GEMA-Mitglied mal nachfragen, welche Rechte die GEMA YouTube überhaupt erteilt hat? Geht es nur um das Aufführungsrecht oder auch um das Recht Musik mit Videos zu verbinden (Synchronisationsrecht, Filmherstellungsrecht)? Aus der Presseerklärung werde ich nicht schlau.Hier und sonstwo wird (durchaus zu Recht) mal wieder um die GEMA diskutiert. Kein Mensch fragt danach, welches Geld die drei Plattenfirmen, die YouTube-Mitbesitzer sind, bekommen und ob und wie die Interpreten daran beteiligt werden.
zur IFPI:
Heute hat Guy Hands von Terra Firma, dem Hedgefond, dem die EMI Group zur Zeit gehört (und der seit August rund 40 bis 50 Prozent Verlust mit diesem Investment gemacht hat), angekündigt in Zukunft den Mitgliedsbeitrag bei IFPI und RIAA nicht mehr bezahlen zu wollen (zu können).
2nd rec: Käufer bestimmen CD-Preise
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DieterK:08.11.2007 um 22:44Radiohead planen schon wieder was “revolutionäres”:
helo
there will be something on the box tonight
its another test
but right now we are entangled in cables
however
weather permitting
our technical experts will resolve the entanglement
itll be broadcast as a quicktime h.264 stream
then
www2.radiohead.tv
try it about 10 pm gmt
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DieterK:08.11.2007 um 14:29(Rund) 400.000 Käufer haben im Durchschnitt sechs Dollar gezahlt. Macht (bei insgesamt einer Million Downloads) 2,40 Dollar pro Download. Aus Sicht von Radiohead war das ein tolles Geschäft. Normalerweise kosten PR-Aktionen Geld. Diese hat einen ordentlichen Profit abgeworfen.
Gleichzeitig belegen die Zahlen eindrucksvoll, was für ein Quatsch die unzähligen Artikel (Mainstream und Blogs) über den „Tod der Musikindustrie“ (nicht mal die Plattenindustrie stirbt!) vor ein paar Wochen waren.
All your culture are belong to us*
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DieterK:07.11.2007 um 21:31Was mich wundert ist, dass es offenbar einen Markt (an dessen Existenz zumindest Fender glaubt), für die künstlich gealterte Joe-Strummer-Gitarre gibt. Jeder Gitarrist, sofern ihm der Name Joe Strummer etwas sagt (und warum sollte er sonst sowas kaufen?), müsste die ganze Absurdität dieser Idee doch sofort durchschauen.
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DieterK:06.11.2007 um 21:16@rio:
Von wegen “Kommerzialisierung”, “Subkultur” etc. : Der Punk-Look / Style wurde doch von Westwood / McLaren “erfunden” (von Richard Hell geklaut), um Klamotten zu verkaufen.Mick Jones:I don’t think it’s just the trousers, though, I mean, the trousers reflect the mind.
Joe Strummer: Like trousers, like brain!(asked what constitutes a sell-out) Mick Jones: “What happens is all the tickets go on sale for a concert, right, and people go and buy them, and if as many go and buy them as there are tickets, that constitutes a sell-out.”
Journalistische Recherchekunst
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DieterK:25.10.2007 um 11:08Selber schuld! Ihr habt den kruden/wirren Text doch erst bekannt gemacht. Mit dem Makel, irgendwie für das Quatsch-Konzept “Linker Neoliberalsimus” verantwortlich zu sein, werdet ihr jetzt leben müssen.
Radiohead: No really, it’s up to you
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DieterK:11.10.2007 um 19:57In Bezug auf die Soundqualität des Download-Albums hat Jonny Greenwood gesagt (www.nme.com/news/31717):
“I don’t know, we talked about it and we just wanted to make it a bit better than iTunes, which it is, so that’s kind of good enough, really. It’s never going to be CD quality, because that’s what CD does.”Das bestätigt meine Einschätzung (7), dass es bei der Aktion in erster Linie um PR für die CD / das Box-Set ging. Oder wie es das no rock and roll fun blog formulierte:
“In other words, the ground-worryingly historic opportunity the band offered fans was to decide how much they’d pay for an advertising campaign, not a record.”
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DieterK:04.10.2007 um 15:23PR-Agentur ja oder nein:
Musiker können nicht alles selbst machen und brauchen in vielen Bereichen professionelle Hilfe. Die Frage ist, ob Musiker deshalb einen der üblichen Verträge (oder noch viel schlimmer: einen sogenannten 360-Grad-Vertrag) unterschreiben müssen (wodurch sie zwar für alles, was das Label leistet durch Tantiemenabzug endlos zahlen, aber nie in den Besitz ihrer Aufnahmen kommen und nur eine minimale Beteiligung an der Erlösen erhalten) oder ob in Zukunft die Aufgaben, die heute ein Label übernimmt, schlicht und einfach projektbezogen eingekauft werden (der Musiker steht im Zentrum und behält alle Rechte, alle anderen arbeiten für ihn).@Rene (32):
Es ist zu früh, um von „einpendeln“ zu sprechen. Dass mehr Box-Sets verkauft als Download-Alben quasi-verschenkt wurden, zeigt, dass diese Aktion bislang vor allem die Überfans erreicht. Diese hat Andrew Orlowski – bei Ankündigung des Experiments und offenbar zutreffend – als „well-heeled bourgeois bedwetters“ charakterisiert, die sich das Box-Set leisten können und die „such a guilt-ridden corpus of record-buyers“ sind, dass sie sich verpflichtet fühlen, mehr als die Minimum-Spende für das Download-Album zu zahlen. (Vgl. http://www.theregister.co.uk/2007/10/01/radiohead_digital_giveaway/print.html) Oder wie es ein Radiohead-Fan, der 5 Dollar zahlte, in einem US-Forum formulierte: „I was happy to pay for the privilege to be part of this experiment.“Hier http://www.whatpricedidyouchoose.com/ findet eine Umfrage zu den gezahlten Preisen statt.
@Andy-U(34):
Klar, es handelt sich um Milchmächenrechnungen, aber eine Tendenz wird schon deutlich.
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DieterK:02.10.2007 um 20:34@ Johnny(9): „wieviel dürfte denn die Box und das enthaltene Material kosten, ohne dass du von schröpfen sprichst?
Der Punkt ist, dass das Box-Set genau so teuer ist, als hätte es EMI veröffentlicht und über den Tonträgerhandel verkauft. Wenn man die Musikindustrie wegen ihrer völlig überhöhten Preise (zu Recht) verurteilt, kann man nicht jubeln, wenn die Musiker einige Glieder aus der Verwertungskette entfernen und die enormen Profite selbst kassieren.„Oder nochmal anders: Wieviel darf ein Song kosten?“
Diese Frage kann ich nicht beantworten. Ein gravierendes Problem der Musikindustrie ist, dass der Verkauf von einzelnen Songs keinen/wenig ökonomischen Sinn macht, selbst wenn pro Song zwei oder mehr Euro zu zahlen wären. Deshalb ja der Versuch, Download-Alben oder wenigstens „Songbundles“ zu verkaufen.
Und genau diese Bündelung (CD und Vinyl-Album und Bonus CD) stört mich bei der Disco-Box. Achtzehn Songs für 60 Euro macht 3,33 Euro pro Song. (Zum Vergleich: Velvet Underground „Peel Slowly And See“ 75 Songs / 45 Euro und Who „Maximum Rock’n’Roll“ 95 Songs / 36 Euro)Wert von Kundendatenbanken:
Deren Wert aus Sicht von Marketingleuten etc. kann ich nicht beurteilen. ABER: Für eine Band, die ohne Majorlabel (ohne großen PR-Etat) Erfolg haben will, ist der direkte Zugang zu ihren Fans das WICHTIGSTE KAPITAL überhaupt. (Weshalb versuchen wohl die Majors zur Zeit in ihren Künstlerexklusivverträgen Klauseln durchsetzen, um die Kontrolle über die Beziehung zwischen Musikern und Fans zu erhalten?)@Robert (12): „Damit wird nämlich nicht nur das herkömmliche Vertriebswesen der Musikindustrie sondern gleich noch der gesamte übliche Promotionplan in Frage gestellt.“
Der Verkauf über die eigene Webseite ist kein neues Vertriebsmodell. Iron Maiden machen das seit (10, 15?) Jahren sehr erfolgreich, Bowie, Prince und die Grateful Dead haben es wieder aufgegeben. Auch in Bezug auf die Promotion können nur wenige Bands dem Beispiel von Radiohead folgen. Das quasi-verschenken der Download-Alben ist ohne Frage ein genialer PR-Coup, aber von anderen Interpreten nicht beliebig wiederholbar. Und die Strategien der Musikindustrie werden auch nicht erst seit gestern durch Radiohead, sondern seit Mitte der 1990er Jahre durch eine ganze Reihe von (verschiedenen) Entwicklungen in Frage gestellt.
„1. Es geht um die Musik“
Bei einem Box-Set geht es immer mehr um die Verpackung als um die Musik. Weshalb werden wohl das „artwork“, die „digital photographs“ (nicht mal gedruckte Bilder gibt es) und das „book“ so betont? (Wenn ich ein Buch lesen will, dann gehe ich in eine Bibliothek!)„2. Es gibt mittlerweile eine digitale und analoge Welt“
Ja. Und das interessante am Radiohead-Experiment ist, dass Downloads (die digitale Zukunft) verschenkt und mit Tonträgern (der analogen Vergangenheit) Kasse gemacht wird. (Vielleicht haben die Majorlabels ihre Preßwerke und Distributionssysteme etwas zu früh verkauft)„3. Es gibt mündige Musikinteressierte“
Ja. Aber Fans gehören nicht dazu. (Das schreibe ich als stolzer Besitzer des kompletten Sets der Humphrey-Ocean-Single „Whoops A Daisy).
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DieterK:02.10.2007 um 15:05So was kann sich NUR eine Band dieser Größenordnung erlauben.
Außerdem ist der Markt für Download-Alben ökonomisch vollkommen unbedeutend. Der PR-Effekt (und der Wert der gewonnenen Kundendaten) übersteigt jeden hypothetischen “Verlust”.Hast Du eine “Anerkennungsprämie” von 40 Pfund für das Download-Album gezahlt oder die Discobox bestellt.
(Immerhin werden die Fans hier direkt von den Künstlern geschröpft. Schade, dass EMI nicht mehr an der Börse ist. Gestern wäre der Kurs um mindestens zehn Prozent eingebrochen)
Dieses Vertriebsmodell (Vorbestellungen, Produktion erst, wenn eine bestimmt Stückzahl verkauft ist) gab es übrigens schon zu Zeiten, als die Plattenindustrie unter Alben noch die Zusammenstellung von vier oder mehr Schelllackscheiben verstand (in einem hübschen, hochwertigen und entsprechend teurem Album).
Zukunftsweisend an dem Experiment ist folgendes: Der Preis, den Käufer bereit sind für Downloads zu zahlen, tendiert gegen NULL iTunes und andere Downloadshops sind - ob mit oder ohne DRM- Auslaufmodelle.
Selbstverständlich wird es die CD - und die Vinyl-Alben - bald auch ganz normal im Laden geben.
Müssen Blogs authentisch sein?
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DieterK:12.09.2007 um 14:51MSPRO (15) hat den Nagel auf den Kopf getroffen: „echte Authentizität ist immer inszeniert.“
Das hat auch Andrew Orlowski http://www.theregister.co.uk/2007/09/11/levitz_digby/ im Zusammenhang mit der künstlichen Aufregung um Marié Digby, dem vom linksradikalen Enthüllungsblatat Wall Street Journal als Disney-Produkt enttarnten YouTube-Phänomen, zu Recht festgestellt:
„(…) its often been the case that the professional adds the ‚authenticity‘ that was otherwise lacking: remember how Bernie Rhodes took a dodgy but enthusiastic pub-band The 101ers, gave them slogans, decent clothes, booked them in for de-elocution lessons, and turned them into The Clash?“
Der linke Neoliberalismus - Versuch einer Konkretisierung
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DieterK:03.09.2007 um 12:07Konkretisierung?
Abgesehen davon, dass es kaum möglich sein dürfte (und sich höchst wahrscheinlich auch nicht lohnen würde), den wirren Text (von wegen „Manifest“) von Mercedes Bunz zu konkretisieren, hat Malte sein selbst gestelltes Thema glatt verfehlt. Hier wird nicht konkretisiert, sondern zusätzliche Verwirrung gestiftet. (Substanzielleres zu Bunz findet man hier: http://www.fixmbr.de/linker-neoliberalismus-eine-replik-ein-mensch-ist-ein-produkt-seines-handelns-und-seiner-taten/)
Malte geht überhaupt nicht auf die (einzige) wichtige/richtige Feststellung von Bunz ein: Globalisierung (mit allen Nebeneffekten) ist kein Naturphänomen. Wie Johnny (9) vom „Kern des Textes“ zu sprechen, ist aber übertrieben, da Bunz keine Zusammenhänge konstruiert, behauptet oder belegt, sondern lediglich Stroh drischt.
Globalisierung wird von supranationalen Konzern mit Hilfe einer neoliberalen Politik durchgesetzt.
Dabei geht es nicht um „Deregulierung“, sondern um Re-Regulierung im Interesse der Wirtschaft, zulasten der Allgemeinheit. Und von „freier Marktmarktwirtschaft“ beziehungsweise einem „freien Markt“ kann sowieso seit mehr als 100 Jahren (Kartell-, Oligopol, Monopolbildung usw.) keine Rede mehr sein.Hinter Phrasen wie „selbstbestimmter Arbeit“, „Flexibilisierung“ usw. steht eine knallharte Politik, die man nicht mit semantischen Spielereien a la „linker Neoliberalismus“ unterwandern/aushebeln/umdrehen kann. (Damit kann man höchsten Zeitungen und Blogs füllen – und gleichzeitig von den wahren Zusammenhängen ablenken.)
Neoliberal ist die Sozialisierung/Individualisierung von Risiken und die Privatisierung von Profiten. Um nichts anders geht. Was sozial und demokratisch ist, hat Lionel Jospin 1999 (als Antwort auf das berüchtigte Schröder-Blair-Papier) 1999 (in etwa) so formuliert:
„Eine menschliche Gesellschaft ist eine Gesellschaft,
- deren Werte nicht ausschließlich dem Profitdenken unterwerfen sind,
- in der nicht alle Waren mit Gütern gleichgesetzt werden.,
- die sich die Reduzierung der Ungleichheiten zum Ziel gesetzt hat.“
Der nächste Song wird ihnen präsentiert von …
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DieterK:12.07.2007 um 20:18@Peter H aus B (13)
„Kunst (Musik, Theater, Literatur, Malerei) ist heute (fast) genauso beliebig wie Werbung.“Ganz genau! Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen Kultur und Marketing. (vgl. Nobrow von John Seabrook). Das Problem sind aber nicht die „Künstler“ bzw. die „Deppen“, von denen zwar jeder ein Lied schreiben kann, aber eben keinen Hit. Der Autor / Urheber / Musiker / Künstler hat praktisch keinen Einfluss darauf, ob sein Werk zum Hit wird. Entscheidend sind die Marktstrukturen, die Vermittlungskanäle, das Marketing, die Finanzierungsformen der Kulturproduktion.
Der Mythos vom Künstler kam genau in dem Moment auf, als ein Markt für Kunst entstand. Vorher waren „Künstler“ Handwerker, abhängig von kirchlichen oder adeligen Auftraggebern. Die (Selbst-)Stilisierung zum „Künstler“ war dann (auch nur) eine Vermarktungsstrategie. Die Gegenüberstellung von Kunst und Kommerz – im Musikbereich z.B. in Form von Majors und Independents – macht (wenn überhaupt) nur in speziellen Situationen Sinn. Pauschal kann man damit nichts erklären. Oder ist Bob Dylan etwa kein Künstler, nur weil er von Anfang an ganz genau auf die geschäftlichen Aspekte geachtet hat?
@Tim (26)
In Bezug auf die Vielfalt hast Du Recht. Und vielleicht können in Zukunft auch mehr Interpreten als bisher aus eigener Kraft (ohne einen Vertrag mit einem Label anzustreben) mit ihrer Musik Geld verdienen oder sogar davon leben. Meine Aussage zum Wegfall der halbwegs erfolgreichen Künstler bezog sich auf die Politik der Tonträgerindustrie, der Majorlabels. Die konzentrieren sich nur noch auf die wenigen Acts, von denen sie sich Mega-Profite versprechen. Beispielsweise wurden bei der BMG (kurz vor der Fusion mit Sony Music) alle deutschen Interpreten gekündigt, die weniger als 50.000 CDs verkauft haben.Das alte Rock-Modell vom (langsamen) Aufstieg auf der Karriereleiter (wobei sich Qualität durchsetzt), das Simon Frith mit einer Pyramide (breite Basis aus Amateuren, Mittelbau, und Superstars an der Spitze) symbolisierte, gibt es nicht mehr. Wenn heute irgendein Interpret aus Sicht eines Majors Erfolg verspricht, wird er für ein paar Wochen intensiv vermarktet. Wenn er die Zielvorgaben nicht erreicht hat, kommt der oder die nächste dran: RCA Records hat in Amerika (angeblich) gerade die TV- und Printwerbung für das neue Album von Kelly Clarkson stark reduziert. Eine Woche nach der Veröffentlichung. Grund: My December war nicht auf Platz 1 in die Charts eingestiegen. Jetzt hat Carrie Underwood oberste Priorität.
Weiß jemand, wie die Geschäftsmodelle von We7 (Vertrieb) oder RCRD LBL (Label) funktionieren sollen?
Durch Werbung finanzierte Downloads können doch maximal ein paar Cents für Komponisten/Interpreten/Labels abwerfen, einen Bruchteil der iTunes-Einnahmen (60 bis 70 Cent pro Download).Die Vorstellung, dass die werbetreibenden Konzerne in Zukunft direkt (am Markt vorbei) darüber entscheiden, welche Musik gepusht wird, ist wirklich keine schöne. Außerdem dürfte mit den „kostenlosen“ Angeboten auch intensives Data-Mininig sowie die Kontrolle des Nutzerverhaltens verbunden sein.
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DieterK:11.07.2007 um 22:39Die Aktion von Atlantic und Sprint ist Werbung/Marketing, kein neues Geschäftsmodell.
Anders sieht es bei We7 (Peter Gabriel) aus. Die versuchen tatsächlich, mit Werbung verseuchte Tracks zu verschenken und daraus ein Geschäft zu machen. Johnny, Du kennst Dich doch mit Tausenderkontaktpreisen etc. aus :), kannst Du bitte mal erläutern, wie das ökonomisch funktionieren soll? Wie viel ist ein Download für ein werbetreibendes Unternehmen wert? Kann da genügend Geld für Interpreten, Komponisten, Labels und We7 zusammen kommen?
Gibt es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen sinkenden Tonträgerverkäufen und steigenden Konzertpreisen? Ich glaube nicht. Die Interpreten / Tourveranstalter verlangen so viel, wie der Markt hergibt. Außerdem sind die Interpreten am teuersten, die sowieso keine (neuen) Platten verkaufen. Und umgekehrt: Welche der aktuellen „Super-Stars“, „Popstars“ usw. können (spätestens ein Jahr nach ihrem Debüt noch) Hallen / Stadien füllen? Außerdem sind die Labels (bis jetzt) nur in Ausnahmefällen an den Konzerteinnahmen beteiligt. Ein Ausgleich kann gar nicht stattfinden. Und wenn man genau nachrechnet, dann haben sich nicht einmal die EMI-Deals mit Robbie Williams und Korn (Beteiligung an Konzert-, Merchandising- und Sponsorshipeinnahmen) gelohnt. Und der back lash hat doch längst begonnen. In Amerika sind Live Nation und Ticketmaster mindestens so verhasst wie die RIAA-Labels.
Richtig ist, dass die mittleren, die halbwegs erfolgreichen Künstler in Zukunft wegfallen. Es gibt nur noch Blockbuster, die spätestens nach dem zweiten Album vergessen sind, und den unendlich langen Schwanz der Amateure. (In wie weit das „Web 2.0“ diesen eine Plattform gibt, um mit ihrer Musik Geld zu verdienen, wird sich zeigen.) Allerdings waren Musiker, die sich von Tonträgerverkäufen ernähren konnten, schon immer eine winzige Minderheit. Gibt es eigentlich Statistiken, ob in den letzten Jahren weniger neue Künstler Verträge bei den Majors bekommen haben? Angesichts der unüberschaubaren Menge von Schrott, der in den (verbliebenen) CD-Läden verstaubt, scheint es fast so, als ob immer noch ohne Sinn und Verstand veröffentlicht wird.
Generell ist die immer engere Verbindung von Werbung/Marketing und Musik nicht die Lösung, sondern eine der Ursachen (Marketingorientierung schon bei A&R-Entscheidungen, Konzentration auf Blockbuster usw.) des Niedergangs der TONTRÄGERINDUSTRIE (im Unterschied zu praktisch allen anderen Sparten der MUSIKINDUSTRIE).
Lebendig Erde
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DieterK:09.07.2007 um 08:49Ausgerechnet Al Gore, der nicht einmal gegen die Bush Bros. gekämpft hat, als sie ihm die Wahl gestohlen haben, will die Erde retten. Mit Hilfe von Duran Duran und Madonna! (Von den deutschen Clowns ganz zu schweigen)
“(…)the pop stars headlining the concerts are the absolute antithesis of the message they promote - with Madonna leading the pack of the worst individual rock star polluters in the world.
(…)
Two other acts have already been criticised for being paid to promote fuel-guzzling cars. John Legend is featured in a Lexus advert, while Sheryl Crow’s hit Everyday Is A Winding Road is used to sell Subaru 4WDs.
(…)
The Live Earth event is, in the words of one commentator: ‘a massive, hypocritical fraud’.
(…)
Indeed, Madonna’s carbon footprint is dwarfed only by her ego - she has vowed that she will ’speak to the planet’ at Wembley. In fact, an apology might be in order - for the superstar’s energy consumption is only the tip of the iceberg in this epic vanity-fest.”
SZ, SZ, SZ!
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DieterK:30.05.2007 um 13:28Seine Thesen hat Smiers schon Ende der 1990er entwickelt, vor bzw. parallel zum Creative-Commons-Ansatz von Lessig. Aber schon damals blieb unklar, was anstelle des Urheberrechts kommen soll.
Auf Basis des kurzen, wirren Artikels aus der SZ ist eine sinnvolle Diskussion nicht möglich. Übrigens hat die SZ schon vor vier Jahren einen – genauso wirren – Artikel (Das Ende kommt sowieso. Plädoyer für die Abschaffung des Copyrights, http://www.sueddeutsche.de/sz/feuilleton/red-artikel1698)
von Smiers veröffentlicht. Der wichtigste Unterschied: Damals forderte er nur die Abschaffung des Urheberrechts, heute hat er immerhin begriffen, dass dadurch die Oligopole / Monopole nicht automatisch verschwinden würden. Deswegen fordert er jetzt auch noch die Zerschlagung der Medienkonzerne etc. Aber: ein „freier Markt“ wäre allenfalls ein kurzfristiges Phänomen. Das erkennt Smiers ja auch selbst: „Außerdem würde ein normalisierter Kulturmarkt weitaus mehr Künstlern die Chance geben, sich einen Ruf zu erwerben, eine Art Marke aufzubauen, die anschließend dazu genutzt werden könnte, sowohl mehr als auch teurer zu verkaufen.“ Eine Marke aufbauen, teurer verkaufen. Genau darum geht es auch heute schon. Ohne die Abschaffung des Kapitalismus würden ganz schnell neue Oligopole entstehen.Schon die Ausgangsthese, dass das Urheberrecht / Copyright (die Basis der industriellen Verwertung) „wegbricht“, ist falsch. Richtig ist das Gegenteil: Gerade in den letzten beiden Jahrzehnten wurden die Rechte (im ökonomischen Interesse der Industrie) gewaltig ausgeweitet. Und das auch noch RÜCKWIRKEND (für bereits bestehende Werke). Sogar die (in jeder Hinsicht vollkommen unsinnige) Verlängerung – von 50 auf 70 Jahre - des Leistungsschutzrechtes für Produzenten und Interpreten von Tonaufnahmen, die in Großbritannien eine Expertenkommission Ende 2006 abgelehnt hatte, wird inzwischen vom Parlament befürwortet. Und wenn London fällt, fällt auch Brüssel.
Beteiligt YouTube die Nutzer?
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DieterK:26.04.2007 um 16:52Warum soll das eine Ente sein? Irgendwie muss Google ja die Investitionen wieder einspielen (z.B. durch Werbung). Und das die Rechteinhaber bezahlt werden müssen, dürfte doch auch klar sein.
Die Nutzer, die Filme hoch laden, ohne dazu berechtigt zu sein, bekommen (natürlich) kein Geld. Die meisten “illegalen” Uploader werden wohl auch intelligent genug sein, und erst gar keine echten Daten angeben.
Denn darum geht es doch. Um Nutzerdaten. Und um die Eindämmung der “illegal” verbreiteten Videos. Dazu hat Google gerade mal wieder ein neues Filtersystem angekündigt.
Ein nicht ganz unwichtiges Detail: Sowohl die Beteiligung an den Werbeeinnahmen als auch das Filtersystem hat der Google-CEO (Schmidt?) auf einer Konferenz der NAB vorgestellt. Der National Association of Broadcasters.
EMI ohne DRM?
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DieterK:03.04.2007 um 22:27Zu den Künstlertantiemen:
Das mit dem unveränderten Großhandelspreis hat sich nur auf Alben bezogen. Nicoli hat gesagt:
“EMI is introducing a new wholesale price for premium single track downloads, while maintaining the existing wholesale price for complete albums”Prinzipiell kann die Tantiemenhöhe aber leicht je nach Gestaltung des Vertrages zwischen Label und Downloadshop zu Lasten der Künstler manipuliert werden.
Von dem Geld, dass die Majors (außer EMI) durch ihr Investment in YouTube verdient haben, sehen die Musiker nichts.
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DieterK:03.04.2007 um 13:45Weiß jemand ob es stimmt, dass Apple für die teuren Tracks den alten Großhandelspreis an EMI zahlt? Auf diese Weise würden die Künstler ganz elegant um ihren Anteil gebracht.
Complete Control … in der Tat!
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DieterK:02.04.2007 um 18:13Das war mal wieder ein genialer PR-Coup von Jobs. Jetzt sieht es so aus, als ob sein Schreiben den Sinneswandel bei der EMI bewirkt hat. Tatsächlich haben die schon Monate vorher mit diversen Downloadshops verhandelt. Aber weil die EMI Group einen großen – (laut ursprünglicher Planung) nicht verrechenbaren – Vorschuss als Gegenleistung für den Verzicht auf DRM verlangte, gab es keine Einigung.
Wichtig für Apple ist, dass Jobs den Angriff der Verbraucherschützer jetzt unter Hinweis auf Universal Music, Sony BMG und Warner Music kalt lächelnd abwehren kann.
Frech finde ich ja die EMI-Argumentation von der doppelten so guten Tonqualität bei den DRM-freien Tracks. Doppelt so hoch ist nur die Samplingfrequenz. Und warum werden die DRM-verseuchten - soundmäßig (laut EMI) nur halb so guten - Tracks nicht zum halben Preis des „premium products“ verkauft?
Interessant ist die Frage, wie sich der (teilweise) DRM-Verzicht auf die anderen Downloadshops auswirken wird. (Gerücht der Stunde: Amazon kauft eMusic) Konkurrenz wäre dringend erforderlich, damit die Preise endlich sinken.
@Andreas (38):
Die Telekom (!) hatte mal ein „geschütztes“ MP3-Format entwickelt, das 2002 bei Popfile, dem Downloadportal von Universal Music Deutschland zum Einsatz kam. Der besondere Clou dabei war, dass es praktisch keine MP3-Player gab, die das Format verstanden. Die gekaufte Musik musste also erst mit einer speziellen Software in WMA-Files umgewandelt werden, bevor man sie hören konnte. Verantwortlich für dieses wirklich „revolutionäre Konzept“ war Tim Renner.
Journalismus und PR
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DieterK:31.03.2007 um 10:18In Deutschland ist eine solche aufwändige Vorbereitung gar nicht erst notwendig. Selbst „Qualtiätsmedien“ (ganz vorne dabei: Spiegel, Spiegel Online) übernehmen (immer öfter) einfach (leicht verändert) die Pressemitteilungen. Das war zuletzt an der „Berichterstattung“ zu „Second Life“ ganz deutlich zu sehen. Um was es hier wirklich geht (Pyramidenmodell etc.), ging dabei vollkommen unter. Ein anderes Beispiel ist der Unsinn, den DPA (z.B. via Heise: http://www.heise.de/newsticker/meldung/87427) letzte Woche über Sellaband.verbreitet hat. (Da war Spreeblick vor fast einem Jahr schon viel weiter …)
Und Politiker vermeiden “kritische” Journalisten (einige gibt es ja noch) und gehen zju Gottschalk oder Christiansen …
Jeriko One: Ganz viral abgemahnt
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DieterK:07.03.2007 um 19:08„Denn der Vorgang zeigt, in welch gefährliche Gewässer sich Unternehmen mit „viralen“ Kampagnen begeben können (…) Marketing-Abteilungen können sich zwar als schnelle kleine Speedboats verkleiden, solange jedoch der Rest der Maschine immer noch wie ein Panzerkreuzer agiert, gehen beide schnell unter.“
Schön wär’s ja. Aber: gefährlich sind die Gewässer nicht für die Unternehmen, sondern für die Fans, die auf die virtuelle Masche reinfallen. (Zwar steuert auch die UMG auf einen Eisberg zu, aber noch spielt die Kapelle an Bord der Titanic…)
In Amerika gab es mal Bestrebungen, die „Verleitung“ zu Copyrighverstößen (das richtete sich damals u.a. gegen die Hersteller von MP3-Playern) unter Strafe zu stellen, aber ganz so schlimm sind die Gesetze (noch) nicht. Für Unternehmen gibt es – außer in Bezug auf das Image – keine Gefahr. Außerdem sind die rechtlich problematischen Praktiken ohnehin ausgelagert. (Rolf Schmidt-Holtz hat ganz bestimmt noch nie etwas von Payola gehört …) In diesem Fall wäre also bestenfalls die Marketingagentur betroffen. Aber was kann die dafür, wenn irgendjemand einen MP3-Stick verliert?
Fans / Blogger / Podcaster etc. sollten Bedenken, dass sie sich auch nicht auf die Musiker selbst berufen können. Nach dem Motto: „Robbie Williams hat doch gesagt, fünf Millionen verkaufte CDs sind genug, jetzt können sich die Fans die Songs ruhig aus dem Internet runterladen.“ Das hat Robbie Williams zwar wirklich mal gesagt (2002 in Berlin oder 2003 in Cannes, heutzutage verkauft er ja nicht einmal mehr die Hälfte …), aber davon wird sich die EMI, der die Aufnahmen von Williams gehören, ganz sich nicht davon abhalten lassen, mit allen Mitteln gegen die illegale Verbreitung vorzugehen. Und das gilt nicht nur für die Majors, sondern auch für die überwältigende Mehrheit der „unabhängigen“ Labels. (Jedenfalls für die, die finanzstark genug sind, um ihre Rechte zu verteidigen)
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DieterK:07.03.2007 um 19:08„Denn der Vorgang zeigt, in welch gefährliche Gewässer sich Unternehmen mit „viralen“ Kampagnen begeben können (…) Marketing-Abteilungen können sich zwar als schnelle kleine Speedboats verkleiden, solange jedoch der Rest der Maschine immer noch wie ein Panzerkreuzer agiert, gehen beide schnell unter.“
Schön wär’s ja. Aber: gefährlich sind die Gewässer nicht für die Unternehmen, sondern für die Fans, die auf die virtuelle Masche reinfallen. (Zwar steuert auch die UMG auf einen Eisberg zu, aber noch spielt die Kapelle an Bord der Titanic…)
In Amerika gab es mal Bestrebungen, die „Verleitung“ zu Copyrighverstößen (das richtete sich damals u.a. gegen die Hersteller von MP3-Playern) unter Strafe zu stellen, aber ganz so schlimm sind die Gesetze (noch) nicht. Für Unternehmen gibt es – außer in Bezug auf das Image – keine Gefahr. Außerdem sind die rechtlich problematischen Praktiken ohnehin ausgelagert. (Rolf Schmidt-Holtz hat ganz bestimmt noch nie etwas von Payola gehört …) In diesem Fall wäre also bestenfalls die Marketingagentur betroffen. Aber was kann die dafür, wenn irgendjemand einen MP3-Stick verliert?
Fans / Blogger / Podcaster etc. sollten Bedenken, dass sie sich auch nicht auf die Musiker selbst berufen können. Nach dem Motto: „Robbie Williams hat doch gesagt, fünf Millionen verkaufte CDs sind genug, jetzt können sich die Fans die Songs ruhig aus dem Internet runterladen.“ Das hat Robbie Williams zwar wirklich mal gesagt (2002 in Berlin oder 2003 in Cannes, heutzutage verkauft er ja nicht einmal mehr die Hälfte …), aber davon wird sich die EMI, der die Aufnahmen von Williams gehören, ganz sich nicht davon abhalten lassen, mit allen Mitteln gegen die illegale Verbreitung vorzugehen. Und das gilt nicht nur für die Majors, sondern auch für die überwältigende Mehrheit der „unabhängigen“ Labels. (Jedenfalls für die, die finanzstark genug sind, um ihre Rechte zu verteidigen)
Amie Street: Flexible Musikpreise ohne DRM
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DieterK:07.03.2007 um 12:29@Johnny
davon (Verkauf von einzelnen Titeln) können aber Majorlabels und auch “unabhängige” nicht leben (neue Produktionen finanzieren).Auch wenn die Gewinnspanne (für die Labels, nicht für die Interpreten) sehr hoch ist.
Kulturelle Auswirkungen: Auch bei der Single war ja die Rückseite meistens irgend ein Schrott - und spätenstens seit den 1990er waren auf Alben auch nur noch ein oder zwei gute Titel.
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DieterK:06.03.2007 um 17:25Der Verkauf einzelner Songs macht auch ohne DRM keinen (ökonomischen) Sinn.
Kreidecover
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DieterK:28.02.2007 um 16:121/3 Yes – Fragile (das Band-Logo gehört nach oben)
3/6 The Modern Lovers –The Modern Lovers
4/6 Ramones – Road To Ruin
4/7 Rolling Stones – Sucking In The 70s
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Berlin Calling
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DieterK:08.02.2007 um 12:40@Boogie
Du hast völlig recht, The Who haben weder sich noch ihr Material geschont. Aber sie haben auch nicht jedes Mal neue Instrumene zertrümmert, sondern Drums und Gitarren wurden repariert. Und genau wie Townshend aus musikalischen Gründen unterschiedliche Gitarren benutzte, hatte er für das effektvolle Finale spezielle Instrumente. Auch der Verstärker, in den er seine Gitarre rammte, war auch immer/meistens der selbe.Obwohl das Mod-Image der Who eine Erfindung der Manager war (und Keith Lambert sogar behauptete, Auto-Destruction wäre seine Idee gewesen), so waren sie doch authentischer („Whatever that means“, wie Prince Charles sagen würde) als The Clash. (Was nichts an deren musikalischer Qualität ändert!)
@Johnny
In diesem Zusammenhang fallen mir noch eine paar Fragen an Simonon ein: Stimmt die Geschichte (Burchill/Parsons 1978, The Boy Looked At Johnny, S.55f) über die Lederjacke von Bernie Rhodes, auf der Strummer, Jones und Simonon mal herumtrampelten, als Rhodes gerade den Raum verlassen hatte? Hatten The Clash wirklich Angst vor ihrem Manager? Und was ist eigentlich aus Kozmo Vinyl geworden?
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DieterK:07.02.2007 um 16:49Frag’ ihn mal, ob er den Bass wirklich “aus Wut” zertrümmert hat, oder ob es, genau wie bei dem “Auto-Destruktions-Acts” der Who, nur eine einstudierte Pose war, bei der irgend ein altes Schrottinstrument dran glauben musste:)
It’s a dirty Jobs but someone’s got to do it
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DieterK:07.02.2007 um 12:58Der Text ist zwar pure Propaganda, aber die Kernaussagen von Jobs sind doch nicht falsch:
Digitales Rechtemanagement ist eine Wunsch- besser gesagt: Wahnvorstellung der Inhalte-Industrie, bei der es um die Einführung von neuen Rechten / neuen Geschäftsmodellen und die Abschaffung /und/oder Einschränkung der Verbraucherrechte geht.
(Auch wenn zurzeit Apple davon profitiert und nicht die Phonokonzerne)Ob die von Jobs genannten Zahlen genau stimmen, kann ich aus dem Kopf nicht beurteilen. Aber tatsächlich dürften die meisten Titel, die auf iPods landen, nicht bei iTunes gekauft / nicht kopiergeschützt sein.
In diesem Punkt richtet sich die Argumentation von Jobs gegen die europäischen Verbraucherverbände, die – zu Recht – die Einschränkungen beklagen. Hier wird eine Verteidigungslinie in eventuell folgenden juristischen Auseinandersetzungen aufgebaut.Interessant wäre es zu sehen, ob das Ganze nur ein Bluff ist. Aber da die Phonokonzerne DRM so schnell nicht aufgeben werden, kann Jobs weiter große Töne spucken …
Übrigens hat die RIAA etwas ganz anderes aus dem Text herausgelesen:
Die Lobbyorganisation der US-Phonoindustrie hat es begrüßt, dass Jobs die Lizenzierung von FairPlay angeboten habe …
DE:BUG schlägt vor
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DieterK:22.01.2007 um 17:04Im Prinzip ist eine Kulturflatrate die einzige Alternative. Aber da der Vorschlag von Bleed sich nur auf die GEMA bezieht (die GEMA vertritt die Interessen der Urheber, nicht der Interpreten und auch nicht der Labels), würde ein Vertrag mit der GEMA alleine nicht viel nützen. Der Tausch von Musik von Industrietonträgern wäre nach wie vor illegal, da die Rechte der Labels auch lizenziert werden müssen.
Die IFPI hat übrigens schon lange eine Lizenzierung über die DSL-Anbieter ins Gespräch gebracht. Allerdings geht es dabei genau um das Gegenteil, von dem was eine Kulturflatrate will. Die IFPI will die Verantwortung für Copyrightverstöße auf die DSL-Anbieter abwälzen usw.
@acid
Bei dem US-Gesetzesvorschlag geht es um die Einführung von Kopierschutz beim digitalen Radio, der auch für Internet- und Satradio gelten soll.Bezüglich der Lizenzbedingungen sind Web- und Satradio in den USA schon immer viel schlechter gestellt als das gute, alte Dampfradio:
“normale” radiosender zahlen nur für die Kompositionen (ASCAP, BMI).
Sat- und Webradios müssen zusätzlich auch für die Nutzung der Tonträger zahlen.
Wie immer: Die böse, böse GEMA
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DieterK:20.01.2007 um 15:26CC/GEMA:
Johnny, kannst Du bitte genauer erläutern, was Du meinst? Danke!„Wenn die GEMA o.ä. CC-Lizenzen vertritt, sich also um die kommerzielle Auswertung derjenigen Titel kümmert, die unter den CC-Lizenzen stehen, die eben diese kommerzielle Auswertung nicht kostenfrei zulassen (und das werden immer mehr)… „
Ist es tatsächlich heute schon möglich, einen Titel unter CC zu lizenzieren und die GEMA kassiert trotzdem für bestimmte Verwertungsarten ab? Als ich mich vor ein paar Monaten mit dem Thema beschäftigt habe, da haben sowohl Creative Commons (US-Webseite) und GEMA ausdrücklich auf die Inkompatiblität der CC-Lizenzen mit kollektiven Verwertungsgesellschaften hingewiesen. Grundvoraussetzung für die Vergabe einer CC-Lizenz war (ist?), dass die Urheber nicht an GEMA, ASCAP usw. gebunden sind.
@Boogie (34)
So einfach sind die CC-Lizenzen leider auch nicht zu verstehen. Hinzu kommt, dass sich CC-Lizenzen zwar auf das Urheberrecht beziehen, aber bei der deutschen Umsetzung werden (sicher aus guten Gründen) andere Begriffe verwendet als im Urheberrecht (z. B. „Inhalt“ statt „Werk“). Das erleichert das Verständnis nicht. Im Musikbereich kommt hinzu, dass die CC-Lizenzen nicht zwischen Urhebern, Interpreten und Produzenten unterscheiden …
Kennst Du eine Seite mit einem Überblick über an die deutsche Rechtslage angepasste CC-Lizenzen für den Musikbereicht? Danke!Wenn sich John Perry Barlow (Texter der GRATEFUL DEAD) mit der GEMA unterhält, dann wird er wahrscheinlich nachfragen, mit wie viel Tantiemen er beim nächsten Zahlungstermin rechnen kann …
@Franz-Josef Hanke (35)
Aus meiner Sicht gibt es auch keine Alternative zu kollektiven Verwertungsgesellschaften. Und wenn VGs geschwächt werden, profitieren nur die Medienkonzerne.„Ohne solche VGs gäbe es keine neuen Ideen, Künste oder Literatur in diesem Land!“
Warum haben dann all die Dichter und Denker in den Jahrtausenden produziert, bevor es VGs gab? Ideen, Künste, Literatur, Kreativität usw. etc. gibt es auch ohne jeden finanziellen Anreiz.Zur VG Wort:
Weißt Du, woher das Geld kommt, dass an Blogger gezahlt werden soll? Gibt es neue Einnahmequellen oder wird einfach der bestehende „Kuchen“ neu verteilt?
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DieterK:19.01.2007 um 18:05@Rene (12):
„Wie Du weißt, arbeite ich bei einem großen deutschen Musik-Online-Service, von dort weiß ich: der Download der Lieder ist GEMA-frei, das Abspielen in der Öffentlichkeit nicht.
Ich finde, Rapidshare gehört nicht in deren Kompetenzbereich.“Du bist ein Scherzkeks, oder?
Die GEMA ist auch für die Vervielfältigung (der Komposition) zuständig. Soweit ich das Rapidshare-Prinzip verstehe, wird da:
1. eine Kopie hochgeladen (von mir aus auch ein Original) und
2. jeder Nutzer bekommt eine Kopie auf seinen Rechner geladen.
Wenn jetzt tausend Leute auf einen Rapidshare-Link klicken, werden tausend Kopien ausgeliefert.@Andreas (16):
Die Lizenzierung der Aufnahmen ist noch nicht geregelt. Theoretisch könnte das über eine Zwangslizenz in Verbindung mit einer Pauschalgebühr erfolgen. Praktisch wird die Phonoindustrie dies aber zu verhindern wissen.
(Mir ist auch nicht bekannt, dass irgendjemand in diesem Punkt Sache Druck auf die Labels ausübt, es ist ja viel einfacher auf die GEMA zu schimpfen …)Also, Podcast-Lizenzen werden individuell von den Labels vergeben. Genauer gesagt: NICHT vergeben (oder nur zur PR-Zwecken und/oder gegen horrende Gebühren).
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DieterK:19.01.2007 um 16:37@Johnny
Bei diesem Thema wirst Du wohl ein einsamer Rufer – DIE STIMME DER VERNUNFT – in der „Blogosphere“ bleiben.
Gut, dass Du noch mal darauf hingewiesen hast, dass die GEMA keine anonyme Institution ist, sondern eine (in Grenzen) basisdemokratische Organisation von Komponisten und Textern, in der sogar der Einfluss der Verlage (Musikindustrie) begrenzt ist. Ich weiß nicht, ob die E-Musik immer noch so bevorzugt wird wie früher, jedenfalls ist der Vorstand fest (vollständig?) in der Hand von Musikern vom Schlage eines Christian „Heidi“ Bruhn. Dunkel kann ich mich an einen Artikel erinnern, beim dem „seriöse“ Komponisten den Untergang des Abendlandes (oder zumindest ihrer bevorzugten Stellung) beschworen, als Bruhn den GEMA-Vorsitz übernahm.Konkret zu Deinem Text:
“Ich wünsche mir z.B. eine zentrale Datenbank für GEMA-Musik, die dennoch für Podcasts oder Websites freigegeben ist, denn das gibt es ja, nur die Recherche danach ist fast unmöglich.”Ich glaube, da siehst Du ein Problem, wo keines ist: GEMA-Lizenzen (VR-W1 und VR-W2) für gewerbliche und private Webseiten und E-Commerce-Seiten gibt es seit zehn oder mehr Jahren, eine (vorläufige) Lizenz für nicht-kommerzielle Podcasts seit Juli 2006. (Lizenzen für kommerzielle Podcasts werden individuell vergeben) Damit ist doch automatisch jeder Titel aus dem GEMA-Repertoire für die Nutzung im Rahmen für Webseiten bzw. in Podcasts „freigegeben“. Oder? Wobei die Freigabe an bestimmte Bedingungen gekoppelt ist und zur Zahlung von Lizenzgebühren verpflichtet.
Potenzielle Pocaster und Webseitenbetreiber Nutzer sollten jedoch Bedenken, dass die GEMA-Lizenz nur die Komposition betrifft, nicht die AUFNAHME.
Warum beschweren sich die GEMA-Kritiker eigentlich nicht über die Labels? Deren Haltung ist doch sehr viel restriktiver. Und wer verklagt denn (angebliche) Tauschbörsennutzer? Die GEMA und/oder andere Verwertungsgesellschaften oder die Tonträgerindustrie?
Warum regt sich niemand auf, wenn Michael Haentjes für die deutsche/europäische Tonträgerindustrie ein „exklusives Senderecht“ fordert? (Bislang darf jeder legal veröffentlichte Tonträger im Radio gespielt werden, mit einem exklusiven Senderecht könnten die Labels den Rundfunkeinsatz generell verbieten und – gegen entsprechende Bezahlung oder sonstige Gegenleistung – für jeden einzelnen Titel individuell Lizenzen für einzelne Radiosender vergeben.)CC-Lizenzen:
So wie die CC-Lizenzen zurzeit im Musikbereich genuzt werden, sind sie nur für sehr wenige Musiker von Vorteil. Wer unter CC veröffentlicht, muss ganz genau wissen was er/sie tut. Schlimm ist, dass viele CC-Lizenz-Befürworter überhaupt keine Ahnung haben, wobei es dabei überhaupt geht. Dies trifft leider auch auf Musiker zu. Und ja, viele GEMA-Mitglieder haben auch keine Ahnung, was die GEMA macht.@strahlau (2)
Du bringst die Sache auf den Punkt: Die Alternative zu pauschalen Vergütungsmodellen sind DRM-Systeme. Dies darf bei aller berechtigten Kritik an der GEMA und andere Verwertungsgesellschaften nicht übersehen werden. Von der Abschaffung kollektiver Verwertungsgesellschaften würde nur die Medienindustrie profitieren, nicht die Urheber,
In Erinnerung: Joe Strummer, 1952 - 2002
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Walk on the wild site
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DieterK:11.12.2006 um 17:49Hab’ noch was vergessen
WELT.de schreibt:
„Verkauft wurde die Platte von “vinyl”, dahinter steckt Saturn in Oakland, Kalifornien, als Vermittler.“
RICHTIG ist:
Verkauft wurde die Platte von Warren Hill und Eric Isaacson, „vinyl“ ist der nick, unter dem Saturn Records bei eBay verkauft.
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DieterK:11.12.2006 um 17:24Heute berichtet auch WELT.de (http://www.welt.de/data/2006/12/11/1141570.html) über die Auktion. (Die Platte ging übrigens für 155.401 Dollar weg). Dort heißt es marktschreierisch im Teaser: „WELT.de hat herausgefunden, was die Scheibe so attraktiv macht und wer hinter dem Verkauf steckt.“ Wer nun allerdings eine (mehr oder weniger) sensationelle und vor allem exklusive („WELT.de hat herausgefunden“) Enthüllungsstory erwartet, wird bitter enttäuscht.
Tatsächlich stehen in dem Artikel keine Informationen, die über das hinausgehen, was die
Verkäufer bei ebay angegeben haben. OK, viele Journalisten schreiben einfach irgendwo ab und geben ihre Storys dann als eigene Erkenntnisse aus. Aber dann sollte man wenigsten sorgfältig lesen und (bei fremdsprachigen Quellen) korrekt übersetzen. Dies hat der WELT.de-Autor leider nicht beachtet. In dem kurzen Text finden sich jede Menge Fehler. Hier eine kleine Auswahl, ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit:WELT.de schreibt:
„Es fing an am 29. November mit bescheidenen 26 Dollar. Für ein Rockalbum aus dem Jahr 1966 schien das angemessen.“
RICHTIG ist:
Versteigert wurde nicht „ein Rockalbum aus dem Jahr 1966“, sondern eine Probepressung mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen aus der Scepter-Session zur ersten Velvet-Underground-LP. Da auf der ebay-Seite ganz deutlich gemacht wurde, um was es ging – AT AUCTION: ARGUABLY THE RAREST & MOST IMPORTANT ROCK ‘N’ ROLL AND POP-ART ARTIFACT IN THE WORLD –, und die Auktion in der Fachpresse seit Monaten mit ausführlichen Artikeln vorbereitet wurde, konnte kein Mensch mit einem Funken Verstand im Kopf glauben, 26 Dollar seien ein „angemessener“ Preis.WELT.de schreibt:
„(…) um für die Plattenfirma Columbia Stücke einzuspielen (…) Für Columbia überwachte Norman Dolph die Sitzung. (…) Von seinen Vorgesetzten erntete er 1966 allerdings komplettes Unverständnis. Daraufhin verschwand das Unikat, ein Schnitt in Azetat auf Aluminium. Hätte Andy Warhol nicht das Potenzial der Band zum Künstlerkollektiv erkannt und sie in seine Factory gelockt, das weltberühmte Album “Velvet Underground & Nico” wäre nie erschienen.“
RICHTIG ist:
Die Velvet Underground waren weder bei Columbia unter Vertrag noch haben sie „für die Plattenfirma Stücke“ eingespielt. Andy Warhol hatte längst das Management der Band übernommen. Norman Dolph, der die Scepter-Session als Produzent betreute, war von Warhol engagiert worden. Das erste VU-Album wurde privat/unabhängig produziert, weil Warhol jeden Einfluss von Label-Managern verhindern wollte.WELT.de schreibt:
Für Gesang sorgte das deutsche Model Christa Päffgen, die sich später Nico nennen (…) sollte.
RICHTIG ist:
Christa Päffgen nannte sich schon als Model Nico, lange bevor Warhol sie – gegen den Willen der Band – zur Sängerin bei Velvet Underground machte.WELT.de schreibt:
„Und Millionen junger Frauen wären nie errötet, weil sie nie die rosige Banane in der abziehbaren Warhol-Hülle hätten sehen dürfen. Das war 1967 ff.“
RICHTIG ist:
Hierbei handelt es sich um PURES GESCHWÄTZ. 1967 ging das Album unter. Es dauerte 15 bis 20 Jahre bis eine Million Exemplare verkauft waren. Außerdem war die abziehbare Warhol-Hülle nur eine „limited edition“. Es ist völlig unmöglich, das „Millionen junger Frauen“ die „rosige Banane“ darin gesehen haben. Und woher weiß der Autor, dass sie dabei „errötet“ sind?WELT.de schreibt:
Die ursprünglichen Fassungen von “Heroin”, “I’m Waiting For The Man” und “Venus In Furs” klangen noch merkwürdiger als auf den bereits kursierenden Demobändern für das erste offizielle Album. Und als auf dem fertigen Album sowieso.
RICHTIG ist:
Hat der Autor die Probepressung der Scepter-Session gehört? Oder hat er seine Beurteilung „klangen noch merkwürdiger“ frei erfunden? Bei Ebay schreiben die Verkäufer jedenfalls nichts davon. In Bezug auf „European Son“ heißt es sogar, dass die Scepter-Session-Version „Less noisy and experimental (..)“ ist. Und „Femme Fatale“ ist „Much more ‚poppy‘.“WELT.de
„Maureen Tucker, einer Schlagzeug spielenden Hausfrau“
RICHTIG ist:
1966 war Maureen Tucker 20 Jahre alt und arbeitete als Datentypistin. (Ohne Gewähr, zum googlen bin ich zu faul, jedenfalls war sie keine Hausfrau.)WELT.de schreibt:
„(…) die Schallplatte “4-25-66″“
RICHTIG ist:
Der 25. April 1966 ist das Aufnahmedatum und/oder das Datum der Herstellung der Probepressung, NICHT der Titel der LP.WELT.de schreibt:
„75 Cent bezahlte Hill 2002 für “Velvet Underground. 4-25-66. Att. N. Dolph”.
Ob er sich gleich seiner Mission bewusst war, ist nicht überliefert.“
RICHTIG ist:
Was Hill nach seinem Fund gedacht und gemacht hat, steht ausführlich bei Ebay. Von einer „Mission“ steht dort nichts.
Die banale Militarisierung des Alltags
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DieterK:25.11.2006 um 14:57Peter Bürger fragt:
“Wer sind die Medienriesen der Unterhaltungsindustrie, die mit ihren Produkten federführend zur Militarisierung der Gesellschaft beitragen? Mit welchen anderen Interessensbereichen sind diese Medienkonzerne wirtschaftlich verflochten?”Antwort:
An vorderster Front (pun intended) ist zum Beispiel Bertelsmann zu finden.
Von der “gemeinnützigen” Bertelsmann Stiftung wird nicht nur die Privatisierung von Bildung vorangetrieben (und dabei der Bildungsbegriff systematisch entwertert), werden nicht nur unsoziale “Reformen” wie Hartz 1 bis 4 entwickelt, sondern wird auch die Militarisierung der EU ideologisch vorbereitet. (Vgl. http://www.d-direkt-deutschland.de/eukrieg.htm)
Uncreative problems
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DieterK:28.10.2006 um 09:02@Prosperpo (Christian Spließ, Telepolis-Autor)
Dein Beitrag (52) ist schon ein starkes Stück. Jedermann kann bei TELELEPOLIS http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23621/1.html nachlesen, worum es in Deinem Artikel geht
Dass es um Live-Aufnahmen geht, habe ich durchaus erkannt. Danke für die Erinnerung. Meine ganze Argumentation gegen Deinen Artikel beruht u.a. darauf, dass es um Live-Aufnahmen geht, die für die GEMA keine Kategorie sind.
Den Hinweis auf die Harry Fox Agency hatte ich im Medienrauschen-Thread http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23621/1.html gegeben, um Deine Argumentation zu widerlegen. An exakt diesem Punkt hast Du dort nicht mehr reagiert …
Zuletzt hatte ich Deine (unbelegten) Grundannahmen in Beitrag 49 KORREKT zusammengefasst. Leider hast Du auch diese Gelegenheit nicht dazu genutzt, Deine Behauptungen zu belegen. Schade.
Damit verstärkt sich bei mir der Eindruck, dass Dein Telepolis-Artikel zum „Fall Alice Cooper“ eine Luftnummer ist.
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DieterK:27.10.2006 um 07:32@Janko
Buy-Out:
In Amerika können Urheber ihre Rechte verkaufen. Die ASCAP/BMI- und alle anderen Einnahmen fliessen dann aber weiter, nur in die Taschen der Rechtekäufer. Genau deshalb kaufen sie ja die Rechte der Urheber. In Deutschland können die Urheber ihre Rechte nicht verkaufen.Eine andere Variante ist, dass Musiknutzer, die Kompositionen nur selbst nutzen wollen und keine Absicht/Möglichkeit haben, zusätzliche Einnahme aus der Verwertung zu erzielen, die Rechte kaufen, anstatt laufend Nutzungsgebühren zu zahlen.
ASCAP/Podcasts/CC-Lizenzen
Können ASCAP/BMI-Mitglieder wirklich selbst Podcast-Lizenzen vergeben?
Außerdem muss man zwischen der individuellen Vergabe von Lizenzen für spezielle Nutzungsarten und der Vergabe von CC-Lizenzen unterscheiden. Können ASCAP/BMI-Mitglieder wirklich CC-Lizenzen vergeben?Zu diesen Fragen habe ich noch keine zuverlässige Quellen gefunden. Für Links wäre ich Dir sehr dankbar!
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DieterK:27.10.2006 um 07:06@Prospero
Im TP-Artikel schreibst Du, dass Du in der GEMA-Datenbank recherchiert hast. Wenn man dort nach Titeln wie „I’m Eighteen“ oder „Elected“ (oder anderen „Greatest Hits“ von Alice Cooper) sucht, ist NICHT zu übersehen, dass Alice Cooper nur einer von zwei bis fünf Co-Autoren ist. Außerdem sind verschiedene Verlage involviert. Hast Du überprüft, ob der von Dir unterstellte „Wille des Künstlers“ (also der von Alice Cooper, die GEMA soll seine Werke kostenlos für Podcasts freigeben), auch für seine Co-Autoren gilt? Und für die Verlage?
Deine Grundannahme, dass in den USA Autoren auf Grund einer gesetzlichen Regel die Podcast-Rechte individuell vergeben können, hast Du immer noch nicht belegt. Das gleiche gilt für Deinen Vorwurf, die GEMA würde Ansprüche anmelden, ohne dazu berechtigt zu sein. Worauf stützen sich diese Behauptungen? Wie regeln die Gegenseitigkeitsverträge nationale Sonderregelungen (z.B. Ausnahmen von der kollektiven Rechte Vergabe für Podcasts)? Gelten nationale Sonderreglungen automatisch weltweit?
Eine zweite wichtige Basis Deines Artikels ist die Annahme, die Einstufung durch das Podsafe Network (so weit ich sehe eine US-Gruppierung) eines Titels (was wird dort eigentlich genau eingestuft: ein musikalisches Werk, eine Live-Aufnahme, eine Eigenkomposition, eine Live-Aufnahme einer Eigenkomposition?) als „podsafe“ habe irgendeine juristische Bedeutung in Deutschland (oder auch nur in den USA). Kannst Du dies belegen?
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DieterK:26.10.2006 um 12:39@Falk 36
Warum zündest Du Nebelkerzen? In diversen Kommentaren bei Medienrauschen und auch hier hast Du – im Kern – behauptet, die GEMA vertrete ausländische Künstlern, ohne dazu berechtigt zu sein.Zitat Falk, 20.10.2006, 22.07 (Medienrauschen)
„Jetzt meldet allerdings hierzulande die GEMA aufgrund der Gegenseitigkeitsverträge und dem Vorhandensein des Werkes *entgegen* dem Willen des Autors Ansprüche an, die sie never ever stellen dürften, da sie dazu eben *nicht* beauftragt sind.“Wenn Du Deine Behauptung belegen kannst, dann poste bitte Links. Danke!
An der Diskussion des „Falls Alice Cooper“ (Stichwort: Live-Aufnahmen), den Prospero in einem TP-Artikel ausführlich behandelt hatte, hast Du Dich rege beteiligt. Schon im Blog von Prospero hast Du zwischen dem 16. und 18. August 2006 zum Thema „Cooper Podsafe?“ (damals noch mit Fragezeichen) sechs Beiträge geleistet. Heute schreibst Du: “Und auf den “Fall Alice Cooper” geh ich da gar nicht ein, denn diesen kenn ich nicht einmal.”
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DieterK:26.10.2006 um 12:02@DrNI / „CC Radio License“ / kommerzielle Nutzung von CC-Lizenzen
Eine „CC Radio License“ kann (wenn überhaupt) nur funktionieren, wenn die Nutzung für die Radiosender kostenlos ist (oder wenn ein Pauschalbetrag erhoben wird).
Abgesehen davon, dass es für die Radiostationen grundsätzlich viel zu aufwändig wäre, für jeden Song einzeln einen Preis auszuhandeln, wären dieses Verfahren auch schlecht für die CC-Lizenz-Inhaber: Wenig Nachfrage (Sendeplätze) & großes Angebot (CC-lizenzierte Musik) = niedrige Preise.
Außerdem wird bei fast allen Diskussionen um CC-Lizenzen im Musikbereich davon ausgegangen, das Interpret, Autor und Produzent/Label identisch sind. Das ist aber wohl eher selten der Fall. Bei kaum einer Band wird gemeinsam komponiert. (Die Jungs von Spandau Ballet – außer Martin Kemp – haben nach Karriereende ihren Songschreiber Gary Kemp – erfolglos – verklagt. Dave Hill und Don Powell von Slade müssen heute noch durch das australische Hinterland touren, Noddy Holder und Jimmy Lea sitzen zuhause und kassieren Tantiemen. Noddy Holder: „Merry X-Mas Everybody is not only a hit, it’s a pension.“)
Und selbst wenn der Interpret gleichzeitig Autor und Produzent ist, unterscheiden sich die jeweiligen ökonomischen Interessen. Wenn mit einer CC-Lizenz Einnahmen erzielt werden, muss also die (gerechte) Verteilung geklärt sein.Die Erlaubnis der kommerzieller Nutzung CC-lizenzierter Musik erfordert also – wie DrNI richtig schreibt – den Aufbau eines Parallelsystems (Überwachung der Nutzung, Inkasso, Verteilung der Einnahmen) zu den bestehenden kollektiven Verwertungsgesellschaften. Und da es unwahrscheinlich ist, dass die Nutzer (Radiosender) dieses System alleine finanzieren oder auch nur ein Teil der Kosten übernehmen, sehe ich nicht, wieso bei diesem Modell die „wesentlichen GEMA-Hürden“ wegfallen. Auch ein CC-Inkasso-System müsste von den Lizenzgebern (Musikern) selbst finanziert werden.
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DieterK:26.10.2006 um 07:25@Pospero (26), Falk (25)
Nein, eine Aussage von Adam Curry (oder auch Alice Cooper höchstpersönlich) reicht mir nicht, um zu belegen, dass es diese Ausnahmeklausel im US-Copyright wirklich gibt. Also, falls es diese Ausnahmeregelung wirklich gibt, postet den Link. Danke!
Bei Medienrauschen hab‘ ich ja erklärt, wie es vermutlich gelaufen ist:
Wenn Alice Cooper eigene Live-Aufnahmen für Podcasts freigibt, dann hat das nichts mit „podsafe“ im Sinne einer CC-Lizenz zu tun. Es steht auch nicht im Widerspruch zu den Verpflichtungen die Cooper als ASCAP-Mitglied hat und deshalb sind die im TP-Artikel (und hier von Falk wieder) erhobenen Vorwürfe, die GEMA berücksichtige die Wünsche der Autoren nicht (in diesem Fall) gegenstandslos. Selbst wenn die Cooper-Erlaubnis in Amerika auf einer Ausnahmeregelung beruhen würde, müsste erst einmal geprüft werden, ob und wie sich das in Deutschland auf die GEMA auswirken würde.Gültigkeit amerikanischer US-Lizenzen in Deutschland: Dabei muss man streng unterscheiden, ob der Titel unter einer (vollen) CC-Lizenz steht (dann dürfte die CC-Lizenz gelten oder genauer gesagt: dann dürfte es möglich sein, die amerikanische Erlaubnis in eine deutsche Lizenz umzuwandeln) oder wie im „Fall Beastie Boys“ nicht.
Was aber auf gar keinen Fall geht, ist Musik, die in Amerika nur für (unkommerzielles) Sampling und (unkommerziellen) Tausch lizenziert wurde, in Deutschland auch für zusätzliche Zwecke freizugeben, was offensichtlich bei der Umwandlung einer Sampling-Plus-Lizenz amerikanischen in eine deutsche Lizenz NC Sampling+ 1.0
geschieht.Wer ist denn für diese Umwandlung verantwortlich? Und warum nimmt hier eigentlich niemand von der Creative Common Org und / oder dem Chaos Computer Club Regensburg Stellung?
@Dr. Dean (34)
GEMA-Stalinismus: Natürlich wird im Radio Musik gespielt, die nicht von der GEMA oder einer anderen Verwertungsgesellschaft lizenziert ist. Zum Beispiel laufen im Zündfunk (Bayerischer Rundfunk) ständig Sachen von obskuren in- und ausländischen Labels/Interpreten.
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DieterK:25.10.2006 um 13:23Fragen an Creative-Commons-Lizenz-Experten:
Ganz grundsätzlich: Gilt eine amerikanische CC-Lizenz auch in Deutschland? Wie verhalten sich amerikanische und deutsche Lizenzen zueinander? Unter der deutschen NC-Sampling+-1.0-Lizenz steht folgender Satz: „Die gesetzlichen Schranken des Urheberrechts bleiben hiervon unberührt.“ Im Allgemeinen versteht man unter den „gesetzlichen Schranken des Urheberrechts“ Ausnahmebestimmungen. Hier ist aber doch gemeint, dass das gesamte Urheberrecht (und nicht nur die Ausnahmebestimmungen) von der CC-Lizenz „unberührt“ bleiben. Oder?
Der Fall „Beastie Boys“: In Amerika wurde „Now Your Busy“ von den Beastie Boys im Rahmen einer Promotion-Aktion der US-Musikindustrie und WIRED unter einer Sampling-Plus-Lizenz (http://creativecommons.org/about/sampling) zum (nicht-kommerziellen) Sampling und zur (nicht-kommerziellen) Weitergabe freigegeben.
Der Chaos Computer Club Regensburg verbreitet den Song (Download und auf CD) unter der Lizenz NC Sampling+ 1.0 (http://creativecommons.org/licenses/nc-sampling+/1.0/).
Kann jemand folgenden Widerspruch zwischen der deutschen und der amerikanischen Lizenz erklären:
In der US-Lizenz steht zum Thema öffentliche Aufführungen und Senderecht nichts. In der deutschen Lizenz werden aber die „öffentliche Wiedergabe“, das „Vorführen“ und Webcasts erlaubt. (Radiosendungen und Podcasts werden nicht erwähnt)Bei Songs, an denen Labels, Verlage und Verwertungsgesellschaften keine Rechte haben, mag diese Diskrepanz keine Rolle spielen. Aber dies ist ja bei „Now Your Busy“ nicht der Fall. Die Rechte liegen bei Capitol Records (Aufnahme) und PolyGram Music Publishing (Komposition). Also: Wo und wie wurden die notwendigen Rechte erworben, um den Song unter die Lizenz NC Sampling+ 1.0 stellen zu können.?
Außerdem gibt es in der deutschen Lizenz einschränkende Nutzungsbedingungen, die in der US-Version nicht stehen:
Der Name des Autors/Rechteinhabers ist zu nennen. Das Werk darf nicht für Werbe- oder sonstige Promotionzwecke (außer um ein neu geschaffenes Werk zu promoten) genutzt werden.
Auf der Webseite des CCC Regensburg, auf der die Songs zum Download abrufbar sind (http://www.ccc-regensburg.de/wiki/index.php/Boycott_musicindustry), fehlen die Angaben zu den Inhabern der Rechte. Und bei der „boycott music industry“ handelt es sich doch um eine Promotionaktion. Oder?Übrigens stehen die 17 angebotenen Songs unter ZWÖLF verschiedenen Lizenzen.
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DieterK:25.10.2006 um 11:50@prospero
da Du im Medienrauschen-Thread zu “Creative Commons vs. GEMA” nicht mehr reagiert hast, möchte ich Dich hier nochmal um den Link zu der Ausnahmeregel im US-Copyright bitten, auf der Dein TP-Artikel zum “Fall Alice Cooper” beruht.
Danke!
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DieterK:24.10.2006 um 21:58@Acid (8)
Die volle CC-Lizenz schließ Podcast ein (glaube ich), aber die Frage ist, ob zum Beispiel der Song von den Beastie Boys unter einer CC-Lizenz steht (meiner Meinung nach nicht).
Wahrscheinlich hat der CCC-Regensburg diesen Song (und noch zwei andere) von einer WIRED-CD übernommen. Dort stehen die Songs aber nur unter einer Sampling-Lizenz, die die Verwendung von Samples und die Weitergabe des kompletten Songs erlaubt (nur in Amerika?). Von Podcasts ist auf der WIRED-CD jedenfalls nicht die Rede.
Aber vielleicht hat der CCC-Regensburg die erforderlichen Lizenzen ja schön brav eingeholt (im Fall der Beastie Boys bei PolyGram Music Publishing) und bei Capitol Records).
Wie das aber zu dem Boykott-Aufruf gegenüber der Musikindustrie passt, weiß ich nicht. Da müsste mal jemand in Regensburg nachfragen …
Und warum wird überhaupt Industrie-Musik verbreitet, wenn man unbekannte Interpreten und die Idee der CC-Lizenzen fördern will?
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DieterK:24.10.2006 um 18:34Ist Musik vom Podsafe Network wirklich sicher?
Sind zum Beispiel alle Tracks, die auf der CD vom Chaos Computer Club Regensburg drauf sind, wirklich unter einer CC-Lizenz lizenziert, die Podcasts erlaubt?Übrigens stehen alle CC-Lizenzen (nach einer Information auf der amerikanischen Webseite von CC) unter einem Vorbehalt, das heißt letztendlich trägt der Nutzer die Verantwortung für sein tun. Wenn also bei einer CC-Lizenz etwas übersehen wurde, und die CC-Lizenz dadurch ungültig wird, ist der Nutzer haftbar.
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DieterK:24.10.2006 um 18:06In Deutschland gilt das deutsche Recht und das deutsche Urheberrecht.
Kompliziert wird es bei den Details. Insbesondere, wenn es um Interpreten geht, die eigentlich bei der Industrie sind und die aus PR-Gründen einige Tracks unter eine (es gibt allein drei verschiedene Sampling-Lizenzen) CC-Lizenz stellen. Was in Amerika möglich ist, ist noch lange nicht in automatisch in Deutschland erlaubt.
Je mehr ich mich mit Thema beschäftige, umso mehr Unklarheiten und Widerspüche tauchen auf.
Falsche Frage
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DieterK:20.10.2006 um 21:52Heute hat YouTube 30.000 japanische Videos wegen Copyrightverletzungen entfernt …
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DieterK:19.10.2006 um 12:19Sony BMG, die UMG und die WMG haben als Gegenleistung für die Freigabe von Rechten Anteile an YouTube erhalten und zusammen rund 50 Millionen Dollar (in Google Aktien) an der Übernahme durch Google verdient.
Da stellt sich natürlich die alte Frage neu, ob die Musikkonzerne (oder einzelne Manager) auch von Apple Aktien/Optionen oder ähnliches bekommen haben …
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DieterK:18.10.2006 um 19:36Das Aufkaufen von Konkurrenten ist (auch) in Bezug auf die Musikbranche keine Legende, sondern Standard.
Schon Ted Herold hat sich darüber beschwert, dass Polydor ihn nur unter Vertrag nahm, um Peter Kraus zu schützen.
Einige US-Majors haben Verträge (Beteiligung an den WErbeeinnahmen) mit YouTube. Dabei geht es aber nur um ausgewählte Videos, die veröffentlicht werden dürfen. Wichtiger ist das Zensur-Recht (Entfernen von Inhalten, die nicht zu den aktuellen Prioritäten passen), dass wichtigster Bestandteil der Vereinbarungen ist.
Dabei können die Inhalte-Inhaber sogar selbst YouTube-Polizei spielen …
Zukunftsmusik
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DieterK:17.10.2006 um 15:26Wegen der SPIEGEL-ONLINE-typischen endlosen Klickerei (irgendwie müssen die Page-Views ja gesteigert werden) hab ich mit dem Ausfüllen aufgehört, als ich zu der Liste mit den Musikgenres kam. Deshalb nur eine paar Anmerkungen zur Untersuchung, die sich auf den Einleitungstext auf SPIEGEL-ONLINE beziehen.
“Und im Mittelpunkt (der Befragung) stehen hier bewusst nicht Experten, die den Blick in die Zukunft wagen, sondern die potentiellen Kunden selbst.”
Das interessante an der gegenwärtigen Entwicklung ist doch gerade die Möglichkeit, dass aus potentiellen Kunden (passiven Nutzern), aktive Mitmacher werden. Interessanter als simple Marktforschung, mit deren Hilfe “potentielle Kunden” für die Industrie berechenbarer gemacht werden sollen, wäre es zu untersuchen, wie diese Aktivierung der Nutzer gefördert werden kann.“Wie muss der Musikmarkt gestaltet werden, wenn er eine Zukunft haben soll?”
Hinter diese Aussage stecken gleich zwei Auffassungen, die meiner Meinung nach fragwürdig sind:
1. Unter bestimmten Bedingungen (welchen?) kann es so weit kommen, dass es keinen Markt für Musik mehr gibt.
2. Irgendeine regulative Kraft (der Staat?, die Phonoindustrie?, SPIEGEL ONLINE?) findet auf Grund des Fragebogen die Lösung für die (angebliche) Krise der Musikindustrie und hat dann auch noch die Macht, den zukünftigen Musikmarkt zu “gestalten”.“Wie wird Musik in Zukunft gehört werden? Ersetzen Einzel-Downloads das Album und welche Tonträger-Formate werden überhaupt noch gekauft? Sterben Vinyl, CD, DVD und ihre Artverwandten irgendwann aus? Ersetzen Blogs und Online-Videos Musikzeitschriften und die Clipsender im Fernsehen? Welche Zukunft hat der kleine Plattenladen um die Ecke? Et cetera.”
Braucht es für die Beantwortung dieser Fragen wirklich einen Fragebogen? Reichen die Signale (Verkaufszahlen, Einschaltquoten), die der Musikmarkt seit Jahren generiert, nicht völlig aus?“(…) und macht ein Kopierschutz eigentlich wirklich Sinn?”
Abgesehen von ein paar Medienmanagern und ihren hauseigenen IT-Lakaien, kenne ich niemanden, der behauptet, dass Kopierschutz „wirklich Sinn macht“.
Frankfurt 2.0
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DieterK:29.09.2006 um 17:30“Als erstes Massenmedium der Geschichte ist es (das Internet) nämlich so gut wie unkontrollierbar, sei es politisch, technisch, unternehmerisch oder redaktionell.”
Ich fürchte, die Politik wird schon dafür sorgen, dass die heute schon bekannten und künftige technischen Maßnahmen, mit denen das Internet kontrolliert werden kann, im Sinne der Konzerne eingesetzt werden, damit “professionelle” Redaktionen weiter die Verdummung der Menschheit fortsetzen können.
You tube my space, flickr? Com!
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DieterK:@Johnny (#42):
Die GEMA kümmert sich schon um die Einhaltung der Lizenzen und das Abkassieren, was ihr ja immer wieder vorgeworfen wird. (DISCLAIMER: Ich arbeite nicht für die GEMA und bin nicht mal Mitglied)Ich kenne die CC-Lizenzen nicht genau genug, um abschließend beurteilen zu können, ob sie im Endeffekt mehr oder weniger Kontrolle für die Urheber bringen. Aber geht es bei CC-Lizenzen wirklich um die Kontrolle durch die Urheber? Aus den Schriften von Lessig geht jedenfalls hervor, dass „die leichtere Nutzung für Dritte“ nicht nebenbei „abfällt“, sondern der zentrale Punkt der CC-Lizenzen ist.
Meinst Du mit „Nutzen für die Urheber“ den freien Zugriff auf CC-lizenziertes Material? Ansonsten sehe ich – für die Urheber – keine zusätzlichen Vorteile gegenüber dem Urheberrecht/Copyright. Vielleicht kannst Du diesen Punkt noch mal näher erläutern. Danke!@mp_466 (#44):
Sorry, ich hatte mich völlig unverständlich ausgedrückt. Was ich meinte war, dass CC-Lizenzen private Vereinbarungen sind (die, falls man genügend Geld hat, vor Gericht durchgesetzt werden können), Urheberrechte/Copyrights dagegen gesetzlich verankert sind, und – wie z. B. die Beihilfe der Zollbehörden bei Beschlagnahmeakt
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John Dean hat völlig Recht. Sampling und covern sind zwei paar Schuh.
Jeder (veröffentlichte) Song darf (ohne extra Genehmigung) nachgespielt (gecovert) werden.